Latest / ntv Wirtschaft / Wohnen in der Stadt – mehr als nur ein Luxusproblem: Wie können wir den Anstieg der Mieten bremsen?
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- In unseren Großstädten steigen die Mieten deutlich schneller als die Löhne. Der deutsche Automarkt zeigt eine zweifelhafte neue Stärke. Und mit zweifelhaftem wirtschaftlichen Erfolg feiert Donald Trump in den USA Unabhängigkeitstag. Wir ziehen Bilanz. In diesem Podcast verwandeln moderne KI-Systeme journalistische Inhalte, die auf unseren NTV-Plattformen publiziert wurden, in ein neues Hörformat. Text und meine Stimme wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugt. Vor der Veröffentlichung werden alle Folgen nach strengen journalistischen Standards geprüft. Viel Spaß beim Zuhören. Wir schauen gleich zusammen auf die Mieten, starten aber in den USA. Da wird am Samstag, am 4. Juli, der Unabhängigkeitstag gefeiert. Und damit auch der 250. Geburtstag der Nation. Präsident Trump wollte ja auch die US-Wirtschaft unabhängiger machen mit seiner America-First-Politik. Niedrigere Unternehmenssteuern, mehr Zölle und Druck auf Handelspartner. Damit sorgt Trump weltweit seit Amtsantritt für Unsicherheit bei Unternehmen und Ökonomen. Zu Hause freut er sich unter anderem über einen Boom in der Tech-Branche wie nie zuvor. Gleichzeitig wird es aber für seine Bürger immer teurer. Die Inflation lag zuletzt bei 4,2 Prozent, was weitere Zinssenkungen der US-Notenbank erschwert. Zeit für eine Bilanz. Frank Mayer hat mit der Volkswirtin Sandra Ebner von Union Investment gesprochen. Ja, Donald Trump, man hatte ihm nichts zugetraut. Und dann hat er irgendwie Dinge geliefert, die völlig ungewöhnlich gewesen sind. Und man hat eigentlich in aller Welt mit Verächtlichkeit darauf geschaut. Aber wirtschaftlich läuft es doch, Frau Ebner. Ja, wobei das nicht unbedingt ihm geschuldet ist, sondern einfach der unterliegenden Stärke der Wirtschaft, der USA. Da konnte er wenig Schaden anrichten. Er hat einiges gemacht. Fing an mit der Einwanderungspolitik. Die hat tatsächlich schon einen negativen Effekt gehabt, vor allem auf den Arbeitsmarkt. Da kam weniger Wachstum, vor allem im letzten Jahr. Dann hatten wir die Zölle, da hat da einiges zurückgedreht. Die haben uns nicht wirklich wehgetan, vor allem der US-Wirtschaft nicht wirklich wehgetan. Was geholfen hat, vor allem auch jetzt, gerade in den letzten Monaten während dem Iran-Krieg, war die Steuerpolitik. Denn da hat er das Glück gehabt, dass diese Steuerschecks, die letztes Jahr angelegt wurden durch die Steuerreform, gerade in der Phase kamen, als der Benzinpreis am stärksten gestiegen ist. Also von daher, er hat das gemacht, was man erwarten konnte, was er angekündigt hat, ein bisschen zurückgerudert in einigen Bereichen. Aber die US-Wirtschaft ist weiterhin so robust, dass man mit ihm relativ gut leben kann und Investitionen hat er tatsächlich sogar gefördert. Also unfassbar, dass ein Präsident vor der Wahl was sagt und nach der Wahl auch einlöst. Gut, aber ihr habt das alles auch auf Pump aufgebaut, das muss man schon sagen. Wenn man sich die Staatsverschuldung anschaut, das gibt keinen Morgen da nach dem Motto. Das ist richtig, wobei das etwas ist, wird Sie jetzt wahrscheinlich überraschen, das macht mich jetzt noch nicht ganz so nervös. Das ist ein Thema, das ist langfristig relevant. Langfristig ist dieser Schuldenfahrt, den wir momentan eingeschlagen haben, nicht tragbar. Aber das ist nichts, was die Kapitalmärkte heute betrifft. Da kann man wahrscheinlich in fünf oder zehn Jahren, wenn es so weitergeht, stellen, sind die Fragen größer. Aber für den Moment haben wir auch eine andere Entwicklung, die grundsätzlich positiv ist. Man kann ein bisschen aus dieser Schuldensituation im besten Fall auch rauswachsen, weil wir momentan sehen, dass tatsächlich die Produktivität sich besser entwickelt. Es ist noch offen, ob künstliche Intelligenz tatsächlich auch das hält, was sie verspricht. Aber die Möglichkeit ist da und das ist etwas, was das Wachstum erhöhen kann. Und dadurch kann ich zumindest zum Teil aus diesen Schulden im besten Fall auch rauswachsen. Aber geopolitisch war vor allem Trump ein Game Changer. Nicht zu unserem Vorteil. Das definitiv. Und das ist auch das, wo er die meiste Unberechenbarkeit reingebracht hat. Und das war für mich im Vorfeld eigentlich auch das größte Risiko. Und da hat er definitiv auch geliefert im negativen Sinn. Und ich glaube vor allem das, was wir jetzt im Iran gesehen haben, das hat den USA langfristig strategisch geschadet. Denn de facto muss man einfach feststellen, dieser Krieg ist strategisch verloren worden. Vor allem die Tatsache, dass die Straße von Hormuz geschlossen wurde. Das wussten wir seit Jahrzehnten, dass das ein Risiko ist. Aber es war eben immer nur ein Risiko. Jetzt ist diese Büchse der Pandora geöffnet worden. Wir wissen, es geht. Und es hat im Zweifelsfall auch Implikationen für andere Regionen, beispielsweise Taiwan, China, wo das Risiko einer Blockade ja auch immer im Hintergrund mitspielt. Und da hat man durchaus einiges gelernt. Wir wissen heute zum Beispiel, dass es teilweise schon reicht, einzelne Schiffe anzugreifen. Und der komplette Schiffverkehr liegt lahm aufgrund der Versicherungsprämien. Also das ist etwas, was, glaube ich, momentan sogar noch unterschätzt wird, was es langfristig auch für Implikationen für die Vormachtstellung der USA hat. Aber sein Motto war ja America first, hat er auch gemacht. Aber vieles ging auch schief. Dankeschön, Sandra Ebner. Und damit nach Deutschland. Zu einem leidigen Thema für viele Haushalte. Unsere steigenden Mieten. In vielen Städten wird dagegen jetzt demonstriert. Mehrere Mieter- und Gewerkschaftsverbände fordern einen bundesweiten Mietenstopp. Der Deutsche Gewerkschaftsbund hat untersucht, wie sich das Ganze in den vergangenen zehn Jahren entwickelt hat. In den 40 größten Städten sind die Quadratmeterpreise um 51 Prozent gestiegen. Zum Vergleich, der durchschnittliche Bruttolohn hat nur um 31 Prozent zugelegt. Besonders teuer bleibt München. Für eine 70-Quadratmeter-Wohnung zahlte man dort vor zehn Jahren schon 1.070 Euro. Heute sind es 1.630 Euro. Prozentual besonders stark gestiegen, nämlich um 83 Prozent, sind aber die Mieten in Rostock. 2016 hat man da für 70 Quadratmeter 420 Euro bezahlt. Heute sind es im Schnitt 770. Der DGB fordert endlich energische Schritte von der Politik. Mehr Investitionen in sozialen und öffentlichen Wohnungsbau und schärfere Regeln gegen Mietwucher. Wie Deutschland dem Wohnraummangel und den steigenden Mieten entgegenwirken kann, darüber hat Sibylle Schaar mit Melanie Weber-Moritz gesprochen, der Präsidentin des Deutschen Mieterbundes. Über München, Berlin, Hamburg, Köln reden wir ja ganz, ganz oft, wenn es um explodierende Mieten geht. Aber nun mal das Beispiel Rostock, ein Anstieg von über 80 Prozent in den letzten zehn Jahren. Wie dramatisch ist das? Es ist in der Tat dramatisch. Wir haben es gesehen, gerade die Städte, wo wir bisher noch nicht diese explodierenden Mieten haben, die holen jetzt quasi nach. Wir erleben diesen Nachholeffekt. Und die Durchschnittswerte, die der DGB jetzt präsentiert hat, von 51 Prozent Mietsteigerung in den letzten zehn Jahren in den größten Städten, die zeigen noch nicht, dass wir extreme Ausschläge haben in Städten wie Rostock, Aber auch in Berlin sind die Mieten in den letzten zehn Jahren um fast 70 Prozent in den Angebotsmieten gestiegen. Wir halten also fest, das ist ein Problem, das wir mittlerweile fast bundesweit haben. Welche drei Sofortmaßnahmen würden aus Ihrer Sicht denn helfen, Mieter in Großstädten zumindest ein wenig zu entlasten? Wir brauchen ganz dringend beides, nämlich eine ganz wirksame Mietpreisbegrenzung, vor allen Dingen bei den rasant steigenden Angebotsmieten. Da ist die Bundesjustizministerin ja auch dabei, unter anderem den Mietwucherparagrafen zu schärfen, also stärker gegen Mietwucher vorzugehen und auch die Mietpreisbremse endlich Bußgeld bewährt zu machen. Wir brauchen auf der anderen Seite aber natürlich deutlich mehr Investitionen in den Wohnungsbau und hier ganz eindeutig nicht für Luxuswohnungen, sondern wir müssen sicherstellen, dass die Investitionen auch in den sozialen Wohnungsbau, einfließen und beim bezahlbaren Wohnen investiert werden. Denn die Wohnungskrise ist längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Jeder dritte Mieterhaushalt ist heute schon allein durch seine Wohnkosten überlastet und zahlt mehr als 30 Prozent des Einkommens nur fürs Wohnen. Rentner, Familien, welche Tipps können Sie noch Verzweifelten mitgeben, um endlich an halbwegs bezahlbare Wohnungen zu kommen? Ja, das ist natürlich die Kardinalsfrage. Wie kommt man an eine bezahlbare Wohnung? Ich will gar nicht sagen, dass ich da den tollsten Tipp hätte, denn gucken, im Bekanntenkreis nachfragen und einfach hoffen, dass man irgendwo noch eine bezahlbare Wohnung findet. Aber ich will vor allen Dingen sagen, wer eben überlastet ist und ab der zweiten Monatsmiete, die man im Verzug ist, droht nämlich schon die Kündigung und damit auch die Wohnungslosigkeit. Bitte auch an alle, die hier in Not sind, gehen Sie in die Beratung. Wir haben bundesweit 300 Mietervereine, die tagtäglich Mieterinnen und Mieter beraten. Also wenn es wirklich zu einer Notsituation kommt, ist es sehr, sehr hilfreich, sich. Beraten zu lassen und eben nicht darauf zu warten, dass vielleicht irgendwie das Geld noch zusammenkommt und man tatsächlich dann eine Kündigung am Ende hat. Zum Schluss schauen wir auf den Automarkt. Da gibt es aus dem Juni wieder deutlich bessere Zahlen. Laut Kraftfahrtbundesamt wurden fast 300.000 Pkw neu zugelassen. Das sind 16 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Besonders stark liefen dabei mal wieder Elektroautos. Aber vor allem von Tesla und BYD, also nicht zuerst von den deutschen Autobauern. Tesla legte sogar um 318 Prozent zu. Die Zulassungen von Benzinern und Dieselautos gingen derweil zurück. Wie ist das jetzt einzuordnen, vor allem mit Blick auf unsere kriselnde Autoindustrie? Annika de Buhr hatte den Automarktexperten Stefan Bratze im Interview. Die deutschen Autobauer, die E-Autobauer im Hintertreffen, die internationalen Hersteller enorm auf Wachstumskurs. Wie kommt das? Also was hat zum Beispiel ein BYD zu bieten, was ein VW oder ein E-BMW eben nicht bieten kann? Ja, technologisch gesehen sind die deutschen Autos rund um Volkswagen, BMW, Mercedes mittlerweile sehr gut. Aber die chinesischen Autobauer, wie bei die vorneweg, haben tatsächlich sehr attraktive Preise bei hohen und guten Ausstattungen zu bieten. Das zieht im Moment relativ gut. Und Tesla hat zwar in der Vergangenheit das Thema Elektromobilität in den Markt gebracht. Wenige Innovationen in der Vergangenheit. Aber die Autos sind nach wie vor sehr gut. Und preislich ist man hier auch wieder ein bisschen nach vorne gerückt, um Fahrzeuge zu verkaufen. Das Thema Preis ist ein ganz zentrales Moment im Markt. Und gibt es auch einen Unterschied, wer Autos von Tesla kauft und wer eher zu BYD tendiert? Es gibt sicherlich ein paar Unterschiede. In der Vergangenheit waren tatsächlich die sogenannten Early Adopter, die ganz früh neue Technologien wollen. Die haben einen Tesla gewähnt. Jetzt sehen wir, dass doch tatsächlich viele, auch sozusagen eher jüngere Autokunden, zu den Chinesen greifen. VYD liebt Motors als neue Spieler, weil sie eben vom Preis-Leistungs-Verhältnis sehr gut sind. Interessant ist im Moment, dass es ja sogar Gerüchte gibt, VW könnte von VYD übernommen werden. Was ist davon zu halten? Wie schätzen Sie das ein? Ja, das würde ich mal in den großen Bereich der Spekulationen sehen. Volkswagen tatsächlich muss sich transformieren. Da ist viel zu tun. Man wird auch nicht mit den derzeitigen Kostenstrukturen längerfristig zurechtkommen. Aber Volkswagen ist nach wie vor ein stabiler Faktor. Eine Übernahme BYD steht in den nächsten Jahren überhaupt nicht ins Haus. Klar ist aber, dass chinesische Spieler in Europa ein gewichtiges Wort mitreden wollen, deren Marktanteile steigen seit längerer Zeit und die deutschen Spieler müssen sich jetzt auf die Hinterbeine stellen. Gerade eben auch, was die Kosten anbetrifft, weil das ist der Hauptangriffspunkt eben auch von den Chinesen. Günstige Preise aufgrund niedrigerer Kostenstrukturen und das, was man bei Volkswagen eben hört, aber auch bei Mercedes und BMW ist Thema Kostensparen. Das muss gerade an den deutschen Standorten jetzt gelingen, um eben künftig eben auch mit den Preisen von den Chinesen mithalten zu können. Herr Bratzl, Sie sagen ja, die deutsche Förderung klimafreundlicher Autos, die kommt auch China zugute. Warum? Ja, das ist richtig. Chinesische Autos profitieren hier sogar leicht überdurchschnittlich von der Förderung. Das war eben auch klar. Sie haben ein breites Spektrum auch von günstigen Fahrzeugen. Und günstige Fahrzeuge ist ja auch das, was man besonders eben in der Förderung begünstigen wollte. Insofern ist es nicht verwunderlich. Ein breites Spektrum chinesischer Fahrzeuge mittlerweile eben und eben viele davon in niedrigeren Fahrzeugsegmenten. Deswegen profitieren eben auch sehr stark chinesische Hersteller. Das war unser Blick auf die aktuellen Nachrichten aus der Wirtschaft für den Moment. Wir hören und lesen uns wieder bei NTV, in der App, im TV oder hier im Podcast.