Latest / Anonym Suchthilfe – KI-gestützte Selbsthilfe / #10 Folge 1: Die lachende Leiche: Meine Beichte über Suizidversuche & die lächelnde Depression
Transcript
- 0:00Hallo und herzlich Willkommen zu unserer heutigen Vertiefung.
- 0:03Schön, dass du wieder dabei bist.
- 0:04Hallo auch von mir. Wir schauen uns heute einen ja
- 0:08doch sehr eindringlichen Artikel an.
- 0:10Er ist von der Webseite Clean mit nielix Berlin hast du uns ja
- 0:14zukommen lassen. Genau, der Autor ist Gabriel
- 0:16Metz, aber er schreibt unter dem Namen Nielix Berlin und der
- 0:20Artikel hat es in sich. Ja, der Titel sagt schon viel
- 0:24hinter dem Lachen. Warum scheinbar fröhliche
- 0:26Menschen suizidgefährdet sein können.
- 0:29Puh, ein schweres Thema, absolut.
- 0:31Diese sogenannte lächelnde Depression, also Menschen, die
- 0:35nach außen hin ja fröhlich wirken, funktionieren, alles
- 0:39scheint OK. Aber innerlich sieht s ganz
- 0:41anders aus, tief verzweifelt. Exakt.
- 0:44Und unsere Aufgabe heute ist es, so n bisschen die wichtigsten
- 0:46Punkte, die Kernaussagen und vor allem auch die Warnsignale aus
- 0:50diesem Text für dich rauszufiltern.
- 0:52Einer Seite total offen seine eigenen Erfahrungen.
- 0:55Ja, das ist ganz zentral. Er schreibt über sucht, über
- 0:58psychische Herausforderungen, die er selbst durchgemacht hat
- 1:01und ja, immer noch meistert. Er ist also selbst betroffen.
- 1:04Das merkt man im Text auch an. Finde ich diese persönliche
- 1:08Ebene. Absolut.
- 1:09Er weiß, wovon er spricht, das ist keine Theorie von außen.
- 1:12OK, dann lass uns da mal tiefer eintauchen.
- 1:15Ein Hauptpunkt ist ja, warum verstecken Menschen ihr Leid
- 1:19überhaupt, gerade wenn es ihnen schlecht geht?
- 1:21Ja, gute Frage. Der Artikel nennt da
- 1:24verschiedene Gründe. Einmal die Angst nicht
- 1:27verstanden zu werden. Kenne ich das Gefühl, Ach, die
- 1:30anderen verstehen das eh nicht. Genau oder die Angst, anderen
- 1:34zur Last zu fallen. Niemand will ja eine Belastung
- 1:37sein. Und dann kommt sicher auch
- 1:38dieser gesellschaftliche Druck dazu oder immer stark sein,
- 1:41immer funktionieren, ja. Unbedingt.
- 1:44Dieses Bild vom starken Mann oder der starken Frau, das immer
- 1:48noch vorherrscht, Schwäche zeigen, ist oft immer noch ein
- 1:52Tabu. Leider.
- 1:53Und der Artikel sagt ja auch, manchmal haben die Betroffenen
- 1:56schlicht noch die Kraft, diese Fassade, diese Maske
- 1:59aufrechtzuerhalten. Das kostet ja auch Energie.
- 2:02Unheimlich viel Energie jeden Tag, dieses Theaterspielen
- 2:05quasi. Und genau hier setzt ein ganz,
- 2:08ganz wichtiges Warnsignal an. Dass der Artikel herausstellt,
- 2:12und das wird auch im FAQ I Bereich noch mal betont.
- 2:14Okay welches? Wenn jemand nach einer wirklich
- 2:17langen, schweren Zeit, nach viel leiden plötzlich auffallend
- 2:21ruhig wird oder sogar wieder fröhlich wirkt.
- 2:24Moment, das klingt doch erst mal gut.
- 2:27Nachbesserung. Ja, genau das ist die Falle.
- 2:30Der Text warnt eindringlich davor, das als Besserung
- 2:34fehlzudeuten das ist vielleicht die Kontraintuitivste, aber
- 2:37wichtigste Botschaft. Okay warum?
- 2:40Was steckt dahinter? Diese plötzliche Ruhe, diese
- 2:43scheinbare Gelassenheit, die kann eben darauf hindeuten,
- 2:48nicht immer, aber sie kann, dass die Person für sich eine
- 2:51endgültige Entscheidung getroffen hat.
- 2:53Du meinst den Suizid? Genau der innere Kampf, der
- 2:57vorher so zermürbend war, der ist dann vermeintlich vorbei.
- 3:01Die Entscheidung steht, und das führt zu dieser trügerischen
- 3:04Ruhe, deshalb höchste Alarmbereitschaft, das machen
- 3:08Text und FAQ ganz klar, Puh. Das ist harter Tobak, aber
- 3:13wichtig, das zu wissen. Ein ganz beklemmender Gedanke.
- 3:17Absolut, weil es eben so leicht missverstanden werden kann.
- 3:21Man freut sich vielleicht sogar, dass es der Person scheinbar
- 3:24besser geht. Und der Artikel geht ja noch
- 3:26einen Schritt weiter und beleuchtet die Verbindung zur
- 3:28Sucht. Das macht es ja oft noch
- 3:30komplexer. Richtig, das ist n ganz
- 3:34wichtiger Aspekt, gerade auch, weil der Autor ja selbst davon
- 3:37betroffen ist oder war. Substanzen, also Alkohol,
- 3:41Drogen, manchmal auch Medikamente, werden oft zur
- 3:44Selbstmedikation genutzt. Als Versuch, den Schmerz zu
- 3:47betäuben. Genau oder eine innere Leere zu
- 3:51füllen. Es ist wie eine weitere Schicht
- 3:53der Maske, die man aufsetzt. Und das führt dann
- 3:55wahrscheinlich zu noch mehr Probleme.
- 3:57Ja. Zu einer doppelten Scham, einmal
- 4:01wegen der psychischen Probleme der Depression oder was auch
- 4:04immer dahinter steckt und dann zusätzlich die Scham wegen der
- 4:07Sucht. Das ist ein Teufelskreis.
- 4:09Eine Abwärtsspirale, wie der Artikel es nennt.
- 4:12Man spürt da echt die persönliche Erfahrung von
- 4:15Gabriel Metz durch die Zeilen. Ja, das ist sehr authentisch
- 4:18beschrieben. Was können wir denn tun, wenn
- 4:21wir so einen Verdacht haben? Bei jemandem im Umfeld?
- 4:23Der Text gibt da ja auch Hinweise.
- 4:26Ja, der Appell ist klar. Achtsam sein.
- 4:29Wirklich hinschauen, gerade bei den Menschen, die immer so stark
- 4:32wirken, die immer alles im Griff zu haben scheinen.
- 4:35Die Felsen in der Brandung. Genau die und dann nachfragen
- 4:40aber nicht nur so oberflächlich wie geht s, sondern wirklich
- 4:43nachfragen, wie geht es dir wirklich Interesse zeigen?
- 4:47Und was ist, wenn man den Verdacht hat, es könnten
- 4:49Suizidgedanken im Spiel sein? Da haben ja viele Angst, das
- 4:52Falsche zu sagen. Das ist ein ganz zentraler
- 4:55Punkt. Auch im FAQ.
- 4:57Hab keine Angst, Suizidgedanken direkt anzusprechen, ehrlich und
- 5:01offen. Aber bringt man die Leute damit
- 5:03nicht erst auf dumme Ideen? Das hört man ja oft.
- 5:06Das ist ein Mythos und ein gefährlicher noch dazu.
- 5:09Studien belegen das Gegenteil, die Frage denkst du manchmal
- 5:13daran, dir das Leben zu nehmen oder hast du Suizidgedanken?
- 5:17Bringt Betroffene nicht auf die Idee, sondern sondern es kann
- 5:20eine immense Erleichterung sein. Endlich spricht es jemand aus.
- 5:24Es zeigt, ich werde gesehen, meine Not wird ernst genommen
- 5:28und es öffnet die Tür für Hilfe. Also Mut zu Direktfrage, das ist
- 5:31wichtig. Das Stigma brechen, offen über
- 5:34mentale Gesundheit sprechen. Genau und natürlich zuhören,
- 5:38ohne zu werten, einfach da sein. Und wenn es wirklich akut ist?
- 5:42Der Artikel listet ja auch Notfallkontakte auf.
- 5:45Ja, ganz wichtig. Für den Ernstfall natürlich
- 5:48immer der Notruf 112 in akuter Gefahr.
- 5:50Klar dann die Telefonseelsorge, die ist anonym, kostenlos, rund
- 5:54um die Uhr erreichbar, die Nummern sind 0 800 1110111 oder
- 5:58die 0 800 1110222 gibt's auch online per Chat oder Mail, super
- 6:02wichtig und für Jüngere. Da gibt es die Nummer gegen
- 6:13Kummer, ebenfalls anonym und kostenlos.
- 6:16Die 116111 und der Artikel verweist auch auf Hilfsangebote
- 6:21bei Suchtproblemen, Suchtberatungsstellen zum
- 6:23Beispiel. OK, also es gibt Anlaufstellen,
- 6:26das ist gut zu wissen. Fassen wir noch mal kurz
- 6:28zusammen, die lächelnde Depression ist so tückisch, weil
- 6:33das Leid eben oft versteckt wird.
- 6:35Genau. Anders als bei einer klassischen
- 6:38schweren Depression, wo sich Betroffene oft zurückziehen,
- 6:41sozial isolieren, ist hier die Fassade oft intakt.
- 6:44Das macht es von außen schwer erkennbar.
- 6:47Deshalb ist genaues Hinsehen, echtes Zuhören so lebenswichtig.
- 6:51Absolut. Und bevor wir gleich zum Schluss
- 6:53kommen, gibt es noch einen Hinweis in eigener Sache vom
- 6:56Autor von Gabriel Metz. Ah ja, er betreibt das Projekt
- 7:00Neelix Berlin, also die Webseite und alles drumherum komplett
- 7:03alleine. Finanziert das selbst.
- 7:06Er stellt die Inhalte. Wow.
- 7:08Respekt. Ja, und wenn dir der Artikel
- 7:11oder generell seine Arbeit auf der Seite geholfen hat oder du
- 7:14sie wichtig findest, dann freut er sich riesig über
- 7:18Unterstützung. Wie kann man ihn unterstützen?
- 7:20Ganz einfach, indem du die Inhalte teilst, über Social
- 7:24Media, vielleicht über Podcast. Plattformen wie diese hier.
- 7:28Liken, weiterempfehlen, das hilft ihm, sichtbarer zu werden.
- 7:33Verstehe. Sein Motto dahinter ist, und das
- 7:35finde ich bemerkenswert, aus allem schlechten, was ihm im
- 7:39Leben widerfahren ist, etwas Gutes zu machen für sich selbst,
- 7:42aber eben auch für andere. Eine starke Haltung, das
- 7:45unterstützt man gerne. Das bringt uns vielleicht auch
- 7:47zu einer letzten Frage, so zum Mitnehmen für dich als Zuhörer
- 7:52oder Zuhörerin. Ja ne Frage zum Nachdenken
- 7:55vielleicht. Wie oft achten wir im Alltag
- 7:58wirklich auf die Zwischentöne hinter dem Lächeln von anderen
- 8:01Menschen? Oder vielleicht auch bei uns
- 8:03selbst? Wie ehrlich sind wir zu uns
- 8:04selbst, wenn wir lächeln? Guter Punkt.
- 8:07Das ist sicher auch eine wichtige Frage.
- 8:09Tja, damit sind wir für heute am Ende unserer Analyse dieses
- 8:12wirklich wichtigen Textes. Es war intensiv, aber
- 8:16hoffentlich hilfreich. Das hoffen wir auch.
- 8:18Vielen Dank fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal.
- 8:21Mach's gut, danke dir. Tschüss.