Latest / Gin And Talk / Marcel Reif über Populismus, Politik und Hass
Transcript
- 0:00Speaker 0: Bitte, ich möchte das nur noch mal genauer hören.
- 0:02Speaker 0: Ist das allen?
- 0:03Speaker 0: Das ist unser Ernst!
- 0:05Speaker 0: Hier reden wir und wir müssen hier reden über Antisemitismus in Deutschland im März-Werzeitenvierundzwanzig.
- 0:13Speaker 0: Jo, da sind wir weit, weit gekommen.
- 0:18Speaker 0: Ich glaube diese Spezies hätte Kalkwappen bleiben sollen.
- 0:21Speaker 0: Ich glaub' dass wer für den Planeten... ...für den Rest der Dinge wem wir?
- 0:26Speaker 0: aber wir sind ja die Krone der Schöpfung.
- 0:29Speaker 0: Es sind so viele, die auf der Kippel stehen.
- 0:32Speaker 0: Die ihnen das einfache Lösung vorgebetet werden, nach denen sie schnappen, was ich völlig vernachvollziehen kann.
- 0:41Speaker 0: Aber die sind noch nicht verloren.
- 0:43Speaker 1: Herzlich willkommen!
- 0:44Speaker 1: Mein Name ist Daniel Fürg und ich freue mich sehr euch heute zu einer neuen Episode Genant Talk begrüßen zu dürfen.
- 0:50Speaker 1: Mein heutiger Gast ist Marcel Reif.
- 0:53Speaker 1: Die allermeisten kennen ihn wohl als einen der bekanntesten und erfolgreichsten Sportjournalisten und Kommentatoren der Nation.
- 0:59Speaker 1: Was viele nicht wissen, ist dass er in Polen aus dem Land eines jüdischen Vaters das Licht der Welt erblickte.
- 1:07Speaker 1: Als Anfang der neunzehntfünfziger Jahre eine neue Welle des Antisemitismus aufkeimte entschieden seine Eltern das Land zu verlassen und emigrierten nach Israel.
- 1:16Speaker 1: Erst im Alter von acht Jahren zog Reif vom Tel Aviv nach Kaiserslautern.
- 1:21Speaker 1: Sein Vater hat ihm nie von den schrecklichen Erlebnissen während des Zweiten Weltkrieges erzählt.
- 1:26Speaker 1: Mit der Aussage, seinen Mensch machte er seinem Sohn aber immer wieder deutlich worauf es wirklich ankommt.
- 1:32Speaker 1: Reif erfuhr erst viel später was wirklich geschah und wie traumatisierend das gewesen sein musste.
- 1:38Speaker 1: Ich wollte von Marcel Reif wissen warum er sich vor nicht allzu langer Zeit entschieden hat offen über die eigene Familiengeschichte zu sprechen und welchen Einfluss diese Vergangenheit heute In einer Zeit, in der Menschenhass und Radikalismus wieder aufzukleimen scheinen – auf ihn hat.
- 1:53Speaker 1: Wenn dir diese Episode von Genentalk gefällt folgern's bei Spotify, Apple Podcasts oder wo auch immer du gerne Podcast hörst und hinterlasse uns eine gute Bewertung!
- 2:02Speaker 1: Diese und viele weitere Episoden gibt es auch als Videopodcast auf unserem YouTube-Kanal.
- 2:07Speaker 1: Jetzt aber viel Spaß beim Zuhören?
- 2:08Speaker 1: Schön dass ihr alle wieder mit dabei seid!
- 2:15Speaker 0: und eine Menge Zeit für ein persönliches Bargespräch.
- 2:19Speaker 0: Herzlich willkommen an unseren Bartresen!
- 2:23Speaker 0: Herzlich
- 2:23Speaker 1: Willkommen
- 2:24Speaker 0: zu einer neuen Folge Gin & Talk.
- 2:28Speaker 0: Mach es dir gemütlich, lehne dich zurück
- 2:31Speaker 1: und tauche
- 2:32Speaker 0: ein in die verrucht düstere Atmosphäre
- 2:36Speaker 1: unserer Studio-Bar.
- 2:45Speaker 1: Lieber Marcel Reif ich freue mich sehr dass wir uns heute hier treffen können um ein wenig über ihr Leben zu sprechen, unsere Gesellschaft zu sprechen oder Demokratie zu sprechen.
- 2:54Speaker 1: Verantwortung und alles was dazu gehört.
- 2:57Speaker 1: herzlich willkommen!
- 2:57Speaker 0: Danke sehr!
- 2:58Speaker 1: Sie haben ja einen doch recht bewegtes und auch zuteilen öffentliches Leben hinter sich.
- 3:05Speaker 1: ich würde mal gleich mit einem ja mit einer kleinen Fragenkeule sozusagen beginnen die mir gerade auf dem Weg hierher eingefallen ist wie man nämlich die Brücke vom Fußball hinzu all dem was uns gerade beschäftigt bauen kann, nämlich ist es ja so das Fußball eigentlich sozusagen uns alle irgendwo verbindet.
- 3:23Speaker 1: Also Fußball ist ja etwas was durch alle Schichten geht doch alle Städte und alle Dörfer die ganze Republik.
- 3:30Speaker 1: Warum ist es denn eigentlich so dass wir uns da so gut verbinden können in einem Thema?
- 3:37Speaker 1: uns darauf einigen können, je nach Verein oder Belieben.
- 3:40Speaker 1: Aber uns da zumindest darauf einigend können, dass wir irgendwie Fußball spannend finden und toll finden.
- 3:46Speaker 1: Und auf der anderen Seite scheinen wir unser Balls Gesellschaft zu schwer zu tun und über diese ganzen Schichten hinweg, über die ganzen Ecken hinweg auf ein gemeinsames Verständnis für ein friedliches vernünftiges Miteinander zu einigen.
- 4:00Speaker 0: Ach, wenn ich glaub... Fußball ist halt eine einfache Sache.
- 4:05Speaker 0: Fußball ist das Spiel der kleinen Jungs, dass dann auch noch die ganz Großen spielen können.
- 4:10Speaker 0: und da ist der Nenner sehr schnell gefunden über irgendwelche Auswüchse was ich heute dann auch im Fußball abbildet auf Ansportplätzen und das können wir ja eventuell nahe noch berühren.
- 4:24Speaker 0: Das ist aber... Da ist der Fußball ein Teil der Gesellschaft auch.
- 4:27Speaker 0: Das sind nicht die Insel nur der Seligen.
- 4:31Speaker 0: Aber nochmal an dieser Stelle Wie oft habe ich schon gesagt, wenn der ganze Nationalismus und Übersteigerter Patriotismus und weiß ich nicht.
- 4:42Speaker 0: Und sämtliche Aggressionen, wenn wir die in den Fußball packen könnten?
- 4:46Speaker 0: Der würde uns das neunzig Minuten alles wegatmen abarbeiten und jeder könnte sich austoben und danach werden wir alle wieder in Anführungszeichen normale Menschen.
- 4:58Speaker 0: Dann wäre es schön.
- 4:58Speaker 0: aber da ist der Fußball überfordert.
- 5:01Speaker 0: Das kann er nicht.
- 5:05Speaker 0: Lassen Sie mir doch als meine kleine Insel, wo ich sage, da kann ich für eine Zeit lang den Rest ausblenden.
- 5:13Speaker 1: Aber ist das vielleicht genau die Herausforderung, die wir gerade in unserer Gesellschaft haben?
- 5:18Speaker 1: Dass die Welt irgendwo immer komplexer wird und Menschen ein Stück weit überfordert sind mit dieser Komplexität und dieses Ventil einfach nicht mehr da ist und es dann eben zu diesen extremen Ausbrüchen kommt?
- 5:32Speaker 0: Ja, weil Menschen dazu neigen die Dinge einfach haben zu wollen.
- 5:34Speaker 0: So einfach wie der Fußball ist.
- 5:36Speaker 0: und deswegen lassen wir uns bevor wir auf Schimpfen und Kultur pessimistisch werden Lassen sie es uns doch versuchen neutral oder ein bisschen positiv zu sehen.
- 5:46Speaker 0: ja Die Welt ist so kompliziert komplex geworden Und wenn Sie nicht erklärt wird von denen die etwas tun Oder etwas vorhaben oder nicht ausreichend erklärt werden dann haben Mensch, das hat nichts mit Dummheit zu tun und nix mit Bonniertheit.
- 6:08Speaker 0: Sondern es ist wirklich komplex.
- 6:11Speaker 0: Das Heizungsthema oder was?
- 6:13Speaker 0: Nehmen wir jetzt mal wirklich etwas Harbwegs-Harmloses.
- 6:17Speaker 0: Wenn Sie mir das erklären können in drei Sätzen dann super!
- 6:21Speaker 0: Aber das beschäftigt irgendwie die Republik.
- 6:24Speaker 0: Natürlich muss es die Menschen beschäftigen.
- 6:26Speaker 0: warum?
- 6:26Speaker 0: weil sie betrifft aber Dinge, bei Dingen, die dich nicht betreffen kannst du sagen weißt du was Rutschmimpuckl runter, das kann mir niemand erklären.
- 6:34Speaker 0: Lass mich in Ruhe damit, dass ich es damit habe nichts zu
- 6:36Speaker 0: tun.".
- 6:37Speaker 0: Aber solche Dinge sind eben nicht so sondern sie betreffen dich und du kannst sie nicht zur Ende verstehen und dann kommt irgendein... Und das ist auch leider ... Ich bin die Bette jetzt seventy-fünf.
- 6:49Speaker 0: Die Gnade der frühen Geburt.
- 6:51Speaker 0: ist das ein bisschen die Erkenntnis von paar mehr Jahren?
- 6:55Speaker 0: Es wenn sich Lücken ergeben oder ein Vakuum ergibt wird es selten von den richtig von den Engeln gefüllt, sondern es kommen irgendwelche vorsichtig ausgedrückt Sterndeuter die dir einfache Lösungen anbieten.
- 7:15Speaker 0: Schauen Sie die AfD.
- 7:18Speaker 0: Programm.
- 7:19Speaker 0: das Programm verstehe ich also.
- 7:21Speaker 0: Programm wenn ich mich mit dem Mühe jetzt oder eine politische Partei stelle sich zur Wahl ist nicht verfassungsfeindlich bisher.
- 7:27Speaker 0: Also die Städte und deren Programm versteh ich als so kann es nicht weitergehen.
- 7:32Speaker 0: okay gut Und was?
- 7:35Speaker 0: Ja, nee so kannst jedenfalls nicht weiter gehen.
- 7:38Speaker 0: Wenn Dinge so komplex sind um jetzt die Kurve zu Ende zu kriegen verfenkt dass bei manchen Menschen die sagen stimmt Das kann so nicht weiter geht und das reicht dann schon und der Rest wird nicht hinreichend erklärt von den Handelnden.
- 7:54Speaker 0: Und deswegen ist das ein Problem, dass glaube ich nicht kleiner wird.
- 7:58Speaker 0: Die Welt wird sich weiter drehen, Menschen lesen jetzt künstliche Intelligenz.
- 8:06Speaker 0: Habe ich das wirklich?
- 8:07Speaker 0: Das wird ja eine Sache, die wird uns Menschen beschäftigen auch vor allem in den nächsten Generationen.
- 8:18Speaker 0: Wird das hinreichend jetzt eingebettet?
- 8:20Speaker 0: Schon so, dass man weiß was auf?
- 8:22Speaker 0: das sind die Vorteile.
- 8:23Speaker 0: Das können die sein.
- 8:25Speaker 0: Nachteile könnten das sein.
- 8:27Speaker 0: Was gedenkt man zu tun um Nachteilen und Gefahren?
- 8:30Speaker 0: wirklich ist ein ganz unverfängliches Thema.
- 8:32Speaker 0: aber lasst uns doch das als Beispiel nehmen.
- 8:35Speaker 0: Nee ich weiß nur gar eins dann gebe mich etwas müde.
- 8:38Speaker 0: da halte ich mich weil ich vielleicht Zugang zum mehr Quellen habe mit Leuten und am Ende bin ich immer noch nicht völlig schlau, aber ein bisschen schlauer.
- 8:50Speaker 0: Also war das jetzt hinreichend als Antwort warum wir Menschen uns so schwer tun?
- 8:57Speaker 0: Naja und dann gibt es die Nichtwohlmeinenden, die glauben oder spüren hey da ist ne Chance!
- 9:05Speaker 0: Und dann kann ich mich breit machen.
- 9:08Speaker 0: Die sind auf irgendwelchen Trips unterwegs... verfassungsfeindlich, die justiziabel sind, verstoßen gegen Recht und Ordnung.
- 9:20Speaker 0: Und dann müsste wieder wenn es schon nicht über erklären geht, dann müsste es über Sanktionen gehen.
- 9:25Speaker 0: Dann müsste ein Staat in der Lage sein sozusagen darauf.
- 9:28Speaker 0: wir haben euch jetzt mal das recht der freien Meinungsäußerung bis an ins letzte Tüpfelchen ausleben lassen.
- 9:38Speaker 0: aber an dieser Stelle hört er's auf permanent erklären lassen, dass ja nicht doch das geht gerade noch.
- 9:45Speaker 0: Also die fordern ja nicht die Abschaffung der Republik.
- 9:51Speaker 0: doch wenn du keinen Kali-Fahrt vorderst dann ein zwei Staaten.
- 9:56Speaker 0: Theorie auf diesem bei uns auch bei uns nicht kaum hinkriegen.
- 10:01Speaker 0: und da an der Stelle denke ich ne das geht zu weit.
- 10:05Speaker 0: Da müsste man sagen pass auf Du kannst ja so denken aber nicht hier.
- 10:10Speaker 0: Hier denkt man so.
- 10:11Speaker 0: Aber sie merken, jetzt gehen wir von KI, merke ich wie so abschweifelt.
- 10:15Speaker 0: Jetzt bin ich immer schon beim Einwandern... Die Welt ist kompetiert!
- 10:19Speaker 0: Verzweifeln nützt nichts.
- 10:22Speaker 0: also musst du versuchen im Kleinen den Diskurs halbwegs wach zu halten und einzugrezen wo es geht.
- 10:31Speaker 0: aber das Kostschokraft.
- 10:33Speaker 1: Ich glaube ja wenn Wir heute zurückschauen und wenn wir uns vorstellen würden das gerade, wenn wir die AfD mal als Beispiel nehmen.
- 10:40Speaker 1: Die Entwicklung der AfD innerhalb von einem Jahr geschehen wäre wer der Aufschrei groß.
- 10:45Speaker 1: dadurch dass es aber über so viele Jahre ein Schleichen da sich immer weiter aufbauender Prozess ist haben wir uns schleichend auch daran gewöhnt und wir haben uns auch daran Gewöhn was Menschen heute sagen.
- 10:59Speaker 1: dann gibt es wieder Überschreitungen, die uns dann doch wieder zum Aufregen bringen.
- 11:03Speaker 1: Wo wir dann doch mal für ein zwei Tage in den Medien betroffen sind.
- 11:08Speaker 1: Wenn man heute auf unsere deutsche Vergangenheit zurückschaut, muss man sagen das ist nicht der Big Bang sozusagen mit dem auf einmal ein demokratisches Land zu einem nationalistischen rechtsextremen Landwirt sondern es ist dieser schleichende Prozess.
- 11:25Speaker 1: und nur deshalb... In Anführungsstrichen funktioniert dieser Prozess auch, oder?
- 11:31Speaker 0: Naja weil das wird ja von denen die das möchten schlau angelegt.
- 11:37Speaker 0: Die machen...die wissen schon wie sie strategisch vorgehen müssen.
- 11:42Speaker 0: und ja das ist dieses schleichende Schieben von Grenzen und mal da ein Stückchen, mal da einen Stückchen.
- 11:54Speaker 0: Und ja, auf einmal hast du in Regionen dieses Landes eintrittel AfD-Wähler.
- 12:01Speaker 0: Das nützt nichts und das ist auch nicht angemessen jetzt zu sagen, dass sind alles Neonazis mit denen red ich kein Wort diese brühenden Brandmauern.
- 12:12Speaker 0: Das ist super gedacht aber too late, dass die Brandmauer hätte es geben müssen bei wäre den Anfängen gleich zu Beginn, wie die Richtige sagen.
- 12:24Speaker 0: Aber dann sagst du ja nee das ist ja gerade noch gedeckt ich hatte das gerade eben mit Kali-Fahrt muss hierher.
- 12:32Speaker 0: Du lässt da, dass du ja nicht haben glaube ich müssen wir in diese Richtung alles aufpassen und abklären weil das ist doch das recht freie Meinungsäußerung.
- 12:41Speaker 0: genau so ist es auch am rechten Rand gelaufen, immer noch ein Stückchen mehr und nochmal ausgetestet.
- 12:49Speaker 0: Und dann sind die im großen Schlaum.
- 12:52Speaker 0: mein Lieblingspolitiker ist Herr Höcke weil den finde ich noch am deutlichsten.
- 12:57Speaker 0: bei dem denke ich immer gibt mir doch noch einen Halbsatz dann haben wir dich der ist nicht so schlau offenbar deswegen die wäre mir am liebsten die sich schnell selber dekorieren.
- 13:08Speaker 0: Aber die anderen sind, ich glaube nicht.
- 13:10Speaker 0: Bei meiner Rede im Bundestag habe ich vorher mit der Bundestagspräsidentin geredet.
- 13:13Speaker 0: Da habe ich gefragt, sind denn alle da?
- 13:16Speaker 0: Ja ja, ich weiß schon was sie meinten.
- 13:17Speaker 0: Ja ja das sind alle da!
- 13:19Speaker 0: Naja und machen Sie sich keine Sorgen.
- 13:21Speaker 0: aber ich dachte, ich müsste mich da wappnen, sollte mir irgendwas kommen damit ich wenigstens etwas Schlaues sagen kann.
- 13:26Speaker 0: Die machen sich null Sorgen, die wissen genau... Das sind Kameras, die Bude ist voll, die machen keine Anfängerfehler Sie werden sehen, die werden klatschen an der richtigen Stelle.
- 13:38Speaker 0: Sie werden auch möglicherweise aufstehen und haben sie alle gemacht.
- 13:41Speaker 0: Ich habe dann so aus dem Augenblick geguckt.
- 13:44Speaker 0: Also deswegen... Das Abendland ist noch nicht am Ende aber dieses Ausfransen an Ecken und das ist mehr mittlerweile als Ausfransen in Europa wenn sich das angucken da ist irgendwann mal hat jemand wieder was verschlafen.
- 14:05Speaker 0: Da geht mir dann doch, meine Familiengeschichte kriegt mir dann hinten hoch.
- 14:09Speaker 0: Ach schon wieder war es nicht mitgekriegt.
- 14:12Speaker 0: Ah ja, ja, wir wussten aber, das wussten wir nicht, dass sie so sind?
- 14:19Speaker 0: Ja, aber schauen Sie sich, wie viel Zeit haben wir heute?
- 14:22Speaker 0: Ging Mitternacht haben wir auf, oder?
- 14:25Speaker 0: Wenn die handelnden Politiker ... Die bisher herrschenden Politiker, regierenden Politikern, so richtig gemacht hätten und vieles auch abgefangen hätten an, jetzt wieder zur Sachlichkeit an.
- 14:41Speaker 0: Und sachgerecht gehandelt hätte.
- 14:45Speaker 0: Wäre die Spielräume nicht so groß geworden?
- 14:48Speaker 0: Wie ich eben gesagt habe, werden wenn sich eine Lücke bildet und ein Vakuum das lehrt, die Erfahrungen kommen, die raten hoch.
- 14:56Speaker 0: Es kommt nicht die Engel.
- 14:57Speaker 0: Die Engel kommen immer zu immer einen Schritt zu spät.
- 15:00Speaker 0: Die sind viel schneller beim Ausnutzen von der meintlichen Gelegenheit.
- 15:06Speaker 1: Wann haben wir eigentlich verlernt, miteinander zu debattieren auf einer sachlichen Ebene und angefangen nur noch miteinander zu streiten?
- 15:14Speaker 1: Und die Meinung des anderen einfach komplett zu ignorieren beziehungsweise generell immer als Fallstaat zu stellen statt auch dieser Meinung Respekt gegenüberzubringen?
- 15:22Speaker 0: Darf ich Sie korrigieren?
- 15:24Speaker 0: Sie haben als erstes mal ignorieren die Meinung das andern oder sie als falsche nein schlecht.
- 15:31Speaker 0: Wir sind mittlerweile bei schlecht, das heißt sie sagen etwas.
- 15:36Speaker 0: Sie sind nicht meiner Meinung und dann sage ich nicht aber guck mal findest du nicht oder jetzt sag ich dir meine meinung sondern ist ja du bist schlecht Und ich bin gut.
- 15:47Speaker 0: und damit hatte sich und die drehen sich um und sagen dass es ein schlechter und gehen in ihre blase zurück.
- 15:54Speaker 0: Ich meine nur dann ist demokratie wirklich am ende.
- 16:00Speaker 0: Diskurs und Debatte und Mehrheiten finden über Überzeugung, dann auch Mehrheiten mittragen.
- 16:09Speaker 0: Das ist aber das Gerippe und Seele und Herz und was sie wollen eine Demokratie?
- 16:17Speaker 0: Und das ist eines meiner Lieblingsthemen so im Kopf innerlich So wie heute.
- 16:24Speaker 0: warum das so ist weiß ich nicht.
- 16:25Speaker 0: doch auch da weil da auch die sozialen Netzwerke weil die da im Anonymen auch die Grenzen verrutscht sind, völlig das Koordinatensystem.
- 16:35Speaker 0: Jeder kann sich auf eine Art ausmehren.
- 16:39Speaker 0: Das würden wir beide nicht machen.
- 16:41Speaker 0: Sie sitzen mir jetzt ein Meter fünfzig von mir entfernt.
- 16:44Speaker 0: Wenn wir hier zu sprechen ... Ich weiß nicht irgendwo benehm ich mich doch dann möglicherweise dieses Abtauchen in irgendwelche dunklen Räume, wo man alles sagen kann.
- 16:55Speaker 0: Ungestraft vermeintlich ungestraft.
- 16:58Speaker 0: auch da hätte ich mir gewünscht so schön soziale Netzwerke sind und geworden sind.
- 17:04Speaker 0: vorhin hat bei KI wie wär's denn gewesen wenn jemand gesagt hätte pass auf allerdings müssen wir dann ganz engen Rahmen machen gerade weil es anonym ist und vermeintlig völlig wasserfest.
- 17:16Speaker 0: nee aber man kann entanonymisieren.
- 17:20Speaker 0: Das ist mir schon mal, ein zweimal gelungen als es um wirklich Überschreitung ging.
- 17:24Speaker 0: aber jetzt wieder zurück ich bin völlig beihin dann bin ich ein bisschen ratlos.
- 17:31Speaker 0: Ich weiß nicht wie auch nur über SMS und immer nur über Verkürzungen miteinander reden.
- 17:38Speaker 0: Aber jetzt bin ich seventy-fünf.
- 17:39Speaker 0: wenn ihr drei Söhne Ich fürchte dann, der alte Herr wird wieder etwas schrullig heute.
- 17:47Speaker 0: Der alte Herr hätte gerne wieder das man sich Briefe schreibt.
- 17:51Speaker 0: Das mache ich hin und wieder!
- 17:52Speaker 0: Ich bedanke mich zum Beispiel für eine Einladung handschriftlich in irgendeinem Kuvert.
- 17:58Speaker 0: Man hat mir das mehrfach schon versichert.
- 18:00Speaker 0: die Empfänger haben Tränen im den Augen.
- 18:02Speaker 0: Also sie sind fassungslos über so viel echte Nähe ... Über eine Regung die über schöner Abend der Udanna auch noch abgekürzt.
- 18:17Speaker 0: GLG, ganz liebe Grüße!
- 18:20Speaker 0: Das ist doch kein lieber Gruß wenn ich... Aber nochmal wie gesagt bei dir, ich hab schon wieder das Angst dass ich klinge so als würde ich jetzt noch gleich anfangen zu hekeln hier.
- 18:30Speaker 0: Das sind alles kleine Punkte.
- 18:33Speaker 0: sie ergeben allerdings dann irgendwann mal ein Bild und dieses Bild ist ja.
- 18:42Speaker 0: wir hören zunehmend auf miteinander zu streiten, im Guten.
- 18:48Speaker 0: Also wenn in jeder Beziehung gehört Streit dazu und der Streit muss mit Respekt und mit Augenhöhe passieren.
- 18:55Speaker 0: Der kann auch laut sein sie können auf Türen knallen das alles okay.
- 18:59Speaker 0: da schlimmste ist Wenn respekt weggeht oder wenn jetzt dann kommt ignorieren.
- 19:06Speaker 0: aber dass ist das böse.
- 19:07Speaker 0: ignorieren wenn Sie sagen mit den rede ich nicht mehr oder mit dir red ich nie.
- 19:11Speaker 0: Das ist mir das nicht mein, die Wohne will ich nicht mehr.
- 19:14Speaker 0: Du bist mir zu, du bist schlecht.
- 19:16Speaker 0: Das was du machst, ist schlecht!
- 19:18Speaker 0: Nicht falsch geringe, wie ... Ich habe mit dem Vater drei Söhne.
- 19:22Speaker 0: Wie viel da falsch über die Jahrzehnte ins Haus geschneit ist?
- 19:27Speaker 0: Aber darüber musst du doch reden und hinkriegen.
- 19:30Speaker 0: Das kannst du noch nicht sagen so dass war es.
- 19:32Speaker 0: aber der Diskurs wird immer jämmerlicher in diesem Land Und wir haben uns mal eine Zeit lang, glaube ich vor ein paar Jahren über die Trampisierung in Amerika lustig gemacht.
- 19:45Speaker 0: Guck mal!
- 19:46Speaker 0: Die haben sie nicht alle, die amis da redet.
- 19:48Speaker 0: Da gibt es nur noch Lager, das ist nur noch lager.
- 19:51Speaker 0: Na herzlichen Glück und wir haben ziemlich viel dafür getan um bei unserer Vorbildmacht aber nicht abgehängt zu werden.
- 20:02Speaker 0: was das angeht
- 20:04Speaker 1: Wir machen ja dieses Forty Eight Forward Festival einmal im Jahr wo es mir wirklich darum geht, Debatten auf der Bühne zu haben.
- 20:10Speaker 1: Verschiedene Perspektiven zusammenzubringen auch Aufklärung zu betreiben weil ich das genauso wie Sie sehe und mir denke naja wenn wir nicht den Leuten erklären was da auf sie zukommt dann haben wir ein Problem und das wird immer größer.
- 20:25Speaker 1: die Herausforderung dabei ist dass sich mit so einem Format natürlich vor allem Leute erreiche die sich dafür interessieren die dafür offen sind die in die Debatte gehen wollen oder
- 20:35Speaker 0: könnten gleich wieder nach Hause geben
- 20:37Speaker 1: Genau.
- 20:38Speaker 0: Den müsste man sagen, guck mal beim Klingelmal unten bei dir, beim Nachbarn.
- 20:42Speaker 0: Schick den bitte!
- 20:43Speaker 0: Du bist schön wenn du da bist aber... ...du hilfst uns keinen Millimeter?
- 20:47Speaker 0: Ja!
- 20:48Speaker 1: Wie bekommen wir es denn hin dass wir die anderen auch endlich wieder erreichen?
- 20:53Speaker 0: Sehr sehr gute Frage weiß ich nicht.
- 20:56Speaker 0: Ich hab das also jetzt.
- 20:57Speaker 0: das Rezept geben weiß ich nie.
- 20:59Speaker 0: Jedenfalls nicht indem man so ratlos guckt wie ich jetzt gerade gucke sondern irgendwas muss einem einfallen, weiß ich nicht.
- 21:07Speaker 0: Und wenn es über die Angst, weiss ich nicht, feucht bedenken so dass man weckt und sagt pass auf das ist nicht!
- 21:18Speaker 0: Wenn wir das so weitermachen... Ich kann dir da ungefähr sagen wo das hingeht.
- 21:22Speaker 0: aber Das Stimme ist ja.
- 21:25Speaker 0: wenn einer aufgehört dazu zu hören müssen sie ihn an den irgendwo wieder muss ihm irgendwo was passieren irgendwas weh tun damit er sagt, ich lasse mich noch mal ganz kurz drüber schlafen und dann ... Also nicht nachlassen.
- 21:43Speaker 0: Im Kleinen bei ihren Kindern oder mit Freunden.
- 21:48Speaker 0: Wenn sie merken an so einer Abend läuft wieder in die Richtung.
- 21:53Speaker 0: Hier geht immer das Zimmer.
- 21:55Speaker 0: Wir bleiben in dem Zimmer oder andersrum.
- 21:57Speaker 0: Wir verlassen jetzt den Raum.
- 21:59Speaker 0: Das führt hier zu nichts.
- 22:01Speaker 0: Es führt zu nichts, es muss ja auch nicht immer zum Schulterschluss und zur Umarmung führen.
- 22:07Speaker 0: Aber sind wir noch auf einer gemeinsam vereinbarten Fläche, auf der wir mit Respekt Meinungen austauschen?
- 22:19Speaker 0: Und gucken, dass wir am Ende das Möglichst Richtige finden?
- 22:25Speaker 0: Also Sie überfordern mich, kann ich Ihnen nicht das Rezept geben weil ich es nicht habe.
- 22:31Speaker 0: Niemand weiß, ob es jemand hat.
- 22:32Speaker 0: Aber unter anderem wenn Leute wie Sie sich solche Gedanken machen und nicht sagen auch weißt du was?
- 22:40Speaker 0: Lass uns über Fußball reden!
- 22:42Speaker 0: Das frage ich mich ja, wie oft ich da Eskapismus betreibe und sage ach komm.
- 22:48Speaker 1: Sie haben vorhin gesagt lassen sie mir meine Insel Fußball aber könnte nicht genau also Fußball als ein Beispiel von vielen.
- 22:56Speaker 1: könnte nicht genauso einen verbindendes Element auch helfen um auch die Aufmerksamkeit im ersten Schritt erstmal zu bekommen über alle Schichten hinweg, über alle Meinungsgruppen hinweg sozusagen.
- 23:11Speaker 1: Damit wir da erst mal wieder die Leute abholen können und dann vielleicht auch gezielt mit demokratischen Botschaften mit... Ich sage ja gar nicht dass wir immer nur das ist ja ein Fehler, vielleicht einen Vorwurf den sich die andere Seite machen muss Die seid ja auch nicht in die Debatten gehen mit der anderen Seite.
- 23:31Speaker 1: Nein,
- 23:31Speaker 0: in ihrem Gutmenschentum sich einrichtet und sagt...
- 23:34Speaker 1: Genau!
- 23:35Speaker 0: Wir sind die Guten.
- 23:36Speaker 1: Weil wir müssen die Leute irgendwo bei ihren Sorgen abholen?
- 23:40Speaker 1: Ja,
- 23:40Speaker 0: noch mal du.
- 23:42Speaker 0: Der dreißig Prozent der Wähler.
- 23:43Speaker 0: in manchen Ecken Deutschland sind Neonazis weg.
- 23:47Speaker 0: Das ist ein Drittel der Bevölkerung.
- 23:52Speaker 0: Wir lassen uns ausbürgern, aber das wollten die doch gerade machen.
- 23:56Speaker 0: Die wollten doch Leute aus dem Land jagen.
- 23:59Speaker 0: Das können wir auch nicht machen.
- 24:00Speaker 0: Deswegen ist es lohnt sich selbstverständlich.
- 24:02Speaker 0: Aber jetzt gut Fußball!
- 24:04Speaker 0: Als erstes bitte nicht den Fußball überfordert.
- 24:07Speaker 0: Der Fußball war ich immer skeptisch.
- 24:08Speaker 0: Fußball kann weder Religions noch Familienersatz sein und wir sind alle ultrabewegend.
- 24:17Speaker 0: Weit weg.
- 24:18Speaker 0: Damit kann ich nicht wie ein Anfang.
- 24:20Speaker 0: Auf der anderen Seite, der Fußball hat eine enorme Wirkungsmacht und da bin ich ja voll bei Ihnen.
- 24:28Speaker 0: Dann ... Der Fußball tut auch der Fußball.
- 24:30Speaker 0: Erstens gibt's den nicht den Fußball sondern es gibt Profifußball ganz oben.
- 24:34Speaker 0: In Profi-Fußball gibt's dann noch twenty-fünf Unterprofiliere, Professionalisierungen Und dann kommt die Fußball in jedem kleinen Klub hier an der Ecke.
- 24:45Speaker 0: Wie will da Integration passiert?
- 24:48Speaker 0: Ich wurde mit acht Jahren durch die Fußball spielen, weil ich die Sprache nicht konnte, aber mit Fußball konnte ich mich.
- 24:53Speaker 0: Das hat mir den Arsch gerettet mit Verlaub.
- 24:56Speaker 0: Weil ich da plötzlich reden konnte mit dem Bein und man hat mich aufgenommen.
- 25:01Speaker 0: Aber was wir ja meinen oder sie jetzt meinen glaube ich ist der große Fußball.
- 25:07Speaker 0: Der hat eine große Wirkungsmacht.
- 25:08Speaker 0: Aber er tut ja, die geben sich auch zuweilen Mühe und verrennen sich dann.
- 25:13Speaker 0: Erinnert sich an die Bindendiskussion bei der WM in Katta.
- 25:19Speaker 0: Und da ist aber auch die Gefahr wenn es denn so laut und öffentlich passiert weil er seine ganze Wirkung macht, auslebt der Fußball gut gemeint.
- 25:31Speaker 0: ist die kleine hästliche Schwester oder die kleine dumme Schwester von Gut gemacht Und dann geht's krachend schief wieder in eine andere Richtung, da machst du mehr kaputt.
- 25:42Speaker 0: Also im vernünftigen Rahmen macht das der Profifußball.
- 25:47Speaker 0: Es gibt Gedenktage an die Zeit des Nationalsozialismus und es gibt verschiedene Dinge wo sich der Fußball auch seine Wirkungsmacht, seiner Wucht bewusst ist.
- 26:06Speaker 0: Ist es genug?
- 26:07Speaker 0: Offenbar nicht.
- 26:08Speaker 0: Sonst kann der Fußball das, offenbar nein.
- 26:11Speaker 0: also dann lass sie das machen jeder auf seinen Platz.
- 26:16Speaker 0: aber wenn Sie jetzt die Kurve kriegen wollen dass wir über Fußball reden lassen sich uns anders probieren.
- 26:22Speaker 0: an dieser Stelle sage ich nicht überfordern.
- 26:27Speaker 0: Wenn es allerdings an irgendwelche Kreuzungen kommt, dann hätte ich gerne, dass der Fußball sich klar hat.
- 26:34Speaker 0: Und zwar da wo es Ihnen angeht.
- 26:35Speaker 0: Es gibt jetzt Anträge bei Israel aus der FIFA auszuschließen und der DFB eiert rum.
- 26:43Speaker 0: An dieser Stelle sage ich, wir haben Werte und die Werte kommen immer ganz schnell.
- 26:52Speaker 0: aber die stehen irgendwo in so einem mit so einem Regal hinter, aber tief verschlossen.
- 26:56Speaker 0: Aber gut sichtbar, aber irgendwie kommt man nicht so ran.
- 26:59Speaker 0: Wir haben die Werte!
- 27:01Speaker 0: Das ist was wir da haben, das Kappeskram.
- 27:04Speaker 0: Kannst du dir in die Haare schmieren?
- 27:06Speaker 0: Sondern was lebst du denn an der Kreuzung davon?
- 27:09Speaker 0: Links oder rechts?
- 27:10Speaker 0: Ja, nee, links oder rechts geht nur links oder recht.
- 27:13Speaker 0: Geradeaus ist eine Mauer und links geht's in die Richtung und rechts geht es dahin.
- 27:18Speaker 0: wo?
- 27:19Speaker 0: wie stimmt ihr ab?
- 27:20Speaker 0: Und das schaue ich mir jetzt an.
- 27:23Speaker 0: Geht das schief, werde ich mich aus einer Wertegemeinschaft des Fußballs verabschieden.
- 27:30Speaker 0: Weil an der Stelle muss ich dann sagen Wohlfeile, Grundsatzerklärung und Binden und also was auch dann auch noch schief geht... Das ist mir dann doch ein bisschen zu viel Heuchelei.
- 27:43Speaker 0: Wäre mir zu viel heucheleih!
- 27:45Speaker 0: Aber deswegen nochmal bin ich noch nicht verzweifelt, bin noch nicht skeptisch und freue mich über jeden, der es macht Und was Richtiges tut und klammer auf wieder oder nein zurück.
- 27:58Speaker 0: Gehen Sie hier, gießen.
- 27:59Speaker 0: gehen Sie auf jeden läppischen Hartplatz wo sie sich Sonntags auf die Hölze erhaut dass die Heide wackelt mit wie viel Enthusiasmus das passiert?
- 28:09Speaker 0: Und da fragen Sie mal nach Integration und sowas und das... Oder fragen Sie lieber nicht.
- 28:15Speaker 0: gucken Sie einfach hin wenn Sie Wenn Sie sehen, die können manche kaum miteinander reden.
- 28:20Speaker 0: Aber kicken können sie miteinander und freuen sich gemeinsam.
- 28:23Speaker 0: Und da kriegen Sie... ...die Grenzen zumindest durchlässiger, sehr viel durchläßiger vom Einzumandern.
- 28:33Speaker 0: Habe ich selber erlebt!
- 28:34Speaker 1: Ja, da wollte ich nämlich auch so ein bisschen hin.
- 28:36Speaker 1: tatsächlich zur Integration.
- 28:39Speaker 1: Ich habe die Frage hier ein paar Mal versucht mit verschiedenen Leuten und es war ganz interessant weil ich manchmal das Gefühl hatte Die Frage wurde nicht verstanden, dann hatte ich das Gefühl die Frage wurde so ein bisschen weg ignoriert und manchmal konnten wir darüber diskutieren.
- 28:57Speaker 1: Wenn wir uns anschauen was passiert und wenn wir uns auch vor allem die Sorgen und Ängste der AfD-Wähler anschauen ist es ja häufig die Angst vor dem Fremden.
- 29:06Speaker 1: Eine
- 29:06Speaker 0: völlig natürliche menschliche Regierung Also die gar nicht abtun, gar nichts Schlimmes oder schlechtes.
- 29:13Speaker 0: Die Angst vor dem Fremden rettet hat sie mal vor dem Sebelzahn Tiger.
- 29:19Speaker 0: Der war immer fremd und gefährlich.
- 29:22Speaker 0: Deswegen das rettete jetzt Leben.
- 29:24Speaker 0: also das ist noch nicht per se schlecht.
- 29:27Speaker 1: Genau.
- 29:27Speaker 1: aber insofern die Frage die ich meinte haben wir denn am Ende nicht eher ein Integrationsproblem statt einen Migrationsproblem?
- 29:39Speaker 0: Ich bin hier Gast, deswegen will ich mich anständig benehmen.
- 29:41Speaker 0: Jetzt machen sie es sehr, sehr holzschnittartig und sehr vorsichtig ausdrücken.
- 29:47Speaker 0: Jetzt vereinfachen Sie die Dinge doch
- 29:49Speaker 1: bewusst.
- 29:50Speaker 0: Und das haben wir doch vorhin beklagt dass das gefährlich ist.
- 29:55Speaker 0: Es ist doch beides, doch logisch dass das beides ist.
- 30:00Speaker 0: Ein Land kann nur so viele Menschen aufnehmen wie es Platz hat und zwar Platz in jeder Beziehung und wenn es mehr macht übernimmt es.
- 30:08Speaker 0: sich.
- 30:12Speaker 0: integrieren kann ich nur wollen, wenn mich bedroht fühle.
- 30:20Speaker 0: Wenn die Feucht vor irgendwas fremdem weg ist.
- 30:26Speaker 0: Ich habe so viele Ausprägungen erlebt in meinem Leben zwischen völliger Ablehnung und wirklich aber unmenschlichem Handeln und auf der anderen Seite unfassbare Empathie und den Willen, Menschen zu helfen.
- 30:44Speaker 0: Menschen zu integrieren.
- 30:47Speaker 0: Ach komm ich jetzt hin der Anekdote als ich bin ja Schweizer Staatsbürger und dann denk musst du dich also die müssen Dich aufnehmen die Schweiz.
- 30:55Speaker 0: und dann machst Du Prüfungen.
- 30:56Speaker 0: so die Schweizer Macher Geschichte alles.
- 30:58Speaker 0: Und dann gab es in der Gemeinde bei Zürich gab's an die Gemeindever sammlung.
- 31:03Speaker 0: da kommt wirklich fast alle voller Saal Und bei mir jubeltruhlter Herr Reif und die ganze Tour.
- 31:16Speaker 0: Und so, dann kommen wir jetzt zu irgendein serbisch koalitischer Name.
- 31:21Speaker 0: Also eine Frau saßen neben mir, weil wir saßen... Die Neugankömmliche saßen rechts an dem Tor passen viel.
- 31:29Speaker 0: Sitz mit ihren drei Töchtern, stämmige Frau.
- 31:32Speaker 0: Dann wird vorne verkündet.
- 31:34Speaker 0: Jetzt geht es um die Einbürgerung von Frau Ding-Ding Und die alle fühlt eigentlich alle Bedingungen, mit dem Deutschen der Harpers noch ein bisschen.
- 31:47Speaker 0: Also jetzt abschließend auf einmal meldet sich einer... Gibt es Einwände?
- 31:50Speaker 0: Meldet sich einer auf und sagt naja wenn das mit dem deutschen Harper können wir ja noch ein bißchen warten mit der Einbürger.
- 31:56Speaker 0: Und die Frau sagt in sich zusammen sehe wie die Tränen in die Augen und ich sitze neben der bin fassungslos.
- 32:02Speaker 0: aber einmal steht eine andere Frau auf und da darf ihr sagen ja na sehr wahrscheinlich Die Frau Irgendwas mit der Wohnung in einer Straße.
- 32:15Speaker 0: Darf ich Ihnen was sagen, wenn bei uns irgendjemand krank ist und nicht einkaufen gehen kann?
- 32:21Speaker 0: Wissen Sie wer das dann macht die Frau?
- 32:23Speaker 0: Wenn bei uns ein lächerliches Straßenfestchen gemacht wird wissen sie wer?
- 32:28Speaker 0: Achtzig Prozent dessen was wir dann essen trinken wäre das besorgt.
- 32:33Speaker 0: Wissen sie wer für jeden scheiß Ansprechbares hilft?
- 32:38Speaker 0: wo kann?
- 32:41Speaker 0: Das berührt mich heute noch, weil das ging krachend in die richtige Richtung.
- 32:50Speaker 0: So geht es auf der anderen Seite.
- 32:53Speaker 0: Die Frau wollte aber in der Straße leben und sie wollte sich integrieren.
- 32:59Speaker 0: Und dann ist das nicht Migration.
- 33:01Speaker 0: Wir sind also Schlagworte – Migration, Integration ... Im täglichen Leben, das ist jeder.
- 33:07Speaker 0: Das sind alles Menschen.
- 33:08Speaker 0: nur ich kann aber auch selbst wenn er ein Mensch ist Ich kann nur irgendwann sagen dass wir können das nicht leisten oder wie ja die Gesellschaft kann es sich leisten und auch da musst du führen muss.
- 33:20Speaker 0: Du brauchst politik.
- 33:22Speaker 0: dafür is Politik da!
- 33:23Speaker 0: Ich habe doch hier auch am Münchner Bahnhof gestanden zugeguckt wie menschen damals fünfzehn wie die Brote geschmiert haben in Münchener da hatte ich Tränen.
- 33:33Speaker 0: So muss Leben sein, so muss gesellschaftlicher Umgang sein.
- 33:38Speaker 0: Und dann aber wenn du das nicht vernünftig politisierst, politisch führst, regelst hast du solche Dinge und dann brauchst nur so etwas.
- 33:50Speaker 0: was gerade in Mannheim passiert ist der erstoffene Polizist und alles geht wieder in die genau andere Richtung.
- 33:58Speaker 0: So jetzt am besten Ausländer raus.
- 34:01Speaker 0: Selbst wohlmeinende Menschen sagen, pass auf.
- 34:05Speaker 0: Hier muss das.
- 34:05Speaker 0: so geht es nicht weiter.
- 34:06Speaker 0: Ja was?
- 34:07Speaker 0: Ja raus damit!
- 34:08Speaker 0: Ich kann mich nicht mehr im Detail, man erklärt es mir nicht.
- 34:12Speaker 0: Also sie merken das ist ein Thema der sich immer wieder und immer mehr und immer noch beschäftigt.
- 34:18Speaker 0: Und manchmal schwank ich auch, manchmal lese ich sowas und dann denke ich ja... Aber mit dem Finger auf.
- 34:25Speaker 0: die Politiker zeigen, was ich jetzt tue auch willig.
- 34:31Speaker 0: Das wird keine lustiger Podcast, glaube ich am Ende und wir werden keine Lösung haben.
- 34:36Speaker 0: Also wer jetzt doch dranbleiben möchte und hofft dass da am ende die Welt gerettet ist?
- 34:43Speaker 0: Ich habe das um meine leichten Zweifel.
- 34:45Speaker 0: Ich
- 34:45Speaker 1: hab ein ähnliches Gespräch mit Michel Friedmann vor ein paar Wochen geführt wo wir auch viel über Zivilcourage gesprochen haben und genau das Beispiel was sie gerade genannt haben dass wir auch füreinander aufstehen und uns füreinander einsetzen.
- 35:00Speaker 1: Und uns auch gegen diese teilweise ja sehr abstraktekritik, dieses verallgemeineren... So
- 35:06Speaker 0: geht es nicht weiter!
- 35:07Speaker 1: Genau.
- 35:07Speaker 1: So
- 35:08Speaker 0: kann es nicht weiterhin gehen.
- 35:10Speaker 0: Ja,
- 35:11Speaker 1: genau.
- 35:11Speaker 1: Davon bräuchten wieder mehr?
- 35:15Speaker 0: Jeder Einzelne sollte sich fragen wer bin ich was bin ich?
- 35:19Speaker 0: und Demokratie jetzt wieder auch andersherum.
- 35:21Speaker 0: Demokratie ist die Herrschaft des Volkes und das Volk ist nicht irgendwas, sondern sie sind das.
- 35:28Speaker 0: Ich bin das.
- 35:29Speaker 0: Meine Kinder sind das meine Freunde sind das alles.
- 35:33Speaker 0: wenn du an der Stelle das zumindest bei aller Skepsis dass man es morgen mit dem wir es morgen gemeinsam alle gelöst haben aber nichts tun Das überlässt so viel.
- 35:48Speaker 0: Schafft die nächsten großen Lücken, das nächste große Vakuum und glauben Sie mir, dass wird von anderen gefüllt werden?
- 35:54Speaker 0: Und dann wachen wir eines Tages auf!
- 35:58Speaker 0: Die Welt ist eine völlig andere als sie jetzt schon in manchem ist.
- 36:04Speaker 0: Diese Verantwortung kann ich niemandem wegnehmen.
- 36:08Speaker 0: also Wahlrecht ist auch... ...und die Möglichkeit wählen zu können.
- 36:12Speaker 0: Willi war mal drei Tage in Nordkorea.
- 36:17Speaker 0: Begriffe wie Freiheit oder... Also solche... Ja, ich lebe in einer freien Gesellschaft.
- 36:28Speaker 0: Super!
- 36:29Speaker 0: Aber Sonntags kann man das schön in der großen Rede verpacken.
- 36:35Speaker 0: Nach drei Tagen, als wir losgeflogen sind wieder aus Peking Richtung Peking, im Steigflug noch ist mir bar, wusste ich genau Was damit gemeint ist.
- 36:47Speaker 0: Zum ersten Mal meinte ich, wusste nicht wirklich was das heißt?
- 36:50Speaker 0: Ich lebe in einer freien Gesellschaft.
- 36:54Speaker 0: Ich kann hingehen wo ich will und sagen was ich will im Rahmen dessen was geht und was nicht geht.
- 37:03Speaker 0: aber dieser Rahmen ist unfassbar weit.
- 37:08Speaker 0: In manchem sie hier vorhin zu weit gesteckt oder wird zu weit bemessen.
- 37:15Speaker 0: Dieses war sehr, sehr leereich.
- 37:19Speaker 0: Was es heißt in einer freien Gesellschaft zu leben und frei atmen zu können.
- 37:26Speaker 0: Da empfiehlt sich das vielleicht ein bisschen zu wertzuschätzen.
- 37:33Speaker 0: Die müssen nicht jeden Tag auf die Straße gehen und Gutes tun aber so im Kleinen am Tag... Und wenn's der richtige Gedanke ist oder das richtige Wort mal an der richtigen Stelle.
- 37:46Speaker 0: Aber viel weniger soll's da noch nicht sein?
- 37:49Speaker 1: Wann war denn bei Ihnen eigentlich der Moment, an dem Sie gesagt haben ich fange auch offen öffentlich über meine Familiengeschichte zu sprechen das auch so ein Stück als Beispiel nach draußen zu tragen im Gegensatz es nicht zu tun und zu sagen naja warum soll ich jetzt diese Schublade aufmachen die sicherlich viele am Kopf haben und mich da irgendwie auch rein stecken lassen?
- 38:13Speaker 0: Ach, das hatte einen anderen Hintergrund.
- 38:15Speaker 0: Mein Vater hat nicht gesprochen über seine Zeit und ich kam nicht aus der Zeit, sondern ich war nur ein Sohn.
- 38:25Speaker 0: Das geht mir heute noch so aber ich habe ihn ja breitschlagen und überzeugen lassen dass es Sinn macht da irgendwas weiter zu tragen und dass es richtig ist die Idee oder den Plan meines Vaters verstößt, sondern dass das durchaus auch in seinem Sinne möglicherweise gewesen wäre.
- 38:50Speaker 0: Ich hatte immer bedenken als Handlungsreisender nach dem Motto schauen sie ich mein Vater hat den Holocaust überlebt.
- 38:58Speaker 0: was haben Sie denn zu bieten und mich da wichtigzumachen?
- 39:01Speaker 0: Das war mir sehr sehr sehr klingt ja so kokett alles.
- 39:08Speaker 0: aber glaube mir das war es Und ich wollte auch diese Rede im Bundestag gar nicht halten, weil mein Vater wollte nicht reden.
- 39:15Speaker 0: Warum sollte... Welches Recht habe ich Geschichten zu erzählen, die ich gar nicht ermessen kann?
- 39:24Speaker 0: Das ist ja noch schlimmer!
- 39:26Speaker 0: Lassen Sie mich über schwadronieren und was weiß ich unverfängliches Zeug aber bitte nicht Dinge, die so existenziell sind und ich nicht mal den Hauch eine Ahnung habe.
- 39:39Speaker 0: Ja, aber es geht darum die Erinnerung wachzuhalten.
- 39:45Speaker 0: Es gibt natürlich den Spuren Menschen nicht erst tot wenn man sich ihrer nicht mehr erinnert.
- 39:51Speaker 0: ja also da und dennoch bis heute habe ich das Gefühl bei der nein meine Ich kann die.
- 39:58Speaker 0: erstens kann ich es nicht leisten.
- 39:59Speaker 0: alles was was ich angefragt werde jetzt plötzlich Und B will ich nicht dass eine ab und das andere zusagen.
- 40:08Speaker 0: Wenn es darum geht, mich an der richtigen Zelle irgendwo, weil ich abgefragt werde, dann werde ich mich schon noch äußern.
- 40:16Speaker 0: Ich werde die Welt aber auch nicht retten.
- 40:18Speaker 0: Aber im Kleinen bin ich gefragt, irgendwas zu tun und ich kann nicht das von anderen verlangen und selber sagen, ich halte mich mal aus allem
- 40:28Speaker 0: raus.".
- 40:29Speaker 1: Ihre Eltern haben sich nach dem Krieg dazu entschieden ihre Heimat dann auch zu verlassen, weil es wieder antisemitische Tendenzen gab?
- 40:38Speaker 1: Ich stelle mir das gerade mit der unmittelbaren Nähe zu dem Kriegstrauma, dass ja da direkt davor war.
- 40:50Speaker 1: Wie blanke Panik vor!
- 40:52Speaker 1: Wie haben Ihre Eltern das beschrieben?
- 40:55Speaker 1: im Rückblick?
- 40:56Speaker 1: Also vor allem ihre Mutter?
- 40:58Speaker 0: Es ist uns gar nicht.
- 40:59Speaker 0: und dann später Jahr und B würde ich jetzt am liebsten sagen nächste Frage weil ich sonst versuche mich da reinzuversetzen und das kann ich nicht.
- 41:09Speaker 0: Als ich bin, bin ich ein ... ... von da an ging es steil aufwärts mit Mumpits und Tra-la-la und Hopsas Haar.
- 41:19Speaker 0: Nachkriegswirtschaftswunder, verwöhnt, behütet von meinen Eltern, die alles dafür getan haben.
- 41:27Speaker 0: Ich durfte Abitur machen, ich durfte studieren, nicht nur auf der Fußballspiel.
- 41:32Speaker 0: Sind Sie deswegen sofort zuckig zusammen?
- 41:34Speaker 0: Wenn sie mich auf das Glatteis führen wollen!
- 41:36Speaker 0: Ja, das muss doch ... gar nichts muss, du weißt nicht man im Traum.
- 41:42Speaker 0: Und selbst das was meine Mutter mir danach wie sie es erzählt hat und das war sehr erhellend schmerzhaft was sie wollen alles da wurde ziemlich viel spektrum abgedeckt.
- 41:55Speaker 0: in so drei tagen hat sie mir das haben wir dann gesprochen.
- 42:01Speaker 0: selbst dass habe ich aus von der tribüne aus zugehört und nicht unten mit drin weil des Den Respekt werden sie mir nicht nehmen.
- 42:11Speaker 0: Das von dem, was die hatten... Ich hatte immer Streit in meiner Schwester.
- 42:17Speaker 0: Die wollte immer mit denen ins Gefecht ziehen und immer streiten.
- 42:21Speaker 0: Ich sag mal, verstehst du denn nicht?
- 42:24Speaker 0: Dass es möglicherweise noch nie zwei Generationen in der Menschheitsgeschichte gegeben hat, die so diametral auf verschiedenen Planeten unterwegs sein müssen können?
- 42:37Speaker 0: gar nicht alle!
- 42:38Speaker 0: Wir haben inzwischen Handy, wir haben alles.
- 42:40Speaker 0: Weißt du was die hatten?
- 42:41Speaker 0: Die haben Gras gefressen im Wald wenn sie denn überhaupt noch fressen konnten, Grasfressen konnten oder man sie nur das noch wenigstens hat machen lassen.
- 42:54Speaker 0: und das ist so weit voneinander entfernt.
- 42:58Speaker 0: oder bin ich zu doof?
- 42:58Speaker 0: weiß ich nicht will ich aber da mag ich jetzt nie mehr drüber nachdenken.
- 43:02Speaker 0: Ich kann das nicht ermessen.
- 43:04Speaker 0: Das ist unermesslich unsäglich unfassbar in vielem und schwer zu ertragen.
- 43:12Speaker 0: Also das kann ich noch fühlen, und merke aber dass es für mich schwer zu übertragen.
- 43:18Speaker 0: Ich möchte, dass wir könnten sie zum nächsten Thema gehen.
- 43:22Speaker 0: Lass gut sein!
- 43:23Speaker 0: Das will ich Ihnen auch nicht erklären.
- 43:26Speaker 0: Ich spüre eine Menge, aber damit hat er sich auch.
- 43:33Speaker 0: Das hilft auch niemandem.
- 43:34Speaker 0: Aber darüber zu reden... Das kann ich mir nicht ersparen.
- 43:39Speaker 0: Ich muss das tun, jetzt!
- 43:42Speaker 0: Das habe ich aber gelernt.
- 43:43Speaker 0: erst in diesem Jahrhundert oder November wurde ich.
- 43:47Speaker 0: Da hat mich die Bundesdachspräsidentin zweimal so lange bearbeitet und mir der Sucht gut erklärt mal endlich.
- 43:55Speaker 0: Frau Baas danke!
- 43:59Speaker 0: Und dafür bin ich eher auch dankbar.
- 44:00Speaker 0: ein bisschen.
- 44:02Speaker 1: In einer früheren Episode mitten in der Pandemie habe ich mit Charlotte Knobloch ganz viel darüber gesprochen.
- 44:10Speaker 1: Und sie hatte damals schon eine gewisse Panik, wie sich das Ganze entwickelt in unserer Gesellschaft als Antisemitismus auf einmal wieder ein Thema ist, dass es wieder hochkocht, dass jüdische Mitbürger und Mitbürgarinnen sich nicht mehr so sicher fühlen, wie es zwischenzeitlich der Fall war in unserem Land.
- 44:30Speaker 1: Da hatten wir doch die ganze Thematik des September-Oktober aber noch Das, was danach passiert ist... Ehrlicherweise fehlen mir da so ein bisschen die Worte zu beschreiben.
- 44:42Speaker 1: Was da passiert?
- 44:44Speaker 1: Einmal kurz in der Gefühlswelt noch bleiben und dann gehen wir auch weiter.
- 44:48Speaker 1: versprochen aber wie geht es Ihnen denn damit dass sich jüdische Mitbürgerinnen heute in diesem Land nicht mehr so sicher fühlen vielleicht sogar Wie damals auch ihre Eltern darüber nachdenken das land zu verlassen.
- 45:03Speaker 0: Also ich habe ja noch eine Cousine und deren Söhne in Tel Aviv.
- 45:08Speaker 0: Und die machen sich mehr Sorgen um mich hier in Deutschland jetzt als... Ich sage mal, habt ihr sie noch alle?
- 45:14Speaker 0: Wir haben nur sie reden!
- 45:16Speaker 0: Ja, dann gehen wir halt den Keller runter und gestern waren wir wieder auf einer Beerdigung weil das ist furchtbar mit denen reden.
- 45:23Speaker 0: Die haben eine Normalisierung des Irrsins auch gelernt so über die Jahrzehnte da auch im Israelbus dieses Spektrum da auch zwischen die westlichste, lebenslustigste Stadt der Welt und ist zwanzig Kilometer, dreißig Kilometern weg von Krieg und Mord und Todschlag.
- 45:47Speaker 0: Aber gut!
- 45:48Speaker 0: Die machen sich Sorgen um mich.
- 45:49Speaker 0: Ich sage mal langsam, noch geht's aber ja... Die Istmus.
- 45:58Speaker 0: Ich kann aber auch nicht über Feminismus, sobald Istmus kommt ist das für mich kein Gesprächsgrundlage mehr.
- 46:05Speaker 0: Wir können mit mir über alles reden, aber nicht Istmus vor allem weil es ja dann eine Bewegung wäre.
- 46:10Speaker 0: also der allen Ärzte.
- 46:12Speaker 0: mein Vater wie gesagt in der Rede rotiert im Grab dass es den einen oder anderen Antisemitten geben würde, so wie es den Islamophoben geben wird.
- 46:21Speaker 0: Und was weiß ich?
- 46:22Speaker 0: Was?
- 46:23Speaker 0: und einer der kein Fleisch ist, aber das ist doch völlig okay.
- 46:28Speaker 0: Ich setze das jetzt nicht gleich im Gotteswillen.
- 46:29Speaker 0: Ich sage nur, jemand darf in seinem Warn und wenn er über die Strenge haut muss man ihn... Jeder, der kein Fleisch ist darf das.
- 46:38Speaker 0: Aber jeder, die antisemitisch sich äußert, den muss ich mir an den Haaren notfalls schnappen und ihn dahin bringen, wo er hingehört und aus dem Haus.
- 46:48Speaker 0: Aber es muss Tendenzen... Worüber reden Sie denn mit mir jetzt hier?
- 46:52Speaker 0: Wo bitte sind wir?
- 46:54Speaker 0: Wann sind wir jetzt gerade?
- 46:56Speaker 0: Wo kann mir das irgendjemand noch mal...?
- 46:59Speaker 0: Bitte!
- 46:59Speaker 0: Ich möchte das nur nochmal genauer hören.
- 47:02Speaker 0: Das ist unser Ernst.
- 47:04Speaker 0: Hier reden wir, und wir müssen hier reden über Antisemitismus in Deutschland im März.
- 47:12Speaker 0: Ja das ist da sind wir weit weit gekommen und wer das nicht spürt und wer dass nicht merkt aber wie gesagt da geht es auch um Islamophobie und alles genau dasselbe.
- 47:28Speaker 0: für mich nichts.
- 47:30Speaker 0: Natürlich ist Antisemitismus in Deutschland, kriegt da noch ein besonderes Etikett.
- 47:35Speaker 0: Das haben wir uns, hat sich dieses Land erarbeitet und sich verdient, dass es sobald es in die Richtung geht dreifach beguckt wird.
- 47:45Speaker 0: Ja das ist die Verantwortung, die dieses Land und dieses Volk hat.
- 47:51Speaker 0: Es geht nicht über Generationen hinweg, Schuld zu tradieren.
- 47:54Speaker 0: Aber dass du in Deutschland an diesem Mythismus... Also so viel am Platz ist auch hier vielleicht ein kleines bisschen mehr oder kein bisschen weniger am Platz.
- 48:09Speaker 0: Da würde ich doch dringend bitten, dass jeder Deutsche sich dieser Verantwortung bitte ein bisschen bewusst bleibt Und dann wäre mir ja schon ein Stück weiter, weil dann könnte ich jedem der neben mir steht oder sitzt oder rumläuft und sich Dinge erlaubt die nicht gedeckt sind durch freie Meinungsäußerung.
- 48:34Speaker 0: Das ist dann plötzlich entstehen rechtsfreier Räume.
- 48:36Speaker 0: Ja!
- 48:37Speaker 0: Die Demonstration war angekündigt, war genehmig.
- 48:40Speaker 0: Man sieht mir da alles anhöre und denkt klar das stimmt.
- 48:46Speaker 0: Aber Moment, aber wir haben doch Menschen auf der Straße.
- 48:50Speaker 0: Die Vernichtung einer Rasse eines Volkes oder in welchen Kategorien die unterwegs sind gerade gefordert das glaube ich das geht auch nicht.
- 49:00Speaker 0: und dann so schnell nachschlagen ja nee das geht nicht.
- 49:05Speaker 0: wenn du das laufen lässt hast du Deutschland im Jahr zwei tausend vierundzwanzig es gab aber auch die anderen Demonstrationen Hunderttausende auf die Straße gehören.
- 49:15Speaker 0: Da dachte ich, guck mal!
- 49:17Speaker 0: Sie wachen auf.
- 49:18Speaker 0: Guck mal sie merken und wollen sich... Das hatten wir vorhin mal kurz.
- 49:22Speaker 0: Die wollen sich das nicht noch mal fragen lassen.
- 49:25Speaker 0: Sag mal ihr habt ja... Habt ihr wieder nichts mehr?
- 49:28Speaker 0: Ja ne, ihr habt nichts mitgekriegt allen Ernstes.
- 49:31Speaker 0: Ihr habt nicht mit gekriegt was da auf einer deutschen Straße oder auf dem deutschen Platz öffentlich kund getan wird und Polizei steht dahinten und regelt den Verkehr.
- 49:41Speaker 0: Hallo
- 49:43Speaker 1: Friedmann hat das so schön als Appell vor ein paar Wochen gesagt, gemeint demonstrieren statt Urlaub.
- 49:50Speaker 1: Weil es eben ja genau so ein bisschen darum geht.
- 49:52Speaker 1: solange es uns selbst individuell noch nicht auf die Füße fällt und noch nicht wehtut dann ist die Hemmung natürlich groß aktiv zu werden und die Motivation recht klein.
- 50:03Speaker 0: Aber dann überlässt du die Demokratie den Wölfen?
- 50:08Speaker 1: Genau
- 50:09Speaker 0: Und wirst sie jetzt zum Braß vor?
- 50:11Speaker 1: Ich bin gestern mit dem Fahrrad durch dieses wunderschöne sonnige München gefahren, dann fuhr ein Bus vor mir und auf diesem Bus war hinten quasi nicht plakatiert aufgeklebt.
- 50:24Speaker 1: Ganz groß das Zitat sei ein Mensch als Kampagne gegen Rechtsextremismus.
- 50:31Speaker 1: und im ersten Moment habe ich mich gefreut dachte mir dass es mal irgendwie auch Verständlicher, dass er auch das Schöne an diesem Satz den ihr Vater ja immer wieder gesagt hat.
- 50:41Speaker 1: Auf der anderen Seite ein paar Sekunden später hatte ich so ein ganz ungutes Gefühl im Magen weil ich mir gedacht habe wie kann es denn sein?
- 50:49Speaker 1: Dass wir genau an diesen Punkt gekommen sind, an dem wir wirklich sowas groß plakatieren, groß kommunizieren müssen als wäre's nicht ohnehin ein Selbstverständnis?
- 50:59Speaker 1: in dieser Gesellschaft
- 51:01Speaker 0: Nehmen wir eben nichts des Guten.
- 51:04Speaker 0: aber bin ich bei Ihnen dran Wenn wir da, wenn wir an die Grund festen?
- 51:10Speaker 0: oder wenn ich kürze ging mir mal irgendwo der Hut hoch.
- 51:13Speaker 0: Da hab' ich zum Kollegen abgenommen und wir waren es aber einig war aus der gleichen Blase weil ich ist mir entfahren.
- 51:20Speaker 0: ich glaube diese Spezies hätte Kalkwappen bleiben sollen.
- 51:24Speaker 0: Ich glaub das wäre für den Planeten Für den Rest.
- 51:29Speaker 0: Aber wir sind ja die Krone der Schöpfung.
- 51:31Speaker 0: Meine Frau hat mir zu irgendeinem Geburtstag eine Safarik geschenkt in Südafrika und stand bei so einer Lichtung, da gab es den Sundowner.
- 51:39Speaker 0: Dann gab sie irgend ein Gin Tonic auf der Lichtung mitten in einer ... Da dachte ich auch naja gut also das Stand war so an der Ecke Und fünfzig Meter entfernt standen Giraffen Die trafen sich da auch auf der Lichtung und Zebras und wilde Tiere In einer Unfall, ich habe geheult.
- 51:59Speaker 0: Einfach nur weil ich den Moment gespürt habe.
- 52:01Speaker 0: Ich dachte wer um Himmels willen hat uns also die Menschlein die da rumstehen mit ihrem Sundowner was der hell haben wir hier verloren?
- 52:13Speaker 0: und dann guckte ich da vorne in dem Range Rover das Rangers damit uns darum gefahren ist dieses eine riesen Gewehr was er immer dabei haben muss.
- 52:25Speaker 0: Wenn wir das Gewähr nicht dabei hätten, wäre die Frage möglicherweise auch viel früher schon beantwortet worden.
- 52:30Speaker 0: Gar nichts haben wir hier verloren.
- 52:32Speaker 0: und das hat uns die andere Seite derer, die dort völlig ruhig, würdevoll ohne den Planeten sich mit Antisemitismus und CO² und all diesen Dingen zur Sau zu machen standen die da?
- 52:50Speaker 0: Und wie entstehen geglotzen dahin und sind sowas von Fehler am Platz.
- 52:55Speaker 0: Ihr habt das sehr genossen, ich fand es großartig.
- 52:59Speaker 0: Und danke meiner Frau alles gut!
- 53:03Speaker 0: Aber den Moment vergesseh'n nicht... ...und da dachte ich irgendwann mal kürzlich Kaukwaben.
- 53:07Speaker 0: Einfach bleibt wir so zwischen Wasser- und Ufer hin und her in der Brandung.. ..und wir müssten noch nicht über sowas bringen.
- 53:17Speaker 0: Fußball ein bisschen, aber noch ein bisschen innehin oder?
- 53:19Speaker 0: Wer wird Europa irgendso was?
- 53:22Speaker 1: Ja, Fußball auch ein schönes Thema über das wir gar nicht so viel gesprochen haben.
- 53:27Speaker 0: Gut so!
- 53:28Speaker 1: Aber vielleicht zum Abschluss tatsächlich einen Bogen hin zu etwas hoffentlich Schönem bei all den schwierigen Themen über die wir gesprochen haben?
- 53:38Speaker 1: Woher kommt denn eigentlich?
- 53:41Speaker 1: oder wie bewahren Sie sich dann Ihren Optimismus?
- 53:44Speaker 0: Indem ich drei Kinder in die Welt gesetzt habe und denen nicht sagen kann... Das tut mir leid sondern irgendwas, wenn wir hinkriegen müssen und ich höre nicht auf damit.
- 53:58Speaker 0: Und ich hoffe das weiß ich nicht.
- 54:02Speaker 0: Wann ist eine Schmerzgrenze erreicht?
- 54:03Speaker 0: Ich weiß es nicht.
- 54:05Speaker 0: Es wird auf den normalen Fingerschnipseln jetzt nicht gehen und wenn wir zwei jetzt da rausgehen auf die Straße ... Aber es ist ein Anfang!
- 54:15Speaker 0: Wenn wir mal in so einem Gespräch eben nicht nur über Fußball reden, sondern auch nicht abhauen lassen vergessen alles, sondern sie sich weiß ich nicht normal unterhalten können.
- 54:30Speaker 0: Es sind so viele die auf der Kippel stehen, die ihnen das einfache Lösungen vorgebetet werden, die nach denen schnappen was ich völlig vernachvollziehen kann.
- 54:41Speaker 0: aber die sind noch nicht verloren.
- 54:43Speaker 0: Das ist jetzt.
- 54:46Speaker 0: die AfD hat schöne, sehr hübsche Fehler gemacht.
- 54:50Speaker 0: Das hat mir gefallen, weil diese Konferenz zum Deportieren von Menschen in Pots, in einer wiederen Post haben und das sind so schlau.
- 54:59Speaker 0: aber da waren sie, also dem ich kann man nicht sein.
- 55:02Speaker 0: Da hat er dieses Pots und Villa und da war doch mal was um Konferentz?
- 55:06Speaker 0: Das hat selbst in diesem manchmal geschichtsvergessenen Land was getriggert.
- 55:12Speaker 0: Also da gingen Menschen dann auf die Straße.
- 55:16Speaker 0: Ja, hoffen wir auf die Fehler derer oder dass das dekuiert wird als heiße Luft, die nur gefährlich ist und unmenschlich ist nicht mehr und nicht weniger.
- 55:32Speaker 0: Und reden darüber und reden aber auch mit denen wenn sie sich dann mal stellen und nicht rumschreien.
- 55:38Speaker 0: Wenn Sie sich stellen auch darüber.
- 55:40Speaker 0: ich Glauben nicht, dass Menschen an sich schlecht sind.
- 55:44Speaker 0: Ich bin kein großer Menschenfreund.
- 55:45Speaker 0: Das kann ich auch nichts dafür... ist aber so aus auch familiären Dingen, die mir sagen, was Menschen zu dir fähig sind.
- 55:55Speaker 0: Es kriege ich nicht in meinen Hirn rein.
- 55:59Speaker 0: Aber einfach zu sagen, pass auf das war es, das kann ich nicht machen.
- 56:04Speaker 0: Wie gesagt drei Söhne sind zwischendurch erwachsen und trotzdem Enkel Und mit denen nur zum Fußball gehen reicht nicht.
- 56:13Speaker 1: Absolut!
- 56:15Speaker 1: Ich danke Ihnen sehr für die Zeit und das Gespräch.
- 56:18Speaker 0: Das war es leider schon.
- 56:20Speaker 0: Die letzte Runde ist ausgetrunken, das Gesprächt zu Ende.
- 56:24Speaker 0: Vielen Dank fürs Zuhören.
- 56:27Speaker 0: Bitten im Rücksicht auf die Nachbarn und sei leise wenn du die Bar verlässt Aber vergiss auf keinen Fall den Abonnieren-Button zu klicken.
- 56:41Speaker 0: Gin & Talk ist ein Podcast von Forty-Eight Forward, produziert in den Forty Eight Forward Studios in München.