Latest / ntv Wirtschaft / Aufrüstung statt Autos? Wie der Schwenk zu Militärtechnik Volkswagen & Co. helfen könnte
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- VW will raus aus der Dauerkrise. Ein Schritt auf diesem Weg, der Wolfsburger, könnte in die Rüstungsproduktion gehen. Der Irankrieg lässt die Hoffnung auf wirtschaftlichen Aufschwung in Deutschland schon wieder schwinden. Und wir besuchen noch zusammen die Fleischtheke im Supermarkt. Denn da fehlt inzwischen besonders viel Personal. In diesem Podcast verwandeln moderne KI-Systeme journalistische Inhalte, die auf unseren NTV-Plattformen publiziert wurden, In ein neues Hörformat. Text und meine Stimme wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugt. Vor der Veröffentlichung werden alle Folgen nach strengen journalistischen Standards geprüft. Viel Spaß beim Zuhören. Kann die weltweite Aufrüstung die Autoindustrie retten? Zumindest zieht die Branche das offenbar in Betracht. Moment, aber der Reihe nach. Von den radikalen Sparplänen bei Volkswagen ist auch das Werk in Osnabrück bedroht. Die Produktion läuft da kommendes Jahr aus. Und genau dafür, da gibt es offenbar einen erstmal ungewöhnlichen Plan. Laut einem Bericht der Financial Times will Volkswagen in Osnabrück bald Teile für das israelische Raketenabwehrsystem Iron Dome bauen. Also nicht die Raketen selbst, aber die Lastwagen, mit denen sie transportiert werden. Oder auch Startvorrichtungen und Generatoren. Es sollen Verhandlungen mit dem zuständigen israelischen Staatsunternehmen laufen. Das Ziel? Alle 2300 Arbeitsplätze am Standort sichern. Und von VW? Da kommt ein vorsichtiges Dementi. Es sei noch nichts entschieden über Osnabrück. Der Konzern spricht mit verschiedenen Firmen. Und vor allem VW schließt, Zitat, die Produktion von Waffen aus. Okay, Waffen. Was mit zugehörigen LKW oder anderen Teilen für Rüstungsprojekte ist? Unklar. Aber könnte die Rüstung am Ende denn überhaupt ein Rettungsanker für die Autobranche sein? Darüber hat Sibylle Schaar mit dem Unternehmensberater Thomas Köhler gesprochen. Einen schönen guten Tag, Herr Köhler. Ja, stellt Volkswagen in Osnabrück also bald wirklich Teile für den Iron Dome her. Halten Sie das für plausibel? Das Volkswagenwerk in Osnabrück war seit vielen Monaten im Gespräch als möglicher Rüstungsbetrieb. Grundlegend eignet sich die Infrastruktur dort Und vor allen Dingen natürlich auch die dort hochqualifizierten Arbeitskräfte, die man vor Ort hat und die sonst vermutlich in die Arbeitslosigkeit müssten, zu großem Teil. Wenn es denn so kommt, wie lukrativ könnte das für den Konzern sein? Haben Sie da schon Ideen? Das ist natürlich schwierig einzuschätzen. Grundlegend gilt, die Rüstungsbranche ist ja sozusagen nun gerade auch vor dem Hintergrund der geopolitischen Verschiebungen en vogue. Und natürlich ein Ziel für Automobilzulieferer oder eben, wie wir hier sehen, ganze Automobilwerke. Klar ist aber, die Stückzahlen sind natürlich komplett anders. Wenn man jetzt schaut, welche Fahrzeuge wurden dort bisher gebaut, dann waren das Sondermodelle für Porsche in etlichen tausend Stückzahlen und Sondermodelle für Volkswagen. Und diese Stückzahlen werden Sie natürlich nicht erreichen. Das heißt ja auch, selbst wenn Sie Transportfahrzeuge, Nutzfahrzeuge bauen, als Raketenlaffetten zum Beispiel, dann haben sie natürlich keine 20.000 oder 30.000 Exemplare. Porsche hat ein paar Tausend pro Jahr dort gebaut. Das Sizing stimmt natürlich noch nicht. Trotzdem ist es eine grundlegend gute Idee für die Region und natürlich auch für viele andere Zulieferer, die sich sozusagen in Zeiten schwacher Nachfrage nach neuen Betätigungsfeldern umsehen. Könnte die boomende Rüstungsindustrie zu einer Art, sagen wir mal, Rettungsanker für die Autobranche bei uns in Deutschland werden? Die Skills, die sie haben in einem technologieorientierten Zulieferer. Metallverarbeitung, Engineering, Elektronik und so weiter, die werden natürlich auch in der Rüstungsbranche gebraucht. Trotzdem, auch hier gilt sozusagen, es ist kein Allheilmittel und es wird auch die Arbeitsplatzverluste, die wir jetzt ja bereits in der Automobilindustrie sehen, nicht auffangen. Und zu den Verhältnisgrößen, natürlich haben wir jetzt schon eine Rüstungsindustrie. Wenn wir nur die Zahlen jetzt mal für Bayern, die liegen wir aktuell vor, nehmen, dann ist die Zahl der Beschäftigten in der Rüstungsbranche ungefähr ein Fünftel von den Zahl der Beschäftigten in Bayern in der Automobilbranche. Und es ist vollkommen unrealistisch, dass der erwartete Abbau in der Autobranche sozusagen vollumfänglich von der Rüstung aufgefangen wird. Trotzdem für technologieorientierte Zulieferer sicher eine Option von vielen, wenn man berücksichtigt, dass natürlich die Sales-Cycle, aber auch natürlich die Kundenbeziehungen komplett anders sind, als man es bisher gewohnt war. Aber der Druck, der reicht ja längst über Volkswagen hinaus. Auch in der Breite der deutschen Wirtschaft sinkt die Stimmung weiter. Der Iran-Krieg drückt die Hoffnung auf einen Aufschwung. Das zeigt der neue Geschäftsklimaindex des IFU-Instituts. Die befragten Unternehmen erwarten deutlich schlechtere Geschäfte. Das Muster dahinter ist ziemlich klar. Hohe Öl- und Gaspreise, Sorgen um die Straße von Hormuz und vor neuen Lieferschwierigkeiten verunsichern viele Firmen. IFO-Präsident Clemens Fust erklärt das im NTV-Interview. Ich denke, das ist ziemlich plausibel, was die Unternehmen uns jetzt sagen. Die sagen, unsere aktuellen Geschäfte sind noch nicht betroffen, aber da kommt etwas auf uns zu. Und deshalb sind eben die Erwartungen ziemlich stark abgestürzt. Und das sind die Bereiche, die besonders betroffen sind, zum Beispiel in der Industrie, die energieintensiven Unternehmen aus der Chemiebranche, aus der Metallindustrie. Da sind die Erwartungen besonders stark heruntergegangen. Das Ganze ist aber auch in anderen Bereichen der Wirtschaft sichtbar, im Dienstleistungssektor, zum Beispiel Transport und Logistik. Auch Tourismus. Viele Menschen überlegen sich jetzt, ob sie verreisen. Sicherlich nicht in den Nahen Osten. Aber Dubai zum Beispiel ist ja auch ein wichtiges Drehkreuz für Tourismus nach Asien. Also all diese Bereiche sind betroffen. Sind, Herr Fuß, damit alle Hoffnungen auf einen Aufschwung bei uns in Deutschland leider erstmal hinfällig? Ich glaube vorerst leider schon. Es hängt natürlich alles davon ab, wie lange dieser Krieg dauert, wie viel Energieinfrastruktur beschädigt wird. Man kann immer noch die Hoffnung haben, dass vielleicht in zwei, drei, vier Wochen die Sache sich beruhigt und wir dann die Chance haben, dass der Aufschwung verschoben ist, aber nicht aufgehoben. Für den Moment muss man allerdings sagen, ist der Aufschwung vertagt. Ganz herzlichen Dank für diese Einordnung, für die so wichtigen Hintergründe an den Präsident des IFO-Instituts, Clemens Fust. Ihnen noch einen schönen Tag, Herr Fust. Ihnen einen schönen Tag, Frau Schaadt. Ciao. Jetzt haben wir ja gerade schon über die Straße von Hormuz gesprochen. Schauen wir doch noch mal ganz genau dahin. Die betroffenen Reedereien spüren ja als Erste, was die Sperrung der wichtigen Seestraße ausmacht. Ulrich Reitz hat mit dem Vorstandschef von Hapag-Leuth gesprochen, mit Rolf Haben-Jansen. Herr Haben-Jansen, die Straße von Hormuz ist momentan nicht wirklich passierbar. Wie viele Schiffe haben Sie da liegen? Wie viele Ihre Mitarbeiter sind da auf den Schiffen gerade gefangen? Am Moment haben wir sechs Schiffe in der Pärsischen Golf und das bedeutet ungefähr 150 Mitarbeiter. Wie schützen Sie die Crews? Sind die denn noch sicher oder können Sie da irgendwas machen? Wir versuchen natürlich alles zu tun, um das so sicher wie möglich zu halten, aber man muss da auch ehrlich sein, 100% sicher ist es natürlich nicht und deswegen versuchen wir auch, alles zu prüfen, was möglich ist, um die so schnell wie möglich wieder da wegzukriegen. Aber im Moment ist die Lage schwierig. Das sind ja Ladungen, ist Ladung auf den Schiffen. Die Menschen vor Ort brauchen ja auch Proviant. Ist das denn sichergestellt, dass die Wasser haben, Essen haben? Ja, am Moment haben die Schiffe ausreichend Proviant und auch ausreichend frisches Wasser. Und es ist auch möglich, um das nachzuschieben über Booten. Das größte Problem im Moment ist, dass die im Persischen Golf sind und dass die da nicht raus können. Für das Moment dauert das mittlerweile fast vier Wochen. Wir hoffen, dass es relativ schnell vorbei ist, aber das ist unglaublich schwierig am Moment einzuschätzen. Ist das für Ihre Branche eher eine Krise oder ein völliger wirtschaftlicher Ausnahmezustand? Ich würde sagen, dass es eine Krise ist. Im Vergleich zum Beispiel Covid, was tatsächlich weltweit war, ist dies natürlich geografisch begrenzt. Und das bedeutet, dass der Rest des Netzwerks läuft mehr oder weniger wie normal. Was sind die Folgen? Sie müssen Umwege fahren oder werden da weitere Schiffe durchgesteuert durch die Straße von Hermos? Im Moment ist die Straße von Rumus abgeschlossen. Das bedeutet, wir können da nicht hoch oder runter und das bedeutet, dass wir die Ladung entweder irgendwo zwischenlagern müssen oder wir müssen sie entladen in einen anderen Hafen, so wie Kofakant oder Salala zum Beispiel. Macht es alles teurer? Wie viel Prozent kommen da für Containerpreise obendrauf? Schwierig einzuschätzen, aber für uns bedeutet diese Krise schon 40, 50 Millionen Dollar in der Woche an extra Kosten. Vor allem natürlich, wenn es geht um Treibstoffkosten, weil die sind enorm gestiegen, aber auch Versicherung ist gestiegen. Und wir zahlen natürlich auch sehr viel mehr Lagergeld für alle Boxen, die in verschiedenen Häfen stehen. Wie ernst ist die Lage aus Ihrer Sicht für die Weltwirtschaft durch diese aktuelle Situation? Es ist natürlich nicht gut für die Weltwirtschaft, hängt aber sehr stark davon ab, wie lange es dauert. Wenn es ein Konflikt ist, was ein, zwei Monate dauert, sind die Fragen wahrscheinlich überschaubar. Aber wenn das drei, sechs oder zwölf Monate dauert, dann ist das natürlich ganz anders. Dankeschön, Rolf Happen-Jansen. Herzlichen Dank. So, und zum Schluss schauen wir noch dahin, wo Sie vielleicht auch schon deutlich den Fachkräftemangel gesehen und gespürt haben. An die Fleischtheke. Die ist kürzer besetzt, man wartet länger oder die Bedienung fehlt gleich ganz. Kein Wunder, in keiner Berufsgruppe ist die Fachkräftelücke zuletzt so stark gewachsen wie bei Fleischfachverkäufern. Das sagt das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft. Letztes Jahr, da blieben demnach im Schnitt fast 4700 Stellen unbesetzt. Rund 40 Prozent mehr als im Vorjahr. Ein Grund ist das Alter der Beschäftigten an der Theke. Denn jeder Dritte ist älter als 55. Viele gehen also bald in den Ruhestand. Und der Nachwuchs? Der fehlt. Das war unser Blick auf die aktuellen Nachrichten aus der Wirtschaft für den Moment. Wir hören und lesen uns wieder bei NTV. In der App, im TV oder hier im Podcast.