Latest / Tomaten auf der Fantasie / #9 Alles Kopfsache!
Transcript
- 0:03Carsten: Willkommen zurück bei Tomaten auf der Fantasie.
- 0:11Sophie: Wir, Carsten Otto und
- 0:13Carsten: Sophie von Stockhausen,
- 0:15Sophie: Öffnen wieder unsere Kaffeeküche für den Behindertenblick auf die Arbeits- und Organisationswelt.
- 0:23Carsten: Heute haben wir Jan Goslicki zu Besuch.
- 0:26Carsten: Jan ist Co-Founder und COO des Berliner Bitcoin-Startup-Unternehmens Bitwalla.
- 0:33Carsten: Warum Jan nicht nur seinen Job, sondern sein gesamtes Leben mit dem Kopf hockt,
- 0:38Carsten: darüber wollen wir heute mit ihm sprechen.
- 0:42Sophie: Hallo Carsten.
- 0:44Carsten: Hallo Sophie.
- 0:45Sophie: Du hast Besuch mitgebracht?
- 0:47Carsten: Ich habe Besuch mitgebracht, genau. Und zwar heute habe ich den Jan Goslicki
- 0:54Carsten: mitgebracht von einem Startup-Unternehmen in Berlin.
- 0:58Carsten: Ich weiß gar nicht, ob das noch ein Startup ist. Die gibt es nämlich schon vom
- 1:01Carsten: Namen her zumindest ziemlich lang.
- 1:03Carsten: Und zwar Bitwalla, einer Bitcoin-Trading-Plattform, so wie ich es verstanden habe.
- 1:11Carsten: Aber da kann uns Jan wahrscheinlich noch mehr zu sagen.
- 1:15Sophie: Herzlich willkommen, Jan.
- 1:17Jan: Hallo Sophie, hallo Carsten. Danke für die Einladung. Es freut mich sehr, hier zu sein.
- 1:22Carsten: Wir freuen uns sehr über dich, Jan.
- 1:24Sophie: Ja, vor allem, also ich freue mich besonders, weil ich das Gefühl habe,
- 1:28Sophie: dass ich vielleicht mit dir heute endlich mal das Thema Cryptocurrency,
- 1:31Sophie: was ist eigentlich genau eine Blockchain,
- 1:35Sophie: wieso ist das jetzt einfach so der heiße Scheiß des Jahrhunderts und das alles
- 1:41Sophie: mal in Gänze erklärt bekomme.
- 1:43Sophie: Und ja, du hast ja, glaube ich, da diverse Finanzerfahrungen und auch im IT-Bereich
- 1:50Sophie: Erfahrung gesammelt, hast es ja studiert.
- 1:51Sophie: Hast du eigentlich auch Spieltheorie an der Humboldt-Universität gemacht?
- 1:55Jan: Ja, habe ich gemacht. Das war eins meiner Lieblingsfäscher.
- 1:58Sophie: Ja, das dachte ich mir. Ich habe das nämlich gesehen und ich habe eine sehr
- 2:01Sophie: liebe Freundin, die das auch gemacht hat und die ist auch so ein super Brain.
- 2:05Sophie: Das ist halt voll spannend. Und ja, herzlich willkommen.
- 2:09Sophie: Wir starten gleich mal rein, Carsten, oder? Wir wollen mal so eine kleine...
- 2:14Carsten: Ja, wir verändern heute was. Im Normalfall starten wir ja immer mit so einer kleinen Anekdote.
- 2:20Carsten: Und Sophie und ich, wir haben uns in den letzten Tagen viel gedanken.
- 2:23Carsten: Ihr macht so Anekdoten hier, Anekdoten da. Und haben gesagt,
- 2:27Carsten: wir verändern das jetzt einfach mal.
- 2:29Carsten: Und starten mit einer Check-In-Frage. Weg von den Anekdoten hin zur Check-In-Frage.
- 2:38Carsten: So, da haben wir uns auch schnell eine überlegt. Sophie.
- 2:40Sophie: Ich soll die fragen?
- 2:42Carsten: Ja, bitte doch.
- 2:44Sophie: Lieber Jan, jetzt habe ich vergessen, auf welche wir uns geeinigt hatten. Wir hatten so viele.
- 2:50Carsten: Du warst mit der Spieltheorie, warst du gerade eigentlich schon ganz gut.
- 2:53Sophie: Ja, aber welche war es denn? Weißt du es noch im Kopf?
- 2:56Carsten: Ich weiß es noch. Ich weiß es noch.
- 3:01Carsten: Wenn dein Arbeitsplatz also die Frage richtet sich an uns alle drei natürlich
- 3:05Carsten: nicht nur an dich Jan wenn dein Arbeitsplatz ein Game wäre welches Game oder
- 3:10Carsten: welches Genre von Game wäre es
- 3:15Jan: Mein Lieblingsspiel ist Dota Defense of the Ancients das ist der Vorgänger von League of Legends,
- 3:27Jan: und das so Fantasy Game Und man spielt seinen Hero,
- 3:32Jan: den man ständig weiterentwickelt mit Fähigkeiten und Items.
- 3:37Jan: Und meistens spielt man das 5 gegen 5.
- 3:40Jan: Und ich liebe Teamwork und in meinem kleinen Team zusammen zu kämpfen.
- 3:46Jan: Ja, und es geht darum, ja, seinen heiligen Baum zu verteidigen oder den der
- 3:51Jan: anderen letztendlich zu zerstören, ja. Cool.
- 3:56Carsten: Oder ist das so ein Ego-Shooter?
- 3:59Jan: Nein.
- 4:00Sophie: Strategie eher, ne?
- 4:02Jan: Das ist, ja, man guckt von oben herunter, also nicht aus der eigenen Perspektive,
- 4:08Jan: man sieht das ganze Spielfeld, aber fokussiert sich meistens auf seine eigenen Hälfte.
- 4:13Jan: Das ist ein Mod, also eine Modifikation von Warcraft 3.
- 4:19Jan: Also World of Warcraft und Warcraft 3 von Blizzard.
- 4:23Jan: Das ist ein Mod gewesen und der hat sich verselbstständigt, der ist so erfolgreich
- 4:28Jan: gewesen, dass er praktisch sich verselbstständigt hat und später dann von League
- 4:32Jan: of Legends ein ganz eigenes Spiel geworden ist.
- 4:34Jan: Und League of Legends ist eines der häufigsten gespieltsten und kommerziell
- 4:37Jan: erfolgreichsten Spiele, die auch die ganze Hallen füllt, wirklich,
- 4:41Jan: und riesige Preisgelder hervorruft, ja.
- 4:44Sophie: Cool. Ja, so mein Spiel, mein großes Thema ist ja häufig, sowohl im privaten
- 4:50Sophie: als auch beruflich, ist Mobilität, also wie kommt man dahin, wo man hin möchte.
- 4:53Sophie: Deshalb wäre mein Spiel oder mein Wunsch Subway Surfer.
- 4:59Sophie: Ich würde gerne einfach genau so mobil sein, wie diese Figuren in diesem Game.
- 5:03Sophie: Dass ich einfach mal auf so eine Bahn aufspringen kann und wieder runterspringe,
- 5:07Sophie: wenn es mir beliebt und ganz schnell von A nach B komme.
- 5:12Sophie: Karsten und du?
- 5:13Carsten: Ja, ja, ich bin gerade so im Überlegen. Ich nehme mal sozusagen die intuitive erste Gedanke.
- 5:21Carsten: Ich weiß nicht, ob ihr das noch kennt. Jan, wahrscheinlich du nicht, da bist du zu jung für.
- 5:26Carsten: Aber es gab ganz, ganz früher zu Zeiten der 086er und 286er Computer ein Spiel,
- 5:33Carsten: da hat so ein kleines Männchen Kisten durch die Gegend geschoben und musste
- 5:37Carsten: immer so sozusagen so Gänge.
- 5:40Carsten: Also man hatte immer so einen Eingang in einen Raum, dann standen da zig Kisten
- 5:44Carsten: und dann musste man ihn immer so verschieben, dass man durchkommt und so ein
- 5:49Carsten: bisschen meinen Arbeitsplatz Bei mir heißt das Malefit,
- 5:51Sophie: Das spielt man
- 5:54Jan: Das kenne ich auch Ich glaube das andere kenne ich auch Auch M ist doch schon bedient Genau.
- 6:00Carsten: Aber da ist die Frage, kann sich jemand von euch noch an den Namen von dem Spiel erinnern?
- 6:04Carsten: Nee Ich weiß das auch nicht mehr Ich kann mich
- 6:08Jan: An Bomberman erinnern Ja, das kann ich auch nicht.
- 6:12Carsten: Aber das ist so bei mir so dieser Punkt, ich habe so viele Boxen,
- 6:18Carsten: so viele verschiedene Themen und dann muss ich immer sozusagen,
- 6:22Carsten: wenn ich so einen Auftrag bekomme, immer wieder die Kisten so neu schieben,
- 6:25Carsten: dass ich dann so einen guten Weg für die Leute, mit denen ich arbeite, dadurch finde.
- 6:31Carsten: Und manchmal, wenn ich dann so reinkomme in meinen Arbeitsraum gedanklich,
- 6:35Carsten: dann stehe ich vor so lauter Kisten und denke mir so, okay, wo geht hier der Weg eigentlich durch?
- 6:40Carsten: Moment mal, ich muss ein bisschen was verschieben. Genau, so mein...
- 6:44Sophie: Bevor wir das jetzt zu sehr tief psychologisch analysieren, würde ich mich jetzt
- 6:49Sophie: mal gerne von dir wissen, Jan, also du, wenn man so von dir liest und ein bisschen
- 6:53Sophie: was zu dir recherchiert, dann bist du ja, eigentlich bist du gehandelt wie das
- 6:57Sophie: Wunderkind der Cryptocurrencies.
- 6:58Sophie: Du hast ja auch schon mit 2012 mit der Gründung von Bitwalla relativ früh oder
- 7:02Sophie: seid ihr auf den Zug aufgesprungen.
- 7:05Sophie: Du hast es ja geco-founded und bist COO, wenn ich das richtig gelesen habe.
- 7:10Sophie: Und ja, das ist ja schon irgendwie mutig gewesen und du kennst da ja wahrscheinlich
- 7:15Sophie: auch die ein oder anderen Rückschläge,
- 7:17Sophie: wie das alle Gründer kennen und Herausforderungen und zu einer ganz besonderen
- 7:23Sophie: Herausforderung, die bei dir ja auch gesundheitlicher Natur ist.
- 7:25Sophie: Kommen wir vielleicht später noch, aber erklär uns doch mal so ein bisschen,
- 7:28Sophie: wie du dazu gekommen bist, was dich daran fasziniert und was dich da so ticken lässt dann beruflich.
- 7:35Jan: Ja, gerne. Also 2012 hat mein bester Freund angesprochen, der Jörg. Hallo Jörg.
- 7:46Jan: Und er meinte, er war bei dem Vortrag über die Geschichte des Geldes.
- 7:52Jan: Ich muss sagen, ich habe viele Vorträge in der Uni einfach verpasst.
- 7:56Jan: Und leider auch den, aber zum Glück hat er mir davon erzählt.
- 7:59Jan: Und ganz am Ende hat der Professor gesagt,
- 8:04Jan: ja okay, früher waren es Steine und jetzt sind es vielleicht Geldscheine und
- 8:08Jan: Plastikkarten, aber in der Zukunft werden es virtuelle Währungen sein.
- 8:11Jan: Und hat Bitcoin erwähnt.
- 8:14Jan: Ja und da hat das Rabbit Hole angefangen letztendlich.
- 8:19Jan: Und da haben wir angefangen zu recherchieren, was es zu dem Thema Bitcoin gibt.
- 8:23Jan: Und es gab einen Google Alert pro Woche 2012.
- 8:27Sophie: Krass.
- 8:28Jan: Und dann hat es nicht mehr aufgehört.
- 8:32Jan: Ich weiß ganz genau, im Dezember 2000 hat WordPress Bitcoin als Zahlungsmittel akzeptiert.
- 8:41Jan: Mit dem Hintergrund zu sagen, oh, Paypal ist in 160 Ländern der Welt möglich,
- 8:47Jan: aber nicht in allen 200 Ländern und nicht in den Ländern, die nicht mal als
- 8:53Jan: Länder akzeptiert sind.
- 8:54Jan: Und vor allem nicht in den Ländern, wo Online-Blogger vielleicht pseudonym bleiben
- 9:00Jan: wollen oder müssen, damit sie überhaupt bloggen können.
- 9:03Jan: Und haben damit, ja, letztendlich gerade in Krisenländern Möglichkeiten geschaffen,
- 9:10Jan: die vorher nicht da waren und Meinungsfreiheit.
- 9:13Jan: Und das fand ich so faszinierend, dass ich dachte, okay, all in.
- 9:19Sophie: Und was genau bietet Bitwalla? Also nochmal wirklich für uns Finanz-Newbies?
- 9:27Jan: Genau, Bitwalla haben wir dann gegründet, weil wir gemerkt haben,
- 9:31Jan: dass es schwierig ist, Bitcoin zu kaufen, Bitcoin auszugeben oder auch zu verwalten.
- 9:38Jan: Es ist halt eine App für Bitcoin.
- 9:43Jan: Das heißt, man kann Bitcoin kaufen, man kann Bitcoin verkaufen,
- 9:47Jan: man kann Bitcoin in einer Wallet halten, man kann es halten lassen oder man
- 9:51Jan: kann also fremd verwalten lassen, man kann es selber verwahren.
- 9:55Jan: Man kann sich eine Visa-Karte bestellen, wo man mit Bitcoin bezahlen kann,
- 10:00Jan: ohne dass man den Händler davon überzeugen muss.
- 10:05Sophie: Sprich, also wenn ich jetzt bei euch angemeldet bin und da ein Konto oder ein
- 10:09Sophie: Wallet oder was auch immer habe, oder eine Kreditkarte sogar,
- 10:12Sophie: könnte ich jetzt damit zahlen und ihr rechnet das dann um.
- 10:15Sophie: Also mein Bitcoin-Guthaben kann ich dann theoretisch bei Quelle oder Otto irgendwo ausgeben.
- 10:23Sophie: Oder das, ja, okay, super.
- 10:41Jan: Du irrst dich. Also wir haben 2014 Bitwalla gegründet. Vorher haben wir so ein paar Brücken gebaut.
- 10:49Jan: Da haben wir selber Produkte verkauft.
- 10:51Jan: Also da haben wir selber Thinkpads, iPhones, MacBooks für Bitcoin verkauft. War einer der ersten.
- 10:58Jan: Und dann haben die Leute gefragt, okay, lass uns doch. Ich will aber bei Amazon
- 11:02Jan: einkaufen, bei Ebay haben wir gesagt, okay, dann schicken wir deine Bitcoins
- 11:05Jan: und dann kaufen wir für dich ein. Da haben wir sozusagen einen Shoppingagent gebaut.
- 11:08Jan: Und mit der Zeit haben wir immer mitbekommen, okay, die Leute,
- 11:11Jan: es ist aber besser, wenn man den Menschen und unseren Kunden eigentlich das
- 11:15Jan: Tool selber in die Hand gibt.
- 11:17Jan: Also deshalb haben wir dann eine Karte herausgebracht und ein Konto herausgebracht,
- 11:21Jan: sodass die Leute selber bezahlen konnten.
- 11:24Jan: Und da waren wir einer der allerersten überhaupt auf den Markt.
- 11:27Jan: Aber das war dann 2014, 15, 16, 17 und so weiter. Jetzt haben wir 2024, 2025, 2025 schon.
- 11:34Jan: Und jetzt ist es ein Red Ocean. Also der Markt ist groß, es gibt unglaublich
- 11:38Jan: viele Anbieter, hunderte von Wallets und auch viele Dutzend Karten und Apps,
- 11:44Jan: wo du Krypto kaufen, verkaufen kannst.
- 11:46Jan: Also es ist gigantisch, der Markt mittlerweile.
- 11:52Sophie: Und du bist ja auch ein großer Verfechter davon, dass du sagst,
- 11:56Sophie: das wird sich auch tatsächlich irgendwie jetzt in den nächsten 10,
- 12:00Sophie: 20, 30 Jahren tatsächlich manifestieren, dass es dann so ist wie heute eine
- 12:03Sophie: Kreditkarte oder eben Apple Pay oder so.
- 12:07Sophie: Also wie ist denn da deine Vision? Was denkst du da? Weil ich kann mir das immer
- 12:12Sophie: noch nicht so ganz vorstellen.
- 12:13Sophie: Ich verstehe total, was ihr macht und wie das funktioniert und dass digitale
- 12:17Sophie: Währungen sowieso eben die Zukunft sind.
- 12:19Sophie: Aber es gibt ja wahrscheinlich da auch immer noch BaFin-Bedenken etc.
- 12:24Sophie: Pp. Ich glaube, ihr habt ja auch überlegt, euren Firmensitz zu verlegen etc.,
- 12:28Sophie: damit ihr ein bisschen besser arbeiten könnt. Also glaubst du,
- 12:32Sophie: sind wir da wirklich kurz davor oder dauert es noch einen Moment,
- 12:36Sophie: bis das so richtig in die Breite geht?
- 12:39Jan: Wir sind mittendrin. Das ist die Zukunft, das ist die Gegenwart.
- 12:44Jan: Wo du gerade Kreditkarten erwähnt hast, Kreditkarten wurden ja vor dem Internet
- 12:49Jan: erfunden und wurden nie für das Internet designt.
- 12:53Jan: Also das ist eine Katastrophe aus jeglicher Hinsicht.
- 12:58Jan: Privatsphäre, Sicherheit oder auch Benutzbarkeit. Also es sind Plastikkarten,
- 13:03Jan: die wir irgendwie mit uns tragen, obwohl wir ja einen Supercomputer in der Hosentasche
- 13:07Jan: haben oder Smartphone, meine ich damit.
- 13:10Jan: Und Bitcoin ist ja sozusagen die Nummer eins, so die Grundlage für alle Kryptowährungen.
- 13:17Jan: Die sind ja alle sozusagen Copycats, die dann irgendwie ein bisschen angepasst
- 13:22Jan: wurden für ihren individuellen Speck.
- 13:24Jan: Und da ist noch extrem viel Potenzial.
- 13:29Jan: Also Bitcoin wird noch viel, und Krypto wird noch viel, viel größer sein,
- 13:33Jan: wird noch hundert- oder tausendmal größer sein, als es jetzt ist.
- 13:36Jan: Aber es ist jetzt ja schon so groß wie die Wirtschaftskraft von Deutschland, sag ich mal.
- 13:43Jan: Also es ist schon ein Global Player.
- 13:47Carsten: Aber schön, dass du das ansprichst mit dem Thema, wir haben einen Supercomputer in der Hosentasche.
- 13:53Carsten: Ich persönlich bin ja immer noch ein ganz, ganz großer Freund von Bargeld in der Hosentasche.
- 13:59Carsten: Das ist weniger so der Hintergrund, dass ich mit dem Alten so verknüpft bin,
- 14:03Carsten: sondern bei mir ist es so der Punkt, Und die Zugänglichkeit des Bezahlens.
- 14:09Carsten: Also in den meisten Fällen, jetzt gerade hier in Berlin-Mitte,
- 14:14Carsten: ist ja nur noch Bezahlen mit Geldkarte möglich.
- 14:18Carsten: Und dann hält mir dann halt sozusagen die Servicekraft ein Touch-Display in
- 14:24Carsten: einer gruseligen Kontrast-Variante vor die Nase mit super kleinen Zahlen und
- 14:29Carsten: sagt, jetzt tipp mal bitte hier deine PIN ein.
- 14:31Carsten: Kann ich nicht. Seht ja nicht. Also das ist für mich zum Beispiel gar nicht
- 14:37Carsten: möglich, da auf einem normalen Wege zu bezahlen.
- 14:43Carsten: Seid ihr da besser oder wie sieht da deine Vision aus?
- 14:49Jan: Also Bitcoin ist in erster Hinsicht Software.
- 14:56Jan: Und es ist Open Source Software. Und Open Source Software hat schon immer alles
- 15:04Jan: Digitale revolutioniert.
- 15:06Jan: Und weil es keine Erlaubnis braucht von irgendjemand, um irgendwas zu gestalten,
- 15:13Jan: zu designen und Innovationen zu schaffen.
- 15:16Jan: Nimm Linux, Linux ist die Grundlage für macOS und für Windows.
- 15:21Jan: Nimm dir E-Mail, nimm dir HTTP oder nimm dir PHP oder all diese Sachen oder
- 15:27Jan: E-Mail, das sind alles Protokolle,
- 15:30Jan: die die Grundlage sind für Innovationen und wo jeder drauf aufbauen kann,
- 15:35Jan: ohne zu fragen, was er daraus machen kann.
- 15:37Jan: Und da können darauf bauen Millionen von Applikationen oder Anwendungen und
- 15:43Jan: für den konkreten Fall mit Bitcoin kannst du halt alles machen.
- 15:47Jan: Du kannst halt eine Bitcoin-Karte haben, du kannst mit Bitcoin direkt bezahlen,
- 15:52Jan: du kannst dir einen Chip in der Hand implantieren, mit dem du bezahlst,
- 15:56Jan: du kannst eine Hardware nehmen, du kannst wahrscheinlich irgendwann nur noch
- 16:00Jan: mit dem Gedankenkass machen.
- 16:02Jan: Es kann eine Maschine eine Maschine bezahlen, das Smartphone,
- 16:05Jan: das kann das Smartphone bezahlen.
- 16:08Jan: Alle Möglichkeiten stehen offen. Du wirst es wahrscheinlich mit Sprachen bezahlen können.
- 16:15Jan: Von daher wird es auch viel mehr Möglichkeiten der Zugänglichkeit geben.
- 16:19Sophie: Also zum Beispiel, das ist der Grund, warum ich tatsächlich,
- 16:21Sophie: auch wenn viele das immer denken, dass es so gefährlich ist,
- 16:24Sophie: warum ich Apple Pay benutze oder Google Pay, weil du da eben in den meisten
- 16:28Sophie: Fällen deinen Pin nicht mehr eingeben musst.
- 16:30Sophie: Und das ist für mich so komfortabel. Das war für mich einfach der Grund,
- 16:33Sophie: weil ich kenne das auch, diese komischen Displays.
- 16:35Sophie: Und ich denke mal, das ist das, wohin es dann noch mehr gehen wird.
- 16:39Sophie: Ich habe darauf noch eine aufbauende Frage, weil ich auch gelesen habe,
- 16:43Sophie: dass du ja auch das als große, sozusagen als Demokratietool verstehst.
- 16:48Sophie: Und wenn ich das jetzt richtig höre, dann ist das ja genau dieser Gedanke,
- 16:52Sophie: Open Source Zugänge zu schaffen für eben jede Person, dass die irgendwo einen Zugang hat.
- 17:01Sophie: Nun verstehe ich immer noch nicht so ganz, wie ich jetzt als Finanz wirklich,
- 17:06Sophie: ich bin ganz schlimm mit Finanzen, wie ich es schaffen würde, jetzt
- 17:10Sophie: mich diesem Markt zu nähern, weil momentan sind die Preise ja so absurd in die
- 17:14Sophie: Höhe gegangen, ich kaufe jetzt gerade keine Bitcoins.
- 17:18Sophie: Was würdest du so Leuten raten, die sagen, mich interessiert das irgendwie,
- 17:21Sophie: ich würde da auch was machen, gibt es da Zugänge oder ist das gerade schwierig?
- 17:26Jan: Du kannst Bitcoin für 1 Euro kaufen oder für 10 Euro.
- 17:31Jan: Von daher ist auch jetzt ein sehr guter Zeitpunkt. Es ist immer ein guter Zeitpunkt.
- 17:36Jan: Der beste Zeitpunkt war vor 15 Jahren, aber der zweite beste Zeitpunkt ist heute.
- 17:42Jan: Und es ist da nie zu spät, es wird nie zu spät sein, da einzusteigen,
- 17:45Jan: wie es nie zu spät war, anzufangen,
- 17:48Jan: E-Mails zu schicken oder Social Network zu nutzen oder jetzt sich mit KI auseinanderzusetzen,
- 17:57Jan: das wird auch in fünf Jahren nicht zu spät sein. Und das ist bei Bitcoin genauso.
- 18:01Jan: Und wo du Demokratisierung sagst, also es reißt alle Barrieren und Mauern ein,
- 18:07Jan: die dieses Finanzsystem hat, die zum Beispiel Apple Pay zum Beispiel voraussetzt.
- 18:14Jan: Wir haben jetzt nicht so die Perspektive, wir haben so die Privilegien,
- 18:19Jan: die anderen 90 Prozent, die anderen 6 Milliarden Menschen auf der Welt nicht haben.
- 18:24Jan: Also ganz konkret, für Apple Pay brauchst du eine Kreditkarte,
- 18:31Jan: für eine Kreditkarte brauchst du ein
- 18:33Jan: Konto, für das Konto brauchst du eine Identität, brauchst du einen Pass,
- 18:37Jan: für das Konto brauchst du eine
- 18:39Jan: Adresse, für das Konto brauchst du eine Bonität, brauchst du einen Job.
- 18:45Jan: Brauchst du eine Schufa und für die Adresse brauchst du ein Einkommen.
- 18:54Jan: Das sind so viele Sachen, die da eigentlich dahinter stecken und eine Lastschrift
- 18:58Jan: und Punkt, Punkt, Punkt.
- 19:00Jan: Die haben viele Leute, wenn du Menschen nicht. Viele Menschen der Welt zahlen
- 19:04Jan: eigentlich Push und nicht Pull. Also das ist Pull.
- 19:08Jan: So heißt, der Händler zieht das Geld ein und setzt all diese Sachen voraus.
- 19:12Jan: Wenn du über Push hast, da hast du Bargeld. Wenn du mit Bargeld bezahlst,
- 19:18Jan: fragt keiner nach deiner Solvency, fragt keiner nach deiner Liquidität, nach deiner Identität.
- 19:23Jan: Kein Bäcker fragt, okay, wie heißt du, wie alt bist du und wie viel Geld hast
- 19:27Jan: du auf dem Konto und so weiter.
- 19:29Jan: Das hinterfragt dann keiner. Da guckt sich der Händler das Geld an.
- 19:33Jan: Okay, das Geld ist echt. Okay, also akzeptiere ich das. Und so ist es bei Bitcoin auch.
- 19:37Jan: Du zahlst mit Bitcoin und der Händler guckt oder die guckt, okay,
- 19:42Jan: das Geld ist echt, alles klar, nehme ich.
- 19:45Carsten: Ich nehme Bitcoin aktuell aber noch so eher als
- 19:52Carsten: Finanzinstrument wie eine Aktie wahr. Also die Leute, die ich so kenne,
- 19:56Carsten: wenn da über Bitcoin gesprochen wird, wird über Kurswerte, über Renditen gesprochen.
- 20:03Carsten: Also eher so ein Trading im Sinne
- 20:09Carsten: eines Finanzproduktes, Und nicht
- 20:11Carsten: einer Währung. Wie ist denn da aus deiner Perspektive der aktuelle Stand?
- 20:18Carsten: Also bin ich da up to date oder wird schon sehr sehr viel über Bitcoin auch bezahlt?
- 20:23Carsten: Also die als Bitcoin als Zahlungsmittel verwendet?
- 20:29Jan: Bitcoin ist das und beides und hundertmal viel mehr. Also Bitcoin ist ein Paradigmenwechsel.
- 20:36Jan: Man hat anfangs immer gesagt, okay, das ist das Geld für das Internet.
- 20:41Jan: Aber tatsächlich ist es eine Ebene über dem Internet. Man kann sagen,
- 20:47Jan: es ist das Internet des Geldes.
- 20:49Jan: Es baut auf das Internet auf und es schafft ein neues Internet,
- 20:52Jan: in dem Geld eine ganz neue Rolle spielt und neu definiert wird.
- 20:58Jan: Also es ist eine Aktie, es ist ein Finanzinstrument, es ist eine Währung,
- 21:02Jan: es ist ein Investmentobjekt, es ist ein smarter Vertrag, es ist ein soziales Netzwerk.
- 21:08Jan: Es ist so viel mehr, als man sich halt, es ist eine Versicherung,
- 21:12Jan: also es ist so viel mehr, als man sich je vorstellen kann.
- 21:15Jan: Wenn du Bitcoin kaufst, ist es ein Investment für dich.
- 21:19Jan: Es ist gleichzeitig, unterstützt du alle, die Bitcoin nutzen und Bitcoin akzeptieren
- 21:23Jan: und mit Bitcoin und anderen Kryptos Firmen aufbauen und das akzeptieren.
- 21:29Jan: Genau, es ist alles gleichzeitig und viel mehr.
- 21:34Carsten: Also müsste ich wahrscheinlich mal für Nodular e.V. einen Spendenkanal für Bitcoins machen.
- 21:41Jan: Ja, genau, na klar, und das nächste Mal was ist, dass ja.
- 21:44Carsten: Na, da komme ich auf jeden Fall noch mal auf dich zu. Also darüber müssen wir
- 21:47Carsten: dann auf jeden Fall noch mal reden.
- 21:49Carsten: Und sag mal, eure Software jetzt an sich, weil du sagst, Bitcoin ist so, so viel.
- 21:57Carsten: Was kann ich denn dann über euer Produkt von diesen ganzen vielfältigen Varianten
- 22:03Carsten: Möglichkeiten, die du gerade beschrieben hast, was kann ich da mit Bitwaller machen?
- 22:10Jan: Also das Allerwichtigste ist eigentlich investieren.
- 22:15Jan: Also du kriegst eine mobile App für Android und iOS,
- 22:21Jan: musst dich natürlich verifizieren, das ist, wo die Regulare natürlich eine Rolle
- 22:25Jan: spielen, da geht nichts dran vorbei,
- 22:31Jan: und dann kannst du einen Banktransfer machen, eine Sofortüberweisung.
- 22:35Jan: Das ist ja jetzt mittlerweile Standard.
- 22:37Jan: Dann schickst du da, sagen wir mal, 100 Euro hin.
- 22:40Jan: Dann hast du 100 Euro bei uns und dann würde ich dir empfehlen, auf kaufen zu klicken.
- 22:46Jan: Dann hast du Bitcoin im Wert von 100 Euro.
- 22:51Jan: Eine Sekunde später sind es vielleicht nur 99 Euro oder 101 Euro.
- 22:54Jan: Das ist ja rund um die Uhr ein anderer Preis.
- 22:57Jan: Aber was sich nicht verändert, ist ja die Menge an Bitcoin, die da liegt. Die bleibt gleich.
- 23:02Jan: Du hast in dem Moment die orange Pille geschluckt, sag ich mal.
- 23:08Jan: Und dann bist du drin und dann willst du eigentlich nicht wieder zurück und
- 23:11Jan: dann solltest du ausprobieren, dann solltest du einfach mal der Sophie 50 Euro
- 23:16Jan: in Bitcoin schicken genau.
- 23:21Sophie: Hör bitte auf den Jan
- 23:23Jan: Ja, also das ist das Erste und Wichtigste das soll man machen,
- 23:26Jan: einfach ein Geschenk machen und vielleicht schickt sie dir ja auch wieder 5
- 23:29Jan: Euro zurück, aber dieses Gefühl zu haben oh,
- 23:32Jan: ich überweise von Handy zu Handy und das ist in Echtzeit und sofort und egal,
- 23:37Jan: wo die Sophie auf der Welt gerade ist,
- 23:39Jan: das ist dann wie Bargeld, halt wie digitales Bargeld, was du sofort verschicken kannst.
- 23:44Jan: Und dann, wenn du dann investiert bist, als nächstes einen Sparplan machen.
- 23:50Jan: Jeden Monat 50 Euro investieren. Oder jede Woche, was du halt dir erlauben kannst.
- 23:56Jan: Oder eigentlich, was du dir erlauben musst, weil es sehr wichtig ist.
- 24:00Jan: Weil du ja 50 Jahre lang denken möchtest oder 20 oder 30 Jahre.
- 24:06Carsten: Na, 50 schaffe ich nicht mehr.
- 24:09Sophie: Wer weiß?
- 24:10Carsten: Nee, da bin ich jetzt mittlerweile zu alt für.
- 24:14Carsten: Und viel zu schlimm Lebenswandel. Aber Jan, wenn ich verstehe,
- 24:17Carsten: du bist ein ausgezeichneter und versierter Verkäufer, aber das ist ja nicht
- 24:22Carsten: der Job, den du bei Bitwalla machst.
- 24:26Carsten: Hol uns doch mal rein, was sind denn so deine Aufgaben, was ist so dein tägliche Doing in deinem Job.
- 24:36Jan: Ja, ich habe angefangen, als Wirtschaftsingenieur zu studieren.
- 24:42Jan: Das habe ich in Dresden als Bachelor abgeschlossen.
- 24:46Jan: Ich wollte eigentlich immer erst Architekt werden und Maschinenbauingenieur.
- 24:49Jan: Mein Papa ist Bauingenieur.
- 24:51Jan: Habe aber dann festgestellt, ich bin gar nicht so der Techniker.
- 24:56Jan: Und Betriebswirtschaftslehre gefällt mir auch nicht. Da habe ich gedacht,
- 24:58Jan: das werde ich irgendwann später lernen im Unternehmen. So ist es tatsächlich auch geworden.
- 25:03Jan: Und was mir immer gefallen hat, ist Mathematik und Statistik und Volkswirtschaftslehre.
- 25:07Jan: Weil das war so widerspruchsfrei und da musste ich keine Vokabeln lernen und
- 25:11Jan: da musste ich nicht auswendig lernen.
- 25:12Jan: Da musste ich nur Algorithmen und Schritte lernen und das hat mir immer gefallen im Studium.
- 25:17Jan: Und ja, als ich dann das Unternehmen gegründet habe, habe ich festgestellt,
- 25:21Jan: oh, ich muss Buchführung machen. Da bin ich gar nicht hingegangen zu der Prüfung.
- 25:26Jan: Und oh, ich muss Personal und Organisation und Finanzen machen.
- 25:30Jan: Und das habe ich dann aber Learning by Doing hingekriegt und ich habe festgestellt,
- 25:34Jan: ich bin ein Macher, ich bin diszipliniert und ich kann mir gut Ziele setzen.
- 25:40Jan: Ich bin so der Operations Dude immer gewesen. Ich habe immer alles das gemacht,
- 25:44Jan: was alle anderen nicht machen wollten.
- 25:46Jan: Das waren dann so Themen wie Buchführung, wie Kundensupport,
- 25:52Jan: wie Kommunikation mit den Behörden, also Compliance und.
- 25:57Jan: Antigeldwäsche, Datenschutz, all die Themen. Also ich war dann immer der COO,
- 26:02Jan: also Chief Operations Officer, immer der Geschäftsführer im sogenannten Backoffice.
- 26:07Jan: Das war schon immer mein Job und das ist jetzt schon immer gewesen. Das war meine Stärke.
- 26:12Sophie: Wie viel seid ihr denn insgesamt eigentlich?
- 26:17Jan: Ja, wir sind zwei Geschäftsführer und Gründer jetzt.
- 26:22Jan: Dann haben wir noch einen CTO, den Chief Technology Officer,
- 26:26Jan: unseren Chefprogrammierer, der wiederum auch nochmal zwei Entwickler unter sich hat.
- 26:31Jan: Dann haben wir noch eine kleine Armee an Minijobs für Kundensupport,
- 26:36Jan: für Marketing, für Design und Community. Cool.
- 26:42Carsten: Aber ihr seid ja mit dem Unternehmen auch durch alle Höhen und Tiefen schon gegangen.
- 26:48Jan: Ja, das ist richtig. Wir haben zu dritt, zu viert angefangen und ähnlich wie
- 26:56Jan: wir jetzt sind in der Konstellation mit ein paar Freiwilligen,
- 26:59Jan: die uns so unterstützt haben.
- 27:03Jan: Drei Jahre lang ging das so, ohne dass irgendjemand irgendwie Geld verdient hat, wirklich.
- 27:09Jan: Dann haben wir 2016 unser erstes Investment bekommen, haben wir zum ersten Mal
- 27:14Jan: ein Gehalt bezahlt, zum ersten Mal so richtig Angestellte gehabt, waren da so 10 Leute,
- 27:20Jan: ja später waren wir dann 30 und dann nochmal zwei Jahre später haben wir größere
- 27:29Jan: Fundings bekommen und auf das 2021 waren wir dann,
- 27:35Jan: 200, 250 auf sich...
- 27:38Jan: Menschen in unserer Company. Und das war die Höhepunkt.
- 27:45Jan: Dann wollten wir unsere eigene Bank werden, weil wir hatten Bankpartner,
- 27:49Jan: das war die Solaris Bank.
- 27:50Jan: Die waren extrem wichtig, um auf den Markt zu kommen und überhaupt in Deutschland
- 27:55Jan: ein Bankkonto anbieten zu können.
- 27:57Jan: Aber die sind dann eher ein Klotz am Bein geworden, sag ich mal.
- 28:03Jan: Es war einfach schwierig und teuer.
- 28:06Jan: Wir wollten unabhängig werden, da war kein Weg mehr dran vorbei und dann mussten,
- 28:11Jan: wollten wir eine eigene Bank werden.
- 28:14Jan: Dafür braucht man und weil wir schon so erwachsen waren und so waren und so
- 28:18Jan: viel Umsatz gemacht haben, brauchten wir 50 Millionen oh,
- 28:22Jan: die Hälfte davon einfach nur um sie zu haben, um der BaFin zu sagen hier,
- 28:26Jan: das liegt hier rum, das ist eine Sicherheit und die anderen um halt die Bank
- 28:30Jan: zu entwickeln um Bankdirektoren.
- 28:35Jan: Zu bezahlen und halt die anderen 250 Mitarbeiter in den ganzen Bereichen Entwicklung,
- 28:41Jan: Produktmarketing, Compliance, Banking, Operations, Support, Punkt, Punkt, Punkt.
- 28:46Jan: Und dann kam der Kryptowinter 2021-2022. Da ist Bitcoin massiv abgestürzt.
- 28:54Jan: Dann kam Anfang 2022 der Krieg gegen die Ukraine.
- 28:58Jan: Und auf einmal hat sich alles verändert in der Makrowelt.
- 29:01Jan: Es ging nicht mehr nur um Wachstum, Wachstum, Wachstum. Nein,
- 29:04Jan: an einem Tag auf dem anderen ging es um Profitabilität und alle Geldbörsen sind zugeschnappt.
- 29:09Jan: Wir hatten eine der größten, besten Investmentbanks von der Wall Street,
- 29:13Jan: die uns geholfen hat, versucht hat, Investoren zu helfen, aber auf einmal gab
- 29:18Jan: es sie nicht mehr und wir mussten die Firma,
- 29:21Jan: Ja, erst schrumpften, schrumpften, schrumpften. Wir mussten Unmengen an Mitarbeiter,
- 29:26Jan: ich glaube so 30 Prozent unserer Mitarbeiter feuern.
- 29:29Jan: Das war im Nachhinein zu wenig, hatte ich ausgereicht. Und so mussten wir dann
- 29:33Jan: 2022 im Sommer Insolvenz anmelden und haben die Firma abgedeckt.
- 29:39Carsten: Und dann neu gegründet.
- 29:42Jan: Genau, und in der Insolvenz haben wir nochmal versucht, einen Käufer zu finden.
- 29:46Jan: Das hat leider haarschhaft nicht funktioniert.
- 29:49Jan: Und da habe ich dann hunderte von Kunden telefonisch angerufen und ich habe
- 29:54Jan: gesagt, okay, ihr müsst leider euer Geld abziehen, müsst das woanders hin überweisen
- 29:59Jan: und habe das Feedback bekommen, das ist aber schade, weil ich weiß gar nicht,
- 30:01Jan: was ich hinschicken soll.
- 30:03Jan: Oder irgendwie muss ich jetzt zwei, drei Apps benutzen, das ist halt einer und
- 30:06Jan: da war uns dann klar, okay, wir hatten den sogenannten Product-Market-Fit,
- 30:10Jan: wir hatten den Beweis, also wir hatten in den letzten zwölf Monaten 10 Millionen Euro Umsatz gemacht.
- 30:15Jan: Also es war klar, das Produkt war, was die Kunden wollten und vermisst haben.
- 30:21Jan: Ja, und dann habe ich mich mit unserem damaligen Head of Trading und meinem
- 30:26Jan: Freund Dennis verbunden und gesagt, ja, lass uns doch nochmal probieren.
- 30:31Jan: Nur kleiner, feiner, fokussierter, mit weniger Klötzen am Bein, sozusagen.
- 30:38Jan: Und dann war die App aber nicht unsere, sondern sie hat dem Insolvenzverwalter
- 30:43Jan: gehört, weil sie kein anderer haben wollte und kaufen wollte.
- 30:47Jan: Das Gute war, es gab deshalb auch keinen Preis.
- 30:51Jan: Und die App hat auch dem letzten Investor gehört wiederum.
- 30:55Jan: Der letzte Investor hat uns einen Kredit gegeben. Das macht man in einem Status,
- 31:01Jan: wenn man stark wächst und viel Umsatz hat.
- 31:04Jan: Dann geben Investoren auch mal einen Kredit, weil das natürlich Hochrisiko ist.
- 31:08Jan: Und für den Kredit bekommt man Sicherheiten.
- 31:13Jan: Wie das halt auch bei einem Hauskredit der Fall ist. Und die Sicherheit,
- 31:17Jan: wie das in unserem Fall war.
- 31:19Jan: War die App selber, die IP, die Intellectual Property, das geistige Eigentum,
- 31:25Jan: die Marke, die Handelsmarke, der Name, die Software, alle Dokumente und so weiter.
- 31:32Jan: Und was man so in einem Startup, in einem Software-Startup so haben kann an harten Sicherheiten.
- 31:37Jan: Und das hat dann aber zu 100% dem Investor gehört. Er konnte das rausnehmen
- 31:41Jan: aus der Insolvenzmasse.
- 31:43Jan: Ohne weitere Verbindlichkeiten.
- 31:46Jan: Aber er selber kann natürlich nichts mit anfangen, weil es ein Investor.
- 31:49Jan: Und er braucht dann natürlich ein Team.
- 31:50Jan: Und die Conviction, Commitment-Team wie uns, daraus wieder was zu machen.
- 31:56Jan: Und dann haben wir dir gemacht, okay, hier, du kriegst 10% und du kriegst eine
- 32:00Jan: Präferenz beim Exit, dass du als Erster die Hände aufhalten kannst.
- 32:05Jan: Und wir kriegen dafür, machen eine neue Company und bringen sozusagen die IP,
- 32:11Jan: also den Namen, die Brand, die Software, die App, so wie die Kunden,
- 32:16Jan: die 100.000 Mal installiert hatten,
- 32:18Jan: mit ein und fangen das nochmal vorne an und machen das alles kleiner, schlanker, schneller.
- 32:23Jan: Und so ist es dann dazu gekommen, dass Bitwanner tatsächlich ein drittes Mal,
- 32:29Jan: gegründet wurde und nochmal vorne angefangen hat.
- 32:33Sophie: Ich glaube, da hast du ja auch was erlebt, was glaube ich sehr,
- 32:37Sophie: sehr viele Gründungen erleben.
- 32:39Sophie: Also ich habe einen Bruder, der auch gegründet hat, auch 2011 oder war das 12, glaube ich,
- 32:46Sophie: und wo es auch mit Insolvenz und allem möglichen Pipapo durch war und
- 32:52Sophie: ich finde es immer so interessant, dass in Deutschland darüber so wenig geredet
- 32:56Sophie: wird, weil das immer noch mit so einem komischen,
- 32:58Sophie: es wird immer noch so wie ein Scheitern angesehen, dabei gehört es,
- 33:01Sophie: glaube ich, zu so einer ganz normalen Geschäftsbiografie, also in den USA jedenfalls,
- 33:06Sophie: komplett dazu und es ist eben auch einfach so dieses Learning,
- 33:10Sophie: Wir können sowas nicht vorwegsehen, dass plötzlich irgendwas einstürzt,
- 33:13Sophie: dass in Europa ein Krieg ausbricht etc., dass wir eine Pandemie haben und zack
- 33:17Sophie: hat man eben Voraussetzungen, mit denen man nicht gerechnet hat und dann passieren solche Dinge.
- 33:23Sophie: Und wie sehr man aber auch daraus lernt und dann eben schafft,
- 33:27Sophie: da wie Phönix aus der Asche wieder aufzusteigen, das hast du ja aber nicht nur
- 33:30Sophie: auf so einer beruflichen Ebene gelernt, das hast du ja auch persönlich erfahren.
- 33:35Sophie: Magst du uns darüber auch mal was erzählen?
- 33:39Jan: Ja, klar, sonst wäre ich schon nicht.
- 33:42Carsten: Sonst wärst du nicht hier, wolltest du gerade sagen? Ja,
- 33:47Carsten: auf jeden Fall, bitte, lieber Jan, hol uns mal ab, weil das klingt jetzt gerade
- 33:52Carsten: alles so ja, so Power, so.
- 33:56Carsten: Power aus. Ja, eigentlich, was du gerade, worüber wir jetzt gerade gesprochen haben, du als Person,
- 34:03Carsten: das klingt eigentlich wie die Erfolgsheschichte, jung, dynamisch, gesund,
- 34:11Carsten: all die Attribute, die unsere Gesellschaft so mit Erfolg verknüpft,
- 34:16Carsten: repräsentierst du ja, aber.
- 34:21Jan: Ja, aber auf so, ja, auf diesen Höhepunkt, sage ich mal, das war 2017,
- 34:28Jan: wo wir, ich glaube, die zweite Funding-Runde gemacht haben von einem Shark Tank,
- 34:34Jan: also einem deutschen Investor, der bei Höhle der Löwen Teil ist,
- 34:39Jan: wir waren jetzt nicht bei der Höhle der Löwen, aber einer an der Investoren hat bei uns,
- 34:44Jan: investiert und uns war klar, okay, jetzt können wir uns für eine Lizenz bewerben
- 34:49Jan: und jetzt geht es wirklich los.
- 34:52Jan: Vorher war alles noch so ein bisschen im grauen Markt unterwegs,
- 34:58Jan: also weil damals war auch noch nicht viel geregelt, reguliert.
- 35:04Jan: Da waren wir, glaube ich, 15 Mitarbeiter und es war noch überschaubar.
- 35:10Jan: Zwei Chefs, Jörg und ich, wir waren die beiden Geschäftsführer.
- 35:13Jan: Ja, und alles lief ganz cool und da habe ich gesagt, okay, jetzt machen wir
- 35:17Jan: die Fundingrunde und danach fahre ich erst mal in Urlaub für zwei Wochen.
- 35:23Jan: Und ja, ich bin schon viel durch die Welt gereist, vor allem in Asien.
- 35:29Jan: Wo ich noch nicht war, war Afrika. Und dann habe ich mit Papa gesagt,
- 35:32Jan: okay, lass uns doch mal nach Afrika reisen.
- 35:35Jan: Das ist ein riesiger, gigantischer Kontinent.
- 35:40Jan: Der größte Kontinent, richtig?
- 35:44Jan: Und den wollen wir uns angucken. Wollen wir mal was Exotisches machen.
- 35:48Jan: Ich bin mit meiner Familie nach in die Kapverdischen Inseln geflogen.
- 35:56Jan: Das ist ganz im Westen von Afrika, ich glaube vor Senegal.
- 36:01Jan: Das ist so Gran Canaria und dann nochmal vier Flugstunden weiter.
- 36:07Jan: So ungefähr Höhe des Äquators. Da wollten wir wandern gehen und die wirklich
- 36:12Jan: außergewöhnliche Natur kennenlernen.
- 36:15Jan: Also Kap Verde, Verde heißt glaube ich grün, also sind die grünen Inseln.
- 36:19Jan: Was jetzt nicht gewöhnlich ist, für den breiten Kreismuster ist.
- 36:25Jan: Und ja, Tag drei habe ich Tischtennis gespielt.
- 36:33Jan: Meine Freundin, dann habe ich Schach gespielt, mit meinem Papa.
- 36:38Jan: Ja, und dann wollten wir uns abkühlen, sind an den, sind rausgegangen ans Wasser
- 36:44Jan: und wollten schwimmen gehen.
- 36:47Jan: Und es war aber ein offener Ozean. Man sollte mal nicht schwimmen gehen.
- 36:52Jan: Ich dachte, ich dachte ein bisschen, wenn die Wellen springen,
- 36:55Jan: ein paar Meter kann man schon mal machen. Es war ja super warm da.
- 37:00Jan: Und die Wellen waren so einen Meter hoch. Also da kann man schon mal reinspringen.
- 37:04Jan: Das ist eigentlich völlig okay.
- 37:06Jan: Ja, aber auf einmal waren dann die Wellen nicht mehr einen Meter hoch,
- 37:09Jan: sondern drei Meter hoch.
- 37:11Jan: Und die hatten eine gewaltige Kraft. Ich unterschätze, ich bin mit dem Ozean
- 37:15Jan: nicht aufgewachsen. Ich kannte das nicht.
- 37:17Jan: Und diese Welle hat mich kopfüber nach vorne geschleudert und auf eine Sandbank geschleudert.
- 37:25Jan: Und ja, das kann mich erinnern, das hat einfach nur Knack gemacht und das war
- 37:29Jan: meine Halswirbelsäule.
- 37:32Jan: Dann war ich natürlich erstmal bewusstlos. Ich habe mir also das Genick gebrochen
- 37:36Jan: und bin dann mit dem Kopf unter Wasser angeschwemmt.
- 37:41Jan: Und meine Halbschwester hat mich rausgefischt, meine Freundin,
- 37:45Jan: und hat mich an Land gezogen, wo ich praktisch ja schon fast war.
- 37:50Jan: Und ich bin mir dann auch zu Bewusstsein gekommen, wenige Sekunden oder Minuten später.
- 37:58Jan: Ja, und war dann komplett crashet gelungen. In dem Moment, das war mir auch
- 38:02Jan: relativ schnell bewusst in dem Moment, als ich dann wieder zu mir gekommen bin.
- 38:08Jan: Dann habe ich ja, dann kam zum Glück sofort Unterstützung ein Tauchtrainer war
- 38:15Jan: da in der Nähe, ich wollte den nächsten Tag tatsächlich auch tauchen gehen,
- 38:20Jan: der wusste sofort was passiert ist oder wie er was zu machen ist,
- 38:24Jan: weil er hat meinen Nacken stabilisiert,
- 38:28Jan: die haben den Notfall gerufen und dann habe ich ein, zwei Nächte in dem,
- 38:36Jan: Krankenhaus in Mindelow verbracht, in der Hauptstadt der Kapfernischen Insel.
- 38:44Jan: Das muss man sich wirklich so vorstellen, das ist wahrscheinlich wie ein Krankenhaus
- 38:47Jan: hier in den 50er Jahren vom Standard.
- 38:52Jan: Zum Glück hatte ich eine Auslandskrankenversicherung, die hat mich 9,80 Euro
- 38:58Jan: im Jahr gekostet, gehabt und dann kamen zwei Rettungssanitäter mit dem kleinen Motorflugzeug an.
- 39:09Jan: Und da wurde ich mit dem Krankentransport zu dem Flughafen gebracht und die
- 39:12Jan: haben mich nach Gran Canaria gebracht.
- 39:15Jan: Da hatte ich dann eine Notfalloperation, wurde reanimiert, bin da ein paar Tage geblieben.
- 39:24Jan: Die haben mir Platinschrauben in meinen Rückenmark, in meinen Nacken implantiert.
- 39:33Jan: Mein vierter und fünfter Halswirbelkörper ist gebrochen und das Rückenmark komplett durchtrennt.
- 39:40Jan: Und die haben das stabilisiert von Rückenmark, von Wirbelkörper Nummer 2 bis
- 39:46Jan: 5 glaube ich, 6, so ungefähr das gefestigt.
- 39:50Jan: Und dann hatte ich nochmal, dann hatte ich einen kompletten Blackout,
- 39:53Jan: dann weiß ich gar nichts mehr.
- 39:55Jan: Und dann bin ich, haben sie mich nach Berlin geflogen, ins Charité,
- 40:01Jan: dann bin ich dann so wieder zu mir gekommen.
- 40:04Jan: Ja, und dann habe ich 20 Monate erst mal intensiv, dann in der Teilsicht intensiv
- 40:12Jan: und dann im Krankenhaus und in der Rehabilitation verbracht.
- 40:16Jan: Erst im Charité für ein, zwei Wochen und den Rest dann im UKB,
- 40:22Jan: im Unfallkrankhaus Berlin und dann später in der neurologischen Rehabilitation
- 40:27Jan: in Belitz, im Querschnittzentrum, in Belitz Heilstätten,
- 40:30Jan: der von Potsdam außerhalb von Berlin und sich dann wieder zurück nach Berlin geschafft hat.
- 40:37Carsten: Ja, das UKB kenne ich auch aus persönlicher Erfahrung. Da haben die mich auch
- 40:42Carsten: wieder zusammengeflickt seinerzeit.
- 40:45Carsten: Und ich weiß auch, dass sie eine sehr, sehr gute Station für Menschen mit Querschnittlähmung haben.
- 40:56Carsten: Ach Mann.
- 40:57Sophie: Puh, ja, also Wahnsinn. Und also ich finde, wenn man sich das anhört,
- 41:03Sophie: klingt das aber so, als wäre,
- 41:06Sophie: wenn du sagst, dass du 20 Monate sozusagen intensiv betreut wurst,
- 41:11Sophie: ist das schon ein unglaublich schneller Heilungsprozess, oder?
- 41:15Sophie: Oder habe ich das jetzt falsch rausgehört? Das klingt wirklich sehr,
- 41:20Sophie: also weiß ich nicht, als hättest du da Mörderkräfte noch entwickelt.
- 41:26Jan: Ja, die Heilung war am Anfang schneller und sie verlangsamte sich dann mit der Zeit.
- 41:35Jan: Also ich war, wie gesagt, auf der Intensivstation.
- 41:40Jan: Am Anfang konnte ich nicht alleine atmen, also ich war beatmet.
- 41:46Jan: Ich glaube, das waren so zehn Tage.
- 41:52Jan: Ich konnte nicht essen. Ich hatte eine Sonde durch die Nase.
- 41:56Jan: Ich konnte nicht trinken.
- 41:59Jan: Ich konnte nicht reden.
- 42:01Jan: Ich wollte nicht bewegen, gar nichts. Ich konnte nichts selber tun, nur wirklich am Anfang.
- 42:07Jan: Und die Kurve ging dann relativ steil nach oben, dass ich dann viele dieser
- 42:14Jan: Dinge dann doch und wie viel wieder machen konnte.
- 42:17Carsten: Haben die dich, eine kurze Zwischenfrage, haben die dich bei Bewusstsein gelassen
- 42:22Carsten: in diesem beatmenden Zustand oder warst du da auch künstlich im Koma?
- 42:27Jan: Nee, ich war nie im Koma.
- 42:30Carsten: Ach spannend.
- 42:30Jan: Also ich habe oft das Bewusstsein verloren. Oder ich wusste,
- 42:36Jan: ich kann mich an viele Sachen nicht erinnern, aber ich war jetzt nie ins Koma versetzt.
- 42:44Carsten: Ich stelle mir das sehr locked in vor, was du beschreibst, wenn du wirklich Bewusstsein hast.
- 42:53Carsten: Letztendlich, du konntest ja dann gar nichts mehr machen, dich gar nicht mehr
- 42:56Carsten: entäußern, weder körperlich noch sprachlich noch außer die Augen vielleicht ein bisschen, oder?
- 43:01Jan: Ja, tatsächlich, ja. Ich weiß nicht, ob ihr den Film kennt, Spetterling und
- 43:06Jan: Taucherklaube, da wird dieses Locked-In-Syndrom gezeigt.
- 43:11Jan: Den Film kannte ich tatsächlich und ich habe tatsächlich auch eine Woche,
- 43:15Jan: glaube ich, lang oder zwei Wochen mit meinen Augen viel kommuniziert.
- 43:20Jan: Da hat mir mein Bruder sein Smartphone-Tastatur gezeigt und dann habe ich Buchstabe für Buchstabe,
- 43:28Jan: ja, sozusagen kommuniziert und habe dann eine WhatsApp-Nachricht geschrieben,
- 43:36Jan: sozusagen mit zwei Sätzen, dass es mir wahnsinnig gut geht.
- 43:42Carsten: Wahnsinn. Weißt du die zwei Sätze noch und magst du die teilen? Das ist total spannend.
- 43:48Jan: Ja, ich muss mal überlegen.
- 43:52Jan: Ich habe ja eine kleine Webseite, die heißt quad.works, wo ich ein Journal geschrieben
- 43:58Jan: habe, beziehungsweise die ersten paar Einträge haben mein Bruder und meine Freundin gemacht.
- 44:05Jan: Die haben sozusagen für mich geschrieben.
- 44:10Jan: Und ich habe glaube ich geschrieben, also, ah warte, ich gucke gerade online nach. Ähm,
- 44:21Jan: Ja, hallo,
- 44:24Jan: Mir geht's gut.
- 44:28Jan: Ja, das war's eigentlich. Ich freu mich.
- 44:32Sophie: Aber Wahnsinn.
- 44:34Jan: Oh Mann.
- 44:35Sophie: Aber wenn man überlegt, wie du, also erstmal, was das für eine
- 44:40Sophie: generelle Kraftansteckung ist und dann eben nur mit Augen und der Hilfe deines
- 44:45Sophie: Bruders diese Nachricht zu tippen, ist das ein Wahnsinn, das ist ja fast ein Wunder. Krass.
- 44:51Carsten: Ja und insbesondere so eine Nachricht, die sich ja eher sozusagen beruhigend
- 44:56Carsten: auf deine Familie und Freunde auswirkt.
- 45:00Sophie: Untertreibung des Jahrhunderts.
- 45:02Carsten: Ja, naja, was heißt Untertreibung? Also es klingt ja sehr, dass du da in dem
- 45:06Carsten: Moment sehr bei deinen Leuten da draußen warst und nicht bei dir.
- 45:10Carsten: Also wenn ich mir überlege, so rein theoretisch, was wäre meine Nachricht in dem Falle?
- 45:14Carsten: Ach du Scheiße, was ist hier los? Wird es wahrscheinlich eher sein. Also, oh Mann.
- 45:20Carsten: Ja, Chapeau, Chapeau, Chapeau.
- 45:23Sophie: Total.
- 45:24Carsten: Aber wie bist du damit, also, wie geht man damit um in so einer Situation?
- 45:34Carsten: Also wie hast du das im Kopf klar gekriegt, also als Frage, wie ich das so unverblümt mal fragen darf?
- 45:43Jan: Man hat ja keine Wahl.
- 45:47Jan: Man hört das so häufig oder diese Frage, ich könnte das nicht,
- 45:51Jan: aber gut, du hast keine Wahl, du musst es halt.
- 45:55Jan: Und was ich auch gelernt habe, auch von einem Psychologen oder so,
- 46:02Jan: letztendlich kommt man wieder dahin zurück, wo man auch vorher war von seinem
- 46:07Jan: Mindset, von seiner Einstellung.
- 46:09Jan: Wenn man ein positiv eingestellter Mensch war, dann fällt man natürlich schon
- 46:14Jan: in ein Loch, aber kommt genauso schnell wieder raus.
- 46:17Jan: Also es heißt nicht, dass man dann depressiv wird.
- 46:20Jan: Und wenn man vorher schon so verantragt war oder in die eine oder andere Richtung,
- 46:24Jan: dann bleibt man meistens auch eher so und geht genauso mit der Situation um,
- 46:28Jan: wie man vorher auch schon mit seinem Leben umgegangen ist.
- 46:34Jan: Und es gibt jetzt blöd, aber nach drei Monaten war ich da immerhin weg.
- 46:39Jan: Nach drei Monaten war klar, okay, das ist jetzt der neue Normal.
- 46:44Jan: Das ist der neue Status für mich und das habe ich dann Tag für Tag bis heute so genommen.
- 46:51Carsten: Challenge accepted.
- 46:52Sophie: Ja, super. Ich meine, das ist ja auch schon echt viel wert.
- 46:56Sophie: Also ich habe wesentlich länger gebraucht mit meiner kleinen Siebelhinderung
- 47:00Sophie: das zu akzeptieren, weil es ein sehr langer, schleichender Prozess ist.
- 47:05Sophie: Aber ich finde ja auch dann spannend zu sehen, selbst wenn die Akzeptanz bei
- 47:10Sophie: einem selber irgendwie angekommen ist, heißt das ja auch noch lange nicht,
- 47:13Sophie: dass sie im Außen ankommt. Magst du darüber auch mal ein bisschen was erzählen?
- 47:16Sophie: Also erstmal wie, du musstest ja wahrscheinlich dein ganzes Setup zu Hause und
- 47:20Sophie: auch im Büro, wenn ihr eins habt, verändern.
- 47:25Sophie: Wie ist jetzt dein Arbeitsumfeld? Was habt ihr da aufgebaut und wie arbeitest
- 47:32Sophie: du und wie lebst du da jetzt weiter?
- 47:36Jan: Ja, da habe ich eine richtig verrückte Story. Da war ich noch auf der Intensivstation,
- 47:41Jan: und dann hatte ich ja noch die Beatmung.
- 47:45Jan: Dann haben sie mir die abgenommen.
- 47:49Jan: Und erst mal so nur 20 Minuten am Tag, dann zwei Stunden am Tag und so weiter, schrittweise.
- 47:56Jan: Und dann kam einmal der Chefarzt vorbei und hatte so ein Atemgerät dabei,
- 48:03Jan: mit dem ich sprechen konnte auf einmal.
- 48:06Jan: Das habe ich mir natürlich dann aufgehoben, wenn mein Besuch da war,
- 48:11Jan: sodass ich dann eine Stunde lang sprechen konnte.
- 48:13Jan: Es klang dann wirklich wie ein Roboter.
- 48:16Jan: Das war, glaube ich, nach zwei, drei Wochen oder so war das nach dem Unfall.
- 48:22Jan: Und dann hat sich tatsächlich mein Arbeitskollege gemeldet und meinte,
- 48:27Jan: boah, ich habe hier ein Problem.
- 48:29Jan: Wirklich ein ernsthaftes Problem und du musst mir helfen.
- 48:33Jan: Unsere Bank hatte unser Konto zugemacht und du bist der Kontoinhaber und du musst ja jetzt anrufen.
- 48:44Sophie: Du hast Prokurat
- 48:46Jan: Ja und ich dachte scheiße mach du das doch nee und ich wusste das kann ja nicht,
- 48:52Jan: das kriegst ja nicht hin und ich musste da wirklich einen Zahlencode durchgeben
- 48:55Jan: meinen Namen sagen die Kartennummer von wegen und denen sagen okay ich halte das Konto wieder frei,
- 49:02Jan: das ist alles okay, ihr könnt das Kontin wieder freischalten.
- 49:05Jan: Und dann habe ich wirklich diese Maschine, hat der Chefarzt diese Maschine angeschlossen.
- 49:10Jan: Ja, diese Beatmungsmaschine, das war nur so eine mobile.
- 49:13Jan: Und dann hatte ich so eine roboterartige Stimme und habe da in meiner Bank angerufen
- 49:18Jan: und habe meine Kartennummer vorgelesen und habe die gesagt, hey,
- 49:22Jan: ihr müsst das Kontin wieder freischalten.
- 49:24Sophie: Wahnsinn.
- 49:25Carsten: Und da haben die nicht gesagt, was haben sie denn für eine komische Stimme?
- 49:28Sophie: Nee, er hatte ja den Code. und weißigen Sachen.
- 49:30Jan: Genau, ich musste nur meinen Geburtsdatum, meinen Namen und diesen Zahlenkurs haben.
- 49:35Jan: Und das Konto wieder freigeschaltet und dann hat mein Team aus dem Office ein
- 49:41Jan: Video geschickt, wie halt alle gejubelt haben, dass wir so eine Kundensahlung
- 49:45Jan: wieder betätigen konnten.
- 49:47Jan: Also das war auch wirklich ernsthaft businesskritisch in dem Moment.
- 49:50Sophie: Ja, ist es ja auch. Also wenn du schon nur geringfügige gesundheitliche Einschränkungen
- 49:55Sophie: ja wirklich gerade in so einer Position als geschäftsführender Mensch kann das
- 49:59Sophie: ja schon businesskritisch sein. Also das ist ja schon Wahnsinn eigentlich.
- 50:04Jan: Also ich war wirklich nur zwei, drei Wochen arbeitsunfähig und dann habe ich
- 50:08Jan: langsam Schritt für Schritt schon in der Klinik angefangen, alles langsam aufzubauen.
- 50:16Jan: Und dann kam einer vom Sanitätshaus und meinte, hier, so kann man es zu einem Computer bedienen.
- 50:24Jan: Und die erste Bedienung war so eine Art Kopfsteuerung und die benutze ich bis heute.
- 50:30Jan: Also ich habe so einen kleinen Silberpunkt auf meiner Stirn,
- 50:34Jan: so eine Art Webcam auf meinem Laptop und diese Webcam sieht meine Kopfbewegung.
- 50:41Jan: Anhand dieses Reflektor-Punks erkennt die, dass mein Kopf sich bewegt und das
- 50:46Jan: übersetzt sie direkt in Mausbewegung.
- 50:50Jan: Also mein Kopf ist meine Maus, das ist praktisch eine Kopf-Maus-Steuerung.
- 50:55Carsten: Und wenn du mit rechts zwingerst, das ist kein Flirten, sondern das Kontextmenü geht auf.
- 51:01Jan: Genau, das ist die richtige Frage. Und wie klickst du jetzt?
- 51:05Jan: Das geht tatsächlich, das mache ich nicht, sondern ich klicke automatisch nach
- 51:11Jan: einer Viertelsekunde, wenn ich die Maus nicht bewege.
- 51:16Jan: Dann habe ich noch eine Bildschirmtastatur, da kann ich dann auch auf Doppelklick,
- 51:20Jan: Rechtsklick, Pause oder Drag & Drop gehen. Genau, dass ich nicht die ganze Zeit am Klicken bin.
- 51:27Carsten: Also um es mal physisch zu übersetzen, du kannst deinen Kopf noch beziehungsweise
- 51:32Carsten: wieder bewegen, aber demzufolge Arme und alles was abwärts kommt nicht mehr.
- 51:40Jan: Genau, also ich bin so Brust abwärts komplett crashet gelebt,
- 51:45Jan: also Kopf, Nacken und teilweise Schultern, das geht gut. Das ist sehr gut.
- 51:51Jan: Also mein Nacken ist sehr stark, würde ich sagen.
- 51:53Jan: Den habe ich auch durch die Physiotherapie und dadurch, dass ich alles damit
- 51:58Jan: kompensiere, sehr gut ausgebildet.
- 52:01Jan: Der kann sich jetzt fast mit Mike Tyson messen lassen.
- 52:04Sophie: Wow.
- 52:06Carsten: Und wie bist du dann mobil? Also du wirst wahrscheinlich ein Powerchair,
- 52:13Carsten: also ein Elektrorollstuhl benutzen, richtig?
- 52:16Jan: Genau, mit Kindsteuerung.
- 52:18Carsten: Mit Kindsteuerung.
- 52:19Jan: Ja.
- 52:21Jan: Und ich bin damit sehr mobil mit meinem Elektroreichter. Und auch sehr schnell.
- 52:30Jan: Normalerweise wird der immer so mit 6 kmh ausgeliefert. Das ist schon eine schnelle
- 52:34Jan: Schrittgeschwindigkeit. Das ist schon sehr flott. 6 kmh.
- 52:38Jan: Aber den kann man entdrosseln. Das ist nur eine Softwarefrage.
- 52:41Jan: Und dann ist er 12 kmh schnell.
- 52:43Sophie: Hat er gleich gecrackt.
- 52:48Carsten: Sehr schön. Ja, ich weiß. Mich hat fast mal jemand wie du über den Weg gefahren.
- 52:54Carsten: Der Blinde sieht es nicht kommen auf dem Gehweg, sag ich mal.
- 52:58Jan: Ja, sehr schön. 12 kmh ist ein flotter Jogger.
- 53:03Sophie: Wollte ich gerade sagen, das wäre meine Wunsch-Jogging-Tempo,
- 53:06Sophie: das kriege ich nicht hin.
- 53:09Jan: Meine Pfleger haben, also ich habe einen E-Scooter für meine Pfleger und ein kleines Fahrrad.
- 53:14Sophie: Sehr gut, ja.
- 53:16Carsten: Da bist du aber da bist du dann aber wirklich ein sehr fairer Chef.
- 53:20Carsten: Andere würden sagen, hier, Kondition, Freunde.
- 53:23Sophie: Renne, renne.
- 53:26Carsten: Lauft, kommt bitte immer in Joggingkleidung zur Schicht.
- 53:30Jan: Ah, schön. Ja, immer wenn ich spazieren gehe mit jemandem und mein Rolli dann
- 53:33Jan: halt auf dreieinhalb kmh oder vier kmh stelle, dann fühle ich mich halt so,
- 53:38Jan: als würde halt ein Fußgänger sein Fahrrad die ganze Zeit schieben.
- 53:43Sophie: Das heißt, du bist auch ein fast Rolli-Walker, wenn man so will. Sag mal gut.
- 53:51Jan: Genau, ich bin super mobil und ich habe auch ein Auto, was mein Rolli mitnimmt.
- 53:55Jan: Also Mobilität ist für mich eigentlich überhaupt kein Thema.
- 53:58Carsten: Und du kannst das Auto, steuerst du selbst? Nee.
- 54:02Jan: Nee, ehrlich gesagt, ich bin nicht so der Auto da. Das ist auch mein erstes
- 54:06Jan: Auto. Ich habe meinen Führerschein gemacht mit 18.
- 54:12Jan: 5000 Kilometer gefahren während der Führerscheinprüfung. Später im Zivildienst
- 54:16Jan: noch mal 5000 gefahren und seitdem nie wieder.
- 54:20Jan: Ich lasse mich gerne fahren.
- 54:22Carsten: Alles klar. Ich bin ja so ein Autonahr. Das ist ja bei mir zum Beispiel eine
- 54:27Carsten: der Sachen, wo ich sage, das vermisse ich wirklich, selber Autofahren zu dürfen.
- 54:33Carsten: Und da noch die zweite Frage, dann hast du ja wahrscheinlich auch,
- 54:36Carsten: ich bin jetzt auch mittlerweile stolzer Besitzer eines Schwerbehindertenparkplatzes
- 54:41Carsten: mit Nummer. Ja, sowas wirst du ja wahrscheinlich auch haben.
- 54:45Jan: Ja.
- 54:46Carsten: Musst du auch so auf die Polizei rufen und abschleppen lassen?
- 54:50Jan: Habe ich auch. Ne, muss ich zum Glück nicht. Okay. Auf Schicksal-Glück, also habe ich mir.
- 54:57Jan: Ich wohne in einem großen Wohnkomplex und einem Neubau mit 250 Wohnungen.
- 55:02Jan: Und die haben auch eine WhatsApp-Gruppe. Und wenn da einer parkt,
- 55:06Jan: dann ist das ein Foto in der WhatsApp-Gruppe.
- 55:11Sophie: Kannst du noch was lernen? Du musst dir eine WhatsApp-Gruppe in der Straße machen.
- 55:14Carsten: Ja, ich habe es ja mittlerweile, also Jan, das ist wirklich ein Thema,
- 55:18Carsten: das beschäftigt mich seit Ende letzten Jahres.
- 55:20Carsten: Also ich habe sogar, weil ich dann freundliche Zettel an Autos geklebt habe,
- 55:25Carsten: eine Strafanzeige wegen Sachbeschädigung bekommen. Kein Witz.
- 55:30Carsten: Und die ist jetzt zum Glück, hat die Staatsanwaltschaft entschlossen,
- 55:36Carsten: kein Strafverfahren einzuleiten, kein Ermittlungsverfahren.
- 55:39Sophie: Nächster Podcast aus dem Knast.
- 55:41Carsten: Nächster Podcast aus dem Knast. Ich habe meiner Familie in dem Moment mitgeteilt,
- 55:45Carsten: jetzt wird es doch nichts mit der kriminellen Verwandtschaft.
- 55:47Carsten: Das tut mir leid. Aber gut.
- 55:50Jan: Habe ich auch mal gemacht. Der
- 55:52Jan: Stick, aber den muss ich eigentlich nochmal drucken. Der war echt cool.
- 55:56Jan: Das war dieser weiße Rolli auf blauem Hintergrund. Das ist ein Standard-Symbol.
- 56:00Jan: Aber der hat halt so die Silhouette einer Kalaschnikow in der Hand.
- 56:07Sophie: Sehr schön. Ja, den brauchst du, Carsten.
- 56:09Carsten: Ja, den brauche ich.
- 56:10Sophie: Ich glaube, das ist wahrscheinlich auch, die müssen sich erst mal dran gewöhnen hier in deiner Straße.
- 56:14Carsten: Nein, nein, ich wollte ja gerade den Fortschritt mal beschreiben.
- 56:18Carsten: Also die nahen Nachbarn haben es jetzt wirklich verstanden.
- 56:22Carsten: Jetzt ist das Problem, dass ich in der Nähe eines großen Berliner Veranstaltungsortes
- 56:27Carsten: für Konzert und sonst irgendwas wohne.
- 56:31Carsten: Und jetzt mittlerweile, also zuletzt war Reutlingen, davor war glaube ich Wiesbaden.
- 56:38Carsten: Also lauter Leute, die halt offensichtlich nicht ortskundig sind oder aus so
- 56:45Carsten: entfernten Städten und Gemeinden kommen,
- 56:49Carsten: wo offensichtlich Rolly Parkplatz nicht bekannt ist.
- 56:54Sophie: Verrückt.
- 56:55Carsten: Und dann kommt immer der nette Herr mit der, wie sagte der Polizist letztens,
- 57:01Carsten: ich habe die Rolle schon bestellt.
- 57:03Carsten: Also das scheint so eine Fachschirmung für Abschleppwagen zu sein. Genau.
- 57:09Sophie: Jan, was mich noch interessiert würde, weil das ist was, was man ja häufig auch
- 57:13Sophie: hört, ist, dass wenn du sagst, dass du nach zwei Wochen da schon wieder die
- 57:17Sophie: ersten Maßnahmen für die Firma gemacht hast, das hat dir wahrscheinlich auch geholfen.
- 57:21Sophie: Also dieses wieder rein in die sogenannte Normalität oder was auch immer das
- 57:25Sophie: sein soll oder in dieses wieder irgendwo mal was anderes zu machen als den ganzen
- 57:31Sophie: Tag die Gesundheit an der Gesundheit zu basteln,
- 57:35Sophie: das ist sicherlich auch was, was dir dann geholfen hat, oder?
- 57:40Jan: Ja, klar, total. Und es war und blieb auch eine enorme Herausforderung.
- 57:44Jan: Ja, ist klar. Also, klar, ich musste es neu lernen, den Computer zu bedienen.
- 57:50Jan: Das war am Anfang sehr langsam, also wirklich am Anfang Buchstabe für Buchstabe. Ja.
- 57:55Jan: Und es war auch sozial eine enorme Herausforderung, also vom Krankenhaus zu
- 57:59Jan: arbeiten, während der Rest, es war ja noch pre-Covid.
- 58:04Jan: Stimmt. Da war ich schon sozial auch innerhalb der Firma isoliert.
- 58:09Jan: Damals hat man noch nicht automatisch Meeting Notizen machen können und damals hat man,
- 58:17Jan: dieses Remote noch nicht so gelebt und dass man da gleichberechtigt ist das
- 58:23Jan: hat sich dann radikal geändert mit Corona das war dann auch für mich ein totaler
- 58:27Jan: Enabler, weil ich dann auf einmal gleichberechtigt war,
- 58:33Jan: das war schon eine enorme Herausforderung es hat keinen Spaß gemacht,
- 58:36Jan: da gab es eine Menge Frustration für mich persönlich auch mit meinen sozusagen
- 58:41Jan: Mitgründern und Kollegen.
- 58:44Sophie: Aber trotzdem so ein gemeinschaftlicher Wille, das hinzukriegen oder hast du
- 58:49Sophie: dann auch gedacht, da gab es vielleicht ein, zwei Mitarbeitende oder so,
- 58:52Sophie: die es einfach nicht checken und wo du denkst, nee, das funktioniert so nicht?
- 58:59Jan: Genau, das war wirklich von Person zu Person unterschiedlich.
- 59:02Jan: Die Leute haben das gecheckt und andere leider nicht.
- 59:07Jan: Ich habe auf jeden Fall da harte Lektionen lernen müssen und auch lernen müssen,
- 59:13Jan: wer die größten Unterstützer und die besten Freunde sind.
- 59:18Carsten: Ich glaube, der im Grunde eigentlich auch vergutet ist. Dieser
- 59:28Carsten: Aussortierungsprozess. mir persönlich hat der Retrospektiv sehr gut getan.
- 59:35Carsten: Habt ihr denn noch wirklich ein Büro, wo du hinfährst auch mal zum Arbeiten
- 59:42Carsten: oder bist du jetzt ausschließlich sozusagen von zu Hause arbeitend?
- 59:47Jan: Mittlerweile ausschließlich zu Hause.
- 59:51Carsten: Und Computerbedienung. Jetzt hol mich mal ab.
- 59:56Carsten: Du hattest schon mit dieser Punktsteuerung, mit der Reflexion gesprochen.
- 1:00:05Carsten: Jetzt machst du ja COO, da sind viele Zahlen mit im Spiel.
- 1:00:11Carsten: Du arbeitest mit Paragraphen, wenn ich es richtig verstanden habe.
- 1:00:18Carsten: Wie hole ich mal ab? Wie interagierst du sonst noch mit dem Computer?
- 1:00:23Carsten: Du wirst ja nicht nur alles händisch eintippen, sondern welche Tools besuchst du sonst noch?
- 1:00:29Carsten: Also was ist für dich so, wo du sagst, ey, das ist richtig geil?
- 1:00:34Jan: Ja, gerne. Also ich fange mal an mit dem Smartphone.
- 1:00:38Jan: Das ist schon zentral, mittlerweile ja auch viel zentraler als der Computer im klassischen Sender.
- 1:00:47Jan: Da benutze ich natürlich die digitalen Assistenten AK Siri. Der ist extrem wichtig für mich.
- 1:00:56Jan: Und Voice Control hat mein iPhone.
- 1:00:59Jan: Das heißt, ich kann dann halt sagen, open Gmail, open WhatsApp,
- 1:01:05Jan: lock Screen, turn Volume up.
- 1:01:07Jan: Also kann die ganzen Einstellungen vom Handy sehr schnell und meistens auch
- 1:01:13Jan: schneller als mit dem Finger bedienen.
- 1:01:16Jan: Ich sage dann, hey Siri, sende eine WhatsApp-Nachricht an Sophie.
- 1:01:19Jan: Hallo Sophie, wie geht es dir?
- 1:01:21Jan: Ich hoffe, dir geht es gut und sehen wir uns morgen.
- 1:01:25Jan: Bis bald, liebe Grüße. Ja, zack. Und ich habe die Nachricht geschrieben. Zen, ja, bitte Zen.
- 1:01:31Jan: Und es ist schneller, als jeder tippen kann. Also manchmal, wenn man dazu gezwungen
- 1:01:35Jan: ist, tatsächlich auch eine totale Beschleunigung, eine totale Befähigung in dem Fall.
- 1:01:42Jan: Und dann, ich kann ja meine Hände nicht benutzen, habe ich noch ein sogenanntes
- 1:01:48Jan: Switch-Control-System.
- 1:01:51Jan: Ich habe einen Kopfbutton, der in meinem Rollstuhl ist. Da klicke ich mit meinem
- 1:01:55Jan: Kopf gegen. Der macht einfach nur Klick.
- 1:01:58Jan: Wer kann da nicht? Außer einen Klick. Der ist mit meinem Handy über Bluetooth verbunden.
- 1:02:03Jan: Und damit kann ich dann Fingerbewegungen imitieren. Und eigentlich alles, was du machen kannst.
- 1:02:11Jan: Wow. Ich kann dann auf Pixel genau auf einen bestimmten Punkt im Handy hinklicken,
- 1:02:17Jan: Doppelklick hin- und herschieben, etwas öffnen und damit auch das Kontextmenü
- 1:02:24Jan: öffnen und damit alle Einstellungen,
- 1:02:26Jan: des Handys mehr oder weniger, manche viel schneller,
- 1:02:30Jan: manche ein bisschen langsamer, manche besser und weniger gut imitieren und letztendlich
- 1:02:37Jan: bewegen und nur mit einem einfachen Buttonklick.
- 1:02:41Jan: Für meinen,
- 1:02:44Jan: Für meinen Computer, wie gesagt, die Kopfmaus.
- 1:02:48Jan: Dann habe ich ein Tischmikrofon mit Schwanenhals, was jetzt direkt vor mir ist,
- 1:02:54Jan: was sehr präzise, präziser als meistens alle anderen Mikrofone, was aufnimmt.
- 1:03:01Jan: Das Mikrofon sieht man jeden Tag im Fernsehen, bei jeder Pressekonferenz oder
- 1:03:06Jan: wenn jemand im Parlament spricht, hat man meist so ein Schwanenhalsmikrofon vor.
- 1:03:12Jan: Hintergrund ist, es macht einen großen Unterschied, ob die Sprache zu 90,
- 1:03:16Jan: zu 95 oder zu 99 Prozent genau erkannt wird.
- 1:03:19Jan: Dementsprechend muss ich nur jedes zehnte Wort oder jedes hunderte Wort nachkorrigieren.
- 1:03:25Jan: Ein gutes Mikrofon ist extrem wichtig.
- 1:03:29Jan: Allgemein gutes Headset ist extrem wichtig, in welcher Lage man gerade ist.
- 1:03:35Jan: Eins mit Noise Cancelling ist mega cool, mega wichtig.
- 1:03:38Jan: Oder ob man unterwegs ist oder ob es im Ohr ist oder um das Ohr herum.
- 1:03:45Jan: Wenn man das lange trägt und viel mit sich trägt und zu Hause ist.
- 1:03:50Jan: Dann benutze ich den Dwell-Klick, hat es schon gesagt. Der klickt automatisch
- 1:03:56Jan: nach einer Viertelsekunde.
- 1:03:58Jan: Ich habe ein virtuelles Keyboard, wo man auch Autovervollständigung hat.
- 1:04:02Jan: Schnell zwischen Sprachen wechseln kann.
- 1:04:05Jan: Ich tippe zwei Buchstaben. Er merkt sich auch Sachen.
- 1:04:08Jan: Ich benutze Abkürzungen. Also ich tippe JG und dann ist Jangos Licky da.
- 1:04:15Jan: Oder ich tippe GJ und dann ist es jangoslicky at gmail.com. Ah, cool.
- 1:04:21Jan: Ich tippe in meine Adresse sozusagen.
- 1:04:24Jan: Ich nutze natürlich vor allem Diktiersoftware und Diktieren und copy-paste das
- 1:04:31Jan: dann rein oder schreibe direkt in die E-Mail.
- 1:04:34Jan: Und kommandiere auch. Genauso wie ich das Handy zum Diktieren und Kommandieren
- 1:04:38Jan: benutze, kann ich auch beim Computer Befehle benutzen.
- 1:04:42Jan: Das sind so die wichtigsten Tools für den Computer und mein Smartphone.
- 1:04:48Carsten: Und mit Smartphone bist du sozusagen im Apple-Space mit dem Computer auch?
- 1:04:55Jan: Genau, die integrieren sich nahtlos, was unglaublich passend ist.
- 1:05:01Jan: Sie sind wirklich, Apple ist da schon sehr weit voraus, muss ich sagen.
- 1:05:08Jan: Windows hat so ein bisschen die Vorteile, die Schnittstellen sind alle offen.
- 1:05:12Jan: Apple Space ist natürlich, klar, dieses Closed Source in sich extrem benutzerfreundlich.
- 1:05:21Jan: Mit Windows ist das eher so, oder Linux ist das eher für die Macher,
- 1:05:25Jan: die auch selber die Schnittstellen bedienen können.
- 1:05:27Jan: Und damit kann man natürlich autonomer agieren, ist aber schon meistens aufwendig
- 1:05:33Jan: oder für die technisch versierteren Nutzer.
- 1:05:40Carsten: Spannend, sehr, sehr spannend. Naja, aber auch in einer blinden und sebernden
- 1:05:44Carsten: Szene, die nutzen auch ganz viel Apple und Mac halt, also iPhone,
- 1:05:50Carsten: iPads und Mac-Computer,
- 1:05:52Carsten: weil da die Sprachausgabe, Spracheingabe und auch Bildschirmvergrößerung schon vorintegriert ist.
- 1:06:00Carsten: Und bei Windows, jetzt sind die Preise wieder hochgegangen für so eine Software,
- 1:06:05Carsten: die ich hier habe, die kostet mittlerweile 1000 Euro. Also Irrsinn.
- 1:06:10Sophie: Ich habe das mal versucht, so einer Frau von einer Rentenversicherung,
- 1:06:13Sophie: da ging es um eine Arbeitseingliederung und dann, welche Hilfsmittel die Person braucht.
- 1:06:19Sophie: Und die war dann da irgendwie so, ja, ich brauche jetzt drei Angebote,
- 1:06:21Sophie: habe ich gesagt, wissen Sie was, wenn ich das alles zusammenrechne,
- 1:06:25Sophie: bin ich locker unter dem Preis für ein gutes MacBook oder so ein Airbook oder
- 1:06:29Sophie: was auch immer, wo das alles schon drin ist.
- 1:06:31Sophie: Und dann brauche ich nicht, weil ich musste zum Beispiel bei meinem ersten Arbeitgeber
- 1:06:34Sophie: neun Monate auf die Zoom-Software warten und das war die, die ich am dringendsten brauchte.
- 1:06:39Sophie: Und das sind dann immer so Sachen und ich denke so, ja ist ja schön,
- 1:06:42Sophie: drei Angebote aber da ist halt alles schon drin und ich kenne das auch,
- 1:06:46Sophie: das ist ja auch nochmal the devil you know, das willst du ja dann nicht mehr loslassen irgendwie
- 1:06:51Carsten: Wie ist das bei dir Jan, also da hast du ja auch einen sehr umfangreichen Hilfsmittelbedarf
- 1:06:57Carsten: Rollstuhl, diese Klicksoftware und so weiter und so fort Wie ist da deine Erfahrung
- 1:07:03Carsten: als, du gehst ja wahrscheinlich eher als selbstständig richtig?
- 1:07:08Jan: Das feste ich gerade aus.
- 1:07:10Carsten: Ah, sehr gut. Aber wie ist da so, also du gehst ja eine hohe Geschwindigkeit
- 1:07:17Carsten: in deiner Arbeit, du bist ja immer lösungs- und entwicklungsorientiert,
- 1:07:22Carsten: so wie ich dich aus deinen Erzählungen wahrnehme.
- 1:07:26Carsten: Wie klappt es denn da von Seiten Krankenkassen, vielleicht auch Integrations-
- 1:07:32Carsten: oder Inklusionsämter, heißen sie ja mittlerweile,
- 1:07:35Carsten: mit den unterstützenden Inklusionen für dich an deinem Arbeitsplatz?
- 1:07:43Jan: Genau, also ich war eigentlich immer angestellter Geschäftsführer und bin das
- 1:07:48Jan: bis heute und war nie alleine,
- 1:07:52Jan: entscheidungsbefugt, sondern immer gemeinsam also bin ich eigentlich nicht selbstständig
- 1:07:56Jan: aber in dem Moment, wo ich dann mal Arbeitslosengeld beantragt habe,
- 1:08:00Jan: haben sie es mir abgelehnt und das muss ich jetzt gerade ausfechten,
- 1:08:04Jan: obwohl ich natürlich die ganzen Beiträge bezahlt habe Gut.
- 1:08:10Jan: So heißt Eigentlich bin ich angestellt und sozialversicherungspflichtig tätig jetzt die ganze Zeit.
- 1:08:16Jan: Deshalb war die Arbeitsagentur immer mein Ansprechpartner für die Finanzierung meiner Unternehmung.
- 1:08:24Jan: Und ich muss sagen, die hatten auch immer ganz gute Kassen gehabt.
- 1:08:28Jan: Ich weiß nicht, wie es jetzt aktuell ist.
- 1:08:30Jan: Und die haben mich wahnsinnig gut unterstützt und unkompliziert, muss ich sagen.
- 1:08:36Jan: Also das heißt, die Finanzierung und den Umbau des Autos.
- 1:08:41Jan: Zum Beispiel, haben die finanziert. Also Wahnsinn.
- 1:08:46Jan: Das Auto hat jetzt bald 100.000 auf dem Tacho nach fünf Jahren.
- 1:08:51Jan: Da habe ich denen unglaublich viel zu verdanken.
- 1:08:54Jan: Ansonsten hätte ich halt den Fahrdienst gehabt.
- 1:08:57Jan: Das wäre viel jetzt dann nicht gegangen.
- 1:09:01Jan: Zur Kasse, ja, da muss man immer kämpfen.
- 1:09:05Jan: Also der Widerspruch ist immer leicht oder eine Ablehnung ist immer leicht geschrieben. Ähm,
- 1:09:11Jan: Das war nie einfach und das hat vor allem angefangen, nicht mal mit Hilfsmitteln,
- 1:09:16Jan: sondern einfach mit meiner außerklinischen Intensivpflege, früher häusliche
- 1:09:19Jan: Krankenpflege, haben die erstmal abgelehnt.
- 1:09:22Jan: So habe ich erstmal ein halbes Jahr einen Rechtsstreit gehabt und musste ein
- 1:09:25Jan: halbes Jahr länger in der Reha bleiben, wie ich das ausgefochten habe.
- 1:09:31Jan: Das haben sie dann fünf Jahre später jetzt nochmal angefechtet.
- 1:09:36Jan: Ohne Anwalt geht da gar nichts.
- 1:09:37Carsten: Ja, und die noch zu finden, die sich da im Spezialgebiet auskennt,
- 1:09:42Carsten: das ist auch immer noch so die große Herausforderung.
- 1:09:44Carsten: In dem Dschungel kennen sich auch nur weniger aus.
- 1:09:47Jan: Das stimmt. Und das Sozialrecht und im Sozialrecht sind das meistens nicht die
- 1:09:51Jan: wohlhabendsten Patienten.
- 1:09:53Jan: Das heißt, das war für die Anwälte nicht das attraktivste Feld unterwegs zu
- 1:09:58Jan: sein. Dann arbeiten sie wahrscheinlich eher für die Krankenkasse als für die Patienten.
- 1:10:02Jan: Das ist tatsächlich nicht einfach. Ich hatte ein ganz interessantes Setup.
- 1:10:08Jan: Also ich bin im persönlichen Budget unterwegs.
- 1:10:12Jan: Ich bin im Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Modell unterwegs.
- 1:10:16Jan: Das heißt, dass ich keinen Pflegedienst habe, um meine Pfleger und Pflegerinnen,
- 1:10:23Jan: die mich versorgen, einzustellen.
- 1:10:27Jan: Und in diesem Budget ist immer ein Beratungsbudget dabei.
- 1:10:31Jan: Für meine Lohnbuchhaltung und für meinen Anwalt, der die Kasse verklagt, die ihm besagt.
- 1:10:41Jan: Natürlich macht er das nur für sinnvolle Sachen und wir machen das nur für sinnvolle Sachen.
- 1:10:46Jan: Zum Beispiel wollte ich unbedingt einen zweiten E-Rolli haben.
- 1:10:51Jan: Mein erster E-Rolli war einfach wartungsanfällig.
- 1:10:55Jan: Und wenn der gewartet wird, falls meine Kindsteuerung mal kaputt ist,
- 1:11:00Jan: muss ich halt im Bett bleiben.
- 1:11:01Jan: Kann ich nicht ins Office fahren, kann ich nicht zu Geschäftstermin fahren,
- 1:11:04Jan: kann ich nicht zur Physiotherapie fahren.
- 1:11:07Jan: Ich verstehe ja, dass wenn er nur ein paar Tage kaputt ist, dass man nicht gleich
- 1:11:10Jan: einen zweiten, neuen E-Rolli braucht. Aber der war mehrfach häufig wochenlang kaputt.
- 1:11:15Jan: Und ihr kennt ja die Prozedur, dann braucht man ein Rezept, dann schickt man
- 1:11:18Jan: das Rezept ein, dann kriegt man einen Kostvorschlag und einen Kostvorschlag
- 1:11:21Jan: schickt man an den Hersteller, der Hersteller fragt den Hersteller, habt ihr das Teil?
- 1:11:28Carsten: Nein, das muss erst angefertigt werden.
- 1:11:31Jan: Das muss erst angefertigt werden, dann bauen wir es ein und dann können wir
- 1:11:34Jan: das abholen oder dann muss ich einen Termin machen, dass es jemand abholt,
- 1:11:37Jan: dann holt das ab und dann muss es installiert werden.
- 1:11:40Jan: Das sind nicht zwei Tage, das sind zwei Wochen oder was auch immer, wenn man gut ist.
- 1:11:46Jan: Und dann habe ich es zum Glück durchgedrückt bekommen, dass ich einen zweiten
- 1:11:49Jan: Elektrogerstuhl gekriegt habe.
- 1:11:51Jan: Und da muss ich dann auch sagen, Dankeschön, liebe Kasse, dass ihr das gemacht habt.
- 1:11:56Jan: Weil so ein Ding ist ja, kann man sich auch einen neuen Mercedes kaufen.
- 1:12:00Carsten: Ja, aber im Gegensatz zum Mercedes ist es halt für dich eine Lebensgrundlage
- 1:12:06Carsten: und kein Luxusobjekt. Das ist halt so.
- 1:12:10Carsten: Aber ich kenne das auch. Bei mir war es damals so Arbeitsplatzausstattung.
- 1:12:14Carsten: Da habe ich durchgedrückt bekommen, dass ich zwei Laptops bekomme.
- 1:12:19Carsten: Weil du weißt ja, wie es ist, Jan.
- 1:12:24Carsten: Die Software hakt mal irgendein Update, verträgt sich dann nicht mit der spezial
- 1:12:28Carsten: angefertigten, in Anführungszeichen, behinderten Software.
- 1:12:32Carsten: Das ganze System stürzt ab und du kannst erst mal drei Tage nicht arbeiten. Funktioniert nicht.
- 1:12:37Carsten: Geht einfach nicht. Ja, aber da muss man halten, möchte ich schlau sein,
- 1:12:43Carsten: so eine Sachen auch für sich selbst mitzudenken und zu planen,
- 1:12:48Carsten: weil die anderen tun es nicht für einen.
- 1:12:51Carsten: Ja, von daher nehme ich dich auch sehr innovativ und autodidakt mit und da auch
- 1:12:55Carsten: meine Frage, du sagtest 20 Monate Rehabilitation, klar.
- 1:13:00Carsten: Der physische Aspekt ist der eine, psychisch hat es ja auch schon mal zumindest
- 1:13:08Carsten: angedeutet, dass du da nicht unbegleitet geblieben bist,
- 1:13:12Carsten: aber dieses Erlernen, Erdenken,
- 1:13:18Carsten: Aufsetzen neuer Arbeitstechniken, Strategien, wie bist du denn da vorgegangen?
- 1:13:32Jan: Da habe ich wirklich nichts verändert, ehrlich gesagt. Mein Motto ist,
- 1:13:37Jan: ich esse gerne Probleme zum Frühstück.
- 1:13:41Sophie: Das ist ja großartig.
- 1:13:44Jan: Aber klar, das ist Mindset, ja. Doch eine Lektion habe ich gelernt von einem
- 1:13:51Jan: Psychotherapeuten in einer Intensivstation.
- 1:13:55Jan: Das vergesse ich bis heute nicht.
- 1:13:58Jan: Er hat gesagt, der Tag meines Unfalls ist ein Tag in meinem Tagebuch und es
- 1:14:05Jan: ist nicht der Titel meines Tagebuchs.
- 1:14:07Sophie: Sehr gut, ja.
- 1:14:09Carsten: Mhm.
- 1:14:10Sophie: Das ist ganz toll. Das ist wirklich schön.
- 1:14:13Carsten: Genau.
- 1:14:14Sophie: Also mit Ich esse gerne Probleme zum Frühstück hast du mir übrigens gerade die
- 1:14:18Sophie: Steilvorlage für den Titel dieser Sendung gegeben, wenn ich das benutzen darf. Das ist großartig.
- 1:14:25Carsten: Nee, und was Ich meinte es ja nicht nur psychologisch, sondern auch von einer,
- 1:14:29Carsten: ich zum Beispiel habe mich irgendwann von diesen, möglichst entkoppelt von diesen
- 1:14:37Carsten: behinderungsspezifischen Produkten.
- 1:14:40Carsten: Ja, wir hatten das ja schon mal mit Apple gerade, so als Thema.
- 1:14:44Carsten: Aber alles, was in Deutschland den Stempel Hilfsmittel trägt,
- 1:14:48Carsten: ist teuer, ist kompliziert, wenn es mal gewartet oder erneuert werden muss oder
- 1:14:55Carsten: wie auch immer. und man hat immer wieder diesen ewigen Kampf mit den Kostenträgern.
- 1:14:59Carsten: Das wird jetzt bei deinem E-Rolli nicht funktionieren, da auf Ersatz irgendwie
- 1:15:04Carsten: sich was irgendwo zusammenschrauben zu lassen.
- 1:15:06Carsten: Aber wo bist denn da für dich innovativ geworden, dass du sagst,
- 1:15:12Carsten: da gehe ich auf jeden Fall raus aus diesem Hilfsmittelmarkt,
- 1:15:14Carsten: da nutze ich irgendwas anderes, was eh Open Source zum Beispiel ist,
- 1:15:18Carsten: um mal den Bogen zum Anfang wieder zu ziehen?
- 1:15:20Jan: Ja, mein Lieblingsprodukt ist der Amazon Echo.
- 1:15:26Jan: Also auch mein bester Freund hat mir im Krankenhaus einen der ersten Echo-Geräte hingestellt.
- 1:15:35Jan: Und während ich dann noch so ein komisches Festnetztelefon hatte,
- 1:15:40Jan: wo ich Sprachstörungen versucht habe, das eine totale Katastrophe war.
- 1:15:43Jan: Das ist genau das Mittel, was du besprochen hast.
- 1:15:46Jan: Das war wirklich...
- 1:15:49Jan: Und der Echo, auf einmal konnte ich das Wetter hören, mir einen Wecker stellen,
- 1:15:55Jan: konnte das Licht ändern, konnte Musik spielen, eine Meditation zum Einschlafen,
- 1:16:01Jan: mir ein Hörbuch vorlesen lassen, die Tagesschau abspielen,
- 1:16:07Jan: also Amazon Echo ist wirklich total cool damit kann ich jetzt meine Türen aufmachen
- 1:16:15Jan: meine Projektorleinwand hoch und runter fahren die Vorhänge hoch und runter
- 1:16:19Jan: fahren die Lichter an und aus machen mit Siri geht das so,
- 1:16:23Jan: schau oder ich nutze beides und man kann auch die Taster benutzen die Leute
- 1:16:27Jan: die es können oder halt auch die App also alle drei Dimensionen sozusagen möglich.
- 1:16:35Jan: Aber es ist auch was, nicht nur für Leute mit Behinderung, sondern auch Leute, die faul sind.
- 1:16:40Jan: Naja, also beziehungsweise weil faulen Menschen sind innovativ, weißt du?
- 1:16:46Carsten: Ja, ich bin da ganz bei dir.
- 1:16:48Sophie: Wir können faul auch übersetzen, nicht jede Person ist halt so agil.
- 1:16:52Sophie: Also du warst vorher wahrscheinlich ein wahnsinnig agiler Typ und warst jetzt
- 1:16:57Sophie: gezwungen, da dich irgendwie umzuorientieren.
- 1:16:59Sophie: Manche sind vielleicht von Natur aus fauler, aber ich denke ja auch immer so
- 1:17:03Sophie: alternde Gesellschaft.
- 1:17:05Sophie: Oder, also wir, ich bin jetzt gerade 50 geworden, da kriegst du halt im Freundeskreis
- 1:17:09Sophie: schon mit, dass Leute sagen, oh, ich kann das jetzt irgendwie nicht mehr so
- 1:17:12Sophie: gut und langsam merke ich dies und das und jenes.
- 1:17:14Sophie: Also, wir kommen ja alle irgendwann mal dahin und deshalb ist ja mein Beten
- 1:17:20Sophie: auch immer, dass wir doch bitte beim Design, sei es jetzt in der digitalen als
- 1:17:24Sophie: auch in der analogen Welt,
- 1:17:26Sophie: darauf wieder Rücksicht nehmen und nicht immer Dinge machen,
- 1:17:29Sophie: die kein Schwein mehr bedienen kann.
- 1:17:30Sophie: Also sowohl Able-Person als auch Leute mit Einschränkungen, ne?
- 1:17:36Jan: Genau, ich weiß noch, die Krankenpflegerinnen haben immer mal vergessen, das Licht auszumachen.
- 1:17:43Jan: So ein 100% weißes Licht.
- 1:17:47Sophie: Krankenhauslicht, ey, boah.
- 1:17:48Jan: Und dann musste ich die Notfallklingel klicken, damit die kommen und das Licht
- 1:17:52Jan: ausschalten. Das habe ich mich auch blöd dabei gefühlt.
- 1:17:56Jan: Und dann die erste Anwendung war, ich habe mir so einen Scheinwerfer reingestellt
- 1:18:01Jan: in mein Krankenzimmer und konnte halt das Licht dann selber anderen ausmachen.
- 1:18:05Jan: War einfach mega oder so dimmen, wie ich es haben wollte.
- 1:18:10Jan: Ich habe jedes, jeder Raum hat einen Namen, jedes Licht hat einen Namen bei mir zu Hause.
- 1:18:15Jan: So dass ich es an- und ausschalten kann in der Stimmung zu der Tageszeit oder
- 1:18:19Jan: automatisch, wie ich es haben will.
- 1:18:21Jan: Das ist das Erste und Einfachste, was ich jedem empfehlen kann,
- 1:18:25Jan: was dieses Smart Home angeht.
- 1:18:28Jan: Und das Zweite ist ein Thermostat. Es gibt diese smarten Thermostate,
- 1:18:32Jan: wo du genau einstellen kannst, zu welcher.
- 1:18:35Jan: Tageszeit, welche Temperatur du in welchem Raum haben möchtest,
- 1:18:39Jan: die automatisch erkennen, ob du zu Hause bist oder nicht oder ob ein Fenster offen ist oder nicht.
- 1:18:46Jan: Total cool. Ein Ventilator oder ein Luftreiniger ist auch cool.
- 1:18:51Jan: Im Winter wie im Sommer oder ein Luftherhitzer.
- 1:18:54Jan: Macht auch richtig Spaß. Kann man auch einen Schlafmodus machen,
- 1:18:58Jan: mit der Sprache einstellen und so.
- 1:19:01Jan: Das sind so die drei Sachen zusammen mit den Vorhängen, die ich auf jeden Fall
- 1:19:07Jan: jedem ans Herz legen kann, wo man kein Hilfsmittel braucht.
- 1:19:12Jan: Da kann man Markenprodukte kaufen. Ich glaube, die kennt jeder.
- 1:19:15Jan: Aber es gibt da auch günstige Varianten zum Einstieg.
- 1:19:20Sophie: Ja, das wäre ja auch wünschenswert, dass eigentlich alles so designt ist,
- 1:19:24Sophie: dass es eben für alle one size fit so, dass es für alle passt.
- 1:19:29Carsten: Das Spannende ist, ich bringe dann immer in so Workshops und so und ich glaube, Jan, genau so lebst du.
- 1:19:36Carsten: Zum Thema, wie sieht eine barrierefreie Wohnung aus, sage ich immer zu den Leuten,
- 1:19:41Carsten: wie sieht denn ihre Traumwohnung aus?
- 1:19:43Carsten: Dann heißt es immer, ja, mit Fahrstuhl, gleich am besten aus der Tiefgarage,
- 1:19:51Carsten: bodentiefe Fenster, keine Schwellenbreite,
- 1:19:54Carsten: hohe Türen, viel Raum und ein bisschen Luxus und so weiter.
- 1:20:01Carsten: Aber letztendlich, was die Leute beschreiben, ist eine zugängliche,
- 1:20:06Carsten: eine accessible Wohnung.
- 1:20:08Carsten: Das ist immer so spannend, dass das bei uns so mit Luxus konnotiert ist oder verknüpft ist,
- 1:20:13Carsten: aber letztendlich nur einen Lebensraum beschreibt, in dem man der möglichst
- 1:20:18Carsten: vielen Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten ein selbstständiges Wohnen ermöglicht.
- 1:20:25Sophie: Ja, und das finde ich auch in dem, was du jetzt beschreibst,
- 1:20:28Sophie: wie dein Weg war, dann auch wieder so schnell in den Beruf reinzugehen und zurückzugehen
- 1:20:34Sophie: zu deiner Tätigkeit und wie das dann alles umgemodelt wurde,
- 1:20:38Sophie: das ist ja, genau sind das ja die Biografien, die wir hier so spannend finden,
- 1:20:42Sophie: weil sie eben zeigen, dass alles machbar ist.
- 1:20:44Sophie: Es gibt immer einen Weg, man muss es wollen und man muss irgendwie das Umfeld
- 1:20:49Sophie: haben und das höre ich bei dir
- 1:20:50Sophie: auch raus, dass du eben einerseits ein sehr starkes soziales Umfeld hast,
- 1:20:54Sophie: aber dann auch eben in der Firma ein paar FürsprecherInnen hattest,
- 1:20:57Sophie: die sich da irgendwie für dich wahrscheinlich auch mit dem Kopf gemacht haben,
- 1:21:01Sophie: so wie dein Kumpel da irgendwie, der sagt, guck mal hier mit dem Echo, das macht voll Sinn.
- 1:21:05Sophie: Also das finde ich einfach, das zeigt ja, dass es nicht Rocket Science ist,
- 1:21:09Sophie: behinderte Menschen einzustellen, sondern es ist eigentlich eine Frage des Wollens. Ja.
- 1:21:18Jan: Voll bei dir.
- 1:21:21Carsten: Da natürlich die Frage, gibt es denn außer dir bei dir in der Firma noch oder
- 1:21:27Carsten: bei euch in der Firma noch Menschen mit einer Behinderung?
- 1:21:32Carsten: Also hat sich da bei euch im HR-Bereich irgendwas verändert durch deine Anwesenheit?
- 1:21:40Jan: Ich glaube kaum. Bis gar nicht, nein.
- 1:21:46Carsten: Und achtet ihr jetzt mehr, weil du musst ja die Interfaces auch,
- 1:21:50Carsten: also die Software, die ihr benutzt und so weiter auch benutzen,
- 1:21:53Carsten: sind denn Sachen, die von dir jetzt da auch in die, zum Beispiel in die Auswahl
- 1:22:01Carsten: von Software, die ihr als Unternehmen benutzt, beziehungsweise auch in eurem
- 1:22:05Carsten: Produkt mit eingeflossen?
- 1:22:08Jan: Nein, auch überhaupt gar nicht. Ganz einfach, weil diese Tools,
- 1:22:11Jan: die ich beschrieben habe, so viel schneller alles zugänglich machen,
- 1:22:15Jan: als dass die Apps zugänglich gestaltet werden.
- 1:22:19Jan: Also es ist ein wahnsinniger Aufwand, eine App zugänglich zu gestalten für alle
- 1:22:24Jan: Dimensionen der Barrierefreiheit.
- 1:22:28Jan: Also ob man jetzt visuell oder physisch oder auditiv sozusagen Limitierung hat,
- 1:22:35Jan: das ist ein gigantischer Aufwand, das so zu betrachten.
- 1:22:39Jan: Und es ist viel einfacher sozusagen für das Individuum, die verschiedenen Software
- 1:22:43Jan: und Tools zu benutzen, um die App zu benutzen tatsächlich.
- 1:22:48Carsten: Die App muss aber trotzdem die entsprechenden Schnittstellen ja mitbringen.
- 1:22:54Jan: Ja, also so habe ich zumindest meine Erfahrung gemacht.
- 1:22:57Jan: Ich kann jetzt nicht viel für andere sprechen, aber mir ist es auch immer so
- 1:23:02Jan: viel einfacher gefallen.
- 1:23:06Carsten: Weil bei uns ist es ja zum Beispiel immer so, wir brauchen ja sozusagen in der
- 1:23:12Carsten: Metadate auch den Text, also zur deutschen Bild, wo es im Hintergrund auch eine
- 1:23:15Carsten: Beschreibung haben, mal für, wenn wir nicht zu Tech sprechen.
- 1:23:21Carsten: Und das kenne ich zum Beispiel von so einigen Apps immer noch,
- 1:23:25Carsten: dass da Texte einfach gar nicht vorlesbar sind.
- 1:23:29Carsten: Also, dass da Informationen kommen, wo ich sage, ja okay, würde ich da mein
- 1:23:34Carsten: Geld reinstecken oder damit verwalten zum Beispiel, würde ich nicht tun.
- 1:23:39Carsten: Weil ich es ja nicht wahrnehmen kann. Und da ist halt die Frage,
- 1:23:44Carsten: wie barrierefrei ist ein Bitwaller.
- 1:23:49Jan: Wir sind in dem Sinne barrierefrei, dass wir Zugang zu Bitcoin geben und Bitcoin reißt Barrieren ein.
- 1:24:00Jan: Und das ist unsere Mission. Ich habe die beiden Sachen jetzt nicht direkt miteinander verknopft.
- 1:24:08Carsten: Vielleicht ist das ja auch noch so ein vielleicht werdet ihr auch noch mal was.
- 1:24:13Sophie: Wir testen auch.
- 1:24:14Carsten: Ja genau. Lieber Jan du kannst es buchen. Wir testen.
- 1:24:19Sophie: Und Carsten hat ja hier im Podcast vor laufenden Kameras gesagt,
- 1:24:22Sophie: dass er mir jetzt 50 Euro monatlich in der Karte überweist.
- 1:24:27Jan: Nicht monatlich, wöchentlich, hatte ich gesagt.
- 1:24:29Sophie: Ach genau, wöchentlich. Danke, Jan, danke.
- 1:24:31Carsten: Okay, super. Da kriege ich jetzt nochmal eine kritische Frage und schon kriege
- 1:24:37Carsten: ich alles auf den Deckel.
- 1:24:38Carsten: Ihr Lieben, Gnade mit mir bitte. Nein, nein.
- 1:24:45Carsten: Und sag mal, Jan, noch eine andere Frage. Weil bei mir steht jetzt bald mal
- 1:24:51Carsten: wieder eine Bahnreise an. Bist du auch mal mit der Bahn unterwegs?
- 1:24:55Jan: Oh Gott.
- 1:24:57Carsten: Das reicht.
- 1:25:03Jan: Also ich war mit dem Rego mal unterwegs, das war super easy,
- 1:25:07Jan: rein und raus irgendwie.
- 1:25:09Jan: Aber dann war ich einmal irgendwie mit einem EC oder IC oder so unterwegs,
- 1:25:14Jan: einer ging und einmal musste ich diesen Lift benutzen.
- 1:25:19Sophie: Hydraulik.
- 1:25:20Jan: Wo man Bahnsteig in die Bahn rein musste und dann musste der Zug irgendwann
- 1:25:26Jan: meine Station früher raus und dann war keiner da.
- 1:25:30Jan: Oh Gott, nie wieder. Also Bahn war für mich wirklich eine absolute Katastrophe
- 1:25:34Jan: und wie ich das jetzt von anderen gehört habe, ist für die meisten immer noch
- 1:25:37Jan: eine größte Katastrophe und da habe ich halt die Komfort von meinem Van,
- 1:25:44Jan: den ich ja dann auch immer vor Ort nutzen kann und den Fahrer,
- 1:25:48Jan: den ich ja dann immer mit und bei mir habe, da vermisse ich die Bahn nicht.
- 1:25:53Jan: Was ich ja zum ersten Mal seit meinem Unfall wieder gemacht habe,
- 1:25:56Jan: letztes Jahr, ich bin tatsächlich wieder geflogen.
- 1:26:00Jan: Und das war echt aufregend. Das war auch mit ein Grund, dass ich um den zweiten E-Rolli haben wollte.
- 1:26:06Jan: Weil ich habe mir so gedacht, oh, ich fliege irgendwo hin und dann geht mein
- 1:26:11Jan: Rolli kaputt. Okay, dann ist es halt kaputt, muss ich wieder zurück nach Hause.
- 1:26:14Jan: Aber dann habe ich da auch keine E-Rolli, das wäre halt blöd.
- 1:26:18Jan: Jetzt habe ich zwei E-Rollis sozusagen und dann habe ich einen Flug nach Wien gemacht letztes Jahr.
- 1:26:24Jan: Da ist so alles schiefgegangen, was schiefgehen konnte.
- 1:26:27Jan: Aber dann habe ich daraus gelernt und dann im zweiten Flug bin ich nach Malaysia
- 1:26:32Jan: geflogen und es hat alles funktioniert. Das war echt geil.
- 1:26:37Jan: Ich war dann wirklich mit dem E-Rolli in zwei Wochen in Kuala Lumpur und das war echt geil.
- 1:26:43Sophie: Schön.
- 1:26:45Carsten: Und die sind auch so, wie sah es aus mit der Barrierefreiheit,
- 1:26:49Carsten: mit der Zugänglichkeit?
- 1:26:53Jan: Jedes Vier-Sterne-Hotel ist barrierefrei.
- 1:26:59Carsten: Wir müssen meine Forderungsliste jetzt an die neue Bundesregierung,
- 1:27:05Carsten: die nehmen ja eh gerade so viele Schulden auf.
- 1:27:07Carsten: Also was ich mit dir mitnehme, lieber Jan, ist ich brauche einen Chauffeur. Punkt eins.
- 1:27:12Jan: Das war ironischerweise schon immer mal mein Traum.
- 1:27:16Carsten: Ja, ja, genau. Aber ich brauche einen Chauffeur. ähm, ja.
- 1:27:21Jan: Ich navigiere gerne, ich fühle gerne die Musik und ich schlafe gerne.
- 1:27:25Sophie: Da bin ich total bei dir, das geht mir genauso. Ich bin eine ganz schlimme Beifahrerin,
- 1:27:29Sophie: wenn ich immer einschlafe. Erst will ich die Musik bestimmen und dann schlafe ich ein.
- 1:27:33Carsten: Nee, ich bin immer, ich navigiere immer mit. Manchmal bremse ich auch mit und
- 1:27:37Carsten: manchmal sage ich, oh, jetzt aber überholen, jetzt gibt's nochmal Gas hier.
- 1:27:40Carsten: Also du bist anstrengender Beifahrer.
- 1:27:42Carsten: Nein, ich bin ein ganz toller Beifahrer.
- 1:27:45Carsten: Nee, also ich brauche einen Chauffeur. Also alle Menschen mit Behinderung sollten
- 1:27:49Carsten: einen Chauffeur bekommen in Deutschland.
- 1:27:51Carsten: Dann entnehme ich, wir sollten nur noch, also unter vier Sterne machen wir es nicht mehr.
- 1:27:58Carsten: Aufgrund der Barrierefreiheit. Genau. Und wir brauchen alle Smart Homes.
- 1:28:05Jan: Ja.
- 1:28:07Sophie: Also Sondervermögen. Sondervermögen ist jetzt schon mal geklärt.
- 1:28:11Carsten: Wir müssen eine Petition aufmachen an Herrn Merz am besten senden und sagen,
- 1:28:19Carsten: hier Inklusion im neuen Zeitalter bedarf.
- 1:28:25Carsten: Ihr braucht die Bahn nicht so barrierefrei zu machen.
- 1:28:29Carsten: Jeder Behinderte braucht einfach nur ein Auto und einen Chauffeur.
- 1:28:32Carsten: Oder eine Chaufföse, wie man halt mag.
- 1:28:37Sophie: Ach toll, was sagt der Kaffeebecher?
- 1:28:40Carsten: Mein Kaffeebecher ist alle.
- 1:28:42Sophie: Wie ist es bei dir, Jan?
- 1:28:45Jan: Ähm, es gibt erst bald Mittag und danach Kaffee.
- 1:28:50Carsten: Ah, sehr gut. Sehr gut, sehr gut. Ja.
- 1:28:56Carsten: Schön war dir auch. Gibt doch ein cooles Tool. Ja, sag mal.
- 1:29:00Jan: Oder zwei coole Tools habe ich doch, die ich euch empfehlen kann.
- 1:29:04Jan: Also eins ist ganz basic.
- 1:29:07Jan: Ähm, ein Blutdruckmessgerät mit Bluetooth.
- 1:29:11Sophie: Oh.
- 1:29:12Jan: Kann ich jeden ans Herz legen. Ja. Er spart eine Menge Schreibarbeit.
- 1:29:19Jan: Wer dokumentieren muss oder will. Das ist echt cool. Dann brauchst du nur noch draufklicken.
- 1:29:26Jan: Dann brauchst du auch keinen Profi, der das misst.
- 1:29:29Jan: Oder hast eine App dazu. Deine Smart Home, Smart Device, das kann ich jedem
- 1:29:36Jan: ans Herz legen. Das ist ein gutes Investment.
- 1:29:39Jan: Und das Zweite hat mir auch mein Freund geschenkt. sind Bluetooth-Sonnenbrillen.
- 1:29:46Jan: Das heißt vielleicht nicht für jeden was, aber damit hat man Kopfhörer und Smart
- 1:29:52Jan: Home und Musik und Telefonieren und gut aussehen, alles in einem.
- 1:30:01Sophie: Krass.
- 1:30:02Carsten: Sehr gut.
- 1:30:03Sophie: Benutzt du dann die Brille auch als Bildschirm? Also ist die Brille...
- 1:30:07Jan: Nein, das nicht. Doch nicht, aber das gibt es auch schon. Die Smart...
- 1:30:12Sophie: Genau.
- 1:30:13Jan: Es gibt auch diese Google Glass, mit denen man die Studios steuern kann.
- 1:30:17Jan: Das ist auch total abgefahren mit Kopfbewegung, Rollstuhlsteuern. Das ist auch cool.
- 1:30:22Sophie: Wir warten natürlich auch ein bisschen auf so Smartglasses, die uns das Gehen
- 1:30:26Sophie: mit Langstock erleichtern oder ohne möglich machen und so.
- 1:30:30Sophie: Das ist natürlich irgendwie, denke ich mir auch immer so, wir haben bald autonomes
- 1:30:33Sophie: Fahren, jetzt muss doch mal für uns bald diese Brille kommen.
- 1:30:37Carsten: Ja, aber mit hoher Wahrscheinlichkeit ist das dann ein Helm mit lauter Einparkhilfen außenrum. Oh Gott.
- 1:30:44Carsten: Die dann vibrieren. Irgendwie so. Was mir noch einfällt, Jan,
- 1:30:48Carsten: vielleicht für dich auch nochmal, weil du vorhin von Kopfhörern sprachst mal.
- 1:30:54Carsten: Knochenlautsprecher. Sagt dir das was?
- 1:30:56Jan: Ja, habe ich auch. Der ist cool.
- 1:30:58Carsten: Genau. Weil das zum Beispiel für Leute wie Sophie und mich, wenn wir halt unterwegs
- 1:31:04Carsten: sind, uns navigieren lassen wollen, aber halt nichts in den Ohren haben sollten.
- 1:31:09Carsten: Ja, weil es gibt halt diese sogenannten Knochenkopfhörer, die den Sound dann
- 1:31:14Carsten: über die Knochen direkt in den Kopf transportieren. Die sind sehr schön.
- 1:31:20Jan: Ja, den habe ich im Winter und die Sonnenbrille halt im Sommer.
- 1:31:23Sophie: Okay, nice.
- 1:31:24Carsten: Perfekt, perfekt, perfekt.
- 1:31:26Sophie: Ja, Mensch, vielen, vielen, vielen Dank, Jan. Das war wirklich ein super spannendes Gespräch.
- 1:31:31Sophie: Wieder viel gelernt und ja, einfach toll. Vielen Dank, dass du da warst.
- 1:31:39Carsten: Ja, du, da kann ich mich nur anschließen. Tausend Dank, dass du uns in deine
- 1:31:43Carsten: berufliche und private Welt mal mitgenommen hast und in deine Geschichte.
- 1:31:49Carsten: Ich ziehe meinen Hut, Jan, und ich hoffe, wir bleiben in Kontakt.
- 1:31:55Sophie: Für die 50 Euro in der Woche.
- 1:31:58Carsten: Naja, die muss ich ja dann bei Bitwalla verdienen, also dann.
- 1:32:03Carsten: Nee, aber wie sagt man auch einen Austausch über Tools, KI und so weiter.
- 1:32:13Carsten: Ich finde es total toll, weil irgendwie nehme ich für mich mit
- 1:32:20Carsten: dass diese Digitalisierung und so weiter dann doch ein wesentlicher Schlüssel auch für
- 1:32:27Carsten: die Teilhabe behinderter Menschen am Arbeitsleben halt ist und man da eigentlich
- 1:32:32Carsten: auch viel mehr den Fokus drauf legen sollte ja
- 1:32:38Carsten: und Probleme zum Frühstück essen, das nehme ich auch mit
- 1:32:44Carsten: In diesem Sinne,
- 1:32:46Sophie: Ihr Lieben.
- 1:32:48Jan: Dankeschön.
- 1:32:48Sophie: Schönes Mittagessen.
- 1:32:50Jan: Es war mir ein Vergnügen.
- 1:32:52Sophie: Uns auch.
- 1:32:52Carsten: Uns auch, ja. Lieben Dank.
- 1:32:53Music: Music
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