Latest / Friedrich Nietzsche Podcast in Deutsch / Menschliches, Allzumenschliches I - Siebentes Hauptstück - 411-419
Transcript
- 0:00Unterkapitel 411 der weibliche Intellekt Nietzsche stellt hier
- 0:06eine interessante These über den Unterschied zwischen Mann und
- 0:09Frau auf. Er behauptet, der weibliche
- 0:12Intellekt zeige sich als vollkommene Beherrschung und
- 0:14Geistesgegenwart. Frauen nutzen alle Vorteile klug
- 0:18aus, diese Eigenschaft vererben sie an ihre Kinder, der Vater
- 0:22hingegen steuert den dunkleren Hintergrund des Willens und der
- 0:24Leidenschaft bei, Nietzsche widerspricht der gängigen
- 0:28Meinung. Männer seien die vernünftigen
- 0:30und Frauen die emotionalen. Er sagt, Frauen haben den
- 0:34Verstand im Sinne von Cleverness und Anpassung, Männer haben das
- 0:38Gemüt und die Leidenschaft, dass Männer intellektuell oft
- 0:42weiterkommen, liegt laut Nietzsche nur daran, dass ihre
- 0:45Leidenschaft, ihr Antrieb, ihren Verstand weiter vorantreibt.
- 0:50Unterkapitel 412 ein Urteil Hesiots bekräftigt.
- 0:57Nietzsche greift ein Urteil des antiken griechischen Dichters
- 1:00Hesiot auf. Dieser bezeichnete Frauen als
- 1:03Drohnen im Bienenkorb, also als Wesen, die nicht arbeiten,
- 1:06sondern sich von anderen ernähren lassen.
- 1:09Nietzsche stimmt dem in gewisser Weise zu und sieht darin ein
- 1:12Zeichen weiblicher Klugheit, er meint, Frauen haben es
- 1:16verstanden, sich durch Unterordnung den größten Vorteil
- 1:18zu sichern, sie lassen sich von den Männern versorgen und
- 1:22beherrschen sie eigentlich dadurch.
- 1:24Selbst Aufgaben wie Kindererziehung oder Haushalt
- 1:27werden von Frauen oft als extrem wichtig und anstrengend
- 1:29dargestellt, damit die Männer diese Tätigkeit weit
- 1:32überschätzen und die Frauen weiterhin unterstützen.
- 1:36Unterkapitel 413 die Kurzsichtigen sind verliebt
- 1:42dieser Abschnitt behandelt die Liebe als eine Art optische
- 1:45Täuschung. Nietzsche sagt scherzhaft, dass
- 1:48manchmal schon eine stärkere Brille genügen würde, um einen
- 1:51Verliebten zu heilen. Er meint damit, dass Liebe oft
- 1:54darauf beruht, dass man die Dinge nicht klar sieht, wenn man
- 1:58die Kraft hätte, sich das Gesicht der Geliebten 20 Jahre
- 2:00älter vorzustellen, würde man vielleicht ganz ruhig und ohne
- 2:04die Wirrungen der Liebe durchs Leben gehen.
- 2:06Die Einbildungskraft spielt also eine entscheidende Rolle beim
- 2:09Verliebtsein, Unterkapitel 414, Frauen im Hass Nietzsche
- 2:17beschreibt, dass Frauen im Zustand des Hasses gefährlicher
- 2:20sind als Männer. Dafür nennt er 2 Gründe.
- 2:24Erstens lassen sich Frauen, wenn sie einmal hassen, durch nichts
- 2:27mehr bremsen, auch nicht durch Fairness oder Billigkeit, sie
- 2:31lassen ihren Hass ungehindert wachsen, bis er extrem wird.
- 2:35Zweitens sind Frauen darauf trainiert, genau die
- 2:38Wundenpunkte bei anderen Menschen zu finden, sie wissen
- 2:41genau, wo es weh tut und stechen dort hinein.
- 2:45Nietzsche vergleicht ihren Verstand dabei mit einem spitzen
- 2:47Dolch. Männer hingegen sind oft
- 2:50gutmütiger oder durch Begriffe wie Ehre zurückhaltender, selbst
- 2:54wenn sie wütend sind. Unterkapitel 415 Liebe nee, in
- 3:02diesem Abschnitt beschäftigt sich Nietzsche mit der Art und
- 3:05Weise, wie Frauen lieben, er stellt die Behauptung auf, dass
- 3:09die übertriebene Verehrung, die Frauen oft mit der Liebe
- 3:11treiben, im Grunde eine Erfindung der Klugheit ist.
- 3:14Das bedeutet, Frauen haben unbewusst oder bewusst eine
- 3:17Strategie entwickelt. Sie erhöhen die Liebe zu etwas
- 3:20Göttlichem und idealem durch diese Idealisierung der Liebe
- 3:25stellen sich die Frauen in den Augen der Männer als etwas
- 3:27unglaublich begehrenswertes und Wertvolles dar, sie machen sich
- 3:31selbst wichtiger und kostbarer, indem sie die Liebe so hoch
- 3:34bewerten. Nietzsche erklärt jedoch, dass
- 3:37durch die jahrhundertelange Gewöhnung an diese Sichtweise
- 3:40etwas passiert ist. Die Frauen haben vergessen, dass
- 3:43dies ursprünglich nur ein kluger Schachzug war.
- 3:47Sie haben sich in ihrem eigenen Netz verfangen.
- 3:49Das Ergebnis ist laut Nietzsche, dass die Frauen nun selbst
- 3:53diejenigen sind, die am meisten getäuscht werden.
- 3:56Sie glauben so fest an diese überhöhte Vorstellung von Liebe,
- 3:59dass sie am Ende mehr leiden als die Männer, wenn die Realität
- 4:03des Lebens und der Partnerschaft nicht diesem hohen Ideal
- 4:06entspricht, erleben Frauen eine schmerzhafte Enttäuschung.
- 4:09Nietzsche meint, dass diese Enttäuschung fast zwangsläufig
- 4:12im Leben jeder Frau eintritt, vorausgesetzt, sie besitzt genug
- 4:15Fantasie und Verstand. Um diese Täuschung und die
- 4:18darauffolgende Enttäuschung überhaupt wahrzunehmen.
- 4:22Unterkapitel 416 zur Emanzipation der Frauen hier
- 4:30stellt Nietzsche die Frage, ob Frauen überhaupt gerecht sein
- 4:33können. Unter Emanzipation versteht man
- 4:36hier die Befreiung und Gleichberechtigung der Frauen,
- 4:38die zu Nietzsches Zeit ein großes Thema wurde.
- 4:42Nietzsche ist skeptisch. Er argumentiert, dass Frauen so
- 4:45sehr daran gewöhnt sind zu lieben, dass sie immer Partei
- 4:48ergreifen. Sie sind immer entweder für
- 4:50etwas oder gegen etwas, daher ist es für Frauen selten, dass
- 4:56sie sich für eine Sache an sich interessieren.
- 4:58Sie interessieren sich meistens für die Personen, die dahinter
- 5:01stehen, wenn sie sich doch einmal für eine Sache wie zum
- 5:04Beispiel eine politische Idee oder eine Wissenschaft
- 5:07einsetzen, dann werden sie sofort zu glühenden Anhängern,
- 5:11also zu parteigängern. Dadurch verderben sie laut
- 5:14Nietzsche die reine und unschuldige Wirkung der Sache
- 5:17selbst, weil sie nicht mehr objektiv, also sachlich bleiben.
- 5:21Nietzsche sieht darin eine nicht geringe Gefahr, besonders wenn
- 5:24man Frauenaufgaben in der Politik oder in bestimmten
- 5:27Bereichen der Wissenschaft anvertraut, er nennt hier als
- 5:30Beispiel die Geschichte, er glaubt, dass es extrem selten
- 5:34ist, eine Frau zu finden, die wirklich versteht, was
- 5:36Wissenschaft im Kern bedeutet. Er behauptet sogar, dass die
- 5:39meisten Frauen im Stillen eine gewisse Verachtung für die
- 5:42Wissenschaft hegen. So, als ob sie sich der
- 5:44Wissenschaft überlegen fühlten. Er schließt mit dem Gedanken,
- 5:48dass sich dies vielleicht alles in der Zukunft ändern könnte,
- 5:51aber dass es im Moment eben so sei unter Kapitel 417 die
- 5:58Inspiration im Urteile der Frauen Nietzsche beschreibt
- 6:03hier, wie Frauen Entscheidungen treffen und wie Männer dies
- 6:06wahrnehmen, er beobachtet, dass Frauen oft sehr plötzliche
- 6:09Entscheidungen darüber treffen. Ob sie jemanden oder etwas mögen
- 6:13oder nicht, diese Entscheidungen wirken wie blitzschnelle
- 6:16Erleuchtungen die Männer, die diese Frauen lieben, sind von
- 6:20diesen schnellen Urteilen oft so beeindruckt, dass sie sie mit
- 6:23einem besonderen Glanz versehen. Die Männer behandeln diese
- 6:26weiblichen Urteile, als ob es sich um Inspirationen handelte,
- 6:31also um Eingebungen von einer höheren Weisheit, Nietzsche
- 6:35vergleicht dies mit den Orakeln der Antike wie dem Orakel von
- 6:38Delphi. Wo Priesterinnen Weissagungen
- 6:40machten, die dann als göttliche Wahrheit interpretiert wurden.
- 6:44Auch wenn Frauen oft Argumente für ihre Entscheidungen
- 6:47nachliefern, werden diese von den Männern so ernst genommen,
- 6:50als wären sie unumstößliche Wahrheiten.
- 6:52Wenn man jedoch genau hinsieht, so Nietzsche, merkt man, dass
- 6:55man für jede Person und jede Sache Argumente dafür und
- 6:59dagegen finden kann, da die Dinge in der Welt komplex sind
- 7:03und immer mehrere Seiten haben, ist es eigentlich schwer, mit
- 7:06einer plötzlichen Entscheidung völlig falsch zu liegen.
- 7:09Man könnte also sagen, dass die Natur der Dinge so eingerichtet
- 7:12ist, dass Frauen mit ihren schnellen Urteilen am Ende oft
- 7:16recht behalten. Das wirkt dann wie eine
- 7:19besondere Weisheit, ist aber eigentlich nur Statistik und die
- 7:22Vielseitigkeit der Welt. Unterkapitel 418 sich lieben
- 7:29lassen in diesem kurzen Abschnitt analysiert Nietzsche
- 7:33die Dynamik in einer Liebesbeziehung zwischen 2
- 7:35Menschen. Er sagt, dass in der Regel eine
- 7:38Person diejenige ist, die liebt und die andere Person diejenige
- 7:41ist, die geliebt wird, also die geliebte Person.
- 7:45Es ist also oft keine gleichmäßige Verteilung der
- 7:47Liebe, daraus ist der Glaube entstanden, dass es in jeder
- 7:51Liebesbeziehung nur eine bestimmte Menge an Liebe gibt,
- 7:55wenn einer der Partner sehr viel davon an sich reißt, also sehr
- 7:58stark liebt, bleibt für den anderen Partner nur wenig Liebe
- 8:02übrig, die er zurückgeben kann. Nietzsche beschreibt dann einen
- 8:06Ausnahmefall. Manchmal redet die Eitelkeit
- 8:09einem der beiden Partner ein, dass er oder sie derjenige sei,
- 8:12der geliebt werden müsse. Das führt dazu, dass sich beide
- 8:16Partner in der Beziehung nur lieben lassen wollen, anstatt
- 8:19selbst aktiv zu lieben. Dies führt laut Nietzsche
- 8:22besonders in der Ehe zu mancherlei, halb lustigen, halb
- 8:25absurden Szenen, weil beide darauf warten, bewundert und
- 8:29geliebt zu werden, ohne selbst etwas zu geben.
- 8:33Unterkapitel 419 Widersprüche in weiblichen Köpfen Nietzsche
- 8:40behauptet hier, dass Frauen viel mehr auf Personen bezogen denken
- 8:43als auf sachliche Inhalte, weil ihnen die persönliche Ebene
- 8:47wichtiger ist als die logische oder sachliche, können sie in
- 8:50ihren Gedanken Dinge miteinander vereinbaren, die eigentlich gar
- 8:54nicht zusammenpassen. Frauen neigen dazu, sich
- 8:57nacheinander für verschiedene Menschen und deren Ideen zu
- 9:00begeistern. Sie akzeptieren die Denksysteme
- 9:03dieser Menschen komplett, also in Bausch und Bogen.
- 9:07Das Problem dabei ist, dass diese verschiedenen Ideen oft
- 9:10widersprüchlich sind, wenn eine Frau eine neue Idee oder einen
- 9:14neuen Menschen toll findet, vergisst oder verdrängt sie oft
- 9:17die vorherige Idee, aber Teile davon bleiben in ihrem Kopf
- 9:20zurück, so entstehen in den Köpfen der Frauen tote stellen.
- 9:25Nietzsche meint damit, dass Überreste von alten
- 9:27Überzeugungen einfach liegen bleiben.
- 9:29Auch wenn die Frau sich schon einer neuen Persönlichkeit und
- 9:32deren Ideen zugewandt hat. Es kann also vorkommen, dass die
- 9:36gesamte Weltanschauung oder Philosophie einer alten Frau aus
- 9:39lauter solchen bruchstückhaften, widersprüchlichen und eigentlich
- 9:42toten Resten besteht, die sie im Laufe ihres Lebens von
- 9:46verschiedenen Menschen übernommen hat.