Latest / Anonym Suchthilfe – KI-gestützte Selbsthilfe / #27 Folge 10: Suchtberatung Bremen: Der unzensierte Realitäts-Check (Crack, HBF & Konsumraum)
Transcript
- 0:00Hallo und herzlich Willkommen. Ich freue mich wirklich riesig,
- 0:03dass du heute wieder da bist, um dir Zeit für dich und deine
- 0:06Themen zu nehmen. Hallo, auch von meiner Seite.
- 0:09Bevor wir richtig loslegen, eine kurze, aber wichtige Anmerkung.
- 0:13Wir tauchen heute wirklich tief in die Suchthilfeszene in Bremen
- 0:17ein und das heißt, wir sprechen auch sehr offen und ungeschönt
- 0:21über die Drogenszene dort. Das kann aufwühlen.
- 0:25Also Pass bitte gut auf dich auf, während du zuhörst.
- 0:27Genau so. Und worum geht es heute genau?
- 0:30Du hast uns einen also wirklich eindringlichen Artikel von
- 0:34Gabriel von Nielix Berlin geschickt und der zeichnet ein
- 0:38absolut ungeschminktes Bild von Brehm.
- 0:40Ja, unsere Mission ist es, da jetzt gemeinsam mit dir
- 0:43durchzugehen, die wichtigsten Punkte rauszufiltern und zu
- 0:46verstehen, was ist die Realität hinter dieser Fassade der
- 0:50Stadtmusikanten. Und vor allem die Frage.
- 0:53Wo findest du wirklich also wirklich Hilfe, wenn du sie
- 0:57brauchst? Genau.
- 0:59Und uns geht's dabei nicht darum, dir einfach nur eine
- 1:01Liste mit Adressen vorzulesen. Das kann man googeln.
- 1:04Wir wollen einen echten Realitätscheck machen.
- 1:07Absolut. Der Artikel von Gabriel ist da
- 1:09ja schonungslos ehrlich. Wir schauen uns also an, was von
- 1:13dem, was in Bremen angeboten wird ist wirklich am Menschen
- 1:16orientiert. Was ist wissenschaftlich
- 1:18fundiert? Und was ist vielleicht auch nur
- 1:21politische Fassade, um ein Problem aus dem Blickfeld zu
- 1:24schaffen? Genau das.
- 1:25Und um das Ganze richtig einzuordnen, müssen wir glaub
- 1:27ich ganz kurz über Gebria selbst sprechen.
- 1:29Das ist n extrem entscheidender Punkt.
- 1:31Ja, das stimmt. Er ist der Gründer von Nelix
- 1:33Berlin. Aber er ist eben kein
- 1:36Außenstehender Beobachter. Er ist selbst von sucht und
- 1:39psychischen Problemen betroffen, und er teilt das auf seiner
- 1:41Webseite auch ganz offen. Total.
- 1:44Und das ist kein Manko, ganz im Gegenteil, es schafft eine
- 1:46unglaubliche Authentizität, eine direkte Verbindung.
- 1:51Er will dir damit im Grunde zeigen, egal womit du gerade
- 1:54kämpfst. Du bist nicht allein damit.
- 1:56Absolut ein sehr wichtiger Punkt.
- 1:58OK, lass uns mal mit dem Bild anfangen das Gabriel da von
- 2:01Bremen zeichnet. Er spricht quasi von 2 völlig
- 2:04verschiedenen Städten in einer. Das fand ich auch sehr treffend.
- 2:08Auf der einen Seite hast du dieses Postkarten Bremen
- 2:10Stadtmusikanten, die Weserpromenade, das
- 2:13Schnurviertel, das was die Touristen eben sehen.
- 2:15Die heile Welt. Genau.
- 2:17Und dann beschreibt er die andere Seite, die, die du
- 2:19siehst, wenn du nur ein paar 100 Meter Weitergehst den
- 2:22Bahnhofsvorplatz und das sogenannte Viertel.
- 2:24Und dieses zweite Gesicht, diese ungeschönte Realität, lässt sich
- 2:29mit ziemlich harten Fakten untermauern, die der Artikel ja
- 2:32auch liefert. Ja.
- 2:33Die Hotspots sind ganz klar definiert.
- 2:36Der Bahnhofsvorplatz wird als einer der härtesten
- 2:38Drogenumschlagsplätze im ganzen Norden beschrieben.
- 2:42Das schon ne Ansage heftig und im Viertel, also im Bereich
- 2:46Steintor und Osttor, da mischt sich dann eine Partydrogenszene
- 2:50mit einer sehr offenen, für jeden sichtbaren Drogenszene.
- 2:54Und was macht diese Szene so besonders oder besser gesagt so
- 2:58sichtbar und auch so dramatisch? Laut dem Artikel ist es ja vor
- 3:02allem eine Substanz. Ja, Bremen hat, und das wird dem
- 3:06Text überdeutlich, ein massives Crackproblem.
- 3:09Der Artikel spricht von einer sehr sichtbaren Szene, die von
- 3:13Hektik und einem extrem hohen Suchtpotential geprägt ist.
- 3:16Und das Ergebnis ist halt eine sichtbare Verelendung.
- 3:20Die man nicht ignorieren kann. Genau die kann man kaum
- 3:22ignorieren, wenn man mit offenen Augen durch die Stadt geht.
- 3:25Puh, und dazu kommt noch eine Gefahr, die Gabriel als
- 3:28Hafenstadtproblem beschreibt. Bremen ist ein riesiger
- 3:32Umschlagplatz für waren. Mhm und damit natürlich auch für
- 3:35Drogen. Exakt die Gefahr, dass hier
- 3:38Substanzen mit hochpotenten synthetischen Opioiden wie
- 3:41Fentanil oder Nitazehen gestreckt sind, die ist akut.
- 3:45Das ist ein wirklich düsteres Bild.
- 3:47Aber, und das fand ich beim Lesen so faszinierend, der
- 3:49Artikel beschreibt dann diesen unglaublichen Widerspruch.
- 3:53Mitten in diesem harten Umfeld gibt es ein Hilfsangebot, dass
- 3:57er als absolutes Alleinstellungsmerkmal feiert.
- 3:59Das ist wirklich bemerkenswert. Ja, es ist die Bremer
- 4:02Suchthotline, die 0421 1710 1777 was?
- 4:07Ist daran so besonders? Es ist nicht nur, dass es sie
- 4:09gibt, sondern sie ist lokal. Also da sitzen Leute, die sich
- 4:13in Bremen auskennen. Sie ist 24 7 besetzt, also
- 4:17wirklich rund um die Uhr, immer, immer.
- 4:19Und sie ist extrem gut mit allen anderen Hilfsangeboten vernetzt.
- 4:23Eine solche Nummer speziell für eine Stadt und jederzeit
- 4:26erreichbar, das ist in Deutschland eine absolute
- 4:29Seltenheit, das. Kann in einer Krise der
- 4:31entscheidende Anker sein? Total.
- 4:34Das ist ein Punkt im Artikel, bei dem ich wirklich aufhorchen
- 4:37musste. Er nennt die offizielle
- 4:39Strategie der Stadt die Verdrängungslüge das ist ein
- 4:43extrem starkes Wort. Was meint Gabriel denn damit?
- 4:47Er beschreibt damit eine politische Taktik, die man
- 4:49leider in vielen Städten sieht. Die sichtbare Szene vor allem am
- 4:52Bahnhof, soll durch massive Präsenz von Polizei und
- 4:55Ordnungsamt kontrolliert. Werden in Anführungszeichen.
- 4:58Genau oder besser gesagt einfach weggeschoben werden.
- 5:02Die Idee dahinter ist simpel aus den Augen, aus dem Sinn, das
- 5:05Problem soll für die Öffentlichkeit unsichtbar
- 5:07gemacht werden. Das heißt, das Problem wird
- 5:10nicht gelöst, sondern einfach nur woanders hingeschoben.
- 5:13Aber was passiert denn mit den Menschen?
- 5:16Verschwinden die einfach? Eben nicht.
- 5:19Und genau das ist der Trugschluss dieser Politik, den
- 5:21der Artikel so klar benennt. Suchtkranke Menschen lösen sich
- 5:26nicht in Luft auf. Logisch.
- 5:28Sie werden in andere Stadtteile verdrängt.
- 5:30In Bremen wären das dann die Neustadt oder tiefere Ecken im
- 5:33Viertel, und da gibt es oft viel weniger Hilfsangebote.
- 5:37Und es wird noch schlimmer, oder?
- 5:38Ja. Der ständige Druck und die
- 5:41Verfolgung führen dazu, dass der Konsum heimlich und unter extrem
- 5:45schlechten Bedingungen stattfindet.
- 5:47Im Versteckten in Eile. OK, das erhört natürlich das
- 5:50Risiko dramatisch. Das Risiko für Überdosen steigt,
- 5:54weil niemand da ist, der helfen kann und der unhygienische
- 5:58Konsum treibt die Raten von Infektionen wie HIV oder
- 6:01Hepatitis in die Höhe. Es ist eine Politik, die am Ende
- 6:05mehr Schaden anrichtet, als sie nützt.
- 6:08OK, wenn also die Verdrängung nicht funktioniert, was wäre
- 6:12dann die Alternative? Was schlägt der Artikel vor?
- 6:15Die Alternative, die der Artikel hier stark macht, ist im Grunde
- 6:18das genaue Gegenteil von wegschauen.
- 6:20Es ist die sogenannte Akzeptanzorientierte Suchthilfe.
- 6:24Klingt erst mal kompliziert. Ist es aber nicht.
- 6:27Im Grunde bedeutet es was ganz simples, statt zu sagen, Hör auf
- 6:31damit sagt man OK, wenn du schon konsumierst, dann lass uns dafür
- 6:35sorgen, dass du dabei nicht stirbst.
- 6:37Es geht also darum, den Menschen auf Augenhöhe zu begegnen.
- 6:41Genau ihre Realität zu akzeptieren, um überhaupt einen
- 6:44Zugang zu finden. Und dafür gibt es in Bremen ja
- 6:47ein Paradebeispiel. Absolut.
- 6:49Das beste Beispiel dafür ist der Drogenkonsumraum von Comeback.
- 6:53Was ist das genau? Das ist ein Ort, an dem Menschen
- 6:56ihre selbst mitgebrachten Drogen unter hygienischen Bedingungen
- 6:59und unter medizinischer Aufsicht konsumieren können.
- 7:02Sicher, richtig. Das verhindert Überdosen, es
- 7:05reduziert Infektionen, und das ist das Entscheidende.
- 7:08Es ist oft die erste Tür ins Hilfesystem.
- 7:11Ah. OK.
- 7:12Wer dorthin kommt, wird nicht verurteilt, sondern als Mensch
- 7:15gesehen und von dort aus kann man dann über weitere Schritte
- 7:18reden. OK, wir haben jetzt das Problem
- 7:20verstanden, die harte Realität auf der Straße und eine Politik,
- 7:24die oft mehr schadet als nützt. Das kann sich ziemlich
- 7:27hoffnungslos anfühlen, ja. Aber genau hier macht der
- 7:30Artikel eine entscheidende Wende und wird zum praktischen
- 7:32Wegweiser. Er sagt quasi, vergiss das
- 7:35politische Geplänkel, hier sind die Leute, die dir heute jetzt
- 7:38sofort wirklich helfen können. Er wird sehr konkret.
- 7:41Total. Er stellt die 4 wichtigsten
- 7:43Player vor. Fangen wir mal mit dem ersten
- 7:45an. Combeck GMBH, der
- 7:47Überlebenshelfer. Combeck haben wir ja gerade
- 7:50schon erwähnt, sie betreiben den Drogenkonsumraum am
- 7:53Hauptbahnhof. Und der Realitätscheck im
- 7:55Artikel. Der ist unmissverständlich.
- 7:57Wenn du auf der Straße lebst und Drogen wie Heroin oder Crack
- 8:00Konsumierst, ist das dein sicherer Hafen.
- 8:03Ein Ort, an dem du nicht an einer Überdosis stirbst und
- 8:06keine Angst vor Verhaftung haben musst.
- 8:07Es ist also eine pragmatische, lebensrettende Maus.
- 8:10Genau, nicht mehr, aber auch nicht weniger.
- 8:12Der zweite im Bunde ist ASH, die ambulante Suchthilfe der
- 8:16Caritas. Im Artikel der Große genannt
- 8:19der. Spitzname passt perfekt ASH ist
- 8:22der große, etablierte Allrounder in der Stadt.
- 8:25Die sind für alle Suchtformen zuständig, egal ob Alkohol,
- 8:28illegale Drogen, Spielsucht. Also die erste Anlaufstelle für
- 8:32Beratung und Therapievermittlung.
- 8:35Richtig, der Realitätscheck im Artikel sagt, die haben eine
- 8:39immense Erfahrung, sind super vernetzt.
- 8:42Gleichzeitig kann sich so ein großer Laden manchmal auch etwas
- 8:45bürokratisch anfühlen. Das liegt in der Natur der
- 8:48Sache. So ist es.
- 8:49Dann gibt es als drittes Step Bremen von Gabriel, die Jungen
- 8:53getauft. Und auch hier ist der Name
- 8:55Programm. Step hat sich auf Jugendliche
- 8:58und junge Erwachsene bis 27 Jahre spezialisiert.
- 9:01OK, also ein anderer Fokus. Ja, deren Expertise liegt also
- 9:05bei Themen wie Cannabis, Partydrogen, aber auch bei den
- 9:09Problemen, die junge Menschen ebenso haben.
- 9:11Gabriels Rat ist da sehr klar. Wenn du unter 27 bist, bist du
- 9:16hier goldrichtig. Weil sie die Lebenswelt
- 9:18verstehen. Genau die Wahrscheinlichkeit,
- 9:20dass die deine Sprache sprechen ist einfach höher und die vierte
- 9:23Säule ist der Notfallknopf, wie der Artikel sie nennt, die
- 9:26Bremer Suchthotline. Die 0421 1771 17 der Artikel
- 9:30nennt sie ein Juwel und ich finde, das trifft es.
- 9:36Warum? Diese Gewissheit, dass du mitten
- 9:39in der Nacht am Wochenende in deiner dunkelsten Stunde anrufen
- 9:43kannst. Und da geht jemand ran, Mhm, der
- 9:46Ahnung hat. Der Ahnung hat der die Bremer
- 9:48Szene kennt und dir sofort sagen kann, was dein nächster Schritt
- 9:51sein könnte. Das ist unbezahlbar, das ist
- 9:54eine der stärksten Ressourcen, die diese Stadt zu bieten hat.
- 9:57OK, das sind die 4 großen Anlaufstellen.
- 10:00Aber was ist, wenn es wirklich um Minuten geht?
- 10:02Wenn eine absolute Notsituation da ist?
- 10:06Dafür hat Gabriel einen Bremer Survival Kit zusammengestellt.
- 10:10Das ist im Grunde die Liste, die man sich sofort ins Handy
- 10:13einspeichern sollte. Lass uns die mal durchgehen,
- 10:15weil das wirklich lebensrettende Informationen sind.
- 10:19Das wichtigste zuerst bei akuter Lebensgefahr, also bei einer
- 10:24Überdosis oder einem anderen medizinischen Notfall.
- 10:28Gibt es keine Diskussion? Keine Diskussion, sofort die 112
- 10:32anrufen. OK, und für eine akute
- 10:35Suchtkrise, in der Du dringend Rat brauchst, aber eben nicht in
- 10:38Lebensgefahr Schwebst. Dann ist es die lokale Bremer
- 10:41Suchthotline, die 0421 1717 17. Das ist 124 7.
- 10:45Ansprechpartner, klar, um eine Überdosis von vornherein zu
- 10:47vermeiden, also um sicher zu konsumieren.
- 10:53Der Drogenkonsumraum von Cambeck GGMBH in der Friedrich Rauher
- 10:57Straße. Und das ist auch wichtig zu
- 10:59trennen, wenn es eine akute psychische Krise ist, die
- 11:02vielleicht gar nichts direkt mit dem Konsum zu tun.
- 11:04Hat. Dafür gibt es den Krisendienst
- 11:06Bremen unter der 0421303030. Und für eine Entgiftung, für
- 11:11eine geplante oder auch akute Entgiftung nennt der Artikel das
- 11:15Klinikum Bremen Mitte und Bremen Ost.
- 11:18Da bekommt man in Notfällen oft schnell einen Platz.
- 11:20Und für alles andere medizinische außerhalb der
- 11:23normalen Praxiszeiten. Der ärztliche
- 11:25Bereitschaftsdienst, die bundesweite 116 117 diese.
- 11:29Liste ist Gold wert, aber weißt du, wenn man in so einer
- 11:32Situation steckt, schwirren einem ja wahrscheinlich noch
- 11:351000 andere ganz konkrete Fragen im Kopf herum.
- 11:38Ja, sicher. Darf ich da überhaupt hin?
- 11:40Was kostet das alles, bin ich nicht zu jung oder zu alt?
- 11:44Und genau diese Fragen greift der Artikel in einer Art FAQ
- 11:47teil auf. Sehr gut schauen wir uns die mal
- 11:49an, fangen wir mit der. Engendsten Frage für Bremen an,
- 11:52Ich nehme Crack, darf ich in den Drogenkonsumraum?
- 11:55Die Antwort darauf ist ein klares und lautes Ja.
- 11:58OK, das ist wichtig. Extrem wichtig, das zu betonen.
- 12:03Der Konsumraum in Bremen ist explizit auch für den
- 12:06inhalativen Konsum, also für das Rauchen von Crack oder Heroin,
- 12:11ausgestattet. Das ist also eine Reaktion auf
- 12:13die Realität in der Stadt. Absolut ein Raum, in dem man nur
- 12:17spritzen dürfte, würde an den Bedürfnissen der meisten
- 12:20Menschen dort komplett vorbeigehen.
- 12:21Gibt es eine Bedingung? Nur eine formale.
- 12:24Du musst volljährig sein. Nächste Frage, die immer kommt.
- 12:27Kostet die Beratung in Bremen etwas?
- 12:29Was hier ja die absolute Grundlage unseres Hilfesystems
- 12:32ist. Nein, die Beratung kostet dich
- 12:34nichts. Gar nichts.
- 12:35Nichts. Egal ob du zur Isa gehst oder zu
- 12:37Step, das ist immer kostenlos und was vielleicht genauso
- 12:40wichtig ist, du kannst doch komplett anonym bleiben.
- 12:43Du musst deinen Namen nicht sagen.
- 12:44Genau. Wenn du nicht willst.
- 12:46Nicht niemand soll aus Angst vor Kosten oder davor, irgendwo
- 12:49registriert zu werden, auf Hilfe verzichten müssen.
- 12:52Okay eine Frage, die sich jetzt bestimmt viele Stellen.
- 12:56Nehmen wir an, du bist 25. Damit fällst du genau in diese
- 12:59Schnittmenge. Step ist bis 27 Ash ist für alle
- 13:03wohin, also das kann ja schon eine Hürde sein.
- 13:05Absolut. Und der Rat im Artikel ist da
- 13:08sehr pragmatisch. Es gibt keine falsche Tür, das
- 13:11Wichtigste ist überhaupt durch eine zu gehen.
- 13:13Beide sind Profis. Absolute Profis, beide.
- 13:17Der Unterschied liegt eher in der Atmosphäre.
- 13:19Step gilt als etwas lockerer, ist eben auf die Lebenswelt
- 13:23junger Menschen ausgerichtet, die.
- 13:25Die Ash hat vielleicht mehr Erfahrung mit jahrzehntelangen
- 13:28Suchtkarrieren. Der Rat ist also.
- 13:30Hör auf dein Bauchgefühl, Ruf bei beiden an, schau, wo du dich
- 13:34wohler fühlst, wo die Chemie stimmt, da bist du richtig.
- 13:37Eine immer drängendere Frage, gerade mit den Nachrichten über
- 13:41Fentanil gibt es Drug Checking in Bremen.
- 13:44Hier ist die Antwort. Im Artikel stand 2025 leider
- 13:48ziemlich ernüchternd. Oh nein, das.
- 13:50Es gibt noch kein flächendeckendes, leicht
- 13:53zugängliches Struck checking Angebot, so wie man es etwa aus
- 13:56Berlin kennt. Und das ist ein enormes Risiko.
- 13:59Ein gewaltiges Risiko. Der Rat kann deshalb nur lauten,
- 14:04sei extrem vorsichtig, wenn du eine neue Substanz hast, teste
- 14:08immer nur eine winzige Menge an, um die Wirkung abzuschätzen,
- 14:12aber ein verlässliches, offizielles Struck Checking, das
- 14:15dir sagt, was wirklich drin ist, das fehlt in Bremen noch.
- 14:19Verstehe. Letzte Frage aus der Runde.
- 14:22Ich wohne in Bremen Nord. Muss ich für Hilfe immer den
- 14:25weiten Weg zum Hauptbahnhof auf mich nehmen?
- 14:27Und auch das ist eine ganz wichtige praktische Information.
- 14:31Nein, musst du nicht. Gut zu.
- 14:32Wissen die großen Träger wie die Ash haben auch Außenstellen in
- 14:36den Stadtteilen, zum Beispiel in Wegesack oder Osterholz.
- 14:39Die Hilfe kommt also auch zu den Menschen.
- 14:41Man muss nur wissen. Wo genau am besten auf den
- 14:44Webseiten nachschauen oder einfach bei der Hotline anrufen
- 14:47und fragen, welche Beratungsstelle am nächsten ist.
- 14:50Das bringt uns zum Fazit von Gabriel.
- 14:52Er fasst seine Einschätzung zu Bremen in einem sehr treffenden
- 14:55Satz zusammen. Hartes Pflaster, aber starke
- 14:59Netze. Das bringt diesen Widerspruch,
- 15:01über den wir am Anfang gesprochen haben, perfekt auf
- 15:03den Punkt. Ja, was top ist.
- 15:05Die Stadt hat extrem fortschrittliche und gut
- 15:07funktionierende Angebote, der Konsumraum, die 24 7 Hotline,
- 15:12das sind Leuchtturmprojekte. Die Wege sind kurz.
- 15:15Genau die Vernetzung klappt. Die Stadt versteckt sich nicht
- 15:17komplett. Aber es gibt eben auch die
- 15:19andere Seite. Der Medaille, die, die er als
- 15:21Lüge oder das Problem beschreibt.
- 15:23Richtig, die Verdrängungspolitik am Bahnhof ist gescheitert und
- 15:27verschlimmert die Situation. Die Kreckwelle wird als
- 15:30medizinische Katastrophe beschrieben, der man nicht nur
- 15:32mit Beratung beikommt. Utz ist angesichts der aktuellen
- 15:35Gefahrenlage eigentlich unverantwortlich, es ist.
- 15:40Als ob die Stadt 2 Seelen in ihrer Brust hat.
- 15:42Eine pragmatisch helfende und eine politisch ordnende.
- 15:47Die sich komplett widersprechen. Aus dieser Analyse leitet
- 15:50Gabriel einen ganz direkten, handfesten Rat für Dich ab.
- 15:54Er bricht es auf 3 Kernpunkte runter, wenn du auf der Straße
- 15:58konsumierst geh zu Comeback, es kann dein Leben retten.
- 16:02Wenn du jung bist, geh zu step. Die verstehen dich.
- 16:06Und drittens? Und wenn du in einer akuten
- 16:08Krise steckst, egal welcher Art, Ruf die 1717 7 an, das sind die
- 16:133 wichtigsten Notfallanweisungen sehr klar, und das bringt uns zu
- 16:17einer bitte in eigener Sache, oder besser gesagt in Gabriels
- 16:21Sache. Wenn dir dieser Einblick
- 16:23geholfen hat und du die Arbeit von Neelix Berlin wertvoll
- 16:26findest. Dann würde sich Gabriel riesig
- 16:29über deine Unterstützung freuen. Mhm, das Projekt wird komplett
- 16:33allein von ihm finanziert und erstellt.
- 16:35Du kannst helfen, indem du diesen Beitrag auf Social Media
- 16:38teilst oder den Podcast auf Spotify oder Apple Podcasts
- 16:42bewertest. Jede Form der Unterstützung
- 16:44hilft. Jede Form, Sie hilft ihm mit
- 16:46diesem Projekt, sich selbst und gleichzeitig anderen Betroffenen
- 16:50zu helfen. Sein persönliches Motto, das ihn
- 16:52antreibt, ist aus allem schlechten in seinem Leben etwas
- 16:55Gutes zu. Machen ein starkes Motto.
- 16:58Bevor wir zum Ende kommen, möchte ich noch einen Gedanken
- 17:00mitgeben, der auf einem Lesetipp im Artikel basiert.
- 17:03Gerne. Es geht um das Buch im Reich der
- 17:05hungrigen Geister von Gabor Marte.
- 17:08Die öffentliche Diskussion in Bremen sowie in vielen anderen
- 17:11Städten dreht sich ja fast immer um die Symptome, um die
- 17:13Drogenszene, das Elend am Bahnhof.
- 17:16Man will das Problem weg haben. Genau.
- 17:19Aber vielleicht stellen wir die falsche Frage.
- 17:21Vielleicht sollte die Frage nicht lauten, wie werden wir die
- 17:24Süchtigen los, sondern welcher tiefe Schmerz in unserer
- 17:27Gesellschaft, welcher Schmerz in den einzelnen Lebensgeschichten
- 17:30treibt Menschen überhaupt erst in eine so verzweifelte sucht?
- 17:34Ein starker und sehr wichtiger Gedanke zum Schluss.
- 17:37Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen und zugehört hast.
- 17:40Pass gut auf dich auf und bis zum nächsten Mal.