Latest / Auf gutem Grund - Bio. Praxis. Wissen. / Selbstbedienungskonzepte im Hofladen
Transcript
- 0:02Speaker 0: Also manchmal ging viel Kopfkino los oder so diese Intention.
- 0:07Speaker 0: Machst du das Richtige?
- 0:08Speaker 0: Welche Kundhaft kommt jetzt hier in den Laden, verliere ich dann alte Kundschaft die dann vielleicht mit dem System nicht mehr klar kommen?
- 0:15Speaker 2: Tatsächlich haben wir gerade super viele Anfragen auch rund um das Thema Selbstbedienung.
- 0:20Speaker 2: Die Löhne-Lohnkosten werden weiterhin hoch sein und auch die Herausforderungen
- 0:26Speaker 1: am
- 0:26Speaker 2: Biomarkt werden bleiben.
- 0:29Speaker 2: Ja, glaube ich, dass es für viele auch im ländlichen Raum einfach eine gute Perspektive sein kann.
- 0:40Speaker 1: Auf gutem Grund!
- 0:42Speaker 1: Bio-Praxis Wissen – der Podcast von Bioland.
- 0:50Speaker 1: Hast du auch schon mal zu später Stunde am Hofautomaten des Nachbarn ein paar Bioeyer geschopt?
- 0:56Speaker 1: Weil du vergessen hast
- 0:57Speaker 1: einzukaufen?!
- 0:58Speaker 1: Oder, falls du einen eigenen Hofladen hast stundenlang auf Kundschaft gewartet, die dann erst kurz vor Ladenschluss kam?
- 1:06Speaker 1: Tatsächlich gibt es immer mehr Landwirtinnen und Landwirte, die überlegen ihren Hofladern auf Selbstbedienung umzustellen.
- 1:12Speaker 1: Also weg vom Personal hinter der Theke hin zu selbst Scannerkassen-und EC-Zahlungen.
- 1:18Speaker 1: Auf der einen Seite ein Schritt, der total viele Veränderungen mit sich bringt – unnatürlich Geld kostet also auch ein Stück weiteres Kantest!
- 1:25Speaker 1: der aber auf der anderen Seite auch eine Chance sein kann, um flexibler zu werden – zum Beispiel bei den Öffnungszeiten.
- 1:31Speaker 1: Genau darüber wollen wir in dieser Folge sprechen!
- 1:34Speaker 1: Mein Name ist Katja Stefan.
- 1:36Speaker 1: Ich moderiere diesen Podcast und wollte gerne wissen wie läuft das konkret?
- 1:40Speaker 1: Den Hofladen auf Selbstbedienung umzustellen Das kostet sowas
- 1:44Speaker 2: Und
- 1:44Speaker 1: wie finden das die Kundinnen und Kunden?
- 2:05Speaker 1: Hallo
- 2:06Speaker 2: Katja, ich freue mich heute hier zu sein.
- 2:09Speaker 1: Carmen, du berätst Mitglieder bei allen Fragen rund um die Vermarktung und natürlich auch wenn ein Landwirt überlegt sein Hofladen auf Selbstbedienungen umzustellen.
- 2:18Speaker 1: Richtig?
- 2:19Speaker 2: Ganz genau zusammen mit meinen Kolleginnen Aline und Joanna kümmern wir uns... um alle Anfragen rund um die Direktvermarktung und unterstützen die Direkvermarkterinnen und Direkt-Vermarkte dabei, ihre Vermarktungen zu optimieren.
- 2:34Speaker 2: Und tatsächlich haben wir gerade super viele Anfragungen auch rund um das Thema Selbstbedienung.
- 2:40Speaker 2: Genau da ist einfach grade viel Musik drin!
- 2:43Speaker 1: Super dann kannst du wahrscheinlich auch viel erzählen.
- 2:46Speaker 1: ich freue mich aber auch dass Heike Meier aus dem Hund zurück dabei ist.
- 2:50Speaker 1: Dass ihr den gleichen Nachnamen habt, ist kein Familientreffen.
- 2:54Speaker 1: Richtig Heike?
- 2:55Speaker 0: Das stimmt!
- 2:56Speaker 0: Hallo an euch!
- 2:57Speaker 0: Ich freue mich ebenfalls hier in der Runde dabei zu sein und ich bin gespannt auf den Austausch.
- 3:04Speaker 1: Du betreibst ja mit deiner Familie die Sehnenmühle ein Biolandbetrieb mit Rinder- und Geflügelhaltung Und du bist diesen Schritt zu hundert Prozent Selbstbedienung letztes Jahr schon gegangen,
- 3:16Speaker 0: richtig?
- 3:16Speaker 1: Wie viel Aufwand das war, was sich seitdem verändert hat bei euch im Betrieb und vor allem wie die Kundinnen und Kunden reagiert haben.
- 3:23Speaker 1: Darüber reden wir jetzt.
- 3:31Speaker 1: Heike nehmen wir mal an ich wohne im Hund zurück also irgendwo dabei euch in der Ecke.
- 3:36Speaker 1: es ist Sonntagmorgen.
- 3:38Speaker 1: Ich will spontan ein Kuchen backen und habe natürlich nichts eingekauft!
- 3:41Speaker 1: Ich brauche Milch, Eier, Sahne und Äpfel Und fahr zur Sehenmühle weil da gibt's ja seit letztem Jahr diesen Hoflad mit Selbstbedingungen.
- 3:50Speaker 1: Ich war aber noch nie bei euch, ich brauche also eine genaue Anleitung.
- 3:55Speaker 1: Ich habe geparkt und stehe vor der Tür.
- 3:57Speaker 1: was mache ich jetzt?
- 3:58Speaker 0: Also im Idealfall kannst du das Schild, was an die Tür geklebt ist schon mal lesen.
- 4:05Speaker 0: Leute sehen aber den Scanner vor der Türe und treten erst einmal ein.
- 4:09Speaker 0: Die müssen einfach einen Zahlungsmittel davor halten EC-Karte Visa Master Was es so alles gibt Handy.
- 4:15Speaker 0: Und dann kann man in den Hofladen reingehen kann man sich eigentlich selbst bedienen mit allen Artikeln des täglichen Bedarfs.
- 4:23Speaker 0: Also der Kuchen könnte gebacken werden und dann ist natürlich das gleiche Schild nochmal innen verbaut, so dass der Kunde noch mal gucken kann beim Bezahlvorgang.
- 4:33Speaker 0: Ah ja wie funktioniert das?
- 4:34Speaker 0: Er muss einfach scannen an der Supermarkasse und dann wird er durchgeleitet durch unser System und dann zahlen und geht nach draußen.
- 4:43Speaker 1: Das klingt ja schon mal machbar, würde ich jetzt sagen.
- 4:46Speaker 1: Und man kennt das System ja wahrscheinlich oder der eine oder andere kennt es vermutlich auch schon von verschiedenen Supermärkten.
- 4:52Speaker 1: also diese Selbstscanner-Kassen sind ja jetzt nicht mehr so ganz neu, würd' ich sagen?
- 4:56Speaker 1: Was ist denn wenn ich jetzt ein Problem habe zum Beispiel mit der Kasse oder beim abwiegen der Äpfel
- 5:00Speaker 1: z.B.?
- 5:01Speaker 0: Also es gibt verbaut an der Kasser eine Serviceklingel Und diese Serviceklingel verbindet sich dann mit den Handys entweder von mir oder unserem Sohn, der Chris.
- 5:13Speaker 0: Der Chris ist auch der federführende Technikmann hier im Laden und dann können wir kommunizieren und wenn es nicht zu regeln ist über diese, sag ich mal technische Lösung, dann kommt jemand vorbei.
- 5:25Speaker 0: Das ist natürlich auch immer spannend Sonntags!
- 5:29Speaker 0: Da passiert schon mal ab und an auch ganz kuriosere Dinge wo die Technik Quatsch mit uns macht, aber das ist ganz normal.
- 5:37Speaker 0: Aber sonst klappt es ganz gut.
- 5:39Speaker 1: Ja schön zum Thema Technik kommen wir später noch dann können wir das ja gerne nochmal ein bisschen vertiefen wie das so funktioniert?
- 5:45Speaker 1: Ich würde aber gerne noch Kamfragen gibt es eigentlich Zahlen hier viele Biolandbetriebe sowie Heike ihre Produkte direkt vermarkten.
- 5:52Speaker 1: also es muss jetzt nicht unbedingt soweit entwickelt sein wie in der Sehenmühle aber ganz generell
- 5:57Speaker 2: Ganz generell kann man sagen, dass so ungefähr ein Drittel aller Biobetriebe Direktvermarktung machen.
- 6:04Speaker 2: Das hatten wir jetzt auch noch mal rausgefunden in einem Projekt die wirtschaftliche Bedeutung der Bio-Direktvermarktung.
- 6:10Speaker 2: da wurde das nochmal analysiert Und das entspricht auch ungefähr dem Zustand, von dem wir bei Bioland ausgehen.
- 6:17Speaker 2: Ungefähr ein Drittel unserer Mitgliederauserzeugung haben in irgendeiner Form Direktvermarktungen.
- 6:24Speaker 2: Ob es jetzt einen SB-Stand, der vielleicht mit einer Vertrauenskasse funktioniert ist oder ob es eben der ganz große Bio-Supermarkt mit Vollsortiment ist?
- 6:36Speaker 2: Da ist die Spannbreite ziemlich weit.
- 6:39Speaker 2: und für die Selbstbedienung an sich... haben wir da jetzt keine Zahlen, aber ich kann so ein bisschen meine Wahrnehmung schildern und da sehen wir einfach eine Zunahme auch von den Selbstbedienungskonzepten genau.
- 6:54Speaker 2: Und auch so eine Entwicklungsstufe.
- 6:56Speaker 2: das heißt es hat eben vom ganz einfachen Konzept wie ich gerade schon geschildert habe mit der Vertrauenskasse über den Automaten, der dann vor ein paar Jahren vermehrt aufgeploppt ist.
- 7:07Speaker 2: Gibt es jetzt inzwischen immer mehr weitere technische Lösungen wie wir das sehen?
- 7:14Speaker 1: Interessant hier klar!
- 7:15Speaker 1: Es entwickelt sich ja technisch auch immer weiter.
- 7:17Speaker 1: Heike ihr habt auf eurem Betrieb ja mit dem klassischen Hofladen angefangen so wie viele und euch dann langsam weiterentwickelt.
- 7:24Speaker 1: ich würde gerne wissen was waren die einzelnen Schritte?
- 7:27Speaker 1: und gab es vielleicht auch mal Schwierigkeiten?
- 7:36Speaker 1: Heike, als ihr den Betrieb von den Eltern deines Mannes übernommen habt lief die Vermarktung so dass ihr den Lebensmittel Einzelhandel beliefert habt das du mir erzählt.
- 7:44Speaker 1: Nach der Umstellung im Jahr zwei tausend sieben ging es erst mal so weiter.
- 7:48Speaker 1: Im Jahr zweitausend zehn habt ihr dann den Hofladen eröffnet.
- 7:51Speaker 1: Der hatte an vier Tagen geöffnet Dienstag, Donnerstag, Freitag und Samstag.
- 7:57Speaker 1: Du standest dann hinter der Theke und warst unzufrieden hast du mir erzählt warum?
- 8:02Speaker 0: Das ist ganz einfach zu erklären weil Unser Betrieb ist jetzt nicht so im zentralen Punkt, im Hund zurück.
- 8:09Speaker 0: Die Leute müssen sich entscheiden zu uns zu kommen.
- 8:12Speaker 0: der Bekanntheitsgrad war damals auch noch nicht so groß.
- 8:15Speaker 0: und dann gibt es Tage die das habe ich später herausgefunden nicht so die frequente Tage zum Einkaufen sind also zum Beispiel Dienstag.
- 8:26Speaker 0: da kam fast niemand.
- 8:27Speaker 0: Dann hab' ich das gestrichen Und wir haben dann die Zeiten der anderen Tage Donnerstag Freitag zunehmend immer mal ein bisschen angepasst.
- 8:35Speaker 0: Das war dann aber auch in der Folgezeit, sag ich mal bis ja vielleicht bis so zweitausend hat sich auch in die Umgebung viel geändert.
- 8:46Speaker 0: Andere Vermarktungssysteme anderer Menschen sind zustande gekommen.
- 8:50Speaker 0: Wir waren ja da zwar Vorreiter, aber andere haben wir auch mitgemacht und dann habe ich einfach gesagt gut Dann streiche ich noch mehr Zeiten zusammen weil der Kunde kann sich ja entscheiden zu kommen, wann er einkauft.
- 9:05Speaker 0: Und wenn ich das vorgebe dann kommt der Kundeenteil dann, wenn ich es möchte und so schafft man da auch für sich wieder neue Freiräume.
- 9:14Speaker 0: Ja und das hat sich entwickelt jetzt bis heute.
- 9:16Speaker 1: Genau!
- 9:17Speaker 1: Das heißt du warst einfach unzufrieden weil du hinter der Theke standest und du hättest ja tausend andere Sachen machen können aber du musst warten bis Kundschaft kommt.
- 9:25Speaker 1: Richtig
- 9:26Speaker 0: genau so war das
- 9:27Speaker 1: Karm, Heike ist ja kein Einzelfall denke ich.
- 9:29Speaker 1: Was hörst du denn von den Betrieben?
- 9:31Speaker 1: Was sind die typischen Probleme wenn man in der heutigen Zeit einen klassischen Hochladen mit Bedienung betreibt?
- 9:37Speaker 2: Ja genau das gibt mehr Angebot auch für Bioprodukte außerhalb der Direktvermarktung.
- 9:43Speaker 2: und gleichzeitig haben wir das Thema dass Personalkosten steigen es nicht immer leicht geeignete Mitarbeitende zu finden.
- 9:53Speaker 2: Und was eben auch dazu kommt, das hat der Heike auch schon so ein bisschen angesprochen ist.
- 9:56Speaker 2: Das Thema Wann kommt eigentlich die Kundschaft in mein Laden?
- 10:00Speaker 2: und da berichten einfach auch viele Betriebe dass sich das auch verändert hat Kundschaft flexibler wird und nicht mehr so berechenbar ist.
- 10:10Speaker 2: Und wenn man früher noch sagen konnte, okay ich mache den Dienstag zu und die Leute kommen dann am Wochenende, ist das heutzutage auch gar nicht mehr leichter zu sehen wie sich das entwickelt.
- 10:22Speaker 2: Deswegen verändern sich genau die Rahmenbedingungen.
- 10:25Speaker 2: Darauf muss ich natürlich als Direktvermarkter-Direktvermarkterin reagieren und sowieso in der Direktförmarktung immer am Ball bleiben, mich weiterentwickeln.
- 10:37Speaker 1: Ja, das hat ja Heike dann auch gemacht oder Heikes Familie.
- 10:40Speaker 1: Ihr habt dann erst die Verkaufstage reduziert, hast du ja erzählt und dann habt ihr im Jahr ist ein wichtig Schritt unternommen und einen Automaten aufgestellt.
- 10:49Speaker 1: Zu dem Kostenkomment gleich nach.
- 10:50Speaker 1: mich würde erstmal interessieren was bekomme ich dort?
- 10:53Speaker 1: also der steht immer noch bei euch ne?
- 10:55Speaker 1: Und wie wurde das angenommen von den Kunden Heike?
- 10:58Speaker 0: Also wir müssen sagen vorangegangen waren auch diese SB-Hütten mit der Kasse des Vertrauens Und dann haben wir uns für Automaten entschieden und haben eigentlich Sortiment, was aus unserer Produktion stand.
- 11:11Speaker 0: Und vielleicht noch so fünf Prozent des Zugkaufs in die Automaten getan.
- 11:16Speaker 0: Eier vor allen Dingen Fleischwurstwaren und ein bisschen Milchbutter, Frischkäse und ein paar Getränke weil wir ja Außenlage sind und es kommen viele Wanderer, Bratfahrer vorbei, die dann diese Snacks auch zu sich genommen haben.
- 11:31Speaker 1: Na und sind da die Verkaufszahlen im Laden runtergegangen?
- 11:35Speaker 0: Das können wir bis heute nicht bestätigen, weil wir haben Kunden die kommen nie in den Laden.
- 11:40Speaker 0: Die gehen nur an den Automat.
- 11:42Speaker 0: und wenn ich dann mal zufällig da bin und wir kommen ins Gespräch und sagen die Leute das ist für mich so passend.
- 11:49Speaker 0: Ich will doch nur mal schnell!
- 11:51Speaker 0: Und das ist auch in Ordnung und das ist bis heute geblieben.
- 11:54Speaker 1: Also Rätselkunstschaft sozusagen?
- 11:57Speaker 1: Ihr habt dann im Sommer auf ein sogenanntes hybrides System umgestellt, also am Freitag und Samstag Verkauf mit Bedienung und an den anderen Tagen Selbstbedienungen.
- 12:08Speaker 1: Dafür brauchten die Kunden aber auch eine Kundenkarte.
- 12:11Speaker 1: Warum habt ihr das so entschieden?
- 12:13Speaker 0: Ja, das war nach großer Recherche.
- 12:17Speaker 0: Dreiundzwanzig war noch ein Jahr, da entstanden so langsam diese geschlossenen Läden wo man einen Baukasten kaufen musste – also mithülle Einrichtung und wir hatten aber das alles schon.
- 12:30Speaker 0: Wir haben ein gebauten Hofladen, und wir haben auch schon einen Kassensystem mit einem Warnwirtschaftssystem.
- 12:37Speaker 0: Das haben wir auch schon seit Anfang der zwanziger Jahre.
- 12:40Speaker 0: also es war alles mit Skankurz sowieso da.
- 12:44Speaker 0: Jetzt schauen wir mal auf den Markt.
- 12:46Speaker 0: was möglich ist Haben wir einfach nur gefunden, losgelöste Systeme wo man über eine Kundenkarte eine Öffnung des Hofladen erzeugen konnte.
- 12:57Speaker 0: Deswegen haben wir das so gemacht und haben dann bis, sagen wir mal, dreihundertfünfzig Kundenkarten generiert.
- 13:05Speaker 0: aber es war ja noch ein hybrides System.
- 13:08Speaker 0: Es waren Leute die die Möglichkeit hatten jetzt außerhalb unserer zwei Öffnungstageinkaufen zu gehen oder die dann halt über die Öffnungszeit hinaus noch den Laden betreten konnten.
- 13:22Speaker 1: Was waren das für Menschen, die diese Kundenkarte gewählt haben?
- 13:27Speaker 1: Das ist ja wahrscheinlich auch ganz spannend gewesen.
- 13:28Speaker 1: War das eher neue Kunden oder haben sich Stammkunden darauf eingelassen?
- 13:32Speaker 1: Also wie hat sich die Kundschaft durch diesen ersten Schritt verändert?
- 13:36Speaker 0: Also, ich hab das auch mal so ein bisschen betrachtet.
- 13:39Speaker 0: Wir haben ja über dreihundertsechzig Karten vergeben.
- 13:42Speaker 0: es waren sehr viele neue Leute weil wir haben das System publik gemacht natürlich über Pressearbeit
- 13:49Speaker 2: und
- 13:49Speaker 0: wir haben einen Hof festgemacht.
- 13:51Speaker 0: wir haben dass vielen Leuten präsentiert.
- 13:53Speaker 0: an dem Tag war noch fünfhundert Leute da Und das war einfach die Neugier, weil das gab's so noch nicht oder waren mir ein bisschen Vorreiter davon sind aber natürlich sag ich mal, vielleicht eintrittelt hängen geblieben und die anderen haben in den Büchern gestanden.
- 14:09Speaker 0: Die haben eine Karte bekommen und haben sich aber eigentlich nicht mehr blicken lassen.
- 14:13Speaker 0: Also es war die Neugierde der Leute das ist dass jetzt auch hier um uns rückgibt.
- 14:17Speaker 1: Da profitiert man natürlich davon wenn man dann der oder die erste ist.
- 14:21Speaker 1: Das ist natürlich auch ein gutes Argument.
- 14:24Speaker 1: Und dann habt ihr ja im Herbst fünfundzwanzig also gute zwei Jahre später eine weitere Veränderung vorgenommen die Umstellung auf komplette Selbstbedienungen.
- 14:32Speaker 1: Also seitdem gibt es ja gar keine Bedienung mehr bei euch im Laden.
- 14:35Speaker 1: Wie hast du denn in dieser Zeit geschlafen, Heike?
- 14:38Speaker 1: Weil ich könnte mir vorstellen... Vielleicht war da auch Sorge ob das der richtige Schritt ist.
- 14:43Speaker 1: Könnte ja sein dass die Nachfrage dann doch zurückgeht also dass den Kunden das irgendwie ein bisschen Technik zu viel isst Also dass sie abgeschreckt sind.
- 14:51Speaker 1: Ja wie ging's dir da in der Zeit?
- 14:53Speaker 0: Ja also wie habe ich geschlaufen?
- 14:55Speaker 0: Manchmal ging viel Kopfkino los oder so diese Intention.
- 15:00Speaker 0: Machst Du Das Richtige.
- 15:02Speaker 0: Das ist ja auch immer eine Familienentscheidung gewesen.
- 15:04Speaker 0: Ich bin jetzt in der Generation Sechzig und Plus, wir haben ein bisschen manchmal mit der Technik zu kämpfen und unser Sohn muss dann immer sehr viel Pionierarbeit mit mir und meinem Mann durchstarten weil es war auch so welche Kundschaft kommt jetzt hier in den Laden?
- 15:24Speaker 0: Verliere ich denn?
- 15:25Speaker 0: alte Kundschaft die dann vielleicht mit dem System nicht mehr klar kommen?
- 15:29Speaker 0: Aber das hat sich jetzt im Nachgang alles zerschlagen, weil egal ob die Technik gekommen wäre oder dieses System so.
- 15:37Speaker 0: Es gibt Menschen, die treffen die Kaufentscheidung – ich gehe dahin, ob dieses System oder ein anderes System und ich gewinne aber auch immer neue Leute, weil wir haben sie gesehen seit
- 15:47Speaker 0: XXIII.,
- 15:48Speaker 0: hat sich das ganze Publikum eigentlich komplett gedreht!
- 15:52Speaker 0: Wir haben so viele neue Leute auf dem Hof, die wir die dreizehn Jahre davor überhaupt nie gesehen hatten Und das ist auch immer eine Chance.
- 15:59Speaker 0: Von daher kann man ein bisschen schlaflose Nächte haben, aber letztendlich wenn man das für sich prüft und sagt ne, das ist mein Weg der ja auch Umstände hat.
- 16:08Speaker 0: also wie du das schon gesagt hast wir haben eine andere Zeit Personalmangel Wir haben wirtschaftliche Krisen.
- 16:15Speaker 0: Wir können es natürlich hinsetzen und sagen Ja alle rundherum Bioland macht mal für uns Aber letztendling sind wir alle Unternehmer und müssen unsere Wege selbst gehen.
- 16:25Speaker 1: Kamer, was bekommst du denn für Rückmeldung von den Landwirten die auf SB umstellen?
- 16:29Speaker 1: Wie verändert sich da die Kundschaft?
- 16:30Speaker 1: gibt es dadurch auch also wie Heike das jetzt beschrieben hat komplett neue Zielgruppen die da erschlossen werden.
- 16:37Speaker 2: Ja, genau.
- 16:37Speaker 2: Insgesamt ist die Zielgruppe ja unterschiedlich in der Direktvermarktung.
- 16:42Speaker 2: also Menschen haben unterschiedliche Gründe warum sie im Hofladen in der direkten Vermarktung einkaufen.
- 16:49Speaker 2: Die einen den ist einfach die Produktqualität total wichtig dass es da hochwertiges Fleisch gibt.
- 16:55Speaker 2: Der andere braucht noch schnell was ein Geschenk für Familienbesuch und nimmt dann die Flasche Öl mit Sonnenblumenöl oder was es da eben Leckeres gibt.
- 17:04Speaker 2: und wie jemand anderes schätzt einfach jetzt die neue Flexibilität, was so Grillen im Sommer angeht.
- 17:11Speaker 2: Dass man da die spontanen Menschen auch nochmal abholen kann von dem her ja auf jeden Fall ändert sich da die Zielgruppe noch mal.
- 17:25Speaker 1: Genau, du hast es gerade angesprochen.
- 17:27Speaker 1: Die Öffnungszeiten, das wollte ich Heike auch noch fragen.
- 17:30Speaker 1: Ihr habt die am Hofladen jeden Tag von sechs bis zwanzig Uhr geöffnet?
- 17:35Speaker 1: Warum nicht rund um die Uhr habe ich mich gefragt?
- 17:37Speaker 1: Das wäre ja theoretisch möglich oder?
- 17:39Speaker 0: Wir haben ja noch Automaten auf dem Hof und die sind rund um diese Uhr geöffnet.
- 17:44Speaker 0: Und wir wollten auch irgendwo mal sagen Ja jetzt ist auch mal genug Jetzt ist mal Schlafenszeit Wenn ich ehrlich bin, wir haben hier jetzt ein Sommer auch durch Es ist auch nach zwanzig Uhr.
- 17:56Speaker 0: Niemand mehr, der auf den Hof fährt.
- 17:58Speaker 1: Ja und dann hatte ich noch gelesen Selbstbedienung am Sonntag das Kunden zum Beispiel in Baden-Württemberg.
- 18:04Speaker 1: Da gab es eine Umfrage gefragt worden für die ist der Sonntage einer der beliebtesten Einkaufstage?
- 18:10Speaker 1: Ist es bei euch so?
- 18:11Speaker 1: oder was würdest du sagen?
- 18:12Speaker 1: sind die Umsatz stärksten?
- 18:13Speaker 1: Tage
- 18:15Speaker 0: kann man gar nicht mehr so genau sagen aber sonntag kommen natürlich viele Frühstückseinkäufer also Was heißt viel?
- 18:22Speaker 0: Also für uns als Hunsrücker schon muss man aber auch sagen, wir haben einen Tiefkühlsortiment mit Backwaren.
- 18:30Speaker 0: Das hat sich ein bisschen rumgesprochen und gleichzeitig haben regionale Bäcker ihre Verkaufstouren eingestellt.
- 18:36Speaker 0: Und da kommt schon der eine oder andere mal Sonntagmorgen weil er das gehört hat dass wir noch Backwareen haben oder dass mal Butter fehlt oder Milch fehlt oder vielleicht das Frühstücksei.
- 18:46Speaker 0: und das bemerken wir schon.
- 18:48Speaker 0: so zwischen acht Uhr Sonntags und elf Uhr wird sich das mehr zugegriffen.
- 18:53Speaker 0: Aber es kommen auch viele Sonntag von weiter weg, die das wissen um einfach mal in Ruhe einkaufen zu gehen.
- 18:59Speaker 0: Die wollen gar nicht mehr so geholfen haben.
- 19:02Speaker 0: und wir beruhigen aber immer unsere Kunden ihr dürft euch immer melden wie haben die Rufklingel?
- 19:07Speaker 0: Und auch wenns Nummer für ein Plausch ist.
- 19:10Speaker 1: Ah ja!
- 19:11Speaker 0: Das gibt's auch.
- 19:12Speaker 0: Genau, das machen wir auch mit alten angestammten Kunden oder wenn ich die auf dem Hof sehe.
- 19:17Speaker 0: Also es ist ja nicht so dass ich jetzt nicht mehr kommuniziere und ich habe ja auch Räumzeiten also dass sich was einräumen muss.
- 19:24Speaker 0: oder wenn Ich etwas bemerke dass sie Leute nicht klarkommen dann ist aber auch nun manchmal meine Höflichkeit zu fragen ob Sie klar kommen ob sie Hilfe brauchen.
- 19:33Speaker 0: Aber oftmals wird's auch vernein'.
- 19:34Speaker 0: Das ist einfach... Die wollen sich selbst damit beschäftigen dass sie das hinkriegen.
- 19:39Speaker 1: Ja klar, man spürt das ja meistens auch ganz schnell.
- 19:41Speaker 1: Braucht der jetzt jemand Unterhaltung oder irgendwas an Beratungen?
- 19:45Speaker 1: Oder sagt er ne ich bin eigentlich ganz froh dass sich hier mich alleine umschauen kann.
- 19:50Speaker 1: die Regelungen sind vom Bundesland zu Bundesland verschieden.
- 19:53Speaker 1: was jetzt die Öffnungszeiten angeht vor allem auf Sonntags weißt du oder wisst ihr von Bioland wie das in den anderen Bundesländern ist?
- 20:01Speaker 1: also könnt ihr da auch weiter helfen?
- 20:03Speaker 2: Genau, ja.
- 20:04Speaker 2: Das ist tatsächlich ein Bundesland-Thema von Region zu Region unterschiedlich wie da die Regelungen sind und da sind viele Bundesländer auch gerade noch dran da Regelungen festzulegen also zum Teil zb in Niedersachsen Da ist noch gar nichts geregelt.
- 20:22Speaker 2: Also es dann eher so Graubereich Wie die Gemeinden damit auch umgehen.
- 20:26Speaker 2: Und in der Regel kann man sagen Es ist meistens abhängig auch von der Ladenfläche, also zu größte Ladenflächen werden dann von der Sonntagsöffnung ausgeschlossen.
- 20:37Speaker 2: Zum Beispiel in Schleswig-Holstein ist es nur ein kleinen Gemeinden erlaubt diese Sonntagseffnungszeit.
- 20:45Speaker 2: wenn Betriebe da Fragen haben können sie gerne auf uns zukommen können natürlich nie eine rechtskräftige Aussage geben aber zumindest ja können wir den Betrieben noch mal sagen wo Sie nachschauen können.
- 20:55Speaker 2: das ist im Grunde immer das was wir damit geben können
- 21:00Speaker 1: Heike, nur ist das eben schon so ein bisschen angedeutet.
- 21:02Speaker 1: Welchen Einfluss hatte denn diese Umstellung auf Selbstbedienung?
- 21:05Speaker 1: Auf euer Sortiment?
- 21:06Speaker 1: also muss es ihr bestimmte Produkte weglassen oder wurden Sachen dann mehr oder weniger nachgefragt?
- 21:11Speaker 1: Also dass eben schon gesagt zu tief kürbach waren gehen gut Fleisch ja offensichtlich auch.
- 21:17Speaker 1: Wie ist das denn mit anderen sachen?
- 21:20Speaker 0: Das wird ich jetzt nicht abhängig machen von dem selbstbedienungsortiment.
- 21:24Speaker 0: Ich glaube Hofläden haben allgemein Jetzt ein bisschen ein Problem mit Produkten, die es überall gibt.
- 21:32Speaker 0: Und da haben wir uns auch immer schnell die Zahlen angeguckt und haben dann aussortiert.
- 21:37Speaker 0: Also ich hatte mein Obst- und Gemüseangebot schon mit der ersten Tour der Selbstbedingung reduziert und bin da auch immer dran weil das nicht mein Produkt ist.
- 21:48Speaker 0: Weil der Kunde, der zu uns kommt muss sich ja immer entscheiden gehe ich in den Hof laden oder gehe ich im Supermarkt?
- 21:55Speaker 0: Das muss ich dann schon dem Kunden zugestehen, was er aber nicht adäquat woanders kriegt.
- 22:00Speaker 0: Das kauft er bei uns.
- 22:01Speaker 0: das ist Fleisch und
- 22:01Speaker 0: Eier.".
- 22:03Speaker 2: Genau!
- 22:03Speaker 2: Ich glaube die Heike macht da einen super Job.
- 22:05Speaker 2: also es ist schon so dass man dieses Sortiment einfach gut angucken muss und regelmäßig überprüfen muss.
- 22:11Speaker 2: Ist noch das Richtige?
- 22:12Speaker 2: Sind das die richtigen?
- 22:14Speaker 2: Produkte, so zum Beispiel oft mehr Grillfleisch gekauft.
- 22:17Speaker 2: Ich habe es vorher schon erwähnt, so Produkte die man mal so schnell auf die Hand mitnehmen kann Eis
- 22:23Speaker 2: etc.,
- 22:24Speaker 2: aber z.B.
- 22:25Speaker 2: auch beim Thema Alkohol muss man natürlich aufpassen und den aus dem Sortiment nehmen wenn man da keine Altersverifizierung hat.
- 22:33Speaker 2: Genau ein Beispiel finde ich auch total spannend von einem Betrieb Dauerbackwaren angeboten hatten schon vorher im Sortiment und das jetzt abgepackt haben, und an die Kasse gestellt haben.
- 22:46Speaker 2: Und es ist so ein Produkt was vorher überhaupt nicht lief aber jetzt in dem SB Bereich super gerne mitgenommen wird.
- 22:53Speaker 2: also ich glaube man kann da einfach auch vieles mal ausprobieren.
- 22:57Speaker 2: und da hat Heike genau den richtigen Ansatz indem sie sagt sie muss das Sortiment beobachten und beobachten was die Kundinnenkunden kaufen und einfach schnell aussortieren, ausprobierend.
- 23:07Speaker 2: Wir
- 23:07Speaker 1: reden ja hier nicht nur über unternehmerische Entscheidungen, sondern auch über jede Menge Technik und natürlich über viel Geld.
- 23:14Speaker 1: Wir müssen also auch unbedingt über die Kosten sprechen.
- 23:22Speaker 1: Heike fangen wir mit dem ersten Schritt an – der Kauf der Automaten-sweiltausendzwanzig!
- 23:27Speaker 1: Weißt du noch was ihr dafür in die Hand nehmen musstet?
- 23:31Speaker 0: Ja da haben wir für uns von sich tausend Euro in die hand genommen.
- 23:34Speaker 0: das ist viel Geld gewesen und wir haben den Schritt getan und finden es aber eine gute Sache weil Es hat sich über die Jahre ja jetzt schon bezahlt gemacht, das haben wir gesehen an den Auswertung der Automaten.
- 23:48Speaker 0: Man bekommt auch heute schon ganz viele gute gebrauchte Automaten.
- 23:52Speaker 0: also ich werde da immer von überzeugt Ich würde jetzt nicht ein Automat irgendwo in die Pampa stellen.
- 23:58Speaker 0: Das sind die Fahrtwege einfach zu aufwendig und es passiert ja auch immer mal dass ich im Produkt nicht so gut platziere Dass dann der Kunde das nicht dienen kann, das merken wir immer.
- 24:07Speaker 0: Also der Automat ist nur so gut wie der Mensch Und deswegen auf dem Hof finde ich es schon eine gute Sache, dass man nochmal einen Zusatzverkauf generieren kann und Kunden erreicht die man sonst nicht hat.
- 24:20Speaker 1: Gut, Heike!
- 24:21Speaker 1: Ihr habt also Geld investiert in die Automaten und dann ging es weiter bei euch mit dem zweiten großen Schritt.
- 24:28Speaker 1: Sie haben den Hofladen so umgebaut dass die Kunden sich selbst bedienen können und am Wochenende auch bedient werden.
- 24:35Speaker 1: Also die sogenannte hybride Lösung haben wir ja schon darüber gesprochen.
- 24:38Speaker 1: was habt ihr denn dafür baulich verändert?
- 24:41Speaker 1: Vor allem die Einlasttüren mussten ja denke ich so verändert werden das der Einlass nur mit der Kundenkarte möglich war.
- 24:46Speaker 1: richtig
- 24:48Speaker 0: Das ist richtig.
- 24:49Speaker 0: Wir hatten uns damals für ein System entschieden, das wir gemietet haben.
- 24:53Speaker 0: Das war Uniberi oder Cometo.
- 24:56Speaker 0: Das waren Start-up in Hamburg wo wir diese Lösung eines Kartenlesegerätes hatten oder vielmehr eines Kundenkartenlesegerätes und mussten dann einfach einen Sommer in die Tür einbauen.
- 25:09Speaker 0: aber das überschaubarer Kosten.
- 25:12Speaker 0: Also das hat unter hundert Euro gekostet und die Miete dieses Gerätes war pro Jahr siebenhundfünfzig Euro, was aber dazu kamen?
- 25:19Speaker 0: wir mussten ja Kundenkarten ausstellen Da gibt es zwar ganz günstige Geräte, man muss nur immer sehen die Verbrauchsmaterialien.
- 25:28Speaker 0: Die waren schon ziemlich hoch!
- 25:30Speaker 1: Und das Kassensystem aus der Ziel?
- 25:31Speaker 1: Das hattet ihr ja im Jahr zwölfundundzwanzig schon angeschafft und ihr hattest also schon diese QR-Code auch oder dieses GEN-Codes?
- 25:38Speaker 1: Das hatten wir
- 25:38Speaker 0: schon.
- 25:39Speaker 0: Wir hatten in der Betriebsgröße erreicht und haben uns für das BioBillOffice System entschieden, denn wir konnten damit nicht den Hofladen abdecken, sondern wir konnten in diesem ganzen Wirtschaftssystem auch noch den Handel der Vermarktung mitabdecken und auch den landwirtschaftlichen Betrieb mit der Eiervermarktung.
- 26:01Speaker 0: Also wir hatten alles in einem System und konnten dann die Bausteine auf jeden Betriebszweig quasi also in jedem Betriebeszweige nutzen.
- 26:10Speaker 0: das war für uns ganz wichtig.
- 26:13Speaker 1: Es gab ja Freitag und Samstag damals noch Personal, dass die Kasse bedient hat.
- 26:17Speaker 1: Und unter der Woche mussten die Kunden das selbst machen!
- 26:20Speaker 1: Ihr habt damals bei der Anschaffung des Systems schon mitgedacht – und zwar, dass das System auch als Self-Checkout oder SB-System genutzt werden kann also, dass man diesen Baustein dazu buchen kann.
- 26:31Speaker 1: Kannst du sagen was das Ganze gekostet hat Heike?
- 26:34Speaker 0: Das Kassensystem war tatsächlich nicht so günstig.
- 26:37Speaker 0: Also das hat viertausend achthundert Euro damals gekosted.
- 26:41Speaker 0: Man muss sagen die ganze Hardware, die Software.
- 26:43Speaker 0: Das musste ich investieren und dann zukommt dann immer pro Monat die Miete der Software.
- 26:50Speaker 0: das ist ungefähr dann so hundertsechzig Euro gewesen.
- 26:54Speaker 0: das war aber nicht nur die Kasse sondern wir konnten mit diesem System auch Rechnung schreiben.
- 26:58Speaker 0: das hat für uns viele Möglichkeiten eröffnet.
- 27:00Speaker 1: genau also Man behält sich ja auch so eine gewisse Flexibilität, denke ich.
- 27:04Speaker 1: Und letzten Endes ist es dadurch ja auch individuell zuschneidbar.
- 27:08Speaker 1: Also der eine braucht dies und der andere braucht das.
- 27:10Speaker 1: aber dann hast du jetzt mal einen Einblick gegeben für welche Richtung ihr euch damals entschieden habt und was hier auch klar ist.
- 27:15Speaker 1: also ihr habt auch sehr langfristig gedacht sondern in dem Motto brauchen wir jetzt nicht könnten wie er bei ein paar Jahren brauchen okay denn entscheiden uns lieber für etwas was uns diese Möglichkeit auch gibt.
- 27:25Speaker 1: Kamen kannst du denn aus deiner Erfahrung Hersteller nennen, bei denen die Zuhörerinnen und Zuhörer sich informieren können?
- 27:31Speaker 2: Ja genau Heike hat es genannt das gibt sehr viel da am Markt.
- 27:35Speaker 2: Da passiert auch einiges Neues und Vieles entwickelt sich.
- 27:38Speaker 2: also das System was die Heike angesprochen hat ist das System so Self-Checkout.
- 27:44Speaker 2: Das heißt die Kunden bekommen Zugang zum Laden ob jetzt eben über eine Kundenkarte, so wie am Anfang bei der Heike oder über eine Bankkarte und kassieren sich im Grunde dann wenn sie im Laden drin sind
- 27:57Speaker 0: selber
- 27:58Speaker 2: ab.
- 27:58Speaker 2: Dann gibt es die Möglichkeit auch man bekommt über eine App hat man einen QR-Code und bekommt dadurch Zugang zum Store und kann dann auch mit der App die Produkte eigenständig.
- 28:11Speaker 2: Dann angebrachte QR-Codes.
- 28:13Speaker 2: Zum Teil funktioniert das auch mit den Barcodes abscannen und im Grunde wird dann über die App, über Last schrift abgerechnet.
- 28:23Speaker 2: So ein System ist zum Beispiel von BlockBest, gibt es das?
- 28:27Speaker 2: Und dann gibt's noch eine dritte Form die zum Teil auch von Direktvermarkten genutzt wird.
- 28:31Speaker 2: Das sind die RFID Chips
- 28:34Speaker 2: d.h.,
- 28:34Speaker 2: ich hab nochmal zusätzliche Chips und Coats, die ich euch auf jedes Produkt aufklebe und dieser Chip wird dann automatisch von der Kasse aus... gelesen.
- 28:45Speaker 2: Das ist eher ein Tool, was für hochpreisige Produkte Interessanz ist, weil einfach der Chip auf jedes einzelne Produkt aufgebracht werden muss und das natürlich auch ein hoher Invest.
- 28:56Speaker 2: dann ist zeitlich und die Chips sind auch relativ teuer.
- 28:59Speaker 2: aber so ein System gibt es zum Beispiel von SmartStore vierundzwanzig.
- 29:04Speaker 2: Genau, also das häufigste was ich sehe sind eben diese Save Checkout Systeme und da gibt es eben so wie von Heike beschrieben, das System Marke Eigenbau.
- 29:14Speaker 2: Ich habe schon einen wahren Wirtschaftssystem, Kassensystem.
- 29:18Speaker 2: dann geht's nur darum das Schließsystem noch anzuschaffen oder eben da gibts die komplett voll Lösungen.
- 29:26Speaker 2: Die gibt´s natürlich auch wo man sich um gar nichts kümmern muss zum Beispiel von Kobel aus Österreich die dann den kompletten Container zusammenstellen und man gar nicht mehr selber machen muss, da kann.
- 29:40Speaker 1: Das klingt nach sehr viel Auswahl und auch nach einer großen Spannbreite an Ausgaben kamen.
- 29:48Speaker 1: Hast du da irgendwie eine Hausnummer zwischen was sich das bewegt?
- 29:53Speaker 2: kommt eben drauf an, wie groß die Veränderungen sind, die ich machen möchte an meinem Laden.
- 29:58Speaker 2: Ob ich schon einen Laden habe oder eben alles komplett neu brauche wenn eben Kassensystem vorhanden ist und das nur um dieses Schließsystem geht vielleicht noch um Überwachungskameras dann ist man mit einem vierstelligen Bereich.
- 30:14Speaker 2: Auf jeden Fall kann man das umstellen, da haben Betriebe schon so berichtet.
- 30:20Speaker 2: und wenn ich eben so ein komplettes System haben muss dann kann es auch mal zweitausend Euro kosten und dann hat man natürlich auch einen einfach deutlich größeres Invest- und größeren Auffand in dem Fall
- 30:36Speaker 1: Heike, als ihr dann umgestellt habt vom Hybridensystem auf hundert Prozent Selbstbedienung.
- 30:41Speaker 1: Da musste ja technisch eigentlich nicht mehr viel verändert werden glaube ich nur das Einlasssystem.
- 30:48Speaker 1: Das habt ihr erneuert hast du mir erzählt.
- 30:50Speaker 1: und zwar habt ihr euch dabei für das sogenannte V-Reflex System entschieden.
- 30:55Speaker 1: was hat das gekostet?
- 30:56Speaker 1: damals?
- 30:56Speaker 1: weißt du das
- 30:57Speaker 2: noch?
- 30:57Speaker 0: Das waren zwei tausend zweihundert Euro.
- 30:59Speaker 0: wir haben das alte System der Kundenkarten Einlass wieder abgeschafft das war ja nur gemietet gestartet und haben jetzt keine Kosten mehr.
- 31:09Speaker 0: Das Gerät ist jetzt noch gar nicht lange auf dem Markt, das passt zu uns weil jeder Kunde kann jetzt rein egal ob er eine Kundenkarte hat oder nicht.
- 31:19Speaker 0: also er kann mit jedem Zahlungsmittel was auf den Markt ist eintreten.
- 31:23Speaker 0: und auf den Kundenkarten gab es damals einen kleinen Prozentsatz.
- 31:27Speaker 0: ihr kommt immer wieder und ihr kriegt einen Rabatt.
- 31:30Speaker 0: Und diesen Rabatt haben wir gelassen.
- 31:31Speaker 0: Also es gibt weiterhin Kunden, die gehen mit ihrer EC-Karte rein und holen ihre Kundenkarte raus.
- 31:36Speaker 0: Sie scannen sich ein und können die Rabatte
- 31:40Speaker 2: generieren.
- 31:41Speaker 0: Das haben wir halt gelassen so als Dankeschön für die Zeit wo sie uns unterstützt haben dass wir auf einem neuen Weg waren.
- 31:47Speaker 1: Ja okay aber ihr stellt jetzt keine neuen Kundenkarten aus.
- 31:50Speaker 1: das ist quasi das was ich schon gehabt habe ja verstehe interessant.
- 31:54Speaker 1: und dann jetzt wo wir einmal beim Thema EC Zahlung sind.
- 31:58Speaker 1: Ihr verzichtet ja komplett auf Bargeld, in manchen SBA-Läden gibt es Automaten um auch das noch anzubieten.
- 32:04Speaker 1: Warum war das für euch kein Thema?
- 32:06Speaker 1: Hattet ihr nicht die Sorge dass ihr dadurch vielleicht auch Kunden verliert wenn's keine Bargeldzahlung gibt?
- 32:11Speaker 0: Nee, das haben wir nicht weil am Automat kann ja noch bar bezahlt werden wäre es total ablehnt.
- 32:16Speaker 0: aber für uns ist die Abrechnung viel einfacher schneller Es ist transparenter.
- 32:22Speaker 0: also es war schon in der Vergangenheit so dass wir viel mehr Kartenzahlungen hatten als Bauzahlung
- 32:26Speaker 1: kam, wie ist da deine Erfahrung oder Einschätzung in dem Bereich?
- 32:30Speaker 1: Was melden die Landwirtinnen und Landwirte zurück, die das ein oder das andere anbieten.
- 32:36Speaker 2: Ja genau es ist oft eine relativ große Hürde davon den Bargeld wegzukommen weil's einfach gewohnt ist gerade in den ländlichen Regionen auch nochmal ein größeres Thema ist.
- 32:48Speaker 2: Diese Bargeldsysteme, die es auch gibt sind relativ teuer und davon würde ich persönlich jetzt eher abraten.
- 32:56Speaker 2: Und eine offene Kassel oder einen Kästchen da zu haben ist natürlich beim Thema Diebstahl.
- 33:03Speaker 2: bisschen schwieriger.
- 33:04Speaker 2: Und genau das ist jetzt auch gerade im Herbst und Winter natürlich ein großes Thema, wenn immer wieder auch professionellisierte Rede unterwegs sind dann muss man einfach gut aufpassen also dass es jetzt noch einen Appellant alle nicht nur die SD läden da einfach gut auszupassen und Bargeld abends auf jeden Fall gut weg zu packen.
- 33:26Speaker 2: und was ich da einfach auch sagen würde jede zusätzliche Hürde schützt das muss man natürlich immer abwägen mit Zugänglichkeit in den Laden.
- 33:37Speaker 1: Das ist auch ein gutes Stichwort, das habe ich mich nämlich auch direkt gefragt.
- 33:40Speaker 1: Ist das nicht eine Einladung an Diebe?
- 33:42Speaker 1: So eine komplette Selbstbedienung?
- 33:43Speaker 1: Heike wie ist da eure Erfahrung?
- 33:46Speaker 1: Ich weiß du hast mir erzählt ihr habt Videoüberwachung auf dem Hof sowieso schon gehabt.
- 33:50Speaker 0: Genau, wir hatten Videoüberwachung auf dem Hof aus anderen Gründen und wir haben eigentlich die gleiche Überwachung dann in den Laden gebaut.
- 33:58Speaker 0: Weil es ist ja auch ein bisschen blauäugig wenn man denkt ach das wird schon alles gut gehen weil ich habe jetzt nicht mehr einen Umfeld was ich sage mal über meine Kundenkarten wissen kann.
- 34:11Speaker 0: also es ist dann jemand der sich da einwählt sondern es ist jeder der da reinkommen kann und das können auch Kinder schon ab sieben Jahre rein.
- 34:19Speaker 0: Man hat zwar viel Vertrauen in die Kunden, also ein bisschen Kontrolle schützt einen natürlich auch selbst.
- 34:24Speaker 1: Ist denn bei euch schon mal so was vorgekommen Heike?
- 34:26Speaker 1: Also richtiger Diebstahl, sagen wir mal jetzt nicht nur eine Eierpackung mitgenommen sondern wirklich massiv auch Automaten aufgebrochen oder das man halt so hört?
- 34:36Speaker 0: Nein!
- 34:36Speaker 0: Das war nur einmalig wo wir noch ne offene Ladenkasse im SB-Bereich hatten und das waren auch Jugendliche und das haben wir wie gesagt aufgeklärt Und wir hier seit XXIII haben im Laden noch keinen Diebstall gehabt.
- 34:49Speaker 1: Spannend fand ich ja auch, hast du erzählt.
- 34:50Speaker 1: Wenn man die EC-Karte da reinsteckt dann darf man diese Daten also nehmen wir mal einen Ich kaufe da eine und bezahle nicht Dann darf man diesen Daten ja auch an die Polizei weitergeben?
- 34:59Speaker 0: Genau das ist der gesetzliche Raum.
- 35:01Speaker 0: Ihr selbst könnt da gar nichts lesen.
- 35:03Speaker 0: Also wir haben die Technik
- 35:04Speaker 2: gar nicht
- 35:04Speaker 0: dafür.
- 35:04Speaker 0: aber wenn der Fall wäre So werden diese Einlasssysteme verkauft, kann man das an die Polizei begeben und die Polizei weiß dann schon wie sie an die Daten rankommt.
- 35:15Speaker 0: Und kann den Menschen ermitteln was bei uns jetzt noch nicht der Fall war.
- 35:21Speaker 1: Abschließend würde ich gerne noch fragen du hattest es ja schon mal angedeutet läuft denn die Technik störungsfrei?
- 35:26Speaker 1: Weil das ist ja immer das was man so denkt.
- 35:28Speaker 1: Dann hat man da einen Haufen Technik und funktioniert es ständig nicht und ständig muss man irgendwie ein Servicetechniker rufen.
- 35:34Speaker 1: Wie ist auch deine Erfahrung
- 35:36Speaker 0: Es gibt schon manchmal ein bisschen Huddel mit der Technik, das ist aber oftmals auch ein Softwareproblem.
- 35:43Speaker 0: Also man muss immer wieder neu updaten und wir müssen auch manchmal helfen.
- 35:48Speaker 0: Aber wie sagen auch manchmal?
- 35:50Speaker 0: Ist es unser Fehler!
- 35:51Speaker 0: Dann ist ein Produkt nicht richtig hinterlegt oder nicht richtig kennzeichnet oder der Kunde vertippt sich mal... also dafür gibt's
- 36:00Speaker 1: ja dann die Ruf-Serviceklinge
- 36:02Speaker 0: dass wir dann helfen und eingreifen können.
- 36:04Speaker 0: Also ganz reibungslos, glaube ich.
- 36:07Speaker 0: Geht das nirgendwo?
- 36:08Speaker 0: Es ist immer mal ein Kleinigkeit aber die Wochen gehen schon gut ins Land.
- 36:12Speaker 0: dass wir jetzt hier nicht jeden Tag einen Chaos verbreiten mit der Technik, so ist es nicht.
- 36:16Speaker 0: Die ist schon gut ausgereift.
- 36:18Speaker 1: Super und außerdem kann man ja bei euch klingeln wenn man meinen Schwätzchen halten will.
- 36:23Speaker 1: Habe ich bingert!
- 36:30Speaker 1: Investitionen sind das eine.
- 36:32Speaker 1: auf der anderen Seite muss man auch den Umsatz schauen und wie der sich entwickelt.
- 36:37Speaker 1: Heike, kannst du uns verraten.
- 36:39Speaker 1: Wie sieht bei euch so ein Durchschnittsbond aus?
- 36:41Speaker 0: Ich habe da mal nachgeschaut über unser System und im Jahr twenty-fünf lag das im Durchschnitt bei fünfundfünftig Euro pro Durchsnitzbond.
- 36:53Speaker 0: Und wenn man davon ausgeht dass in der Packung Eier ja am geringen Bereich bei fünf oder sechs Euro liegt dann ist das schon eine gute Geschichte weil es gibt viele Leute die nur kleine Bonds haben aber Es gibt auch viele Leute, die mal einen Einkauf machen, die schon über hundert Euro oder zweieinhalb Euro hinausgehen.
- 37:13Speaker 0: Und Kunden waren das ungefähr dreitausendfünfzig Kunden.
- 37:18Speaker 1: Kam wie ist es aus deiner Sicht?
- 37:20Speaker 1: Fünfzig Euro also rund fünfzig Euro Durchschnittsbond.
- 37:23Speaker 1: passt das zum Durchschnitt der Hofläden, die sich bei dir melden
- 37:28Speaker 2: Ja, ich finde es schon ein starker Durchschnittsbond auf jeden Fall.
- 37:33Speaker 2: Genau wenn man so vergleicht mit Zahlen die wir ausgewertet haben für Hofläden da legen wir eher so bei dreißig fünfunddreißig Euro im durchschnitt.
- 37:43Speaker 2: aber wie gesagt das kommt immer super auf Sortiment an und natürlich auch auf die Größe vom Laden und spielen mehrere Faktoren mit rein.
- 37:52Speaker 0: Also wir haben ja jetzt das erste Selbstbedingungsjahr noch nicht abgeschlossen.
- 37:57Speaker 0: Was wir merken, wir haben einen etwas geringeren Umsatz beim Bong also es geht wieder unter die fünfzig Euro.
- 38:05Speaker 0: aber ich will das auch gar nicht so bewerten weil wir haben hier auch Dinge gestrichen aus dem Sortiment.
- 38:13Speaker 0: Ich kann jetzt nichts sagen dass wir jetzt hier eingebrochen sind.
- 38:16Speaker 0: was jetzt dieses Jahr noch erschwerend dazu kam, ist das wir gemerkt haben.
- 38:21Speaker 0: Die Leute haben sich mehr gebündet sind nicht so oft gekommen aber wenn sie gekommen sind, haben sie dann mehr gekauft.
- 38:27Speaker 0: weil einfach man muss sich ja entscheiden zu uns zu fahren.
- 38:29Speaker 0: also schon von der zentralen Hauptstraße liegen wir fünfhundert Meter weg und wir sind nicht vor Köln Stuttgarter oder sonst wo sondern wir sind hier auf dem platten Land.
- 38:39Speaker 0: die Entscheidung zu uns to fahren oder in den Supermarkt zu gehen muss der Kunde treffen und wir wissen dass es momentan ein paar Krisen gibt auf der Welt zum Sparen animieren, muss ich jetzt mein Auto bewegen.
- 38:54Speaker 0: Muss ich erst wegen einem Päckchen Eier fahren?
- 38:56Speaker 0: oder Kraft zu mir im Supermarkt?
- 38:58Speaker 0: Das habe ich schon gemerkt!
- 39:00Speaker 1: Ja das spielt alles damit rein und Werbung ist ja auch eine Möglichkeit neue Kunden zu gewinnen.
- 39:05Speaker 1: Jetzt hast du mir erzählt Heike dass du ganz bewusst auf Werbung in den sozialen Medien verzichtest.
- 39:10Speaker 1: warum hast du dich dagegen entschieden?
- 39:13Speaker 0: weil ich da
- 39:14Speaker 1: nicht so talentiert bin.
- 39:16Speaker 0: Mein Sohn hat gesagt, also wenn du es machst kannst du das machen.
- 39:18Speaker 0: Ich habe dafür keine Zeit und ich hab's gesehen bei Kollegen oder anderen die jetzt andere Dinge vermarkten.
- 39:25Speaker 0: man braucht einfach sehr viel Pflege und Zeit Und ich habe mich dafür entschieden, ne?
- 39:30Speaker 0: Ich pflege meinen Laden, ich pfleg den Kontakt zu meinem Kunden.
- 39:34Speaker 0: Bei uns gibt immer noch die klassischen Emails
- 39:36Speaker 2: wie die Kunden
- 39:37Speaker 0: bekommen weil wir ja auch immer unsere Vermarktungstermine mit frischem Fleisch ankündigen Oder was sonst so auf dem Hof los ist, da kann ich eine gezielte Gruppe ansprechen.
- 39:49Speaker 0: und was sich aber merke hier am hohen zurück.
- 39:51Speaker 0: Die Kommunikation läuft noch wie früher über den Mund muss ich ehrlicherweise so sagen sonst hätte ich ja nie irgendwie neuen Kunden vor der Tür stehen.
- 40:01Speaker 0: so muss es funktionieren Absolut,
- 40:03Speaker 1: irgendwie muss es sich rumsprechen.
- 40:05Speaker 1: Du hattest glaube ich auch erzählt dass du das nach Feiertagen merkst was ich lustig fand.
- 40:09Speaker 1: also das heißt die Leute sitzen zusammen oder halten sich und dann erzählt er einiger... Ich war jetzt mal in der Sehenmühle da gibt's jetzt Hundertprozent Selbstbedienung und Schwupp
- 40:17Speaker 0: kommen wieder
- 40:17Speaker 1: zwei neue leute die sich das anschauen wollen für mich irgendwie auch interessant.
- 40:21Speaker 0: Aber wir haben auch die Hofschilder verändert die an der Straße stehen.
- 40:25Speaker 0: Da steht jetzt SB-Hofladen Ah!
- 40:29Speaker 0: Also ist steht keine Zeit?
- 40:31Speaker 0: Da haben wir gesagt ne komm Das machen wir jetzt nicht noch auf das Schild, dass wenn wir die Leute da mit Achtzig-Karmenhau vorbeifahren.
- 40:37Speaker 0: Das ist so schnell kann man das gar nicht lesen aber wir haben das Schilt ausgetauscht, dass wir darauf hinweisen, dass es einen SP Hofladen gibt oder in der Urlaubszeit merken wir das schon.
- 40:48Speaker 0: Da kommen Urlaber vorbei, die einfach sagen ach hier gibt's ein SP HofLaden.
- 40:51Speaker 0: gehen wir mal, ja?
- 40:53Speaker 0: Anne wir haben noch stehen Montag bis Sonntag geöffnet.
- 40:55Speaker 0: Das haben wir stehen als Helhofladen.
- 40:57Speaker 0: Montag besondert
- 40:59Speaker 1: Ja gut, aber mal hin.
- 41:00Speaker 1: Kami ist das denn aus deiner Sicht?
- 41:02Speaker 1: Ist das riskant auf Werbung in den sozialen Medien zu verzichten?
- 41:05Speaker 1: Wie würdest du das einschätzen?
- 41:06Speaker 1: Also Heike sagt ja es funktioniert auch ohne.
- 41:09Speaker 1: was ist deine Einschätzung dazu?
- 41:11Speaker 2: Ich finde schön wie ehrlich die Heike da ist und sagt ich habe da keine Lust drauf und ich glaube so ist es auch.
- 41:17Speaker 2: wenn man da keinen Interesse für hat dann würde ich da auch niemandem zu zwingen Social Media zu nutzen.
- 41:26Speaker 2: Es ist eine Möglichkeit, aber es geht einfach darum im Gespräch zu bleiben und das kann ich natürlich auch durch Maßnahmen vor Ort mit einer
- 41:36Speaker 0: guten
- 41:36Speaker 2: Beschilderung – das kann auch einmal in der Aktion durch einen Hoffest sein, durch auch kleine Reaktionenführungen am Betrieb.
- 41:45Speaker 2: dann sollte es auf jeden Fall eine Webseite oder zumindest einen Google-Eintrag geben, damit die Menschen wissen, dass der Betrieb auch tatsächlich existiert.
- 41:57Speaker 1: Und wer sich dafür interessiert oder vielleicht etwas fitter werden will, für den bietet Bioland ja glaube ich auch Social Media Seminare an.
- 42:03Speaker 1: Hast du gesagt?
- 42:04Speaker 2: Ja super dass du da nochmal dran denkst.
- 42:07Speaker 2: genau wir haben die letzten zwei Jahre in der dreiteilige social media Reihe entwickelt und auch in diesem Jahr beziehungsweise Anfang nächsten Jahres wird es noch mal Seminaren geben rund ums Thema social media.
- 42:23Speaker 1: Heike, ein ganz anderes wichtiges Thema auch in Bezug auf die Kosten ist ja das Personal.
- 42:27Speaker 1: Wie hat sich das verändert bei euch durch die Selbstbedienung?
- 42:30Speaker 0: Also durch die selbstbedienungen haben wir jetzt keine Personale abgebaut aber wir haben im Zuge der letzten Jahre Personal verloren.
- 42:40Speaker 0: also wo Menschen einfach gesagt haben ach das ist doch nichts mehr für mich Das waren auch meistens Mini-Jobber.
- 42:46Speaker 0: Wir haben keine Fest angestellten weil durch Die Produktion, die bei uns ja im Eierbereich sehr stark ist keine Ganztages-Jobs zu vergeben sind.
- 42:56Speaker 0: Weil wir haben Sortierzeiten und das ist immer nur so zwei drei Stunden pro Tag.
- 43:01Speaker 0: Und im Laden ist es so ich habe eine langjährige Mitarbeiterin, die schon seit Zwei Tausend Elf da und die ist geblieben und ich hab noch ne Mitarbeiterin die halt Zwitsch zwischen Eiersortieren und Hofladenzeit.
- 43:14Speaker 0: Das, was ich ja jetzt hier gespart habe an Zeit, hab' ich einen neuen Betriebszweig eröffnet.
- 43:19Speaker 0: Denn wir machen seit Ende zwanzig vierundzwanzig selbst Nudeln aus unseren Eiern und produzieren auch für Kollegen im Lohn!
- 43:27Speaker 0: Und das konnte ich jetzt generieren, also die Beschäftigten haben dann noch zu tun.
- 43:32Speaker 0: Weil wir vermarkten ja über unseren Hofladen nicht nur sondern auch über den Einzelhandel unsere Produkte und dann sind halt vor-und nachbereitungszeiten... Also wir müssen die Tiere vermarkte es wird boss produziert Es müssen Konserven etikettiert werden Wir müssen Nudeln produzieren Die Nudel müssen abgepackt werden.
- 43:51Speaker 0: Also dafür brauche ich ja schon noch das Personal und die haben das alles mitgetragen.
- 43:56Speaker 1: Ja, das ist ja auch eine schöne Entwicklung denke ich.
- 43:59Speaker 1: Kamen was würdest du denn sagen?
- 44:00Speaker 1: Ist der Umstieg auf Selbstbedienung zwangsläufig mit weniger Personal verbunden oder läuft es eher wie bei Heike dass man das einfach nur umschichtet also vielleicht mit dem Personal einfach auch etwas ganz Neues startet?
- 44:11Speaker 2: Ich glaube man darf auf jeden Fall nicht meinen dass man gar kein Personal mehr braucht für den Selbstbedingungsladen.
- 44:18Speaker 2: die Fristzeiten bleiben bestehen oder werden ja sogar noch größer als im im Bedienungsladen.
- 44:26Speaker 2: Also es gibt auch weniger Leerlauf bei den Mitarbeitenden, weil sie eben nur dann eingesetzt werden und wirklich auch Arbeit ansteht.
- 44:35Speaker 2: und dieses Rumstehen im Laden was das ja doch manchmal noch gibt fällt weg.
- 44:39Speaker 2: Ich habe keine genauen Zahlen nennen wie viel Personalkosten tatsächlich eingespart werden dazu gibt's noch keine Auswertungen.
- 44:48Speaker 2: aber man kann schon sagen ist fallen weniger Arbeitsstunden ein und vor allem sind sie anders verteilt.
- 44:55Speaker 0: Ja,
- 44:56Speaker 1: und Du Heike, du hast jetzt ja auch höre ich raus nicht weniger zu tun oder warst ja am Anfang dieses Prozesses unglücklich weil du quasi im Laden gestanden hast und dachtest was könnte ich alles mit dieser Zeit anfangen wenn dann doch keine Kunden kommen?
- 45:10Speaker 1: Und jetzt hast du diese Zeit genutzt um einen neuen Betriebszweig aufzubauen.
- 45:15Speaker 1: Hast du erzählt was genau ist das?
- 45:17Speaker 1: vielleicht kannst du das nochmal kurz erzählen.
- 45:19Speaker 0: Genau, wir produzieren ja Eier und wir haben zu bestimmten Zeiten halt viel Eier auch übrig.
- 45:25Speaker 0: Dann kam meine Idee dass ich das schon immer mal machen wollte und dann habe ich die Zeit genutzt wirklich, die da übrig geblieben ist wo ich nicht so verortet war um diesen Betriebszweig zu eröffnen.
- 45:38Speaker 0: und man muss auch sagen... Die Zeit die man ja steht und gar nicht weg kann, kann ich zum Beispiel Büro nutzen.
- 45:46Speaker 0: Man muss Warnsortimente bestellen, man muss Löhne abrechnen, ja die ganzen Dinge tun.
- 45:53Speaker 0: und ich würde behaupten also auch wenn ich den neuen Betriebszweig habe Ich kann es besser planen, ich kann das besser einrichten Und ich hab wirklich abends früher Schluss.
- 46:09Speaker 1: Unter dem Strich würde ich also sagen, höre ich so raus.
- 46:11Speaker 1: Für euch in der Seenmühle hat sich das gelohnt mit der Umstellung auch wenn es natürlich Herausforderungen waren und vielleicht auch manchmal die eine oder andere schlaflose Nacht.
- 46:20Speaker 1: was sagst du Heike?
- 46:20Speaker 1: ist das jetzt ein Patentrezept für alle?
- 46:23Speaker 1: Oder für wen sagst Du eignet sich das wirklich?
- 46:25Speaker 1: diese hundert Prozent Selbstbedienung
- 46:28Speaker 0: Also ein Patentrezept für alle, würde ich auf keinen Fall unterschreiben.
- 46:32Speaker 0: Aber ich denke für alle kleineren Vermarkter die eine ähnlich gelagerte Voraussetzung haben wie wir das sie irgendetwas rundherum bauen können es zumindest mal versuchen im Hybridensystem und werden wahrscheinlich schnell merken ja wenn ich nicht mehr gebraucht werde in dem täglichen Bedien dann kann ich's doch umstellen.
- 46:52Speaker 1: Okay, ja.
- 46:53Speaker 1: Das ist natürlich auch finde ich eine gute Idee erst mal langsam zu starten.
- 46:56Speaker 1: So habt ihr euch hier auch reingetastet und zu gucken.
- 46:58Speaker 1: passt das überhaupt zu mir?
- 46:59Speaker 1: Und so meiner Kundschaft auch vor allem.
- 47:01Speaker 1: Kam wie gehst du damit um in der Beratung?
- 47:03Speaker 1: hast Du auch schon betrieben davon abgeraten?
- 47:05Speaker 2: Nee, ich habe bisher noch keinen Betrieb davon ab geraten weil meistens ja die braucht auf mich zukommen mit einer Absicht.
- 47:13Speaker 2: und Ich finde immer wenn jemand Lust auf was hat Zeit investiert und Gedanken investiert, dann klappt es meistens auch.
- 47:22Speaker 2: Und dann würde ich da auch niemandem von abraten weil wir eben sehen das ist mehr als ein Trend.
- 47:29Speaker 2: Ich glaube das ist was in welcher Form auch immer bleiben wird diese Selbstbedienungskonzepte.
- 47:37Speaker 2: Ich gehe davon aus, dass sich die Personalsituation nicht verändern wird.
- 47:43Speaker 2: Die Löhne-Lohnkosten werden weiterhin hoch sein und auch die Herausforderungen am Biomarkt bleiben und die Konkurrenz mit anderen Handelsbereichen ist einfach da und Spritkosten sind teuer geworden.
- 47:59Speaker 2: von dem her... Ja, glaube ich dass es für viele auch im ländlichen Raum einfach eine gute Perspektive sein kann.
- 48:08Speaker 2: Sicher nicht für jeden aber ich glaube für einige ist das noch eine gute Möglichkeit sich zu entwickeln und ihre Direktvermarktung langfristig da auf gute und zukunftsfähige Beine zu stellen.
- 48:22Speaker 1: Und wenn ich jetzt denke das könnte für mich passen wie helfen du in dein Team von Bioland mir dann dabei umzusetzen?
- 48:30Speaker 2: Also hier die ganz große Einladung ruft uns einfach
- 48:34Speaker 0: an
- 48:35Speaker 2: oder schreibt uns eine Mail an das Direktvermarktungsteam.
- 48:39Speaker 2: Wir beraten euch dann gerne und wir haben auch ganz viele andere Angebote, die ihr nutzen könnt.
- 48:48Speaker 2: Das fängt mit unserem Direkt-Vermarktungsnewsletter an, der einmal im Monat kommt alles sichtige rund um die Direktvermarktung hinweisen und vor allem auch auf unsere Vernetzungsangebote.
- 49:02Speaker 2: Wir machen zweimal im Jahr eine Exkursion zu Praxisbetrieben, da ist in der Regel auch ein Selbstbedienungsbetrieb dabei und genau da sind wir jetzt im Herbst in Dresden unterwegs und im Frühjahr dann in Baden-Württemberg.
- 49:18Speaker 2: Und dann haben wir natürlich auch online Angebote, zum Beispiel unseren runden Tisch direktvermarktung der einmal im Monat stattfindet.
- 49:27Speaker 2: Da werden Themen besprochen von was gibt es für Warnwirtschaftssysteme?
- 49:32Speaker 2: Zeitmanagement die neue MCO-Richtlinie haben wir besprochen.
- 49:37Speaker 2: also da greifen wir immer aktuelle Themen raus, die wir dann in einem Online Format mit euch diskutieren können.
- 49:46Speaker 1: Wir können ja die Kontaktmöglichkeiten zu euch auch noch mal in die Shownotz packen, für alle das da nachlesen wollen.
- 49:54Speaker 1: Heike an dich hätte ich abschließend noch eine Frage – was muss ich deiner Meinung nach denn mitbringen wenn ich diesen Schritt jetzt gehen will?
- 50:00Speaker 1: Also was würdest du Landwirtinnen und Landwirten mitgeben, die vielleicht jetzt nach diesem Podcast denken, ja das könnte etwas für mich sein?
- 50:08Speaker 0: Auf jeden Fall die Affinität für die Technik!
- 50:14Speaker 0: mich dagegen streube, jetzt die neue Technik einzuführen.
- 50:18Speaker 0: Dann macht das auch nicht viel Sinn.
- 50:20Speaker 0: Wenn ich SB bediene dann muss ich dieses ganze Gebilde verstehen und irgendwie auch das Talent haben, das zu installieren oder zumindest jemanden haben der es für mich macht.
- 50:34Speaker 0: Ich muss bereit sein meine Türen zu öffnen oder meinen Hof dass ich das zulasse.
- 50:39Speaker 0: an ungewöhnlichen Zeiten eben die Kunden auf dem Hof kommen.
- 50:44Speaker 0: Und man muss natürlich Mut zur Veränderung haben, sich persönlich und auch den Betrieb verändern zu wollen und nicht stehen zu bleiben weil eine Situation jetzt so ist sondern einfach nach vorne gehen und schauen was es denn möglich?
- 50:56Speaker 1: Ja das finde ich einen guten Appell.
- 50:57Speaker 1: zum Schluss und letzten Endes gibt es ja auch Beratungsmöglichkeiten oder Hilfestellungen wenn man jetzt unsicher ist in welche Richtung das gehen könnte.
- 51:07Speaker 1: Vielen, vielen Dank für das Gespräch.
- 51:08Speaker 1: Es hat mir großem Spaß gemacht euch zuzuhören und ja ich habe jetzt große Lust einkaufen zu gehen.
- 51:14Speaker 1: natürlich war Heike auf dem Hoflernfit wird es auf jeden Fall mal anschauen.
- 51:18Speaker 1: okay dir auch vielen dank haben für den Einblick von der Bioland Seite aus und wie du das alles so einschätzt.
- 51:25Speaker 2: Sehr gerne danke dir!
- 51:27Speaker 1: Ich danke euch auch.
- 51:37Speaker 1: Carm hat es ja schon angesprochen.
- 51:39Speaker 1: Wenn ihr noch Fragen zum Thema Direktvermarktung und vor allem auch zu den verschiedenen Selbstbedienungskonzepten habt, dann könnt ihr euch direkt an Carman und ihr Team wenden!
- 51:47Speaker 1: Den Kontakt findet ihr in den Show-Notes Und im Bioland Fachmagazin findet ihr aus der Novemberausgabe außerdem einen Artikel zum SB-Konzept das der Bio-Liefer-Service Querbeet für sich entwickelt hat.
- 52:00Speaker 1: Schaut doch mal rein – ein Link zur aktuellen Ausgabe findet ihr auch in den show-nodes.
- 52:06Speaker 1: Die redaktionelle Unterstützung für diese Folge kam diesmal von Carmen Meier und Johanna Holthaus.
- 52:11Speaker 1: Produktion Michaela Natschke, Idee & Konzeption Inga Schneebel.
- 52:16Speaker 1: Wir freuen uns über Kritik, Anregungen und eure Themenideen.
- 52:20Speaker 1: Schreibt uns gerne eine Mail an socialmediaatbioland.de.
- 52:24Speaker 1: Schön das ihr zugehört habt!
- 52:38Speaker 1: Violent.