Latest / Anonym Suchthilfe – KI-gestützte Selbsthilfe / #23 Folge 2: Die Sucht-Industrie: Wer an deinem Rückfall verdient (und warum Heilung ein schlechtes Geschäft ist)
Transcript
- 0:00Hallo und herzlich Willkommen. Ich freu mich sehr, dass du
- 0:02heute wieder dabei bist, um dir Zeit für dich und deine Themen
- 0:06zu nehmen. Heute tauchen wir ja ziemlich
- 0:10tief ein in eine, sagen wir mal, eher unbequeme Sichtweise auf
- 0:14das suchthilfesystem, wir schauen es uns mal nicht nur als
- 0:18reine Hilfe an, sondern eben auch als das, was es laut
- 0:22unserem heutigen Quelltext ist. Eine Industrie.
- 0:25Genau die Grundlage dafür liefert n Artikel von Gabriel
- 0:29von der Webseite Nielix Berlin. Und unser Ziel heute, Na ja, wir
- 0:33wollen gemeinsam verstehen, wie dieses System eigentlich tickt.
- 0:37Welche finanziellen Anreize da vielleicht im Spiel sind, auch
- 0:41bei Rückfällen. Ja, und vor allem wie kannst du
- 0:44dieses Wissen für dich nutzen? Wie wirst du vom, na ja,
- 0:47passiven Empfänger zum selbstbestimmten Gestalter
- 0:50deines eigenen Weges? Das ist der springende Punkt.
- 0:54Der Artikel, auf den wir uns da stützen, heißt die
- 0:57Suchtindustrie. Wer an deinem Rückfall verdient
- 1:00und warum Heilung ein schlechtes Geschäft ist, ist von Gabriel
- 1:04wie gesagt veröffentlicht am 19. Oktober 2025 auf nielix Berlin.
- 1:09Und wichtig ist vielleicht auch der Hinweis, der im Artikel
- 1:12steht. Diese Triggerwarnung, oder?
- 1:14Absolut. Das ist wirklich zentral.
- 1:16Es geht hier um eine wirtschaftliche Analyse, das ist
- 1:19kein Generalangriff auf alle Ärzte oder Therapeuten.
- 1:22Nein, überhaupt nicht. Es soll zum kritischen Denken
- 1:24anregen, dich in deiner Mündigkeit stärken.
- 1:27Darum geht es genau. Noch was ist ganz entscheidend?
- 1:29Bevor wir richtig loslegen. Gabriel, der Autor, der ist ja
- 1:33nicht irgendein Außenstehender. Nein, er ist selbst betroffen.
- 1:37Seit über 28 Jahren hat er mit Sucht und psychischen Themen zu
- 1:41tun. Und erteilt das auf seiner
- 1:43Webseite Nilix Berlin auch extrem offen also seine
- 1:46persönlichen Erfahrungen, ja. Um eine echte Verbindung
- 1:49aufzubauen oder richtig. Um dir zu zeigen, Hey, du bist
- 1:53nicht allein damit richtig. Seine Perspektive ist also nicht
- 1:56nur irgendwie recherchiert, die ist durchlebt.
- 2:00Sehr persönlich. Und diese erlebte Sicht auf die
- 2:03Industrie, die bringt er in einem Zitat echt auf den Punkt.
- 2:06Das muss man mal sacken lassen. Ich war nicht nur ein Süchtiger,
- 2:09ich war ein Goldesel, mein Rückfall war nicht nur mein
- 2:13persönliches Versagen, er war ein fester Posten in der Bilanz.
- 2:16Puh, das ist schon ne Ansage. Ja, oder?
- 2:20OK, lass uns das mal auseinandernehmen.
- 2:22Diese Idee sucht als Geschäft zu sehen, das klingt erst mal hart,
- 2:26zynisch, vielleicht sogar. Gabriel nennt es halt
- 2:29Kapitalismus in Gesundheitswesen.
- 2:32Aber schauen wir mal auf die Fakten, die er da anführt.
- 2:34OK, was sagt er denn? Also die Zahlen sind schon
- 2:38beeindruckend, zum Beispiel die Gesamtkosten von
- 2:41Suchterkrankungen, Alkohol, Tabak, illegale Drogen.
- 2:45Die direkten und indirekten Kosten dafür in Deutschland, die
- 2:48gehen jährlich in die Dutzenden Milliarden Euro.
- 2:51Dutzende Milliarden. Was ist da alles drin?
- 2:55Na ja, Behandlungskosten natürlich, aber auch
- 2:57Arbeitsausfall, justizkosten, soziale Sicherung, das ist ein
- 3:01enormer Wirtschaftsfaktor. Wahnsinn, das ist ja mehr als
- 3:04der Haushalt von manchen Bundesländern.
- 3:07Absolut. Und ein großer Batzen davon ist
- 3:10der Substitutionsmarkt. Die Substitutionstherapie meinst
- 3:13du Methadon Polamidon? Genau, Opioid
- 3:17Substitutionstherapie OST. Wir haben da in Deutschland rund
- 3:2180000 Menschen drin und die bekommen Mittel wie Methadon,
- 3:25Polamidon, Buprinorphin. Das ist ein stabiler
- 3:28Milliardenmarkt für die Pharmafirmen, jedes Jahr
- 3:32garantiert. Ein Milliardenmarkt.
- 3:35Okay. Und was noch?
- 3:37Dann beschreibt Gabriel dieses Phänomen des Drehtürpatienten.
- 3:41Ah ja, das kennt man vom Hörensagen.
- 3:44Viele Kliniken finanzieren sich über Fallpauschalen.
- 3:47Das System belohnt sozusagen jeden einzelnen Aufenthalt.
- 3:50Also wenn jemand immer wieder zur Entgiftung kommt.
- 3:53Dann ist das ein kalkulierbarer Posten in der Bilanz der Klinik.
- 3:56Es gibt nicht unbedingt den stärksten Anreiz, diesen
- 3:59Kreislauf wirklich nachhaltig zu durchbrechen.
- 4:02Verstehe. Das ist systemisch angelegt,
- 4:05sozusagen. Richtig.
- 4:07Und dann gibt es noch die Pharma Nebengeschäfte.
- 4:09Es bleibt ja oft nicht nur beim Substitut.
- 4:11Sondern. Oft kommt ein ganzer
- 4:13Rattenschwanz an Medikamenten dazu, gegen Begleiterkrankungen,
- 4:16Depressionen zum Beispiel oder gegen Nebenwirkungen.
- 4:19Von der Sucht selbst oder vom Substitut.
- 4:22Antidepressiva? Neuroleptika.
- 4:24Genau Beruhigungsmittel, das kann sich zu einem richtigen
- 4:28Medikamentencocktail auswachsen und jedes einzelne Medikament
- 4:32bedeutet wieder Umsatz. OK, wenn man das jetzt mal
- 4:36zusammenfasst. Die riesigen Gesamtkosten, der
- 4:39stabile Substitutionsmarkt, die Fallpauschalen, Logik, die
- 4:43Zusatzmedikamente, dann wird diese These von Gabriel schon
- 4:48sehr greifbar. Oder dass es eben starke
- 4:50finanzielle Interessen gibt, die nicht unbedingt immer auf eine
- 4:54schnelle, komplette Heilung ausgerichtet sein müssen.
- 4:57Genau das ist der Kern seiner Analyse.
- 5:00Es geht um die wirtschaftlichen Anreize im System.
- 5:02Und das ist ja auch faszinierend, was er sagt.
- 5:04Es geht nicht darum, allen böse Absichten zu unterstellen.
- 5:07Nein, überhaupt nicht. Das betont er ja auch.
- 5:10Die allermeisten Ärzte, Therapeuten, Pfleger, die wollen
- 5:14ja wirklich helfen, die sind oft selbst frustriert.
- 5:17Aber das System gibt eben bestimmte Anreize vor.
- 5:20Ja, die Anreize können halt in die falsche Richtung weisen.
- 5:24Ein Kernproblem ist oft diese Fokussierung auf Symptome statt
- 5:28auf Ursachen. Was meinst du damit?
- 5:30Na ja, Entgiftung und auch Substitution behandeln ja primär
- 5:34den Konsum. Das akute Problem aber die
- 5:38tieferliegenden Gründe, vielleicht ein altes Trauma,
- 5:41eine unerkannte Depression, tiefe Sinnkrisen.
- 5:45Die bleiben oft auf der Strecke. Der Vergleich im Artikel war ja
- 5:48der mit dem Lungenkrebspatienten.
- 5:50Genau dem gibt man ja auch nicht nur hustensaft, man lindert das
- 5:54Symptom, aber heilt nicht die Krankheit selbst.
- 5:57Und so ähnlich ist es hier oft. Und das führt dann
- 5:59wahrscheinlich zu diesem Gefühl, sich immer im Kreis zu drehen.
- 6:02Entgiftung, Rückfall, Entgiftung.
- 6:04Das ist eine ganz häufige Erfahrung.
- 6:06Und dazu kommt dann noch, was Gabriel die Willenslüge nennt.
- 6:10Die Willenslüge was ist das? Na ja, wenn ein Patient
- 6:13rückfällig wird, dann muss das System seine Methoden nicht
- 6:16unbedingt hinterfragen. Ach so, man schiebt es auf den
- 6:19Patienten. Genau.
- 6:21Es ist viel einfacher zu sagen, da hat die Motivation gefehlt
- 6:24oder der Wille war nicht stark genug, das entlastet das System.
- 6:28Niemand muss sich fragen, war vielleicht unser Ansatz nicht
- 6:30der Richtige für diesen Menschen, es zementiert den
- 6:33Status quo. Bequem fürs System, aber fatal
- 6:36für den Betroffenen. Absolut.
- 6:38Und dann kommt noch die reine Kostennutzen Rechnung dazu.
- 6:41Aus Sicht der Kostenträger, also der Krankenkassen, zum Beispiel
- 6:45eine schnelle kurze Entgiftung ist auf dem Papier oft erstmal
- 6:48billiger als eine langwierige, tiefgehende Therapie.
- 6:51Eine Traumatherapie oder intensive Psychotherapie kostet
- 6:54eben Zeit und Geld. Das heißt, das System zielt eher
- 6:57auf schnelle Reparatur. Hauptsache, jemand ist wieder
- 7:01arbeitsfähig. Auf ja, es geht weniger um
- 7:04nachhaltige seelische Heilung, die braucht einfach mehr
- 7:06Ressourcen und Geduld. Du hattest vorhin die
- 7:09Substitution angesprochen. Gabriel schreibt ja, sie hat ihm
- 7:12das Leben gerettet, aber er nennt sie auch eine Pharmafalle.
- 7:16Das klingt erst mal widersprüchlich.
- 7:18Ja, das ist genau diese Ambigalenz, die er beschreibt
- 7:21und die viele Betroffene kennen und spüren.
- 7:24Substitution kann absolut lebensrettend sein, das muss man
- 7:27ganz klar sagen. Inwiefern?
- 7:30Sie holt Leute raus aus der Beschaffungskriminalität,
- 7:33beendet das tägliche Chaos, gibt Stabilität.
- 7:36Das ist die eine, die sehr positive Seite OK, und die
- 7:39Falle. Die Kehrseite ist die Gefahr
- 7:41einer neuen legalen Abhängigkeit, die goldene
- 7:44Handschelle, wie Gabriel es nennt.
- 7:46Man ist stabil, ja, aber oft um den Preis der emotionalen
- 7:49Lebendigkeit, der Inneren Freiheit.
- 7:51Wie meinst du das emotionale Lebendigkeit?
- 7:54Na ja, das Kernproblem ist. Substitution kann zwar
- 7:57Stabilität bringen, aber sie kann eben auch, und das
- 8:00beschreibt Gabriel aus seiner persönlichen Erfahrung, Gefühle
- 8:04dämpfen. Die emotionale Tiefe kann
- 8:06verloren gehen, viele fühlen sich dann im sogenannten
- 8:08Beikonsum gefangen. Beikonsum heißt.
- 8:12Sie brauchen das Substitut, also zum Beispiel Polamidon, um den
- 8:15körperlichen Entzug zu vermeiden.
- 8:16Das ist die Basis. Aber sie konsumieren zusätzlich
- 8:20noch ihre ursprüngliche Droge Heroin zum Beispiel, einfach, um
- 8:24sich überhaupt noch intensiv spüren zu können, um sich
- 8:27lebendig zu fühlen. Ein echter Teufelskreis.
- 8:30Verstehe und das Aussteigen aus der Substitution selbst, das
- 8:34wird auch nicht immer gefördert, sagtest.
- 8:36Du, das ist ein weiterer kritischer Punkt, den Gabriel
- 8:38anspricht. Das System ist oft super darin,
- 8:42Leute auf Substitution einzustellen, aber.
- 8:44Aber es fehlt häufig an klaren, unterstützenden Plänen und
- 8:48Strukturen, um die Dosis dann auch wieder schrittweise
- 8:50runterzufahren und vielleicht ganz auszuschleichen.
- 8:53Warum ist das so? Na ja, rein wirtschaftlich
- 8:55betrachtet ist ein lebenslanger Substitutionspatient eben ein
- 9:00verlässlicher Kunde. Das klingt hart, ist aber die
- 9:03Logik dahinter. Und dann kommt noch dieses
- 9:05Problem mit den Medikamentencocktails dazu.
- 9:07Richtig. Statt genau zu schauen, warum
- 9:09jemand unter Substitution vielleicht depressiv wird.
- 9:12Was ja auch ne Nebenwirkung vom Substitut selbst sein kann.
- 9:15Wird oft einfach ein Antidepressivum oben
- 9:17draufgepackt. Und das kann dann wieder
- 9:19Nebenwirkungen haben. Genau die dann wieder mit einem
- 9:23anderen Medikament behandelt werden.
- 9:25Gabriel beschreibt ja seine eigenen 13 Jahre auf Polamidon
- 9:28sehr eindrücklich als Beispiel für so einen Kreislauf.
- 9:32Da rauszukommen war für ihn unglaublich schwer, Puh.
- 9:35Das zeichnet schon ein ziemlich düsteres Bild von einem System,
- 9:39das ja eigentlich helfen soll. Aber, und das ist ja die
- 9:42Kernbotschaft bei Gabriel, diese Erkenntnis soll ja nicht
- 9:45entmutigen, sondern ermächtigen. Was bedeutet das jetzt konkret
- 9:49für dich als Zuhörer? Genau darum geht s.
- 9:52Es geht darum, die Rolle zu wechseln vom passiven Patienten,
- 9:56der Halt macht, was man ihm sagt, zum mündigen Klienten, der
- 9:59informiert ist und selbst agiert.
- 10:01Das System verstehen, um es für sich zu nutzen, statt ihm
- 10:04ausgeliefert zu sein. Exakt.
- 10:07Gabriel schlägt so eine Art Safer Use Ansatz im Umgang mit
- 10:10dem Hilfesystem vor, ein Mündigkeitstraining sozusagen.
- 10:15Er hat da 4 Schritte skizziert, wie man das System quasi für die
- 10:18eigenen Ziele hacken kann. OK, spannend, was sind das für
- 10:22Schritte? Erstens, unbequeme Fragen
- 10:24stellen, nicht alles einfach schlucken, sondern aktiv
- 10:27nachhaken beim Arzt, Therapeuten, in der Klinik,
- 10:31fragen wie, was ist das langfristige Ziel dieser
- 10:34Behandlung? Wie sieht ein konkreter Plan zum
- 10:36Absetzen von diesem Medikament aus?
- 10:39Gibt es auch nicht medikamentöse Ansätze für meine
- 10:41tieferliegenden Probleme, also Trauma, Depression, können wir
- 10:44die auch verfolgen? Also aktiv werden, nicht nur
- 10:47abwarten. Genau.
- 10:49Zweitens. Sich selbst als Systemhacker
- 10:52sehen die Angebote Entgiftung, Therapie, vielleicht auch
- 10:55Substitution als Werkzeuge betrachten.
- 10:58Werkzeuge auf Zeit. Also Mittel zum Zweck, aber
- 11:01nicht das Endziel. Richtig, sie definieren nicht
- 11:04dein ganzes Leben oder dein Ziel.
- 11:07Du nutzt sie, solange sie dir helfen und dann legst du sie
- 11:10vielleicht wieder weg. O.
- 11:11K. Und der dritte Schritt?
- 11:12Den eigenen individuellen Werkzeugkasten bauen das System
- 11:16gibt dir standardmäßig vielleicht nur n Hammer, aber
- 11:19vielleicht brauchst du ja auch n Schraubenzieher.
- 11:20Dir oder eine Zange? Das heißt?
- 11:22Such aktiv nach dem, was dir persönlich hilft und was das
- 11:25Standardsystem oft nicht bietet. Arbeit am Mindset, vielleicht
- 11:28spirituelle Dinge, Achtsamkeit, Ernährung, Sport, kreative
- 11:32Sachen. Finde raus was dir Kraft gibt.
- 11:35Eigenverantwortung übernehmen für das was.
- 11:37Gut, tut genau. Und viertens, das ist ein ganz
- 11:40wichtiger Punkt, scheitern als Treibstoff nutzen.
- 11:43Wie meinst du das? Wenn ein Ansatz aus dem System
- 11:45für dich nicht klappt, wenn du vielleicht einen Rückfall hast,
- 11:48sieh es nicht nur als dein persönliches Versagen.
- 11:51Nutze die Enttäuschung, die Wut, vielleicht sogar als Energie.
- 11:55Sag dir OK, dieser weg hat für mich nicht funktioniert, das
- 11:59System hat mir nicht das Richtige gegeben, jetzt erst
- 12:02recht suche ich meinen eigenen Weg.
- 12:04Das ist wirklich ein starker Perspektivwechsel weg von dieser
- 12:08Ohnmacht, diesem. Gefühl vom System abhängig zu
- 12:11sein. Hin zur Erkenntnis, Ich habe
- 12:13gestaltungsmacht, ich kann und muss meinen eigenen Weg finden
- 12:17und die Angebote des Systems, die prüfe ich hier kritisch und
- 12:19wähle aus. Ja, das macht Mut.
- 12:22Nach all den Infos schwirren dir jetzt bestimmt einige Fragen im
- 12:25Kopf. Gabriel hat in seinem Artikel
- 12:27auch die häufigsten Fragen aufgegriffen, die ihm dazu immer
- 12:31wieder gestellt werden. Lass uns die doch mal
- 12:33durchgehen, so als würden wir jetzt bei einer Tasse Kaffee
- 12:36drüber reden. Die zentrale Frage zuerst heißt
- 12:39diese ganze Kritik jetzt alle Therapeuten und Ärzte sind
- 12:42schlecht oder haben böse Absichten?
- 12:44Nein, absolut nicht. Und das ist Gabriel auch super
- 12:47wichtig zu betonen. Die allermeisten Leute, die in
- 12:49der Suchthilfe arbeiten, die machen das aus Überzeugung, die
- 12:52wollen helfen. Viele sind ja selbst frustriert
- 12:55über die Grenzen des Systems, in dem sie arbeiten müssen.
- 12:57Das Problem ist also nicht der einzelne Mensch.
- 13:00Sondern oft das starre bürokratische System, das eben
- 13:03auch auf Wirtschaftlichkeit getrimmt ist.
- 13:05Mit Fallpauschalen und engen Vorgaben.
- 13:08Das heißt, die Herausforderung für dich als Betroffenen ist,
- 13:10die Leute zu finden. Und die gibt es ja, die bereit
- 13:14sind, über diesen Systemtellerrand zu gucken.
- 13:16Genau. Die dich als Individuum sehen
- 13:19mit deinen speziellen Bedürfnissen.
- 13:20Es geht darum, Verbündete zu finden.
- 13:22OK, nächste häufige Frage. Die Substitution, also Methadon,
- 13:27Polamidon und so weiter ist das jetzt eine Falle oder nicht?
- 13:30Das ist eben dieses zweischneidige Schwert, von dem
- 13:33wir schon sprachen. Für ganz viele ist die
- 13:35Substitution ein absolut notwendiger, ja lebensrettender
- 13:40Schritt. Sie schafft die Basis, um aus
- 13:42dem Chaos rauszukommen, aus der Kriminalität, dem täglichen
- 13:45Überlebenskampf. Das darf man nie vergessen, aber
- 13:48sie kann eben zur Goldenen Handschelle werden, wenn sie zum
- 13:51Dauerzustand wird, ohne nen klaren Plan und die
- 13:55Unterstützung für nen möglichen Ausstieg Gabriels persönliche
- 13:59Meinung dazu ist klar, Substitution kann ne wichtige
- 14:03Brücke sein, aber sie sollte kein lebenslanges Endziel sein.
- 14:07Verständlich dann die Frage, warum werden eigentlich neuere
- 14:11Methoden zum Beispiel aus der digitalen Welt, KI
- 14:15Therapieansätze, Virtual Reality zur Konfrontation, warum wird
- 14:19das nicht viel mehr genutzt im Suchthilfesystem?
- 14:23Das ist oft diese berühmte Trägheit des Systems.
- 14:26Kennst du ja vielleicht vor allem die langsamen Mühlen der
- 14:29Bürokratie bei den Krankenkassenzulassungen.
- 14:32Es dauert oft Jahre, manchmal Jahrzehnte, bis was innovatives
- 14:35als Standard anerkannt und dann auch flächendeckend bezahlt
- 14:38wird. Das System ist da eher
- 14:41konservativ. Ja, strukturell konservativ und
- 14:43risikoscheu. Während sich die Probleme gerade
- 14:47im Suchtbereich mit immer neuen Drogen und mustern ja oft rasant
- 14:50entwickeln. OK.
- 14:53Aber jetzt mal praktisch. Was ist, wenn ich mir eine
- 14:56wirklich individuelle Therapie, die vielleicht über das
- 14:59Kassenstandardprogramm hinausgeht, oder spezielle
- 15:02Coachings, wenn ich mir das einfach nicht leisten kann, das
- 15:04ist ja für viele Realität. Ja, das ist ein ganz zentrales
- 15:08Problem. Und genau da setzt ja auch die
- 15:10Arbeit von Nilix Berlin an. Die ist ja kostenlos zugänglich.
- 15:14Gabriels Antwort darauf ist. Konzentrier dich auf die
- 15:17mächtigen Werkzeuge, die fundamental sind und nichts
- 15:20kosten. Zum Beispiel?
- 15:21An erster Stelle Selbsthilfegruppen, AANA, andere
- 15:2612 Schritte, Gruppen, die gibt's fast überall, kosten nichts.
- 15:30Dann nutz hochwertige Freie Online Ressourcen, Neelix
- 15:34Berlin, klar, aber auch wissenschaftliche Seiten
- 15:36aufklärungsmaterial leih dir Bücher aus der Bibliothek, nutze
- 15:41die Natur, Bewegung, Sport kostet auch nichts.
- 15:44Und am allerwichtigsten arbeite an deinem Mindset, deiner
- 15:48inneren Haltung, Heilung, so Gabriels Überzeugung, ist
- 15:51letztlich keine Frage des Geldes, es ist ne bewusste
- 15:54Entscheidung und dein innerer Prozess, den du selbst starten
- 15:57kannst. OK, aber Hand aufs Herz, diese
- 16:01ganze Analyse, die Kritik am System, das klingt doch für
- 16:04manche vielleicht erst mal ziemlich negativ, vielleicht
- 16:07sogar hoffnungslos. Was soll ich denn jetzt konkret
- 16:09damit anfangen? Interessanterweise argumentiert
- 16:12Gabriel genau andersrum. Er sagt, diese Erkenntnis ist
- 16:16eigentlich hoffnungsvoll. Hoffnungsvoll.
- 16:18Warum? Da wird dich potenziell von
- 16:20dieser alleinigen Last der Schuld befreit.
- 16:24Wenn du bisher im System gescheitert bist, lag s
- 16:26vielleicht nicht nur an dir, an deinem angeblich fehlenden
- 16:29Willen, sondern vielleicht auch an den unpassenden Strukturen,
- 16:33den falschen Methoden für dich. Ah okay das nimmt Druck raus.
- 16:36Genau, und dieses Wissen gibt dir die Macht zurück.
- 16:39Du kannst jetzt Verantwortung übernehmen, aber nicht im Sinne
- 16:41von Schuld, sondern im Sinne von.
- 16:43Ich gestalte das jetzt selbst. Du kannst anfangen, deinen
- 16:47eigenen Weg zu bauen, informiert und kritisch.
- 16:49Du bist nicht mehr blind ausgeliefert, sondern kannst
- 16:51frei entscheiden, was nehme ich an, was lehne ich ab, weil es
- 16:55für mich nicht passt. Das ist doch eine enorm
- 16:58ermächtigende Sichtweise. Ja, das stimmt.
- 17:00Das ist ein guter Punkt. Wenn du jetzt nach diesem
- 17:02Gespräch sagst, ich will da noch tiefer rein, dann hat Gabriel in
- 17:06seinem Artikel noch 2 konkrete Tipps.
- 17:08Genau einmal ein Lesetipp für die, die wirklich in die Materie
- 17:12wollen. Das Buch Enzyklopädie der
- 17:15psychoaktiven Pflanzen von Christian Retsch.
- 17:18Klingt umfassend. Ist es auch.
- 17:21Das ist sozusagen die wissenschaftliche Bibel zur
- 17:23Botanik, Chemie, Geschichte, Wirkung von psychoaktiven
- 17:27Substanzen, auch zum Schlafmohn, der Basis von Heroin.
- 17:32Es hilft einfach, Mythen durch Wissen zu ersetzen und die
- 17:35Substanzen wirklich zu verstehen.
- 17:38Gabriel weist darauf hin, dass links im Originalartikel
- 17:40Affiliate links sein können. Designprojekt unterstützen aber
- 17:44der Preis für dich ändert sich nicht, es geht um den Inhalt.
- 17:47OK und der zweite Tipp? Das ist ein Inspirationstipp für
- 17:52Instagram. Der Account at Philosophie
- 17:55Sophie von Sophie Marie Gabriel wenn du nach tiefgründigen,
- 17:59lebensnahen Impulsen suchst, die vielleicht auch mal über die
- 18:03übliche Recovery Bubble hinausgehen, dann könnte das was
- 18:06sein. Sie verbindet laut Gabriel alte
- 18:09Weisheiten mit moderner Psychologie, gibt Anstöße, den
- 18:13eigenen Seelenkompass neu auszurichten, sichernde
- 18:16Bereicherung für viele auf dem Weg der Selbstfindung und
- 18:19Heilung. Klingt gut, das vielleicht
- 18:22eindrücklichste Fazit zieht Gabriel aber aus seiner eigenen
- 18:25Geschichte, die er auch teilt. Er war ja selbst 13 Jahre auf
- 18:28Polamidon. Ja, 13 Jahre das, was er einen
- 18:32sicheren Kunden des Systems nennt.
- 18:35Und die Ärzte haben ihm damals klipp und klar gesagt, Du
- 18:37schaffst das nie ohne dein Gehirn ist quasi kaputt, es
- 18:41braucht das Zeug. Das ist ja eine heftige
- 18:43Prognose. Absolut.
- 18:45Und man muss davon ausgehen, die Ärzte meinten das nicht böse,
- 18:48die haben wahrscheinlich die Statistiken runter gebetet, ihr
- 18:50Lehrbuchwissen. Das Problem ist nur Statistik
- 18:54ist Durchschnitt, Statistik bist nicht du.
- 18:56Und Gabriels individueller Plan war ein anderer.
- 18:59Genau. Sein Wille, sein Mindset, seine
- 19:02Vision für ein Leben ohne Substitution, das wurde stärker
- 19:05als die Prognose der Experten. Er hat sich dann, und das ist
- 19:09jetzt n ganz wichtiger Nachsatz von ihm, das ist keine
- 19:12allgemeine Empfehlung, bitte nicht nachmachen, das kann
- 19:15gefährlich sein, er hat sich dann gegen den Rat aller
- 19:18Experten und ohne ärztliche Begleitung selbst von Polamidon
- 19:21Entgiftet. Was aber nicht heißt, jeder soll
- 19:23das jetzt so machen. Sondern.
- 19:25Sondern es ist sein persönliches Beispiel dafür.
- 19:28Experten kennen vielleicht die Wahrscheinlichkeiten, aber sie
- 19:31kennen nicht dich, nicht dein Herz, deine innere Kraft, deine
- 19:35Entschlossenheit, deine Vision für dein Leben.
- 19:38Das ist die Kernbotschaft, ja, die zentrale Botschaft, die
- 19:41Gabriel dir mitgeben möchte, ist im Grunde, hör auf blind zu
- 19:46vertrauen, nur weil jemand einen weißen Kittel anhat oder einen
- 19:49Titel vor dem Namen Fang an kritisch zu hinterfragen, sei
- 19:53dankbar für echte Hilfe, die du bekommst.
- 19:55Unbedingt, aber vergiss nie. Du bist der Architekt deines
- 20:00Weges. Ärzte, Therapeuten, Kliniken,
- 20:03Programme, das können wertvolle Handwerker sein, die heuerst du
- 20:06für deinen Bau an, aber, und das ist ein direktes Zitat aus dem
- 20:10Artikel. Du gibst den verdammten Bauplan
- 20:14vor. Genauso wenn dir dieser Beitrag
- 20:16jetzt gefallen hat, wenn du die Arbeit von Nelix Berlin wertvoll
- 20:19findest, dann würde sich Gabriel riesig über deine Unterstützung
- 20:23freuen. Ja, das stimmt.
- 20:24Du kannst Gabriel helfen, indem du diesen Beitrag auf Social
- 20:27Media teilst oder den Podcast auf Plattformen wie Spotify oder
- 20:31Apple Podcasts bewertest und Likest.
- 20:33Das hilft ungemein. Absolut.
- 20:35Das Projekt Nelix Berlin wird ja komplett allein von Gabriel
- 20:40finanziert und erstellt. Welt Jede Form der Unterstützung
- 20:43hilft ihm mit diesem Projekt, sich selbst, aber eben auch
- 20:46anderen Betroffenen zu helfen. Sein persönliches Motto, das ihn
- 20:50antreibt, finde ich auch sehr stark aus allem schlechten in
- 20:53seinem Leben etwas Gutes zu machen.
- 20:56Das ist eine tolle Motivation. So, das war jetzt wirklich ein
- 21:00tiefer Einblick in ein komplexes, ja oft auch
- 21:03emotionales Thema. Vielen Dank, dass du dir die
- 21:05Zeit genommen und zugehört hast. Ja, danke auch von meiner Seite.
- 21:09Nimm die Gedanken mit, die für dich stimmig sind, die dich
- 21:12weiterbringen. Pass gut auf dich auf und ja,
- 21:15bis zum nächsten Mal. Mach s gut.