Latest / Ab ins Bett - Die tägliche Gute-Nacht-Geschichte / #2194 Emily und der kleine Zettel
Transcript
- <article> <h1>Emily und der kleine Zettel – Folge 2194</h1> <h2>Begrüßung</h2> <p>Hier ist euer Lieblingspodcast, hier ist Ab ins Bett, ich bin Marco. Willkommen am Samstagabend zum Recken und zum Strecken. Nehmt die Arme und die Beine, die Hände und die Füße, und reckt und streckt alles so weit weg vom Körper, wie es nur geht. Macht euch ganz, ganz lang. Spannt jeden Muskel im Körper an. Und wenn ihr das gemacht habt, dann lasst euch ins Bett hineinplumpsen und sucht euch eine ganz bequeme Position.</p> <p>Heute Abend, da bin ich mir sicher, findet ihr die bequemste Position, die es überhaupt bei euch im Bett gibt. Hier ist die 2194. Gute-Nacht-Geschichte für Samstagabend, den 29. August. Emily und der kleine Zettel.</p> <h2>Die Geschichte</h2> <p>Emily ist ein ganz normales Mädchen. Es ist ein ganz normaler Tag, es könnte sogar heute sein. Emily ist ein nachdenkliches Kind. Sie liebt es, Dinge zu beobachten. Manchmal beobachtet sie die Wolken, und das könnte sie stundenlang machen. Manchmal malt sie einfach kleine Punkte oder kleine Muster in ihr Notizbuch.</p> <p>Heute läuft sie nach der Schule nach Hause, durch den Park. Auf einmal entdeckt sie etwas Weißes auf dem Boden liegen. Was ist denn das? Ein kleiner, zusammengefalteter Zettel. Er sieht ziemlich wichtig aus. Emily hebt den Zettel auf und schaut sich um. Ist da jemand, der ihn vielleicht verloren hat? Nein, niemand scheint ihn zu vermissen.</p> <p>Vorsichtig faltet sie den Zettel auseinander. Da ist sicher etwas hineingeschrieben. Emily wird ganz nervös. Was steht drauf? Vielleicht eine geheime Botschaft, vielleicht eine Schatzkarte, vielleicht ein Geheimnis. Aber der Zettel ist leer. Wirklich ganz leer. Nichts ist drauf, keine Schrift, keine Buchstaben, nicht einmal ein Bild, nicht einmal ein kleiner Kritzelstrich.</p> <p>Emily runzelt die Stirn. Aber der Zettel ist wichtig, das spürt sie. Vielleicht, ja, vielleicht hat jemand einfach nur vergessen, das Wichtige draufzuschreiben. Dann überlegt Emily: War vielleicht etwas drauf, und es ist verschwunden? Sollte es eine Nachricht sein oder gar ein geheimer Brief? Vielleicht ist es aber auch ein Wunschzettel. Der Zettel fühlt sich wichtig an, fast wie eine Aufgabe oder eine Einladung. Sie muss das Rätsel lösen.</p> <p>Zuerst setzt sich Emily auf eine Parkbank, dann nimmt sie einen Stift aus ihrem Rucksack und denkt nach. Was würde sie selbst gerne lesen, wenn sie einmal traurig ist? Und dann fallen ihr Momente ein. Heute zum Beispiel, in der Schule, da musste sie vor der ganzen Klasse eine Frage beantworten, und dabei hat sie sich gar nicht so gut gefühlt, ziemlich unsicher.</p> <p>Dann gab es noch einen Moment gestern im Sportunterricht. Sport ist nicht unbedingt ihr Lieblingsfach, und sie hat sich nicht gut gefühlt, als sie eine Übung machen musste. Dann erinnert sie sich daran, wie gut es sich anfühlt, wenn Freunde, die Eltern oder auch Lehrer aufmunternde Worte sagen. Du bist gut so, wie du bist. So wie du bist, bist du genau richtig.</p> <p>Als Emily diese Sätze und Wörter durch den Kopf gehen, fühlt es sich auf einmal gut in ihrem Herzen an, sogar richtig warm. Dann muss Emily ein wenig kichern. Wenn niemand etwas auf den Zettel geschrieben hat, dann kann sie es doch tun. Dann kann sie etwas draufschreiben. Vielleicht ist das ja ihre Aufgabe.</p> <p>Emily legt den Zettel vorsichtig auf die Bank, nimmt den Stift und schreibt das drauf, was sich richtig und wichtig anfühlt: Du bist gut so, wie du bist. Nun faltet sie den Zettel wieder zusammen und legt ihn ganz vorsichtig auf die Bank.</p> <p>Als Emily am nächsten Tag wieder durch den Park geht, ist der Zettel verschwunden, er ist nicht mehr da. Stattdessen liegt eine kleine Blume dort, daneben ein anderer, neuer Zettel, auf dem etwas draufsteht. Emily liest leise: Danke. Da lächelt sie, und Emily versteht: Zettel mit den richtigen Wörtern bringen Freude, und ein leerer Zettel kann der Anfang von etwas ganz Großem und Schönem sein.</p> <p>Emily fühlt sich zufrieden, nicht weil sie weiß, wer den Zettel gelesen hat, sondern weil sie weiß, dass sie etwas Gutes in die Welt gegeben hat. Und das reicht.</p> <h2>Abschluss</h2> <p>Emily weiß genau wie du: Jeder Traum kann in Erfüllung gehen, du musst nur ganz fest daran glauben. Und jetzt heißt es, ab ins Bett, träumt was Schönes. Bis morgen ab 18 Uhr auf abinsbett.net. Gute Nacht.</p> </article>