Latest / ntv Wirtschaft / Warum der Krieg im Nahen Osten unsere Lebensmittelpreise treiben könnte
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- Der Krieg im Nahen Osten trifft plötzlich die Landwirtschaft weltweit und könnte bald unser Essen teurer machen. Europa will das Gründen revolutionieren. Mit einer Firma für alle 27 Staaten. Und BMW zeigt einen neuen i3 und will damit im Elektro-Rennen ein Zeichen setzen. Hallo und herzlich Willkommen. In diesem Podcast verwandeln moderne KI-Systeme journalistische Inhalte, die auf unseren NTV-Plattformen publiziert wurden, in ein neues Hörformat. Text und meine Stimme wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugt. Vor der Veröffentlichung werden alle Folgen nach strengen journalistischen Standards geprüft. Viel Spaß beim Zuhören. Der Krieg zwischen Israel, den USA und dem Iran, der bringt gerade den Düngemittelmarkt ziemlich durcheinander. Der Punkt ist, Dünger braucht viel Energie, sehr viel und vor allem Erdgas. Genau deshalb sitzt ein großer Teil der Produktion in der Golfregion. Und dann passieren Angriffe auf Energieanlagen. Und plötzlich geht es nicht mehr nur um Öl und Gas. Auch die Düngerproduktion steht teilweise still. Man sieht das schon jetzt weltweit. In Katar steht die größte Harnstoffanlage still. In Indien fahren Werke runter. Bangladesch hat viele Fabriken geschlossen. Und Brasilien, stark abhängig von Importen, bekommt spürbare Probleme. Selbst in den USA melden Landwirte, es fehlt ungefähr ein Viertel der üblichen Lieferungen. Besonders kritisch ist stickstoffbasierter Dünger, also zum Beispiel Harnstoff. Der ist kurzfristig entscheidend für die Ernte. Fällt er aus, fehlen Direkterträge. Und zwar noch in dieser Saison. Und dann die Preise. Die reagieren sofort. Im Nahen Osten sind die Exportpreise für Harnstoff seit Kriegsbeginn um rund 40 Prozent gestiegen. In den USA ziehen sie ebenfalls an. Und genau hier stellt sich die Frage, was bedeutet das für unsere Lebensmittelpreise? Dazu eine Einschätzung von Thomas de Witte, Agrarökonom am Thünen-Institut, im Gespräch mit NTV. Man sieht ein bisschen Spekulationen am Getreidemarktpreis oder insgesamt an den Agrarmärkten. Aber wir sehen jetzt nicht diese rasanten Preiseinsprünge, noch lange nicht wie bei Energiepreisen oder Ölpreisen. Dafür müsste sozusagen diese Blockade länger andauern, ich sage mal drei Monate bis zu einem halben Jahr. Dann würde sich das stärker durchschlagen, weil dann auch die in der südlichen Amisphäre die Landwirte Dünger wieder kaufen müssen und sich das stärker durchschlägt auf die Produktionsfraktion. Die nächste große Frage ist natürlich dann, wie die nächsten Ernten auf der Welt werden. Wenn jetzt weniger gedüngt wird, weil steigende Preise da sind, kann man von der Tendenz, von der geringeren Ernte erstmal ausgehen. Aber da spielen natürlich auch noch ganz andere Faktoren eine Rolle, wie Wetterentwicklung in den unterschiedlichen Regionen. Das ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht ganz seriös zu sagen. Aber deutlicher Unterschied ist eben, wirtschaftlich kann man sagen, sind die landwirtschaftlichen Betriebe tendenziell jetzt stärker unter Druck als in der Ukraine-Krise, weil eben das Agrarpreisniveau noch nicht so hoch ist. Sollte es länger dauern, also ganz langfristig kann man eigentlich nicht davon ausgehen, dass sich Agrarpreise und Energiepreise so weit auseinander bewegen. Langfristig müssen die Agrarpreise nachziehen, weil auch durch den Link über Bioenergie sozusagen da eine Verbindung ist. Wenn Diesel oder Benzin immer teurer wird, dann wird es immer interessanter, Ethanol herzustellen aus Getreide oder Biodiesel aus Soja oder Ratzölen, was dann natürlich auch Nachfrage nach sich zieht und dann auch zu steigenden Preisen befindet. Aber unmittelbar jetzt sehen wir noch keine steigenden Preise, zumindest nicht massiv. Das würde dann eher so in einem halben Jahr bis zu einem Jahr dann sich durchschlagen. Soweit Thomas de Witte zu möglichen Preissteigerungen durch den Krieg im Nahen Osten. Rechenzentren wachsen gerade auch in Deutschland rasant. Und die Bundesregierung will diesen Trend jetzt gezielt beschleunigen. Die Bundesregierung will beim Thema Rechenzentren spürbar schneller werden. Bis zum Jahr 2030 soll sich die Kapazität in Deutschland verdoppeln. Und bei besonders leistungsstarken Anlagen für künstliche Intelligenz, da geht es sogar um eine Vervierfachung. Genehmigungen will die Regierung vereinfachen und Investitionen gezielt fördern. Ein Punkt ist dabei besonders interessant. Steuereinnahmen sollen künftig dort anfallen, wo die Rechenzentren stehen. Das heißt, Kommunen haben einen direkten Anreiz, solche Projekte bei sich anzusiedeln. Der Hintergrund? Naja, der liegt eigentlich auf der Hand. Cloud-Anwendungen wachsen. Und vor allem künstliche Intelligenz braucht immer mehr Rechenleistung. Gleichzeitig geht es darum, unabhängiger zu werden und Daten stärker im eigenen Land zu verarbeiten. Beim nächsten Thema geht's um Unternehmensgründungen. Die sollen nach dem Willen der EU-Kommission jetzt viel schneller möglich sein. Die EU-Kommission plant eine neue Unternehmensform. Die EU-Inc. Die Idee dahinter ist ziemlich klar. Gründen soll einfacher werden. Schneller. Heißt konkret, statt 27 verschiedene Regelwerke nur noch eine Rechtsform. Und die gilt dann überall in der EU. Innerhalb von 48 Stunden online eine Firma gründen. Genau das ist das Ziel. Für Gründer klingt das erst einmal wie ein echter Schritt nach vorn, denn bisher läuft es anders. Jedes Land hat eigene Regeln. Eine deutsche GmbH funktioniert nicht wie ein Unternehmen in Frankreich oder Irland. Wer wachsen will, international, der kämpft sich durch diesen Flickenteppich. Kritiker sagen, diese neue Rechtsform könnte zur Hintertür werden. Um Arbeitsrechte zu umgehen. Gewerkschaften befürchten Druck auf Löhne, Mitbestimmung und Tarifverträge. Annika de Buur hat über die EU Inc. mit Verena Pauster gesprochen. Vom Bundesverband Deutsche Startups. Frau Pauster, die Europäische Kommission will also jungen Unternehmen, Unternehmern das Leben leichter machen. Ist dieser Entwurf für diese neue Unternehmensform nun der große Wurf oder hatten Sie mehr erwartet? Ich bin sehr froh, dass der kommt und auch beeindruckt, was da alles drin ist. Also in 48 Stunden mit maximal 100 Euro Gründungsgebühr ein Unternehmen in Europa zu gründen, nicht mehr durch 27 nationale Gesetzgebungen zu müssen. Mitarbeiterbeteiligung ist zentral geregelt. Es ist eine Verordnung und keine Richtlinie. Das heißt, sie tritt gleich in allen Mitgliedstaaten in Kraft. Das ist erstmal eine sehr gute Nachricht. In einem Gastbeitrag für die FAZ kritisieren Top-Ökonomen wie zum Beispiel Ulrike Malmendier, der Entwurf sei zu wenig ambitioniert, weil eben auch diese Gesellschaftsform weiterhin auf das nationale Recht Rücksicht nehmen muss, im Land der Eintragung jeweils. Also was zum Beispiel Arbeitsrecht angeht, was Tarifrecht angeht, was die Folge hätte, dass es so einheitlich eben doch nicht ist. Ist da für Sie was dran? Genau, also ich glaube, man kann jetzt nicht erwarten, dass durch eine Einführung einer Rechtsform plötzlich alles harmonisiert wird und es braucht auch dringend ein zentrales Handelsregister, dass es dann wirklich eine Alternative zur Delaware Inc. Ist, die jetzt im Moment noch viele Unternehmen wählen. Aber ich bin Freund davon, dass wir nicht, wenn was Neues und was sehr Gutes in den Raum kommt, sagen, was wäre noch alles möglich gewesen, sondern dass wir erst mal sagen, wie viel besser ist es als das, was schon da ist. Und digital in 48 Stunden zu gründen, dann auch die ganze Lebensreise dieses Unternehmens digital abbilden zu können, das sind erst mal richtig große Schritte nach vorne, von denen träumen wir seit Jahren und Jahrzehnten in Deutschland. Und deswegen bin ich die, die sagt, dass jetzt was da ist, was so viel besser ist als der Status Quo, Ist erstmal sehr gut und jetzt hoffe ich, dass in den nächsten Wochen wir dann noch ein bisschen Ambition drauflegen, zum Beispiel zentrales Handelsregister und dann wird das aus meiner Sicht ein Erfolg. Wenn Startup-Gründer Sie fragen, was ist denn so gut daran, was kommt uns zugute, was würden Sie denen sagen? Naja, dass wir aktuell einen Binnenmarkt mit 450 Millionen Menschen behandeln wie 27 mal Flickenteppich. Also es ist so unfassbar anstrengend, innerhalb von Europa zu skalieren, von einem Land ins nächste zu gehen, sich da durch nationale Steuer und Gesetzgebung zu wühlen. Und alles, was das einfacher macht, alles, was in europäische Souveränität einzahlt und sagt, wir sind ein Markt, aus 27 wird eins, also das 28th Regime sozusagen. Das ist Entkomplexisierung, das ist Vereinfachung, da können sich Unternehmer und Unternehmerinnen mehr darauf konzentrieren, was sie eigentlich machen wollen. Und das, glaube ich, wird viele Gründer, Gründerinnen nicht nur in Deutschland, sondern hoffentlich in ganz Europa freuen. Was bei diesem Regelwerk offenbar dabei sein soll, das sind ja die Aktienoptionen von Mitarbeitern, die hierbei neu geregelt werden sollen und auch vereinheitlicht. Ist das für Sie ein bedeutender Schritt? Das ist ein total bedeutender Schritt, denn wir konkurrieren ja nicht innerhalb von Europa, sondern wir konkurrieren gegen Talente oder um Talente aus Amerika, aus Indien, aus China, aus dem außereuropäischen Raum. Und dort gibt es Stock Option oder eben Mitarbeiterbeteiligungsprogramme, die deutlich einfacher sind, die ein wirkliches Fund sind. Wir in Deutschland bisher haben keine gute Antwort auf Mitarbeiterbeteiligung und damit verlieren wir Talente, die zu uns kommen könnten, weil die sagen, dann gehe ich lieber woanders hin. Und da jetzt einmal es zentral für alle Mitgliedstaaten gleichzudenken, zu sagen, wenn ich an einem Unternehmen beteiligt bin, dann gewinnt eben nicht nur der Gründer oder die Gründerin, wenn das Unternehmen verkauft wird, sondern ganz viele. Das ist eigentlich eine sehr moderne Interpretation der Teilhabe. Und die sollten wir viel besser machen, als wir es aktuell tun. Der deutsche Autobauer BMW hat heute bei der Premiere des neuen i3 ein Zeichen gesetzt. BMW zeigt heute seinen neuen, vollelektrischen i3. Und wenn man so will, ist das mehr als nur eine Modellpremiere. Für Vorstandschef Oliver Zipse ist es der letzte große Auftritt, bevor er im Mai geht. Der i3 gehört zur neuen Klasse. Der Dreier, also die wichtigste Baureihe von BMW, fährt jetzt erstmals komplett elektrisch. Schauen wir auf die Technik. BMW setzt auf ein 800-Volt-System, das heißt schneller laden. Und bei der Reichweite nennt der Konzern bis zu 900 Kilometer. Zumindest auf dem Papier ist das eine klare Ansage. Ulrich Reitz hat mit dem CEO Oliver Zipse gesprochen. Herr Zipser, Sie stellen einen neuen BMW i3 vor. Ist das eher ein wirtschaftliches Projekt oder doch mehr ein politisches Signal? Herr Reitz, das ist ja die achte Generation des Dreiers. Wir machen den nicht aus politischen Gründen, sondern weil wir Fans haben dieses Autolebens, die achte Generation, wie gemerkt. Und diesmal voll elektrisch ist es ein Bekenntnis zum Standort Deutschland, wird in München in unserem Stammwerk gebaut. Das wir umgebaut haben, ist in München, im Münchner Norden, im Fitz entwickelt worden. Und die Batterien kommen aus Niederbayern. Also wir finden ein ganz, ganz starkes Signal für die Marke BMW, aber auch für den Standort Deutschland. Die Autoindustrie, auch in Deutschland, steht im Sturm. Sie wirken erstaunlich gelassen. Was läuft bei BMW aus Ihrer Sicht gerade besser, als viele denken? Es gibt nicht die eine Autoindustrie. Ich glaube, das gab es übrigens auch noch nie. Es gibt verschiedene Marken, es gibt verschiedene strategische Aufstellungen. Und ich glaube, wir haben einen Punkt gewählt, der gar nicht so trivial zu verstehen ist. Der ist technologieoffen, wir bieten alle Antriebsformen weiterhin an. Wir haben einen globalen Footprint. Wir versuchen uns auch nicht abzugrenzen durch Handelsbarrieren. Und natürlich, wir haben starke Marken und Produkte, in die wir sehr viel investieren. Und die Antwort auf all diese Fragen geben ja die Kunden. Es gibt ja nicht die Politik oder wir, sondern es sind Kunden da, die diese Autos erwerben wollen, um einfach Freude am Fahren zu haben. Und wir müssen momentan nicht umsteuern. Wir halten Kurs, den wir seit vielen, vielen Jahren propagieren und das macht uns stark. Jetzt läuft das mit der deutschen Wirtschaft nicht wirklich rund. Was müsste sich aus Ihrer Sicht ändern, damit die deutsche Wirtschaft noch mehr Tritt fasst? Wir sind hier zu kritisch. Natürlich gibt es Dinge, die man verbessern kann. Jammern hilft doch gar nicht, sondern es geht ja darum, Unternehmer zu sein, es geht darum, wettbewerbsfähig zu sein und da muss der volle Fokus drauf. Was uns natürlich helfen würde, dass Marktwirtschaft in seinen enormen Kraft korrigierend einzuwirken, auch ernst genommen wird und unterstützt wird. Deutschland hat viele, viele gute Standortfaktoren und vielleicht ist jetzt ein guter Zeitpunkt gekommen, neben Dingen, die man nicht ändern kann, auf die Dinge zu schauen, die uns stark machen. Welche sind das zum Beispiel aus Ihrer Sicht? Naja, wenn Sie das Auto hinter mir sehen, das ist auf der einen Seite, wie gesagt, ein Fahrzeug, das hier in Deutschland entwickelt worden ist. Aber gleichzeitig ist es ein globales Produkt. Diese Fahrzeuge sind verbunden mit einer internationalen Cloud. Die Batterien haben ihre Wertschöpfungsketten in Ostasien und China, halt Halbleiter aus der ganzen Welt. Also diese Vernetzung, die Deutschland schafft und alles hier zusammenzubringen, das ist einmalig. Und ich glaube, dass ein Wettbewerbsvorteil über Jahrzehnte entstanden ist und den sollten wir nicht gleich fertig aufgeben. Jetzt treten Sie in wenigen Wochen als CEO von BMW ab. Welche Entscheidung in Ihrer Amtszeit ist Ihnen am schwersten gefallen? Es gibt so viele Entscheidungen, die man jeden Tag treffen kann. Einfach sind die Entscheidungen, wo man weiß, da geht es um Marke, da geht es um Autos. Da steht auch ein Team hinter einem, das mitkriegt. Das sind die einfachen Entscheidungen, auch wenn sie vielleicht groß wirken mögen. Ich glaube, dort, wo man sagt, da hätten wir vielleicht anders entscheiden sollen, diese Entscheidung schnell rückgängig zu machen, sowas gibt es natürlich auch. Ein Beispiel ist der Einstieg in Sharing-Plattformen und so weiter. Das ist, glaube ich, das Schwierigste. Aber auch das gehört zu so einer Funktion dazu, dass Sie Dinge auch wieder rückgängig machen. Was kommt denn eigentlich als nächstes? Eine andere Bühne? Also ich bleibe ja weiter Oliver Zipse und ich freue mich auch über weniger Durchtaktung. Aber man darf sich das jetzt nicht so vorstellen, dass ich in den Ruhestand gehe. Aber lassen Sie sich überraschen. Alles Gute für die Zukunft. Bis bald mal. Dankeschön, Herr Reiß. Wiederschauen. Das war unser Blick auf die aktuellen Nachrichten aus der Wirtschaft für den Moment. Wir hören und lesen uns wieder bei NTV, in der App, im TV oder hier im Podcast.