Latest / KUS-Innovation-Friday / Innovationskraft für die Region
Transcript
- Marion Kühn: Herzlich willkommen zu Innovation Friday, ein Podcast für Menschen, neue Ideen schaffen. Mein Name ist Marion Kühn und ich freue mich auf meinen heutigen Gast, Dr. Paul Spanaus, Leiter des eWii Anwendungszentrums in Ingolstadt. Heute spreche ich mit Paul über die Befähigung von Unternehmen zur Innovationsfähigkeit durch Wissenschaft und Forschung. Danke, dass du dir die Zeit genommen hast. Kristina: Heute zu Gast Dr. Paul Spanaus. Operative Leitung, Anwendungszentrum, vernetzte Mobilität und Infrastruktur am Fraunhofer Institut für Verkehr und Infrastruktur in Ingolstadt. Paul Spannaus: Herzlichen Dank für die Einladung. Marion Kühn: zum Einstieg die Frage, wie wird man Leiter eines Fraunhofer Anwendungszentrums? Würdest du unseren Hörern kurz deinen beruflichen Werdegang skizzieren und gerne erklären, welche Fähigkeiten es für diese Tätigkeit braucht? Paul Spannaus: Vielen Dank für die Frage. im Wesentlichen mein Werdegang. Die Stationen, die wir haben, sind über die Promotion, das Studium und dann auch die Industrieerfahrung, die Befähigung, dahin zu kommen, Forschen zu betreiben, selber aktiv Forschen zu können und dann auch die verschiedenen Schritte, auch das Scheitern, das Scheitern mit sich selber, das Ringen ⁓ Lösungen ist denke schon ein wichtiger Aspekt und tatsächlich eigentlich ist ein Institutsleiter immer ein berufener Professor einer Hochschule. Hier in Ingolstadt haben wir die besondere Herausforderung, dass wir in einem starken Wandel natürlich auch der Region unterwegs sind und dass ich eigentlich das große Glück habe, hier mitgestalten zu können, dass ich die Verantwortung übernehmen durfte, kommissarisch für die Institutsleitung, die in Dresden verortet ist, Frau Mostagim, und ich letztlich kommissarisch jetzt mit den Mitarbeitern hier aktiv die Transformation mitgestalte. Und letztendlich, was macht das aus? dass wir Lösungen suchen. Marion Kühn: klingt nach einer sehr interessanten Perspektive auf deinen Werdegang. Ich finde, ist auch wieder ein spannender Weg. Und wie schon in vielen Gesprächen vorher hier, stelle ich wieder fest, wenn man Innovation betreiben möchte, dann ist es glaube ich ganz wichtig, verschiedene Perspektiven kennengelernt zu haben, aus der Forschung, aus der Industrie und das zu vereinen. Von daher bin ich total gespannt, was du uns jetzt im Folgenden über deinen beruflichen Alltag erzählen wirst und möchte erst mal sagen, schön, dass du heute dabei bist. Fraunhofer Gesellschaft ist eine der führenden Organisationen für anwendungsorientierte Forschung und spielt im Innovationsprozess in Deutschland eine zentrale Rolle. Die Organisation ist den Zuhörern sicher namentlich schon bekannt, allerdings ist sie sehr komplex und umfassend und deshalb würde ich dich in einer ersten Frage bitten, Fraunhofer genauer zu beschreiben. Konkret möchte ich gerne wissen, Wie muss ich mir das IFI vorstellen? Kannst du uns kurz beschreiben, wie das System Fraunhofer aufgebaut ist, wo das Institut in Ingolstadt eingegliedert ist, wie es in unserer Region eingegliedert ist und wie es mit den Hochschulen vor Ort zusammenarbeitet? Also relativ komplexe Frage. Einfach gerne mal erklären, mit was wir es eigentlich zu tun haben hier. Paul Spannaus: Sehr gerne, vielen Dank. Die Frage nehme ich super gerne auf. Letztendlich ist es damit, Wissenschaft auch zu nutzen, um zu befähigen. Letztendlich Industrie zu befähigen, Lösungen zu finden. Und 49 gegründet ist die Fraunhofer Gesellschaft angetreten, um Innovationskreise und Wissenschaft, Ringen von Lösungen mit Produkten, die marktwähig möglich zu machen. Und das heißt letztendlich auch, es Institute gegründet, es sind auch mal mehr Institute geworden, mittlerweile über 75. die dort über Deutschland verteilt, nicht nur Deutschland, auch weltweit verteilt, dediziert vor Ort aktiv unterstützen Industriepartner dazu zu bringen, Produkte besser zu machen, zu innovieren und wissenschaftliche Erkenntnisse in die Produkte hinein zu bekommen. Und unser Institut in Dresden, eigentlich so ein bisschen mit der Kubernetes gestartet, hat die Aufgabe Verkehr und Infrastruktur-Themen zu adressieren. Und ganz dediziert dann Infrastrukturen untersucht. wird der ÖPNV untersucht, aber auch Katastrophenschutz ist ein Thema. Und hier in Ingolstadt war die Idee, dass man auch mit dem Fahrzeugs-Sicherheitsaspekt, der in Ingolstadt relevant ist, dass man hier durchaus Verbindungen sieht zu diesen Dresdner Schwerpunkt-Infrastruktur, Smart City-Anwendungen, dass das doch durchaus eine gute Lösung sein könnte, wenn wir ein Fraunhofer-Institut hier in der Region etablieren, das mit dem Dresdner Institut zu verbinden. so kam das zusammen, dass man quasi um 2019, meine ich, war es, auch hier an den Start gegangen ist mit diesem Institut und einen großen Invest gemacht hat. Das heißt, ist Infrastruktur aufgebaut worden, mehrere Kameras um den Auwaldsee herum, 5-Groin und die erste Meile, nennen Sie das Testfeld, überwacht die Infrastruktur oder hat Infrastruktur Sensorik, ⁓ daraus dann in der Forschung heraus zu liegen, wie machen wir das dann? Wie machen wir automatisiertes Fahren? Wie erzeugen wir Informationen aus der Infrastruktur? Wie können wir sie nutzen? Automatisierte ÖPNV, ein Aspekt, aber auch Absicherung und Testszenarien für Fahrzeughersteller, ein anderes Thema. Und über das hinaus haben wir festgestellt, automatisiertes Fahren ist die eine Perspektive. Es ist aber auch das automatisierte Fliegen durchaus eine relevante Fragestellung, sodass sich dann auch eine Gruppe etabliert hat. KI-Methoden zu entwickeln, die automatisiert ein Verstehen der Welt ermöglichen. Segmentierung der Informationen und der Umgebungen hin zu 3D-Rekonstruktionen, am besten nur mit der Kamera, sodass wir mit günstigen Sensoren über KI-Methoden die Welt als 3D-Verständnis haben. Und das ist jetzt eine Fähigkeit, die jetzt, ich sehe es auch hier an dem Rechner, der hier im Raum steht, der uns befähigt, zu fliegen, zu fahren, Automatisierung von robotischen Systemen möglich zu machen. Das ist eine Fähigkeit, die wir jetzt auch ganz titiziert in verschiedenen Anwendungen mit Partnern aus der Region durchaus spielen können. Auch wenn die Transformation Thema ist, ist durchaus auch die Möglichkeit, das eigene Produkt zu verbinden mit diesen neuen KI-Möglichkeiten, die gar nicht zu glauben waren vor 5, 6 Jahren, dass das überhaupt möglich ist mit dieser Art Information. Doch es ist möglich. Das ist quasi das, wo wir dann antreten, mit den Industriepartnern das zu tun. Diese Innovation, diese Technologie wie ein Produkt zu bringen. Marion Kühn: Ja, danke schön für diese erste Vorstellung. Ich nehme jetzt mit, ihr macht vor allem Themen im Bereich autonomes Fahren und autonomes Fliegen. Und jetzt würde ich gerne noch mal einmal ganz konkret auf ein bestimmtes Projekt eingehen. Vielleicht magst du kurz erzählen, ja, letztendlich, was macht ihr allgemein gerade in Ingolstadt? Und vielleicht hast du ja auch ein Lieblingsprojekt, das du uns noch mal bisschen genauer vorstellen möchtest. Paul Spannaus: Ein Lieblingsprojekt, ganz viele Lieblingsprojekte. Ein Projekt, öffentlich gefördert ist, nennt sich ADAM. Dort wird der untere Luftraum kartiert. Genau das. nutzen die Sensorik, fliegen über Infrastruktur. Denken wir an Herrn Ingolter, denken wir auch über Übertrugsgenehmigung, auch immer mit dem Tower diskutiert, dass wir HD-Karten erzeugen von diesem Umfeld. Und der Luftraum meint, da wo die Drohnen für gewöhnlich unterwegs sind. Das heißt, wenn wir automatisierte Lieferdrohnen haben oder Medikamententransporte, dann müssen wir das ja irgendwie möglich machen. müssen wir das ja irgendwie auch freigeben können, solche Flüge. Und dafür braucht es hochgenaue Karten. Diese Grundlage dafür wird in Adem gebaut. Und da haben wir noch angedockten Projekte. MEDIC zum Beispiel, das dann diesen Transport macht. Oder wir haben auch noch Nikolas. oder auch Engelprojekte, in denen wir dann automatisierte Hubschrauber-Landeplätze möglich machen, suchen und damit ein großes Partnernetzwerk entwickeln. Ein Aspekt ist mir noch wichtig, das ist das Projekt WheelFuture, in dem wir tatsächlich in Ingolstadt die Daten aus den Verkehrsschleifen herausgenommen haben, ⁓ ein KI-System, ein agentisches System zu trainieren, dass die Ampel-Schaltungen an der Friedrich-Ebert- Güte und Schillerstraße an diesem Treib in Ingolstadt aktiv gestaltet. Wir wissen kurz davor, dass tatsächlich das Ergebnis auf die Ampel kommt. Es ist noch nicht ganz klar, es müssen noch paar Dinge geklärt werden, aber es ist der Plan, dass wir da den Verkehrsfluss optimieren dürfen und können. Marion Kühn: Das sind in der Vielzahl sehr schöne Projekte. Ich finde, man sieht auch sehr gut, gerade an dem letzten Projekt, das du beschrieben hast, dass ihr wirklich an Anwendungen interessiert seid, dass es praktische Aspekte sind und wirklich auch Dinge passieren, die danach in die Anwendung kommen im Alltag, auch für die Bürger und Bürgerinnen einen großen Mehrwert haben. Also finde ich sehr, spannend. Und damit zu zunächsten Frage. ist ja so, das Thema unseres Podcasts ist Innovation ganz allgemein und ich würde da gerne jetzt mal so ein bisschen drauf eingehen. Und zwar ist es ja so, dass Innovation vor allem in Zusammenarbeit mit Wissenschaft und Wirtschaft entsteht und das ist ja auch die Idee, Fraunhofer verfolgt. Magst du uns kurz beschreiben, wie ihr am Fraunhofer Innovation allgemein fördert? Paul Spannaus: Förderung von Wissenschaft und Wirtschaft hat, ich denke, zwei, drei Dimensionen. Das eine ist, dass wir Wesentlichen ⁓ deswegen uns auch immer mit den lokalen Hochschulen verbinden, hauptsächlich lokalen Hochschulen, ⁓ letztendlich mit den Fähigkeiten der jungen Wissenschaftler Fragen zu beantworten. Gleichzeitig, ist die eine Seite, das heißt Kompetenzen. Das andere ist aber auch, ⁓ zu prüfen, was die Welt an der Wissenschaft bereits hervorgebracht hat. Das heißt, im wissenschaftlichen Diskurs dabei zu sein, heißt immer, den Stand der Technik zu kennen. Das heißt, das tun wir, ganz gezielt zu verstehen, was weiß die Welt eigentlich und finden da drin Lücken. Und jetzt kommt die dritte Säule, das gilt es jetzt, mit den Anwendungen zu verbinden. Also jetzt, was braucht der Markt eigentlich? Wo drückt der Schuh? Welche Produkte sind gerade? welchem Stand? sodass wir quasi das kombiniert mit einer neuen Methode dann auch dazu nutzen können ein Problem zu lösen. Und das ist etwas, was wir unbedingt brauchen. Das heißt immer der Diskurs zwischen diesen Akteuren, den fähigen Umsetzern, dem Markt, braucht eigentlich die Gesellschaft, was braucht die Region, wo drückt der Schuh und dann aber auch wer kann das bauen. Wer kann damit kommerziell tatsächlich auch etwas anbieten und letztendlich so diesen Kreislauf von Produkten, die man braucht, für die man auch bereit ist, Geld zu bezahlen, tatsächlich auch unser Leben vielleicht auch bisschen leichter an der anderen Stelle machen können. Kurzum, eigentlich wollen wir Impact erzeugen. Dafür braucht es immer den Zusammenschluss von vielen Akteuren. Marion Kühn: Dank für deine Erläuterung. Ich finde das auch sehr schlüssig und das ist genau der Punkt, so wichtig ist, dieses Netzwerk zu haben, zusammenzuarbeiten, Innovation letztendlich als Team zu erstellen. Das natürlich auch etwas, was wir hier bei uns in der Region tun wollen. ⁓ wo wir auch schon dran arbeiten. Und deswegen würde ich jetzt den Fokus in unserem Gespräch gern noch mal so ein bisschen auf hier, auf die Region 10 legen, auf dieses Transformationsthema, das wir ja auch haben und vor allem auch auf letztendlich uns als Wirtschaftsförderung. Denn unsere Aufgabe ist es ja, die Wirtschaft vor Ort zu stärken und sie auf dem Weg in eine erfolgreiche Zukunft zu begleiten. Und ein Instrument dafür ist auf jeden Fall Vernetzung und auch die Stärkung der Zusammenarbeit. zwischen Wissenschaft vor Ort und der regionalen Wirtschaft. Und deswegen jetzt haben wir eine ganz konkrete Frage. Wie könnt ihr als Fraunhofer da anknüpfen, welche Themen bespielt ihr, die wir eben auch unserer lokalen Wirtschaft anbieten können und wie kann man dann zusammenarbeiten, wenn es da Überschneidungen gibt? Paul Spannaus: Die Überstellungen ergeben sich eigentlich quasi in dem Austausch. Wir haben ganz dediziert KI-Systeme, die auf bildgebenden Verfahren Wissen extrahieren können. Das heißt, semantische Informationen. Das heißt, wenn ich von oben auf eine Szene gucke, was ist Auto, was ist Baum? wo beginnt der Bordstein. Diese Dinge können wir direkt extrakieren aus beispielsweise Kameras, aber auch Rater oder Lieder. Das heißt, 3D-Punkte-Wolke können wir entsprechend verarbeiten. Das heißt, die Fähigkeit, diesen Rotdaten, Sensoren Informationen heraus zu extrakieren und dann zu validieren, zu referenzieren, das ist eine ganz große Hauptfähigkeit. Das heißt auch, lernendes System, würde ich sagen. Und die verschiedenen Lernmethoden, die die... Wissenschaft hervorgebracht hat, die können wir anwenden und letztendlich dazu kommen, dass wir, das ist der zweite Punkt, was kann man anbieten, wie kommen wir in den Austausch, wie kommt man eigentlich darauf, dass man das nutzt. Das geht nur, indem wir sprechen, indem wir exemplarisch das, was wir gebaut haben, zeigen, wirklich physikalisch oder anfassbar zeigen auf Netzwerkveranstaltungen, auch kuratierten, vielleicht interessanten Frühstücksrunden. in dem wir sagen, schauen wir was wir können. Und dann kann die Kreativität der Filme starten. Exemplarisch, wenn wir so etwas zeigen, die Frage, können wir damit nicht Mülldepotien überwachen, die ständig abbrennen? Oder andere Braukrubenüberwachungen? Das sind dann Fragestellungen, die sich dann aufgetan haben, die so bisschen von verschiedenen Parteien dann aufkommen, die dann überraschen, dass wir quasi Dinge haben, an die wir selber in dem Leben nicht gedacht hätten. Deswegen die schönsten Lösungen haben wir bis jetzt, wenn wir gezeigt haben, was wir gebaut haben. Gucken wir, das können wir. Schwerpunkt ist eben diese Infrastruktur, Umwelterwachung und KI-Systeme, Lernende Systeme. Und dann finden wir eine neue Lösung damit. Das heißt, um auf Frage aufzugreifen, wie können wir denn in den Austausch, was können wir anbieten, ist genau das, diesen Austausch, diesen Dialog und dann auch von Herzen gerne die Netzwerkveranstaltungen, die ihr im Kurs anbietet, das hilft uns sehr. Und dann ist natürlich auch eine Perspektive, wie finanziert man das eigentlich? Wie finanziert sich eigentlich Fraunhofer und Forschung? Da vielleicht können wir noch mal ein Schlaglicht drauf werfen. Marion Kühn: Ja, sehr gerne. Das wäre dann schon meine nächste Frage, aber noch ganz kurz quasi jetzt der Werbeblock. Du ja gerade gesagt Netzwerkveranstaltungen. Die nächste Netzwerkveranstaltung die wir gemeinsam gestalten, der Innovation Day am 16. Juli in Pfaffenhofen. Liebe Hörerinnen und Hörer, da können Sie das Fraunhofer Institut und auch den Paul Spann aus kennenlernen. Also wäre zum Beispiel eine ganz gute Möglichkeit. Ansonsten gilt natürlich immer, man kann auch gerne E-Mail Kontakt aufnehmen und sich dann für Austausch treffen. So und jetzt nochmal ganz konkret auf das zurück, was du gerade gesagt hast. dieses Finanzierungsthema und letztendlich, wie man das genau gestalten kann. Möglichkeit ⁓ klassisch gemeinsam Forschungsanträge zu stellen. Aber glaube, Paul, da kannst du bisschen mehr dazu sagen. ⁓ Paul Spannaus: Vielen Dank, dass du es nochmal aufgreifst und konkretisierst. Ganz genau. Wir haben mehrere Möglichkeiten. Vor allem in Bayern haben wir eine ganze Vielzahl an Fördermöglichkeiten, die wir nutzen können. sind kleine Projekte, die dann kleine Demonstratoren fördern. Oder dann aber auch große Verbunde, die dann hin bis zu drei Jahren gehen. Das heißt, finden sich Konsozialpartner, im besten KMUs, verbunden vielleicht auch mit größeren Unternehmen, die dann ein Produkt entwickeln, eine Methode entwickeln. mit dem Ziel einer Verwertung. Das Commitment ist unterschiedlich groß. einem halben Jahr Vorstudie bis hin zu drei Jahren Vollumfang sind das große verschiedene Projektumfänge. Wir als Fraunhofer treten als Forschungseinrichtung auf und bekommen dann unsere Mitarbeiter für gewöhnlich zu 100 Prozent finanziert und gefördert. Und das bedingt aber auch bei den Förderquoten, mindestens die Hälfte des gesamten Aufwandes durch die Industrie getragen wird. Das heißt, haben immer als Forscher einen kleinen Anteil in diesen Konsortien, bringen also diesen Wissenschaftspartner rein und das eigentliche Produkt entsteht gemeinsam dann auch mit den Partnern, sodass dann auch hier die Verwertung ernsthaft auch schon über die Anträge vorgezeichnet ist. Das andere ist natürlich auch, dass wir ganz dediziert auch in einem sehr privaten Rahmen arbeiten können im Sinne einer Dienstleistung, Wissenschaftsdienstleistung, dass wir entsprechend direkt auch über Stunden und über Lizenzen dann hier unsere Ergebnisse verfügbar machen. Das heißt auch, wenn man auch vielleicht vorwärtsbewerbslich unterwegs sein möchte, man möchte es vielleicht noch nicht zeigen, was man da bauen möchte, tun wir uns zusammen, bauen das und bringen es einfach quasi in die Welt. Und dann haben wir natürlich noch die Möglichkeit, dass wir auch so etwas wie Sponsoren auf die wissenschaftlichen Mitarbeiter, dass wir auch über kooperative Promotionen durchaus nachdenken. wir uns da Möglichkeiten sammeln. Also selber Geld in die Hand nehmen, ... gemeinsam mit Forschungsanträge schreiben ... und in Konsortien vielleicht sogar noch ... über Produkte nachdenken ... und was auch eine gute Option ist, ... dann auch diesen Projekten heraus, sind Ausgründungen durchaus denkbar und wünschenswert. Das heißt auch das Start-up-Szenario ... sollten wir durchaus in den Blick nehmen. Marion Kühn: Danke schön. man hört schon, es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, euch zusammenzuarbeiten und ja, auch viele Herangehensweisen, also tatsächlich auch gerade über die Forschungsanträge Möglichkeiten, sich da unterstützen zu lassen, wenn man vielleicht nicht so viele finanzielle Mittel hat oder noch nicht so ganz sicher ist, ob die Idee wirklich funktionieren kann. Also von daher würde ich sagen, auch das ist kein Hindernis, ⁓ mit euch zusammen zu arbeiten, weil es gute Möglichkeiten gibt, da was zu machen. den Themen, die du vorher genannt hast, waren ja auch einige dabei, wo ich jetzt so das Gefühl hatte, die passen nicht nur zur Wirtschaft, sondern auch ganz gut zu kommunalen Akteuren. Wie ist denn das? Arbeitet ihr auch mit kommunalen Akteuren zusammen? ⁓ hast du da vielleicht sogar noch ein Beispiel, was ganz gut passen könnte oder vielleicht auch was ihr schon macht. Paul Spannaus: Von Herzen gerne. unbedingt arbeiten wir mit kommunalen Akteuren zusammen. Exemplarisch ist der Hochwasserschutz ein guter Anknüpfungspunkt, hier quasi die Kartierungsmöglichkeiten, wir in dem unteren Luftraum geschaffen haben. Also nennen wir es beim Namen. Wir fliegen mit der Drohne, erzeugen eine 3D-Rekonstruktion. Wir verstehen quasi, wie diese Flusssituation sich darstellt, auch die Hochwasserschutz-Einrichtungssituation darstellt und können dann hier direkt dann auch aktualisierte Karten erzeugen. Das ist direkt möglich. Und die andere Perspektive ist, die Stadt selber hat auch viel herausverdrohen. Und da haben wir beispielsweise bei uns in Ingolstadt einen Victualium-Markt, der mit Kameras ausgeschlachtet wurde, aber aufgrund der Datenschutzbedingungen oder auch quasi der Schutz der Persönlichkeitsrechte der Einzelnen am Victualium-Markt dazu führen, dass die Kameras nicht betrieben werden können. Und da sind wir mit der IFG. in den intensiven Austausch gegangen, können wir nicht das, was wir gelernt haben, mit den 3D-Punkte-Wolken nutzen, ⁓ Situationen zu erkennen, die dann einen Anlassbezug erzeugen, dass Daten aufgezeichnet werden dürfen, weil vielleicht auch entsprechend ein Straftatsverdacht vorliegt. Und da gibt es Überlegungen, auch in den Diskussionen mit den bayerischen Datenschützern darüber hinauszugehen, tatsächlich dieses Problem zu adressieren. Wie lösen wir das? dass wir privat geschützt sind, nicht ständig gefilmt werden, aber deuen noch, wenn es zu einer kritischen Situation kommt, wie Material existiert, die ja helfen kann, eine Straftat aufzuklären. Und da haben wir einen Lösungsvorschlag, den wir auch jetzt hochpolitisch diskutieren und durchaus gute Dinge sind, eine Struktur zu bauen, die helfen kann. Und da ringen wir quasi noch mit allen Akteuren, wie könnte das denn aussehen? Und da habe ich das Gefühl, da können wir wirklich ein Problem lösen. Wir machen das eigentlich heraus, automatisch fahren und fliegen zu können. Wir haben Infrastrukturkameras, Infrastrukturlaserscanner, 3D-Punkte-Wolken, immer nur so für Smart City-Anwendungen. Und jetzt stellt sich die Frage, ich glaube, unsere Technologien können wirklich helfen. Und da mit der Diskussion aller Beteiligten, das ist entscheidende Punkt, nicht die Technologie löst das, sondern die Akteure kommen zusammen, sprechen miteinander. bringen ihre Perspektiven ein und ringen darum, wie bauen wir das sinnvoll, sodass wir die Belange der Akteure berücksichtigen können. Und am Schluss auch der Bürger, dass wir quasi beide diese Zielköpfung ein bisschen auflösen können, ⁓ Sicherheit auch wirklich zu erleben und in allen Perspektiven Sicherheit erleben, auch Sicherheit der Privatsphäre. Und da ist quasi das Projekt, das wir los... gestartet haben, dass es sehr, spannend ist, wo wir quasi sehen, dass quasi unsere Perspektive, vielleicht auch die naive Wissenschaftsperspektive, hilft, Diskurs zu gehen, weil wir Insez erzeugen. Und da würde ich sagen, ist Fraunhofer und auch die Wissenschaftswelt und besonders Fraunhofer quasi angetreten, ⁓ Erfahrung, ⁓ Wissen in Diskussion zu bringen. Marion Kühn: dir für diese Ausführungen. Ich finde, da sieht man noch mal sehr, schön, wie anwendungsorientiert ihr wirklich arbeitet und tatsächlich auch, dass sich viele wissenschaftliche Erkenntnisse in der Praxis eben auch ganz anders noch mal nutzen lassen und ja, sehr interessante Fragen letztendlich klären können. Jetzt kommen wir tatsächlich schon zur letzten Frage. Hier in unserer Runde, die Zeit ist ganz schön schnell mit dir vergangen. Und jetzt kommt der Inno-Tip, liebe Hörerinnen und Hörer, Sie kennen das ja mittlerweile schon. Immer meine letzte Frage. Paul, ich würde von dir gerne wissen, hast du ... besondere Hinweise, Ideen oder Gedanken, damit Innovation aus deiner Sicht bei uns in der Region gelingen kann. Welche eigenen Learnings oder Wünsche zum Thema Innovation möchtest du unseren Hörern mitgeben? Paul Spannaus: Mein wirklich wichtigster ehrlichster Innovationstipp ist, achte auf dein Team, das du dir da aussuchst. Oder, finden die richtigen Akteure, es sind die Persönlichkeiten, die miteinander ringen und die vielleicht auch einem gewissen akademischen Streit gehen können. ohne Vorwurf rauskriegen, was könnte eine gute Lösung sein. dass auch wenn dann Dinge auftreten, die immer auftreten, dass Situationen entstehen, die nicht vorhersehbar waren, die dann zu Diskussionen führen, die dann auch vielleicht zu Unmut führen, dass dieser Unmut gut ist. und auch für die Lösungsfindung benutzt werden sollen. Aber dass wir eigentlich in einem liebevollen Miteinander, in einem wertschätzenden Miteinander ⁓ die beste Lösung ringen. ich habe die Innovationen, die ich begleiten durfte, sind dann tatsächlich in Serienprodukte übergeführt worden, wenn das gelungen ist, diesen Schmerz zu durchlaufen und miteinander eine Lösung. zu erringen tatsächlich und das ist meinem eigenen Start-up so, das ist hier auch in dieser Gruppe bei Fraunhofer, die ich jetzt übernehmen durfte und mit begleiten darf, dass wir die Wissenschaftsthemen, die wir haben, in Produkte überführen. Das ist nicht reibungslos und deswegen stelle ich fest, es braucht die verschiedenen Perspektiven, die dann auch wiederringen, die dann auch miteinander ringen ⁓ Wahrheit, was ist wirklich. Und der typische Aspekt, Die Betriebswirtschaftlichkeit oder auch die Perspektive des Marktes, ist das überhaupt notwendig, was wir da bauen wollen? Das ist schon eine Frage, die manchmal auch weh tut. Als Ingenieur gesehen, ja, ja, tatsächlich. Alles, was die Bücher schreiben, die Innovationsbücher, ja, das passiert tatsächlich. Wir wissen, dass wir den Markt in den Blick nehmen wollen und sollen. Es ist aber unendlich schwer, wenn keiner dabei ist, das von sich aus nicht ständig tut und immer wieder aufbringt. Und deswegen ist mein wichtiges Innovationstipp, hol dir auch die widersreitenden Perspektiven ins Team. Marion Kühn: ist ein sehr wertvoller Tipp. Auch ein Neuer in dieser Runde. ⁓ Ich finde es wichtig, das zu beherzigen, weil nicht nur auf ein gutes Netzwerk ankommt, sondern ⁓ auch auf die Perspektiven, die ihr Wissen und ihre Erfahrungen einbringen können. daher vielen Dank, Paul. ⁓ Paul Spannaus: Und da bin ich auch super dankbar quasi ⁓ euch bei der Kurs. Wenn ich das vielleicht noch kurz einwerden und kurz kappern darf. Ihr habt uns quasi immer wieder auch mit Leuten zusammengebracht, mit Filmen, Hochschulpartnern zusammengebracht, die neue Perspektiven aufgebracht haben. Und ich stelle immer wieder fest, dass auf der Basis dann ganz tolles Miteinander passiert. Das heißt, dass auch eine große Verantwortung und Übernahme bei den Akteuren dann stattfindet. Jetzt haben wir innerhalb von einer Woche einen sehr großen Antrag quasi auf den Weg gebracht. Marion Kühn: Ja, natürlich. Paul Spannaus: Das war möglich über das Vertrauen untereinander, das quasi ein Stück weit auch über eure Netzwerktreffen stattgefunden hat. Deswegen auch, danke an euch und eurer Unterstützung. Das ist wirklich ein ganz wertvoller Kontakt für uns. Marion Kühn: Dank dafür. Wir sind auch sehr gerne Kontakt und Netzwerkpartner. Ja, damit würde ich fast schon sagen, sind wir jetzt tatsächlich am Ende angekommen. Ich bedanke mich ganz herzlich bei dir, Paul, dass du mein Gesprächspartner warst. Ich bedanke mich bei den Zuhörerinnen und Zuhörern. Ich freue mich aufs nächste Mal und wie immer, Innovation Friday, letzter Freitag im Monat, schalten Sie wieder ein.