Latest / Rambo Zambo – Der Merz-Podcast / Große Gefühle, kleine Reform
Transcript
- 0:00Die Koalition muss jetzt einfach mal unter Beweis stellen, dass sie da handlungsfähig
- 0:04ist und dass sie sich nicht nur streitet, sondern tatsächlich auch Dinge auf den Weg bringen kann.
- 0:09Und das wackelte eben bei der Pflege und deswegen saß man da wirklich mehrere
- 0:13Stunden zusammen und hat dann irgendwann tatsächlich geschafft,
- 0:16diesen gordischen Knoten rund um die Reform, den die SPD da aufgebaut hatte,
- 0:21irgendwie zu durchschlagen.
- 0:2925 gewonnen. Jetzt darf auch mal Rambo Zambo im Adelaus.
- 0:36Das ist Rambo Zambo, der Merz-Podcast. Das Format, das ihr vielleicht nie wolltet, aber jetzt braucht.
- 0:43Mit Carlotta Richter und Julia Emmerich. Hallo und herzlich willkommen zu einer
- 0:49neuen Folge von Rambo Zambo, dem Podcast, in dem wir immer einmal in der Woche
- 0:53über unseren Bundeskanzler
- 0:55Friedrich Merz sprechen und über das, was er und seine Bundesregierung in Berlin
- 0:59so machen, diskutieren und auch entscheiden.
- 1:03Mein Name ist Carlotta Richter und meistens sitzt mir hier meine Kollegin Julia Emrich gegenüber.
- 1:10Julia kann heute leider nicht da sein. Wir geben uns aktuell irgendwie so ein
- 1:13bisschen die Klinke in die Hand.
- 1:15Dafür ist aber mein wunderbarer Kollege Dominik Barth da.
- 1:20Dominik, du bist Politikkorrespondent bei der Funke Zentralredaktion und beschäftigst
- 1:24dich unter anderem auch viel mit dem Thema Gesundheit.
- 1:27Ein Thema, über das wir heute noch sprechen werden.
- 1:30Und es ist ja sogar schon dein zweites Mal bei Rambulsamme. Du bist also schon
- 1:33so ein bisschen erfahren und ich freue mich sehr, dass du heute da bist.
- 1:36Ja, vielen Dank, lieber Carlotta. Freut mich auch sehr, dass wir beide das mal
- 1:39zusammen machen und ich jetzt auch mal einen tatsächlichen Host dieses Podcasts
- 1:43hier erleben darf. Also freut mich sehr.
- 1:46Nach den Landtagswahlen und auch einigen Debatten, das wurde auch hier im Podcast
- 1:52in den vergangenen Wochen ausführlich diskutiert, auch über die Zukunft der
- 1:57Koalition und die Zukunft des Kanzlers,
- 1:59kann man vielleicht sagen, ist jetzt so in dieser Woche für Friedrich Merz wieder
- 2:03so ein bisschen politischer Alltag eingekehrt.
- 2:07Und das heißt für den Kanzler natürlich auch Termine wahrzunehmen.
- 2:12Und es gab einen besonderen Termin, über den ich hier gerne am Anfang der Folge
- 2:17einmal gern mit dir sprechen würde, für den Kanzler.
- 2:21Und zwar war März am Dienstag bei der Verleihung des Deutschen Schulpreises.
- 2:28Das ist jetzt vielleicht erst mal nicht unbedingt ein Termin,
- 2:30über den wir als Journalistinnen und Journalisten sehr ausführlich berichten würden.
- 2:36Aber es gab dann doch so eine kleine Besonderheit, die am Ende für Schlagzeilen gesorgt hat.
- 2:42Merz hat nämlich eine Rede gehalten, eine relativ emotionale Rede und am Ende
- 2:47auch verkündet, welche Schule eben diesen Schulpreis gewonnen hat.
- 2:51Für diejenigen, die das interessiert, es war die Bertha von Suttner Schule in Hessen.
- 2:57Und die Freude der Lehrer und auch Schülerinnen und Schüler dieser Schule hat
- 3:04dann irgendwie überhand genommen darüber, dass sie gewonnen haben.
- 3:08Sie haben sich total gefreut, sich gegenseitig umarmt und irgendwie auch den
- 3:11Kanzler umarmt und dann gab es plötzlich so einen Moment, in dem Friedrich Merz
- 3:16da stand und mit den Tränen kämpfen musste.
- 3:20Was genau jetzt dazu geführt hat, das weiß man nicht so ganz.
- 3:23Wahrscheinlich war es irgendwie die Freude auch der Kinder, aber er musste sich
- 3:27da kurz einmal auch über die Augen wischen.
- 3:32Das war jetzt ja nicht das allererste Mal, dass wir so einen sehr emotionalen
- 3:35Merz gesehen haben, aber so häufig ist es ja auch nicht.
- 3:38Wie ist das denn bei dir, wenn du Merz so siehst, plötzlich so ein bisschen
- 3:43emotional? Was geht dir da durch den Kopf?
- 3:46Ja, also das ist ja tatsächlich, wie du gesagt hast, eher ungewöhnlich für Friedrich
- 3:50Merz, der ja doch immer sehr aufgeräumt wirkt eigentlich, vielleicht auch.
- 3:57Ja, einige werfen ihm ja auch vor, er sei da in manchen Situationen wenig empathisch, ähm.
- 4:04Eher kühl von der Ausstrahlung her und ihn dann in dem Moment so zu sehen,
- 4:09das hatte ich jetzt nicht erwartet und wir wissen auch gar nicht so ganz genau,
- 4:13was ihn da eigentlich dann konkret bewegt hatte.
- 4:16Er hat davor in seiner Laudatio ja gesagt, in Richtung der für den Preis nominierten
- 4:23Schulen und dann auch, glaube ich,
- 4:26im Speziellen dann die Lehrer und Lehrerinnen da angesprochen bei den Schulen,
- 4:30dass die Lehrerinnen und Lehrer ja sozusagen das Wichtigste in den Händen hätten,
- 4:36was es überhaupt gäbe, nämlich die Kinder.
- 4:40Möglicherweise, und da kann ich jetzt aber nur spekulieren, war dann so dieses gesamte Setting.
- 4:43Merz hat ja eigene Kinder natürlich auch. Und vielleicht hat ihm das dann irgendwie
- 4:48ein bisschen Tränen in die Augen gebracht.
- 4:50Aber ja, grundsätzlich, man kann ja vielleicht auch dazu sagen,
- 4:54dass es ja in Merz neue Strategie sozusagen einzahlt nach den Landtagswahlen.
- 5:01Falls du dich noch erinnerst, er hatte dann direkt nach der ja doch sehr herben
- 5:05Wahlklatsche in Sachsen-Anhalt,
- 5:08dann ja erzählt, ja, er müsse auch seine Themen besser erklären und eben die
- 5:13Menschen emotionaler auch erreichen und ansprechen.
- 5:17Jetzt will ich in den Auftritt da nicht so viel hineininterpretieren,
- 5:20aber zumindest emotional hat er sich an dieser Stelle auf jeden Fall gezeigt.
- 5:25Und sich vielleicht auch selbst emotional geöffnet, vielleicht war das auch
- 5:28quasi die umgekehrte Folge.
- 5:30Es gibt ja immer so ein bisschen zwei Sichtweisen, die einen,
- 5:33die es irgendwie ein bisschen schwierig finden, Dann ein Kanzler,
- 5:35der auf einer Bühne weint und eigentlich der Staatsmann sein soll. Und die anderen, die...
- 5:42Sagen, so ein Merz, dem ja häufig auch irgendwie vorgewirfen wird,
- 5:45vielleicht nicht mitfühlend genug zu sein oder nicht emotional genug zu sein,
- 5:49die das dann auch ganz cool finden, wenn er mal so eine menschliche Seite zeigt.
- 5:52Ich muss sagen, ich gehöre auch eher zu den Letzteren. Also ich finde das jetzt
- 5:56nicht negativ, sondern irgendwie eher ganz schön mal ein bisschen so einen menschelnden Kanzler zu sehen.
- 6:00Genau, aber ich würde sagen, man muss da jetzt nicht erwarten,
- 6:02dass Herr Merz jetzt konstant bei seinen nächsten Terminen, wenn er Herrn Trump
- 6:05trifft oder auch andere Wirtschaftsbosse oder auch zu ganz anderen Themen,
- 6:09dass man sollte jetzt nicht erwarten, dass der Kanzler bei solchen Anlässen
- 6:13dann wieder emotional wird.
- 6:15Wenn er da dann mit den Tränen kämpfen wird, dann hätten wir,
- 6:17glaube ich, ein Problem.
- 6:18Das Stofftaschentuch aus seinem Jackett holt. Also da würde ich jetzt dann nicht
- 6:22zu viel hineininterpretieren.
- 6:23Aber genau, es passt sozusagen ganz gut jetzt in diese Erzählung rein,
- 6:27dass er emotionaler auch werden möchte, weil er das ja offensichtlich als eine
- 6:31seiner Schwächen erkannt hat und da jetzt ein bisschen was verändern möchte.
- 6:38Der Druck nach den Landtagswahlen, der ist ja riesig.
- 6:41Also vor allen Dingen auch der Druck auf Merz, der jetzt Tempo machen möchte
- 6:46bei den Reformen, zeigen möchte, dass seine Koalition in der Lage ist,
- 6:50die Reformen durchzubringen und damit auch die Menschen im Land wieder mehr
- 6:54von sich überzeugen möchte.
- 6:56Und eines dieser großen Reformthemen, das ist ja die Pflege.
- 7:00Und da sah es zwischenzeitlich in dieser Woche beziehungsweise Anfang der Woche,
- 7:07aus, als könnte da irgendwie so ein neuer Koalitionsstreit jetzt entstehen bei dem Thema.
- 7:15Am Ende hat man es dann aber doch noch geschafft. Also der große Koalitionsstreit wurde abgewendet.
- 7:21Das Kabinett hat jetzt am Mittwoch den Gesetzentwurf dazu beschlossen für den
- 7:27ersten Schritt der Reform.
- 7:30Am Wochenende sah es aber noch so aus, als hätte das auch irgendwie anders laufen
- 7:33können. Und als wäre möglicherweise dieser Entwurf gar nicht im Kabinett am
- 7:36Mittwoch. Also was ist da passiert so in der Zwischenzeit in den Tagen vor Mittwoch?
- 7:44Ja, Carlotta, das war tatsächlich ganz spannend und es war vielleicht auch so
- 7:47gar nicht zu erwarten, weil dieser Entwurf zu der Pflegereform,
- 7:52den gab es im Grunde schon seit Sommer.
- 7:54Da hatte die damals noch amtierende Gesundheitsministerin Nina Warken mittlerweile ja im Kanzleramt.
- 8:03Die entsprechenden Vorschläge vorgelegt in einem Entwurf.
- 8:08Dann passierte erstmal auch nicht so viel, dann war Sommerpause und es war natürlich
- 8:12irgendwann Ziel, das ganze Paket ins Kabinett einzubringen.
- 8:17Es gab aber damals schon noch zur Warkenszeit eine große Kritik an dem Entwurf,
- 8:24weil ja Frau Warken natürlich das Ziel hatte, viel einzusparen.
- 8:29Man muss ja wissen, die Pflegeversicherung ist deutlich unter Druck.
- 8:33Es gibt immer mehr Menschen, die darauf angewiesen sind.
- 8:36Also seit 2005, innerhalb von 20 Jahren, sind die Zahlen da rasant angestiegen.
- 8:43Da gab es eine Verdreifachung der Leistungsbezieher und die Kosten sind also
- 8:50sozusagen aus dem Ruder gelaufen,
- 8:53und da musste man jetzt also dringend ran, wenn man das System in irgendeiner
- 8:56Weise sozusagen in die Zukunft überführen wollte. und was Waken gemacht hat.
- 9:01Sie wollte also eine Reform machen und hat dafür natürlich versucht,
- 9:06einen gewissen Betrag einzusparen und hat dann Vorschläge gemacht,
- 9:10wie zum Beispiel, dass man bei den Rentenansprüchen für pflegende Angehörige kürzt.
- 9:16Also da zahlt die Pflegeversicherung für deren Hilfe bei der Pflege sozusagen.
- 9:23Entsprechende Rentenbeiträge in die Rentenkasse ein.
- 9:26Da wollte Warken ran und wollte das kürzen.
- 9:30Warken wollte auch bei den Zuschüssen, die die Pflegefisierung zahlt,
- 9:34für längere Heimaufenthalte. Da wollte sie auch ran und die Strecken,
- 9:37sodass die ein bisschen weniger gezahlt werden insgesamt.
- 9:44Aber über den Sommer passierte dann nichts. Dazu kam dann, dass Frau Warken,
- 9:49im Zuge der ganzen Kabinettsummeldung, die der Kanzler dann wiederum vornahm,
- 9:53ins Kanzleramt wechselte und ein neuer Minister kam, nämlich Carsten Linnemann.
- 9:58So und Herr Linnemann, das ist der Mann, den wir als Generalsekretär ja kannten
- 10:04seiner Partei, das ist der einfach mal machen Mann.
- 10:07Der hatte dann auch wieder andere Vorstellungen und räumte dann so als erste Amtshandlung erstmal.
- 10:15Die pflegenden Angehörigen wieder ab, sozusagen die Rentenbeiträge.
- 10:19Er wollte, dass die weiter übernommen werden und das schrieb er dann wohl auch in den Entwurf.
- 10:24Und da passierte dann aber auch erstmal nicht viel, er hat das angekündigt und
- 10:27dann war es aber ja das Ziel sozusagen diese Pflegereform jetzt auf jeden Fall
- 10:32noch zu Ende September ins Kabinett zu bringen.
- 10:37Ja, und da traf man sich dann sozusagen in der letzten Woche und hatte eigentlich
- 10:41auch den Eindruck, zumindest Lindemann hatte den Eindruck, ja,
- 10:44das würde schon irgendwie gehen. Bis dann, kurz vor dem Wochenende war das,
- 10:48glaube ich, so erste Stimmen aus der SPD hochkamen.
- 10:51Ja, nee, also so könne man das jetzt nicht beschließen. Das wird wohl durchfallen.
- 10:57Die SPD hat sich dann so ein bisschen quergestellt und hat damit gedroht,
- 10:59das zu blockieren und hat plötzlich ja auch eigene Forderungen auf den Tisch
- 11:04gelegt und wollte nochmal eigentlich so richtig große Veränderungen vornehmen.
- 11:08Ja genau, also da gab es dann auch so ein bisschen getrieben von der Wahlsiegerin
- 11:15Manuela Schwesig aus Mecklenburg-Vorpommern, die ja die Landtagswahl, also kürzlich,
- 11:22zumindest mit einem starken Ergebnis für die Sozialdemokraten,
- 11:25ja unerwartet stark eigentlich, wenn man sich so die Gesamtunfragen anschaut.
- 11:31Hat also ein gutes Ergebnis geholt. Und Frau Schwesig war jetzt ja auch in den
- 11:35letzten Monaten schon immer damit aufgefallen, dass sie so gewisse Reformen,
- 11:39Vorschläge der Bundesregierung auch von außen kommentierte.
- 11:41Das fing ja bei der Rente an, wo sie sich dann massiv dagegen stellte,
- 11:45dass man da die sogenannte Rente mit 63, also dass man abschlagsfrei nach 45
- 11:50Beitragsjahren in Rente gehen kann, dass man das abschafft.
- 11:54Das wollte sie auf keinen Fall und bei der Pflege, da,
- 11:59hat sie dann auch Vorschläge gemacht, wie zum Beispiel so ein Pflegedeckel,
- 12:02der dann gezahlt werden soll, um die pflegebedingten Kosten,
- 12:05die man dann so in Heimen hat, ein bisschen runterzubringen für die zu Pflegenden
- 12:10oder auch für deren Angehörige, die das ja zahlen müssen.
- 12:13Und was die SPD dann auch wollte, war,
- 12:17Dass sich die Privatversicherten, also Privatversicherte haben ja eine eigene
- 12:21Pflegeversicherung, also dass sie sich dann an den Kosten sozusagen der höheren,
- 12:26den höheren Kosten der gesetzlichen Pflegeversicherung beteiligen.
- 12:28Das ist ein bisschen so die Gerechtigkeitsfrage plötzlich aufgemacht.
- 12:29Ja, das ist eine Gerechtigkeitsfrage. Man muss auch dazu sagen,
- 12:31dass die Privatversicherungen ja generell so ein anderes Versichertenklientel haben.
- 12:37Ja, die Leute sind tendenziell gesünder, weil sie eben auch andere Jobs machen mitunter.
- 12:42Die werden tendenziell möglicherweise nicht so viel krank.
- 12:45Die haben auch tatsächlich im Alter eine geringere Pflegefallquote als die gesetzlich Versicherten.
- 12:50Insofern ist es nicht ganz abwegig zu sagen, man macht da sozusagen so eine
- 12:55Art Ausgleich und nimmt einen Teil des Geldes, um die gesetzliche Pflegeversicherung zu stabilisieren.
- 13:02So, nun lagen diese Vorschläge ja auch schon ein bisschen länger auf dem Tisch,
- 13:07aber es wurde dann halt kurz bevor dieser Kabinettsbeschluss eigentlich gefasst
- 13:12werden sollte, wurde es dann schon nochmal vehementer vorgetragen.
- 13:16Das war tatsächlich, glaube ich, auch für die Unionsleute um Carsten Linnemann
- 13:21ein bisschen überraschend, der dann auch erstmal checken musste,
- 13:24so, ja, was ist denn da dran, ist das jetzt eine geeinte Position der SPD,
- 13:28kann das wirklich scheitern?
- 13:30Und dann entwickelte sich übers Wochenende so, dass Linnemann wohl merkte,
- 13:35ja, also es könnte knapp werden mit dem Kabinettsbeschluss und dann organisierte
- 13:40er tatsächlich ein paar Gesprächsrunden.
- 13:43Die dann auch Montagabend zum Beispiel auf höchster Ebene stattfanden,
- 13:47also Merz war dabei im Kanzleramt dem war das eben auch sehr wichtig,
- 13:52du hast ja schon gesagt, das ist eigentlich eine wichtige Reform für ihn.
- 13:56Und natürlich muss die Regierung auch beweisen, dass sie die Reform,
- 14:00Rente ist ja auch eine Einkommenssteuer,
- 14:03der Haushalt an sich ist keine Reform, aber der wird auch besprochen werden in den nächsten Wochen.
- 14:07Pflege ist wie gesagt eine Reform und die Koalition muss jetzt einfach mal unter
- 14:12Beweis stellen, dass sie da handlungsfähig ist und dass sie sich nicht nur streitet,
- 14:17sondern tatsächlich auch Dinge auf den Weg bringen kann.
- 14:20Und das wackelte eben bei der Pflege und deswegen saß man da wirklich mehrere
- 14:24Stunden zusammen, Montagabend, Dienstagmorgen,
- 14:28bis Mittwoch dann kurz vor dem Kabinett, so habe ich das zumindest gehört und
- 14:33hat dann irgendwann tatsächlich geschafft, diesen.
- 14:37Gordischen Knoten rund um die Reform, den die SPD da aufgebaut hatte,
- 14:40irgendwie zu durchschlagen.
- 14:41Und dann lief Herr Linnemann am Mittwoch in das Kabinett rein,
- 14:47setzte sich an den Tisch und hatte tatsächlich die Kabinettsvorlage zum Thema
- 14:52Pflegedeuordnungsgesetz, also die Pflegereform,
- 14:55mit dabei. Und die wurde dann ja auch beschlossen.
- 14:58Da ist so ein bisschen das passiert, was wir ja auch kennen von anderen,
- 15:02Reformen und Plänen der Bundesregierung, dass so kurz vor dem Schluss plötzlich
- 15:07doch wieder alles auch zerredet wurde, so ein bisschen und dann ein Streit auch
- 15:11an die Öffentlichkeit gedrungen ist, der vielleicht eigentlich eher so hinter
- 15:15verschlossenen Türen hätte geführt werden sollen.
- 15:19Am Ende waren jetzt ja aber diese großen SPD-Forderungen nicht in dem Kompromiss.
- 15:24Also wie genau sieht der Kompromiss jetzt aus, den das Kabinett beschlossen hat?
- 15:29Was ändert sich? Ja genau, also na klar, ich meine am Ende muss man natürlich
- 15:33sagen, das war vielleicht jetzt nicht besonderlich geschickt, das so groß aufzubauen.
- 15:37Man kann sowas sicherlich auch hinter verlossenen Türen besprechen und möglicherweise
- 15:42war das auch eine Reaktion der amtierenden SPD-Parteispitze auf diese Forderung,
- 15:47die da noch aus Mitgliedstaaten bevor man kam.
- 15:51Sozusagen keine Leistungskürzung zu wollen.
- 15:53Da gibt es sozusagen auch die Lesart innerhalb der Koalition,
- 15:57dass man jetzt sagt, ja, vielleicht wollte die SPD-Spitze da mal ein Zeichen
- 16:00setzen, so nach dem Motto, ja, wir kämpfen für eure Belangen.
- 16:03Aber im Endeffekt muss man jetzt sagen, und ich glaube, da war vermutlich auch
- 16:08der Gesundheitsminister dann wieder ein bisschen überrascht, weil von diesen...
- 16:13Beiden großen Themen, also diesem Ausgleich, soziale Pflegeversicherung,
- 16:18also die gesetzliche mit der privaten, davon findet sich nichts in dem jetzigen
- 16:23Gesetz. Auch von dem Pflegedeckel findet sich nichts in dem jetzigen Gesetz.
- 16:27Insofern gibt es zu dem Entwurf, den Linnemann da eigentlich vorgelegt hat.
- 16:32Keine großen Änderungen, zumindest nicht in der Hinsicht, wie sie die SPD wollte.
- 16:36Und wenn du jetzt fragst, ja, was hat sich geändert? Also wie gesagt,
- 16:40die Rentenbeiträge werden wieder vollständig übernommen. Also im Vergleich zum
- 16:44vorherigen Entwurf, den Frau Waken gebracht hat für die pflegenden Angehörigen.
- 16:47Ist das jetzt wieder drin? Da ändert sich sozusagen also nicht zu dem Status
- 16:50quo, sondern nur zu dem vorherigen Entwurf.
- 16:53Das ist wie gesagt so in der Form, also zumindest der Wakenvorschlag dann gestrichen worden.
- 16:59Genau, und auch die Zuschüsse, die gezahlt werden für die Heimbewohner,
- 17:04die bleiben so, wie sie sind, was geändert wurde.
- 17:09Ist natürlich dann darauf zurückzuführen, dass man sich ja irgendwo das Geld,
- 17:13organisieren musste. Irgendwo muss es herkommen. Ja, jemand muss zahlen.
- 17:17Denn man will ja einsparen. Also man hat mir ja gerechnet, dass man für 27,
- 17:21also für das kommende Jahr ungefähr ein Defizit hat von 7,6 Milliarden.
- 17:25Und die Vorlage, die das Kabinett da gestern beschlossen hat,
- 17:29spart immerhin so knappe sechs ein.
- 17:31Das heißt, es fehlt auch noch ein bisschen was. Aber sechs ist ja immerhin schon
- 17:33mal etwas und nicht wenig.
- 17:35Und ja, man kann sagen, belastet werden, auch wenn der grundsätzliche Beitrag
- 17:40zur Pflegeversicherung, der bleibt so, wie er ist.
- 17:43Also in dem Sinne gibt es keine Beitragserhöhung. Das war ja auch immer ein
- 17:47großes Koalitionsziel bei allen sozusagen Sozialversicherungen, die man hat.
- 17:51Also auch Gesundheit bzw. gesetzliche Krankenversicherung wollte man keine Beitragserhöhung.
- 17:56Das hat man so gesehen geschafft. Aber natürlich werden einzelne Versicherte
- 18:01jetzt stärker belastet als vorher.
- 18:03Und im Falle der Pflegeversicherung betrifft das zum Beispiel die Kinderlosen,
- 18:09die schon immer einen Zuschlag zahlen mussten.
- 18:15Dafür, dass sie eben keine Kinder haben, ob jetzt gewollt oder nicht.
- 18:19Das sei ja mal dahingestellt, aber jedenfalls ist es so geregelt worden und,
- 18:24die trifft es jetzt deutlich höher.
- 18:25Also die müssen eine Beitragsanpassung um 0,3 Prozentpunkte in Kauf nehmen und
- 18:31das sorgt tatsächlich dafür, dass so um die drei Milliarden Euro zusätzlich jedes Jahr,
- 18:38in das Versicherungssystem gespült werden.
- 18:40Das heißt, man langt da ordentlich zu bei den Kinderlosen.
- 18:45Dann belastet man auch stärker Menschen, die ein höheres Einkommen haben,
- 18:51also die Beitragsbemessungsgrenze. Das ist der Wert, bis zu dem maximal die
- 18:56Sozialbeiträge für die Pflegebesicherung fällig werden.
- 18:59Die wird etwas angehoben. Das heißt, Besserverdienende zahlen dann etwas mehr ein als vorher.
- 19:08Genau, dazu hat man dann noch Änderungen vorgenommen, die es auch schon bei
- 19:12der Reform zur gesetzlichen Krankenversicherung gab.
- 19:15Also man hat dann auch Änderungen gemacht bei der beitragsfreien Mitversicherung,
- 19:19dass eben nicht mehr automatisch beitragsfrei mitversichert sind,
- 19:24zum Beispiel Ehepartner.
- 19:25Da wird jetzt dann ab 27 ein kleiner Betrag fällig und genau,
- 19:31so hat man im Grunde ein bisschen versucht, sich da zusätzliches Geld zu organisieren.
- 19:36Damit werden aber jetzt ja auch erstmal eigentlich nur so die akuten Finanzlücken
- 19:41gestopft, weil es soll ja noch einen zweiten Teil dieser Reform geben,
- 19:45wo dann die großen strukturellen Reformen angegangen werden.
- 19:50Da hat man aber die Debatte jetzt erstmal so ein bisschen vertagt,
- 19:54weil man hat beschlossen, dass sich damit eine Kommission beschäftigt, die jetzt nochmal,
- 19:59eine ganze Zeit lang erstmal tagt, bevor dann da Empfehlungen vorgelegt werden.
- 20:05Also das hat man so ein bisschen vertagt.
- 20:07Ja genau, also so eine ganze Zeit ist es jetzt tatsächlich gar nicht,
- 20:11weil die Kommission, die soll jetzt in der kommenden Woche schon bestimmt und
- 20:15eingesetzt werden und dann sollen auch bis,
- 20:19ich glaube Ende Januar, Vorschläge dazu vorgelegt werden und im Sommer soll
- 20:24es dann nochmal ein zweites Gesetz geben, wo dann strukturelle Reformen.
- 20:30In die Pflegeversicherung einfließen sollen. Und ja, ich meine,
- 20:33klar, das kann man natürlich so sehen und das ist garantiert auch so,
- 20:36die großen Streitpunkte zu wirklichen Reformen, die hat man jetzt vertagt.
- 20:43Man kann jetzt mit Blick auf das am Mittwoch beschlossene Gesetz sagen,
- 20:47das wurde ordentlich gerupft.
- 20:49Also man hat da so die ganzen bösen Streitfallen, eben das, was vorher auch
- 20:53sehr umstritten war, Rentenbeiträge und so weiter.
- 20:56Das hat man erstmal rausgenommen und versucht so eine gewisse Stabilisierung
- 20:59hinzubekommen mit so kleinen handwerklichen Eingriffen.
- 21:03Aber klar, die richtig große Nummer, der große Wurf, der ist das noch nicht.
- 21:07Und natürlich hat die Koalition damit sich auch jetzt ein bisschen Zeit verschafft
- 21:12und ist jetzt nicht direkt in den nächsten großen Streit da eingestiegen,
- 21:16der möglicherweise gedroht hätte, muss man ja sagen.
- 21:19Weil ich meine, da gehen die Vorstellungen ja schon ziemlich auseinander, der Pflegedeckel,
- 21:25den die SPD vorschlägt, der ist bei der Union im Grunde durchgefallen,
- 21:29das hat Carsten Lindemann auch gestern nochmal betont, ja, weil er das im Grunde
- 21:33als Einladung sieht an die Pflegeheimbetreiber, die dann auch sagen könnten,
- 21:36okay, es gibt einen staatlichen Deckel,
- 21:38dann können wir jetzt mal ein bisschen an den Kosten noch drehen und also das
- 21:42hält er sozusagen für, ja, für ein wenig so richtig zielführend,
- 21:46glaube ich, kann man schon sagen und.
- 21:50Bei dem Ausgleich zwischen dieser privaten und der gesetzlichen Pflegeversicherung,
- 21:55das ist juristisch gesehen auch relativ umstritten, ob man das so machen kann.
- 22:00Und das war jetzt auch in den letzten Tagen offensichtlich nicht zu klären,
- 22:04ob das rechtssicher umzusetzen ist. Deswegen hat man sowas, wenn es denn möglicherweise
- 22:09dann kommt, auch lieber verschoben.
- 22:12Und darüber hinaus kann es ja noch ganz viele andere Vorschläge geben,
- 22:16die aus dieser Kommission dann kommen.
- 22:19Und naja, ich meine, man hat so ein bisschen die Hoffnung.
- 22:23Dass es dann vielleicht so läuft wie bei der Rente.
- 22:26Da gab es ja, wenn du dich erinnerst, auch eine Kommission, die Vorschläge gemacht
- 22:31hat, was das Thema angeht.
- 22:33Und da war man dann ja eigentlich so, dass Friedrich Merz, auch Bärbel Baas
- 22:38und Lars Klingbeil dann direkt danach ja betont hatten, ja, also das wollen
- 22:41wir eigentlich jetzt so umsetzen.
- 22:43Da gab es dann im Grunde zumindest kurzzeitig ja einen gewissen Konsens,
- 22:47was das angeht. Also, dass man dieses Paket nimmt, in eine Reform gießt,
- 22:51also das als Gesetz macht und dann kommt das.
- 22:54Das hörte sich eigentlich alles ganz gut an. Jetzt wird das leider auch zerredet
- 22:58und mal sehen, wie es dann kommt.
- 23:00Aber im Grunde, und Lindemann hat das als Webfehler bezeichnet,
- 23:03dass man das bei der Pflege nicht auch gemacht hat, also gleich mit einer Kommission.
- 23:07Und ja, da hofft man jetzt, dass man da dann über diese Arbeit der Spezialisten,
- 23:11der Fachleute, dann sich auch möglicherweise zu einem gemeinsamen Weg in der
- 23:16Koalition durchringen kann. Aber das wird sich zeigen.
- 23:19März dürfte wahrscheinlich trotzdem erleichtert sein, dass jetzt zumindest nicht
- 23:23wieder die Meldung war, das Kabinett kann sich nicht einigen und die Pflege
- 23:26ist nicht im Kabinett auf dem Tisch, sondern es gibt jetzt erstmal eine Einigung.
- 23:31Es gibt ein anderes Thema, über das jetzt in dieser Woche, wir nehmen heute
- 23:34am Donnerstag auf, am heutigen Donnerstag plötzlich wieder diskutiert wird und
- 23:39das ist die Zuckersteuer.
- 23:40Das ist ja auch ein Vorschlag, der mal aus einer Kommission entstanden ist und
- 23:45der heute aber, jetzt zumindest in seiner aktuellen Form, erstmal wieder vom
- 23:51Kanzleramt abgeräumt wurde. Also was ist da los?
- 23:55Genau, das war auch ein Kommissionsvorschlag, nämlich aus der Kommission,
- 24:00die sich da die Reform angeschaut hat zur gesetzlichen Krankenversicherung.
- 24:04Ginnerst du dich wahrscheinlich, das war kurz bevor wir alle in den Urlaub starteten,
- 24:08sozusagen kurz vor der Sommerpause.
- 24:09Wir haben ja auch im Podcast nochmal darüber diskutiert damals.
- 24:12Genau, gab es da nochmal das Gesetz, mit dem die Beiträge in der gesetzlichen
- 24:16Krankenversicherung stabilisiert werden sollten.
- 24:18Und da war ein Vorschlag der Spezialisten da aus der Kommission.
- 24:24Dass man sozusagen als Präventionsmaßnahme und davon erhofft man sich eben so
- 24:30eine gewisse Lenkungswirkung auch, dass man da eine Steuer auf zuckerhaltige Getränke einführt.
- 24:36Also zum Beispiel Cola, Eistees, also diese ganzen leckeren, leckeren Süßgetränke,
- 24:44die sollten nach dem Vorschlag der Kommission also mit einer Abgabe belegt werden,
- 24:50die dann natürlich in den Haushalt fließt und die dann ja zur Stabilisierung
- 24:55der Finanzen herangezogen werden kann.
- 24:59Ja, es war so ein bisschen der Gedanke einerseits Stabilisierung der Finanzen
- 25:02und gleichzeitig natürlich auch möglicherweise eine Wirkung dann auf die Hersteller
- 25:06und dann quasi so im zweiten Schritt,
- 25:08das Ziel, dass die dann irgendwie den Zuckeranteil in den Getränken auch reduzieren.
- 25:14Jetzt war es so, dass der Finanzminister, also Lars Klingbeil,
- 25:18am Mittwoch den Entwurf zur aktuellen Zuckersteuer in die Ministerien gegeben
- 25:23hat zur Abstimmung und dann plötzlich ist er abgeräumt worden.
- 25:29Genau, also nach unseren Informationen hat das Kanzleramt erstmal gesagt, so geht es nicht.
- 25:35Nur muss man wissen, das Finanzministerium ist natürlich dafür zuständig,
- 25:38solche Gesetze zu machen, als sozusagen Hüter der Finanzen, Hüter des Geldes,
- 25:44auch zuständig für Bundeshaushalt und so weiter. Also natürlich kommt so ein
- 25:48Gesetz aus dem Finanzministerium.
- 25:51Jetzt hat wohl, und so hören wir das, das Gesetz anders ausgelegt,
- 25:58als es mal ursprünglich die Kommission auch vorgeschlagen hatte.
- 26:04Jetzt, wie Klingbeil es gedacht hat, gibt es jetzt eine dreistufige Steuererhebung.
- 26:10Die Kommission hatte eigentlich nur eine zweistufige vorgeschlagen,
- 26:14also immer bemessen an dem jeweiligen Zuckergehalt des Getränks.
- 26:18Je mehr Zucker, desto mehr Steuerabgabe sozusagen, um es mal einfach zu sagen.
- 26:24Genau und das hat das Kanzleramt als Abweichung interpretiert und,
- 26:29hat das als nicht so nicht zustimmungsfähig zumindest beschrieben und erst mal
- 26:35gesagt, ja also so können wir das jetzt nicht machen und deswegen muss Klingbeil,
- 26:39und müssen seine Beamten aus dem Finanzministerium da jetzt nochmal ran.
- 26:43Was jetzt aber natürlich auch nicht heißt, dass dieses Thema Zuckersteuer komplett
- 26:47vom Tisch ist. Das ist es nicht.
- 26:50Ich würde davon ausgehen, dass man den Entwurf jetzt dann noch mal überarbeitet.
- 26:54Und dann denke ich auch, dass das irgendwann sicherlich eine Koalitionseinigung dazu gibt.
- 27:02Du siehst jetzt nicht so den großen neuen Konflikt-Case da direkt.
- 27:06Ich glaube nicht, dass man da jetzt direkt den nächsten Koalitionsknatsch oder
- 27:09Konflikt heraufbeschwören sollte.
- 27:12Das ist jetzt erstmal eine Angelegenheit, die sich vermutlich auch relativ...
- 27:18Und schnell oder zumindest entspannter regeln lässt, indem,
- 27:23man sich da vielleicht dann nochmal koalitionsintern kurz zusammensetzt und
- 27:28sich dann nochmal über die genauen Einzelheiten und wie und auf was genau die
- 27:32Steuer erhoben wird einigt.
- 27:35Würde da jetzt nicht davon ausgehen, dass da jetzt Klingbeil und Merz sich da
- 27:39direkt treffen, sondern das findet erstmal auf einer kleineren Ebene statt,
- 27:43auf der Arbeitsebene. Und dann schaut man, ob man da nochmal den gemeinsamen
- 27:46Weg findet für diese, ja doch, neue Steuer.
- 27:51Und jetzt die Zahl der Woche.
- 27:54Du kennst es schon, ganz am Ende der Folgen hier gibt es immer die Zahl der
- 27:59Woche und ich würde dir den Vortritt lassen. Hast du in dieser Woche eine Zahl der Woche für uns?
- 28:04Genau, das war ja tatsächlich auch an dem Mittwoch, an dem Tag des Pflegebeschlusses.
- 28:09Das ist viel passiert am Mittwoch. Da ist unglaublich viel passiert und zwar
- 28:14ist meine Zahl 66,80 Euro.
- 28:17Ich ahne schon, das Deutschland-Ticket.
- 28:21Genau, da hat gestern... Alle tiefer in die Tasche greifen. Ja,
- 28:23das ist leider so. Ich bin auch tatsächlich ein stolzer Besitzer des Deutschland-Tickets.
- 28:28Schon seitdem es das gibt. Jetzt sind wir auch beide, wohnen wir in der Stadt und so.
- 28:32Das ist sicherlich nochmal eine andere Nummer, als wenn man auf dem Land wohnt.
- 28:35Aber hier in der Stadt und auch wenn man irgendwo anders zu Besuch ist,
- 28:38ist es großartig, dass man einfach sozusagen ohne darüber nachzudenken in Bus und Bahn steigen kann.
- 28:43Aber die 66,80 Euro, da waren wir eigentlich. Also das ist der neue Preis für
- 28:48das Deutschland-Ticket, der dann ab dem 1. Januar gelten soll.
- 28:52Das ist wieder mal eine leichte Erhöhung.
- 28:55Und man muss ja sagen, an diesem Mittwoch, an dem so viel passiert ist,
- 28:59wurde nicht nur verkündet, dass das Deutschland-Ticket teurer wird,
- 29:02sondern es ist gleichzeitig ja auch der Tag, an dem dann, beziehungsweise jetzt seit Donnerstag,
- 29:08gilt, der Tankrabatt, der neue Tankrabatt.
- 29:11Da kann man zumindest mal drauf gucken und sich so ein bisschen wundern,
- 29:14dass am gleichen Tag einerseits Tanken günstiger wird für die Autofahrer,
- 29:19Aber die öffentlichen Verkehrsmittel teurer, oder? Wie siehst du das?
- 29:22Ja, man kann sich da tatsächlich ein bisschen drüber wundern.
- 29:26Andererseits sollte man wahrscheinlich auf den Blick auf den Tag jetzt nicht
- 29:28zu viel hineininterpretieren. Klar, es ist natürlich sozusagen ein Zeichen auch.
- 29:34Zumindest kann man es so sehen. Ein Zeichen an die Leute, okay, fahrt doch weiter Auto.
- 29:39Autofahrer werden mit ein paar Milliarden unterstützt. Denen wird sozusagen
- 29:43künstlich der Benzinpreis subventioniert.
- 29:47Mehr zahlen dürfen dann die Leute, die umweltfreundlich unterwegs sind und Bus und Bahn fahren.
- 29:54Wobei wir das natürlich, du hast es ja auch gerade schon gesagt,
- 29:56so ein bisschen aus unserer Stadtperspektive jetzt hier sehen,
- 29:59gerade im ländlichen Raum gibt es viele Menschen, die auf Autos angewiesen sind
- 30:03und natürlich sehr gelitten haben unter den teuren Preisen fürs Tanken jetzt
- 30:08in den vergangenen Monaten.
- 30:09Aber trotzdem ist es doch so ein bisschen aufgefallen, dass das jetzt irgendwie
- 30:12gleichzeitig stattgefunden hat. Das stimmt. Und es spricht ja auch ein bisschen
- 30:17so gegen dem Ziel, was man eigentlich will. Man will ja Klimafreundlichkeit fördern.
- 30:21Die Leute sollen ja am liebsten ja ihr Verbrenner-Auto stehen lassen.
- 30:27Und ja, dadurch hat man vielleicht dann jetzt doch nicht so den richtigen Anreiz
- 30:32geschaffen. Zumindest ist das Signal ja eins, wo man auch sagen kann,
- 30:36okay, für Autofahrer ist Geld da und für den ÖPNV eher nicht.
- 30:41Wobei man jetzt auch dazu sagen muss, okay, Bund und Länder finanzieren das
- 30:44schon mit jeweils 1,5 Milliarden, aber dieses Ticket ist seit der Einführung.
- 30:49Ja deutlich teurer geworden.
- 30:51Man hat da mal mit 49 Euro gestartet und es gab da jetzt schon einige Preiserhöhungen.
- 30:57Also genau, so gesehen kann man auch...
- 31:01Ja, zumindest ein bisschen den Frust nachvollziehen von den Leuten,
- 31:05die das eben jetzt täglich nutzen und jetzt ab Januar dann natürlich wieder mehr bezahlen müssen.
- 31:11Was ist denn deine Zahl der Woche, Carlotta? Meine Zahl ist drei und du wirst es dir schon denken.
- 31:17Drei natürlich für den dritten Oktober. Es ist nämlich Tag der Deutschen Einheit.
- 31:21Das ist auch ein wichtiger Tag für Friedrich Merz. Er wird teilnehmen an einem
- 31:26Festakt in Bremen, unter anderem auch mit dem Bundespräsidenten.
- 31:31Und wir haben hier auch in der Redaktion in den letzten Tagen auch so ein bisschen
- 31:37diskutiert, ob denn dieser 3. Oktober eigentlich noch ein Grund ist zu feiern,
- 31:41so wie wir ihn eben feiern. An dieser Stelle mal eine kleine Empfehlung.
- 31:44Wir haben nämlich Stimmen gesammelt, auch mit unterschiedlichen Meinungen zu
- 31:47diesem Tag, also diesem 3. Oktober, hier bei uns in der Redaktion.
- 31:52Der Text erscheint dann natürlich pünktlich am 3. Oktober.
- 31:56Und eine weitere Empfehlung hänge ich hier jetzt direkt noch an und zwar für
- 32:03alle, die sich gerne mit Politik beschäftigen und vor allen Dingen mit Thüringer Landespolitik.
- 32:10Wir haben nämlich ganz tolle Kollegen und Kolleginnen in Thüringen,
- 32:15die einen Podcast haben, Tacheles Thüringen, in dem sie immer einmal in der
- 32:20Woche über das sprechen, was in Thüringen gerade so politisch passiert.
- 32:25Und das ist ja doch echt interessant. Da passiert einiges so viel,
- 32:29dass wir auch hier immer wieder aus Berlin nach Thüringen gucken und auf die
- 32:32Landespolitik und auch hier im Podcast ja schon drüber geredet haben.
- 32:36Also wenn euch das interessiert, dann hört doch gerne mal rein.
- 32:40Ansonsten hören wir uns hier an dieser Stelle nächste Woche wieder.
- 32:44Es hat mich sehr gefreut, dass du da warst, Dominik. Vielen Dank.
- 32:47Schön, dass ihr zugehört habt. Und wenn euch dieser Podcast gefällt,
- 32:50dann lasst uns doch gerne eine Bewertung da. Macht's gut. Tschüss.