Latest / Gin And Talk / Marina Weisband über Demokratie, Gesellschaft und die Zukunft
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- 0:00Speaker 0: Ich glaube, je komplizierter die Zeit wird und die Komplexität wird noch eine Weile zunehmen.
- 0:04Speaker 0: Weil durch den Klimawandel die Lebensumstände einfach... Die Lebenszufriedenheit der meisten Menschen wird objektiv abnehmen.
- 0:11Speaker 0: Je weiter das geht, desto mehr muss ich befürchten Eine Zunahme des Antisemitismus aber auch des Rassismus Und wie du sagst, des Menschenhasses!
- 0:20Speaker 0: Ich erlebe bei Deutschen generell einen seltsamen Disconnect.
- 0:24Speaker 0: Es ist immernoch so dass wenn Antisemitism irgendwo auftaucht, die Reaktion darauf sehr sehr scharf ist.
- 0:28Speaker 0: Gott bewahre, es darf nirgendwo Antisemitismus geben oder auch nur danach riechen.
- 0:32Speaker 0: und der Vorwurf, jemand sei Antisemit ist einer der schwersten Vorwürfe die man machen kann wird sofort diskutiert.
- 0:39Speaker 0: Aber wenn tatsächlicher Antisemitism auftaucht irgendwo sehe ich ganz wenig Zivilcourage und tatsächliches Handeln.
- 0:48Speaker 0: Ich glaube, es ist wichtig, dass Schüler sich in erster Linie als selbstwirksam als stark begreifen.
- 0:54Speaker 0: Denn dann haben sie nicht das Bedürfnis, sich als Opfer von irgendjemandem zu
- 0:58Speaker 0: sehen.".
- 0:59Speaker 1: Herzlich willkommen!
- 1:01Speaker 1: Mein Name ist Daniel Fürk und bevor wir gleich rüber an unseren heute virtuellen Badresen gehen möchte ich kurz unseren heutigen Gast vorstellen.
- 1:08Speaker 1: Marina Weißbandt ist Diplompsychologin, Beteiligungspädagogin und Autorin.
- 1:14Speaker 1: Einer breiten Öffentlichkeit wurde sie auch durch ihre politischen Rollen zunächst in der Piratenpartei und nun bei den Grünen bekannt.
- 1:21Speaker 1: Sie leitet das Projekt Aula bei Politik Digital, und setzt sich als Ko-Vorsitzende des D-IV TV dem Zentrum für digitalen Fortschritt für Digitalisierung ein.
- 1:31Speaker 1: Wo steht unsere Gesellschaft eigentlich nach anderthalb Jahren Pandemie und kurz vor der Bundestagswahl?
- 1:37Speaker 1: Haben Rassismus und Antisemitismus in den letzten Monaten wieder zugenommen?
- 1:42Speaker 1: Ist unsere Demokratie in Gefahr?
- 1:44Speaker 1: Ich freue mich auf ein intensives Gespräch über die Zukunft unserer Gesellschaft.
- 2:10Speaker 1: und eine
- 2:11Speaker 0: Menge Zeit für ein persönliches
- 2:13Speaker 1: Bargespräch.
- 2:15Speaker 1: Herzlich
- 2:16Speaker 0: willkommen an unseren Bartresen!
- 2:18Speaker 0: Herzlich Willkommen
- 2:20Speaker 1: zu einer neuen Folge Gin & Talk.
- 2:24Speaker 1: Mach es dir gemütlich,
- 2:25Speaker 0: lehne dich zurück und tauche
- 2:27Speaker 1: ein in die verrucht düstere
- 2:30Speaker 0: Atmosphäre unserer Studio-Bar
- 2:40Speaker 1: Marina Weißband.
- 2:41Speaker 1: Ich freue mich sehr, dass wir uns heute unterhalten können und wenn auch nur virtuell zugeschaltet aber dennoch sehr schön das du dir die Zeit nimmst und wir uns ein bisschen über Politik und Demokratie unterhalten
- 2:52Speaker 0: kann.
- 2:52Speaker 0: Hi!
- 2:52Speaker 0: Danke für die Einladung.
- 2:53Speaker 1: Ja, sehr gerne.
- 2:54Speaker 1: Wir nehmen quasi Mitte August auf und die Bundestagswahl rückt immer näher.
- 3:04Speaker 1: Es wird immer spannender irgendwie, scheint noch alles offen zu sein.
- 3:08Speaker 1: Es verschiebt sich die ganze Zeit hin und her.
- 3:11Speaker 1: Glaubst du eigentlich dass sich das Politikverständnis oder die Rolle von Politik in unserer Gesellschaft durch die Pandemie ein Stück weit verändert hat?
- 3:20Speaker 1: Und wenn ja dann eher zum positiven oder zum negativen?
- 3:23Speaker 0: Ich weiß nicht, ob es sich durch die Pandemie verändert hat.
- 3:25Speaker 0: Das wäre meine Hoffnung, denn die Pandemie war ja sozusagen ein kleiner Vorgeschmack, eine Art Impfung gegen die großen Krisen, die uns bevorstehen und die gleichen Vorzeichen haben für die Pandemie nämlich dass sie global sind das sie also nicht auf nationaler Ebene gelöst werden können, dass sie komplex sind und dass sie die Mitarbeit aller erfordern.
- 3:46Speaker 0: Und ich glaube, wir sind so kurz davor zu lernen.
- 3:51Speaker 0: Das ist so wie bisher nicht funktioniert und hier ist speziell der Politikstil der CDU natürlich einer, der auf dieses Jahr weiter wie bisher hauptsächlich und wir gucken einfach das sich nichts zu sehr verändert.
- 4:06Speaker 0: Einerseits bemerken die Menschen glaube ich langsam, dass wir mit diesem Politikstil in eine Sackgasse laufen an der wir Gestaltungsfähigkeit verlieren und an der sich die Umstände gerade da durch ändern.
- 4:16Speaker 0: Das wird nichts tun!
- 4:18Speaker 0: Auf der anderen Seite sehnen sich die Menschen so sehr nach Stabilität, das ich glaube sie könnten durch einen psychologischen Trugschluss eben im Gegenteil möglichst konservativ wählen weil Sie das Gefühl haben dadurch die Veränderung aufhalten zu können.
- 4:32Speaker 1: Du bist auch Mitglied der Grünen und dort auch aktiv.
- 4:38Speaker 1: Das vielleicht mal vorweg geschickt, aber nicht
- 4:41Speaker 0: objektiv.
- 4:43Speaker 1: Aber dennoch das Thema mit dem deine Partei ja ursprünglich mal auch angetreten ist und dass natürlich bis heute eine sehr große Rolle spielt, ist natürlich Klima- und Umweltschutz Und wir haben gerade erst eine längere Person damit Frank Schetzing aufgenommen, der ein großartiges Sachbuch zum Klimawandel geschrieben hat.
- 5:05Speaker 1: Wo ich danach auch gesagt habe.
- 5:07Speaker 1: also wer das gelesen hat und es immer noch nicht verstanden hat dem kann ich irgendwie auch nicht mehr helfen.
- 5:13Speaker 1: aber warum tun wir uns eigentlich politisch immer noch so schwer die die Tragweite dieses Themas irgendwie ernst zu nehmen?
- 5:21Speaker 1: Also man hatte ja das Gefühl Egal, ob man Paris anschaut oder auch alles was danach kam.
- 5:27Speaker 1: Es sind immer irgendwie Lippenbekenntnisse dass man ja mal etwas tun müsste und das wäre doch wichtig und überhaupt.
- 5:35Speaker 1: aber wenn es sobald es wehtut oder sobaldes wehtun würde weil man irgendwie wirklich was verändern müsste was dann vielleicht auch wirtschaftliche folgen oder gesellschaftliche Folgen hätte knickt man irgendwie ein und nimmt das Thema nicht mehr so ganz ernst.
- 5:48Speaker 1: also muss man da vielleicht so ein bisschen an der, ja ich sage es mal ganz überspitzt, an der Zurechnungsfähigkeit unserer Politiker zweifeln.
- 5:58Speaker 1: Dass dieses Thema einfach nicht die Rolle spielt, die es spielen müsste?
- 6:01Speaker 0: Ich kann Politiker in zwei Kategorien unterteilen.
- 6:05Speaker 0: Die einen hören das Wort Klimaschutz und denken Überleben der Menschheit und die anderen hören das Wortschutz und denken Kröntentunnel.
- 6:15Speaker 0: Und ich glaube entlang dieser Trennung passiert ein psychologisches Phänomen, das spielt einerseits einen Drang zur Normalität mit.
- 6:25Speaker 0: Also dass es normalcy bei ist nennt man das.
- 6:27Speaker 0: Wir versuchen möglichst Katastrophen herunter zu spielen und die Welt so zu betrachten wie sie immer ist, wie wir sie gewöhnt sind.
- 6:34Speaker 0: Das zweite sind massive Lobbyinteressen, die hier eine Rolle spielen.
- 6:39Speaker 0: Die CDU ist nun mal sehr eng verwoben Menschen, die ihren Profit aus fossilen Energien bekommen.
- 6:46Speaker 0: Der Exxon-Bericht nachdem diese präzise klimatische Katastrophe vorhergesagt wurde kam in twohundzehn und achtzig raus.
- 6:55Speaker 0: also Die fossile Industrie wusste schon seit über vierzig Jahren dass das ein Problem werden wird Und handelt ja nicht aus unwissen sondern weil Diese menschen davon ausgehen dass es sie selbst nicht mehr betreffen wird und weil dahinter auch einfach diese mechanismen stecken die selbst verstärkend sind.
- 7:14Speaker 0: Man plant als Politiker nun mal in Legislaturperioden und als Konzern in Quartalen, und nur wenn wir das von einer menschlichen Warte betrachten – und das können wir fast nur als Zivilgesellschaft -, dann können wir sehen wie sich solche Politik auf unser Leben auswirken oder auf das Leben unserer Kinder.
- 7:34Speaker 0: Ich glaube immer mehr Menschen kommen zu dem Schluss dass es tatsächlich ein brennendes wichtiges Thema ist.
- 7:39Speaker 0: Aber es ist eben auch ein sehr, sehr gruseliges Thema.
- 7:42Speaker 0: Und wir Menschen neigen dazu, gruslige Themen gedanklich zu vermeiden und wir beschäftigen uns dann mit wer hat wen junge Frau genannt?
- 7:50Speaker 0: oder Soranterscheinungen weil das leichter ist dass es für uns leichter zu verstehen und angenehmer zu bearbeiten.
- 7:58Speaker 1: Wir haben natürlich auch im vergangenen Jahr oder in den vergangenenen anderthalb Jahren mit so viel Komplexität zu kämpfen gehabt, mit so vielen neuen Situationen zu kämpfen gehabt und wir hatten noch eine ganze Bewegung ist ein zu großes Wort.
- 8:12Speaker 1: Soviel Raum will ich dieser ganzen Geschichte gar nicht geben.
- 8:15Speaker 1: aber wir hatten eine Gruppierung an Menschen die sich ihrer Grundrechte beraubt fühlten, die Demokratie in Frage gestellt haben bzw.
- 8:26Speaker 1: gesagt haben wir hätten ja gar keine Demokratie mehr und es wäre eine Corona-Diktatur usw.
- 8:34Speaker 1: Machst du dir bei solchen Bewegungen?
- 8:36Speaker 1: Bei solchen Gruppierungen oder bei solchen Aussagen Sorgen um unsere Demokratie?
- 8:41Speaker 0: Absolut!
- 8:42Speaker 0: weil das eine Reaktion ist, eine menschliche Reaktions-, einer psychologischen Reaktionen auf gefühlten Kontrollverlust.
- 8:50Speaker 0: und Komplexität.
- 8:51Speaker 0: Wenn Menschen Komplexigkeit reduzieren, dann neigen sie dazu, sie in einfache Weltbilder zu pressen.
- 8:56Speaker 0: Und das einfachste Weltbild ist es gibt die Guten und das sind wir und es gibt den Bösen, die da oben, die Elite, die Globalisten... Das sind die anderen!
- 9:06Speaker 0: Alles über der Welt wird dieser Menschengruppe zugeschoben.
- 9:10Speaker 0: Diese Menschengruppe wird selten genau definiert.
- 9:13Speaker 0: wenn sie definiert wird, dann läuft das oft auf die Juden hinaus.
- 9:18Speaker 0: Aber wem auch immer die Schuld gegeben wird in diesem binären Populismus.
- 9:23Speaker 0: Erstens, er ist grundsätzlich nicht geeignet irgendwelche Probleme zu lösen weil er auch gar nicht auf die eigentlichen Probleme zielt sondern auf eine imaginäre Kabale.
- 9:32Speaker 0: und zweitens er öffnet Populismus Rassismus Tür und Tor und spricht den niedrsten Instinkte von uns an Und das funktioniert deshalb so gut In emotionalen Situationen, wie zum Beispiel in Krisen.
- 9:49Speaker 0: Ja sind unsere niedersten Instinkte normal sehr präsent.
- 9:53Speaker 0: Dem Demokratie wiederum basiert darauf dass wir uns möglichst unseres Verstandes bedienen.
- 9:58Speaker 0: ja sie ist ein aufklärerisches Konzept und die Aufklärung steht dem entgegen und hatte auch schon immer diesen Kampf gegen die niedristen Instinkten zum Ziel weil wir dadurch als Menschen einfach weiter gucken weil wir überlebensfähiger werden.
- 10:13Speaker 1: Wie kommen wir denn aus dieser Pandemie-Sonder-Situation, was diese Themen angeht wieder raus?
- 10:19Speaker 1: Also glaubst du da wird nachhaltig etwas hängen bleiben?
- 10:22Speaker 1: oder kommen wir irgendwann mal wieder in den Modus wo die ganzen Vorwürfe für diese ganzen Anfeindungen, diese ganzen negativen Auswirkungen eben auf Gesellschaft und Demokratie wieder zurück.
- 10:36Speaker 1: sich zurückfahren?
- 10:37Speaker 0: Ich bezweifle, dass das ein Pandemie-Sondermodus ist.
- 10:39Speaker 0: Die Pandemie ist hier der Auslöser aber ich glaube nur Teil der Ursache.
- 10:43Speaker 0: Ich glaube die größere Ursache sind all die anderen Veränderungen wie das normale in Anführungszeichen Leben der Menschen bedrohen und das sind die Digitalisierung, das sind Globalisierung, Das ist eine wachsende Schere zwischen Arm und Reich, das ist soziale Vereinsamung, das is das Wegfallen sozialer Netze bekannter Beruf althergebrachter Familienkonzepte und Geschlechterrollen.
- 11:10Speaker 0: Diese Veränderungen verunsichern Menschen und Corona ist dahingehend eine Veränderung.
- 11:14Speaker 0: Sie kam sehr plötzlich, sie kam sehr bedrohlich aber wenn Corona wieder weggeht... Und das wird glaube ich sehr schnell passieren dass wir dazu eine Normalität zurückkehren weil Menschen sehen dann sich nach Normalität.
- 11:24Speaker 0: Wenn Corona weg geht wird das andere bleiben und es bleibt ein verunsichernder Faktor!
- 11:29Speaker 0: Und die Frage aller Fragen ist wie sind Menschen in der Lage?
- 11:33Speaker 0: Wie können Menschen mit Unsicherheit umgehen?
- 11:35Speaker 0: Wir haben sie das gelernt.
- 11:37Speaker 0: Alles was ich hauptberuflich mache als Demokratiepädagogin ist, oder Beteiligungspädagogin.
- 11:43Speaker 0: Ich bringe jungen Menschen bei mit Unsicherheiten und mit Verantwortung umzugehen in denen ich ihnen verbindliche Beteilligung über ihre Schule erlaube.
- 11:55Speaker 0: und damit üben sie im Kleinen in ihrem konkreten Lebensraum mit echten anderen Menschen Tag für Tag ja um Ja wie Sie selbst wirkmächtig sein können wie sie Selbstwirksamkeit aufbauen können.
- 12:10Speaker 0: Und das ist das Gegenteil dieses gefühlten Kontrollverlusts und dieser gefüllte Ohrenmach, die uns in diese Verschwörungstheorien und Populismus treibt.
- 12:20Speaker 0: Das kann man auch mit Erwachsenen machen.
- 12:22Speaker 0: Man kann mehr Bürgerbeteiligung machen, man kann Bürgerinnenräte machen und stärkere kommunale Netzwerke bauen oder mehr in Sozialarbeit investieren.
- 12:31Speaker 0: Dann hätte man die beste Prävention gegen diesen Populismus und das wäre die beste Hilfe für Demokratie.
- 12:37Speaker 0: Aber das sind Personalkosten hauptsächlich!
- 12:40Speaker 1: Ich hab die letzten Jahre immer gesagt, in Hinblick auf die Herausforderungen der Zukunft.
- 12:45Speaker 1: Dass die größte Herausforderung, die auf uns zukommt eigentlich Aufklärung ist.
- 12:52Speaker 1: Also den Menschen beizubringen was da auf sie zukommt und was für Veränderungen kommt wie die Zusammenhänge, wie das funktioniert usw.
- 13:00Speaker 1: Das heißt würdest du auch so sehen?
- 13:03Speaker 1: Absolut
- 13:03Speaker 0: ich habe selbst die These aufgestellt dass wir eine zweite Welle der Aufklärungen brauchen oder am Anfang derer stehen.
- 13:10Speaker 0: Das hängt ganz stark zusammen mit der Technologie, der Digitalisierung die genauso wie seinerzeit die Technologie des Buchdrucks plötzlich ganz neue Möglichkeiten eröffnet hat viele Menschen zu bilden und plötzlich war Bildung nicht mehr das was du gebraucht hast um ein Job zu machen sondern es war ein menschliches Grundrecht.
- 13:28Speaker 0: Jetzt haben wir praktisch alle eine Miniaturbuchpresse Deluxe in unserer Hosentasche.
- 13:33Speaker 0: Wir können in Echtzeit mit allen anderen Menschen der Welt kommunizieren und damit sind wir einfach mächtiger als die Generationen vor uns, und mit größerer Macht kommt... größere Verantwortung.
- 13:43Speaker 0: Und es ist die Aufgabe unserer Generation und der folgenden Generation, zu lernen mit dieser Verantwortung umzugehen.
- 13:51Speaker 0: Aber das ist nichts was von allein passiert sondern erstens man muss sich als Ziel setzen und zweitens mal muss die Strukturen schaffen um das zu begünstigen.
- 13:59Speaker 0: Das ist einerseits mehr Schülerinnen AnwohnerInnen BürgerInnen Beteiligung.
- 14:04Speaker 0: Das ist zweitends mehr Pädagogik.
- 14:07Speaker 0: Ich glaube in der zweiten Welle der Aufklärung Ist jeder Pädagoge oder Pädagogen egal in welchem Beruf wir sind, sei es die Juristin, die Menschen über Gesetze aufklärt und ihnen erklärt damit sie ihre Rechte kennen und damit sie abstimmen können.
- 14:22Speaker 0: Sei es der Arzt, der dem mündigen Patienten die Funktion seiner Krankheit oder seines Körpers erklärt, damit er eine informierte Entscheidung treffen kann.
- 14:31Speaker 0: Jeder einzelne von uns, egal wo wir arbeiten ist plötzlich auch in einer pädagogischen Position
- 14:38Speaker 1: Bedeutet.
- 14:39Speaker 1: aber auch Jimmy Schulz hat das immer so schön gesagt, wenn er bei uns oft auf der Pühne stand.
- 14:46Speaker 1: Der leider verstorbene FDP-Politiker hatte mal gesprochen von wegen aus der Wege in die digitale Selbstbestimmung.
- 14:56Speaker 1: Das bedeutet natürlich auch dass ich erstmal das Thema Digitalisierung, dass Thema Technologie irgendwo verstehen muss und eben die Zusammenhänge für mich selbst verstehen muss.
- 15:06Speaker 1: Was es bedeutet was dran hängt
- 15:08Speaker 1: usw.,
- 15:08Speaker 1: also da auch wieder am Ende des Tages auch mehr Aufklärung und Bildung, die wir bräuchten und am besten auch schon viel früher nämlich im Schulalter oder?
- 15:18Speaker 0: Das stimmt.
- 15:19Speaker 0: Ich bin ja selbst auch Co-Vorsitzende des Digitalvereins D-六zig und habe mir da genau zur Aufgabe gesetzt zu einer digitalen Aufklärung beizutragen, aber ich glaube der Weg in die digitale Selbstbestimmung führt nicht über das Verstehendes Digitalen.
- 15:34Speaker 0: Ich glaube der Wege in die Digitale Selbst Bestimmung führt über die analoge Selbstbestimmungen.
- 15:39Speaker 0: Wenn wir Menschen sind, die es gewohnt sind uns einzumischen unsere Meinung zu sagen Dinge kritisch zu reflektieren dann werden wir dasselbe auch im Internet tun und mit dem Internet tun.
- 15:51Speaker 0: Wenn wir es gewohnt sind Konsumentinnen zu sein wie es Jugendliche heutzutage durch ihre Smartphones erzogen werden durch all die Apps die genau darauf angelegt sind aber auch ich als Kind dazu erzogen wurde über die Fernsehwerbung dann werden wir uns wie Konsumentinnen verhalten in der digitalen, wie in der analogen Welt.
- 16:10Speaker 0: Ich glaube es macht mehr Sinn hier von der Einstellung dem eigenen Rollenverständnis auszugehen als wie gut weiß ich wie mein Computer funktioniert was natürlich auf jeden Fall immer dazu gehört.
- 16:23Speaker 0: aber ich glaube das ist nicht der wichtige erste Schritt auf dem das basiert.
- 16:26Speaker 1: Jetzt ist es ja immer so gewesen, dass die älteren immer gesagt haben, die Jungen, die Generation nach uns irgendwie interessieren sich nicht mehr für dieses und jenes Thema.
- 16:37Speaker 1: Und heute kommt immer der Vorwurf, naja, die jungen Leute interessieren sie überhaupt nicht mehr all diese Themen, das ist für die gar nicht mehr wichtig und langweilig nur.
- 16:49Speaker 1: Wie würdest du das sehen?
- 16:50Speaker 1: Also du, die sich ja auch viel mit Bildung eben und mit Schülern beschäftigt kannst du diese Politikverdrossenheit dort erkennen?
- 16:59Speaker 1: oder würdest Du sagen da es eher grad fast schon wieder so eine Trendumkehr dass die Leute oder die jungen Leute anfangen sich da wieder mehr zu interessieren?
- 17:08Speaker 0: also ich frag mich mit welchen jungen Leuten diese leute sprechen weil ich merke einen radikalen Unterschied zu meiner eigenen Jugend.
- 17:15Speaker 0: Ich war auf einem Gymnasium, also schon elite und wir haben über Markendlamotten gesprochen Wir haben über totalen Bullshit gesprochen.
- 17:29Speaker 0: Die jungen Leute, mit denen ich heute rede sind extrem politisch und ich meine jetzt nicht nur Dinge wie die Fridays for Future Bewegung Ich meine nicht nur diejenigen, die in Schülervertretungen sitzen und sich für Politik interessieren.
- 17:43Speaker 0: Das ist sicherlich nach wie vor gestaffelt.
- 17:46Speaker 0: Es gibt solche, die da besser informiert oder schlechter informiert sind.
- 17:51Speaker 0: Aber auch an sogenannten Brennpunktschulen sind die Debatten weit politischer, weil da viele junge Menschen sind, die von Rassismus betroffen sind und das Bedürfnis haben darüber zu reden.
- 18:02Speaker 0: Und dann oft auf LehrerInnen treffen, die einfach nicht auf das Thema vorbereitet sind oder nicht genau wissen wie sie damit umgehen sollen.
- 18:09Speaker 0: Überall wo ich hinkomme, treffe ich eigentlich auf Jugendliche, die mir sehr interessante, sehr kritische Fragen stellen – egal ob ich über Schülerinnenbeteiligung spreche.
- 18:21Speaker 0: Ich habe überall eine große Neugehe und auch schon große Vorbehalte, aber eine Sache erlebe ich bei jungen Menschen schon.
- 18:30Speaker 0: Und das ist ganz oft erlernte Hilflosigkeit.
- 18:33Speaker 0: Es ist wenn ich sie anhalte sich zu beteiligen und zu sagen was Sie an Ihrer Schule wollen dass sie entweder nicht so richtig kreativ werden dabei sondern sehr sehr klein und vorsichtige Ansprüche haben weil sie schon in ihrem Kopf tausend Gegenargumenten haben warum es eh nicht klappt.
- 18:50Speaker 0: Oder sagen sie ja, warum soll ich mich dann beteiligen?
- 18:52Speaker 0: Die Lehrer machen doch eh was.
- 18:54Speaker 0: Das ist eine Anpassung an ein Ja am Ende des Tages autoritäres Schulsystem denn das ist es egal wie viele Wie viel Mühe sich die Lehrerin und Lehrer geben Und die Schülervertretungen.
- 19:07Speaker 0: aber am Ende eines Tages komme ich in einen Raum Ich muss dann und dann da sein!
- 19:11Speaker 0: Ich muss fünfundvierzig Minuten Mathe lernen!
- 19:12Speaker 0: Ich Muss Fünfund vierzig minuten Deutsch Lernen!
- 19:14Speaker 0: Ich werde geprüft.
- 19:15Speaker 0: davon hängt der Rest meines Lebens ab Und ich bin letzten Endes ein bisschen, ja der Willkür der LehrerInnen ausgeliefert.
- 19:23Speaker 0: Egal wie verantwortungsvoll sie das dann wahrnehmen und diese erlernte Hilflosigkeit ist etwas was schon immer im Schulsystem existiert hat seit Preußen.
- 19:35Speaker 0: damals war das auch gewollt.
- 19:37Speaker 0: aber jetzt müssen wir gucken wie wir früher mehr Selbstwirksamkeit geben können.
- 19:43Speaker 1: Was müsste denn passieren, dass wir von diesem grundsätzlichen Politikinteresse auch in den Modus kommen wo sich die jüngeren Generationen selbst wieder politisch engagieren und auch im Rahmen von Parteien engagieren?
- 19:59Speaker 1: weil wenn man sich dort oft anschaut was alles so an Nachwuchs deklariert wird.
- 20:05Speaker 1: dann ist das oft sehr schwierig, also es ist auch selten echtes Talent irgendwie zu erkennen bei politischen Nachwuchskräften in vielen Parteien.
- 20:17Speaker 1: Ich weiß jetzt wirst du gleich sagen ja guck mal bei den Grünen ich weiß da...
- 20:21Speaker 0: Nein, nein, nein!
- 20:21Speaker 0: Es gibt fast allen Parteien, gibt es wirklich unglaublich gute Nachwuchsleute aber es sind wirklich einzelne und vor allem sind es wirklich wenige und ich weiß nicht ob ich schon alt genug bin um CDU-Nachwuchs zu sein.
- 20:35Speaker 0: Wunderbare Leute, aber die Frage, die du stellst ist ja völlig richtig.
- 20:39Speaker 0: Wie kriegen wir das strukturell stärker hin?
- 20:42Speaker 0: Und ich glaube dass die erste ganz wichtige Sache wäre das Wahlalter zu senken.
- 20:46Speaker 0: Warum sollte ich mich politisch engagieren und interessieren und zwar in konkreter Tagespolitik wenn Ich einfach noch vier Jahre warten muss um mich daran zu beteiligen?
- 20:56Speaker 0: Was soll das?
- 20:57Speaker 0: Wir haben hochinteressierte junge Menschen Ja Menschen die auf die Straße gehen die für ihre Zukunft kämpfen, aber die nicht abstimmen dürfen.
- 21:08Speaker 0: Und das hat überhaupt nichts mit ihrer geistigen Reife zu tun, weil ich halte diese Menschen um einiges geistig reifer als viele andere, die aus Gott weiß welchen Gründen abstimmen.
- 21:18Speaker 0: Das ist nicht wonach wie in einer Demokratie fragen.
- 21:22Speaker 0: und das zweite ist Die Parteien müssen durchlässiger werden.
- 21:26Speaker 0: im Moment gibt es immer noch in fast allen Parteien In manchen mehr, in manchen weniger diesen vorgezeichneten Weg.
- 21:33Speaker 0: Man muss zuerst Plakate kleben und Mitglied der Jugendorganisation sein.
- 21:37Speaker 0: Und man muss Wahlkampf machen und durch Pöst hier.
- 21:41Speaker 0: Da muss man Schatzmeister im Kreisverband werden und so weiter, bis man mal auf die Bundesebene kommt.
- 21:48Speaker 0: Jetzt ist es aber durchaus so, dass Menschen, die gut sind im Wahlkampf- und Plakatekleben nicht notwendigerweise gut sind in Bundespolitik und Menschen, der sehr, sehr gut auf kommunaler Ebene zurechtkommen, nicht notwendigerweise gut auf Bundesebne zurechkommen – und andersherum.
- 22:02Speaker 0: Menschen, wie sie für die Bundensebene sehr gut wären, sind nicht notwendigerweise die Art von Mensch, die in Kommunalpolitik aufblüht.
- 22:09Speaker 0: Dadurch verschwenden wir jede Menge Talent!
- 22:12Speaker 0: Und zuletzt müssen wir uns einfach auch damit abfinden, dass politische Partizipation heutzutage nicht so star ist.
- 22:20Speaker 0: Dass sie in Parteien immer gedacht werden kann.
- 22:23Speaker 0: Junge Menschen engagieren sich stärker punktuell, stärker in Einzelfragen und das ist auch natürlich denn Parteien wollen ja bestimmte ursprünglich bestimmte Gesellschaftsschichten vertreten die es sogar gar nicht mehr gibt durchaus mit der Politik der FDP in liberalen Fragen super viel anfangen, kann mit ihrer ökonomischen Politik aber überhaupt nichts anfangen.
- 22:47Speaker 0: Er würde im Klimaschutz immer mit den Grünen gehen, in einigen mit den Linken.
- 22:51Speaker 0: also ich möchte mich manchmal als Mensch nicht für mein Leben in ein Parteibuch schreiben sondern flexibler sein und die Art diese flexiblere Politik zuzulassen.
- 23:04Speaker 0: dafür wären Bürgerinnenräte, Echtzeitabstimmungen, Meinungsbilder, stärkere direkte Partizipation.
- 23:13Speaker 0: Das wären glaube ich sehr wichtige Ergänzungsmittel und die Parteien könnten punktuell mit Bewegungen zusammenarbeiten.
- 23:19Speaker 1: Absolut ja!
- 23:21Speaker 1: Wie helfen dann in dem Kontext?
- 23:26Speaker 1: Ich habe mich vor zwei, drei Wochen auch mit Nico Lummer dazu unterhalten und haben dann eben auch über so Gruppierungen oder so Vereine wie D-六zig gesprochen.
- 23:36Speaker 1: Ist das vielleicht auch wirklich so ein Punkt wo man über solche Themen, über solche Initiativen es auch schaffen kann Leute erst mal für erstmal Talent zu finden?
- 23:48Speaker 1: was sich mit bestimmten Themen beschäftigen möchte.
- 23:51Speaker 1: Um dann herauszufinden, vielleicht gibt es aus diesem Interesse für ein Thema dann am Ende auch ein gewisses politisches Talent wo man sagen könnte das würde jetzt auch Sinn machen in einer Partei dann entsprechend aktiv zu werden Absolut.
- 24:04Speaker 0: Wenn ich eine Partei wäre, dann würde ich meine Kader eher nicht aus meiner eigenen, aus meinen eigenen Kreisverbänden rekrutieren sondern tatsächlich auch aus solchen Vereinen und Organisationen und Bewegungen.
- 24:20Speaker 0: Bei Dvon-Sechzig haben wir bearbeiten wie bestimmte Themen Das heißt, wir haben uns gefunden nicht notwendigerweise nur anhand unseres Menschenbildes ungefähr beeinstimmen muss.
- 24:31Speaker 0: Sonst könnten wir überhaupt keine Politik machen, ja?
- 24:33Speaker 0: Also wir haben ein waageprogressives Menschenbild und da rein passen alle waageprogressiven Parteien.
- 24:40Speaker 0: Im Moment haben wir eine rot-grüne Spitze sind aber parteiunabhängig sondern wir stellen uns eher die Frage wie kann man Digitalisierung so gestalten dass sie wünschenswert ist für so ein progressives Menschen- und Weltbild?
- 24:54Speaker 0: Als Verein sind wir dahingehend auch sehr, sehr wirkmächtig.
- 24:58Speaker 0: Weil wir natürlich extrem viel Kompetenz dann vereinen und wir im Gegensatz zu einer Partei können zum Beispiel viel basisdemokratischer sein.
- 25:07Speaker 0: Wir können in unseren AGs auf Unfassbare Manpower setzen.
- 25:12Speaker 0: da wird ja aktiv gearbeitet und es werden Dinge ausgearbeitet Und wir hoffen einfach, dass die Parteien dann kommen und sich an unseren Vorschlägen, an unserem Content, an unseren Konzepten bedienen.
- 25:24Speaker 0: Und sie sich einfach ins Wahlprogramm schreiben.
- 25:26Speaker 0: Das ist ja auch keine proprietäre Geschichte!
- 25:28Speaker 0: Wir wollen unsere Ziele ja durchsetzen.
- 25:30Speaker 1: Richtig, es müssen ja Lösungen geschaffen werden für die Probleme – und das ist ja eigentlich vollkommen egal, für welche Partei.
- 25:37Speaker 1: Also wir brauchen ja die Lösung am Ende, die einfach umgesetzt wird für viele der Herausforderungen, die da so auf uns zukommen.
- 25:45Speaker 1: Was würdest du denn jemandem sagen, der dir vielleicht auch pandemiebedingt, vielleicht nicht pandemiebedingt eigentlich egal.
- 25:53Speaker 1: Der zu dir kommt und im Hinblick auf die Wahl sagt ne also meine Stimme ich gehe nicht wählen weil wählen bringt ja eh nichts sondern es sind immer die gleichen Leute und das kann keine Einfluss nehmen.
- 26:06Speaker 1: und überhaupt ich fühle mich überhaupt nicht abgeholt von Politik.
- 26:10Speaker 0: Ich würde sagen dass ich das verstehen kann aber das ist ungefähr Tausende Menschen gibt, wie ihn.
- 26:17Speaker 0: Und wenn diese tausenden sich entscheiden würden zu wählen und sei es kleinen Parteien, sei es die Parteien sozusagen, die am allermeisten es wird niemals eine vollständige Übereinstimmung geben.
- 26:30Speaker 0: ich bin auch nicht mit allem einverstanden was die grünen machen aber sie entsprechen am meist meinen menschen-und weltbild.
- 26:37Speaker 0: das heißt sie machen am meisten politik für mein menschen und weltbild.
- 26:42Speaker 0: Und was ich auf jeden Fall empfehlen würde, ist liess über die Überschriften hinaus.
- 26:48Speaker 0: Schau wirklich in die Wahlprogramme!
- 26:49Speaker 0: Gerade wenn du glaubst keine Partei vertritt dich.
- 26:52Speaker 0: schau in die Wahlprogramme möglichst in alle weil Überschwriften leben davon möglichst zu polarisieren und zu emotionalisieren.
- 27:01Speaker 0: das bringt Klicks bringen Umsatz- und Umsatzbrauchen Zeitungen um ihre Mitarbeiter zu bezahlen.
- 27:08Speaker 0: Dabei entstehen oft aber auch völlig verzerrte Bilder von Parteien und ihren Forderungen.
- 27:14Speaker 0: Jetzt fällt mir zu den Grünen eben ein, das angebliche Verbot von Eigenheimen oder der angeblichen Zwang zur Fleischlosigkeit durch den Vagidae.
- 27:24Speaker 0: Wenn man sich Wahlprogramme anschaut – und zwar bei nahe die aller Parteien – da kann man einverstanden sein, da kann nicht mit einverstandenen sein, aber man hat auf jeden Fall eine akkuratere Vorstellung was sie eigentlich wollen!
- 27:36Speaker 1: Wenn wir noch mal einen Themensprung machen, vielleicht fast schon wieder zum Teilaspekt davon.
- 27:43Speaker 1: Wir haben Anfang der Pandemie etwas mehr vor einem Jahr ein langes Gespräch mit Charlotte Knoblauch aufgenommen rund um das Thema Antisemitismus und sie hatte damals große Sorge dass dieses Thema gerade so wirklich am Hochkochen ist und die Anfeindungen wieder größer werden.
- 28:05Speaker 1: Ein Jahr später würde ich sagen, sie hatte... Also ich als unbetroffener würde ein Jahr später sagen oder nur indirekt Betroffene.
- 28:14Speaker 1: Würde sagen ja Sie hat leider recht.
- 28:17Speaker 1: die Pandemie hat irgendwie dazu geführt dass Themen wie Antisemitismus nicht nur Antisemitism generell Fremden hasst.
- 28:27Speaker 1: alles was irgendwie in diese Kategorie Menschen hast muss man eigentlich um drüber schreiben.
- 28:33Speaker 1: ich in ein Feld hat wahnsinnig zugenommen.
- 28:37Speaker 1: Wie wie siehst du die Situation momentan und die Entwicklung?
- 28:41Speaker 0: Ja, ich glaube Sie hat absolut recht.
- 28:43Speaker 0: Ich habe es letzten Sommer gemerkt Und ich habe einige Leute angeschrieben Einige meiner jüdischen Freunde und hab gefragt sag mal merkst Du auch dass sich etwas verändert irgendwie in der Gesellschaft?
- 28:57Speaker 0: Und einige haben mir geantwortet, ja oh Gott ich dachte ich wäre der einzige der das denkt.
- 29:01Speaker 0: Weil es fühlbar eine Zunahme gab von völlig offen ausgesprochenem Antisemitismus und im Zuge dieses Jahres hat sich das auch noch mal bewahrheitet.
- 29:11Speaker 0: wenn wir zu bei Menschen wie Attila Hildmann oder Bagdi sprechen die ja nun einige Anhängerschaft haben mit antisemitischen Wagenstereotypen oder mit Codes arbeiten, wie das normalerweise der Fall ist.
- 29:26Speaker 0: Sondern völlig offen gegen die Judenhätzen auf eine Weise, die ich mir in Deutschland nie hätte vorstellen können!
- 29:34Speaker 0: Aber die haben immer noch eine Follower-Schaft.
- 29:36Speaker 0: Und als ich das getwittert habe über Buggy, haben so viele Leute gesagt, ja vielleicht verstehst du ihn falsch und der hat doch gesagt, dass er nicht jüdische Musiker mag dann kann er doch kein Antisemit sein.
- 29:47Speaker 0: also diese vielen Relativierungen dieses Entschutz nehmen.
- 29:51Speaker 0: Das hat mir wirklich wirklich Angst gemacht.
- 29:53Speaker 0: Ich glaube je komplizierte die Zeit wird und die Komplexität wird noch eine Weile zunehmen weil durch den Klimawandel die Lebensumstände einfach Die Lebenszufriedenheit der meisten Menschen führt objektiv abnehmen.
- 30:04Speaker 0: Je weiter das geht, desto mehr muss ich befürchten eine Zunahme des Antisemitismus aber auch des Rassismus und wie du sagst es Menschen hasses.
- 30:13Speaker 1: Ich habe auch das Gefühl dadurch dass alle mit so vielen anderen Themen beschäftigt interessiert sich eben auch keiner mehr dafür, dass solche Dinge dann passieren.
- 30:24Speaker 1: Also das ist Anfeindungen.
- 30:26Speaker 1: gibt es solche Sachen offen ausgesprochen werden?
- 30:29Speaker 1: also ist diese Komplexität vielleicht so ein Stück weit ein Schutzmantel für diejenigen, die eben solche Anfeendungen betreiben
- 30:39Speaker 0: Absolut.
- 30:39Speaker 0: Je mehr Angst ich um meine eigene Zukunft habe oder um meine eigenen Relevanz in der Welt, desto weniger kann ich darauf achten ob da jetzt jemand gegen Juden hetzt denn ich selber besitze ja keinen und dann betrifft mich das irgendwie nicht.
- 30:51Speaker 0: Ich erlebe bei Deutschen generell einen seltsamen Disconnect.
- 30:55Speaker 0: Es ist immer noch so dass wenn Antisemitismus irgendwo auftaucht die Reaktion darauf sehr sehr scharf ist.
- 31:00Speaker 0: Gott bewahre es darf nirgendwo Antisemitism geben oder auch nur danach riechen.
- 31:04Speaker 0: Und der Vorwurf jemones sei antisemitisch ist einer der schwersten Vorwürfe, die man machen kann und wird sofort diskutiert.
- 31:11Speaker 0: Aber wenn tatsächliche Antisemitismus auftaucht irgendwo sehe ich ganz wenig Zivilcourage und tatsächliches Handeln.
- 31:19Speaker 0: Das heißt, man ist total bereit sich mit einem Plakat um hinzustellen zu sagen gegen jeden Antisemitismus, gegen Rassismus aber das Handeln, das fehlt!
- 31:30Speaker 1: Glaubst du denn, dass man da, wenn wir nochmal die Kurve zu den Schulen und zu den Schülern machen?
- 31:36Speaker 1: Glaubt das in unserem Bildungssystem genug getan wird um da wirklich auch dieses Wissen zu vermitteln oder die Wahrnehmung zu schaffen für solche Themen.
- 31:47Speaker 1: Dass eben das nicht in Ordnung ist, dass es dieses Problem überhaupt gibt?
- 31:52Speaker 1: also ich habe immer das Gefühl viele Schüler kommen durch ihre Schullaufbahn ohne überhaupt zu realisieren, dass das was sie da im Geschichtsunterricht gelernt haben auch heute noch ein relevantes aktives Thema ist und nicht irgendwie etwas ist, was irgendwann mal in der Vergangenheit war.
- 32:10Speaker 1: Das
- 32:11Speaker 0: stimmt!
- 32:11Speaker 0: Und hätte ich keine jüdische Familie müsste ich aus der Schule die Lehre mitnehmen, dass Juden schwarz-weiß Menschen sind, die vierziger Jahre Mäntel tragen?
- 32:19Speaker 0: Aber ich glaube es ist nur so.
- 32:21Speaker 0: und soweit hilfreich... irgendwie Fragen über das Judentum zu beantworten.
- 32:25Speaker 0: Das mache ich ja durchaus auch, ich bringe jetzt gerade ein Buch raus wo ich Fragen über den Judenturm verantworte.
- 32:31Speaker 0: aber irgendwie jüdische Gesichter zu zeigen und letzten Endes Schülerinnen zu zeigen guck mal Antisemitismus ist schlecht und Juden sind keine schlechten Menschen hilft nur so.
- 32:40Speaker 0: und soweit weil hinter Antisemitism es ja nicht dass nicht Wissen steht dass Juden keine schlechte Menschen sein sondern es steht das emotionale Bedürfnis einen Feindbild zu haben.
- 32:54Speaker 0: Wir brauchen die Überlebenden, die vor Schulen sprechen.
- 33:01Speaker 0: Wir brauchen eine gute Aufklärung darüber was Antisemitismus ist und wie er heute aussieht.
- 33:06Speaker 0: Aber das kann nur funktionieren alles Wenn dazukommt, dass wir diesem emotionalen Bedürfnis begegnen sich ein Feindbild zu schaffen.
- 33:16Speaker 0: Denn sonst schafft man sich irgendein anderes Feindbild oder man denkt im Gegenteil das die Schule genau Teil der Massenmanipulation der Judensei.
- 33:25Speaker 0: Ich glaube es ist wichtig, dass Schüler erinnern sich in erster Linie als selbstwirksam und stark begreifen denn dann haben sie nicht das bedürfenes sich als Opfer von irgendjemandem zusehen.
- 33:36Speaker 1: So Themen wie der Anschlag in Halle führen dann auch immer kurzfristig zu so einer Betroffenheit.
- 33:44Speaker 1: Und und zur Empörung das sowas natürlich gar nicht gehen also was du gerade schon meintest mit scharfen Reaktionen, aber es ebt dann auch ganz schnell wieder ab.
- 33:55Speaker 1: und ich würde sagen wenn ich heute hier auf die Straße gehen würde hundert Menschen fragen würde, was da eigentlich in Halle los war und gegen wen vor allem oder gegen welche Gruppierung der Gesellschaft dieser Anschlag ging.
- 34:13Speaker 1: Dann könnten das wahrscheinlich die allerwenigsten beantworten ist es vielleicht Ja, bräuchten wir da... Also ich hab das Gefühl vielleicht ist es aber auch nur so mein eigenes Gefühl.
- 34:25Speaker 1: Ich habe das Gefühl dass solche Ereignisse früher sich stärker in die Köpfe der Menschen eingebrannt haben.
- 34:32Speaker 1: und sind wir da vielleicht einfach ein bisschen abgestumpft inzwischen?
- 34:37Speaker 1: Das
- 34:37Speaker 0: kann ich nicht sagen also wirklich nicht!
- 34:39Speaker 0: Wir Menschen sind wirklich schlecht darin sowas einzuschätzen weil natürlich auch unser Alter eine Rolle spielt indem wir das erlebt haben.
- 34:46Speaker 0: Ich würde zum Beispiel denken, dass die meisten Leute auf der Straße wissen würden was in Halle passiert ist um gegen Wehen.
- 34:51Speaker 0: Aber das wäre ein spannendes Experiment.
- 34:53Speaker 0: Es passiert halt einfach sehr viel Das stimmt schon und wir kriegen sehr viel mehr mit als früher Und dadurch vermischen sich die Ereignisse auch stärker.
- 35:05Speaker 0: Da wir medial alle Unglücke aus Griechenland Aus Sri Lanka aus Japan mitkriegen sind wir oft auch einfach überfordert von den Nachrichten und haben entsprechend keine so große emotionale Reaktion darauf.
- 35:16Speaker 0: Das ist erst mal ganz natürlich!
- 35:19Speaker 0: Ich glaube aber, dass die Einstellung schockiert von Menschenhass zu sein und Menschenhoss aktiv zu bekämpfen eine Grundeinstellung ist, die Menschen in stärkerem oder schwächerem Maß haben.
- 35:32Speaker 0: Und ich glaube je problematischer mein eigenes Leben ist, desto weniger fokussiert bin ich darauf eine Gesellschaft zu bauen, die Minderheiten schützt.
- 35:41Speaker 0: Und das ist glaube ich das eigentliche Problem, dass jetzt mit der Klimakrise kommt.
- 35:45Speaker 0: Weil jetzt sehr viele Geschäftsmodelle sehr bedroht werden.
- 35:49Speaker 0: Wir werden große Flüchtlingsaufkommen haben also einfach Klimaflüchtlinge von Menschen die nicht mehr in den Landstrichen existieren können, denen sie bisher gelebt haben.
- 35:58Speaker 0: Also große Migrationsbewegungen und natürlich immer mehr Extremwetter und das heißt immer mehr Zerstörung von Hab und Gut.
- 36:07Speaker 0: Und es fällt vielen Menschen sehr schwer, wenn ihr eigenes Hab- und Gut bedroht wird an andere Menschen zu denken.
- 36:15Speaker 0: Ich kann nur darauf hoffen dass wir in einer Katastrophe zu einer größeren Solidarität finden.
- 36:20Speaker 0: das ist aber psychologisch betrachtet eine etwas naive Hoffnung weil wir diesen Effekt sehr stark sehen aber immer nur kurzfristig.
- 36:28Speaker 0: Das heißt wir müssen jetzt uns vorbereiten und wir müssen uns jetzt impfen gegen Menschenhass.
- 36:35Speaker 0: Wir müssen jetzt einen starken Normen dagegen errichten und was ich zum Beispiel mögen würde, wären für Zivilcourage-Rollenspieler Trainings.
- 36:44Speaker 0: Ja also ich stelle mir vor im Bus wird jemand rassistisch angemacht.
- 36:49Speaker 0: wie handle ich in dieser Situation?
- 36:51Speaker 0: ohne mich selbst in Gefahr zu bringen oder mein Freund macht einen Rassistischen Witz?
- 36:58Speaker 0: sage ich das freundlich und ohne die Beziehung zu ihm irgendwie zu gefährden, und ohne blöd zu wirken.
- 37:03Speaker 0: Aber wie spreche ich ihn darauf an?
- 37:04Speaker 0: Und lache nicht einfach nur!
- 37:06Speaker 0: Weil das in dem Moment das einfacherere ist.
- 37:08Speaker 0: Diese Sache muss man üben weil sie im Ernstfall nicht spontan entstehen.
- 37:14Speaker 0: Weil wir im Ernestfall einfach nur schockiert und sprachlos sind und in der Situation nicht handeln können und zehn Minuten später fällt uns voll viel ein was wir hätten tun können.
- 37:24Speaker 0: Deswegen so was üben und ganz, ganz klar keine Bühne bieten für Menschenhasser.
- 37:30Speaker 0: Nicht diskutieren ob beide Seiten, ob Cancel Culture oder Meinungsfreiheit sondern verstehen dass das Zulassen von antisemitischen Narrativen, von rassistischen Narratives letzten Endes sehr reale und echte Konsequenzen für das Leben und die Sicherheit sehr echter Menschen sein kann.
- 37:51Speaker 1: Du hast gerade schon das Thema der Klimaflüchtlinge angesprochen, die wir wahrscheinlich in absehbarer Zeit haben werden.
- 38:00Speaker 1: Ich habe immer gesagt, die Flüchtlingsthematik, die Wir in den Jahr zwei Tausend Fünfzehn herum hatten war ja eigentlich wie so ein kleiner Testlauf für das was da irgendwie auf uns zukommen wird.
- 38:13Speaker 1: und Also ich will jetzt gar nicht mal alles nur negativ bei einen Kampfschirn.
- 38:20Speaker 1: Man hat, glaube ich hier gerade in München auch gesehen wie Leute zusammenhelfen, wirklich Leute mit Spenden zum Bahnhof gegangen sind und dort mitgeholfen haben.
- 38:32Speaker 1: aber da die große öffentliche Meinung oder das große Ganze wenn man betrachtet gab es natürlich auch viele Schattenseiten, viele Anfeindungen viel Kritik am Kurs der Regierung und so weiter.
- 38:48Speaker 1: Glaubst du denn wenn wir jetzt wirklich irgendwann mal sehen werden dass das große Flüchtlingsströme nach Europa kommen?
- 38:58Speaker 1: Wenn wir meine Prognose wagen!
- 39:00Speaker 1: Es gibt ja zwei Szenarien entweder wird ziehen die Mauern hoch und sagen uns doch egal und wir haben schön hier wobei das ja auch gelogen ist, auch Europa wird in vielen Teilen darunter leiden.
- 39:14Speaker 1: Aber wir haben zumindest irgendwie vielleicht einen kleinen Kern den wir gut schützen können.
- 39:20Speaker 1: aber also die eine Variante es wird sehen die Mauern hoch oder die andere ist wie sagen wir versuchen über Landesgrenzen hinweg zu denken und uns als Menschengemeinschaft als internationale Gemeinschaft zu sehen mit dieser Herausforderung irgendwie klar kommen muss und die dann auch mal in Frage stellen muss, was wir die letzten hundert Jahre irgendwie an Landesgrenzen gelernt haben.
- 39:50Speaker 1: Was glaubst du ist das wahrscheinlichere Szenario von den beiden?
- 39:54Speaker 0: Corona hat uns einen Ausblick darauf gegeben weil das auch ein Problem war dass wir nur als Weltgemeinschaft lösen können und darin haben wir ziemlich versagt.
- 40:03Speaker 0: Wir haben immer noch die paar reichsten Hände, die gehimpft sind und der Rest ist so.
- 40:07Speaker 0: Ah ja gut aber wir können jetzt wieder einkaufen!
- 40:10Speaker 0: Jetzt ist eben die Pandemie vorbei und das ist ein bitterer Vorgeschmack.
- 40:14Speaker 0: also Landesgrenzen sind in unseren Köpfen sehr stark was auch zeigt, dass wenn ich von Migrationsbewegungen und Klimaflucht spreche wir völlig außer Acht lassen es ist auch eine starke Binnenflucht geben wird.
- 40:25Speaker 0: Ja das Leute aus trockenen Gebieten, aus heißen Gebiten auch innerhalb Deutschlands natürlich ihren Wohnsitz verlagern werden und das wird zu genau so massiven Problemen führen.
- 40:37Speaker 0: Zwei tausend fünfzehn haben wir glaube ich vieles richtig gemacht zumindest was die zivilbevölkerung angeht.
- 40:42Speaker 0: Ich halte die Hilfsbereitschaft ein echtes Abbild der Gesellschaft.
- 40:51Speaker 0: Wir haben aber auch Fehler gemacht und der erste Fehler war politisch, nämlich dass wir zwar dann Leute reingelassen haben, aber nicht die entsprechenden Infrastruktur vorbereitet haben.
- 41:03Speaker 0: also es war extrem viel einfach ungeplant und war so auf gut Glück tun sie jetzt mal in irgendwelche Turnhallen keine Ahnung.
- 41:11Speaker 0: Und das Zweite war, dass wir in dieser Zeit fast jeder Talkshow irgendwie von der AfD sitzen hatten.
- 41:17Speaker 0: Wir haben diese rassistischen Narrative nicht im Jahr zwei Tausend Fünfzehn bekommen weil die Bevölkerung mehrheitlich so gedacht hätte.
- 41:24Speaker 0: Das zeigen ja auch die Wahlergebnisse.
- 41:27Speaker 0: Sondern wir haben einfach medial eine Meinung total hochgepurscht aus einem falschen Verständnis von Ausgewogenheit.
- 41:34Speaker 0: Es müssen ja auch Leute zu Wort kommen, die dagegen sind Egal wie viele es sind prozentual.
- 41:39Speaker 0: Aber aus irgendeinem Grund haben wir die Meinung von Rassisten für Totalberichtenswert gehalten.
- 41:44Speaker 0: Und ich glaube, wenn wir diesen Fehler nicht wiederholen dann haben wir eine viel größere Chance darauf das Ganze tatsächlich sehr friedlich und konstruktiv zu gestalten.
- 41:54Speaker 0: Denn eins ist klar Menschen sterben zu lassen deckt sich irgendwie nicht mit unseren tollen westlichen Werten.
- 42:01Speaker 0: Das passt einfach nicht!
- 42:02Speaker 0: Wir müssen riesige theoretische Konstrukte bauen um das vor uns selbst zurechtfertigen.
- 42:08Speaker 0: Aber ich glaube, eine Welt in der alle Menschen ungefähr gleich viel haben ist für alle auch für die reichsten Menschen eine sehr viel bessere Welt als eine, in der diese Schere sehr groß ist.
- 42:20Speaker 0: In der die einen sterben, verhungen, erfrieren, verdursten und die anderen ihren Reichtum eifersüchtig schützen und darüber immer boshafter werden.
- 42:32Speaker 0: Deshalb im Sinne unseren Glücks hoffe ich auf die im Moment entstehende riesige, gigantische Koalition von Menschen weltweit.
- 42:42Speaker 0: Die Beispiel Fridays for Future Bewegung, die in allen Ländern zusammensteht und sich... Und das auch wirklich als die globale Aufgabe betrachtet, die es ist.
- 42:50Speaker 0: Und davon gibt's immer mehr!
- 42:52Speaker 0: Es wird Menschen geben, die dagegen stehen und es wird Menschen gehen, die dafür stehen.
- 42:56Speaker 0: Und es wird vierzig Prozent der Menschen geben ,die so in der Mitte sind und unentschieden und hauptsächlich zu den Gewinnern gewöhnen wollen, die eine Massenträgkeit ausmachen.
- 43:05Speaker 0: Das gibt es in jeder Gesellschaft.
- 43:07Speaker 0: Und die gilt es zu überzeugen und zu denen gilt es, zu
- 43:09Speaker 0: sprechen.".
- 43:10Speaker 1: Und damit sollten wir eigentlich schon gestern angefangen haben am besten um da auch das Fundament zu schaffen für eine Gesellschaft von morgen vor dem Hintergrund... Zum Abschluss vielleicht kurz noch eine kleine nähere Prognose, nämlich in den September.
- 43:31Speaker 1: Ich hab's eingangs schon gesagt es bleibt spannend.
- 43:33Speaker 1: aber was denkst du denn?
- 43:36Speaker 1: Was passieren wird?
- 43:37Speaker 0: Scheiß ich müsste würfeln an dieser Stelle!
- 43:40Speaker 0: Es kommt total darauf an wie der August wettermäßig wird glaube ich.
- 43:43Speaker 0: also weil wirklich das Wetter spielt bei dieser Wahl jetzt eine enorm große Rolle.
- 43:47Speaker 0: wenn noch ne Hitzewelle kommen ja dann fühlen Menschen stärker Die Auswirkungen von Extremwetter und dann wird es stärker ein Klimawahl.
- 43:56Speaker 0: Wenn das nicht kommt, dann wird das wieder in Vergessenheit geraten und dann werden wieder andere Faktoren eine Rolle spielen.
- 44:03Speaker 0: Und ich hoffe natürlich sehr dass ein Wandel kommt denn wir brauchen einen Wandel dringend und ob das in vier Jahren dann reicht nach noch vier jahren CDU-Regierung.
- 44:13Speaker 0: Ich glaube dann würde es einfach zu spät sein.
- 44:15Speaker 0: ist dass wir da noch viel retten können.
- 44:17Speaker 0: aber ich glaube dass Deutschland ein recht trägesland ist das irrational an sehr vielem festhält, was einfach weil es so war.
- 44:28Speaker 0: Deswegen befürchte ich dass wir keine großen Veränderungen sehen werden.
- 44:32Speaker 0: Ich weiß es nicht!
- 44:32Speaker 0: Ich werde kämpfen bis dahin.
- 44:34Speaker 1: Auf jeden Fall ein guter Vorsatz und Kämpfen ist glaube ich immer gut vor allem wenn's um die Zukunft geht.
- 44:42Speaker 1: Ich danke dir sehr für deine Zeit und die Einblicke.
- 44:46Speaker 0: Danke sehr alles Gute.
- 44:48Speaker 0: Das wars
- 44:49Speaker 1: leider
- 44:49Speaker 0: schon.
- 44:50Speaker 0: Die letzte Runde ist ausgetrunken.
- 44:52Speaker 0: Das Gespräch zu Ende.
- 44:54Speaker 1: Vielen Dank fürs Zuhören!