Latest / Gin And Talk / Ariadne von Schirach über Glück, Gewohnheiten und Rückfälle
Transcript
- 0:00Speaker 0: Diese Idee erstens, dass der Mensch durch Wachstum und das auch immer ein Miteinanderwachsen ist glücklich wird.
- 0:05Speaker 0: Und zweitens sozusagen, das ist der kapitalistische ... wie Todesstoß?
- 0:10Speaker 0: Das Zeit wichtiger als Geld.
- 0:13Speaker 0: Weil ich diese Zeit brauche um herauszufinden wer ich bin, wenn ich sein möchte was ich beitragen kann, was ich lernen muss.
- 0:18Speaker 0: Warum sind wir nicht mehr handlungsfähig?
- 0:20Speaker 0: also aufgrund welcher... Was sind unsere so zu sagen Leitlinien für Entscheidungen?
- 0:24Speaker 0: oder um es jetzt wirklich ganz hart runterzubrechen ist auch nicht gerecht.
- 0:28Speaker 0: Wenn's nur noch um Geld geht Dann ist das Überleben der Gemeinschaft nicht mehr Priorität.
- 0:32Speaker 0: Wir werden als Spezies bedroht von unserer Lebensweise, jetzt muss man sich mal vorstellen... ...das es wie ein Affe, der in einem Baum sitzt den er unten selber anzündet und dann fragt er sich warum's heiß wird!
- 0:42Speaker 0: Wir müssen das gemeinsame wiederfinden.
- 0:44Speaker 0: ich nenne die menschliche Betriebsanleitung
- 0:47Speaker 1: Herzlich Willkommen.
- 0:49Speaker 1: Mein Name ist Daniel Fürg und bevor wir gleich in das Gespräch starten möchte ich kurz unseren heutigen Gast vorstellen.
- 0:54Speaker 1: Ariadne Von Schierach ist Philosophin Autorin und Dozentin.
- 0:58Speaker 1: Ihre Werke beschäftigen sich mit unserem Sein, unserem Denken und dem Zusammenleben.
- 1:03Speaker 1: Zumindest ist das mein ganz persönlicher Versuch eine Klammer rund um ihr Schaffen zu
- 1:07Speaker 1: finden.".
- 1:08Speaker 1: Wenn sie nicht gerade schreibt unterrichtet sie Philosophie- und chinesisches Denken – und hält Vorträge bei internationalen Veranstaltungen.
- 1:15Speaker 1: Ihr neues des Buch Glücksversuche dreht sich rund um achtzig Erkenntnisreiche Selbstversucher auf den Weg zum Glück.
- 1:21Speaker 1: Ich wollte von ihr wissen was Glück eigentlich wirklich ob wir nicht eher zu Friedenheit anstreben sollten und wie wir als Gesellschaft eine lebenswerte Zukunft gestalten können.
- 1:31Speaker 1: Bevor wir aber gleich starten, noch eine Bitte!
- 1:34Speaker 1: Wenn euch Jinen Talk gefällt folgt uns bei Spotify, Apple Podcasts oder wo auch immer ihr gerne Podcast hört – so verpasst ja auch keine der folgenden Episoden.
- 1:42Speaker 1: Jetzt aber viel Spaß beim Zuhören?
- 1:44Speaker 1: Schön dass ihr alle wieder mit dabei seid.
- 1:56Speaker 0: Herzlich willkommen an unseren Bartresen.
- 1:59Speaker 0: Herzlich Willkommen zu einer neuen Folge Gin and Talk!
- 2:04Speaker 0: Mach es dir gemütlich, lehne dich zurück und tauche ein in die verrucht düstere Atmosphäre unserer
- 2:12Speaker 1: Studio-Bar.
- 2:13Speaker 1: Ariadne von Schierach ich freue mich sehr dass wir uns hier in Berlin treffen können im Studio irgendwo in einem Untergeschoss nicht allzu weit weg von Dir.
- 2:31Speaker 1: Ich freue mich sehr, dass du da bist und dir die Zeit nimmst.
- 2:34Speaker 0: Ja ich danke wirklich herzlich für die Einladung!
- 2:36Speaker 0: Wir müssen noch erwähnen, dass das ganze Studio sehr labyrinthisch ist und in Cork eingelegt oder es sieht aus wie Cork jedenfalls... Ein ganz moderner Raum.
- 2:44Speaker 0: Ich hab's noch nie gesehen und hier in diesem Studio gibt es dann so einzelne Zimmer, die man so betreten kann, die unterschiedliche Funktionen haben Und ich weiß nicht ob ich das ganz weit voraus finde oder ganz falsch zurück in Richtung Kerke.
- 2:57Speaker 0: Das werden wir heute noch klären Ja?
- 2:59Speaker 1: Ich habe mich auf jeden Fall in den ersten fünf Minuten schon dreimal verlaufen Aber jetzt sind wir angekommen.
- 3:04Speaker 1: Jetzt müssen wir nachher nur noch wieder rausfinden.
- 3:07Speaker 0: Ich weiß nicht dass aus dem Eingang steht ja Escape Game Ist das schon das Escape-Gang?
- 3:11Speaker 0: Ja, wir wissen es noch
- 3:13Speaker 1: nicht.
- 3:13Speaker 1: Das kann natürlich sein!
- 3:14Speaker 1: Da stand noch Coming Soon da aber vielleicht... Naja auf jeden Fall freue ich mich sehr dass wir das richtige Studio gefunden haben und dass wir hier zusammensitzen können um letzten Endes auch so ein Stück weit über dein letztes Buch zu sprechen Glücksversuche Und vor allem so ein stückweit über Glück zu sprechen.
- 3:34Speaker 1: Ich hatte vorhin, ich habe es dir schon erzählt eine sehr lange Anfahrt weil irgendwie der Berliner Verkehr auch jedes Mal schlimmer wird wenn ich hier bin und... ...ich hab darüber nachgedacht.
- 3:44Speaker 1: Ich hab so ein bisschen über Glück nachgedachten und über das Konzept von Glück Und dann kam mir irgendwann so der Gedanke naja irgendwie war Glück ja ganz lange eigentlich so ne Sache der... ich nenn's jetzt mal der Elite also der normale Arbeiter, Feldarbeiter, Bauer wie auch immer.
- 4:05Speaker 1: Der hatte jetzt nicht so wahnsinnig viele Möglichkeiten sich selbst zu verwirklichen seinen sein persönliches Glück zu finden und irgendwie nach größerem zu streben sondern es war relativ gedeckelt was der in seinem Leben erreichen kann und was nicht.
- 4:21Speaker 1: Die letzten hundert Jahre hatten wir irgendwie eine zunehmende Demokratisierung von Glück Also, dass jeder irgendwie die Möglichkeit hatte sein eigenes Glückskonzept zu finden und seine eigene Berufung auch zu verwirklichen.
- 4:37Speaker 1: Und jetzt kommen wir so die letzten fünf Jahre in eine zumindest kam mir das Freund in eine dritte Phase hinein wo große Aufgaben für die Menschheit dieses völlig freie Ausleben von, von eigenen Interessen schon wieder ein Stück weit einschränkt.
- 4:55Speaker 1: Weil wir uns zum Beispiel um so Dinge wie unser Klimasorgen müssen und da jetzt nicht mehr einfach tun und lassen können oder zumindest nicht tun und lassend sollten was wir denn so möchten sondern auch im Hinterkopf behalten sollten was das für die kommenden Generationen bedeutet.
- 5:12Speaker 1: Wie würdest du das sehen?
- 5:14Speaker 0: Na ja ganz ähnlich.
- 5:15Speaker 0: also erst mal würde ich auch von hinten anfangen und sagen dass wir einfach eine lange Zeit erlebt haben, wo auch bei uns in Deutschland der christliche Glaube und die Kirche den Leuten gesagt hat wie sie leben sollen.
- 5:27Speaker 0: Und was ein gutes Leben ist?
- 5:29Speaker 0: Das ist sozusagen das, was noch vor der Aufklärung stattgefunden hat.
- 5:32Speaker 0: Mit der Aufklarung begann so eine Art Demokratisierungsmobilisierung an der Dezentralisierung von Macht- und Deutungshoheit.
- 5:40Speaker 0: Also vorher die Kirch ja so ist das gute Leben und jetzt ist es so oh du musst das selbst herausfinden!
- 5:45Speaker 0: Ja und das ist quasi für mich immer noch einen eine letztlich aufklärerische Bewegung, mit allen Arten auch wieder umzukippen oder ins Gegenteil umzuschlagen.
- 5:55Speaker 0: Denn wenn wir jetzt überlegen was ein gutes Leben ist dann ist die Antwort eines in dem ich möglichst viel Besitzanhäufe und möglichst viele Pakete bestelle und möglichst toll bin und einen hohen Status habe... Das ist eine dumme Antwort!
- 6:09Speaker 0: Es ist eine Kinderantwort Und für mich hat Glück sehr viel mit Sinn zu tun.
- 6:15Speaker 0: und so glück es nicht.
- 6:17Speaker 0: nur gibt es zwei Unterscheidungen, die wir machen.
- 6:20Speaker 0: erstens.
- 6:20Speaker 0: Es gibt im Deutschen so einen Unterschied zwischen Glück und Zufriedenheit.
- 6:24Speaker 0: Also werden wir einfach sagen der Mensch ist jetzt frei?
- 6:27Speaker 0: Die Frage nach dem Menschen selber zu beantworten.
- 6:30Speaker 0: das ist unbedingt zu bejahren.
- 6:31Speaker 0: ja the pursuit of happiness dass jeder mensch jede mann jede frau jeder diverse mensch sagen kann was heißt das für mich ein mensch zu sein?
- 6:39Speaker 0: das ist eine riesige Errungenschaft.
- 6:40Speaker 0: das müssen wir unbedingt bewahren.
- 6:42Speaker 0: aber wir haben auch ein Wissen darüber Was diese Antworten angeht.
- 6:46Speaker 0: Und im Deutschen haben wir erstmal einen Unterschied zwischen Glück und Zufriedenheit.
- 6:50Speaker 0: Und Zufridenheit ist so was wie ein Zustandsglück, ja?
- 6:54Speaker 0: Das heißt es hat viel damit zu tun dass ich gute Gewohnheiten habe, dass sich gute Entscheidungen treffe, dass ich irgendwie meine Wohnung schön eingerichtet hab wenn nicht dann eine habe das Privileg habe eine zu haben.
- 7:03Speaker 0: Ja und Glück wie wir es verstehen ist oft so etwas wie goldene Zeit, eine besondere Moment ein Zufall auch.
- 7:13Speaker 0: Und für mein Buch habe ich beides zusammengeschmissen weil wenn wir die Leute fragen was willst du im Leben?
- 7:18Speaker 0: Da sagt wirklich keiner!
- 7:18Speaker 0: Ich will jetzt zufrieden sein und wir wollen glücklich werden und ich glaube der Trick ist das in dieser Zufriedenheit also dass man versucht als irgendwo maßvolles und anständiges Leben zu leben, dass man da auch die Chance hat Glücksmomente zu erleben.
- 7:33Speaker 0: und jetzt kommt der letzte Schlenker dem letzten Teil der Frage, was machen wir mit dem Klima und so.
- 7:38Speaker 0: Also was ist mit dieser Idee das in dieser Freiheit?
- 7:42Speaker 0: Ich weiß nicht.
- 7:42Speaker 0: also mir geht es auch so.
- 7:43Speaker 0: immer wenn ich frei bin renne ich in die falsche Richtung ja.
- 7:46Speaker 0: Und wie haben wir eine Zeit von großem Egoismus, Ignoranz und Verachtung des anderen erlebt auf unterschiedliche Weise.
- 7:53Speaker 0: Wir sind gerade mit einer Gegenbewegung konfrontiert dass wir zum Beispiel greifen wir sind echt nicht alleine hier Und damit meine ich nicht die Außerirdische, sondern die Erde ist mit uns.
- 8:02Speaker 0: Die Tiere sind mit uns!
- 8:03Speaker 0: Ja?
- 8:04Speaker 0: Die Natur ist mit und die anderen Menschen sind mit und sie immer noch ertrinken im Mittelmeer.
- 8:07Speaker 0: Ich kann es nicht aushalten auch nur darüber zu reden.
- 8:09Speaker 0: Das ist unerträglich.
- 8:10Speaker 0: Es passiert jetzt ja.
- 8:13Speaker 0: Ein Satz den ich über Sinn gefunden habe war Sind dann steht Wenn wir uns selbst und den Anderen gerecht werden Und das ist auch die Antwort auf das Glück.
- 8:23Speaker 0: Es geht darum dass ich bei mir bin aber auch beim andern Bin.
- 8:26Speaker 0: Und das, was gerade in der Welt passiert, erinnert uns daran, dass wir sozusagen sie mit den anderen teilen und ein Auskommen finden müssen.
- 8:34Speaker 1: Jetzt kommt mit der Freiheit des Strebens nach Glück ja auch eine gewisse Verantwortung mit.
- 8:40Speaker 1: Je größer die Freiheit, desto größer ist die Verantwortung.
- 8:43Speaker 1: Wir rascheln da gerade so in die vierte Corona-Welle hinein – zumindest wenn man der Wissenschaft glaubt….
- 8:52Speaker 1: hätte man zumindest eine Modelle gehabt, wie man jetzt diese Verantwortung übernehmen kann und ein Glück gestalten kann.
- 9:02Speaker 1: Ein Überleben?
- 9:04Speaker 1: Genau!
- 9:05Speaker 1: Und zumindest einen Umwandeln der Epidemie in eine Endermie hätten wir schaffen können haben aber nicht weil zum Beispiel nicht ausreichend Menschen sich haben impfen lassen.
- 9:17Speaker 1: ist das vielleicht so ein bisschen Testlauf umzuschauen Ob wir dieser Verantwortung gewachsen sind, natürlich jetzt kein inszenierter Testlauf.
- 9:26Speaker 1: Aber ein zufälliger Testlauf für die Klimakrise um mal zu gucken können wir das überhaupt?
- 9:35Speaker 1: Was wir tun müssten?
- 9:36Speaker 0: also das Leben ist ein Ernstfall.
- 9:38Speaker 0: Daran sollen wir uns erinnern in jeder Sekunde.
- 9:40Speaker 0: Der Tod ist nah, wir müssen alles sterben.
- 9:42Speaker 0: Und wir sind verantwortlich für das was wir tun und wir Menschen können es vergessen weil wir mit unserem Geist irgendwo hingehen können wo uns nichts weh tut.
- 9:49Speaker 0: aber damit verfehlen wir das Leben und wir fehlen uns.
- 9:52Speaker 0: Wir sind gerade in einem Moment wo wir uns anschauen die Politik und sagen diese auch so verrückt oder ich hab da mal ein Buch drüber geschrieben Das heißt die psychotische Gesellschaft wie wir Angst und Unmacht überwinden.
- 10:01Speaker 0: Es geht genau darum warum sind wir nicht mehr handlungsfähig?
- 10:04Speaker 0: also aufgrund welcher?
- 10:05Speaker 0: was sind unsere sozusagen Leitlinien für Entscheidungen?
- 10:09Speaker 0: um es jetzt wirklich ganz hart runterzubrechen, ist auch nicht gerecht.
- 10:12Speaker 0: Wenn's nur noch um Geld geht, dann ist das Überleben der Gemeinschaften nicht mehr Priorität und das erleben wir gerade.
- 10:18Speaker 0: Und genau das sind unsere Unbehagen, unsere Bedrohung.
- 10:20Speaker 0: also wir werden als Spezies bedroht von unserer Lebensweise.
- 10:23Speaker 0: Das muss man sich mal vorstellen!
- 10:25Speaker 0: Es ist wie ein Affe, der in einem Baum sitzt den er unten selber anzündet und dann fragt er sich worum es heiß wird ja?
- 10:30Speaker 0: So...und das ist ein Moment, darüber habe ich mich heute unterhalten und es gibt so eine drei Ebenen.
- 10:37Speaker 0: Also es ist wirklich so, dass der Staat sich auf irgendeiner Weise wieder ermächtigen muss.
- 10:41Speaker 0: und diese neoliberale Outsourcingpolitik.
- 10:44Speaker 0: Es kann nur durch Gesetze können Dinge geregelt werden.
- 10:46Speaker 0: Alle Unternehmen sind selbst in einer Verantwortung auch der Umwelt gegenüber, auch ihren Mitarbeitern gegenüber.
- 10:51Speaker 0: mit Corona-Politik alles Und wir alle sind auch an der Verantwortung.
- 10:55Speaker 0: Da is kein Gott mehr, der uns sagt wo's lang geht.
- 10:57Speaker 0: Wir sagen uns das selbst, wir sagen uns des kollektiv und müssen drüber nachdenken wie wir diesen Kollektiven will im Sinne der Demokratie die immer wieder neu begründet werden muss, wie wir diesen kollektiven Willen besser formulieren.
- 11:09Speaker 0: Und gerade funktioniert es nicht und der Schmerz, den wir empfinden ist ... Die Einladung ist besser zu machen auf allen drei Ebenen!
- 11:15Speaker 1: Du hast grade schon gesagt... Wir müssen uns alle bewusstmachen dass wir alle irgendwann sterben werden.
- 11:23Speaker 1: Ich hab Wenn ich so rückblickend auf mein Leben schaue, habe ich meine innere Gelassenheit irgendwann sehr früh gefunden als ich mir bewusst gemacht hab dass es auch jetzt in den nächsten zehn Minuten irgendwie vorbei sein kann.
- 11:36Speaker 1: Weil wir ja alle nicht wissen was kommt.
- 11:38Speaker 1: Es kann hier das Haus zusammenbrechen.
- 11:40Speaker 1: Es gibt fünf Milliarden Möglichkeiten was in der nächsten zehn minuten passieren kann die wir nicht unter Kontrolle haben.
- 11:52Speaker 1: Ich glaube, wenn man sich das bewusst macht, dann geht es einem im Leben so ein Stück weit besser.
- 11:57Speaker 1: Weil man diesen ewigen Druck und dieses ewige noch mehr und noch mehr so ein bisschen ablegen kann.
- 12:03Speaker 1: Kannst du dich noch erinnern wann bei dir... Und wenn ich dich in der Recherche vorab richtig verstanden habe, geht's dir dann stückweit genauso?
- 12:12Speaker 1: Kannst Du Dich noch erinnern, wann dieser Moment bei Dir war dass Du dir das wirklich bewusst gemacht hast?
- 12:19Speaker 0: Schon sehr früh!
- 12:21Speaker 0: Ich habe einfach auch viel Leid erfahren in meinem Leben.
- 12:24Speaker 0: Und ich hab's überlebt, das hat mir schon so eine gewisse Richtung gewesen.
- 12:29Speaker 0: Aber ich hab' schon sehr früh ... Das ist auch ein Philosophend-Ding.
- 12:32Speaker 0: einfach und da reden die alle drüber besonders die Alten also jemand wie Sennecka oder so dann sagt das Leben ist kurz.
- 12:38Speaker 0: Also der Philosoph ist ja... Der Tod ist der Freund des Philosophen.
- 12:42Speaker 0: Deshalb nennen wir ihn auch Freund Hein und es gibt auch in dem Buch einer Kolumne gleich am Anfang weil der Tod uns sozusagen befähigt zu einer paradoxen Haltung.
- 12:51Speaker 0: Und eine paradoxe Haltung ist die richtige Haltung, es gibt keine endgültigen Wahrheiten und alles hat auch seinen Gegenteil – und das ist auch wahr!
- 13:01Speaker 0: Paradox bedeutet du hast Doxer die Meinung und Para die Nebenmeinung.
- 13:05Speaker 0: Diese Unvorstellbarkeit, wir sitzen jetzt beide hier aber wenn wir nicht konzentriert sind, könntest du im Kopf irgendwie in Hongkong sein?
- 13:12Speaker 0: Das passiert jeden Tag, jeden Augenblick... Das Geschenk des Todes ist auch Paradox.
- 13:18Speaker 0: Und es hat zwei Elemente und das habe ich auch in dem gesehen, was du mir gesagt hast.
- 13:21Speaker 0: Also sozusagen... Es gibt einen Moment, dass Leben wirklich ernst zu nehmen.
- 13:24Speaker 0: Bitte bitte ernst!
- 13:25Speaker 0: Das Leben ist kurz, es tut weh Wir verlieren alles und am Schluss müssen wir sterben.
- 13:30Speaker 0: Wir verliern die Menschen, die wir lieben.
- 13:31Speaker 0: Es gibt wirklich keinen Grund zu lachen, ja?
- 13:34Speaker 0: Andererseits ist es so schlimm dass man wirklich nur noch lachen kann, wir haben nichts zu verlieren.
- 13:39Speaker 0: Es geht nirgendwo hin ja?
- 13:40Speaker 0: Der Sarg ist schon geschlossen.
- 13:41Speaker 0: sozusagen die Katze ist schon... Wir wissen nicht was mit der Katze isst Ja aber she better has a good time.
- 13:47Speaker 0: Also es gibt so zu sagen eine Anerkennung dessen was wirklich ist.
- 13:51Speaker 0: Gibt das einen Moment der Leichtigkeit und vielleicht auch der Dankbarkeit Dass man dann sagt Die schöne Momente zu schätzen sie auch zu schaffen?
- 13:59Speaker 0: Und Das ist quasi Das Ziel der Lebensphilosophie, anständig zu leben und anständlich zu sterben.
- 14:06Speaker 0: Und das ist etwas, wonach ein Mensch streben kann?
- 14:08Speaker 0: Das denke ich!
- 14:09Speaker 0: Und es ist eine gute Antwort auch was man tun soll wenn man sich jetzt so fragt in der großen Freiheit ja... ...das ist eine Richtung.
- 14:14Speaker 1: Es ist der große Unterschied.
- 14:15Speaker 1: vor hundert Jahren hätte man mit der Erkenntnis wahrscheinlich gesagt naja die nächsten fünfzig-achtzig Jahre je nachdem wie lang ich noch habe lebe ich aus allen Kanonrohren die schießen kann und mache was ich will weil ich hab nur dieses eine Leben.
- 14:32Speaker 1: Und heute unsere Generationen und die nach uns sowieso, die fangen an auf einmal darüber nachzudenken wie geht es denn eigentlich den nächsten drei, vier, fünf Generationen?
- 14:43Speaker 0: Ja rightly so.
- 14:44Speaker 0: Ich habe das Wort anständig verwendet.
- 14:45Speaker 0: ja!
- 14:46Speaker 0: Das Wort anständig beinhaltet den anderen So.
- 14:49Speaker 0: Und sozusagen diese Idee, das ist ja das Pubertäre!
- 14:51Speaker 0: Das sind die Eltern aus dem Haus und ich feiern eine riesen Alkoholparty.
- 14:54Speaker 0: Ja so was?
- 14:55Speaker 0: Das ist wirklich...das ist nicht erwachsen.
- 14:58Speaker 0: Also es geht ja darum als Mensch erwachsen zu werden und mündig zu werden wie das Kant jetzt nennt.
- 15:03Speaker 0: Ja also was heißt es?
- 15:04Speaker 0: dass er bei der Aufklärung ernsthaft anzutreten.
- 15:07Speaker 0: Und also diese Sache dann bist du schon wieder beim riesigen Haus mit Paketen und Party okay?
- 15:12Speaker 0: Ich nenne das den hedonistischen Fehlschluss Und Epikur, wenn ich mich sehr lange beschäftigt habe, weil ich den für sozusagen das europäische Erbehalt Epikyu und seine Erben sind.
- 15:23Speaker 0: Das was wir als Europäer quasi an den globalen Tisch mitbringen können.
- 15:27Speaker 0: Ich interessiere mich ja auch für chinesische Philosophie und chinesisches Denken und das ist dem eben bürtig.
- 15:32Speaker 0: Ja also so zu sagen bei Platon gibt es das ist ein schweres Thema Aber diese Idee dass die Welt hinter der welt usw.
- 15:39Speaker 0: Dass hier nur eine Durchgangstation ist.
- 15:42Speaker 0: Da bin ich Teamendlichkeit, wir wissen nicht was kommt.
- 15:45Speaker 0: Wir sind erst mal hier und das müssen wir Leben gestalten annehmen und erleiden auch so.
- 15:49Speaker 0: Und Epikur, diese pubertäre Idee mit dem Leben einfach mehr zu machen und eine egoistische irgendwie selbstbezogene Party zu feiern Das macht ja nicht glücklich!
- 16:02Speaker 0: Es kennen wir alle selber!
- 16:03Speaker 0: Also wir wollen ja nicht lügen, wir sind jetzt schon ein bisschen älter weißt du?
- 16:07Speaker 0: Ich habe das auch schon alles gemacht.
- 16:08Speaker 0: es hilft nichts Es macht mich nicht glücklich, es ist nicht sinnvoll.
- 16:12Speaker 0: Es trägt mich nicht nix!
- 16:14Speaker 0: Ja dann sollen wir nicht lügen.
- 16:15Speaker 0: und der Epikur, der ist ja bekannt für die Philosophie der Freude das ist griechische Hedone, die Freude sozusagen die Freude eigentlich eher in der Zufriedenheit gesehen, ja?
- 16:27Speaker 0: Also er war wirklich ein Feind von Exzessen.
- 16:29Speaker 0: Deshalb gehört es zur Ironie der Geschichte, dass er zum Hedonisten sozusagen irgendwie so eine Party-Sau und Konsumschwein verunglüpft wurde, sondern ... Der war ein maßvoller Genießer!
- 16:38Speaker 0: Er hat einen berühmten Brief geschrieben wo er erzählt hat das er ein Freund bittet um ein Stück... Ein kleines Stück Käse um einmal richtig zu schwelgen.
- 16:46Speaker 0: Ja?
- 16:47Speaker 0: That's the real shit.
- 16:48Speaker 0: Das kann sich jeder leisten, ja.
- 16:50Speaker 0: Und sozusagen ein mündiges Glück Weiß etwas über unsere menschliche Betriebsanleitung.
- 16:58Speaker 0: Wir können voneinander lernen!
- 17:00Speaker 0: Du bist alleine auf die Welt gestellt, du bist erst mal in eine Kultur hineingeboren, in eine Familie und alles.
- 17:05Speaker 0: aber so there's help.
- 17:07Speaker 0: also es gibt Informationen, sie sind gut und gültig dir helfen den hedonistischen Fehlschluss zu vermeiden oder ihnen deine Jugend zu packen was ich total dafür bin.
- 17:17Speaker 0: ja wenn du die Sau nie rausgelassen hast dann weißt du nicht wo die Tür zugeht.
- 17:22Speaker 1: Aber ist Glück dann nicht tatsächlich eigentlich so ein schwer greifbares, schwer wenn nicht gar unerreichbares Gedankenkonstrukt?
- 17:34Speaker 1: und Zufriedenheit nicht eigentlich das wahre zuerstrebende Ziel?
- 17:40Speaker 0: Ja beides.
- 17:43Speaker 0: Es gibt ja super Momente, die sind das reine Glück.
- 17:46Speaker 0: Da fängt genau so was an, dass wir echt nicht alleine auf der Welt sind und manchmal kommt die Welt uns auch um Gegen- und Umarmt uns.
- 17:53Speaker 0: Und das ist auch Glück.
- 17:54Speaker 0: Das geschieht durch andere.
- 17:56Speaker 0: Also dieses Glück, was ich als tiefstes Glück empfunden habe in meinem Leben waren immer Begegnungen mit anderem Ja, also eine unerwartet wunderbare Unterhaltung oder auch durchgehen ein Geschäft für einen perfektes Kleidesaun und heruntergesetzt.
- 18:11Speaker 0: Fantastisch!
- 18:12Speaker 0: Oder ich bin in einem Essen und schmecke was weiß ich wow... Ich gehe auf der Straße und finde Geld oder whatever.
- 18:19Speaker 0: Und es ist meistens so wenn wir jetzt mal ernsthaft denken an deine letzte Glücksmomente Es ist doch immer etwas mit anderen Leuten?
- 18:27Speaker 0: Also wenn wir anerkennen dass das was wir zufrieden hat ist vielleicht was du selber herstellen kannst.
- 18:33Speaker 0: sagen wir mal den Zustand wo du dir morgens im Spiegel ans Gesicht schauen kannst und dann kannst ... Ich weiß schon, ich weiß schon.
- 18:40Speaker 0: Aber wir sind okay!
- 18:43Speaker 0: Du kannst hier ins Gesicht schauen ja?
- 18:44Speaker 0: Und Glück ist sozusagen das Geschenk, dass uns die anderen machen auch.
- 18:48Speaker 1: Aber das heißt, Glück funktioniert eigentlich nur in der Kombination mit Demut-und Selbstreflektionen.
- 18:53Speaker 0: Hat der Tobak, ich würde sagen Ja.
- 18:56Speaker 0: Also echtes Glück, ja?
- 18:57Speaker 0: Lebbares Glück.
- 18:58Speaker 0: Glück, das es die gleiche Größe hat wie du.
- 19:01Speaker 0: Nicht zu große Hosen Und nicht irgendwie falsche glänzende Jacken, sondern Glück ist eine persönliche Angelegenheit.
- 19:08Speaker 0: Weil das Leben eine persönlichen Angelegung hat und es bedeutet die Einladung und die Möglichkeit deinem eigenen Mensch sein gerecht zu werden.
- 19:16Speaker 0: Es bedeutet erst mal herausfinden muss wer du selbst bist.
- 19:21Speaker 0: Das ist unsere Aufgabe.
- 19:22Speaker 0: Das bedeutet auch mündig zu sein.
- 19:23Speaker 0: Du lernst erstmal was man gerade so macht als Mensch.
- 19:28Speaker 0: Dann musst du quasi Die Philosophie der Lebenskunst ist die Wissenschaft der zweiten Geburt.
- 19:34Speaker 0: Das heißt, du wirst geboren und nimmst das... Ah ja!
- 19:38Speaker 0: Du machst immer das Shopping und bist auf einer sozialen Medien.
- 19:41Speaker 0: Du bist alles ganz normal.
- 19:42Speaker 0: Und irgendwann begreifst du, nein es ist nicht immer so gewesen.
- 19:46Speaker 0: Es kann auch alles ganz anders sein.
- 19:47Speaker 0: Es gibt andere Familien als meine, es gibt andere kulturelle Weisen mit Sachen umzugehen als meine ... Fragestellungen als meine.
- 19:57Speaker 0: Ich habe gerade mein erstes Buch redigiert und da wusste man noch nichts vom Klimawandel, ja?
- 20:04Speaker 0: Also es ist fünfzehn Jahre her!
- 20:05Speaker 0: Es war echt kein Thema, das ist verrückt.
- 20:08Speaker 0: Und es gibt dieses Gürteword, das liebe ich sehr.
- 20:11Speaker 0: Wer sich von dreitausend Jahren nicht weiß Rechenschaft zu geben bleibt im Dunkel unerfahren, mag von Tag zu Tage leben.
- 20:19Speaker 0: Das sieht jetzt ganz wie viel verlangt.
- 20:22Speaker 0: Muss nicht sein, ist aber schön und finde ich ein Ansporn.
- 20:25Speaker 0: Aber wenn man in die Geschichte blickt, begreift man wie zufällig alles ist?
- 20:30Speaker 0: Das wieder der Zufall!
- 20:31Speaker 0: Und das bringt uns immer wieder in die Lage zu fragen, muss das so sein?
- 20:35Speaker 0: Und es fängt bei einem selber an.
- 20:37Speaker 0: Glück ist Selbsterkenntnis.
- 20:39Speaker 0: Und mein Buch ist sozusagen eine immerwährende Einladung.
- 20:42Speaker 0: in ganz vielen Kleinen, die sind so appetitliche Häppchen – so achzig Kapitelchen eigentlich.
- 20:47Speaker 0: bestenfalls ließ man es hintereinander durch.
- 20:49Speaker 0: Das ist dann so ein gewisser Flow, denn öffnet sich so einen Raum aber man kann's auch so...durchblättern und immer was nehmen.
- 20:55Speaker 0: Und in allen ist so eine Einladung zum Selbstgespräch weil ich kann nur von mir reden also mich macht
- 21:01Speaker 0: z.B.,
- 21:02Speaker 0: ach meine Katze ist an der Quelle des Glücks ja wirklich!
- 21:04Speaker 0: Und die Natur usw.. Ja ich habe so ne lange Liste von Sachen die mich erfreuen Es nicht.
- 21:10Speaker 0: deine Liste Und das Leben bedeutet, dass jeder von uns diese Liste machen soll.
- 21:15Speaker 0: Also das ist vielleicht das Erbe!
- 21:16Speaker 0: Ja wenn uns das niemand vorschreibt dann bist du aber auch in der Verantwortung selber zu tun.
- 21:21Speaker 0: Das ist die Einladung und die Ermutigung ja.
- 21:25Speaker 1: Du hast gerade gesagt wie damals wusste man vielleicht noch nicht so viel über den Klimawandel?
- 21:32Speaker 1: Du hast glaube ich in deinem Vorwort auch geschrieben, dass wir in sehr unsicheren Zeiten leben.
- 21:39Speaker 1: eigentlich, wenn man es jetzt mal und ich bin da immer ein großer Freund von Hans Rosling mit seinem Buch Factfulness.
- 21:47Speaker 0: Wenn
- 21:47Speaker 1: man das mal so ein bisschen wirklich sachlich betrachtet dann waren die Zeiten ja noch nie so sicher wie heute.
- 21:57Speaker 1: wir bekommen nur mehr mit und wir reflektieren vielleicht mehr zu mehr individueller Verantwortungsübernahme angestachelt, sage ich jetzt mal so ganz plakativ.
- 22:12Speaker 1: Wie siehst du das?
- 22:14Speaker 0: Also wir treffen uns total bei dem Punkt dass alles noch da ist.
- 22:17Speaker 0: ja also wir sind gerade in einer Art.
- 22:19Speaker 0: Wir haben ein seelisches Problem.
- 22:20Speaker 0: die Krise ist eine spirituelle Krise.
- 22:22Speaker 0: wir brauchen ein anderes Bewusstsein um anders zu handeln.
- 22:25Speaker 0: wir brauchen keine andere Welt wir brauchen einen anderes bewusst sein von der welt und das ist sozusagen Es ist viel besser geworden.
- 22:34Speaker 0: Es war noch nie so friedlich, es gab noch nicht so viele Reichtum.
- 22:37Speaker 0: Ja das alles war.
- 22:39Speaker 0: aber bei uns sind die Leute auch unglücklich und wir haben Wir haben wirklich schlimme gesellschaftliche Probleme.
- 22:45Speaker 0: Also wir haben eigentlich einen angefühlten Drittel der Bevölkerung an die Corona-Leugner verloren, vielleicht ist es auch ein Viertel oder was auch immer das ist?
- 22:52Speaker 0: Wir haben eine riesen Neonazi-Probleme und es ist kaum zu fassen in Deutschland!
- 22:56Speaker 0: Wir haben so viele infrastrukturelle Probleme, Pflegenotstand in den Schulen um Gottes Willen.
- 23:03Speaker 0: Es ist schämpful.
- 23:05Speaker 0: Und diese Gleichzeitigkeit von «Es ist alles okay» und «Nichts is ok».
- 23:12Speaker 0: Das ist die Stimmung, in der wir gerade sind.
- 23:15Speaker 0: Und ich bin sozusagen... Ich bin in der Beruhigung, dass der Frühling trotzdem wiederkommt und ich habe mich so gefreut an diesem Hervorbrechen weder des Grüns und dieser Gewissheit auch das das Leben weitergeht.
- 23:29Speaker 0: Und diese Dringlichkeit, die wir empfinden, schau' ich für ne... Corona und der Klimawandel sind Endlichkeitserfahrungen.
- 23:37Speaker 0: Der Tod, sich das zu vergegenwärtigen ist quasi deine kleine persönliche Endlichkeit-Erfahrung.
- 23:42Speaker 0: also du bist auch endlich ja?
- 23:43Speaker 0: Das ist die Botschaft!
- 23:45Speaker 0: Aber wir sind auch als Spezies endlich.
- 23:48Speaker 0: Wir sind irgendwie aufgerufen jetzt wie Speziasbewusstsein zu entwickeln weil das ist auch noch so ein Erbe der Kirche die ihr mal gesagt hat...der Mensch soll sich die Erde untertan machen und die Frauen untertanen machen was mich mit immer währendem Grimm erfüllt Und das ist eine wirklich schlechte Geschichte.
- 24:06Speaker 0: Das ist im Herzen der Respektlosigkeit und der Ausbeutung, die die Krise verursacht, die wir gerade erleben.
- 24:12Speaker 0: Was bedeutet?
- 24:13Speaker 0: Wer hat denn gesagt, dass man Land verkaufen kann?
- 24:15Speaker 0: Das Land gehört sich selbst – die Tiere gehören sich selbst!
- 24:17Speaker 0: Die Natur gehört sich selber!
- 24:19Speaker 0: Und die Menschen gehören sie selbst!
- 24:22Speaker 0: Gleichzeitig sind wir eine Familie und müssen schauen wie können wir mit den anderen Spezies, die gerade aussterben, massenhaft um mit der Natur gut zusammenleben.
- 24:33Speaker 0: So zu sagen, diese Gleichzeitigkeit von immer wachsendem Wohlstand die sich so in diesem geschmeidigen weitergehen jetzt.
- 24:40Speaker 0: Jetzt in Deutschland ja genau jetzt in diesem Moment alle machen so weiter wie vorher für real alle bisschen angeschlagen keiner redet drüber.
- 24:47Speaker 0: Corona ist irgendwie nie passiert.
- 24:49Speaker 0: lässt sie dich haben wir die höchste Inziden-Inzidenz seit ever.
- 24:52Speaker 0: und diese paradoxe das ist das psychotische Ja diese Gleichzeitigkeit von totaler Katastrophe und totaler Normalität.
- 24:59Speaker 0: und da muss man selber damit umgehen indem man irgendwie sagt, was nehme ich ernst?
- 25:03Speaker 0: Was nehme ich nicht ernst?
- 25:04Speaker 0: Und wir sind gemacht für Paradoxeprobleme.
- 25:07Speaker 0: Das Ding schaffen wir schon wie Menschen!
- 25:10Speaker 0: Wir können das Gute sehen und das Schlechte sehen gleichzeitig.
- 25:13Speaker 0: Deshalb ist es eine Zeit die uns zu mehr Bewusstheit einlädt Und das ist echt was Schönes, dass es Licht wieder angeht.
- 25:20Speaker 0: Es war ein bisschen dunkel in den Neutigern und in den frühen Nullerjahren.
- 25:23Speaker 0: Deshalb begrüße ich das!
- 25:24Speaker 1: Ich habe vor ein paar Wochen mit Anders Inzett so'n bisschen philosophiert da ein norwegischer Wirtschaftsphilosoph darüber philosophiert ob wir uns nicht so'nen Stück weit zu sehr zurücklehnen seit ein paar Jahrzehnten oder ziemlich genau seit seit siebzig Jahren und sagen, na ja all diese großen Konzepte des Zusammenlebens wie wir sie die letzten Jahrzehnte haben.
- 25:49Speaker 1: Die sind halt gesetzt also Landesgrenzen Staatskonstrukte Steuersysteme Kriegsbündnisse Friedensbündnisse was auch immer.
- 26:03Speaker 1: alles ist so gesetzt wie es gesetzt.
- 26:06Speaker 1: Wenn wir aber jetzt mal ganz logisch in die Zukunft denken, können diese Systeme so nicht mehr funktionieren.
- 26:11Speaker 1: Weil wir können nicht als Europa sagen, wir sperren jetzt mal zu und ihr aus den nicht mehr bewohnbaren Teilen der Erde bleibt bitte draußen!
- 26:20Speaker 0: Es geht nicht, ja?
- 26:21Speaker 1: Das heißt, früher oder später müssen wir uns über ganz andere Systeme Gedanken machen und überlegen wie können wir zusammenleben.
- 26:31Speaker 1: Ich habe vorhin im Vorgespräch erzählt ich hab mich am Freitag mit einem guten Freund sehr lange darüber unterhalten der ihr links eingestellt ist Der dann auch gesagt hat, der Kapitalismus ist natürlich nicht das richtige Modell, dass uns in die Zukunft führt.
- 26:51Speaker 1: Aber im Feld auch gerade kein Besseres ein.
- 26:54Speaker 0: Ich habe was gelesen!
- 26:56Speaker 0: Das möchte ich jetzt mit möglichst vielen Leuten teilen.
- 26:58Speaker 0: Das Buch heißt The Listening Society von Hansi Freinacht.
- 27:02Speaker 0: Es sind zwei schwedische Sotheologiestudenten und in diesem Buch steckt die Zukunft.
- 27:08Speaker 0: Also erstens zurück zu der Aussage, dass wir die Demokratie immer neu begründen müssen.
- 27:13Speaker 0: Alles fließt, sagt Herakliet.
- 27:15Speaker 0: Alles was dir am Herzen liegt muss jeden Tag neu errungen werden.
- 27:19Speaker 0: Dann eine Ernährung, deine Beziehungen, dein Reading.
- 27:23Speaker 0: Lernen ist Schwimmen gegen den Strom, sagt der Confucius.
- 27:27Speaker 0: Das bedeutet du bist sowieso ständig im Wandel.
- 27:30Speaker 0: das ist ja unsere Illusion als ob wir irgendwo wären wo man quasi nicht berührt ist von der Vergänglichkeit.
- 27:35Speaker 0: das ist das falsche Denken und alles was uns auch als Institutionen, als Konstruktion.
- 27:40Speaker 0: also wir müssen Europa neu denken Und zwar nicht weil jetzt eine Krise, sondern weil wir jeden Tag Europa neu denken müssen.
- 27:46Speaker 0: Sonst gibt es kein Europa!
- 27:47Speaker 0: Wir müssen jeden Tag die Demokratie neu denken, sonst gibt es keine Demokratie.
- 27:51Speaker 0: Wir können uns nicht hinstellen dass das wie mit einem Garten wenn du dich nicht drum kümmerst geh hin was passiert?
- 27:56Speaker 0: Wildnis ja und sozusagen die Wildnis der verlassenen Institutionen ist nicht so schön anzuschauen wie die Wildness der Natur und das müssen wir immer wieder neu machen.
- 28:06Speaker 0: Ja und es gab noch einen zweiten Teil also habe ich es vergessen weil du hast erzählt
- 28:10Speaker 1: mit dem Kapitalismus und... Ach!
- 28:13Speaker 0: Dass er nicht geeignet ist.
- 28:14Speaker 0: Genau, aber das war die Listening Society genau.
- 28:15Speaker 0: Und jetzt sage ich, warum es so ein gutes Buch ist?
- 28:17Speaker 0: Also wenn wir es jetzt groß aufziehen ja in der Neuzeit haben wir quasi sozusagen mit René Descartes gesagt hat Ich denke also bin ich und mein Denken begründet die Welt.
- 28:32Speaker 0: Das war etwas an Übergang von der Idee Gott begründete die Welt.
- 28:36Speaker 0: zu Descarte sagt man denken begründeten die Welt Ja eigentlich zu einer Verachtung des Leibes, des Weibes und des irdischen Glücks geführt.
- 28:45Speaker 0: Weil das Weib wurde so der Materie zugerechnet.
- 28:49Speaker 0: Das ist ein Teil der Krise, dass wir das nicht wertgenommen haben als ob wir da irgendwie einen geistigen Raum wohnen und nicht auf der Erde mit den Beziehungen um.
- 28:58Speaker 0: Probleme die wir dort haben In einer Dialektik bedeutet, der Umschlag einer Sache.
- 29:04Speaker 0: in ihr Gegenteil ist das in einen idiotischen Materialismus umgekippt.
- 29:08Speaker 0: Wir leben ja gerade nur noch an Oberflächen.
- 29:10Speaker 0: Alle Promis sind ja nun auch berühmt für, keine Ahnung, After-Baby-Body oder also nur noch der schlimmste Quatsch!
- 29:17Speaker 0: Es ist von einer geistigen Enthöhlung dies kaum auszuhalten und ... etwas, was uns kollektiv unglücklich macht.
- 29:26Speaker 0: Denn der Mensch ist innern größer als außen!
- 29:28Speaker 0: Wir sind alle geistige Wesen und das Tiefstuhl Glück, das wir empfinden können – natürlich ist es auch irgendwie Paradox – ist sozusagen bei uns zu sein und uns zugleich zu entfalten.
- 29:37Speaker 0: Und es ist eine geistig Entfaltung ein Innenraum, der größer wird durch Erfahrungen, durch einen Blick eben auf andere Weisen zu leben, auf andere Beziehungen.
- 29:46Speaker 0: Das macht uns innerlich größer und diese Idee erstens des der Menschen durch Wachstum Und dass auch immer ein Miteinanderwachsen ist, glücklich wird.
- 29:54Speaker 0: Und zweitens sozusagen das ist der kapitalistische ... wie Todesstoß?
- 30:00Speaker 0: Das Zeit wichtiger als Geld.
- 30:02Speaker 0: Weil ich diese Zeit brauche um herauszufinden wer ich bin und was ich beitragen kann, was ich lernen muss.
- 30:09Speaker 0: In The Listening Society geht es quasi um eine Gesellschaft als Entwicklungsgemeinschaft.
- 30:14Speaker 0: Und das fand ich einen echt freshen Take!
- 30:19Speaker 0: dass auch Geschäfte gemacht werden.
- 30:21Speaker 0: Ja, es geht darum wie können wir den Kapitalismus verändern?
- 30:23Speaker 0: Es ist unser Kapitalismus!
- 30:25Speaker 0: Unser lieber Kapitalistmus.
- 30:26Speaker 0: ja das ist nicht.
- 30:27Speaker 0: wie den haben ich die Aliens auf der Erde geworfen.
- 30:29Speaker 0: Das ist eine Weise.
- 30:30Speaker 0: natürlich tauschen wir Güter und natürlich brauchen wir ein abstraktes Medium wie Geld um auch global Dinge zu regeln.
- 30:36Speaker 0: aber we gotta fucking customize it right?
- 30:39Speaker 1: Du hast in einem Interview auch gesagt dass da eigentlich deine beiden Lieblingskapitel in dem Buch sind Gewohnheiten und Rückfälle Gehört es da vielleicht auch ein Stück weit mit rein, also auch zu sagen naja wir erkennen auch erstmal an dass wir halt gewisse Gewohnheiten haben und wir kennen auch an das wir durchaus immer wieder mal einen Rückfall haben werden.
- 31:00Speaker 1: aber die Kunst ist ja dann an diesen Gewohnheiten und an diesen Rückfällen zu arbeiten, beziehungsweise die Rückfälle zu reflektieren.
- 31:08Speaker 1: Und zu sagen na ja beim nächsten Mal bekomme ich es vielleicht hoffentlich besser hin?
- 31:11Speaker 0: Ja oder bessere Rückfelle!
- 31:13Speaker 0: Also es ist sozusagen das Rechnen sowohl mit der eigenen Stärke als auch mit der eigen Schwäche.
- 31:19Speaker 0: Mein Impuls bei dem Buch war einmal so ein Ding wenn wir darüber reden was macht dich glücklich tut der Kopf.
- 31:24Speaker 0: wenn wir schnell einigen können ein kleines Wikipedia machen.
- 31:27Speaker 0: Es gibt die drei großen B's Bewegung Betätigung, Bestätigung.
- 31:32Speaker 0: Also ist was gescheites.
- 31:33Speaker 0: macht schön Sport und mache irgendwas wo du ein bisschen auch in Interaktion trichst und geliebt wirst für das was du bist.
- 31:38Speaker 0: Das wissen wir alle!
- 31:39Speaker 0: Das Problem ist wir tun es nicht.
- 31:41Speaker 0: Ich weiß jeden Tag was ich tun sollte.
- 31:43Speaker 0: ich tue es nicht.
- 31:44Speaker 0: Ja dort beginnt das Gespräch.
- 31:46Speaker 0: Dort beginnt dieses Gespräch mit den Gewohnheiten zu sagen Es gibt so gewone an die haben sich eingeschlichen.
- 31:51Speaker 0: wie kann ich die wieder loswerden?
- 31:53Speaker 0: Es gibt solche Gewohnheiten die will ich mir antrainieren.
- 31:55Speaker 0: Wie ist mir das möglich?
- 31:56Speaker 0: ja Und dann gibt aus diesen moment.
- 32:00Speaker 0: Schau, ich meine wenn uns das Klima an etwas erinnert dann dass es wirklich nicht berechenbar ist hier.
- 32:06Speaker 0: Wir können nicht alle Faktoren mit einbeziehen und wir müssen mit Dingen umgehen die nicht in unserer Hand liegen.
- 32:13Speaker 0: Und die Wahrheit ist das müssen wir auch mit unserer eigenen Seele.
- 32:16Speaker 0: Also das ist die einzig anständige Antwort auf die Glücksfrage.
- 32:19Speaker 0: Ich bin mir selbst kein Computerprogramm, ich kann mich nicht hacken wie es die Quantified Life Bewegung versucht.
- 32:25Speaker 0: Ich kann mich jetzt nicht ins Letzte hacken!
- 32:27Speaker 0: Ich bin hier selbst nicht transparent.
- 32:28Speaker 0: Das ist genau das wo der zum Beispiel Kierkeger so schön sagt Der Mensch ist inkommensurabel Es bleibt ein Geheimnis zurück Wir haben keinen Maß.
- 32:37Speaker 0: In mir ist auch etwas mit Freude was vielleicht der Todesrieb.
- 32:40Speaker 0: also ich kann sich nicht auf so einen Optimum hindrimmen.
- 32:45Speaker 0: In mir will auch was, Zerstörung und Vernichtung und Verschwendung.
- 32:49Speaker 0: Und ich glaube Glütt bedeutet sozusagen ja den inneren Kapitän ebenso zu füttern wie einen inneren Schweinehund.
- 32:57Speaker 0: Es ist dieses Gespräch zwischen Gewohnheiten und Rückfällen.
- 33:00Speaker 0: Wie kann ich eine Linie finden?
- 33:02Speaker 0: Sind mich schon mal da zufrieden ein bisschen.
- 33:04Speaker 0: Wo ich so halbwegs anständig durchkomme?
- 33:06Speaker 0: aber bitte nicht die Illusion dass ich jetzt komplett das mich so managen kann wie ein Fußballclub sondern freundliches Zusammenleben.
- 33:15Speaker 0: Glück ist ein Gespräch, Glück ist irgendwie einen Moment, ein gelungenes Selbstgespräch und dann ein Gesprich mit anderen.
- 33:22Speaker 1: Und zu diesem Selbstgesprech
- 33:23Speaker 0: gehört
- 33:24Speaker 1: wie wir vorhin schon mal rausgefunden haben auch herauszufinden was eigentlich sein ganz ganz persönlicher Luxus eigentlich ist also überhaupt mehr zu definieren loszukommen von einem allgemeinen gesellschaftlichen Konsens darüber was Luxus isst das große Auto, die tollen Markenklamotten oder was auch machen.
- 33:45Speaker 1: Das ist
- 33:45Speaker 0: alles schon so Late-Century!
- 33:46Speaker 0: Du hundert Millionen Follower und irgendwie ein Privatjet oder so.
- 33:52Speaker 0: Die Reichen sind ja vollkommen abgehoben mittlerweile.
- 33:54Speaker 0: Ich weiß überhaupt nicht mehr, was so gesellschaftlich so cool ist hier so neunziger Jahre.
- 33:58Speaker 0: So mein Haus, mein Pool, irgendwas.
- 34:00Speaker 0: Wie noch von gestern?
- 34:02Speaker 0: Was nicht genau?
- 34:03Speaker 0: Was ist jetzt so meine eigene Kosmetiklinie?
- 34:07Speaker 0: Aber ich glaube, es gibt ja so ein Mehrstufenprogramm.
- 34:10Speaker 0: Also erstens Glück ist echt eine persönliche Angelegenheit.
- 34:14Speaker 0: Das muss man nochmal sagen und das geht wirklich darum dass Nachdenken über Glück ernachten gegenüber sich selber ist.
- 34:19Speaker 0: Und wenn es eine Einladung ist eben auf eine zärtliche freundliche Weise auch die eigene Unverfügbarkeit anzugucken zu gucken was kann nicht machen was kann ich nicht machen?
- 34:28Speaker 0: und dann gibt's den zweiten Aspekt von Glück.
- 34:30Speaker 0: der hat wieder etwas mit Epikur zu tun.
- 34:33Speaker 0: Der hat den Satz gesagt Die schönste Frucht der Selbstgenüksamkeit ist Freiheit.
- 34:39Speaker 0: Ich habe mich als junger Mensch die Zeit gewählt und nicht das Geld.
- 34:45Speaker 0: Deshalb kann ich aus meiner persönlichen Erfahrung sagen, dass es eine gute Wahl war.
- 34:50Speaker 0: Es hat mich nicht betrogen.
- 34:56Speaker 0: Genügsamkeit bedeutet, dass ich nicht viel Geld habe.
- 34:59Speaker 0: Aber viel Zeit.
- 35:00Speaker 0: Ich hatte viel Zeit um das zu tun, was ich gerne tat und Bücher lesen mit Menschen reden und Sachen schreiben.
- 35:05Speaker 0: Und ... Das hat mich auch dazu gebracht, ihm über Luxus nachzudenken.
- 35:10Speaker 0: Weil ... Genüksam zu leben bedeutet nicht zu verzichten!
- 35:13Speaker 0: Genügsamkeit ist die Einladung darüber nachzudenken, was es wert ist dafür Geld auszugeben.
- 35:18Speaker 0: Und diese Art von Luxus ist sehr persönlich und sehr einfach.
- 35:22Speaker 0: Also mich zum Beispiel machen frische Blumen glücklich in einem unverhältnissen Maß.
- 35:27Speaker 0: Das kostet nicht so viel und es macht mich so glücklich.
- 35:29Speaker 0: Jedes Mal wenn ich's anschaue oder alleine, dass sich ein Buch einfach kaufen darf, wenn ich das lesen möchte.
- 35:35Speaker 0: Und das lässt sich sogar budgetieren!
- 35:37Speaker 0: Also das ist quasi eine wirklich messbare Größe und meine Erfahrung nach hat das für man wirklich tief nachdenkt... Da gibt´s auch so ne Verbindung zwischen Glück und Luxus.
- 35:48Speaker 0: So zu sagen was man als Luxus empfindet?
- 35:50Speaker 0: Einfach oft dann etwas mit anderen Menschen zu tun.
- 35:53Speaker 0: Es sind eben oft Sachen die man nicht kaufen kann und die man nicht kaufen muss.
- 35:57Speaker 0: Und deshalb ist in diesem Dreieck irgendwie aus Selbsterkenntnis, Genügsamkeit und Luxus da steckt auch so was drin wie wir der Zukunft besser begegnen können.
- 36:07Speaker 0: ja weil es ist jetzt nicht... Wir müssen jetzt nicht alle in unserem kleinen Haus sitzen und dürfen nie wieder irgendwo hin um endlich das Klima zu retten und bloß kein Flasch essen wobei das wirklich sehr schlecht fürs Klima ist.
- 36:17Speaker 0: aber dieses bewusste Nachdenken was das eigene Mensch sein für einen selber heißt.
- 36:23Speaker 0: Weißt du, wir sind auf der Erde.
- 36:25Speaker 0: Mir hat ein Kirchenmann neulich gesagt die Antwort von Kirchenmännern zum Lobpreis Gottes.
- 36:31Speaker 0: Ich hab mir gedacht ja mein Freund also I don't buy into your club aber Wir sind.
- 36:36Speaker 0: tatsächlich ist es schön dass wir da sind und das vergessen wir oft in der Angst jetzt vor dem Klima was so der klimawandel ist.
- 36:42Speaker 0: ja die angst des menschens vor sich selbst Die angstes Affen wenn ihm der arsch brennt Ja den Baum angezündet hatte.
- 36:48Speaker 0: ich denke ich bin eine verrottete kreatur.
- 36:52Speaker 0: Es ist aber schön, dass wir da sind.
- 36:54Speaker 0: Jeder Frühling ist eine Erinnerung daran auch die Natur sich freut dazu sein.
- 36:58Speaker 0: und in dieser Freude über das eigene Dasein, die eine Errungenschaft des Angesichts der Sterblichkeit ist auch sozusagen die Einladung es irgendwie auch schön zu haben.
- 37:08Speaker 0: Und da ist das Nachdenken.
- 37:10Speaker 0: also was gibt einem ein Gefühl von Luxus?
- 37:12Speaker 0: Das ist toll, was daraus kommt.
- 37:13Speaker 0: Eine Einladungen jeder, der das hört ist eingeladen das zu denken.
- 37:17Speaker 1: Du beschäftigst dich ja auch sehr intensiv mit dem chinesischen Denken.
- 37:21Speaker 1: Wie unterscheidet sich dann eigentlich das chinesische Glücksverständnis von dem europäischen oder von dem westlichen Glücksverständnis?
- 37:29Speaker 1: Gibt es da Unterschiede?
- 37:31Speaker 0: Also ich glaube, dass ich in meinen Glücks Verständnissen schon ganz viel chinesisches Glücks verständnis hineingeschmuggelt habe.
- 37:37Speaker 0: Ja!
- 37:37Speaker 0: Deshalb wird jetzt etwas trennscharf.
- 37:41Speaker 0: Im Chinesischen gibt es ein starkes Gefühl für den Ich-willen des Einzelnen und im Chinesisch heißt das Begehren.
- 37:49Speaker 0: Und es ist sozusagen Der Begriff, den wir da im Deutschen dafür haben ist Agenda.
- 37:55Speaker 0: Ich mochte den englischen Begriff Agency aber Agenda habe ich mal in einer Kolumne besser eigentlich sagen wie Agenda und alles was lebt hat eine Agenda.
- 38:04Speaker 0: also jeder von uns jeder Baum jeder Katze jeder Mensch auch jedes Haus vielleicht auch jeder Computer der will auch immer essen muss immer einstopfen und die wollen alle.
- 38:15Speaker 0: Dauer-und Entwicklung der Computer weniger dem Menschen mehr.
- 38:18Speaker 0: aber so ungefähr dieses bewahren der eigenen Lebenskraft um dem eigenen lebendig sein und seiner Wirksamkeit im Sinne, der auf das Leben einwirken könne.
- 38:31Speaker 0: Sondern dass man auch machen kann was man will oder so ein Privileg hat wie wir beide jetzt hier zu sitzen und was zu tun.
- 38:36Speaker 0: was wir wollen ist ja toll ich kann mit jemandem sprechen Ich kann dazu so tun.
- 38:42Speaker 0: Das ist eine Wirksamke in deren Glück liegt eine Glückserfahrung Gleichzeitig dieses Bewahren der Lebenskraft, das viel mit Zufriedenheit zu tun hat.
- 38:53Speaker 0: Also ein bisschen verschwenden aber nicht so sehr und dann quasi ein sehr dynastisches Bewusstsein ja also eine Beziehung zu seinen Ahnen zu pflegen und ein Gefühl für das Weitergehen auch der Familie zu haben.
- 39:07Speaker 0: Ich würde sagen dass das kommt.
- 39:08Speaker 0: dazu ist es das chinesische Denken ist hier anders als das westliche sehr relativ orientiert.
- 39:15Speaker 0: Der Einzelne sieht sich ganz stark immer so zu sagen, wie er mit anderen ist.
- 39:21Speaker 0: Alles verändert sich je nachdem wo was steht und darin liegt eine große Weisheit.
- 39:30Speaker 0: Davon können wir uns inspirieren lassen.
- 39:31Speaker 0: Wir stehen nicht schlecht damit Epikur aber da ist schon auch etwas dran hier.
- 39:36Speaker 1: Einer der vergangenen Episoden haben wir ein bisschen als ein Thema über die Rolle Chinas in der Welt gesprochen Und da fiel ein sehr, sehr kluger Satz der gesagt hat.
- 39:50Speaker 1: Eigentlich war China schon immer Weltmacht nur die letzten paar hundert Jahre nicht mehr ganz so sehr.
- 39:57Speaker 1: aber natürlich ist dieses Selbstverständnis einer Weltmach und einer prägenden Kultur immer noch in den Köpfen und auch vollkommen zurecht der Chinesen.
- 40:09Speaker 1: Was würdest du denn sagen, wenn wir jetzt in die Zukunft blicken und wir ja auch immer mehr mit China zu tun haben werden?
- 40:17Speaker 1: Und China wieder eine dominierende Rolle in der Welt spielt.
- 40:22Speaker 1: Wo sind denn da so die größten Missverständnisse, die wir da heute vielleicht kulturell noch haben?
- 40:30Speaker 1: Wie kommen wir da irgendwie raus aus dieser Situation um ein gutes Verhältnis letzten Endes hinzubekommen?
- 40:37Speaker 0: Ich war mein Teil an in Bangkok.
- 40:40Speaker 0: In einer sehr belebten Straße und da waren alle Arten von Menschen, Menschen die dort Vergnügen suchten auch sexuelles Vergnügen, Menschen, die gerade vor der Schöne als Operationen gaben, Leute, die beim Shoppen waren.
- 40:51Speaker 0: das war eine unglaublich mondäne Straße und sie war sehr belebt Und ich war die einzige Weiße.
- 40:57Speaker 0: Es waren alles Leute die nicht weiß waren Ja?
- 41:00Speaker 0: Und ich habe mir gedacht Das ist die Zukunft.
- 41:03Speaker 0: Was für uns Fragen müssen es was haben wir anzubieten?
- 41:07Speaker 0: dass China dass es meinen Geist umfangen hat, ist das China von Confucius und Laute.
- 41:13Speaker 0: Das ist nicht das China bis jetzt ist.
- 41:15Speaker 0: Dort ist ein autoritärer Staatskapitalismus mit diesem Überwachungssystem und so weiter.
- 41:19Speaker 0: Da wird mir schlecht.
- 41:21Speaker 0: Also was in Hongkong passiert?
- 41:22Speaker 0: Es ist alles schwierig.
- 41:24Speaker 0: die Uiguren wir wissen das alles ja.
- 41:27Speaker 0: Die Frage ist wie man mit einem anderen umgeht, einem anderen der auch Unrecht tut.
- 41:34Speaker 0: Wir Europäer haben unser eigenes Unrecht und der erste Rat ist das wir vor unserer eigenen Haustür kehren.
- 41:40Speaker 0: also wenn wir eigentlich keine Neonazis mehr haben dann möchte ich gerne mit den Chinesen ernstlich über die Uiguren reden.
- 41:46Speaker 0: bis dahin habe ich das Gefühl wir sollten uns wirklich ernstlich um die Neonazzis kümmern und ich denke dass sozusagen Epikur ist jemand, der auch hilft, das chinesische Denken zu verstehen.
- 41:59Speaker 0: Weil dieses hedonistische Kalkül bei ihm ein Moment ist in jedem Augenblick so zu taktieren dass die Lust, die Unlust überwiegt.
- 42:09Speaker 0: Das hat viel mit Begehren zu tun.
- 42:11Speaker 0: Also es ist genau okay, esse ich jetzt das Stück Kuchen oder nicht?
- 42:15Speaker 0: Manchmal ist die Antwort ja und manchmal ist sie einfach nein!
- 42:20Speaker 0: eine Weise Antwort zu geben.
- 42:22Speaker 0: Das ist hedonistisches Kalkül, aber auch was Handelsbeziehungen angeht ja?
- 42:26Speaker 0: Also sozusagen es geht darum den anderen als einen echten Player zu akzeptieren.
- 42:32Speaker 0: Als ein Gegenüber!
- 42:33Speaker 0: Das ging mir auch so aus sich mit der transsibirischen Eisenbahn durch Russland gefahren bin nachdem ich da drei Tage durch sibirische Birkenwälder gefahren habe.
- 42:40Speaker 0: Ich bin gedacht Ui das hier echt nicht wie in Deutschland.
- 42:44Speaker 0: Ja also das ist ein anderes Land.
- 42:46Speaker 0: Moskau war Unglaublich schön, unglaublich aufgeräumt.
- 42:50Speaker 0: Touristisch erschlossen!
- 42:51Speaker 0: Ja so zu sagen.
- 42:54Speaker 0: es geht darum dass die anderen das ist schon klar dass jeder Fehler macht aber die Anderen sind anders und ich glaube jemanden auf Augenhöhe zu begegnen und vor der eigenen Haustür zu kehren.
- 43:04Speaker 0: da kommen wir mit allen weiter
- 43:07Speaker 1: Und ich würde sagen, sogar bist du ins Allerkleinste.
- 43:10Speaker 1: Also da geht es ja nicht nur um Europa-Kina, dann geht's auch um ...
- 43:14Speaker 0: Da gehts um das eigene Leben!
- 43:15Speaker 0: Ja also ist das auch mit dem Nachwahl?
- 43:17Speaker 0: Wo man sich denkt wie kannst du das machen?
- 43:18Speaker 0: oder... Oder dieser Moment diese zwei Elemente zu sagen Du guckst erstmal zu dir und das tut so weh.
- 43:28Speaker 0: Das müssen wir sagen, dass tut weh.
- 43:31Speaker 0: Das ist die so gratische Frage eigentlich wenn der Blick sich nach innen wendet.
- 43:35Speaker 0: Wir können uns ein Leben lang in einem bequemen Abstand von unserer Seele aufhalten und niemals uns selbst Rechenschaft ablegen.
- 43:45Speaker 0: In der Philosophie spricht man vom ungeprüften Leben, ja?
- 43:49Speaker 0: Und wirklich zu gucken also dieses Schmerzhaft... ich muss es aushalten!
- 43:53Speaker 0: Ich liebe Tiere wirklich und ich ess' wirklich gerne Fleisch.
- 43:57Speaker 0: Wie halte ich das aus?
- 43:59Speaker 0: Unklima und dass sich darauf antworten kann ist schon eine gewisse Freiheit.
- 44:07Speaker 0: Dieses vor der eigenen Haustür kehren ist halt das Schwerste.
- 44:12Speaker 0: Und da können wir uns immer nur freundlich daran erinnern, dass es notwendig ist.
- 44:15Speaker 0: und auch die Bescheidenheit zu sagen... Ich vergesse es auch immer wieder!
- 44:20Speaker 0: Also ich habe es wirklich verstanden und ich vergesst es immer wieder.
- 44:23Speaker 0: Das ist diese Anerkennung des Mensch-Sciences.
- 44:25Speaker 0: Ja?
- 44:25Speaker 0: Dass du mal bist du bewusst irgendwie und dann bist du wieder unbewusst.
- 44:31Speaker 0: Da, dass der Atem so weit fließt, dass du nicht.
- 44:38Speaker 1: Ich habe mit Sönke Wortmann vor ein paar Wochen darüber diskutiert, ob wir nicht auch wirklich wieder eine bessere oder überhaupt eine Debattenkultur in unserer Gesellschaft brauchen.
- 44:50Speaker 1: um auch letzten Endes aus diesem egozentrischen Klein-Klein und nur, ich kümmere mich nur um mich und meine Nächsten.
- 44:58Speaker 1: Sondern dahin zu kommen dass wir auch endlich wieder miteinander diskutieren können und nicht nur schwarz und weiß sehen sondern irgendwie auch die Grautöne dazwischen erschließen können und vielleicht Lösungen in den Grautöhnen zu finden um auch einer gesellschaftlichen Spaltung entgegentreten zu können.
- 45:17Speaker 0: Dringend!
- 45:18Speaker 0: Ich glaube das ist wirklich... Es geht um die Anerkennung des anderen.
- 45:23Speaker 0: Und das ist sozusagen beim Blick nach innen, die Anerkennung, dass du anders bist als du denkst.
- 45:28Speaker 0: Dass es das für so schmerzhaft ist und das andere ist den anderen an zu erkennen wie auch eine Welt macht oder ein großes Land wie China oder auch wie Russland zu sagen ihr seid ganz anders als wir aber ihr seid auch da ihr seid okay ihr seid uns eben bürtig ja und ich glaube dass eine Kultur die wieder mehr auf Inhalte setzt.
- 45:51Speaker 0: Das ist die Lösung, die wir jetzt brauchen.
- 45:53Speaker 0: Wir ersticken an der Dummheit und sind kurz für Idiocracy.
- 45:56Speaker 0: Also das ist ja total verrückt diese Lebensformen auch seinen Pool im eigenen Bauchnabel und dazwischen so apokalyptisches Gewitter zu Kassel nicht weiter machen.
- 46:06Speaker 0: Also wir müssen uns irgendwie wieder was Anständiges anziehen in einem schönen Cocktail oder ein Let's Talk about it natürlich!
- 46:13Speaker 0: Es ist immer schon eine Lösung gewesen weil gute Unterhaltungen haben mir auch etwas verführerisches verführen dazu mitzusprechen.
- 46:21Speaker 0: Und wir brauchen, dass die Leute wieder mitsprechen und es ist der Anfang vom Miteinander sprechen.
- 46:26Speaker 0: Aber zum Beispiel akzeptiert das ist ja das was man lernt wenn man ins Ausland fährt.
- 46:32Speaker 0: Die machen's wirklich anders als wir.
- 46:34Speaker 0: Ist auch okay.
- 46:36Speaker 0: Das ist unfassbar!
- 46:37Speaker 0: Und das hat man aber auch mit dem nächsten Menschen so oh wow so bist du gebaut oder so und so gehst du durchs Leben?
- 46:43Speaker 0: Das trägt dich auch aber ich bin gar nicht so...und das ist ganz schön.
- 46:47Speaker 0: Und diese sozusagen, das ist die Anerkennung des anderen und dass wir Formate brauchen.
- 46:52Speaker 0: Dass wir also einfach wieder so zu sagen, dass das Innere wieder einen Wert braucht in einer materialistischen Gesellschaft und dass das innere, das Medium des Inneren schon mal das Wort ist ja?
- 47:03Speaker 0: Und einfach Unterhaltungen, die geführt werden.
- 47:06Speaker 0: natürlich gibt es auch Kunst
- 47:07Speaker 0: usw.,
- 47:08Speaker 0: Musik aber dass das wieder wertvoll ist.
- 47:11Speaker 0: Und dass wir anerkennen, dass was uns nähert, dass jemand der das hört Davon etwas bekommen, was er nicht kaufen kann.
- 47:19Speaker 0: Was er begut tut!
- 47:20Speaker 0: Ja?
- 47:21Speaker 0: Also ich bin Team-Debattenkultur.
- 47:23Speaker 1: Ich habe vor sieben Jahren als ich so die ersten Ideen rund um forty eight forward und das Veranstaltungsformat damals im Ersten Schritt entwickelt hab, habe.
- 47:33Speaker 1: Die Grundlage für diese Ideen war, dass ich irgendwie gesagt habe.
- 47:37Speaker 1: Die größte Herausforderung die wir haben in den nächsten Jahrzehnten ist nicht irgendwie Digitalisierung und Technologie oder sowas sondern die allergrößte Herausforderungen ist Aufklärung.
- 47:48Speaker 1: Also wir brauchen eigentlich eine Renaissance
- 47:51Speaker 0: der Aufklärungen.
- 47:52Speaker 0: Wir suchen alle Worte.
- 47:53Speaker 0: Es gibt schon bis jetzt im Rennen europäische Aufklärungsaufgelerung.
- 47:57Speaker 0: Jetzt du neue Renaissance der aufklärung.
- 48:01Speaker 0: Das brauchen wir.
- 48:02Speaker 0: Weil bei der Aufklärung haben wir das Herz vergessen, ja?
- 48:05Speaker 0: Es war sozusagen eine Art Selbstermächtigung ohne zu gucken in welchem Umfeld ermächtigen wir uns.
- 48:11Speaker 0: Also es ist wirklich wie so ein Kind dass dann sozusagen sich so hinstellt und auf so einem riesen Müll bergne Party feiert.
- 48:17Speaker 0: Sondern alle sind so.
- 48:18Speaker 0: oh Gott!
- 48:19Speaker 0: Weißt du so die Bäume sind schon so.
- 48:20Speaker 0: oh ich hab's nicht mehr hören.
- 48:21Speaker 0: Die Tiere so nervt, nervt.
- 48:24Speaker 0: Und jetzt ist mal Schluss.
- 48:25Speaker 0: Ja, also wir sind nicht alleine auf dieser Welt.
- 48:29Speaker 0: Oder das ist sozusagen eine ganz andere.
- 48:31Speaker 0: Früher war der Trost du bist nicht alleine Gott sieht alles.
- 48:33Speaker 0: ja okay.
- 48:35Speaker 0: Also die Wahrheit ist man selbst sieht alles und das bedeutet es mit seiner Seele zu sprechen.
- 48:39Speaker 0: Es bedeutet sich der Wahrheit zu stellen dass Du selbst alles siehst und dass Du mitschreibst Und dass Du ganz genau weißt ob Du Deinen eigenen Respekt verdient hast Deine Achtung oder Nicht.
- 48:49Speaker 0: Aber es bedeutet auch Wir sind in diesen komplexen Interaktionen.
- 48:56Speaker 0: Das ist die Einladung des Augenblicks.
- 48:58Speaker 0: Wir haben große Probleme, wir sind nicht allein!
- 49:01Speaker 0: Die Natur ist da, die Tiere sind da als alle wollen mit und wir sind da.
- 49:06Speaker 0: Und es ist wirklich Zeit, glaube ich nach innen zu blicken.
- 49:13Speaker 1: Du hast vorhin schon die vielen Neonazis und so weiter angesprochen... ...und das sind ja nicht nur Neonazi's, es ist ja alle Arten von... Ich sage jetzt mal Meinungs- und Einstellungsextremen in unserer Gesellschaft.
- 49:30Speaker 1: Glaubst du, dass wir diesen Extremen auch so ein Stück weit mit Aufklärung begegnen können?
- 49:36Speaker 1: Also das wir am Ende des Tages Bildung einen Schritt sein kann um diese Leute abzuholen und den vielleicht auch erstmal bewusst zu machen was sie da eigentlich für ein Schwachsinn reden.
- 49:48Speaker 0: Komplexes Thema!
- 49:50Speaker 0: Also irgendwie eben irgendwas bewusst zu.
- 49:54Speaker 0: Ich scheitere damit selbst mit mir.
- 49:56Speaker 0: Also ich kann mir selber Sachen nicht bewusst machen, das ist wirklich die Demut ja?
- 50:00Speaker 0: Also ich weiß es und ich mach's dann nicht wenn so oh Gott!
- 50:03Speaker 0: Und also ich glaube sozusagen diese... Das erste Projekt der aufgeklärten Aufklärung ist irgendwie zu sagen wir haben nicht genug hingeschaut.
- 50:11Speaker 0: Wir haben nur auf uns geschaut und nicht auf die anderen.
- 50:15Speaker 0: Es betrifft aber auch das Ganze.
- 50:18Speaker 0: der kritischsten Folgen der Aufklärungen besteht darin dass durch diese Dezentralisierung von Macht und Deutungshoheit der Einzelne in die Verantwortung genommen wurde, und in die Individualität aber das gemeinsame verloren gegangen ist.
- 50:34Speaker 0: Und es müssen wir wiederfinden!
- 50:35Speaker 0: Das bedeutet du hast auch so eine paradoxe Bewegung.
- 50:38Speaker 0: Von einerseits musst du wirklich die einzelnen Erfahrungen – und das ist besonders auch in Erfahrungen mit Rassismus oder mit Sexismus oder so, denn die Geschichte der Einzeln muss gehört werden Wir müssen das gemeinsame wiederfinden.
- 50:50Speaker 0: Ich nenne es die menschliche Betriebsanleitung.
- 50:53Speaker 0: In dieser menschlichen Betriebsanleitung ist zwar ganz klar, dass Bildung wichtiger ist als jemanden für den Arbeitskampf vorzubereiten.
- 51:00Speaker 0: Das war genau der Hook mit Listening Society, das eine gesamtgesellschaftliche Idee ist Dass wir Menschen glücklich und produktiv sind Wenn wir begreifen, dass wir werdende Wesen sind Die sich innerlich entwickeln Und durch Beziehungen wachsen.
- 51:14Speaker 0: Wenn wir das verstanden haben wenn das wichtiger ist zum Beispiel, denn es ändert sich unsere ganze Welt.
- 51:19Speaker 0: Wir gehen immer noch in die gleiche Schule aber der Inhalt ist irgendwie anders und das ist die Zukunft.
- 51:24Speaker 0: also deshalb ist wirklich ein Bewusstseinswandel um den es geht Und Es ist eine Aufgabe wo's immer wieder man sagen muss okay Zu zu sorgen dafür zu sorgen dass ich da extreme treffen wie du es ja auch gerade erzählt hast Ja so dass sich ganz unterschiedliche weltanschauungen ins gespräch kommen zu gucken dass wir nicht mit Verachtung auf die blick die andere verachten dann verachtet man nur weiter.
- 51:46Speaker 0: Das bringt uns jetzt gar nichts, wenn wir die Corona-Leugner verachten.
- 51:49Speaker 0: Sondern wie können wir Verständnis-, Dialog und auch den anderen stehen lassen?
- 51:55Speaker 0: Und gleichzeitig sagen so geht das aber nicht weiter!
- 51:57Speaker 0: Also es gibt etwas dass man aufstehen muss, wenn jemand angegriffen und verletzt wird.
- 52:01Speaker 0: Dass wenn es antisemitische Übergriffe gibt, dass wenn sozusagen irgendwelche Muslime erschossen werden in irgendwelchen Dönerboden.
- 52:08Speaker 0: Das geht nicht genauso wie wenn Menschen ertrinken im Mittelmeer.
- 52:11Speaker 0: also Wir müssen einerseits mit den andern sitzen, wir müssen aufsteh'n und dafür gerade stehen, was wir für richtig halten.
- 52:17Speaker 0: Und es ist auch so eine paradoxe Anforderung.
- 52:19Speaker 0: aber ich denke Wir sind genau dafür gebaut.
- 52:22Speaker 0: das ist auch in der Betriebsanleitung da steht So you can do it!
- 52:25Speaker 0: You have paradox?
- 52:27Speaker 0: Jetzt
- 52:28Speaker 1: könnte man ja sagen, wir haben gerade hier in Deutschland eine ziemlich gute Betriebsanleitung.
- 52:31Speaker 1: Weil wir sehr viel gelernt haben sollten aus der Vergangenheit.
- 52:35Speaker 1: Würdest du sagen, man muss diese Betriebsanleitung ständig neu erfinden oder sind die Mechanismen eigentlich immer die gleichen?
- 52:41Speaker 0: Die Mechanismer sind relativ gleich.
- 52:42Speaker 0: also da kannst du das echt zu Epikur zurückgehen.
- 52:44Speaker 0: Da hat er schon einige gute Grundlagen Arbeit geleistet.
- 52:47Speaker 0: aber ich glaube... ...das war ein elitärer und sexistischer Verein Und den hat das Herz gefehlt und das Gefühl.
- 52:59Speaker 0: Wenn wir wirklich daran denken, es kam echt aus diesem Dekatschen auch dieser verrückten Machbarkeit nur die Welt als Wille und Vorstellung alles ist in meinen Gedanken.
- 53:07Speaker 0: Es wurde sozusagen die Erdung vergessen ja?
- 53:12Speaker 0: Und auch die Gefühle!
- 53:14Speaker 0: Ich glaube dass was auch im Umgang mit der Vergangenheit wichtig ist, ist Trauerarbeit.
- 53:22Speaker 0: dass wir wirklich endlich sind, wie kostbar das Leben ist.
- 53:25Speaker 0: Wie kostbar jedes einzelne Leben ist!
- 53:27Speaker 0: Wie kostba... Das Leben von einem Kind ist es im Mittelmeer ersoffen so ungezählt und ohne Namen.
- 53:33Speaker 0: Erst wenn du dir das wirklich bewusst machst auch in einem, dass du es jetzt erst mal nicht ändern kannst ja auch was.
- 53:38Speaker 0: ich habe gerade nichts mehr von Afghans gehört aber ich glaube es ist nicht so cool da unten Und wir wissen all diese Dinge.
- 53:43Speaker 0: Aber erst wenn du dich sozusagen In deiner Betroffenheit und deine Beziehung zum Leben spürst.
- 53:51Speaker 0: Also sozusagen Die aufgeklärte Aufklärung ist ein Widerstand des Herzens gegen diese totale Verwertung und auch irgendwie so Okay-Werdung von allem.
- 54:03Speaker 0: Und zu sagen, nein es ist nicht okay!
- 54:05Speaker 0: Ja, ich kann echt heulen wenn ich dran denke dass der Regenwald immer noch brennt.
- 54:09Speaker 0: Ich war mal im Regen Wald!
- 54:11Speaker 0: Ich habe mich da zu Hause gefühlt.
- 54:12Speaker 0: Ich fühle ein Gefühl wenn ich daran denke... ...ich kann das nicht beschreiben von Verlust, von Trauer und Betroffenheit Und es ist echt dieses Gefühl das wir der Erde gegenüber empfinden müssen wie so die ersten Astronauten erzählt haben Wenn sie dann so runter geguckt haben auf diesen ganz zerbrechlichen blauen Planeten.
- 54:30Speaker 0: Der ist so klein!
- 54:31Speaker 0: Wir sind jetzt über den kleinen Planeten und dann sind erst die großen Und erst wenn wir die Erde wieder lieb haben, sind wir überhaupt motiviert uns tatsächlich zu engagieren.
- 54:42Speaker 0: Ohne Gefühle machst du letztlich auch nur was irgendjemand sagt und seien es deine eigenen Gedanken.
- 54:50Speaker 0: Da geht der Weg so hin.
- 54:52Speaker 1: Also eine Menge Arbeit, die da vor uns liegt als Gesellschaft?
- 54:56Speaker 0: One day at a time!
- 54:58Speaker 0: Ist nicht so schlimm.
- 54:59Speaker 0: Augenblick für Augenblick Ja, aber es ist ja klar.
- 55:02Speaker 0: Also meine schlimmste Kritik an den letzten zwanzig Jahren war, dass das so furchtbar langweilig war.
- 55:07Speaker 0: und es stimmt jetzt auch nicht.
- 55:09Speaker 0: Es viel passiert und so weit ihr wollt' ich über Nine Eleven reden?
- 55:11Speaker 0: Aber es gibt sozusagen in diesem geistlosen Materialismus der Letzten, seit den achtziger sind Gordon Gekko sagt er!
- 55:21Speaker 0: Es ist ja viel schöner, wenn wir wieder miteinander reden.
- 55:25Speaker 0: Wenn wir miteinander reden müssen, dann also gut so be it!
- 55:30Speaker 0: Aber alles ist besser als in die Idiocracy abzutriften.
- 55:33Speaker 1: Perfektes Schlusswort würde ich sagen.
- 55:36Speaker 1: Ich danke dir sehr und sollte jeder mal für sich selbst mit den Glücksversuchen starten.
- 55:43Speaker 1: Dann kann ihr erst einmal im Kleinen für sich ausprobieren ob man da vielleicht das ein oder andere für sich selbst lernen kann.
- 55:51Speaker 0: Ja, ich danke für die Einleitung!
- 55:53Speaker 1: Danke dir!
- 55:54Speaker 1: Das war es leider schon... Die letzte Runde ist ausgetrunken und das Gespräch zu Ende.
- 56:00Speaker 1: Vielen Dank fürs Zuhören.
- 56:03Speaker 1: Bitte in Rücksicht auf die Nachbarn und sei leise wenn du die
- 56:06Speaker 0: Bar verlässt
- 56:08Speaker 1: aber vergiss auf keinen Fall den abonnieren Button zu klicken.
- 56:16Speaker 1: Gin & Talk ist ein Podcast von Forty-Eight Forward, produziert in den Forty Eight Forward Studios in München.