Latest / Gut Baum! / Johann Wolfgang von Ginkgo
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- Philipp: Hallo und willkommen zu Folge 1, heute unseres Beziehungspodcars. In unserem Falle zu einer ganz besonderen Beziehung und zwar der zwischen Goethe und dem Gingobaum. Ein Baum, zwei Plätter oder doch ein Blatt mit zwei Hälften. Schon der Gingu wusste offenbar nicht so genau, ob er lieber allein oder zu zweit durchs Leben gehen möchte und genau das hat schon Johann Wolfgang fasziniert. Heute tauchen wir ein in die Welt eines Dichters, der nicht nur Worte wachsen ließ, sondern auch Gedanken und Bäume. Zwischen Poesie, Botanik und einer Prise Romantik fragen wir uns, was macht diesen Baum so besonders? Warum brachte ausgerechnet ein Blattgöte ins Grübeln und kann ein Gewächs tatsächlich eine Liebeserklärung sein? Dazu kommen all meine Fragen zum Baum, den ich bis zuletzt irgendwie immer mit Rocky in Verbindung gebracht habe und einige Plätze, denen Goethe nie war. Also macht es euch bequem, faltet eure Aufmerksamkeit nicht in zwei Hälften und begleitet uns auf eine Reise durch Literatur, Natur und die vielleicht berühmteste botanische Freundschaft der deutschen Kulturgeschichte. Mir gegenüber, heute getrennt durch einen Monitor, sitzt Daniela Antoni, die in der letzten Woche zur selbsternannten Goethe-Expertin geworden ist. Hallo, Dani! Danni: Hi Philipp, ja erstmal vielen Dank für das mega Intro und ja ist tatsächlich so, weil mir war, also wir gehen erstmal dazu über, wie kommen wir eigentlich immer auf diese Folgen, die wir euch ab heute den nächsten Wochen credenzen werden und in dem Fall war es so, ich hatte ja für unsere Introaufnahme, hatte ich Philipp in der Nähe von Erfurt besucht. Wir sind dann durch Erfurt und Weimar geladet und sind dann irgendwie auf Goethe hängen geblieben. so, ja eigentlich könnten wir Goethe nehmen, weil er war ja hart der Dent Ologe eigentlich so und kam bei Philipp auch gut an und so sind wir dann verblieben. Und es ist ja tatsächlich so, also jeder kennt ihn als Dichter, jeder kennt Faust, der Elkönig, meistens auch noch die Italienreise. Aber die wenigsten wissen eigentlich, dass er ziemlich, ziemlich viel im Bereich Natur gemacht hat und da einfach unsere, ja, underratedste Naturkorrifäe schlechthin ist irgendwie. Philipp: Außerdem war es auch ganz guter Einstieg für unsere erste Folge, da sowohl Danni's Hood mit seiner Geburt in Frankfurt am Main Danni: Mmh. Philipp: und meine Ecke mit gestorben in Weimar und alles was dazwischen liegt ganz gut verbindet. Deswegen ist es auch außenrum, glaube ich, zum Einstieg eine ganz gute Klammer. Danni: Ja, also und ich fand es auch echt spannend, weil du meintest vorhin ja schon so, ich bin jetzt hier Güte, also ich bin echt deep in die Recherche eingestiegen und finde es so spannend, was er so bewirkt hat. Also erst mal, wurde 82 Jahre alt. Da dachte ich schon, boah, so alt für damals. Und zum Beispiel Humboldt, also sein Kumpel, der ist ja mit fast 90 gestorben. Und ich dachte immer, ja krass eigentlich, die Leute damals sind die nicht immer... super früh gestorben. Und die Statistik wird da tatsächlich erstmal, erstmal den ersten Fakt zu droppen, die wird so ein bisschen verfälscht, weil damals eine ziemlich hohe Kindersterblichkeit geherrschte. Das heißt auch Goethe, hatte fünf Kinder, nur eins davon hat überlebt und das zieht den Durchschnitt so ein bisschen nach unten. Aber die Leute wurden damals tatsächlich durchaus auch 70 oder 80 Jahre alt und Goethe ist da einfach ein super Beispiel dafür. Philipp: Und in das hohe Alter mit 82, vor allen Dingen hoch für die damalige Zeit, hat er, glaube ich, auch ziemlich viel reingepackt. Allein das, was jeder in der Schule schon mitgekriegt hat, ist relativ viel, aber auch rundherum. Zum Beispiel habe ich jetzt durch die Goethe-Expertin mir gegenüber auch erfahren, dass er nicht nur in Leipzig studiert hat, sondern auch Jura studiert hat. Ich bin ja Danni: Ja und hier da muss ich schon mal Philipp: oder so. Danni: kurz den ersten Fakt droppen. Er hat Jura störtlich erstmal weil das sein Dad wollte. So und dann habe ich rausgefunden, er hatte damals eine Kanzlei und die lief so unsagbar schlecht. Das heißt er war überhaupt nicht, also klar er war in vielen Gebieten echt gut, aber zum Beispiel als er seine Kanzlei eröffnet hat, das Ding lief halt einfach nicht so und deswegen ist er auch dann glaube ich nach Weimar berufen worden. Philipp: Genau, er ist nach Weimar und ist dort Minister geworden. Da kam ich dann ins Spiel, weil natürlich er nicht nur in Weimar am Start war, sondern auch überall rundrum. da, wie soll ich sagen, kein Kostverächter war, gibt es ungefähr keine Kneipe im Umkreis von uns zu Hause von x Kilometern, wo Goethe nicht zumindest angeblich war und seine Kutsche da vor der Tür geparkt hatte, weil glaube ich auch sein Radius mit der Kutsche nicht ganz so weit war, musste da auch öfter übernachten und so ist es auch ein bisschen so ein Running Gag geworden, es mittlerweile das Schild mit hier war Goethe nie eigentlich viel öfter gibt und viel mehr zu kaufen gab, weil die Orte wahrscheinlich weniger sind. Danni: Ja, könnt ihr auch demnächst übrigens oder nicht demnächst, also sobald ihr den Podcast hört, gibt es das natürlich schon auf unserer Instagram-Seite zum Podcast sehen. Das heißt, da packen wir euch dann auch nochmal jedes Mal, wenn wir eine Folge machen, eben die Abbildungen dazu rein. Und da ist eben auch dieses schöne Schild zu sehen, von dem Philipp gerade gesprochen hat. Und ich fand noch spannend, weil damals, obwohl er so ein Natur-Nerd war eigentlich, ja gut sein Dad wollte, dass er halt Jura studiert, aber damals gab es auch noch nicht so viel so und er wurde ja zum Minister berufen und war dann unter anderem zuständig für Bergbau Und da es aber damals kein Geologie-Studium gab, hatte er damals für sich eben so bisschen beschlossen, wenn ich jetzt schon Minister bin, dann muss ich auch wissen, was das mit den Steinen, Mineralien so auf sich hat. Und darauf hat auch so bisschen seine Forschung gefußt. Das heißt, der hat sich nicht nur mit Pflanzen beschäftigt, sondern auch ganz viel mit Gesteinen, mit Landschaften. Und damals gab es, was ich jetzt so rausgeführt habe, es gab ja weder Biologie, noch Chemie, noch Physik. Das heißt, konntest damals nur Medizin studieren. Daraufhin konntest du dich noch mit Pharmazie raus beschäftigen. Und das war's dann schon fast. das ist halt ziemlich krass. Philipp: neben Pflanzen und Steinen, Landschaften, Anatomie hat er sich auch mit Physik beschäftigt und da komme ich wieder ins Spiel, weil nicht nur auch mal Physik Vorlesungen hatte, sondern er sich auch mit Licht beschäftigt hat und mit Farben und Brechungen und auch Farbmodelle erstellt hat und so. Da war glaube ich auch einer der ersten mit. Danni: Was ich bei ihm richtig krass fand, der hatte damals auch schon so einen Blick. Der hat sich zum Beispiel darauf fokussiert, wie sehen Farbenblinde die Landschaft? Weil gerade bei Männern ist ja diese Rot-Grün-Blindheit total weit verbreitet. Ich weiß jetzt nicht, ob das der Grund war, warum er das gemacht hat, aber er war schon auch für seine Zeit so, hat er halt viele Sachen mitgedacht und das fand ich mega spannend. Und ist nicht auch, wo du sagtest, so gerade Physik sein Haus, weil wir waren ja in Weimar, dann wie heißt es, Haus, wir da waren? Philipp: Gartenhaus, Götis Gartenhaus. Danni: Ja, ja, Gartenhaus an der Ilm, genau. Und da ist ja irgendwie auch was am Fenster kaputt. Und wenn ihr da mal in Weimar vor Ort seid, dem Park, dann achtet mal da drauf, weil in diesem Fenster, man denkt, ist jemand ein Stein dran geworfen, da hat er praktisch immer seine Versuche zum Licht gemacht, weil er da immer irgendwas durchgesteckt hat. weil das ist alles mega spannend mit ihm. Philipp: Lohnt sich übrigens gleich doppelt, weil ich komme da relativ häufig vorbei. Da überlege ich jetzt die Reihenfolge. Nicht eher sein Gartenhaus, sondern später der Ilmtalradweg direkt an seinem Gartenhaus vorbei gebaut wurde. Und der führt durch den Park an der Ilm kilometerlang gerade an der Ilm vorbei mit schattigen Plätzchen, mit der Möglichkeit in Weimar Kaffee zu trinken. Also lohnt sich doppelt, kann ich sagen. Danni: Ich fand den Park auch mega schön. ja von der Stiftung Weimar. wohl ist da nicht mehr der Garten von Goethe, er damals war, erhalten. Aber es stehen aus der Zeit wohl noch sehr viele, also wahrscheinlich die Eichen, dort eben noch erhalten sind. Die sind aus der Zeit damals und wo er sein Häuschen eben hatte. Da stehen jetzt wohl zwei sehr alte Bergarhorn auch noch im Garten drin. Philipp: Als er da am Start war, wahrscheinlich die Parkanlage noch nicht so groß und so wie jetzt wurde der Radweg von dem ich gerade gesprochen habe langführt oder hast du da noch irgendwas ermitteln können wie das da aussah? Danni: Ja, damals war das wohl einfach nur ein ziemlich großes Grundstück mit Parkcharakter. Man muss sich ja auch vorstellen, so Goethe war ja jetzt nicht so ein Normalbürger. Das heißt, die waren ja schon reich. Das heißt, die hatten Geld. Er hat jetzt auch nicht so diese Feldforschung allein gemacht, sondern das muss man sich eher so vorstellen, dass der mehrere Bedienstete hatte und komme er her und sortiere mir die Samen. Irgendwie so muss es abgegangen sein. Also das darf man sich glaube ich nicht zu... stringent auf ihn vorstellen, dass er so der der Macke da war. Er hatte einfach viel Geld, er hatte viele Leute, die ihn Sachen auch zugeschickt haben. Also so ist jetzt zum Beispiel auch sein Herbarium entstanden. Das war so 1790, nur auch mal eine Zahl zu nennen, damit wir wissen, wo wir uns hier befinden. Da war er ungefähr 40. Ab da begann er erst intensiv Pflanzen zu sammeln. Das Herbarium, das er da hat und das auch belegt ist, das hatte so ungefähr die 2.000 Pflanzenbelege. Das ist ja keine Privatsangrume mehr. Das machst du auch nicht einfach aus Spaß an der Freude, weil du da irgendwas sammelst, sondern das war ja wissenschaftliche Arbeit, er da gemacht hat. Die Hälfte von diesen Sachen, die er da gesammelt hat und die ihm auch zugeschickt wurden aus der ganzen Welt. Die sortierte er nach dem System von Linnaeus. Das war damals der Typ, der alle Pflanzen mehr oder weniger das erste Mal entdeckt hat. Nach dem sind eben auch viele benannt. hat aber auch ungefähr die Hälfte von seinem Herbarium, das hat er selbst systematisiert oder sortiert oder eben halt mit seinen Gehilfen. Das muss eine unfassbar spannende Zeit gewesen sein, weil du... Wenn der heute einen Instagram-Kanal hätte, der würde halt Pflanzen droppen oder der würde sagen, so habe ich heute gefunden oder habe ich heute zugeschickt bekommen hier aus England oder da wurde mir was aus Spanien zugesendet. Das heißt, es wäre ultra spannend. das hat er halt damals seine Feldforschung eben bei sich da betrieben und hat einen unfassbar großen Schatz hinterlassen, auf den wir heute bauen können. Philipp: Würdeder heute noch was neues finden. Danni: Unbedingt, weil gerade bei Bäumen, bei Pflanzen, bei Insekten, egal was du hernimmst oder unter See, 80 Prozent aller Sachen sind da noch gar nicht entdeckt. Bäumen auch. Bäume oder während meines Studiums damals, 2010, das fand ich ultraspannend. das gibt's doch überhaupt nicht. Weil wir mussten so Insekten sammeln und die töten und dann so ein, weiß gar nicht mehr wie das hieß. Also es war auf jeden Fall nicht mein Lieblingsfach. die man vielleicht schon durchhört. Eine Kommilitonin von mir, hatte damals tatsächlich einen Käfer gefunden, den gab es vorher nicht, also den kannte man noch nicht. das heißt, so ist es auch heute noch. Alle Naturforscher, finden heute immer noch Sachen, die noch nicht entdeckt sind. Philipp: checkt man aber als naturforscher oder check ich das auch wenn irgendwas dabei ist was ich noch nie gesehen habe? Danni: Nein, nein, das checkst du nicht. Das checkt ja noch nicht mal der Naturforscher. Das heißt, selbst meine Kommilitonin musste ja damals zum Prof hingehen und musste sagen, hm, ja, konnte sie nicht bestimmen. So, steht dann halt ohne Namen in deiner Sammlung drin. Und der bestimmt das dann weiter und sagt, krass, gibt's ja noch gar nicht oder haben wir noch gar nicht. Also passiert auf jeden Fall ständig, ohne dass du das mitbekommst. Auf der anderen Seite muss man auch sagen, es sterben natürlich auch gleichzeitig so unfassbar viele Arten aus. Ich weiß gar nicht wie viel, ich glaube das letzte Mal als ich das nachgeguckt habe, war vor circa zwei Jahren, da waren wir ungefähr bei 100 Arten pro Tag. Aber du könntest auch tatsächlich neue entdecken. Das heißt, ist ein superspannendes Ding. Philipp: Jetzt hat er also den ganzen Kram neu gefunden, in sein Heft geklebt, gepresst, wie auch immer hat er seine Lakaien machen lassen und wo bei der ganzen Geschichte kommt jetzt der Gingo dazu oder hat er den auch gefunden? Danni: Nein, tatsächlich nicht. war auch nie in Asien. Also der Ginkgo kommt ja aus Asien. Das heißt, der ist einige Jahre vorher, bevor Goethe mit seiner Forschung angefangen hat, war es damals auch total in irgendwelche Pflanzen mitzubringen. Das heißt, der war schon auf dem Kontinent von uns tatsächlich. Und der hatte für Goethe wohl auch nie so das Ding, dass der da groß im Herbar erscheinen muss. Allerdings hat der Ginkgo schon aufgrund seiner Art als Baumart schon eine Sonderstellung. Aber ich weiß gar nicht, ob das Goethe damals schon so bewusst war. es gab den damals auf jeden Fall schon. Und was wir beide auch rausgefunden hatten, da in der Nähe oder auf der Parkanlage Wie hieß der Bereich da hinten dran? Philipp: Pushkinstraße, Pushkinplatz. Da hängen wir auf jeden Fall auch ein Bild nochmal mit an. Danni: ja, genau. Der Pushkin Platz. Ja, Da ist auf jeden Fall ein super altes Exemplar, also so 200 Jahre. Das heißt, der fand die Baumart schon ultra spannend, Philipp: Ja, okay, also fand er den Baum nur toll oder gibt es noch was, den auch wirklich besonders macht im Gegensatz zu allem anderen? Also kurz für alle Zuhörenden, wir waren ja im Park an der Ilm unterwegs zusammen und da gab es ja unzählige verschiedene Baumarten, da entlang der Wege zu sehen sind. Da kommt vermutlich in den nächsten Folgen auch die ein oder andere nochmal vorbei, bildlich als auch textlich und inhaltlich. also gibt es irgendwas, da noch ein alleinstellungsmerkmal des gingo baums ist. Danni: Ja, also rein aus dendrologischer Sicht ist das der Baum schlechthin. Also deswegen fand ich es auch schön, dass wir ihm die erste Folge so widmen, weil er ist unter allen Baumarten so das Besondere, dass es gibt. Also wir haben auch so eine Gesellschaft in Deutschland, die Deutsche Dendrologische Gesellschaft, die hat ihn auch als Logo. eben weil das so eine ganz ganz besondere Baumart ist. Also den gibt schon so ungefähr 200 Millionen Jahre. Also der ist so alt wie die Dinosaurier. Als die über die Erde liefen, da standen schon Ginkos da rum. Das finde ich halt, wenn ihr das mal so einfach verbildlicht, ist das einfach so der Hit. So und heute steht er halt bei uns als Stadtbaum vor Rathäusern, in Schulen, in der Fußgängerzone. Aber was noch verrückter ist, er hat überhaupt keinen lebenden Verwandten mehr, so also keinen Nahen. seine ganze Verwandtschaft ist ausgestorben und ist der letzte Überlebende dieser einzigen uralten Pflanzengruppe. Ginkgoa, Zeela, wobei das muss ich noch mal recherchieren, das heißt glaube ich anders. Und jetzt kommt mal ein Tipp für alle Zuhörer, also alle die den Baum noch nicht kennen oder die sich vielleicht mal näher damit beschäftigen wollen, nehmt einfach mal so ein Blatt vom Ginkgo, nehmt es in die Hand und haltet es gegen die Sonne. Das ist so was Schönes, weil man erkennt da was ganz Erstaunliches. Die Blattadeln, die verzweigen sich nicht wie bei ganz normalen Laubbäumen. Und stattdessen siehst du was ganz Spezielles. Nämlich, sieht aus, als hätte man so ganz viele kleine Nadelblätter nebeneinander gelegt und das ergibt dann einen Blatt. Das stimmt natürlich nicht, aber es ist, wenn du das betrachtest und in der Sonne anguckst, dann ist es einfach was ganz Außergewöhnliches und das zeigt auch Ja, weil der Baum gehört nicht zu den Nadelbäumen und er gehört nicht zu den Laubbäumen. Also wir unterscheiden da ein nacktsamer und bedecktsamer. Aber das würde jetzt zu weit führen. Und... Ja. Philipp: auch für mich jetzt ganz schön viel input auf einmal aber das mit dem blatt das das werde ich auf jeden fall probieren weil was ihr vielleicht schon gesehen habt oder noch nicht das bild zur folge mit den plättern kommt von meinem hofen der baum steht direkt vor meinem büro also ich werde das auch zeitnah jetzt noch mal probieren und vielleicht kriege ich gegen das licht auch mal ein ordentliches foto gemacht Danni: Und wenn ihr, weil da werden noch mehrere Bilder sein, der Baum hat auch eine ganz einzigartige Baumarchitektur. heißt, jeder Baum sieht so ein bisschen anders aus. Normalerweise Laubbäume, das kennt ihr, die haben meistens so einen breiten Wuchs oder wenn ihr euch so eine alte Linde vorstellt, ist einfach was ganz Erhabenes. Und Ginkgos, die wachsen monopodial. Das heißt, die wachsen wie Nadelbäume. Das heißt, nur die Spitze wächst nach oben. Und das ist auch etwas, ganz besonders bei ihm ist. Und so erkennt man ihn an der Silhouette, am Habitus sagen wir, schon von weitem einfach. Philipp: jetzt hat goethe den ginkgo nach weimar vielleicht pflanzen lassen oder auch nicht fand das ding mega gut aber hatte den namen auch von goethe oder woher kommt der name Danni: Boah, das ist eigentlich so bisschen so, Ja. Philipp: weil ich das das hatte ich ja auch im intro gesagt jetzt muss ich ja schon anfangen mich selber zu lachen aber wir haben ja mega coole zeichnungen von klima baumhelden und Danni: Ja. Philipp: Es gibt das Schild von Klimabaumarten oder für die Klimabaumarten über die Klimabaumarten auch zum Ginkgo. Und das gab es tatsächlich in der ersten Version immer mit Schreibfehler, weil ich bei Ginkgo und dem lateinischen Namen irgendwie immer zu Rocky Balboa abgeklitten bin und deswegen stand dann da auch Ginkgo Balboa drauf, Danni: Mhm. Ja. Philipp: was wie ich dann gelernt habe, nachdem ich das erste gedruckte Schild auch korrigiert habe, nicht ganz so richtig war. Also nicht rocky. Danni: Ja, mir ist es gar nicht aufgefallen. ich fand es aber mega lustig, vor allem wenn du siehst, den anderen ist es auch nicht aufgefallen. Nämlich 1712 wurde der Baum das erste Mal von Engelbert Kemper benannt. Und der hat ihn praktisch nach der japanischen Schreibweise ginkiyo genannt. Das heißt G-I-N-K-Y-O. So, und Linnae hat dann ein paar Jahre später ein Schreibfehler draus gemacht und hat ihn ginkgo. genannt, also so wie wir ihn heute auch nennen. Und Goethe, der hat ja dann nochmal in seinem Gedicht, auf das wir später dann auch nochmal kommen, der hat einfach das K ganz weggelassen, damit es phonetisch geiler klingt. Das heißt, allein schon der Name ist so, ja, der beruht eigentlich auf einem Fehler in der Wissenschaft. Und das finde ich so richtig krass, dass sowas bestehen bleibt. Philipp: beruhigt mich aber, weil dann ist der erste Teil Fehler der Wissenschaft, der zweite Teil mit... ich muss noch mal aufs Schild gucken... wie ist es richtig? Biloba? Also mit Balboa, das ist dann mein Fehler. Quasi Danni: G'nau. Philipp: hat sich die Wissenschaft und Philipp an der Stelle gleichgehört. Das fühlt sich jetzt weniger schlecht für mich an, wenn die Wissenschaft auch Fehler macht, darf ich auch. Danni: Jaja genau, das heißt, es ist überhaupt kein Ding. Genau. Ja. Und es bleibt ja dabei bestehen, also Ginkyo, wie es eigentlich hieß, bedeutet weißer Pfirsich. Das geht auf die Früchte bzw. auf den Samen zurück, kommen wir später auch nochmal dazu. Und sein Zweitname Biiloba bedeutet zweilappig. Das heißt, zweilappiger weißer Pfirsich, wenn du es so sehen willst, würde er eigentlich heißen. Und im Deutschen nennt man ihn aber auch Fächerblattbaum. Das heißt, sagen fast alle, glaube ich, Ginko zu ihm, kaum jemand nennt ihn Fächerplattbaum. Also der Name ist auf jeden Fall auch super speziell. Und der wahrscheinlich der berühmteste Schreibfehler der ganzen Botanik. Philipp: Dann ist ja die nächste Frage, wie kam Goethe zum Gingo, beziehungsweise wo kommt sein Gedicht her und was haben diverse Frauen oder zumindest eine damit zu tun? Danni: Ja, also das mit Goethe, das fand ich auch ultra spannend, weil so als Dichter natürlich brauchen wir dann diverse Musen. Und ich glaube, Goethe hat das auch ziemlich ausgereizt für die damalige Zeit. Das heißt, ich konnte allein sechs Frauen finden, die mir ihm, ja, oder die ihn in Zeit seines Lebens in Philipp: zuschreibt. Danni: irgendeiner Art und Weise begleitet haben. Und... Das heißt, ziemlich am Ende seines Lebens hatte er sich noch mal übelst neu verliebt bzw. kannte sie schon länger. Das war die Marianne von Willemer. Und der hat ihr praktisch dieses Geschenk, dieses Gedicht gewidmet. Und ich würde eben mal einen Brief vorlesen, nur damit man sich mal vorstellen kann, wie das damals abging. Heute würde man sich wahrscheinlich irgendwelche Emojis schicken und damals hat man sich praktisch folgendes geschickt. Philipp: GINGLE BLOOD EMOJI Danni: Stimmt, gibt's noch nicht. Eigentlich bräuchten wir einen Ginkgo Emoji. Ja, das wäre eigentlich der Hit. So, jetzt lese ich erst mal vor. An meine alle liebste Marianne, nun, da du sagst und so lieblich, dass du meinen gedenkst und gern gedenken magst, so höre doppelt und dreifach die Versicherung, dass ich jedes deiner Gefühle herzlich und unablässig erwiedere. Wäre ich Hut Hut, das ist auch wieder so eine Referenz, nämlich ist das der Wiederhopf, anscheinend haben die mal bei irgendeinem Treffen einen Wiederhopf besucht, also wäre ich Hut Hut, ich liefe dir nicht über den Weg, sondern schnurstracks auf dich zu. Und jetzt ist es nicht so, der schreibt ja nicht nur Briefe, sondern hier war es auch so, da hat er ein Geschenk dazugelegt und auf der Schachtel, wo auch Schmuck und ja so andere Sachen noch drin waren, war ein Bild von diesem Videhop. Also man stelle sich das mal vor, ja so war das damals und das ist halt super nice, weil er saß ja woanders, das heißt die mussten sich ja schreiben, das heißt du konntest ja nicht mal eben eine SMS hin und her schicken und ja das heißt Das muss eine richtig krasse Liebessache damals gewesen sein und so ist eben auch dieses wunderschöne Gedicht entstanden. Philipp: Ja und dann geht die Geschichte so weiter, dass er nicht nur Bilder vom Videop verschickt hat, sondern auch das Gingoplatt. Vermutlich ist deswegen auch nicht in seinem Herbarium eingeklebt, weil er es verschickt hat. Er hatte nur das eine oder so ähnlich. Aber das lassen wir mal dahingestellt. Aber da Johann Wolfgang ja anscheinend ein ziemlicher Checker war, hat er das ja nicht ohne Hintergedanken gemacht, sondern hat das Blatt ja gezielt ausgewählt und kein Lorbeerblatt genommen oder... was auch immer mal für Plätter verschickt. Ich verschick selten Plätter, bin da jetzt nicht so drin. Aber er hat sich den Kopf gemacht und hat genau dieses Blatt genommen, weil es eine Einheit symbolisiert und doch geteilt ist. Und wer das nicht versteht, der kann jetzt kurz reinhören in sein berühmtes Gedicht, was daraus hervorging. Und das heißt nicht Rocky Balboa und auch nicht anders, sondern Ginggo Biloba. und zwar ging mit nur einem G. Danni: Hier ist es mal super spannend, weil er sagt ja damit, dass ein Baum aus dem Osten, also aus Asien, uns rüber Und er gibt auch schon den Geheimtipp mit, nämlich in Asien sind die Samen von dem Baum eine Delikatesse. Das heißt, ihnen zu kosten, das muss super lecker schmecken. Ich persönlich habe es auch noch nicht probiert. Philipp: daher auch die Versicht-Geschichte. Weil du hast doch vorhin gesagt, der Name kommt von FOM. Danni: Ja, genau. meine, ja, könnte ich mir vorstellen, dass es so bisschen nach Pfirsich schmeckt. Ja, vielleicht könnt ihr uns ja mal in die Kommentare spalten, weil ihr könnt uns natürlich auch schreiben. Würde mich echt mal interessieren, ob ihr das schon probiert habt und wie es schmeckt. Philipp: Das auf jeden Fall und wenn ich irgendwo sehe wie es aussieht, dann würde ich auch, sobald es soweit ist, die nächste Radtour über Weimar legen und mal gucken ob ich da was abgreifen kann. Danni: Nö. Philipp: Weiter geht es mit Strophe 2. Danni: Also hier gibt er, also das weiß ich gar nicht, ob er das schon wusste damals, aber das ist eine zweihäusige Baumart. Das heißt, es ist eine Baumart, hat zwei Geschlechte und aber da gehen wir gleich noch stärker drauf ein. Wie geht das Gedicht weiter? Philipp: Solche Fragen zu erwidern fand ich wohl den rechten Sinn. Fühlst du nicht an meinen Liedern, dass ich eins und doppelt bin? Danni: Ja, also es ist superschön und es geht, glaube ich, noch episch lang so weiter, so ein bisschen, ne? Also wo er praktisch von der Liebe erzählt. Ja, es war schon Schluss, okay. Philipp: Ne ne, das war Schluss. Das hat genau drei Strophen. Danni: Ja, und deswegen hat es bei ihm so eine hohe Bedeutung. Weniger, glaube ich, wegen dem Baum, wo er praktisch sein Wissen reinlegt, aber mehr, zu sagen, wir beide, wir sind eins. Also richtig schön eigentlich. Aber ja klar, er war halt der Hardcore-Dichter. Aber nochmal auf diese zwei Sachen zurückzukommen, also diese männlichen Bäume, und es gibt auch weibliche Bäume, und wenn die Natur daraus erstaunlich wenig Drama macht, kriegen wir Menschen das ja tatsächlich überhaupt super schwer gebacken zu sagen, gibt es jetzt mehr als zwei Geschlechter so und Pflanzen, die können sogar das Geschlecht wechseln. Ist beim Ginkgo tatsächlich auch so. Das heißt, männliche Exemplare können weibliche Exemplare werden und das finde ich an ihm auch so unfassbar spannend, dass so was einfach möglich ist. Philipp: Jetzt ist die Frage, Danni: Ja. Philipp: Ginkgo, gute Bäume oder schlechte Bäume? Danni: Ja, er hat natürlich Schattenseiten, also müssen wir ganz klar drüber reden, nämlich... Philipp: Er kann ja gut sein, vor allen Dingen wenn es so warm ist wie heute. Also die Schattenseiten. Danni: Ja, das wäre auch nochmal was Gutes, aber er hat auch echt so. Das heißt, ähm... Die meisten Städte versuchen, männliche Ginkus zu pflanzen. hat einen Grund. Wir in Deutschland haben da eher so eine Sauberkeitsorientierung in Asien. Das tatsächlich nicht so das Problem. Das musste ich auch als recherchieren, weil ich dachte mir, warum machen wir da so einen Aufhebenstrum? Und warum spielt das überhaupt keine Rolle dort, wo die Baumart herkommt? Und ich dachte, es liegt vielleicht am Geruch, dass man denen irgendwie vielleicht nicht so ... schlimm findet, bei uns, weil er riecht wohl nach Erbrochenem und Buttersäure. Obwohl ich so viel draußen bin und auch Bäume kontrolliere, ohne Ende. Ich habe tatsächlich noch nie die weiblichen Samen von Ginkgo gerochen, aber es muss wirklich bestialisch sein. Philipp: Jetzt stellt sich mir aber auch die Frage ab wann kriege ich das mit, weil der kleine Kerl bei mir am Hof, der ist da jetzt schon nicht nur seit fünf, er ist wahrscheinlich seit zehn Jahren dort und der hat noch nach nichts gerochen. Danni: Also Ginkgos zählen zu den unserem langlebigsten Baumarten ever. Das heißt, die können weit über 1000 Jahre alt werden. Und jetzt kannst du dir natürlich vorstellen, so ein Baum, der 15, 20 ist Philipp: Na okay, relativiert das Ganze. Danni: oder meinetwegen 5 Jahre alt ist, der ist ja noch nicht mal in der Pubertät. Ginkgos kommen super spät in die Pubertät, so mit 15, 20, 25 Jahren. Das heißt, frühestens nachdem der so lange am Standort steht, kannst du sagen, so habe ich jetzt hier ein weibliches oder habe ich ein männliches Exemplar stehen und selbst dann, wenn du ein männliches Exemplar hast, hast du ja immer noch die Wahrscheinlichkeit, dass der sich irgendwann überlegt, ja, nee, ist mir jetzt hier aber nichts an dem Standort, ich will jetzt einfach lieber Samen produzieren, mich zu vermehren und ich wechsle jetzt einfach zu weiblich, weißt dann hast du das Problem trotzdem. Philipp: Was er kann auch noch... Ist nicht das später? Danni: Ja, ja, der kann switchen. kann switchen. Später macht der das. Der sagt so, ja, nee, männlich ist jetzt nicht. Hier kann ich mich ja gar nicht vermehren. Und dann switcht der nochmal und bringt dann einfach weibliche Triebe an denen dann eben die Samen wachsen. Das kann der. Philipp: Krasser Typ. Also zwei krasse Typen. Johann Wolfgang, Danni: Ja, es ist halt richtig krass. Philipp: Dingo. Krass Typenfolge heute. Danni: Die Städte wollen praktisch erst mal immer nur männliche Bäume dort pflanzen, weil dann hast du die Thematik nicht. Also einen Fall kenne ich auch, das ist in Aachen. Da wurden zahlreiche weibliche Ginkos ersetzt, weil die Beschwerden aus der Bevölkerung so enorm groß waren und sogar die Leute an den betroffenen Haltestellen überhaupt nicht mehr mitgenommen wurden im Bus. weil das so unsäglich gestunken hat. Da musst du natürlich dran denken als Stadt. Du musst ja immer versuchen, allen recht zu machen. Es werden nicht nur in Aachen, das ist überall, wo sich später erst im Zuge der Pubertät des Baumes herausstellt, so jetzt haben wir hier aber leider weibliche Ginkus stehen, dass sie dann leider ganz häufig gefällt werden, weil wir das nicht ertragen in unserem Sauberkeitswahn und in diese Orientierung, dass alles schick sein muss. Philipp: Okay, dann hoffe ich jetzt erstmal noch ein bisschen, dass mein Gingko nicht so schnell in die Pubertät kommt. Danni: Jaja, ich drück dir die Daumen. Ja, genau. Philipp: Und hiermit kommen wir an dieser Stelle feierlich zu unserer ersten Kategorie der Danni: Wuhu! Philipp: Frage der Woche. Danni: So wir mussten uns ja, weil ihr konntet uns ja noch keine Fragen zusenden, was hiermit feierlich eröffnet ist. Wir mussten uns eine Frage selbst überlegen und ganz klassisch, das habe ich vorher auch schon ganz oft die Frage gestellt bekommen. Ich möchte einen Ginkgo pflanzen. Wie erkenne ich, ob er männlich oder weiblich ist? So und dazu haben wir uns einen Telefonjoker geholt, weil Baumschulen müssen natürlich versuchen männliche Exemplare zu verkaufen und da hören wir jetzt mal was die Baumschule Baumbonheur dazu sagt. Philipp: Ja, dann vielen Dank erstmal an unseren ersten Telefonjoker. Es wird vermutlich nicht der letzte sein, da ihr Danni: Ne. Philipp: euch demnächst sicher noch auf weitere Gäste freuen könnt. Aber kurz als Zusammenfassung für mich. Ich hätte mir eigentlich Stichpunkte machen müssen, damit ich alles mitnehme, aber im Notfall kann ich mir die Folge ja einfach selbst nochmal anhören. Wir fassen zusammen. Ein Baum aus der Zeit der Dinosaurier. Ein Name, der nicht nur bei mir auf Fehlern beruht. Johann Wolfgang in Love, mit stinkenden Früchten und essbaren Samen. Hab ich was vergessen? Danni: Ja und das Verrückteste, ja das Verrückteste über den Baum haben wir ja noch gar nicht erzählt... Philipp: Stimmt, das habe ich aber sogar hier zur Hand, weil ich habe in der Hand, das können wir euch vielleicht auch irgendwo noch mit als Bild verlinken oder so, unser Klimabauartenschild. Und mal den ersten Satz, der da drauf steht, zu zitieren, ich bin der Ginko, ein lebendes Fossil, das schon zu Zeiten der Dinosaurier die Erde begrünt hat. Und als wäre das nicht beeindruckend genug, ich habe sogar den Atombombenabwurf auf Hiroshima überlebt. Danni: Ja, also das ist was ganz Besonderes, denn der Baum hat was überlebt, was eigentlich niemand hätte überleben sollen. Und das hat den Ginkgo auch so ein bisschen zur Legende gemacht. Das heißt, hat heutzutage schon mal davon gehört, oder? Hattest du damals auch, als du den Auftrag von mir bekommen hattest? Philipp: Ich habe da noch ein Schild drauf gelesen und war völlig überrascht, weil mir gar nicht klar war, was es eigentlich bedeutet. ich hatte es nicht auf dem Schirm. Null. Danni: Ja, es ist tatsächlich so, weil da musste ich auch noch mal tiefer in die Recherche reingehen. Also damals am 6. August 1945 ist morgens über Hiroshima eben die Atombombe detoniert. Innerhalb von Sekunden wurden praktisch große Teile der Stadt zerstört. So Menschen starben, Gebäude verschwanden. Natürlich breiteten sich auch Brände aus und die Druckwelle, die verwüstete natürlich ganze Straßenzüge. Und viele glaubten damals, in diesem Gebiet würde praktisch überhaupt nichts mehr wachsen. Und dann passierte was komplett Unerwartetes. Im folgenden Frühjahr trieben mehrere Bäume wieder aus. Und das waren tatsächlich nicht nur Ginkos, fand ich auch noch ganz spannend bei der Recherche. zwar der berühmteste, der steht auch immer noch, der ist 1100 Meter vom Hypozentrum entfernt gewesen und der Stamm wurde auch super schwer beschädigt. Die Rinde ist verbrannt, aber der Baum lebt halt und der lebt bis heute. Und in Japan gibt es einen extra Begriff dafür, das finde ich sowieso immer total schön. In Japan gibt es für viele Sachen ganz besondere Begriffe. Und das nennt sich, also die Bäume von damals, überlebt haben, und da gibt es viele davon, die heißen Hibaku-Yumoko, also bombardierter Baum übersetzt. Und heute gibt es in Hiroshima noch ungefähr 150 solcher Bäume, die offiziell auch registriert sind. Und jetzt kommt was, eben, viele nicht wissen, das waren nicht nur Ginkgo. Und das sind viele unserer heutigen Klimabaumarten, fand ich auch ultra, ja... speziell zum Beispiel die Zelkove oder der Zürgelbaum, wird ja hier heute häufiger angepflanzt. Und es waren aber auch noch Kiefern oder Stechpalmen, Eukalyptusweide war auch mit dabei, was ich super krass fand, weil es eigentlich so eine Baumart ist, zumindest bei uns, die jetzt eher so zu den schwachen Gehölzen zählt. Und viele von denen haben das damals überlebt. Das heißt, der Ginkgo ist tatsächlich nicht der einzige Held, wurde aber tatsächlich so ein bisschen zu den berühmtesten davon. Der wahre Superstar zumindest in Japan, das ist jetzt wirklich so ein Nerd-Fact für alle Baumfreunde, das ist wohl der Kampferbaum. Den kann man sich mal in einer Suchmaschine angucken. Der überlebte tatsächlich in unmittelbarer Nähe vom Hypozentrum. Manche stehen auch heute noch an Tempeln oder gelten auch bis heute noch als besondere Symbole für Hoffnung und Wiedergeburt. Das finde ich einfach so schön. Philipp: Ich bin zwar hier gerade parallel noch am Google nach Kampferbaum. Das sieht so ein bisschen aus wie ein großer, wie ein großer, ähm, wer ist das kleine, was ich auch im Wohnzimmer habe? Danni: Bonn sei. Philipp: Ja, genau, sieht, also die ersten Bilder, die mir bei Google angezeigt werden, sehen aus wie riesenaufgeglassene Bonsai-Bäume. Danni: Halt mal in die Kamera, weil wir sind so video-mäßig verbunden. nee, muss er aber... Achso, nee, das... Ja, gut, gute Frage. Ich weiß es nicht. Ich kann es nicht zuordnen. Ich glaube, die Baumart gibt es nicht bei uns. Muss ich selbst nochmal gucken? Ich dachte vorhin erst, okay, vielleicht... okay, dann ist es ein Lower Bassiste. Philipp: Auch Kampfer Lorbeer oder Zimt Lorbeer genannt. Eine Familie der Lorbeergewechsel, ja krass. Danni: Es ist kein klassischer Baum bei uns, wie gesagt, in Japan wird er total gehypt, weil der tatsächlich noch näher dran war sozusagen. Philipp: Aber das ist meine Hausaufgabe, das schaue ich mir nochmal in Ruhe an. Was ich fragen wollte war, warum hat der Baum überlebt, ist er strahlenresistent? War es einfach Glück? Glück war es wahrscheinlich nicht, wenn andere Bäume auch überlegt haben, aber gibt es so etwas wie Strahlenresistenz? Danni: Ja, das ist eine gute Frage. Dazu habe ich auch relativ wenig gefunden, bzw. da muss man sich, glaube ich, mal näher mit beschäftigen. Ich glaube, die Wahrheit ist tatsächlich viel spannender. Also der Ginko, wie auch viele der anderen Baumarten, die zählen zu den eher langlebigen Baumarten. Das heißt, die haben so verschiedene Mechanismen. warum das auch die regenerationsfähigsten und langlebigsten Bäume der Welt sind. Zum Beispiel auch Linde, die treibt ja auch aus schlafen und knosten wieder aus. Das heißt, alle Bäume haben so gewisse Superskills einfach. Warum die sowas schaffen? Während wir die Linde kennen, der Ginkgo beherrscht diese Skills seit Millionen von Jahren. Es muss noch andere Sachen geben, was er besonders gut kann. Diese Strahlungsfrage. Bäume haben kein Nervensystem wie wir Menschen. Die haben kein Gehirn, keine empfindlichen Organe wie wir. Wenn du nach Tschernobyl rüber guckst, da wachsen heute auch Wälder. Bei uns würden Schäden oder Mutationen auftreten. Und bei Pflanzen ist das einfach anders. Deshalb ist es wahrscheinlich einfach zu sagen, der Ginkgo hat die Atombombe überlebt, weil er strahlensresistent ist. Aber viel wahrscheinlicher ist es, dass der Ginkgo überlebt hat, weil er so unglaublich gut regenerieren kann. Das macht ihn einfach zu einem supertaffen Baum. und jetzt kommt tatsächlich zu der Hiroshima Geschichte mein absoluter Lieblingsfakt von vielen Hibakuyomoku, wie ich ja vorhin gesagt habe bombardierten Bäumen, werden die Samen bis heute gesammelt und in der ganzen Welt verschickt und die Nachkommen wachsen dann in zahlreichen Ländern so, auch in Deutschland gibt es sowas. Das heißt, die werden an Schulen gepflanzt, in botanischen Gärten, in öffentlichen Einrichtungen verschenkt. Und man könnte sagen, dass die Bäume die Geschichte von Hiroshima versuchen weiterzutragen. Philipp: an sich eine mega coole geschichte dahinter. eine ziemlich gute idee. aber tatsächlich wird das ja, also zumindest wenn ich jetzt so ein bisschen überlege, eigentlich relativ oft gemacht. unabhängig von den samen von dem baum jetzt. aber es werden ja schon in der geschichte immer mehr oder immer bewusst bäume gepflanzt, die auch eine geschichte haben. so rum vielleicht mit geschichten, die bäume in dem sinne transportieren. Also ich kann mich jetzt erinnern, haben, wir haben, ich bin zufällig noch in einem Schachverein, da war zum Vereinsjubiläum, ich weiß gar nicht, ob es zum 10 oder 20-Jährigen damals war, auch mit allen unseren Vereinskindern zusammen auf dem Marktplatz gemeinsam einen Baum gepflanzt, der dann ein Schild dran gekriegt hat zum Jubiläum und so, beziehungsweise, gibt es ja ganz oft irgendwo Denkmäler, ich... Ich jetzt dran, wenn ich mit dem Fahrrad manchmal unterwegs bin, komme ich ganz oft an Bäumen vorbei, die zur deutschen Einheit gepflanzt wurden oder Bäume, die Gedenktafeln haben. Bei uns in der Gemeinde gibt es sieben Wunder, auf die wir vielleicht irgendwann auch nochmal zurückkommen. Danni: Hmm. Philipp: Da gehören auch Bäume dazu, die irgendwie was was Besonderes sind, die aus einem besonderen Anlass gepflanzt werden oder so. Vielleicht ist es... Ja, eine coole Idee, dass das viel viel öfter zum man ich weiß nicht gibt es sowas bei euch hier rundum auch. Danni: Ich kenne es klassisch tatsächlich nur vom Einheitsbuddeln. Das ist ja immer am 3. Oktober zum Tag der Deutschen Einheit. Eine Partei macht das bei uns immer. Das heißt, wir haben die letzten fünf Jahre immer eine Klima-Baumart gepflanzt, immer eine andere. Ansonsten haben wir wenig so gedenken. Aber immer, wenn ich bei dir bin und wegen irgendwas vorbei, du hast im Ort oder im Ort nebenan ... Hast du die Luther... Ich glaube Luther-Linde oder Eiche? Ich weiß es jetzt tatsächlich gar nicht, aber ich weiß noch, was hat mit Luther zu Philipp: Jetzt ist es glaube ich eine Linde, ja. Danni: tun. Ja, genau. Und jedes Mal fotografiere ich sie, einfach weil es ein Naturdenkmal ist und weil die so einen semi-optimalen Standort hat. Das heißt, sowas nehme ich immer mit. Vor allem kannst du das den Leuten dann auch vermitteln, weil meistens wird die ja immer zum Gedenken gepflanzt oder du kannst halt über so Persönlichkeiten, die schon längst verstorben sind... kannst du natürlich immer super gut erklären, was so einen alten Baum ja ausmacht. Er ist ja Zeitzeuge schlechthin. Und das schaffst du mit so Persönlichkeiten aus der Vergangenheit immer total gut. Deswegen feiere ich sowas immer total, wenn Bäume auch mit Gedenktafeln ausgestattet sind, weil es einfach eine super Sache ist. Philipp: Ich habe ja auch, also du kriegst ja regelmäßig auch von mir Bilderfotos, ich kann mich an das eine erinnern, Bilderfotos, genau Baumfotos, Baumbilder, wie auch immer, aus Dresden und da geht es ja teilweise auch bei uns rundrum mit den Namen oder wo die gepflanzt wurden zurück bis zu Napoleon und und und, also die sind ja teilweise auch steinalt, also ganz neu ist die Idee ja scheinbar nicht. Da mit dem mit der Pflanzung von dem Baum auch ein Stückchen was zu transportieren, was auch im besten Fall 100 oder mehr Jahren noch da sein wird. Eigentlich eine ziemlich, ziemlich gute und egal ob Friedensbaum, ob Jubiläumsbaum oder wie immer wir das nennen wollen, die Bedeutung kann ja jeder selber beim Pflanzen mitgeben. jeden Fall ist ein Baum in der Situation dann was zum Anhalten, zum Innehalten, zum Nachdenken. kann auf viele Art Weise genutzt werden. sage mal, ein neuer Baum kann ja erst mal von vornherein nicht schlecht sein. Und vielleicht kann das der eine oder andere da draußen mitnehmen, ob egal im Schulgarten, im Verein, zum Jubiläum, als Geschenk. Tatsächlich kann ich auch aus der Politik sagen, wenn Danni: Hm. Philipp: wir irgendwo zu Einweihungsfeiern sind, wird da halt ein Baum gepflanzt zur Einweihung von dem und dem mit einer Jahrestafel dran oder wie auch immer. Nehmt das mal mit als Idee, vielleicht lässt sich das irgendwie umsetzen, vielleicht kann man das auch mal als Tipp an seine Gemeindeverwaltung geben oder dies und das. Es ist, glaube ich, eine schöne, nachhaltige Geschichte, die auch in 50 Jahren noch Bestand hat und vielleicht besser als das zwölfte Bild für die Wand im Zimmer vom Bürgermeister zu irgendeinem Jubiläum. Weil wenn man am Ende davor steht und die Tafel liest und hat eine direkte Verbindung dazu, kann so ein Baum wahrscheinlich manchmal mehr Geschichten erzählen oder mehr wirklich Werte vermitteln als ein ganzes Geschichtsbuch oder was in dieser Richtung. Danni: schöner Schlusssatz, Philipp. Ja, es hat uns gefreut. Vielen Dank, dass ihr dabei wart bei unserer allerersten Folge. Philipp: Und damit sind wir schon wieder am Ende nach Folge 0, auch bei Folge 1. Und mir bleibt nur zu sagen, wie beim letzten Mal, Gut Baum statt Gut Bei. Und bis zum nächsten Mal. Danni: Großartig, Philipp. Wir freuen uns. Philipp: Tschüss! Danni: Tschüss!