Latest / HSV, wir müssen reden – der Fussball-Talk / Was kann die neue HSV-Vorständin Kathleen Krüger? "Ich traue ihr das zu"
Transcript
- Die Bundesliga darf sich ein weiteres Jahr über den HSV freuen. Die Hamburger haben die Klasse gehalten. Durch ein 2 zu 1 Sieg bei Eintracht Frankfurt hätte vorher sicherlich nicht jeder damit gerechnet. Aber ein guter Gegner zum richtigen Zeitpunkt würde ich sagen. Mein Name ist Stefan Walter, ich war da vor Ort und hier sitze ich mit Henrik Jakobsen und will noch einmal über das Spiel sprechen. Moin Henrik. Moin Stefan, ich war nicht vor Ort, aber dafür habe ich ja meinen Allesfahrer Stefan Walter. Der freut sich auf ein Weihnachtsjahr Bundesliga mit schönen Fahrten nach Köln, nach München, nach Stuttgart, nach Berlin. Und vielleicht sogar auch wieder nach Elversberg, obwohl ich doch extra alles gegeben habe, damit diese Fahrten nicht mehr stattfinden. Das ist gerade schwierig zu planen, weil kann ja immer noch Zweite Liga dann bleiben für Elversberg. Ja, das stimmt. Also Kai Schiller war auch mit mir vor Ort in Frankfurt. Diesmal war ich nicht alleine. Wir haben diesen Podcast in zwei Teile aufgeteilt. Henrik und ich sprechen am Anfang zunächst über so die aktuellen Themen beim HSV, vor allem die Trainerrolle von Merlin Polzin und wie es mit ihm weitergeht. Und in Teil 2 holen wir uns eine Einschätzung von Frank Linkisch, der Reporterlegende vom Kicker über den FC Bayern und vor allem natürlich Kathleen Krüger, welche Rolle sie dort hatte und wie er denn auf ihre Aufgaben in Hamburg blickt und ihre neue Funktion als Sportvorständin. Wir haben darüber berichtet, sie wird einen Vierjahresvertrag unterschreiben beim HSV, aber dazu kommen wir später. Henrik, lass uns doch einmal direkt über Polzin sprechen. Es wurde ja etwas unruhig hier in Hamburg vor dem Frankfurtspiel. Hat so ein bisschen das Knistern gemerkt in der Stadt. Viele Fans haben sich kritischer geäußert, zunehmend. Du warst auch nicht so hundertprozentig überzeugt, dass das die letzten drei Spiele noch ganz so viele Punkte geben wird. Wie hast du Polzin in dieser Phase beobachtet und wie hat er sich da auch wieder rausmanövriert mit dem Sieg in Frankfurt? Also du hast die kritischen Stimmen angesprochen. Das habe ich glaube ich auch neulich schon mal im HSV-Check gesagt. Also ich habe eigentlich den Eindruck, dass Paul Zin schon von sehr, sehr vielen HSV-Fans seit Saisonbeginn sehr skeptisch begleitet wird und viele Entscheidungen da sehr kritisch gesehen werden. In der Rückrunde war das jetzt das Dauerthema Damien Downs, in der Hinrunde war es das Thema Ransford Königsdörfer. Im Prinzip immer die gleiche Frage, warum spielt er immer wieder, warum bekommt er das Vertrauen, warum spielt Robert Glatzl nicht. Haben wir sehr, sehr häufig drüber gesprochen. Melanie Polzin hat da seine Idee gehabt, hat die auch relativ lange durchgezogen, bis er dann auch irgendwann gemerkt hat mit Damien Downs, das funktioniert jetzt einfach nicht mehr. Dann hat er Robert Glatzl dann doch noch spielen lassen. Ich glaube, das war mit Sicherheit dann auch ein Grund, warum es dann am Ende vielleicht nochmal auch so in seine Richtung gelaufen ist. Auch wenn man natürlich jetzt gucken muss, mit Glatzl und ohne Glatzl. Also es ist jetzt nicht so, dass wenn Glatzl gespielt hat, der HSV gewonnen hat und ohne nicht, sondern auch gerade in der Hinrunde viele Spiele oder in der Rückrunde das Spiel gegen Bayern natürlich, dann das war das beste Spiel der Saison. Da hat Robert Glatze jetzt auch nicht gespielt, aber das war mit Sicherheit ein Thema. Und dann ist aber auch die Frage, wie unruhig war es innerhalb des HSV und da habe ich ehrlicherweise gar keine Unruhe wahrgenommen. Es gab immer die Signale, Merlin Polzin hat das absolute Vertrauen auch in dieser Phase, wo es dann mal ein bisschen kritisch wurde. Das hat mich schon dann auch erinnert an das vergangene Jahr, an die Aufstiegssaison, als der HSV dann schon im April nochmal große Probleme hatte und Merlin-Polzin dann aber wirklich, erinnere ich mich noch, vor dem Darmstadt-Spiel eine Pressekonferenz gegeben hat mit einer super starken Energie. Also du hast es schon gespürt, wenn er das schafft, diese Energie auf die Mannschaft zu übertragen, dann kriegen die das noch hin, dann ziehen sie das, wie man ja mittlerweile sagt. Hat uns auch ein Kommentar oder ein User darauf hingewiesen, auf das Wort ziehen. Sie müssen jetzt noch ein Spiel ziehen, das hast du ja auch mal gesagt und das haben sie jetzt geschafft in Frankfurt und tatsächlich haben sie das einfach gezogen mit dieser Energie und da hat Mellin Ponsi mit Sicherheit dann auch einen starken Anteil daran, dass er es geschafft hat, da wirklich nochmal die Mannschaft auf dieses entscheidende Spiel dann so zu fokussieren, dass man es auch geschafft hat, wieder an diese Stärke zu kommen, die die Mannschaft die gesamte Saison ausgezeichnet hat. Also im Prinzip alle Spiele, die man gewonnen hat, das war eine unglaubliche leidenschaftliche Leistung immer. Das war jetzt nicht, dass man den Gegner spielerisch irgendwie dominiert hat. Auch phasenweise mal hatte der HSV auch im Laufe der Saison wirklich Spiele, wo man wirklich richtig gut Fußball gespielt hat. Aber am Ende war es diese mannschaftliche Geschlossenheit, diese Energie, dann auch das Zusammenspiel mit den Fans. Das hat man dann auch in Frankfurt wieder geschafft und das war am Ende dann der Schlüssel. Und ja klar, Melding-Polzin hat es dann geschafft, drei Spieltage vor Schluss den Klassenhall zu schaffen. Das ist eine große Leistung und ich glaube, das steht jetzt auch erstmal über allem. Ich für meinen Teil habe zum Beispiel als Reporter auch gelernt, dass diese Endlosfloskel von Spiel zu Spiel denken tatsächlich auch mit Inhalt gefüllt werden kann. Also ich habe dieser Formulierung eigentlich nie etwas abgewinnen können bei all seinen Vorgängern, aber ich finde, er hat wirklich authentisch rübergebracht, dass genau das der Fokus seiner Arbeit ist. Also er hat mit seinen Spielern immer das anstehende Spiel wirklich der maximalen Bedeutung zukommen lassen und hat damit es auch geschafft, Druck von der Mannschaft zu nehmen und die tabellarische Situation weitgehend auszublenden. Man kann es nie zu 100 Prozent schaffen, aber ich finde... Und er hat es immer so hingekriegt, dass wirklich das nächste Spiel jetzt in den Köpfen der Spieler ist und eben nicht diese Situation Abstiegskampf. Und gerade das Spiel in Frankfurt hat gezeigt, dass diese Gesamtkonstellation wirklich kaum eine Rolle spielte, außer nach Abpfiff, als dann natürlich der Jubel etwas größer ausfiel als sonst. Aber ich finde schon, dass das ein Verdienst von ihm ist. Mit dieser Art hat er es auch geschafft, wirklich einfach Druck zu nehmen, der immer herrscht im Fußball, gerade in der Bundesliga. Er hat sich immer wieder etwas einfallen lassen, seien Motivationsvideos oder besondere Handsprachen oder auch mal besondere Personen vor einzelnen Spielen die Ansprache halten zu lassen. Die Doku lieferte Einblicke und genauso ging es dann auch in der Bundesliga weiter. Also da hat er schon auch gezeigt, dass er A, Input von außen zulässt und B, dann auch als Dompteur dieser ganzen Ideen ganz gut funktioniert. Jetzt soll diese Idee mit Merlin Polzin und seinem Team auch weitergehen hier in Hamburg. Logischerweise zweimal die Saisonziele erreicht. Das hat vorhin Hüb Stevens letztes Mal vor 18 Jahren geschafft. Lang, lang ist es her. Jetzt geht es darum, dass auch Merlin Polzin möglicherweise einen neuen Vertrag bekommt. Sein aktueller Kontrakt läuft noch bis 2027. Da ist natürlich auch die Idee, nicht mit einem Trainer mit auslaufendem Vertrag die neue Saison zu gehen. Aber klar, bis dahin, bis Ende August ist auch noch Zeit. Henrik, klär doch einmal auf, wie ist denn jetzt so der aktuelle Fahrplan? Genau, also soweit wir das jetzt gehört haben, gab es bislang noch keine konkreten Gespräche oder Diskussionen auch innerhalb der Führung beim HSV, jetzt schnell mit Merlin-Poenzin zu verlängern. Da sehe ich jetzt auch aktuell noch gar nicht den Grund. Also die Saison läuft noch. Jetzt sollten sie erstmal auch die Saison fertig spielen. Dann ist der Fokus auf der Kaderplanung. Die läuft ja im Hintergrund auch schon. Jetzt kann man frühzeitig auch tatsächlich schon mal sich auf das nächste Jahr vorbereiten. Das gab es lange nicht, diese Planungssicherheit, auch wenn das am Ende wahrscheinlich gar nicht so viel bedeutet, weil wenn man jetzt gerade irgendwie einen Spieler hat, Der jetzt nicht weiß, soll ich zu Werder Bremen oder zum HSV gehen, der wird jetzt nicht diese Woche beim HSV unterschreiben, wird auch nicht nächste Woche dann beim HSV unterschreiben, wenn man weiß, wer da drin bleibt oder nicht, sondern das zögert sich dann natürlich noch ein bisschen hin, aber natürlich hilft das jetzt einfach schon zu wissen, in welcher Liga man da spielt, um da die Gespräche vielleicht schon ein bisschen voranzutreiben. Genau und dann ist ja die Frage, du hast es schon gesagt, Katlin Krüger, wann kommt sie? Also sie wird am 1. Juli anfangen hier, wir haben erst gedacht vielleicht schon ein bisschen früher, aber genau da gab es natürlich dann noch die Verhandlungen mit dem FC Bayern München, da stand sie auch noch unter Vertrag. 1. Juli ist jetzt gefühlt vielleicht schon ein bisschen spät, wenn man jetzt sich vorstellt, dass jetzt ja im Prinzip bis dahin eigentlich dann schon der Kader stehen muss und auch die Trainerfrage geklärt werden muss. Die ist jetzt geklärt. Also das war auch eigentlich innerhalb des HSV nie eine große Diskussion, ob es mit Bolzin weitergeht oder nicht. Jetzt ist einfach auch klar, jetzt hat er die Sicherheit, dass er in der nächsten Saison in der Bundesliga wieder trainieren kann. Und dann wird man sich ganz in Ruhe zusammensetzen mit Kathleen Krüger, wenn sie da ist und dann natürlich aber auch mit Eric Huber und Klaus Koster, die drei zusammen werden dann die Gespräche führen und dann kann ich mir schon gut vorstellen, dass es dann vielleicht auch Vorsaisonstart, das ist dann ja auch erst im August. Die Weltmeisterschaft ist noch dazwischen. Auch da gibt es ja dann viele einzelne Themen noch für den HSV, dann vielleicht auch mit bestimmten Spielern und dann wird man sich da mit Sicherheit dann auch, zusammensetzen und gucken, dass man da möglicherweise den Vertrag verlängert, um dann jetzt eben nicht mit dieser offenen Frage in die Saison zu gehen und dann jede Woche vielleicht hören zu müssen, was ist jetzt mit dem Vertrag, also Also das, glaube ich, hat Stefan Kunz ja auch vor einem Jahr dann schon so gemacht, dass da immer der Wunsch da ist, mit einem Trainer in diese Saison zu gehen, der jetzt nicht am Ende der Saison ausläuft. Wobei ich grundsätzlich das eigentlich gar nicht so problematisch finde, weil gerade so nach einem Kaderumbruch, den es ja wieder geben wird, du weißt noch nicht genau, wie funktioniert das dann insgesamt, dann einen Trainer dann schon wieder so einen langfristigen Vertrag zu geben. Dann würde ich eher sagen, erst mal gucken, ob das so passt dann mit dem Kader und dem Trainer. und dann vielleicht, Nach der ersten Saisonphase da zu gucken, ob das in die gleiche Richtung geht. Mein Vorschlag wäre ja, ein bisschen kreativ sein in der Situation, nicht mit einem Trainer mit auslaufendem Vertrag in die Saison zu gehen. Verlängert den Vertrag doch um ein Jahr bis 28 mit der Option. Bei weiterem Klassenerhalt verlängert er sich automatisch bis 29. Fände ich eine charmante Lösung, aber ich will da natürlich auch vor allem Kathleen Krügers Arbeit nicht vorwegnehmen. Ich bin mir auch sicher, dass er sich vor dem 1.7. in ihrem offiziellen Antrittsdatum im Volkspark auch schon mal austauschen wird mit Merlin Polzin, Klaus Koster und Erik Huwer. Mit Hoover und Paul Zin hat sie sich nach Aussage der beiden bisher noch nicht verständigt. Das ist jetzt auch erstmal normal, weil natürlich die Gespräche vor allem mit dem Aufsichtsrat anstanden und sie eben auch noch beim FC Bayern unter Vertrag steht. Eine Ablöse wird nicht fällig, sie kann ihren Vertrag regulär kündigen, weil sie dort ein unbefristetes Arbeitspapier besaß. Das kann ganz normal, so wie du deinen Vertrag auch kündigen kannst, kann sie das auch tun bei Bayern. Und die Bayern kam im Endeffekt dieser Kündigungsfrist mit einem Monat entgegen, sodass der erste Siebte dann steht als Startdatum. Sie wird auch mit ihrer Lebensgefährtin und ihrem Sohn nach Hamburg ziehen. Also alle Lichter stehen auf grün. Und jetzt haben wir uns auch noch jemanden eingeladen, der ein bisschen über ihre Arbeit in München sprechen kann. Und das ist, wie eingangs schon berichtet, Frank Linkesch vom Kicker. Moin Frank, schön, dass du zugeschaltet bist. Ja, Servus Stefan aus Bayern. Ja, gestern Abend hast du dich noch mit einem vermeintlichen Handspiel von Konrad Leimer, einer zurückgepfiffenden Abseitsstellung von Harry Kane, die wahrscheinlich gar kein Abseits war und einer eigentlicher roten Karte für Paris beschäftigt, heute mit Kathleen Krüger. Erzähl doch mal, wie war dein Abend, wann warst du überhaupt zu Hause? 2.20 Uhr war es tatsächlich, weil die Allianz Arena ja dann das Problem bietet, wenn man aus dem Parkhaus raus will bei so Spätspielen. Bundesliga geht es, da haben sie es mittlerweile ganz gut geregelt, aber am Mittwochabend habe ich immer so das Gefühl, da kommt jeder mit dem Auto, jeder will dann schnell heim und das führt dann zu Chaos, wenn die Arbeit erledigt ist. War natürlich ein sehr intensiver Arbeitsabend, muss ich dir glaube ich nicht erzählen, was von uns Reportern heutzutage dann alles abverlangt wird. Kommentar schreiben, Spielnoten, Video-Talk hinterher, Mixed Zone. Also das war schon ein Erlebnis. Wir wären alle gerne nach Budapest gefahren, glaube ich. Wer den Job macht, der liebt sowas auch. Aber die Kollegen, die es betrifft, wir haben dann gesagt, dafür können wir jetzt vor der WM nochmal durchschnaufen. Ist auch okay. Ja, und kurze Nacht war es dann am Ende für dich. Heute Morgen um neun hast du direkt wieder euren Bayern-internen Podcast beim Kicker aufgenommen. Jetzt kurz danach, direkt geht es weiter mit dem nächsten Podcast über Kathleen Krüger. Also volles Pensel bei dir, man merkt die kurze Nacht gar nicht an. War denn Kathleen Krüger gestern im Stadion? Hast du sie gesehen? Ja, sie ist drei Reihen vor uns gesessen. Auf der Haupttribüne hat es auch gespannt verfolgt. Wurde sogar um ein paar Fotos gebeten und erkannt. Wahrscheinlich, da reden wir jetzt gleich drüber, eines ihrer letzten Heimspiele, in offizieller Funktion beim FC Bayern. Ja, kommst du dazu eigentlich mit ihr dann auch mal zu sprechen, wenn du sie im Stadion siehst? Weil sie hält sich ja schon weitgehend im Hintergrund in München auf. Das ist ja vielleicht so das größte Fragezeichen im Vergleich zu ihrem neuen Aufgabenprofil beim HSV. Also die öffentliche Präsenz und natürlich auch mal Gespräche mit Journalisten. Wie läuft das ab in München? Du weißt, sie sitzt drei Reihen vor dir. Schnackt man dann auch mal, wie man in Hamburg sagt? Nein, ehrlicherweise nicht. Das ist schon eine Frau, die sehr auf Distanz zur Öffentlichkeit immer bedacht war. Ich kann mich da sehr gut daran erinnern, unser damaliger Chefredakteur Jean-Julien Baird, das müsste so zehn Jahre her sein, der ist uns immer im Nacken gesessen und hat mir gesagt, wir brauchen ein Interview mit Kathleen Krüger, wir brauchen die unbedingt mal, fragt die an, seid da hinterher und das haben wir natürlich auch gemacht. Wir haben aber wie alle anderen Medien, die es im Laufe der Jahre bei ihr versucht haben, da immer nur eine Abfuhr bekommen. Das ist nicht nur, dass der Verein das geblockt hätte, glaube ich gar nicht. Sie wollte das dann schlicht und einfach am Ende nicht und wollte da immer im Hintergrund bleiben. Schade eigentlich, weil ich glaube, sie hätte sehr, sehr viel zu erzählen gehabt. Es gibt wahrscheinlich wenig Personen im Umfeld des FC Bayern, die so viele Geheimnisse aus der Mannschaft kennen, so viel interner, die natürlich auch an anderen Orten heutzutage nur noch selten publik werden. Die war in der Hinsicht dann schon extrem loyal. Ich glaube auch, aber das ist jetzt Interpretation, dass Frauen in solchen Funktionen dann immer das Thema Frauen nervt, weil natürlich das dann automatisch zur Sprache käme. Wobei ich das zum Beispiel nicht so, das kann ich nicht so richtig nachvollziehen, da muss ich ganz kurz reingrätschen, sonst unterbreche ich sie natürlich nur ungern. Aber ich finde, es ist eigentlich total zweitrangig, welches Geschlecht sie jetzt hat. Also am Ende kommt es ja nur auf ihre Arbeit an und in ihrer Funktion als Teammanagerin hat man ja gesehen, auch wie akzeptiert sie in der Kabine war, da stellten sich diese ganzen Fragen nach dem Geschlecht überhaupt gar nicht. Also für die Spieler scheint das ja dann auch kein Thema gewesen zu sein, so finde ich es auch völlig richtig. Wie hast du das in München wahrgenommen? Ich bin da völlig bei dir, nur wir Journalisten würden natürlich, egal welches Medium das jetzt ist, diese Frage immer stellen, wie das dann so ist und ich glaube, dass sie da einfach keine Lust dann darüber hatte zu sprechen und wenn wir zum Thema Akzeptanz kommen, die hat natürlich einen exzellenten Job gemacht bei Bayern München als Teammanagerin. Kommen wir später vielleicht noch dazu, warum sie den jetzt zuletzt nicht mehr ausgeübt hat. Ähm, Den Job kannst du nur machen, wenn du totale Akzeptanz innerhalb einer Mannschaft hast. Wenn dir Stars, Egos, große Spieler vertrauen. Es gab immer die berühmte Geschichte mit der Mannschafts-WhatsApp-Gruppe. Die hat sie, glaube ich, ins Leben gerufen. Da war noch nicht mal der Trainer drin. Sie schon, die Stars und Kathleen Krüger? Wenn irgendjemand über das Innenleben dieser Mannschaft Bescheid wusste, dann Kathleen Krüger. Die hat alles organisiert für die Spieler. Natürlich in offiziellem Auftrag, wenn Reisen waren. Sie war ja zum Beispiel während der Corona-Zeit ganz stark im Fokus. Da gab es ja auch die Doku über die Triumphe damals unter Hansi Flick. Und da ist sie relativ oft aufgetaucht, hat das alles organisiert. Schon mit straffer Hand auch, was man gehört hat, organisatorisch. Und die Spieler haben dann schon auch auf sie gehört. Also wenn Busabfahrt zu sein hatte und da hat noch einer ein Interview gegeben, dann ist schon auch mal passiert, dass sie ihn dann weggezogen hat. Und dass man dann nach ihrer Pfeife getanzt hat. Aber wie gesagt, ich glaube, und dann ist es unabhängig vom Geschlecht, das funktioniert auch wirklich nur dieser Job. Die müssen dir vertrauen, die Spieler. Du musst ihnen auch zeigen, dass du das alles im Griff hast, dass du dieses Management hast. Und wenn man mal zwischendurch einer eine Autopanne hatte und nicht mehr weiter wusste und sie auch noch angerufen hat, dann glaube ich, hat sie es auch gelöst. Wenn ich mich richtig erinnere, war sie allerdings auch Teammanagerin damals bei dem Vorfall in Freiburg, als die Bayern auf einmal mit zwölf Spielern gespielt haben, was ja dann am Ende nicht sanktioniert wurde in Form des eingetragenen Ergebnisses. Welche Erinnerungen hast du noch daran und wie sehr war sie daran beteiligt? Naja gut, sie hat immer die Auswechslungen dem Schiedsrichter gegeben und hat ja dann in ihrer letzten Phase als Teammanagerin, ich glaube das fing auch in Corona an, dass sie immer die Nummerntafel dann da hochgehalten hat oder dem Offiziellen gesagt hat, wer jetzt gewechselt wird. Ich würde ja da keine Schuld geben. Ich fand den Vorfall damals ehrlicherweise sowieso zu hoch gehängt. Das war halt ein Missverständnis. Coman, glaube ich, war es, wenn ich mich richtig erinnere, der nicht kapiert hat, dass er raus musste. Also da ist dann schon eher, glaube ich, die Schuld beim Spieler. Aber sie hat ja auch jahrelang auf der Bank wirklich die Funkverbindung dann gehabt, auch zum Mannschaftsarzt. Das läuft ja heutzutage alles über Kopf, wenn einer behandelt wurde zu Holger Bräuch, als der noch da war. Ja, die war schon auch während Spielen, natürlich drumherum das Ganze, aber dann auch während Spielen im Epizentrum des Geschehens. Ja, ich habe mir natürlich auch Ihren Podcast angehört vom FC Bayern und klar, es ist ein Vereinspodcaster, wenn es nicht die ganz großen kritischen Fragen gestellt. Trotzdem fand ich es ganz interessant, da mal so Einblicke über ihre Tätigkeit als damalige Teammanagerin zu erfahren, auch wenn sie über Sonderwünsche der Spieler sprach. Der eine wollte immer eine Waage haben auf dem Hotelzimmer bei Auswärtsspielen. Also sehr interessante Hörempfehlung auf jeden Fall an dieser Stelle. Jetzt ist sie aber natürlich längst keine Teammanagerin mehr bei Bayern. Sie ist auch weit weg von den Nummern an der Anzeigetafel für Ein- und Auswechslung, sondern sie war zuletzt Leiterin für Organisation und Infrastruktur beim FC Bayern. Klingt jetzt erstmal sehr technisch. Was hat sie denn gemacht eigentlich? Das war so ihr Aufgabenbereich beim FC Bayern. Ja, ich glaube, das klingt jetzt dann fast despektierlich, aber das war am Ende schon so ein bisschen ein Frühstücksdirektor-Posten. Und dazu muss man ja ihre private Situation auch ein bisschen wissen, sie ist Mutter geworden dann. Und wenn du ein kleines Kind hast, wird es natürlich schwierig, die Mannschaft zu jedem Auswärtsspiel zu begleiten. Am Samstag nach Hamburg zu fliegen, mal schnell heimzukommen, am Montag dann weiter nach Barcelona. Ein Beispiel, ein hypothetisches und sie hatte dann während ihrer Schwangerschaft, kam ja der Wechsel auf ein Teammanagement, weil sie das dann irgendwann natürlich in der Zeit nicht mehr ausüben konnte und dann hat man eine Nachfolgelösung bei Bayern gefunden, wollte sie aber dann auch nicht verlieren, ist ja klar und dann hat sie jetzt halt zuletzt diesen Posten, ausgefüllt was ich sagen kann ist sie genießt bei den obersten Bossen in München schon großen Respekt auch bei Uli Hoeneß. Ich weiß aber, und dann kommen wir auf Hamburg zu sprechen, dass Uli Hoeneß ja auch wohl gesagt hat im Vier-Augen-Gespräch, sie soll diese Chance ergreifen, wenn Hamburg sie möchte, weil es bei Bayern halt alles, was dann Richtung Vorstand geht, schwierig geworden wäre wahrscheinlich. Die Posten sind besetzt. Das hat da auch gar nichts mit ihrer Qualität zu tun oder mit ihrer Qualifikation. Aber da ist halt im Augenblick nichts zu besetzen. Und ja, Wertschätzung einerseits. Andererseits so ein bisschen das Problem, was geben wir ihrem Augenblick für eine Beschäftigung und dadurch glaube ich, wenn sie jetzt diese Chance kriegt für diesen Karriere-Schritt, dann ist das sehr gut für sie und dann soll sie es auch machen und, wenn du da dann gleich danach fragst, ich traue dir das absolut zu. Ja, klar, also natürlich interessiert mich da deine Einschätzung, ist natürlich ein riesen Karrieresprung jetzt. Möglicherweise auch eine einmalige Chance zumindest für diese Phase ihres Lebensabschnitts dann wirklich auch ein Vorstandsposten der Bundesliga bei einem Traditionsverein zu bekommen, sicherlich dann auch eine sehr reizvolle Aufgabe. Sie hat ja bei Bayern dann auch, soweit ich das mitbekommen habe, war ihre Hauptaufgabe auch das neue Trainingszentrum zu planen und dann eben auch die Organisation dafür voranzutreiben. Mit Jochen Sauer soll sie auch regelmäßiger mal im Austausch gewesen sein, also dem Nachwuchsleiter. Da erhofft man sich in Hamburg natürlich auch Impulse, also Impulse von ihren Managementfähigkeiten, ihrer Führungsstärke, Autorität gegenüber den Spielern, hast du vorhin schon angesprochen, aber natürlich auch ihre Einblicke ins Nachwuchsleistungszentrum bei den Bayern, weil das beim HSV einfach aus wirtschaftlicher Sicht nicht so läuft wie gewünscht, da steht der Aufwand nicht im Verhältnis zum Ertrag. Inwiefern traust du dir das zu, da auch einfach die positiven Aspekte von Bayern mit nach Hamburg rüber zu nehmen, um dann hier auch einen guten Job zu machen? Da brauche ich ihr schon zu, weil einerseits kannst du jetzt sagen, sie ist eine Novizin in diesem Job, aber jeder fängt ja irgendwann mal an und sie kann trotz allem aus einem sehr großen Erfahrungsschatz schöpfen. Also sie kennt diesen Verein in- und auswendig, kam damals mit Christian Nährlinger, jetzt muss ich mal überlegen, Christian hat glaube ich 2009 angefangen. 2009 bis 2012, ne? Ja genau, die war die Assistentin, also 17 Jahre FC Bayern, hautnah dran, da hast du schon einen riesen Erfahrungsschöpf. Riesen-Erfahrungsschatz und, Da wird sie ja viel aufgesaugt haben und für sich auch reflektiert haben, was ist gut, was ist weniger gut. Also glaube ich schon und wie du auch schon angedeutet hast, dieses breite Spektrum, das sie dann ja letztlich auch in all diesen Jahren gehabt hat, das führt dann schon dazu, wenn du das alles mitnimmst, glaube ich, dass du so einen Bundesligisten leiten kannst. Jetzt weißt du es aber besser als ich. Hamburg ist, glaube ich, auch nicht so ein ganz ruhiges Pflaster HSV. Da wird es dann auch mal gerne unruhig. Der Knackpunkt ist vielleicht so ein bisschen, wie geht sie dann mit der Öffentlichkeit um? Weil das, was sie in München eben gemacht hat, dass sie sich da eher versteckt hat und rausgehalten hat, das kann sie natürlich als Vorstandsvorsitzende beim Verein wie im Hamburger SV nicht machen. Da ist sie dann das öffentliche Gesicht, da muss sie Farbe bekennen, muss Stellung beziehen in der Öffentlichkeit. Da bleibt es abzuwarten, wie sie die Rolle dann erfüllt. Aber rein führungsqualitativ, Erfahrung, das Wissen, worauf kommt es in so einem Verein an, an welchen Stellschrauben muss gedreht werden. Der Respekt, Akzeptanz von anderen, das glaube ich, ist vorhanden. Und auch da nur aus der Ferne nochmal der Blick nach Hamburg. Ihr habt ja mit Katja Kraus schon mal eine Chefin gehabt, wenn ich nicht ganz falsch informiert bin. Ich glaube, dann kann das schon gut werden. Ja, also ich bleibe dabei, für mich ist das wie gesagt gar kein Thema, wer welches Geschlecht hat. Und deswegen will ich da auch keine Vergleiche zu Katja Kraus ziehen, weil ich finde dann auch, dass der Vergleich irgendwo hinkt, weil sie vom Jobprofil her ganz unterschiedlich rangehen. Als Sportvorständin ist Katlin Krüger jetzt erstmal eingeplant. Nur eine kleine Mini-Korrektur, weil du gerade schon von der Vorsitzenden gesprochen hast. Kann natürlich mal werden, aber für den Moment erstmal nicht. Du willst noch was sagen? Ja, ich würde noch gerne eins sagen zu dieser Geschlechterrolle. Ich bin da prinzipiell ja bei dir, das darf keine Rolle spielen. Das sagen jetzt wir auch als Außenvorstehende. Wir haben da witzigerweise, ich mache ja neben Bayern auch den FC Augsburg. Wir sind neulich mal am Medienstammtisch zusammengesessen und da habe ich den Benni Weber gefragt in Bezug auf Marie-Louise Eter, wie das denn dann in so einer Kabine ist, ob er ihr das zutraut und nicht. Und ich weiß zum Beispiel von Benni auch, dass er die Sabrina Wittmann in Ingolstadt sehr schätzt. Benni hat ja eine interessante Biografie, der hat viel erlebt im Trainerteam von Thomas Tuchel. Hatte bei Chelsea, hat er dann auch erzählt, so ein paar Damen ums Team herum. Das hängt schon ganz entscheidend davon ab, was du für eine Kultur in der Kabine hast im Verein. Du kannst immer theoretisch sagen, das darf keine Rolle spielen, aber es gibt ja auch ganz unterschiedliche Kulturen, Religionen. Und dann hängt es sehr davon ab, wie diese Spieler jemanden dann akzeptieren. Tun sie es oder tun sie es nicht? Da kannst du selber natürlich was dafür tun, in dem, wie du arbeitest. Was du machst, dann ist das super und sollte es super sein. aber trotzdem kann es dir ja passieren, dass es ein paar Typen gibt. Die halt ein anderes Weltbild haben. Und dann wird es eventuell schwierig, wobei dann kommst du ja wieder zum großen Ganzen, dann gibt es ja im Verein noch andere Mechanismen und so, dann musst du halt auch die Unterstützung da haben, da ist es dann aber auch wieder wurscht, ob Mann oder Frau. Wenn ich einen neuen sportlichen Leiter einstelle, dann braucht der halt die Rückendeckung und dann dürfen gewisse Leute halt gar nicht erst in Versuchung kommen, vielleicht ihre Ansichten dazu haben. Da muss halt dann stringent an einem Strang gezogen werden und dann wird es funktionieren. Will ich auch gar nicht abstreiten, sehe ich auch die Thematik. Ich glaube aber, dass es dann auch nochmal ein Unterschied ist, ob du eben eine Funktion, die sehr, sehr eng an den Spielern dran ist, hast und dann wahrscheinlich als Frau mit einem Handicap schon mal startest, trotzdem die Männergesellschaft überholen kannst durch deine Stärke, durch deine Qualität. Das ist beim Profil einer Trainerin sicherlich der Fall. Auf Management-Position sehe ich das Thema allerdings tatsächlich nicht so groß. Da wird es jetzt ausschließlich auf ihre Führungsstärke ankommen und auch auf ihre inhaltlichen Qualitäten und daran hat sie sich auch genauso messen zu lassen wie alle anderen Kandidaten, die es hätten werden können in Hamburg. Und da finde ich den Aspekt ganz spannend, dass sie ja auch bei den Strategietreffen des FC Bayern, die unter Max Eberl geleitet wurden, dass sie dort ja auch immer dabei war. Das heißt, unabhängig davon, welche Rolle sie dort eingenommen hat, sie hat ja auf jeden Fall tiefe Einblicke bekommen und der FC Bayern, da muss man jetzt kein Prophet sein, hat jetzt erstmal erfolgreicher als der HSV in den letzten Jahren gearbeitet. Von daher, wenn man da Einblicke ins Management hat, die mit nach Hamburg zu nehmen, das kann erstmal nicht völlig verkehrt sein. Kannst du was dazu sagen, welche Rolle sie denn auch wirklich bei diesen Strategietreffen eingenommen hat? Ich frage deshalb, weil mir wurde erzählt, der Eberl, der stand da zwar ganz oben als derjenige, der die Treffen, ja, zumindest mal der Chef dieser Veranstaltung war, aber die Fäden im Hintergrund soll Kathleen Krüger gezogen haben. Jetzt ein bisschen die Frage, wird das einfach nur in Hamburg erzählt oder war das wirklich so? Was weißt du darüber? Naja, also in München wird schon auch viel erzählt. Man muss auch immer sehr vorsichtig sein, weil der FC Bayern ist ein Verein mit. Vielen unterschiedlichen Interessen und Eitelkeiten, wo Menschen sich auch bewusst positionieren oder andere positionieren. Aber ich kann mir das schon vorstellen. Also die Frau hat definitiv Führungsqualitäten und ist tough und kann sich durchsetzen. Das würde ich niemals in Frage stellen. Die hat immer großen Rückhalt oder relativ früh in München auch schon einen relativ starken Rückhalt gehabt und den hast du bei einem Uli Hoeneß oder einem Karl-Heinz Rummenge nicht, wenn du nichts kannst also da können wir jetzt auch ewig über Bayern München diskutieren, ob die zwei da noch mitreden müssen oder so aber die haben schon ein sehr, sehr gutes Auge darauf, was läuft in dem Verein gut, die schreiten ein, wenn sie merken, das läuft nicht gut und sie hatte immer diesen Rückhalt Matthias Sammer zum Beispiel wollte Kathleen Krüger wenn ich nicht ganz falsch liege, der hat das schon mal hinterfragt, ob man die braucht. Da war Jupp Heynckes damals auch noch Trainer. Das war ihre schwerste Phase, richtig, bei Bayern? Sonst hatte sie mal viel Rückhalt auch von den Managern und Trainern, aber unter Sammer kriselt es ein bisschen. Ja, aber Heynckes, Hönes und so, die haben dann schon gesagt, nee, nee, nee, nee, also die Frau bleibt. Nix hier mit eventuellem Wechsel und so. Haben wir ja schon besprochen, dass sie auch die Assistentin von Christian Nährlinger war. Nährlinger musste damals gehen, 2012. Kathleen Krüger ist geblieben. Das zeigt auch viel. Das hätten die nicht gemacht. Und es ist übrigens auch, wer Uli Hoeneß so ein bisschen seine Weltansichten kennt, du hast dann seinen Rückhalt, wenn du A, keine Alleingänge machst und ihn informierst. Und B, was ich glaube, was bei ihm noch viel wichtiger ist, er muss das Gefühl haben, dass du alles gibst, dass du fleißig bist, dass du arbeitest, dass du für diesen Verein auch 20 Stunden am Tag, wenn es sein muss, da bist. Wenn er das nicht hat, dann wird es schwierig. Dann wirst du nicht allzu lang in dem Verein überleben. Wenn er aber merkt, da ist jemand voll dabei und hat Ahnung und das trifft dann auf Kathleen Krüger zu, dann stützt er dich auch. 17 Jahre Bayern München, Die überstehst du nicht ohne Qualität. Da brauchst du dir ja nur das Organigramm in dem Verein anzuschauen, wer so über die Jahre gekommen ist, wer gehen musste. Vielleicht dann trotzdem, dass man eher die Wechsel immer in vorderster Front macht, ist auch klar in so einem Profiverein. Aber allein das würde ich mal sagen in ihrer Vita, das ist schon Grund genug, dass du sagst, die Frau kann was und hat das auch zu Recht so lange ausgehalten. Also spannende Einschätzung. Sie konnte sich immer durchsetzen bei den Bayern, Hat auch immer überzeugt mit ihren Führungsqualitäten, war deswegen auch bei den strategischen Sitzungen von Max Eberl mit dabei. Wird dann beim HSV auch zusammen mit Vorstandskollege Erik Huber auch die Strategie maßgeblich vorantreiben. Also diese Fragestellung, wo will der HSV in fünf Jahren stehen, die wird dann eben auch im Vordergrund ihrer Arbeit stehen. Vielleicht können wir mit einer Sache nochmal aufklären, wenn wir schon Richtung Ende kommen. Aber beim Thema Transfers wird sie in der Umsetzung nicht ganz so viel zu tun haben hier in Hamburg. Das ist auch tatsächlich nicht ihr Aufgabenprofil, sondern Klaus Koster wird weiterhin den Kader zusammenstellen in Zusammenarbeit mit Chef-Scout Sebastian Dürscherl. Sie wird aber natürlich die Strategie vorgeben. Also sie wird sich angucken, okay brauchen wir mehr Kaderwerte, wie viele Nachwuchsspieler sollen hier integriert werden, brauchen wir mehr Erfahrung auf dem Platz, ist hier vielleicht eine Position mal unterbesetzt. Das werden schon Themen sein, die sie dann mit Klaus Koster bespricht, aber für die Umsetzung und auch für das Scouting sind andere zuständig. Wie war das bei Bayern? Da hat sie ja natürlich jetzt nicht vom Scouting bis zu den Gesprächen mit den Spielern und dann der Vertragsunterzeichnung ist sie natürlich nicht dabei gewesen, aber sie hatte sicherlich Einblicke. Welche Erkenntnisse kann sie da vielleicht auch aus München mitbringen? Naja, sie hat keine Entscheidungen getroffen, was Kaderplanung und so angeht. Das war nicht ihr Jobprofil. Ihr Jobprofil war Teammanagement und dass die Mannschaft zufrieden ist und dass die in guten Hotels schläft und dass da alles, was rund um die Mannschaft eben betrifft, dass das läuft. Aber natürlich, das ist ja gesagt, wenn du in Strategiesitzungen sitzt, wenn du immer so nah dran bist, bekommst du ja Dinge mit. Da hat dann auch wieder dieses Stichwort Loyalität und warum sie vielleicht keine Interviews gegeben hat. Es ist ja nie was nach außen gedrungen von ihr, was ja ganz wichtig ist. Und beim FC Bayern übrigens nicht selbstverständlich. Da gibt es ja auch genügend, die dann plaudern. Wie gesagt, ich habe es vorhin schon mal angedeutet, Einfach dieses Aufsaugen. Das ist ja ein Wahnsinnsschatz, wenn du so nah dran bist. Und zwar an Pep Guardiola, der sie auch sehr geschätzt hat. Das können wir an der Stelle auch noch einfließen lassen, glaube ich. Wollte sie mitnehmen zu City? Ja, den Respekt erarbeitest du dir auch nicht durch nichts tun. Also das hat dann schon auch einen Grund, wenn Pep Guardiola dich schätzt. Über Heinkes, Angelotti, dann die ganzen Sportvorstände, die sie hatten, Samer Eberl, zwischendurch, Samli Hamidzic, Kahn, der hat so viel erlebt, Hönes, Rummenigge, wenn du ein bisschen ein reflektierender Mensch bist, so ein bisschen deine Umwelt wahrnimmst, immer offen bist für Neues, Lernen, und so schätze ich sie ein, dann hast du da einen ganz, ganz großen Erfahrungsschatz mitgenommen, ohne schon in diesen Bereichen vielleicht die Verantwortung getragen zu haben, aber es ist ja dann letztlich, das wird auch in Hamburg bei euch nicht anders sein, ich sage auch immer in München, es trifft ja keiner allein die Entscheidungen, das ist ja am Ende immer ein Zusammenkommen von vielen Einflüssen und Diskussionen und. Da wird sie ihre Erfahrungen einbringen. Das, was sie weiß, sie muss mit Sicherheit dann in diese Rolle reinwachsen, in dieses neue Jobprofil. Aber ich wäre da an Hamburger Stelle, glaube ich, sehr, sehr zuversichtlich. Also sehr viele Eindrücke hat sie mitgenommen von sehr vielen prominenten Top-Personen auf ihren einzelnen Funktionen, also Top-Managern, Top-Trainern. Wir haben angefangen, ein bisschen darüber zu sprechen, wie sie sich immer im Hintergrund aufgehalten hat bei den Bayern. Ich will zum Abschluss nochmal auf dieses Thema Ausunterstellung, öffentliche Präsenz zurückkommen, weil das tatsächliche Aufgabenprofil hier in Hamburg sein wird. Und das ist aus meiner Sicht eben der größte Unterschied auch zu ihrer bisherigen Tätigkeit bei den Bayern. Jetzt ist es, sagt man ja so, relativ einfach, wenn es gut läuft, dann auch selbst gut auszusehen in Form von Interviews und öffentlichen Auftritten. Das ist beim HSV aktuell der Fall. Also es gibt ja erstmal hier keinen Grund, irgendwas zu kritisieren. Man hat als Aufsteiger souverän die Klasse gehalten, zwei Spieltage vor Saisonende. Man kann relativ gelassen jetzt den Sommerplan, auch wenn der nächste Kaderumbruch ansteht, aber es wird erstmal nicht so viel Gegenwind auch nicht für Kathleen Krüger geben. Es wird aber zwangsläufig irgendwann auch mal sportlich schwierige Zeiten geben. Traust du ihr zu, dann auch ruhig und besonnen das auch mal unruhige Hamburger Umfeld so zu managen, dass hier weiterhin alle an einem Strang ziehen? Die Frage kann ich dir ehrlicherweise leider nicht beantworten, weil uns da die Erfahrungswerte fehlen. Wie gesagt, sie musste ja nie bisher in vorderste Front. Da gibt es dann eben früher einen Karl-Heinz Rummenigge, heute einen Jan Dresen, einen Max Eberl. Die stellen sich dann hin, die müssen das dann erklären, warum was nicht klappt, warum der Wind von vorne bläst, warum die Erfolge nicht kommen. Wie sie dann da damit umgeht, ist wirklich, das ist für mich auch das große Fragezeichen. Wie wird sie auftreten? Charmant, knallhart, ja, abwarten. Also das ist wirklich ein ganz offenes Feld. Da müsst ihr dann in Hamburg genau hinschauen. Ist ja auch die Frage, die ich auch nicht einschätzen kann. Du kannst ja in so einer Rolle auch sehr oft in der Öffentlichkeit sein. Du kannst ja Sky, The Zone, vor jedem Spiel kannst du dich da hinstellen, wenn die dich anfragen. Du kannst aber auch ein bisschen, musst nicht immer. Ich glaube, dass sie da selber in diese Rolle reinfinden muss, dass sie vielleicht so ein bisschen selber experimentieren muss. Was ich glaube, von ihrer Persönlichkeit her schon sein wird, ist, dass sie wirklich konsequent ist und auch mal hart im Durchgreifen in der Sache hat. Wie es es öffentlich rüberbringt und auch intern, oder würde ich mal sagen, abwarten. Ja, sehr faire und ehrliche Einschätzung. Und das ist ja auch ehrlicherweise das größte Fragezeichen, weil nun mal die Erfahrungswerte fehlen. Du hast es skizziert, absolut nachvollziehbar. Wir sind sehr gespannt, wie sie dann diese Aufgabe auch in Hamburg bewältigen wird. Aber was man so hört von Beobachtern, und du hast den Eindruck ja bestätigt, bringt sie erstmal viel mit, gerade auch für dieses Stellenprofil, das es hier in Hamburg gibt, das eben nicht so viel mit Transfers zu tun hat, sondern mehr mit der Strategie für die Zukunft und der Organisation. Von daher sind wir alle gespannt in Hamburg, wie Kathleen Krüger all das meistern wird. Frank, wir sind jetzt am Ende. Vielen, vielen Dank für deine Einschätzung. Vor allem am Tag nach einem Ausscheiden aus dem Champions-League-Halbfinale weiß ich das wirklich sehr zu schätzen, dass du dir diese halbe Stunde genommen hast, weil du wirst sicherlich nicht wenig zu arbeiten haben heute. Vielen Dank. Ja, geht nicht aus, Stefan. Ich bedanke mich auch ganz herzlich für die Einladung. Hat mich sehr gefreut und Spaß gemacht. Und ich wünsche euch in Hamburg da alles Gute und viel Erfolg. Und bei aller Neutralität darf ich sagen, es ist ja schön, dass der HSV wieder da oben mitspielt in der Bundesliga und dass sie sich vielleicht auch ein Stück weit weiterentwickeln. Das schließe ich dann auch mit Uli Hoeneß, der vor vielen Jahren schon mal gesagt hat, von der Stadt her und vom Potenzial müsste ja eigentlich der Hamburger SV der große Konkurrent sein. Das sei dann noch ein Stück entfernt davon, aber ja, wie gesagt, alles Gute und viel Erfolg. Also unseren Hörern als HSV-Fans nochmal ein bisschen Honig um den Mund geschmiert. Das wird sicherlich jeder gerne hören hier nochmal zum Abschluss. Ja, vielen Dank nochmal. Und damit sind wir auch am Ende. Wir hören uns wieder in der kommenden Woche. Das ist dann nach dem letzten Heimspiel gegen Freiburg und vor dem allerletzten Saisonspiel in Leverkusen. In Hamburg sagt man Tschüss. Und bei uns heißt das auf Wiederhören. Auf abendblatt.de slash podcast.