Latest / HSV, wir müssen reden – der Fussball-Talk / Dompé-Skandal und Kuntz-Aus: Die Sichtweise der HSV-Fans
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- HSV, wir müssen reden. Der Abendblatt-Podcast rund um den Hamburger Sportverein. Es ist mal wieder einiges los beim HSV. Der Fall Kunz, das Transferfinale, jetzt das Spiel gegen die Bayern. Und wenn du denkst, wir haben eigentlich alle genug Themen, dann kommt mal wieder Jean-Luc Dompey um die Ecke. Über all diese Themen wollen wir sprechen. Mein Name ist Henrik Jakobs und mein Co-Pilot ist heute mal wieder Stefan Walter. Moin Stefan. Moin Henrik. Ja und wir haben natürlich wieder einen besonderen Gast bei uns, sie ist HSV-Fan und vor allem ist sie Präsidentin des größten HSV-Fan-Clubs in München. Wir sagen herzlich willkommen und moin Simone Lindner von der Isarraute. Moin. Ja, moin auch von meiner Seite. Du bist natürlich hier in Hamburg, weil die Bayern jetzt am Wochenende hier beim HSV spielen. Erzähl doch mal, du wirst ja wahrscheinlich im Stadion dabei sein. Wie ist das jetzt so für dich? Du bist dann gleich mehrere Tage in Hamburg. Ja, also natürlich bin ich auch wegen des Bayern-Spiels da, aber ich habe auch noch familiäre Wurzeln in Hamburg. Das heißt, ich bin regelmäßig in Hamburg und versuche natürlich die Aufenthalte immer mit einem Besuch im Volksparkstadion zu verbinden. Nur weil ich jetzt in München wohne, heißt das nicht, dass Hamburg nicht eigentlich meine Heimat und meine Perle ist. Und dementsprechend ein bis zweimal pro Halbjahr bin ich auf jeden Fall in Hamburg. Sitzt du unterschiedlich oder wo sitzt du jetzt? Ich sitze tatsächlich unterschiedlich. Ich bin ab und zu mal im Süd, weil es einfacher ist, Tickets zu kriegen. Aber natürlich präferierte Kurve ist die Nordkurve. Ich habe eben schon gedacht, so wirklich Münchnerin, das hört sich jetzt bei dir nicht so an. Also du hast lange in Hamburg gelebt, bist auch Hamburgerin, kann man sagen. Ja, ehrlicherweise muss man gestehen, dass ich gebürtige Hannoveranerin bin. Aber ich habe 25 Jahre in Hamburg gewohnt, dementsprechend. Ich weiß, ich darf es nicht sagen, aber ich bin Hamburgerin, zumindest im Herzen. Vor allem bist du HSV-Fan und du bist die Präsidentin der Isarraute, der einzige HSV-Fan-Club in München. Ja, unser Kollege hier in der Redaktion, der das hier aufnimmt, der hat eben schon gedacht oder gesagt, was, hier gibt es einen HSV-Fan-Club in München. Erzähl doch mal, wie viele Mitglieder seid ihr, seit wann gibt es euch schon und wie ist das so als HSV-Fan-Club in München? Es ist überraschend, dass jeder immer wieder überrascht ist, weil ich dachte eigentlich, man kennt uns mittlerweile. Also es gibt uns seit Februar 2007 gegründet von fünf Herren, die sich in München zusammengetan haben und gesagt haben, lasst uns mal einen HSV-Fernklub gründen. Das waren aber Münchner? Nee, das sind auch Hamburger, die nach München gezogen sind und sich da zusammengetan haben. Damals über Xing zusammengefunden und haben dann Fußball geguckt in der Klenze in Schwabing damals. Mittlerweile zählen 101 Mitglieder, gucken leider nicht mehr in der Klenze, Gucken nicht mehr in der Klinze und treffen uns regelmäßig zu Fußballspielen. Wir fahren auswärts, wir treffen uns auch zwischendurch, organisieren Grünkohlessen, gehen zusammen zur Wiesn. Also wir sind ein bunter Haufen, der sich auch gerne mal abseits vom Fußball trifft. Machen wir Wandertage etc. Also es ist ein sehr schöner Fanclub, der von, ich glaube, unser jüngstes Mitglied ist 10, unser ältestes Mitglied ist 70, auch komplett bunt durchgemischt ist. Und mit wie vielen Fans kommt ihr dann jetzt zum Spiel? In Hamburg für Bayern haben wir jetzt, glaube ich, 25 Tickets besorgt, aber auswärts sind wir immer mit Bussen unterwegs, da sind wir meistens so zwischen 55 und 65, Je nachdem, wie viel dann in den Bus reinpasst. Beim Hinspiel in München wart ihr wahrscheinlich dann mit der gesamten Mannschaft am Start. Da haben wir 66 Tickets organisiert bekommen, weil wir genau 66 Mitglieder mit, die auch HSV-Mitglieder sind, haben und dementsprechend 66 Tickets bekommen haben. Und seit nach 66 Minuten, als es 5 zu 0 stand, trotzdem noch da geblieben natürlich. Ja, haben wir durchgezogen. Muss man ja dazu sagen, dass der HSV ja generell immer so die Fanclubs, die lokal in der Stadt angesiedelt sind, wo der HSV auswärts spielt, dann auch ein bisschen bevorzugt, was die Tickets betrifft. Wie ist das jetzt bei den Heimspielen des HSV gegen Bayern? Du hast jetzt von 25 Tickets gesprochen. Habt ihr da auch eine größere Chance, wenn der HSV zu Hause gegen Bayern spielt, weil ihr nun mal ein Münchner Fanclub seid oder müsst ihr euch da wie alle anderen auch normal bewerben? Nee, da müssen wir uns wie alle anderen auch normal bewerben. Wir haben zwar einen guten Kontakt zu der HSV-Fan-Betreuung, aber da haben wir keine Benefits von. Wir stellen uns auch in den Mitgliederverkauf online an, in die Schlange und versuchen Tickets zu ergattern. Du musst uns natürlich noch einmal aufklären, wie du jetzt eigentlich HSV-Fan geworden bist. Du hast schon gesagt, du kommst eigentlich aus der Nähe von Hannover, dort leben wir aber auch viele HSV-Fans. Warst du da schon Fan der Rothosen oder ist das dann erst durch deine Zeit in Hamburg passiert? Meine Familie ist tatsächlich eher die, wir gucken, die Europa- und Weltmeisterschaft-Fußball-Familie gewesen. Ich bin dann durch Klassenkameraden dazu gekommen, dass ich mich mal mit Fußball auseinandergesetzt habe. Mein erstes Spiel, ich hab's vorhin schon erzählt, stand über meinen Haupt, war Millern-Tor gegen Dortmund, weil ich Lars Ricken damals ganz toll fand. Also ich war quasi für Dortmund. Zu meiner Entschuldigung und hab dann gesagt, ich möchte auch ganz gerne einen Hamburger Fußballclub supporten. Hab mich am Millern-Tor nicht ganz so zu Hause gefühlt. Und dann war die logische Konsequenz, das war tatsächlich eine Kopfentscheidung, das Volksparkstadion zu wählen. Und aus der Kopfentscheidung ist dann aber ganz schnell eine riesengroße Herzentscheidung geworden. Und ja, bin mit ganzem Herzblut sehr, sehr schnell riesengroßer Hass-Vofen geworden. Bist du aber auch noch im alten Volksparkstadion groß geworden? Ja, genau. Wie viele Spiele schaffst du so im Laufe der Saison, wirklich dann auch live im Stadion zu sein? Weil du meinst jetzt ja auch schon, ja, bei anderen Auswärtsspielen deckt ihr euch auch immer mal wieder mit Karten ein, wenn es passt. Was schaffst du so im Jahr? Also ich würde tippen, pro Saison sind es zwischen 12 und 14 Spiele realistisch betrachtet. Mal ein bisschen mehr, mal ein bisschen weniger. Das ist schon ordentlich, ne? Mehr als jedes Dritte? Ja. Stabile Quote. Wenn man in München lebt, ist natürlich der FC Bayern dort schon sehr, sehr präsent und dominant, was dann auch die Berichterstattung angeht. Wie findet der HSV denn da bei euch so statt? Beziehungsweise wie verfolgst du denn so, was hier in Hamburg, im Volkspark immer so passiert? Und es passiert ja mal wieder sehr viel, gerade jetzt in dieser Woche. Wie kriegst du das alles so mit und wie läuft dann so euer Austausch dann im Fanclub, wenn dann Jean-Luc Dompey mal wieder der Polizei in Kontakt war? Ja, also tatsächlich hauptsächlich durch soziale Medien. Der HSV findet in München eher weniger statt, leider. Aber die sozialen Medien sind ja omnipräsent. Zeitungen, wir haben eine WhatsApp-Gruppe mit der Isarraute, wo sehr reger Schriftverkehr herrscht. Und alle News werden Postwenden reingepostet und ausgiebig diskutiert. Genauso wie auch der heute aufgeploppte. Genauer gesagt, war es ja Mittwochabend, als dann Bild.de die erste Meldung veröffentlicht hat, dass Jean-Luc Dompey mit 1,46 haben wir mittlerweile erfahren, Promille bei einer Kontrolle erwischt wurde. Hat es natürlich dann auch in die Schlagzeile geschafft. Wie ist diese Meldung bei euch das erste Mal aufgeploppt und was war dein erster Gedanke, als du das gelesen hast? Hoffentlich stimmt das nicht. Das war tatsächlich der allererste Gedanke. Wir waren eigentlich ganz froh, dass ein bisschen Ruhe eingekehrt ist bis zum Ende letzten Jahres. Und ja, haben gedacht, so viel, so doof kann ein Mensch eigentlich nicht sein. Vor allem, weil es eben das zweite Mal ist, dass er negativ aufgefallen ist, was das angeht. Wir hatten eigentlich gedacht, dass er sich eher wieder auf den Platz mit positiven Schlagzeilen in Erinnerung ruft, als neben dem Platz mit so negativen. Stefan, vielleicht kannst du auch alle nochmal ein bisschen aufklären, was du jetzt aktuell recherchiert hast. Die neueste Schlagzeile war ja nicht nur, dass er betrunken am Steuer erwischt wurde, sondern dass er nach der Anhörung dann auf der Wache mit einem E-Scooter nach Hause gefahren ist. Also da fasst man sich ja wirklich dann das zweite Mal an den Kopf und eigentlich noch mehr und denkt, wie kann das sein? Ja, erzähl kurz, wie der Stand der Dinge ist. Unfassbar, damit offenbart er ja auch, dass er nicht so richtig sein Fehlverhalten in dem Moment akzeptiert hat. Und dann eben auch, ja, vielleicht auch der Meinung ist, da über den Gesetzen stehen zu können. Aber das ist schon unglaublich, wenn man dann noch mit dem E-Scooter davon fährt. Also es war erst mal so, dass er sehr wahrscheinlich über eine rote Ampel drüber gefahren ist. Zumindest war das so die erste Mutmaßung eines Polizeistreifenwagens, der ihn dabei beobachtet hat. Dann haben sie sich gedacht, okay, den halten wir vielleicht mal an. Mal gucken, wer da so hinterm Steuer sitzt. Und dann ist eben sofort eine Alkoholfahne festgestellt worden, als er die Scheibe runter machte. Dann ist ein Atemalkoholtest entnommen worden. Das ist so der tonusmäßige Vorgang. Dabei wurde ein Wert von 1,46 Promille gemessen. Bei allen Werten ab 1,1 Promille kommt man dann sofort auf die Polizeiwache. So ging es auch Dom P. Da kommt irgendwann ein Arzt vorbei, nach ein paar Stunden nimmt einem Blut ab. Auch so war es bei Dom P. Und dann ist er irgendwann entlassen worden, ohne seinen Führerschein allerdings, der bereits beschlagnahmt wurde. Und ja, dann hat er festgestellt, nach Hause habe ich es echt weit von hier, PK 14. Es sind nämlich knapp 900 Meter zu seiner Wohnung in der Innenstadt. Kann ich ja unmöglich laufen oder mir ein Taxi nehmen. Es geht bergab, glaube ich, vom Gänsemarkt darunter. Genau, es geht bergab. Also braucht man offenbar dann ein weiteres Verkehrsmittel. Also er hat sich entschieden, sich auf den E-Scooter zu stellen und ist dann mit dem E-Scooter davon gefahren vor der Polizei. Mehrere Polizisten wurden Augenzeugen dieses zweiten Vorfalls, für den er dann auch nochmal angezeigt wurde. Also es liegen insgesamt zwei Anzeigen gegen ihn vor. Es sind auch zwei Straftaten. Und betrunken E-Scooter zu fahren, ist fast genauso schlimm, also fast eine genauso schlimme Straftat wie betrunken Auto zu fahren, was jetzt so die Gesetzgebung betrifft. Und ja, da wird er sich auf jeden Fall noch verantworten müssen für die beiden Taten. Macht die ganze Geschichte natürlich noch unfassbarer, jetzt das Detail dann auch mit dem E-Scooter, aber alleine der Vorgang, dass er mit dieser Vorgeschichte sich betrunken ans Steuer setzt und Menschenleben natürlich auch gefährdet zum zweiten Mal, Das ist schon heftig und klar, da werden jetzt wahrscheinlich wieder viele Witze gemacht werden über den HSV. Ich glaube, Simone, du kennst das. Wie würdest du als HSV jetzt vorgehen oder was wünschst du dir von deinem Klub da jetzt auch ein sehr, sehr hartes Vorgehen und ein deutliches Zeichen dann auch in diesem Fall? Ja, tatsächlich, die Linie, die sie jetzt gerade eingeschrieben haben, Oder den Weg, den sie jetzt gerade eingegangen sind, durchziehen. Für mich gehört so jemand nicht mehr in den Kader. Man muss ja auch irgendwie bedenken, dass er Vorbildfunktionen hat. Und gerade er hat ja auch genügend Geld, sich in ein Taxi zu nehmen. Jeder sollte sich in ein Taxi nehmen oder mit in den Öffentlichen fahren, wenn man zu viel getrunken hat. Aber ja, wir haben es ja bei Kunst schon gesehen. Der HSV ist da relativ strikt. Und die klare Kante würde ich jetzt bei ihm ganz genauso durchziehen. Das heißt dann auch komplett Rausschmiss und Vertragsauflösung oder würdest du sagen, ihn mal jetzt vier bis, ja, oder acht Wochen? Ich würde tatsächlich, glaube ich, sagen, für die Saison ist er durch. Und ja, dann mal gucken, wie räumütig er ist. Aber ganz offensichtlich hat er 2023 nicht gereicht, um ihn zum Verstand zu bringen. 2023 muss man vielleicht nochmal dazu sagen. Damals ist er mit überhöhter Geschwindigkeit in eine Bushaltestelle an der Hafenstraße St. Pauli reingekracht, muss man auch so sagen. Also von der Bushaltestelle war hinterher nicht mehr viel übrig. Wie durch ein Wunder oder durch Glück auf jeden Fall ist kein Menschenleben dann dabei eben verletzt worden. Beziehungsweise ist niemand zu Schaden gekommen, weil eben keiner an der Bushaltestelle sich befunden hat zu dem Zeitpunkt. Er selbst hat eine leichte Verletzung an der Hand damals erlitten. Ansonsten gab es jede Menge Blechschaden. Tim Walter, der damalige HSV-Trainer, hat sich damals entschieden, ihn nicht aus dem Kader zu schmeißen. Er stand sogar an der Startelf fünf Tage später in Heidenheim. Man hat dann eben schon noch angemerkt, dass der Vorfall so an ihm nagt und dass er nicht völlig befreier aufspielen konnte wie sonst. Aber es gab eben keine sportlichen Folgen für Dompeh. Jetzt ist natürlich davon auszugehen, dass das anders vom HSV geahndet wird, weil es eben auch der zweite schwerwiegende Vorfall ist. Konntest du damals nachvollziehen, dass Tim Walter sich dagegen sportliche Sanktionen entschieden hatte? Ehrlich gesagt nicht. Und ich glaube auch, dass Merlin sich nicht dafür entscheidet, ihn in den Kader zu nehmen. Wer die Doku gesehen hat, hat auch gesehen, wie Merlin in der Kabine agiert und reagiert und auf seine Alu-Kiste schlägt. Ich glaube, er will da tatsächlich ein sehr deutliches Zeichen setzen. Jean-Luc Dompey ist ja bei vielen Fans sehr beliebt, aufgrund seiner Spielweise vor allem natürlich, aber auch so seine Art dann auch auf dem Platz. Macht dann hier und da aber auch gerne mal ein Späßchen. Ist er bei dir auch trotz dieser ersten Geschichte immer so ein Liebling gewesen? Ich habe tatsächlich ein Trikot mit seinem Namen drauf. Ich finde auch, dass er super sympathisch ist. Ich kriege immer ein Lächeln aufs Gesicht, wenn er sich freut. Also er ist einfach ein sehr, sehr mitreißender Charakter. Ja, sportlich gesehen werde ich den schon vermissen, aber ja, da muss man einfach wirklich klare Kante zeigen. Ja, ich habe mich auch selbst dann noch bei dem Gedanken ertappt, dass es gut war, dass ich neulich nicht die Geschichte gemacht habe, die Wandlung des John Dupont-P, die hatte ich nämlich eigentlich auf meiner Themenliste, weil eigentlich viele auch innerhalb des HSV gesagt haben, der ist jetzt erwachsener geworden, der ist reifer geworden, der kümmert sich um die jungen Spieler, ist mittlerweile sogar ein Führungsspieler in der Kabine, auch wenn er natürlich gerne dann seine Späße macht. Eine Tochter hier in Hamburg und ist ruhiger geworden und dann kriegst du sowas mit und denkst ja wirklich nur, das kann eigentlich nicht wahr sein, der ist jetzt 30 Jahre alt, also es kann natürlich immer mal was passieren, aber dann, ja, so ein Fall jetzt, ich glaube, da sind wir uns alle einig, dass da jetzt der HSV dann auch ein klares Zeichen setzen muss. Bin sehr gespannt, vielleicht ja, wenn dieser Podcast ausgestrahlt wird, vielleicht gibt es dann schon die erste Meldung, aber ja, schauen wir mal. Du hast eben schon den Fall Stefan Kunz auch erwähnt. Ja, ich glaube, es war so vor Weihnachten, hast du eben im Vorgespräch auch gesagt, man dachte eigentlich, es ist sehr schön ruhig beim HSV und der FC Hollywood ist eigentlich in München angesiedelt. Jetzt ist der Hollywood SV wieder in Hamburg, hat sich wieder zurückgemeldet. Als du das erste Mal gehört hast, dass Stefan Kunz und der HSV getrennte Wege gehen, das war ja schon überraschend zu dem Zeitpunkt. Was hast du da gedacht? Mein erster Gedanke war schade, dadurch, dass es ja kommuniziert wurde, dass es aus familiären Gründen die Trennung vollzogen wurde, dachte ich, um Gottes Willen, hoffentlich ist da jetzt nicht was riesengroßes Gesundheitliches passiert, weil sein Vater ja, glaube ich, auch nicht ganz fit ist. Und ja, also der erste Gedanke war schade, weil eigentlich hat er ja Gutes geleistet während seiner Amtszeit beim HSV. Dadurch, dass wir die Hintergründe nicht konnten, war mein allererster Gedanke schade. Ich fand ihn sympathisch, ich fand, er hat wirklich was Gutes geleistet und ich hätte ihn gerne, was das Fachliche angeht, weiter bei uns gehabt. Auch da ist es ja eigentlich einmalig, wie der HSV dann auch vorgegangen ist und sich öffentlich positioniert hat in Form von mittlerweile zwei Statements des Aufsichtsrats. Da ist dann inzwischen wirklich auch detailliert der genaue Ablauf geschildert worden, wie es zur Vertragsauflösung mit Stefan Kunz kam. Ihm wird dann auch ein schwerwiegendes Fehlverhalten unterstellt. Ihm wird auch die Unwahrheit unterstellt durch seine Aussagen sowohl in der Süddeutschen als auch bei Instagram in seiner ersten Reaktion auf die bekannt gewordenen Vorwürfe. Wie findest du den HSV in der Außendarstellung in dieser Causa Stefan Kunz? Vorbildlich tatsächlich. Ich finde es gut, dass sie versucht haben, auch im Sinne der Betroffenen, die ganze Thematik flach zu halten und nicht an die Öffentlichkeit zu bringen. Nun ist das quasi durch Stefan so weit gekommen, dass es jetzt doch an die Öffentlichkeit gekommen ist. Und irgendwo muss der HSV ja auch reagieren. Ich finde, wie sie reagiert haben, sehr professionell. Und würde nur sagen, man muss seine Anwälte halt gut wählen, welche Dinge man postet und welche nicht und wie man reagiert. Kein Vorwurf an den HSV und seine Anwälte, weil ich finde, das haben sie wirklich dieses Mal richtig gut gemacht. Das ist vielleicht ein ganz spannender Punkt, den du da damit gerade ansprichst, weil tatsächlich hat ja Stefan Kunz durch seine Äußerung, sowohl bei Instagram als auch in der SZ, im Prinzip Tür und Tor geöffnet für Berichterstattung, dafür, dass im Prinzip jeder bei diesem Fall sprechen darf. Hätte er sich gar nicht geäußert, wäre es zum Beispiel rechtlich höchst heikel gewesen, diese Vorwürfe, über die er erstmal nur die Bild gesprochen hat, überhaupt öffentlich irgendwo zu erwähnen, also auch für Privatpersonen hätte das Konsequenzen haben können, rechtliche. Jetzt ist das eben nicht mehr so durch seine Äußerungen. Du hast das schon ein bisschen angedeutet, dass du das nicht so richtig nachvollziehen kannst. Das heißt, Thema Kommunikation, HSV bewertest du als sehr vorbildlich und bei Stefan Kunz hättest du ihm zu einer anderen Stellungnahme geraten oder gar keiner Stellungnahme? Ich hätte an seiner Stelle wahrscheinlich gar keine Stellung bezogen. Wenn das dann jetzt alles so ist, wie es zu sein scheint, hätte ich an seiner Stelle meinen Mund gehalten und gesagt, es ist jetzt so, wie es ist, dann muss ich durch. Er weiß ja selbst am besten, was passiert ist, ob was passiert ist. Und ihm wurde der beste Weg geebnet. Und wenn er den nicht gehen will und lieber sagt, nee, ich mache jetzt mal eine Seitentür auf, dann muss er da durch. Ich hätte es nicht gemacht. Ich wäre, glaube ich, einfach still und leise meinen Weg gegangen. Natürlich gilt natürlich weiterhin auch noch die Unschuldsvermutung. Trotzdem würde mich mal interessieren, auch wieso vielleicht in eurem Fanclub darüber gesprochen wurde. Es gibt ja sehr unterschiedliche Meinungen auch dazu. auch frauen die sagen also das kann ich mir gar nicht vorstellen und vielleicht hat da irgendjemand, irgendeine intrige eingeleitet dann gibt es aber auch andere die sagen nee also da geht jetzt in erster linie mal solidarität auch und der schutz der betroffenen dann auch wie hast du so darüber gedacht und vielleicht dann auch so andere frauen in einem fanclub, Schwierig. Ich verstehe den Gedanken, was die Intrige angeht. Der ist mir auch mal ganz kurz im Kopf gekommen, aber den habe ich relativ schnell wieder weggeschoben. Ich glaube, dass wenn Frauen sowas äußern und dem Aussichtsrat, den Vorgesetzten mitteilen, dann wird da schon was hinter sein. Und auch bei uns im Fanklub wurde es ja kontrovers diskutiert, wobei auch immer wieder gesagt wird, solange das nicht schwarz auf weiß bewiesen wurde, wie du auch gesagt hast, Unschuldsvermutung etc. Trotzdem hat das ja alles ein Geschmäckle. Also ich glaube auch, dass der HSV nicht so reagieren würde, wenn sie nicht wirklich hieb- und stichfeste Gegenargumente hätten. Am Anfang hieß es auch, ja jetzt warten wir mal ab, aber je mehr dann nach und nach rauskam, desto mehr pro HSV und kontra Kunst ist auch die Stellungnahme oder die Einstellung bei uns geworden. So das ganze Thema sexuelle Belästigung ist ja dann auch in dem Zusammenhang noch mal ein bisschen aufgekommen. Es gibt Erklärungsartikel auch, die dann auch noch mal genau differenziert betrachten. Aber wann spricht man eigentlich davon? Was ist eine Grenzüberschreitung, was nicht? Henrik hat zum Beispiel auch mit Mia Güte über dieses Thema gesprochen, die dann eben auch geschildert hat, wie sie im Stadion auch schon unangenehme Erfahrungen gemacht hat und dann auch gar nicht wusste im ersten Moment, wie sie sich zu verhalten hat. Soll sie das jetzt melden oder nicht melden? Also auch das Thema Angst spielt da bei Betroffenen eben ganz oft eine Rolle. Hast du denn auch mal negative Erfahrungen in diesem Kontext im Fußballstadion gemacht? Also, wie du schon gesagt hast, ist so ein bisschen die persönliche Einstellung, wo ist seine persönliche Grenze. Ich habe auch mir schon häufig blöde Sprüche anhören müssen. Ich habe auch schon häufig mal eine Hand am Hintern gehabt, die da nicht hingehört. Ich lächle das eigentlich immer weg, weil ich sage, ich habe da jetzt keine Lust. Mich persönlich trifft es nicht so und ich habe keine Lust, mich damit weiter zu beschäftigen. Aber es gibt halt auch andere, die haben ihre Grenzen woanders. Und eine Hand von einem fremden Mann oder von sonst einem Mann, wo du nicht die Erlaubnis ausgesprochen hast, hat halt nichts an deinem Hintern zu tun. Und irgendwelche vulgären Sprüche haben auch nichts zu tun, wenn du es nicht förderst, möchtest. Also ja. Wenn man sich bedrängt fühlt, auch mental und emotional gesehen und es eben nicht im Einverständnis dann auch stattfindet. Wie hast du reagiert, als du eine fremde Hand an deinem Hintern gespürt hast, Das ist ja in jedem Fall eine Straftat auch. Da habe ich mich tatsächlich auch umgedreht und eben meinen Ellenbogen mal kurz in den Magen gerammt. Und mein Begleiter hat dann auch gleich gesagt, Hände weg, wäre wahrscheinlich auch ein bisschen eskaliert, hätte ich nicht gesagt, ich kriege das auch alleine hin. Aber ja, hat meinen Ellenbogen in seinen Magen gekriegt und dann war es dann auch wieder gut. Aber ich glaube, die Menschen, die das machen, die verstehen das auch nicht. Ja, der HSV ist da ja auch ein Vorreiter, was dann auch Prävention angeht und auch Nachbereitung. Also man kann beim HSV im Stadion am Ankerplatz melden, wenn man da etwas Unangenehmes erlebt hat. Jetzt nicht nur, was dann auch möglicherweise Gewalt gegen Frauen angeht, sondern natürlich auch das ganze Thema Diskriminierung. Also auch da immer mal wieder der Hinweis an Fans, sich dann auch entsprechend zu melden. Das nur als Hinweis von hier. Jetzt kommt hier gerade aktuell auch die Meldung rein, dass der HSV jetzt mittlerweile auch mitgeteilt hat, dass Jean-Luc Dompey bis auf weiteres suspendiert ist. Und ja, dann wollen sie sich jetzt in Ruhe zusammensetzen und dann beraten, wie sie dann auch langfristig mit diesem Fall umgehen. Aber ja, gegen die Bayern wird er auf jeden Fall dann nicht dabei sein. Deswegen natürlich dann spannend, was der HSV jetzt auch auf dem Transfermarkt macht. Also der erste Neuzugang steht auf der Matte, beziehungsweise der nächste Neuzugang. Einige sind ja jetzt schon da. Die Transferperiode ist aktuell wirklich sehr, sehr wild beim HSV. Es gibt sehr, sehr viele Abgänge. Und genau, jetzt ist der nächste Neuzugang da. Albert Grönbeck kommt aus Genua auf Laie-Basis, ein Offensivspieler. Ich hatte ihn vorher nicht gehört, den Namen, muss ich gestehen. Aber ja, den ist ein Nationalspieler. Da ist da wahrscheinlich dem einen oder anderen schon mal aufgefallen. Dir, Stefan? Mir tatsächlich nicht. Ich habe mir jetzt nur mal seine Daten angesehen. Also die Laie mit CFC Genua, dem Serie A-Club, muss erst mal beendet werden. Dann geht er erst mal pro forma wieder zurück zu Start Rennes und die Franzosen leihen die dann an den HSV aus. Ja, ich bin sehr gespannt auf ihn. Ich habe jetzt ehrlicherweise in den letzten zwei Jahren keine Daten von ihm gesehen, die mich sofort dazu veranlassen zu sagen, der ist sicher eine Sofortverstärkung. Also ich bin wirklich sehr gespannt, wie er sich sportlich hier präsentieren wird, ob er die Bundesliga sofort adaptieren kann und ob er dann eben auch seinen Teil zum Klassener beitragen kann. Ich sage mal so, da sind zumindest, ähnlich wie bei Damien Downs, auch das Thema haben wir schon besprochen in diversen Formaten, aber da sind zumindest mal Fragezeichen angebracht. Aber klar ist auch, du kriegst natürlich im Winter nicht den absoluten Topstar, der die Tore und Vorlagen garantiert. Genau, offenbar war er jetzt ja auch zuletzt verletzt. Laut Transfermarkt.de ist er sogar immer noch verletzt. Ich glaube, da ist jetzt vielleicht aber auch nicht der ganz aktuelle Stand abgebildet, aber auf jeden Fall muss man natürlich schon schauen, wie schneller helfen wird. Gegen die Bayern jetzt vermutlich dann noch nicht, also da bin ich dann auch gespannt, wer dann jetzt die Rolle von Jean-Luc Dompey einnehmen wird. Da gibt es ja viele Varianten. Man kann Königsdörfer auf die linke Seite stellen. Man kann mit Miro Muhalm da spielen, ihn nach vorne schieben. In der Theorie hat der HSV auch noch zwei Spieler, die er aber noch abgeben wird, die das auch könnten. Immanuel Farai und Emi Sahiti, die werden den Verein aber voraussichtlich dann noch verlassen. Simone, fällt dir spontan noch eine Idee ein, wie du jetzt dann Dompey auf Linksaußen ersetzen kannst? Alexander Rossing-Lelisit hat sich auch schwer verletzt. Leider, ja. Nee, tatsächlich würd ich auch, ähm ... Ich würd tatsächlich Muham sehen. Ich bin ein großer Fan von Murheim. Er hat bislang leider noch nicht wirklich was zeigen können, zumindest in der Rückrunde. Da ist er ein bisschen blass. Von daher, gib ihm die Chance und lass den Namen spielen. Vielleicht kommt er ein bisschen aus sich raus. Genau, dann würde der HSV ein bisschen sein System verändern. Aktuell spielt er mit so einem richtigen Schienenspieler nur auf der rechten Seite mit Bakariata. Dann könnte er vielleicht dann Gojulajewili oder Mikkel Bronzis nach hinten links stellen und Miro Moham ein bisschen nach vorne schieben. Ich würde mir eine andere Variante in den Raum werfen, aber es ist ja bekannt, dass der HSV auch ein Backup für Miro Moham sucht. Vielleicht wird das dann am Endeffekt gar kein Backup, sondern die Variante von Simone kommt zum Tragen. Moham rückt eine Position nach vorne und dadurch wird der neue Linksverteidiger, den man holen will, ersetzt im Prinzip Moham 1 zu 1. Man ist ja auch intern jetzt nicht sonderlich zufrieden mit Mohams Defensivleistung. Von daher könnte man damit natürlich auch zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Aber klar ist auch, dass er für den Aufbau extrem wichtig ist. Also er rückt dann immer wieder auf die Sechserposition, kurbelt das Spiel mit an, zusammen mit Rennberg auch. Und war natürlich auch einfach in der Kombination mit Dompeh auch irgendwo eine Waffe auf der linken Seite. Die ist jetzt aber ohnehin nicht mehr geladen, um mal bei der Metapher zu bleiben. Und von daher, klar, warum nicht die Chance nutzen und Moham dann auch auf eine andere Position stellen. Vor allem jetzt gegen die Bayern, da brauchst du natürlich sehr, sehr viel Defensiv-Power auf dem Platz. Also wahrscheinlich alles, was irgendwie verteidigen kann, wird dann Merlin Polzin aufstellen. Simone, du hast schon einige Spiele gegen die Bayern in deinem Leben gesehen. An welche Spiele denkst du da so vor allem? Vielleicht doch ein bisschen weiter zurück, wo man tatsächlich mal gegen die Bayern gewonnen hat oder fallen dir auch die hohen Klatschen in München ein? Mir fallen tatsächlich leider, leider, leider nur die hohen Klatschen in München ein, bei denen ich auch größtenteils im Stadion war. Manchmal tatsächlich, ehrlich gesagt, du bist zur Halbzeit, weil ich dann gesagt habe, komm, dann gehe ich lieber in die Kneipe und gönne mir da ein, zwei Bier und kriege von dem Elend nicht so viel mit. Und dann. Ja, da gab es einige von. Also diese Statistik wird ja vor jedem Auswärtsspiel in München wieder hervorgeholt. Ich glaube 0-5 war dann sogar noch das beste Ergebnis. Ich war positiv überrascht. Mehrfach 0-6, 2-9 war dabei, zweimal 0-8 und zuletzt 0-5. Das ging ja am Ende dann noch einigermaßen glimpflich aus, weil die Bayern dann doch deutlich Gas rausgenommen haben. Nach 29 Minuten schon, als es 0-4 stand. Also da sah es schon nach einem neuen Rekordergebnis aus, muss man sagen. Allerdings. Jetzt muss man aber sagen, zu Hause hat der HSV eigentlich immer deutlich bessere Spiele gemacht gegen die Bayern. Zumindest jetzt in der Zeit vor dem Abstieg, ist ja auch jetzt schon einige Jahre her. Der war relativ knapp immer, mal sehr oft 0 zu 1. Das letzte 0 zu 0 ist jetzt aber auch schon elf Jahre her. Damals 2014, muss das gewesen sein? Oder? 2015? Nee, 2014 genau, mit Joe Zinnbauer. Das war der letzte Punkt, den der HSV geholt hat gegen die Bayern bis heute. Glaubst du daran, dass es irgendwie passieren könnte, dass der HSV am Sonnenabend da vielleicht einen Punkt mitnimmt oder vielleicht sogar drei? Ich glaube, dass uns das Augsburg-Spiel leider da nicht in die Karten gespielt hat. Ich glaube, dass der FC Bayern München relativ motiviert ist, zu zeigen, wer der King der Bundesliga ist. Und ich glaube, dass sie tatsächlich ein bisschen Rache üben wollen. Und da sind wir der nächste Gegner in der Bundesliga. Nein, ich glaube nicht dran. Die Hoffnung stirbt zuletzt, aber wirklich glauben trüge ich nicht dran. Ich kann mich gar nicht auch daran erinnern, wann Bayern letztmals zwei Spiele in Folge verloren hat. Also meistens ist es tatsächlich ein schlechtes Oben, wenn sie einmal vor einem schon verloren haben, dann gerät die Maschinerie in der Regel wieder ins Rollen. Du hast uns im Vorgespräch auch verraten, dass du sowieso noch nie live bei einem HSV-Sieg gegen die Bayern im Stadion warst. Wird dir aber eigentlich mal Zeit, oder? Das stimmt natürlich, das wird Zeit. Aber ich glaube, dafür hätten sie gestern gegen Eindhoven ein bisschen deutlicher gewinnen müssen. Dann hätten sie gestern quasi Rache geübt. Nein, aber ich würde mich sehr, sehr freuen, wenn ich das das erste Mal mitkriegen würde. Wenn man dann geguckt hat, wen die Bayern geschont haben mit Harry Kane und Michael Ulyse, also wahrscheinlich die aktuell besten Spieler der Bundesliga, die dann jetzt dann im Volksparkstadion vermutlich wieder von Anfang an spielen werden. Andererseits gegen Augsburg haben sie auch gespielt und alle nicht ihren besten Tag erwischt. Und wer weiß, also alles ist natürlich möglich. Aber ich glaube, wenn ich jetzt dich so höre, der Optimismus hält sich in Grenzen. Ich war sehr optimistisch beim Pauli-Spiel. Das hat ja leider auch nichts gebracht. Und dann gehe ich jetzt lieber ein bisschen pessimistisch rein, vielleicht bringt das was. Präsentierst du die Raute eigentlich relativ offen in München? Also du bist ja dort auch mit relativ erfolgsverwöhnten Bayern-Fans dann auch regelmäßig konfrontiert. Musst du dir ab und zu mal einen Spruch auch einholen? Von wegen, wie kann man hier HSV-Fan sein? Oder wie ist für dich als HSVer das Leben in München? Also wir präsentieren die Raute sehr, sehr offen. Wir sind eben auch eine große Menge an Menschen. und wir tragen sehr viel HSV-Kleidung im Alltag und natürlich müssen wir uns immer was anhören. Wir lächeln das weg. Und ich glaube, die Bayern München-Fans, die respektieren den HSV und die Hamburger schon sehr, freuen sich natürlich auch, dass sie gegen die immer gewinnen und immer Punkte kassieren können. Aber ansonsten sind die Münchner uns gegenüber eigentlich sehr nett, weil sie wissen, dass sie bis jetzt nicht viel zu befürchten haben für uns. Immer so Beispiele von Sprüchen, die ihr euch dann anhören müsst. Ist das noch in der Kategorie lustig oder geht das dann auch mal so über Grenzen hinaus? Es ist kategorielustig. Ich kann ja jetzt tatsächlich keine nennen, die mir so ad hoc einfallen, aber es ist immer lustig. Und wir können es auch gut weggleichen. Also unter der Gürtellinie kommt da nie was. Du bist ja auch die Präsidentin eures Fanclubs. Seit wann und wie bist du in diese Position dann gekommen? Und was heißt das dann so im Alltag für dich? Welche Aufgaben kommen da so alle auf dich zu? Ja, also seit 2015 bin ich Mitglied in der Isaraut. Ich bin dann eigentlich auch direkt in den Vorstand eingestiegen, weil ich vom Beruf aus Eventmanagerin bin und dementsprechend gerne organisiere. Und bin dann 2017 zur Vorstandsvorsitzenden slash Präsidentin gewählt worden. 2018 bin ich nicht ganz sicher. Und ja, was heißt das im Alltag für mich? Wir organisieren halt sehr, sehr viel. Wir müssen, wir sind jetzt in einer Fußballkneipe, das Stadion an der Schleißheimer Straße, die nicht nur HSV-Spiele zeigen, sondern wirklich alles. Da müssen wir Plätze reservieren, das heißt, wir müssen im Vorfeld abfragen, wer ist jetzt an dem nächsten Spieltag dabei. Wir organisieren, wie gesagt, Wiesenausflüge, Auswärtsfahrten, da müssen wir immer einen Bus organisieren, Getränke organisieren, Leberkassemmel und Franzbrötchen organisieren, damit wir dann den perfekten norddeutschen und bayerischen Mix haben. Wir fragen die ganzen Ticketbestellungen oder Ticketwünsche ab. Das macht bei uns eben unsere HSV-Lotse, der Christian. Die Judith ist unser Finanzvorstand in der Isarraute. Wir müssen ja die ganzen Finanzen anbieten. Unter Kontrolle haben mit Mitgliedsbeiträgen und so weiter und so fort. Wir produzieren Merchandise-Artikel, also wir versuchen das tatsächlich bei uns relativ groß und professionell aufzuziehen. Eines, zwei davon hast du auch mitgebracht, die liegen hier bei uns am Tisch. Ein paar Sticker und ein Bierdeckel. Genau, wir haben ein Relaunch von unserem Logo gehabt, also wir haben seit dieser Saison ein neues Logo und dementsprechend müssen wir jetzt neue Schals produzieren und neue Sweatjacken und neue T-Shirts, neue Caps und so weiter und so fort. Also unsere Merchandise-Artikel sind sehr gefragt bei uns und wir sind da ganz kreativ und haben da einen ganz tollen Grafikdesigner auch in unserer Mitgliedschaft, der das alles für uns macht. Wie ist das für HSV-Fans, die in München leben und sehr gerne auch Mitglied eures Fanclubs werden wollen? Nehmt ihr grundsätzlich erstmal jeden auf, der sich bewirbt oder gibt es da vielleicht auch ein fieses Aufnahmeritual oder wie ist das so vom Ablauf her? Das Aufnahmeritual ist tatsächlich, dass sie persönlich bei uns im Stadion an der Schleißhammer Straße vorbeikommen müssen und sich einmal kurz vorstellen, weil durch die ganzen Fanclubs, die ja aus dem Nichts entstanden sind aufgrund der Reglementierung der Tickets, fragen schon mehr an, die aber gar nicht unbedingt im Teil des Fanclubs sein möchten, sondern nur über uns Tickets beziehen wollen. Und wir sind eben ein sehr lebendiger Fanclub, der Wert darauf legt, dass wir uns auch zwischen den Spieltagen mal sehen und einfach ein bisschen socialisen. Dementsprechend möchten wir eigentlich unsere Mitglieder, Tobi, immer gerne erstmal persönlich kennenlernen, aber dann ohne Ritual. Wie oft trefft ihr euch dann? Also woran macht ihr dann auch bei Bewerbern fest, ob die jetzt zu euch passen? Die sollen einmal ganz kurz bei uns vorbeikommen, irgendwie ein Spiel mit uns gucken und dann reden wir miteinander. Also wenn wir das Gefühl haben, dass sie auch mal zwischen den Spielen oder zu uns passen, dann ist das überhaupt gar kein Problem. Wie sieht denn dann dein Spieltagsritual jetzt hier im Volkspark aus? Du kennst ja Hamburg noch gut und vor allem dann auch die Wege zum Stadion. Habt ihr da so einen festen Slot, wo ihr euch dann vor dem Spiel nochmal trefft? Wie sieht so die letzten zwei, drei Stunden vor dem Spiel bei dir dann aus am Samstagabend? Ich gehe eigentlich immer Richtung Hafen. In den Sommertagen bin ich dann gerne im Biergarten und glühe davor. Und ansonsten, ja, dieses Mal fahre ich auch an den Hafen, trinke da vielleicht ein, zwei Prosecco und fahre dann Richtung Stadion. Dann trifft man sich zwischen den Arenen auf ein, zwei Bier und dann geht es rein. Okay, dann sind wir gespannt, was es dann auch für ein Spiel wird. Ja, du hast schon gesagt, Glaube hält sich jetzt in Grenzen. Trotzdem wollen wir natürlich dann am Ende auch mal wissen, was du vielleicht so erwartest. Letzte Woche haben wir unsere Gäste gefragt vor dem Stadtderby, was denn ihr persönlicher Hot Take ist. Sowas fragt man ja mittlerweile. Früher hat man immer nur gefragt, wie geht es aus. Aber gerade bei dem Spiel ist das Ergebnis vielleicht dann etwas einfacher vorherzusagen. Schauen wir mal. Aber hast du so ein Hot Take im Kopf, was da passieren könnte in diesem Spiel? Also ich glaube, dass wir tatsächlich zu elf das Spiel beenden, was ja auch nicht unbedingt immer so gang und gäbe ist. Das wäre was ganz Ungewöhnliches, wenn das passiert. Und ich gehe davon aus, dass wir nicht mehr als drei Tore Differenz haben. Okay, ja. Ist das ein Hot Take? Ja, lassen wir noch gelten, würde ich sagen. Also gestern auch ein bisschen gefachsimpelt und meinte dann auch, dass für den HSV ein 0 zu 3 sogar ein achtbares Ergebnis sein könnte. Vielleicht steht es lange 0 zu 1 und zwei späte Gegentore. Ich denke, das wäre so ein etwa ein Spielverlauf. den könnte man akzeptieren, aber natürlich hoffen auch Einzelne, sowohl beim HSV als auch in der Fanszene, auf die große Sensation. Du hast es ja auch schon gesagt, es wird mal Zeit für dich, auch ein Sieg live zu erleben. Von daher lassen wir uns überraschen, wie es ausgeht. Aber gegen die Bayern muss schon sehr, sehr, sehr, sehr viel zusammenkommen. Sollte man vielleicht eher auf die anderen Spiele setzen. Genau, die anderen Spiele ist auch noch ein Stichwort. Wir werden natürlich weiterhin hier wöchentlich über die Spiele sprechen. Für den HSV geht es dann nach dem Spiel in München nach Heidenheim. Das ist von euch jetzt auch nicht allzu weit entfernt. Da seid ihr dann wahrscheinlich auch wieder am Start. Ja, da haben wir ja auch eine Delegation, die da hinfährt. Keine organisierte Auswärtsfahrt, aber ich glaube, es sind so 10 bis 15, die sich auf den Weg nach Rheinheim machen. Das ist ein sehr kleines Stadion, aber kurze Wege vor Ort. Ich muss sagen, ich bin im Stadion sehr, sehr gerne. Die Antwort aus Hamburg ist natürlich immer ein bisschen beschwerlich, aber vor Ort, dafür, dass es so ein kleiner Verein ist, auch wenn ich machen, die vieles möglich, um wirklich auch ein vernünftiges Stadionerlebnis zu ermöglichen. Wie ist das im Gästeblock? Die Anzahl der Tickets ist natürlich dann letztlich begrenzt. Trotzdem seid ihr eine der wenigen Glücklichen, die dann auch welche ergattert haben. Ja, genau. Also wie du ja schon erwähnt hast, regional ansässige Fanclubs, und wir sind halt relativ nah an Heidenheim, werden immer so ein bisschen bevorzugt behandelt. Dafür kriegen wir dann halt für Spiele in Bremen eher weniger Karten. Ja, gehört dann dazu am Ende. Genau. Vor allem wird es dann in Heidenheim auch sportlich ein richtig wichtiges Spiel für den HSV. Wenn jetzt man die Niederlage gegen die Bayern einkalkuliert, dann geht es für den HSV dann natürlich vor allem gegen den Klassenerhalt. Heidenheim braucht auch jeden Punkt, um da unten irgendwie noch rauszukommen. Von daher wird das sehr, sehr spannend. Wir werden natürlich nächste Woche über beide Spiele sprechen, über das Spiel gegen die Bayern. Mal schauen, was es dann geworden ist und dann blicken wir auf das Spiel gegen Heidenheim. Simone, vielen Dank, dass du heute bei uns warst. Es hat Spaß gemacht, mit dir ein bisschen zu plaudern und wünschen dir auf jeden Fall viel Spaß. Und zieh dich warm an, vor allem, wenn du vorher noch an den Hafen gehst und dann ins Stadion. Danke, dass ich da sein durfte. Ja, vielen Dank auch von meiner Seite. Und in Hamburg sagt man Tschüss. Und bei uns heißt das auf Wiederhören. Ein Podcast von Funke. Weitere Podcasts vom Hamburger Abendblatt finden Sie in unserer Abendblatt-Podcast-App und auf abendblatt.de slash podcast.