Latest / Gin And Talk / Annika Brockschmidt über Donald Trump, USA und die Demokratie
Transcript
- 0:00Speaker 0: Das Wirtschaftsargument ist nicht das Hauptargument für Trump.
- 0:03Speaker 0: Das Hauptargament für Trump, für seine Wähler, ist eine Frage von Identität und das ist natürlich ganz eng verknüpft mit diesen rassistischen Ressentiments die wir schon in der Saturn Strategy finden, die da schon angelegt werden um den Leuten oder uns zumindest einem Teil der Wählerschaft an der Wirtschaftspolitik die ihnen eigentlich tatsächlich ja nichts bringt, schmackhaft zu machen.
- 0:27Speaker 0: Das ist glaube ich die Antwort auf die Frage, die man so oft hört warum wählen denn zum Beispiel jetzt Trump-Anhänger in der Arbeiterklasse?
- 0:35Speaker 0: Warum wählen die denen?
- 0:36Speaker 0: das bringt Ihnen doch wirtschaftlich nicht und die Antwort is bitter aber glaube ich recht logisch.
- 0:42Speaker 0: die Antwort scheint zu sein es ist egal wenn es mir nichts bringt.
- 0:46Speaker 0: Hauptsache die von denen ich glaube dass sie nicht dazugehören sollten bekommen noch weniger.
- 0:52Speaker 1: Herzlich willkommen, mein Name ist Daniel Fürk und ich freue mich sehr euch heute zu einer neuen Episode Genant Talk begrüßen zu dürfen.
- 1:00Speaker 1: Mein heutiger Gast ist Annika Brockschmidt.
- 1:03Speaker 1: sie ist Autorin und Historikerin beschäftigt sich ganz intensiv mit den USA und dem dortigen Parteien-System.
- 1:11Speaker 1: in ihrem aktuellen Buch Die Brandstifter erklärt Sie wie extremisten die republikanische Partei über Namen Wie ernst die Situation gerade in diesem Wahljahr, Jahr zwanzig vierundzwanzig tatsächlich ist.
- 1:24Speaker 1: Ich wollte von ihr wissen wie es überhaupt so weit kommen konnte, wie demokratisch die Republikaner am Ende überhaupt noch sind, wie gefährlich Donald Trump ist und worauf wir uns eigentlich einstellen müssen wenn er doch wieder die Wahl gewinnen sollte!
- 1:39Speaker 1: Wenn dir dieser Episode Gen & Talk gefällt, dann folg uns bei Spotify, Apple Podcasts oder wo auch immer du gerne Podcasts hörst und hinterlass uns eine gute Bewertung.
- 1:49Speaker 1: Jetzt aber viel Spaß beim Zuhören – schön dass ihr alle wieder mit dabei seid!
- 2:10Speaker 1: Mach es dir gemütlich,
- 2:12Speaker 0: lehne dich zurück und tauche
- 2:14Speaker 1: ein in die verrucht düstere Atmosphäre unserer Studio-Bar.
- 2:19Speaker 1: Liebe Annika!
- 2:28Speaker 1: Ich freue mich sehr dass wir uns heute hier treffen können um ein wenig über die USA, über die Republikaner, über Trump, über Radikalisierung und dein neues Buch zu sprechen.
- 2:38Speaker 1: Herzlich willkommen!
- 2:38Speaker 0: Danke ich freu mich sehr hier zu sein
- 2:41Speaker 1: Wenn du mal so gerade die Nachrichten da drüben verfolgst und dir anschaust, was so alles passiert.
- 2:47Speaker 1: Die Ereignisse überschlagen sich ja förmlich.
- 2:49Speaker 1: Man kommt gar nicht mehr so richtig mit, was eigentlich gerade der aktuelle Stand ist in welchem Gerichtsprozess Trump hängt?
- 2:56Speaker 1: In welchem Wahlkampfmodus die Parteien grade sind wo die Kandidaten gerade stecken.
- 3:03Speaker 1: es überschlägt sich förmliche.
- 3:06Speaker 1: Wie ist denn dein Gefühl eigentlich gerade, wenn du auf diese ganze Situation schaust.
- 3:12Speaker 1: Überweg die Angst vor dem was da im Herbst passiert oder ist es der Optimismus dass das vielleicht doch nicht so schlimm wird?
- 3:19Speaker 0: Es ist... Ich überlege ich fange mal so an.
- 3:24Speaker 0: also in den letzten Monaten war es tatsächlich ein bisschen tagesabhängig abhängig von der Nachrichtenlage.
- 3:31Speaker 0: Der Trend geht aber tatsächlich bei mir persönlich zumindest Eherrichtung, Pessimismus.
- 3:38Speaker 0: Das hat verschiedene Gründe.
- 3:41Speaker 0: Es kam ja jetzt am Samstag, glaube ich nochmal eine neue New York Times Umfrage raus Die ist schon ganz schön in sich hatte.
- 3:49Speaker 0: das war ne landesweite umfrage.
- 3:52Speaker 0: also zur präsidentschaftswahl Da führt Trump mit zum ersten mal, glaube Ich Mit achtundvierzig prozent gegen beidens drei und vierzig Prozent.
- 4:02Speaker 0: dass Ist zwar Ja klar, nur eine Momentaufnahme.
- 4:06Speaker 0: Das muss man ja immer sagen.
- 4:08Speaker 0: aber wenn wir uns die Umfragen der letzten Monate anschauen ist der Trend doch sehr beunruhigend und ich glaube also wenn nicht eine demokratische Wahlkampfberaterin wäre dann wäre ich zumindest langsam vielleicht mindestens sehr nervös und bestenfalls vielleicht geordnet, panisch so ein bisschen.
- 4:34Speaker 0: Auch angesichts der Umfragewerte die beiden in diversen wichtigen Swingstates hat.
- 4:40Speaker 0: auch da gibt es verschiedene Gründe für sein schlechtes Abschneiden.
- 4:45Speaker 0: wir haben insgesamt im Land auch das sieht man an umfragen eine generelle generellen Frust Was die Politik angeht, eine Politikmüdigkeit.
- 4:57Speaker 0: Das Gefühl das es ja quasi eh nichts bringt egal wen man wählt.
- 5:02Speaker 0: Das liegt natürlich auch mit daran dass die Republikaner im Kongress blockieren was das Zeug hält so dass der Eindruck entsteht diese Regierung kriegt ja nichts auf die Reihe.
- 5:13Speaker 0: Es liegt aber in Teilen auch an sowohl Der Wahlkampfstrategie der Demokraten als auch an einigen Policies der beiden Regierungen, die zumindest in Teilen der Koalition, die Joe Biden im Jahr ist, ins weiße Haus gebracht haben, extrem unbeliebt sind.
- 5:33Speaker 0: Also nicht so optimistisch fürchte ich!
- 5:36Speaker 1: Jetzt haben wir irgendwie vor knapp vier Jahren schon gesagt es kann ja eigentlich gar nicht sein dass dieser Trump tatsächlich überhaupt noch irgendeine Chance hat weil so viele Anschuldigungen auf ihn zu kommen.
- 5:50Speaker 1: Inzwischen gibt es Urteile, inzwischen gibt das immer mehr Nachrichten wo sein Kartenhaus zumindest vor Gericht nicht mehr so viel Bestand hat.
- 6:03Speaker 1: Wie kann es denn sein dass es trotzdem da drüben so viele Menschen gibt die immer noch der Meinung sind dass er dennoch die bessere Wahl ist?
- 6:12Speaker 0: Donald Trump hat es in den letzten Jahren seit Jahrzehnten geschafft, den Vorbedingungen, die für ihn sehr günstig waren innerhalb der republikanischen Partei durch einen jahrzehntelangen Radikalisierungsprozess dem noch eine Art Personenkult überzustülpen und der Basis konstant die Botschaft zu vermitteln.
- 6:40Speaker 0: Erstens, ich bin der Einige... äh ...der Einige.
- 6:43Speaker 0: Ich bin der einzige, der den Karren jetzt mal salopp gesagt aus dem Dreck ziehen kann.
- 6:48Speaker 0: und mehr noch, ich Bin der Einzige, der zwischen dem Untergang Amerikas und ja, der Zerstörung eurer Familie in eueres Lebens steht.
- 6:59Speaker 0: Und deswegen müsst ihr mich wählen.
- 7:01Speaker 0: und das zweite was er gemacht hat und ich glaube also man könnte diskutieren wäre das jetzt anders Wäre die Lage anders, wenn all diese Prozesse ... weiß ich nicht.
- 7:13Speaker 0: ... zweitausendfünfzehn stattgefunden hätten oder wenn es damals zu viele Anschuldigungen gegeben hätte?
- 7:19Speaker 0: Aber erinnern wir uns beispielsweise an das Access Hollywood Tape Grab Them By The Pussy.
- 7:26Speaker 0: Auch das hatte keine Große Auswirkungen auf seine Unterstützung.
- 7:30Speaker 0: Jetzt ist es natürlich nochmal ein Unterschied zwischen dem Access Hollywood Tape und seinen aktuellen zwei Verurteilung in Zivilprozessen, er ist in einundneunzig Punkten nach dem aktuellen Stand zumindest strafrechtlich angeklagt Und auch da sieht das so aus als würde es nicht gut für ihn ausgehen Wenn, und das ist ein sehr großes wenn oder falls diese Prozesse tatsächlich noch vor den Wahlen beginnen und dann zu einem Ende kommen.
- 8:00Speaker 0: Da hat ihm der Oberste Gerichtshof zumindest in dem Fall zum sechsten Januar ein sehr grosses Geschenk gemacht indem sie eine ja ihrer ihre Besprechung seines Antrags dass er als Präsident komplette Immunität gehabt hätte.
- 8:20Speaker 0: Die hat der Supreme Court erstens angenommen, was ohnehin schon krass ist.
- 8:25Speaker 0: Dass die überhaupt sagen ja das ist ein Fall den wir annehmen müssen.
- 8:29Speaker 0: da müssen wir darüber reden als wäre das nicht schon historisch klar.
- 8:33Speaker 0: also nein ein Präsident ist zumindest noch kein Gott König der während seiner Präsidentschaft alles tun kann und quasi komplette Immunität hat.
- 8:46Speaker 0: aber Es ist tatsächlich fraglich, ob diese Prozesse noch zu einer Verurteilung überhaupt kommen oder noch zu einem Ende kommen vor der Wahl und wenn man sich unter seinen Unterstützern umhört.
- 9:00Speaker 0: Auch da haben wir eine breite Umfragengrundlage die wir uns anschauen können.
- 9:06Speaker 0: Da scheint tatsächlich Trumps Narrativ zu verfangen.
- 9:11Speaker 0: Er sagt ja immer wieder auf ganz vielen Veranstaltungen Sie Da kannst du jetzt einsetzen, welches Feindbild auch immer gerade passt.
- 9:19Speaker 0: Die Demokraten der in Anfangszeichen Deep State dieser Q an den Begriff von einem geheimen Schattenstaat die sind eigentlich gar nicht hinter mir her Donald Trump sondern eigentlich sind sie hinter euch her und ich stehe nur im Weg.
- 9:35Speaker 0: das ist interessanterweise etwas was fast wörtlich auch schon in den neunziger Jahren Pat Buchanan gesagt hat, der schon damals die republikanische Partei weiter nach rechts getrieben hat.
- 9:51Speaker 0: Das ist eines der vielen Beispiele an denen man sehen kann dass dieser ja dieses recht populistische Element schon lange vor Trump da war, dass einige Akteure es auch schon vor ihm genutzt haben.
- 10:05Speaker 0: Aber er hat das natürlich jetzt noch mal auf die Spitze getrieben.
- 10:07Speaker 0: also Pat Buchanan war nicht in ein neunzig Punkten angeklagt.
- 10:11Speaker 0: Das ist schon nochmal eine Unterschied.
- 10:13Speaker 0: deswegen so allzu leichter eins zu eins Vergleiche bin ich immer vorsichtig aber es scheint zu funktionieren.
- 10:20Speaker 0: also nichts Was mit seinen Prozessen zu tun hat, hat ihm bisher geschadet.
- 10:26Speaker 0: Es ist jetzt schwer zu sagen was für einen Effekt es haben würde.
- 10:30Speaker 0: Würde er tatsächlich in einem seiner Strafprozesse verurteilt werden?
- 10:36Speaker 0: Im Moment sagt zumindest ein Teil seiner Anhänger dass sie das dazu bringen würde die Unterstützung für ihn zurückzuziehen.
- 10:45Speaker 0: aber es gab solche Äußerungen auch schon in der Vergangenheit und das hatte dann Also.
- 10:49Speaker 0: darauf würde ich mich nicht verlassen.
- 10:51Speaker 0: Es scheint tatsächlich so zu sein, dass sollte er ihm jetzt nichts Medizinisches dazwischenkommen, dass er tatsächlich der Präsidentschaftskandidat der republikanischen Partei werden wird und dass ihm da niemand mehr gefährlich werden kann.
- 11:07Speaker 0: Was heißt niemand?
- 11:08Speaker 0: Das gibt ja nur noch eine Person die überhaupt im Rennen ist.
- 11:11Speaker 0: Nikki Haley.
- 11:12Speaker 0: aber man kann davon ausgehen das Trump am Super Tuesday durchmarschiert
- 11:18Speaker 1: um das vielleicht mal einmal so ein bisschen juristisch einzuordnen.
- 11:23Speaker 1: Was gibt es denn eigentlich für eine Option, die Trump rein juristische überhaupt noch verhindern könnte?
- 11:29Speaker 1: Also wo müsste er dann tatsächlich verklagt werden bzw.
- 11:34Speaker 1: für Schuldig gesprochen werden, dass er am Ende gar nicht erst antreten kann oder darf?
- 11:41Speaker 0: Also soweit ich weiß – Ich bin kein Juristin!
- 11:45Speaker 0: Soweit hindert einen auch eine rechtskräftige Verurteilung, nicht daran Präsident zu werden.
- 11:54Speaker 0: Man darf dann nur eventuell in manchen Bundesstaaten wo Menschen die straffällig geworden sind nicht wählen dürfen.
- 12:01Speaker 0: da dürfte man seine Stimme nicht mehr abgeben.
- 12:04Speaker 0: Die Diskussion gab es ja auch schon.
- 12:06Speaker 0: ich glaube kurz nach dem sechsten Januar mal das Juristen sich zum ersten Mal überhaupt mit der Frage beschäftigt haben, kann man eigentlich auch aus dem Gefängnis herauskandidieren.
- 12:16Speaker 0: Soweit ich weiß ja kann man und die Frage ist letzten Endes eher kommt es überhaupt zu einer Verurteilung bevor die Wahl stattfindet?
- 12:29Speaker 0: Und wenn nein dann ist relativ klar und es ist sowieso insgesamt klar was Trumps Motivation abgesehen von seinem übergroßen Ego, ist zu kandidieren.
- 12:40Speaker 0: Nämlich noch mal vier Jahre lang Ruhe vor dem Gesetz zu haben und zumindest das klappt nicht in allen Fällen.
- 12:48Speaker 0: soweit ich weiß kann er im Fall in Georgia beispielsweise nicht verfügen dass der fallen gelassen wird weil das Justizministerium da keinen Zugriff hat.
- 12:58Speaker 0: aber wie gesagt ich bin keine Juristin aber zumindest von Mehrheit seiner juristischen Schwierigkeiten, könnte er sich dann also persönlich befreien.
- 13:09Speaker 0: Er könnte sich eventuell das würde am Ende auch beim Supreme Court landen selbst begnadigen.
- 13:14Speaker 0: Das hat er ja schon als er zuletzt noch im Amt war angekündigt oder mit dem Gedanken gespielt dass er das eventuell tun würde.
- 13:22Speaker 0: D.h.,
- 13:22Speaker 0: da tun sich juristische Fragen auf die es teilweise gar keine Antworten gibt weil es doch keinen Fall in der Geschichte gab wo sich diese Fragen überhaupt gestellt hätten.
- 13:34Speaker 0: Deswegen ist auch teilweise so ein bisschen unter Juristinnen und Juristen ja nicht Ahnungslosigkeit, aber so ein gewisses Schulterzucken im Sinne von nach den Regeln der Logik müsste X Y Z passieren.
- 13:48Speaker 0: Aber wir haben natürlich einen Supreme Court, der nach seinen eigenen Regeln spielt.
- 13:52Speaker 0: heute kam jetzt wie zu erwarten tatsächlich die recht desaströse, aber erwartbare Entscheidung einstimmig im Übrigen von eben jenem Supreme Court wenn auch mit unterschiedlichen Begründungen.
- 14:07Speaker 0: Warum einzelne Bundesstaaten Trump nicht unter Anwendung des vierzehnten Zusatzartikels Abschnitt drei vom Wahlzettel streichen dürfen?
- 14:18Speaker 0: vielleicht als kurze Erklärung dazu?
- 14:21Speaker 0: Der dritte Abschnitt des vierzenten Zusatz Artikels der Verfassung ist damals geschrieben worden, nach dem amerikanischen Bürgerkrieg um ganz platt gesagt zu verhindern dass ehemalige konfiderierte also Landesverräter die Krieg gegen die Vereinigten Staaten geführt haben nochmal politische Ämter innehaben können.
- 14:43Speaker 0: und es gab jetzt vorher Spekulation.
- 14:46Speaker 0: Man konnte davon ausgehen, dass dieser Supreme Court das einstimmig entscheiden würde.
- 14:51Speaker 0: Der Grund warum auch die drei liberalen Richterinnen gesagt haben nein das darf ein einzelner Bundesstaat nicht obwohl es eigentlich unter quasi bundesstaatsrecht fällt liegt wahrscheinlich daran dass sie befürchtet haben dass die folgen wenn jetzt in diesem fall colorado Es erlaubt wird vom Supreme Court Trump vom Wahlzettel zu streichen, dass dann zahlreiche andere Bundesstaaten ähnliche Prozesse vorbringen würden.
- 15:26Speaker 0: Dass es eine Art Dominoeffekt und Chaos gäbe, das ist vielleicht auch im Protest dagegen dann zu Gewalt käme.
- 15:36Speaker 0: Das wäre ein... Auch hier noch nie dargewesener Vorfall gewesen.
- 15:43Speaker 0: Es gab andere, es gibt andere quasi abstrusere Auslegungen des vierzehnten Zusatzartikels.
- 15:50Speaker 0: Ich habe jetzt noch nicht ins Urteil reingeschaut deswegen kann ich jetzt im Detail nicht sagen ist die Nachricht kam gerade von der Stunde rein das Trump also weiterhin auf dem Wahlzettel stehen muss.
- 15:59Speaker 0: Also wir haben quasi eine konservative Mehrheit Die mit Ausnahme von Amy Conny Barrett wenn ich richtig Erinnerung habe also gesagt hat Nene Der Abschnitt drei des vierzehnten Zusatzartikels kann nur angewendet werden, wenn der Kongress das auch noch beschließt.
- 16:18Speaker 0: Also wenn es doch eine Abstimmung gibt was an sich sowieso absurd ist weil Vierzehnte Zusatz Artikel Abschnitt Drei beinhaltet dass eine Streichung quasi der Person vom Wahlzettel einen Ausschluss von der Wahl durch ein Kongressrotom mit einer zwei Drittel Mehrheit wieder aufgehoben werden kann.
- 16:37Speaker 0: also Ist Quatsch, ist Quatschiura sozusagen.
- 16:41Speaker 0: Aber hilft's halt nicht.
- 16:43Speaker 0: und wie gesagt die drei liberalen Richterinnen kommen mit einem institutionalistischen Argument um die Ecke.
- 16:52Speaker 0: letzten Endes für die Demokratie ist es schlecht.
- 16:55Speaker 0: das ist ja jetzt auch nicht der einzige Fall den noch wartet.
- 16:57Speaker 0: über den Immunitätsfall haben wir gerade eben gesprochen.
- 17:01Speaker 0: da würde sogar ich nicht von ausgehen trotz meines Inherentenpäsimismus, dass der Supreme Court sagt ja du bist Gottkönig als Präsident ist so.
- 17:09Speaker 0: Weil sein wir ehrlich dann hätte nicht nur Präsident Ford nix und nicht begnadigen müssen weil es ja egal wenn man als Präsident alles darf.
- 17:20Speaker 0: Das muss man wirklich so offen sagen.
- 17:22Speaker 0: das was Trump da jetzt in seinem nächsten Fall dem sich der Supreme court gnädigerweise im April dann zuwendet bloß keine Eile.
- 17:32Speaker 0: das hat nämlich zur Folge Prozess um den sechsten Januar, der von Sonderimitler Jack Smith geführt wird nicht anfangen kann bis diese Frage nicht geklärt ist.
- 17:45Speaker 0: Das ist der Sinn und Zweck meiner Ansicht nach hinter dieser Verzögerung.
- 17:50Speaker 0: Der Supreme Court hätte ja auch einfach sagen können, Nähfreunde das Urteil des vorigen Gerichts steht hat.
- 17:57Speaker 0: dem haben wir nichts hin zuzufügen weil es wie gesagt so eine abstruse Frage.
- 18:02Speaker 0: Aber alleine dadurch, dass es eben verzögert wird.
- 18:05Speaker 0: Kann man davon ausgehen, dass Trump schon helfen wird?
- 18:09Speaker 0: Ja also auch hier... Es passiert sehr viel.
- 18:13Speaker 0: Wenig davon ist gut!
- 18:16Speaker 0: Das ist eine richtig gute Stimmung jetzt gerade oder?
- 18:20Speaker 0: Dafür bin ich bekannt.
- 18:22Speaker 1: In deinem Buch Die Brandstift erzeichnest du ja so ein bisschen die Historie der Republikaner nach und erklärst, wie die auch immer extremer wurden.
- 18:31Speaker 1: Und wie Extremisten auch diese Partei immer stärker in ihren Bann gezogen haben?
- 18:37Speaker 1: Was würdest du denn heute sagen – wie rechts oder sogar rechtsextrem sind denn die Republikaner heute?
- 18:44Speaker 0: Also wenn wir uns jetzt in der Gegenwart die moderne republikanische Partei anschauen dann ist es eine Offenautoritäre in den relevanten Teilen rechtsextreme Partei.
- 18:57Speaker 0: Wir hatten jetzt noch in den letzten ein, zwei Jahren eine weitere Radikalisierungsbewegung nochmal.
- 19:06Speaker 0: Wir haben gesehen dass die Hemmungen beispielsweise was dem Zuspruch oder das Flirten mit politischer Gewalt angeht, dass die Hämmungen immer weiter sinken nicht nur bei Trump der er auch schon vorher dafür bekannt war mit politischer Gewalt spielt, sondern nur ein Beispiel.
- 19:28Speaker 0: Das ist glaube ich ganz gut verdeutlicht.
- 19:30Speaker 0: Also vor etwa anderthalb Jahren, glaube ich, ist ein Rechtsextremer in das Haus von Nancy Pelosi in Kalifornien eingebrochen, in der Hoffnung sie dort vorzufinden und hat ihrem über-achtzigjährigen Ehemann, der zu Hause war – sie war nicht da, sie war in Washington – mit einem Hammer den Schädel
- 19:51Speaker 0: eingeschlagen.".
- 19:53Speaker 0: Er hat's überlebt, war aber schwer verletzt und normalerweise wenn so etwas in einem demokratischen System passiert.
- 20:01Speaker 0: Wenn es einen Attentatsversuch auf ein Politiker oder auf dessen Familie gibt dann äußert auch der politische Gegner aus dessen Lager dieser Angreifer kam sein Entsetzen uns distanziert sich.
- 20:16Speaker 0: das ist also das absolute Minimum des Anstands.
- 20:21Speaker 0: stattdessen ist Paul Pelosi und der Angriff auf ihn, seitdem nach wie vor Eine favorisierte Punchline auf republikanischen Veranstaltungen.
- 20:35Speaker 0: Im Übrigen nicht nur von Trump, wo man vielleicht sagt kann ja gut dass Trump darüber Witze reißt ist zwar schrecklich aber zu erwarten.
- 20:43Speaker 0: Nein auch eine Carrie Lake Auch ein Glenn Yankin der ja als er zur Gouverneuse war in Virginia antrat und sie dann ja auch gewonnen hat.
- 20:53Speaker 0: Ja oft auch von vielen Medien so als oh aber das ist doch Der sieht doch respektabel aus.
- 20:58Speaker 0: So nach dem Motto, der trägt eine Steppjacke und sieht irgendwie aus als würde er das Baseball Little League Team coaching?
- 21:05Speaker 0: Und der schreit nicht ins Mikro sondern er redet mit sanftes Stimme in's Mikro auch einen.
- 21:11Speaker 0: Glenn Janken hat über diesen Angriff Witze gemacht.
- 21:15Speaker 0: Er hat sich dann zwar nach großen medialen Ausschreitern dafür entschuldigt aber das zeigt glaube ich dass selbst bei denjenigen die man Ja, ich sag mal zum so salonfähigen Parteiestablishment zählen würde oder lange gezählt hätte.
- 21:32Speaker 0: Dass selbst da die letzten Hämmungen fallen und das ist schon nochmal eine neue Entwicklung.
- 21:40Speaker 0: also obwohl... Ich sage es gibt tatsächlich was den amerikanischen Konservatismus betrifft.
- 21:49Speaker 0: Gibt es diese radikalen Wurzeln?
- 21:52Speaker 0: Die auch teilweise noch früher ansetzen, als ich das jetzt in meinem Buch beschreibe.
- 21:59Speaker 0: Es gibt ein Historiker namens John Huntington der hat über diese ganz frühen Wurzeln in den zwanzigern und dreißiger Jahren ein ganz tolles Buch geschrieben namens Far-Right Vanguard die radikalen Wurzel des modernen Konservatismus im Bezug auf die USA natürlich Und insofern haben wir quasi beides.
- 22:17Speaker 0: Wir haben In der Ideologie die nach und nach Tonangebend in der Partei wurde, weil die Republikaner waren nicht immer eine konservative Partei.
- 22:29Speaker 0: Das entwickelt sich erst im ja eigentlich in den letzten hundert Jahren wird dieser Prozess abgeschlossen.
- 22:37Speaker 0: es gibt da eine Phase die nennt man realignment also einer Neuordnung der beiden großen Parteien wo sich eben die Demokraten langsam beginnen, auf nationaler Ebene hinter die Bürgerrechtsbewegung zu stellen.
- 22:54Speaker 0: Also wir sind dann so in den Fünfzigerjahren des letzten Jahrhunderts und die Republikaner beziehungsweise einige konservative Strategen, die ja so mehr und mehr Einfluss in der Partei gewinnen und vorhaben diese Partei langsam zu übernehmen eine Gelegenheit sehen weil demokratische Wähler vor allem im Süden und im Südwesten des Landes zunehmend unzufrieden damit sind, dass ihre Partei die Demokraten traditionell die Partei der Konfideration, die Parteil der Sklavenhalter das die sich jetzt hinwenden zur Bürgerrechtsbewegung.
- 23:32Speaker 0: Und die Strategie die sich dann da bildet nennt sich je nachdem wie man fragt Southern strategy oder Der Historiker Kevin Großer hat vor kurzem auch darüber ein Buch geschrieben, dass man sie eigentlich nicht die Southern sondern die Suburban Strategy nennen sollte.
- 23:52Speaker 0: Also statt die Südstaaten oder südliche Strategie – Die Vorstadt-Strategie weil man dann auf republikanischer Seite versucht hat diese unzufriedenen weißen Demokraten deren rassistische Ressentiments zu nutzen um die klassische Demokraten-Koalition, die es eigentlich seit Roosevelt's sehr beliebten Sozialreformen dem New Deal aus den dreißiger Jahren gegeben hatte.
- 24:22Speaker 0: Die eben auch vor allem aus weißen Arbeitern bestand, die aufzubrechen und das klappt am Anfang nicht so richtig und das ist quasi die Entwicklung, die ich versuche nachzuzeichnen.
- 24:36Speaker 0: also der erste, Versucht, diese Southern Strategy anzuwenden in einem Präsidentschaftswahlkampf ist Barry Goldwater.
- 24:48Speaker 0: Goldwater ist eine total faszinierende Figur über die man glaube ich hierzulande nicht so furchtbar viel weiß selbst wenn man sich sehr für amerikanische Politik interessiert.
- 24:58Speaker 0: das liegt ein bisschen daran dass Leute die ihre präsidentschafteren krachend verlieren meistens nicht wirklich viel Beachtung in Geschichtsbüchern finden.
- 25:09Speaker 0: Und Goldwater ist verantwortlich an der schlimmsten Niederlagen in der republikanischen Parteigeschichte.
- 25:16Speaker 0: Er ist der erste wirkliche Kandidat, der Ultrakonservativen und der rechten Akteure.
- 25:28Speaker 0: Es gibt großen Widerstand in der eigenen Partei als er nominiert wird große interne Kämpfe.
- 25:35Speaker 0: Der Parteitag ist eine einzige Shit Show.
- 25:38Speaker 0: Es gibt Berichte von Prügeleien, Belästigungen und Übergriffen auf die wenigen Schwarzen Republikaner, die dort vor Ort waren.
- 25:49Speaker 0: also ein wirklich Ja!
- 25:53Speaker 0: eine Veranstaltung, die zeigte Weskeises Kind.
- 25:58Speaker 0: Die hardcore Goldwater-Fans waren.
- 26:01Speaker 0: es war auch ein Zeichen dafür dass sich der Wind in der republikanischen Partei In sofern drehte das hier eine Fraktion plötzlich Das Ruder in der Hand zu haben schien die irgendwie gegen die Zeit Zu laufen schien.
- 26:16Speaker 0: goldwater ist vor allem deswegen ein Signal dass sich hier gerade etwas verschiebt oder das hier zumindest eine Fraktion innerhalb der Partei versucht den Fuß in die Tür zu bekommen, auch auf nationaler Ebene.
- 26:31Speaker 0: Weil wir uns natürlich vierundsechzig an einem entscheidenden Punkt in einer Bürgerrechtsbewegung befinden und obwohl Goldwater noch, ich glaube, siebenundfünfzig, aus dem Siebundfünftig und sechzig für entsprechende Gesetzgebung gestimmt hatte, war er jetzt vierundsechzig als Kandidat der auch von ultra-konservativen und sehr rechten Geldgebern auserwählt worden war.
- 27:02Speaker 0: Und gepusht wurde, spricht er sich jetzt gegen die Verabschiedungen des Civil Rights Acts aus.
- 27:10Speaker 0: Das entsetzte natürlich Die Moderatenteile seiner Partei, die es damals ja durchaus noch gab.
- 27:17Speaker 0: Also da ist doch gar nicht geklärt dass die Republikaner jetzt eine konservative Partei sind.
- 27:22Speaker 0: Das scheitert.
- 27:23Speaker 0: er hat auch andere extreme Positionen.
- 27:25Speaker 0: Er spricht darüber das man schon darüber reden müsste Atomwaffen auch irgendwie strategisch einzusetzen, das kommt alles überhaupt nicht an bei der amerikanischen Bevölkerung.
- 27:35Speaker 0: Er verliert die Wahl krachend.
- 27:37Speaker 0: ich glaube er gewinnt sechs Staaten fünf im tiefen Süden und seinen Heimatstadt Arizona aber nur knapp.
- 27:44Speaker 0: Aber die ersten fünf sind der entscheidende Punkt.
- 27:47Speaker 0: Er ist nämlich der erste Republikaner der fünf Staaten der ehemaligen Konfideration gewinnte zum ersten Mal.
- 27:53Speaker 0: Das sind Gebiete wo Ganz lange überhaupt kein Republikaner, überhaupt auf dem Wahlzettel stand.
- 27:59Speaker 0: Wo man gar nicht Republikana wählen konnte und deswegen ist der Schluss den diese Akteure die beschließen okay.
- 28:08Speaker 0: wir müssen uns jetzt mal hier wirklich organisieren.
- 28:11Speaker 0: Wir müssen die Streitereien der letzten Jahrzehnte innerhalb unserer Bewegung müssen wir beiseite legen Und wir müssen jetzt aufhören über Drittparteien zu reden Eine der beiden großen Parteien, man entschied sich dann wegen der passenderen Wirtschaftspolitik für die republikanische Partei.
- 28:29Speaker 0: Wir müssen das besser angehen.
- 28:31Speaker 0: Das Goldwater war nach außen quasi... Ich rede jetzt sehr salopp!
- 28:35Speaker 0: Der war nach Außen ein bisschen zu krass.
- 28:37Speaker 0: Das hat die Leute verschreckt.
- 28:39Speaker 0: Machen wir beim nächsten Mal besser.
- 28:41Speaker 0: und tatsächlich vier Jahre später Richard Nixon auch Nixon jemand, der zuvor in Sachen Bürgerrechte deutlich im liberaleren Flügel der Partei zu verorten war, den Konservative eigentlich auch nicht sonderlich mochten weil sie ihn für zu lasch gehalten haben.
- 29:01Speaker 0: Für zum Moderat Nixon, der schon neunzigzehntig ja eine Niederlage eingesteckt hatte damals noch gegen JFK und er auch seitdem glaubt, man hat ihn um die Wahl betrogen.
- 29:14Speaker 0: Die Wahl von neunzehntzig sei gestohlen worden.
- 29:16Speaker 0: auch hier wir hören gewisse Echoes bis in die Gegenwart entscheidet sich also achtundsechzig dafür.
- 29:23Speaker 0: okay Wir machen einen Comeback und ich gehe das diesmal anders an.
- 29:28Speaker 0: Und deswegen fährt er damals eine Variante Von Goldwater Southern strategy eher versucht die Nutzung von rassistischen Ressentiments, die Goldwater noch offen angegangen hatte.
- 29:44Speaker 0: Also Goldwater ist in die Südstadt gefahren und hat sich dahingestellt und gesagt ja, States Rights also der Schlachtruf der alten Segregationisten bin ich voll dafür.
- 29:56Speaker 0: Goldwater hat zwar immer behauptet Ja das liegt daran dass er ein Libertärer ist und liegt gar nicht am Rassismus.
- 30:01Speaker 0: es nur zufällig auch die Positionen von Rassisten.
- 30:04Speaker 0: kann man sich seinen Teil dazu denken.
- 30:07Speaker 0: Nächsten stattdessen kommt zugute, dass es durch die Studentenprozesse gegen den Vietnamkrieg und immer stärkere Zusammenstöße zwischen Bürgerrechtsbewegung und Polizei eine Ja, zumindest eine öffentliche Wahrnehmung einer auseinanderbrechenden Gesellschaft gibt.
- 30:28Speaker 0: Die Leute sehen Bilder von Unruhen und irgendwie brennenden Autos auf ihren Fernsehbildschirmen.
- 30:35Speaker 0: Und dann wirken plötzlich also manche Aussagen die sie vor vier Jahren noch verschreckt haben gar nicht mehr so extrem.
- 30:42Speaker 0: das ist auch so.
- 30:42Speaker 0: ne öffentliche Meinung die sich ein bisschen wandelt und nixen geht es geschickter an.
- 30:47Speaker 0: der redet dann jetzt nicht unbedingt offen von States Rights, sondern von Law and Order.
- 30:55Speaker 0: Wir sind die Partei von Recht und Gesetz.
- 30:58Speaker 0: der wettert dann zum Beispiel vor allem gegen Studenten, gegen Amerikaner, die auf der faulen Haut liegen.
- 31:06Speaker 0: Die sind dann zufällig als schwarz konnotiert und versucht sich also so an einer Variante von Goldwater Southern Strategy.
- 31:16Speaker 0: Wenn man das Nixon darauf angesprochen hat, war er immer sehr beleidigt weil er der Meinung war dass er die Southern Strategy erfunden hätte.
- 31:24Speaker 0: Weil Goldwater hätte ja versucht so echte Rassisten für sich zu gewinnen.
- 31:29Speaker 0: dazu muss man sagen Nixon konnte die Hardcore Segregationisten gar nicht für sich gewinnen, weil ein Hardcore-Segregationist als Drittkandidat angetreten ist George Wallace nämlich.
- 31:43Speaker 0: Das heißt, er war auch auf diese Stimmen nicht unbedingt angewiesen.
- 31:47Speaker 0: Aber er hat versucht quasi die Lehren aus Goldwood das gescheiterte Wahlkampf zu ziehen und dieselben Ressentiments bedient aber ein bisschen geschickter.
- 31:59Speaker 0: Und Reagan ist dann tatsächlich derjenige, der es dann in den Neunzenten achtzig die Southern Strategy wirklich auf nationaler Ebene zum Erfolg bringt.
- 32:11Speaker 0: und das zitier, also die Forschung zitiere ich auch im Buch.
- 32:16Speaker 0: Der ist quasi schafft diese ehemalige in Anführungszeichen Südstaatenstrategie, dieses Southern Strategy aus diesem geografischen Rahmen rauszuheben und dieses Southern-Gefühl, dieses Gefühl von einem alten Amerika – ich spreche in großen Alten Amerika, wo wahre Arbeit noch was zählte.
- 32:43Speaker 0: Wo Recht und Gesetz herrschte – das Recht- und Gesetz von weißen christlichen Männern, klang mal zu -, dass quasi auch außerhalb des Südens und des Südwestens vor allem in den Vorstätten zum Erfolg zu führen.
- 32:58Speaker 0: Und wir sehen die Echoes davon bis heute.
- 33:03Speaker 0: es war letzten Endes der Ja, ja.
- 33:07Speaker 0: Die jahrelange Etablierung und Ausarbeitung einer Strategie die im Kern eine zutiefst unbeliebte Wirtschaftspolitik nämlich Kürzungen im Sozialstaat verkauft indem sie sie verpackt in rassistische Ressentiments indem man also den Wählern quasi sagt die Leute die nicht so aussehen wie ihr die die nicht weiß sind von denen ihr glaubt dass die auf der faulen Haut liegen.
- 33:35Speaker 0: Das sind die Leute, in deren Taschen eure Steuergelder fließen.
- 33:39Speaker 0: Das könnt ihr doch nicht wollen!
- 33:41Speaker 0: Und es funktioniert und das funktioniert ja bis heute.
- 33:44Speaker 0: Das ist natürlich nicht der einzige Grund.
- 33:46Speaker 0: ich glaube deswegen kann man das oft nicht so ganz trennen.
- 33:48Speaker 0: Es gab ja nach zwei tausend sechzehn als sich alle weltgefragt hat was ist denn da passiert diese These?
- 33:53Speaker 0: Ja das ist das vergessene amerika was hier trump gewählt hat.
- 33:56Speaker 0: Die leute sind einfach wirtschaftlich nicht gut aufgestellt.
- 33:59Speaker 0: Das wissen wir heute.
- 34:01Speaker 0: Aufgrund zahlreicher Untersuchungen und Studien ist Quatsch, das Wirtschaftsargument ist nicht das Hauptargument für Trump.
- 34:08Speaker 0: Das Hauptargumente für Trump für seine Wähler ist eine Frage von Identität.
- 34:12Speaker 0: Und das ist natürlich ganz eng verknüpft mit diesen rassistischen Ressentiments die wir schon in der Southern Strategy finden, die da schon angelegt werden um den Leuten oder uns zumindest einem Teil der Wählerschaft an der Wirtschaftspolitik die ihnen eigentlich tatsächlich ja nichts bringt, schmackhaft zu machen.
- 34:31Speaker 0: Das ist glaube ich die Antwort auf die Frage, die man so oft hört warum wählen denn zum Beispiel jetzt Trump-Anhänger in der Arbeiterklasse?
- 34:39Speaker 0: Warum wählen die denen?
- 34:40Speaker 0: das bringt Ihnen doch wirtschaftlich nicht.
- 34:42Speaker 0: und die Antwort is bitter aber glaube ich recht logisch.
- 34:47Speaker 0: die Antwort scheint zu sein es ist egal wenn es mir nichts bringt Hauptsache die von denen ich glaube dass sie nicht dazugehören sollten bekommen noch weniger.
- 34:57Speaker 1: Also ist es am Ende diese Lüge von einer Bedrohung für die Identität der USA, also das immer wieder versucht wird zu implementieren.
- 35:08Speaker 1: Da kommen andere, die hier nicht hergehören und die bedrohen unser aller Identität und wir müssen dagegen vorgehen?
- 35:16Speaker 1: Ist das so viel stärker als jedes andere Argument am Ende?
- 35:21Speaker 0: Ja und es funktioniert ja vor allem... sowohl nach innen als auch nach außen.
- 35:24Speaker 0: Das ist ja das Praktische an diesem Narrativ, dass sehen wir momentan daran, dass die Republikane es schaffen, die Demokraten quasi vor sich herzutreiben was die Themensetzung und diesen Wahlkampf angeht.
- 35:42Speaker 0: Ganz ganz viel ist im übrigen Jahr nicht nur bei Fox News sondern allen großen etablierten Medien, sowohl in den USA aber auch in der US-Berichterstattung.
- 35:55Speaker 0: in deutschen Medien ist ganz viel die Rede von die Krise an der Grenze.
- 36:00Speaker 0: Dazu muss man sagen es gibt da ein reales Problem.
- 36:03Speaker 0: Es gibt Schwächen im US Immigration System, die gelöst werden müssen wo sie mehr Funding braucht und Kommunen mehr Unterstützung brauchen.
- 36:13Speaker 0: das ist alles real!
- 36:15Speaker 0: Das will ich gar nicht abstreiten.
- 36:18Speaker 0: Aber die Ereignisse der letzten Wochen haben erneut gezeigt, dass Republikaner diesen empfundenen Zustand der dauerhaften Bedrohung – Republikane sprechen ja von einer Invasion an der Südgrenze zu Mexiko – war ja auch schon so, da war die Rede vom großen Caravan oder was?
- 36:42Speaker 0: Also jedenfalls als Trump das erste Mal angetreten ist.
- 36:46Speaker 0: Das heißt dieses Motiv nutzen sie weiter.
- 36:50Speaker 0: Dass es jetzt tatsächlich eine Krise gibt hilft ihnen natürlich aber gleichzeitig verhindern Sie dass diese Krise gelöst wird.
- 36:59Speaker 0: Es gab vor.
- 37:00Speaker 0: ich glaube es ist jetzt knapp zwei Wochen her haben sich Republikaner und Demokraten zunächst im Senat auf ein Gesetzespaket zum Grenzschutz geeinigt.
- 37:15Speaker 0: Dass das konservativste und strikteste Gesetzespaket war, was seit Langem da über die Tische gewandert ist – zumindest unter einem demokratischen Präsidenten mit Unterstützung eines demokratischen Präsidenten auch was auch die Unterstützung der Demokraten in beiden Kammern hatte, sehr zum Unwillen erheblicher Teile der demokratischen Basis.
- 37:41Speaker 0: Aber das Ganze sollte also signalisieren okay wir sind bereit dieses Problem zu lösen weil man natürlich auch weiß dass Beiden das auf die Füße fallen kann.
- 37:51Speaker 0: und was ist passiert?
- 37:52Speaker 0: Also muss ich das mal wirklich vor Augen führen weil es so wie absurdes Theater ist!
- 37:57Speaker 0: Es wäre lustig wäre es nicht so wahnsinnig gefährlich.
- 38:01Speaker 0: Da kriegt eine Partei alles, was sie will vom politischen Gegner und dann sagt aber der Anführer dieser Partei ja das könnt ihr nicht verabschieden.
- 38:11Speaker 0: Dann habe ich ja kein Wahlkampfthema.
- 38:13Speaker 0: Das ist jetzt eine leichte Paraphrase aber auch nur leicht.
- 38:17Speaker 0: Trump hat gesagt könnte nicht verabschieden.
- 38:20Speaker 0: Die Grenze ist mein Wahlkampfthema Wenn ihr das Problem in Anführungszeichen löst, das läuft nicht.
- 38:28Speaker 0: Und was haben Sie gemacht?
- 38:29Speaker 0: Im Senat im Repräsentantenhaus haben sie das Gesetz gekillt.
- 38:34Speaker 0: Der zweite Grund, warum sich Demokraten darauf eingelassen haben war dass wenn Sie in Sachen Grenzschutz nachgeben auch Militärhilfen für die Ukraine bewilligt werden.
- 38:45Speaker 0: so das war natürlich damit dann auch hinüber was ja auch dem erheblichen Putin-freundlichen Flügel, den es ja mittlerweile in der Partei, in der republikanischen Partei gibt natürlich zugute kommt.
- 38:59Speaker 0: Trump will ja eh keine Militärhilfen für die Ukraine und das heißt ist diese dieses Geräte von Wir sind unter permanente Bedrohung Von der in Anführungszeichen Invasion im Süden wird aufrecht erhalten indem man alles tut Damit um Himmels Willen dieses Problem, also Invasion ist natürlich völliger Quatsch.
- 39:28Speaker 0: Aber ich spreche hier jetzt mal in diesem Vokabular diese Probleme irgendwie zu lösen vor der Wahl.
- 39:34Speaker 0: und gleichzeitig erzählt man auch das ist jetzt quasi die Innenvariante ihr seid nicht nur... Also ihr das echte Amerika, das weiße christliche Amerika Ihr seid nicht unter Bedrohung von außerhalb sondern auch von innen.
- 39:50Speaker 0: Und da kommt jetzt dieses ganze Gerede, was eine Zeit lang ja man vor allem in so QAnon-Foren gefunden hat vom Deep Stage, Schattenstart und so weiter.
- 40:01Speaker 0: Das ist mittlerweile völlig etablierter Begriff die Heritage Foundation.
- 40:06Speaker 0: Es ist so einer der wichtigsten Elitenorganisationen ThinkTanks der amerikanischen Rechten insgesamt.
- 40:13Speaker 0: Hat jetzt ein knapp tausendseitiges schlankes Dokumente rausgebracht.
- 40:20Speaker 0: Das ist quasi so eine Art Anleitung, wie man denn regieren soll für die nächste republikanische Administration – es ist explizit nicht ausschließlich auf Trump zugeschrieben also nicht ausgerechnet nur ihm auf den Live geschrieben.
- 40:37Speaker 0: Sie unterstützen Trump zwar sie sagen aber das gilt grundsätzlich für jeden GOP-Präsidenten Und da ist ganz viel vom Deep State die Rede, weil man anscheinend mittlerweile auch im politischen Establishment des amerikanischen Konservatismus.
- 40:52Speaker 0: Also Die Heritage Foundation, das sind nicht die Moms for Liberty oder so.
- 40:57Speaker 0: Das ist keine neue Organisation.
- 41:02Speaker 0: Eine Organisation, die es seit neunzehntdreiundsiebzig gibt.
- 41:05Speaker 0: Ronald Reagan hat schon mal eine solche Regierungsblaupause von der Heritage Foundation bekommen und nur um so eine Pimal-Daumenvorstellung davon zu geben was dann tatsächlich umgesetzt wird von diesem Plan.
- 41:21Speaker 0: Ich glaube wenn ich mich recht erinnere nach einem Jahr von Reagan's Präsidentschaft hat sich jemand ein Sprecher der Heritage foundation beschwert Weil von dem damaligen sogenannten Mandate for Leadership nur etwa sechzig Prozent bisher nach einem Jahr umgesetzt worden sein.
- 41:39Speaker 0: Also was die vorlegen hat, hat viel Einfluss und setzt letzten Endes den Kurs für die nächste republikanische Präsidentschaft.
- 41:51Speaker 0: Und da wird natürlich davon gesprochen dass man letztlich den administrativen Staat zerstören muss, sie haben vor manche Teile des Regierungsapparats als Waffe zu verwenden gegen ihre politischen Gegner.
- 42:05Speaker 0: Es geht um die massive Beschneidung der Rechte von marginalisierten Personen.
- 42:10Speaker 0: es geht um einen extremen Ausbau der Exekutivmacht des Präsidenten und auch da sehen wir eine Radikalisierung.
- 42:19Speaker 0: also Es ist nicht so einfach zu sagen, dass man sagen kann ja es ist alles schon vorher angelegt.
- 42:24Speaker 0: Es war ein Prozess diese.
- 42:27Speaker 0: auch hier kommen wir wieder mit Quatsch Jura.
- 42:28Speaker 0: ich erspare jetzt die Details aber die Pseudojuristische Theorie die dieser Ausweitung beispielsweise der Exekutiv macht das Präsidenten zugrunde liegt war noch zu Reagan's Zeiten in Ich sag jetzt mal dem juristischen Arm des organisierten Konservatismus extrem umstritten.
- 42:53Speaker 0: Weil die Leute halt gesagt haben, klingt ja alles sehr nett!
- 42:56Speaker 0: Aber was ist denn wenn nochmal ein Demokrat dran kommt?
- 43:00Speaker 0: Wir die Älteren können uns noch daran erinnern, was los war.
- 43:04Speaker 0: Wenn ein Demokrat Präsident ist und wenn der dann quasi all diese Macht hat das wäre doch da nicht so gut für uns.
- 43:11Speaker 0: Und jetzt scheint man aber über die Jahrzehnte hinweg scheinen sich die Stimmen durchgesetzt zu haben Die sagen naja Aber was wäre denn, wenn nie wieder ein Democrat dran kommt?
- 43:19Speaker 0: Dann könnte man es doch machen.
- 43:21Speaker 0: Das ist quasi der Subtext zwischen den Zeilen in diesem Dokument.
- 43:25Speaker 0: Das heißt wir haben dieses permanente Zwischenspiel Du, du einer von den echten Amerikanern.
- 43:34Speaker 0: Du bist unter permanenter Bedrohung von außen und von innen.
- 43:38Speaker 0: die feinde sind quasi unter uns Und das ist natürlich das schafft ein reines schwarz-weiß Weltbild Indem einen demokratische Diskurs oder Diskussionen sei es jetzt keine ahnung über steuer gesetzgebungen oder sonst was ja gar nicht möglich sind.
- 43:54Speaker 0: Du setzt dich ja nicht mit jemanden immer an einem tisch der jetzt nicht weiß ich nicht Der politische Gegner ist, sondern mit den Mächten des Bösen im Bunde.
- 44:03Speaker 0: Und diskutierst mit dem über Steuergesetzgebung.
- 44:05Speaker 0: Das kannst du ja auch deiner Basis irgendwann gar nicht mehr verkaufen.
- 44:08Speaker 0: und ich glaube das erklärt ... Es ist einer der Faktoren, der erklärt warum wir diese zunehmende Radikalisierung sehen.
- 44:16Speaker 1: Was würdest Du denn eigentlich sagen?
- 44:18Speaker 1: Wie stabil oder wie standhaft ist die US-Verfassung denn gegenüber Versuchen im Endeffekt aus dieser Demokratie eine Diktatur zu machen.
- 44:33Speaker 0: Ja, also einerseits möchte man ja sagen – wir haben eben schon darüber gesprochen, viertelnder Zusatzartikel Abschnitt drei ist eigentlich klar wer in der Vergangenheit an einem Aufstand oder einer Rebellion gegen die Vereinigten Staaten teilgenommen hat oder den beeinflusst hat darf kein politisches Amt innehaben ist natürlich absurd dazu behaupten.
- 45:01Speaker 0: Aber Oberbefehlshaber der Streitkräfter, das war bestimmt okay wenn die Person dann das wird.
- 45:08Speaker 0: Also es gibt diese Werkzeuge in der amerikanischen Verfassung.
- 45:13Speaker 0: Das Problem ist dass der aktuelle Supreme Court nicht bereit ist dieses Werkzeug tatsächlich auch anzuwenden.
- 45:26Speaker 0: Nicht mal ja die drei liberalen Richterinnen aus meiner Ansicht nach sehr verfehlten Auffassungen dessen, was demokratische Institutionen leisten müssen.
- 45:46Speaker 0: Es gab ja schon nach beiden Zwahlen Diverse Meinungsstücke, die Institutionen haben gehalten.
- 45:53Speaker 0: Die Leitplanken der Demokratie haben gehalten.
- 45:56Speaker 0: Es war alles hysterisch.
- 45:58Speaker 0: Die Warnungen ist doch alles fein.
- 46:01Speaker 0: und wenn man sich jetzt das eben erwähnte Project twenty-twenty five diese Blaupause für eine nächste republikanische Amtszeit im weißem Haus anschaut dann sieht man dass hier systematisch daran gearbeitet wird bestimmte administrative Hindernisse, die beim letzten Mal zum Beispiel dazu geführt haben, dass bestimmte autoritäre Pläne nicht durchgesetzt werden konnten.
- 46:30Speaker 0: Dass sie diesmal aus dem Weg geräumt wurden.
- 46:33Speaker 0: Dann kommt noch dazu, dass wir es letzten Endes mit einem deutlich professionellisierteren Trump-Team zu tun haben werden weil jetzt nicht nur noch viel mehr Wert gesetzt wird bei potenziellen Kamennetzernennungen, aber auch bei der generellen Besetzung des administrativen Staates.
- 47:01Speaker 0: Denn man dieses Project Twenty-Twenty-Five beinhaltet unter anderem eine extreme Schwächung des Kündigungsschutzes für nichtpolitische also für quasi ja Berufsbeamte in den Behörden.
- 47:16Speaker 0: Die könnten jetzt, sollte das durchgesetzt werden, könnten viel einfacher gefeuert und durch Trump-Lawyerlisten ersetzt werden.
- 47:24Speaker 0: Der Chef dieses Projekts oder der Leiter dieses Projects, twenty-twenty five berüstet sich in diversen Interviews damit wie groß schon die Datenbank von möglichen Mitarbeitern sein, die man alles schon ideologisch gescreened hätte.
- 47:40Speaker 0: Es gibt da unterschiedliche Zahlen.
- 47:41Speaker 0: mal sind es zwanzigtausend Mal sind es dreißigtaussend Mal sind's noch mehr.
- 47:46Speaker 0: Das heißt, das ist Punkt zwei der Anderswerden-Wett.
- 47:49Speaker 0: und dann kommt noch als weiteres Problem dazu auch da gibt es ein tolles Buch drüber.
- 47:55Speaker 0: also falls man sich dann noch mehr einlesen will kann ich das sehr empfehlen von den beiden Autoren die How Democracies Die geschrieben haben Es heißt The Terony of the Minority Also die Tyrannei Der Minderheit.
- 48:09Speaker 0: das ist auch der Titel des letzten Kapitels In meinem Buch, wo ich die Forschung der beiden zitiere.
- 48:18Speaker 0: Die hervorragend erklären wie über die letzten Jahr eigentlich hundert Jahre die Verschiebungen bestimmter Faktoren in der geografischen Aber auch ja in der geographischen Zusammensetzung der USA aber auch Verschiebenen in Bevölkerungszusammensetzungen dazu geführt haben Das bestimmte Mechanismen, die normalerweise in einem demokratischen System dafür sorgen dass eine Partei, die in der Opposition ist und vor hat da nicht dauerhaft zu bleiben einen Anreiz daran hat also weiterhin zu versuchen eine Mehrheit der Stimmen.
- 49:00Speaker 0: Der Bevölkerung zu gewinnen um in die Regierung zu gelangen ganz besonders natürlich in einem zwei Parteiensystem Und dass diese Anreize aber nicht mehr gelten, weil es für die heutige republikanische Partei mittlerweile nicht mehr nötig ist.
- 49:20Speaker 0: Sie müssen mittlerweile keine Mehrheit der Stimmen mehr gewinnen um den Präsidenten beispielsweise zu stellen, aber auch um beispielsweise die Mehrheit im Repräsentantenhaus zu haben.
- 49:31Speaker 0: Im Repräzentantenhaus liegt das beispielsweise an der manipulativen Ziehung von Wahlbezirken mit der man sich also künstlich eine Mehrheit schaffen kann.
- 49:42Speaker 0: Das sehen wir vor allem auf der Bundesstaats-Ebene schon ganz extrem, auch seit mehreren Jahren schon diesen Trend, der glaube ich symptomatisch ist für die amerikanische Rechte insgesamt und auch für ihre zunehmende Radikalisierung.
- 49:57Speaker 0: Denn ja Trump hat durchaus in den letzten ein zwei Jahren seinen Appeal bestimmte Gruppen, wo er eigentlich kaum Unterstützung hat.
- 50:11Speaker 0: Nämlich vor allem bei Hispanics und bei Schwarzen Männern sein Piel leicht ausgebaut.
- 50:17Speaker 0: da gibt es also durchaus Bewegung.
- 50:18Speaker 0: aber insgesamt ist die republikanische Partei hat sie sich in den letzten Jahrzehnten stetig und bewusst getrieben auch vom Parteistablishment und von rechten Akteuren von außerhalb zu einer Partei von weißen Christen entwickelt.
- 50:38Speaker 0: Und so stellt sie sich da und so agiert sie auch, weil sie nicht darauf angewiesen ist letztlich diese Mehrheit zu gewinnen.
- 50:48Speaker 0: weitere Faktoren die eine Gefahr einer Minderheitenherrschaft vergrößern sind andere ja oder Schlupflöcher im amerikanischen politischen System.
- 51:01Speaker 0: Das Electoral College, also das Wahlkolleg was den Präsidenten wählt ist eines ohne dass ich das jetzt hier irgendwie zur politikwissenschaftlichen Vorlesung machen will.
- 51:10Speaker 0: aber weitere Faktor ist der Supreme Court.
- 51:13Speaker 0: wir haben auch im Senat auch da gibt es lange Geschichte warum das so ist haben die Republikaner einen ja ein prozentualen Vorsprung sozusagen der nicht gewollt eingebaut ist, aber durch verschiedene Entwicklungen sich so entwickelt hat.
- 51:35Speaker 0: So dass letzten Endes einfach und es mag banal klingen, aber ich glaube das erklärt wirklich vieles.
- 51:42Speaker 0: der Anreiz fehlt für die republikanische Partei eine Mehrheit der Amerikanerinnen und Amerikanern von sich überzeugen zu müssen denn ihre politischen Positionen sei jetzt was Abtreibungsverbote angeht, der Versuch angeht Rechte von LGBTQ Menschen zu beschneiden.
- 52:01Speaker 0: Versuche künstliche Befruchtungen zu kriminalisieren gerade passiert durch das jüngste Urteil des Alabama Supreme Courts sind unfassbar unbeliebt.
- 52:11Speaker 0: da gibt es keine numerischen Mehrheit.
- 52:13Speaker 0: Das Problem ist dass auch nicht mehr wirklich eine gebraucht wird und dass wir davon ausgehen können dass die Wahl im November wahrscheinlich Knapp wird, wie auch die letzte Wahl ist.
- 52:29Speaker 0: Ja klar, beiden hat deutlich mehr Stimmen im Popular Vote gehabt als Trump.
- 52:35Speaker 0: Da war es noch nicht mal annähernd knapp aber im Wahlkolleg, im Electoral College ging es um wenige Zehntausend Stimmen in drei Staaten und das wird wahrscheinlich diesmal ähnlich so sein Auch wenn die Umfragen ja bisher darauf schließen lassen, dass es womöglich doch noch mehr Richtung Trump geht.
- 52:56Speaker 0: Auch das könnten wir wahrscheinlich ewig noch darüber reden warum das so ist und wie sehr wir diesen Umfragen trauen können.
- 53:04Speaker 0: aber ich glaube man kann zusammenfassend sagen Es ist kurz vor zwölf und es wird in dieser Wahl um alles gehen.
- 53:12Speaker 0: Das ist auch ein bisschen das Problem für die nächsten Jahre Dass es banal gesagt natürlich unfassbar nervig klingt, wenn man alle vier Jahre sagt das geht um alles auch wenn's so ist.
- 53:22Speaker 0: Das ist die Gefahr dass sich das abnutzt und es reicht halt wenn diese amerikanische Rechte in ihrem heutigen Zustand einmal gewinnt währenddessen die gegenseite also alle die was übrig haben für den fortbestand der amerikanischen demokratie wieder und wider und wieder gewinnen müssen und wieder und wieder mobilisieren müssen um die amerikanische Demokratie vor ihrem Ende zu bewahren.
- 53:50Speaker 0: Gottes ist aufbauend!
- 53:52Speaker 1: Jetzt haben wir viel über die Republikaner gesprochen.
- 53:54Speaker 1: zum Abschluss vielleicht eine kurze Frage Richtung Demokraten, warum fällt es den Demokraten eigentlich so schwer einen jungen dynamischen charismatischen kompetenten Kandidaten zu finden dem es eventuell leichter fallen würde gegen Trump zu bestehen und eben diese Knapple Sache, die wir da wohl wiedersehen werden im Herbst verhindern könnte.
- 54:20Speaker 0: Ich glaube dafür gibt es tatsächlich verschiedene Gründe.
- 54:23Speaker 0: Einige Gründe sind Probleme der Demokraten speziell und andere Faktoren sind eher der Art und Weise geschuldet wie die amerikanische Politik funktioniert.
- 54:39Speaker 0: Fangen wir vielleicht mal mit Letzterem an.
- 54:42Speaker 0: Es ist extrem ungewöhnlich dass ein amtierender Präsident, wenn es also seine erste Amtszeit ist nicht nochmal antritt.
- 54:52Speaker 0: Das liegt daran, das man verhindern wird will, dass er zudem wird was man gemeinhin eine lame Duck, also eine lahme Ente nennt, dass es also seine präsidiale Autorität untergraben würde.
- 55:07Speaker 0: Wenn klar ist Leute ich bin raus das dann der Fokus nicht darauf liegt was man eigentlich als Legislative Agenda durchsetzen will sondern da ist ein internes Rennen und das ist ja etwas was die amerikanischen Politik zu eigen ist.
- 55:25Speaker 0: gefühlt ist eigentlich immer Wahlkampf entweder geht's los für die midterms oder Kurz nach den Mitterms dann immer schon, ja wer tritt denn jetzt eigentlich an in zwei Jahren?
- 55:36Speaker 0: Das heißt das sind Kalkulationen die ja durchaus auch auf historischen Erfahrungswerten bestehen.
- 55:43Speaker 0: Also es ist normalerweise nicht hilfreich für einen Amtsinhaber in seiner ersten Amtszeit wenn er einen harten Vorwahlkampf schlagen muss.
- 55:58Speaker 0: selten zum gewünschten Ergebnis, selbst wenn er diesen Vorwahlkampf gewinnt.
- 56:04Speaker 0: Das ist der eine Grund.
- 56:06Speaker 0: Zweiter Faktor jetzt im Argument für beiden ist tatsächlich ja real insofern dass seine Anhänger natürlich sagen naja aber er ist der einzige der Trump je geschlagen hat.
- 56:22Speaker 0: das stimmt er ist leider halt auch über Achtzig.
- 56:28Speaker 0: Es ist trotzdem interessant, dass wir uns so oft beidensalter konzentrieren.
- 56:31Speaker 0: Das ist ja auch in der medialen Berichterstattung so und natürlich auch dementsprechend in den Umfragen.
- 56:37Speaker 0: Es kommt gefühlt jede Woche eine neue Umfrage raus wie viele Sorgen sich die Leute über Beidens Alter machen?
- 56:44Speaker 0: Ja auch zurecht!
- 56:46Speaker 0: Es ist glaube ich völlig plausibel zu sagen es jetzt so schlau jemanden zu wählen der über Achtzig ist für die nächsten vier Jahre.
- 56:55Speaker 0: das Ding ist halt nur Erstens ist der andere nicht viel jünger und zweitens, das ist auch so ein bisschen so einen Trump-Effekt.
- 57:03Speaker 0: Das ist mir neulich nochmal aufgefallen kurz bevor ich das Manuskript endgültig abgegeben habe dass man bei Trump Zitaten egal ob man jetzt ein Buch schreibt oder keine Ahnung Zeitungsartikel oder so.
- 57:17Speaker 0: wir sind ja gewöhnt dass wir in Nachrichten oder Büchern ganze verständliche Sätze lesen.
- 57:24Speaker 0: es heißt Es gibt Also es ist ganz schwierig das irgendwie zu balancieren, Trump zu zitieren in einer Art und Weise in der man den Leser verständlich machen kann was er da gerade sagt ohne dass jetzt noch mal eine halbe Seite erklären zu müssen.
- 57:42Speaker 0: Das heißt manchmal sieht man dann wenn man Trump Zitate in Zeitungsartikeln liest von der Rally oder so wird es dann paraphrasiert zitiert ein, zwei Sätze.
- 57:54Speaker 0: Und wenn ich mir jetzt aber die neunzig Minuten Rally angeguckt hab und mir denke okay!
- 58:00Speaker 0: Aber die weiß ich nicht fünf Minuten wo er über Klosspülung geredet hat und den Namen seiner Ehefrau vergessen hat davon ist keine Rede.
- 58:10Speaker 0: das ist glaube ich dann auch ein Medienproblem.
- 58:13Speaker 0: Aber Nummer drei warum finden die keinen anderen Kandidaten?
- 58:18Speaker 0: Da kommen wir zu dem Problem was glaube den Demokraten auch tatsächlich spezifisch ein inhärentes Problem ist, dass man das nicht geschafft hat in den letzten Jahren einen Nachfolger zu positionieren der auch wirklich beliebt ist.
- 58:38Speaker 0: Es gab ja Diskussionen sollte vielleicht Kamala Harris antreten.
- 58:41Speaker 0: ich glaube das wäre keine gute Idee gewesen wenn man sich das anschaut.
- 58:47Speaker 0: sie ist nämlich nicht beliebter als beiden eher im Gegenteil.
- 58:51Speaker 0: Dass auch das hat viele Gründe.
- 58:54Speaker 0: Für einige Gründe kann sie was für andere Gründe, kann sie nichts.
- 58:57Speaker 0: Sie ist eine nicht weiße Frau.
- 59:01Speaker 0: Sie isst aber auch teilweise bei der eigenen Basis nicht so beliebt.
- 59:04Speaker 0: Sie war mal Staatsanwältin und ist deswegen beim progressiven Flügel eher unbeliebt.
- 59:12Speaker 0: Die hat sich aber auch ein paar Pazzer geleistet.
- 59:14Speaker 0: All das sind Sachen die ein Problem sind.
- 59:17Speaker 0: Zweites Problem Inherent der Rolle des der Vizepräsidentin enthalten, dass von einem erwartet wird das man quasi nicht die Show stielt.
- 59:27Speaker 0: Das heißt man muss sich im Hintergrund halten weshalb sie es auch nicht geschafft hat ja Sich letztlich als ernstzunehmende Alternative wirklich zu positionieren weil das natürlich auch beidens Position geschwächt hätte.
- 59:41Speaker 0: also auch da macht strategisches Kalkül spielt eine Rolle.
- 59:45Speaker 0: weiteres Problem ist Ich glaube man kann davon ausgehen, dass all diejenigen, die jetzt mal mit dem Gedanken gespielt haben.
- 59:57Speaker 0: Dass die persönliche Umfragen finanziert haben, die geschaut haben wie ihre Chancen aussehen.
- 1:00:04Speaker 0: Man kann mir nicht erzählen das ein Gavin Newsom der hundertprozentig präsidiale Ambition hat also der Gouverneur von Kalifornien.
- 1:00:12Speaker 0: Das er nicht vorher abgecheckt hat könnte sich das lohnen.
- 1:00:20Speaker 0: ist, glaube ich erstens ein Zeichen dafür dass es ihm gerade persönlich nicht in den Kram passt.
- 1:00:25Speaker 0: Er hat auch in Kalifornien ein paar Probleme.
- 1:00:27Speaker 0: er ist also auch nicht in der stärksten Position.
- 1:00:30Speaker 0: nur jetzt als Beispiel aber vielleicht auch eine Kalkulation innerhalb dieses historischen Moments.
- 1:00:36Speaker 0: man will es jetzt nicht riskieren weil so viel auf dem Spiel steht beiden da jetzt noch quasi was in die Speichen zu stecken sozusagen potenziell ne andere Kandidatin die vielleicht potenziell gehabt hätte, Gretchen Whitmer ebenfalls gubernören.
- 1:00:56Speaker 0: Die in einem Swing-State großen Erfolg hatte wollte nicht auch verständlich.
- 1:01:00Speaker 0: sie hat jetzt schon zwei recht extreme Entführungsplotts überlebt.
- 1:01:06Speaker 0: aber es scheint eine Mischung zu sein aus klassischen Klassischen einmal eins amerikanischer Politik Auch da mit historischer Grundlage Persönlichem nicht wollen von einigen Kandidaten, aber auch eine Kalkulation.
- 1:01:27Speaker 0: Dass man das nicht riskieren kann zu diesem Moment.
- 1:01:30Speaker 0: Gleichzeitig machen die Demokraten aber auch meiner Ansicht nach einige Fehler haben sich einiges an Fehlern geleistet.
- 1:01:37Speaker 0: Auch in dem was sie beiden quasi öffentlicher machen lassen.
- 1:01:41Speaker 0: ich glaube mal war lange weil man sich so bewusst ist dass Dass so ein Fokus auf seinem Alter liegt, dass man ihn relativ wenig an Auftritten hat absolvieren lassen.
- 1:01:56Speaker 0: Wo es unberechenbare Faktoren gab und das verstärkt natürlich den Eindruck, dass die Leute sagen ich sehe den halt nie.
- 1:02:05Speaker 0: Jetzt versucht man gegen zu steuern.
- 1:02:08Speaker 0: ja ob's schon zu spät ist weiß ich nicht.
- 1:02:12Speaker 0: Es kann noch einiges passieren.
- 1:02:14Speaker 0: Also ich glaube, vielleicht um es abzuschließen und damit ich eure Hörerinnen und Hörern nicht zu tiefst deprimiere... ...es ist März!
- 1:02:25Speaker 0: Es kann auch viel passieren.
- 1:02:27Speaker 0: das Ruder kann durchaus nach rumgerissen werden Und es ist letzten Endes genau wie bei der Entwicklung der republikanischen Partei.
- 1:02:34Speaker 0: Das ist kein Automatismus.
- 1:02:36Speaker 0: Es ist kein Automatismus dass Trump gewinnt.
- 1:02:38Speaker 0: Es kommt letzten endes auf die Entscheidungen an die an den wichtigen Stellen auch in der demokratischen Partei jetzt getroffen werden mit Hinblick auf zwanzig, vierundzwanzig.
- 1:02:51Speaker 0: Und ja dann bleibt uns nur das Daumen drücken.
- 1:02:56Speaker 1: Das heißt wir bewahren uns einen kleinen Funken Hoffnung und Schrauben?
- 1:03:00Speaker 1: Also
- 1:03:00Speaker 0: ohne denen ist es glaube ich schwer morgens aus dem Bett zu kommen.
- 1:03:03Speaker 0: also alleine dafür Ja!
- 1:03:06Speaker 0: Ich glaube es ist noch nicht vorbei.
- 1:03:07Speaker 0: das wäre ab so zu sagen ja es ist gelaufen Aber ja, besorgt aber mit einem klitzekleinen bisschen Hoffnung.
- 1:03:18Speaker 1: Das klingt doch zumindest nach ein bisschen Optimismus ganz am Ende?
- 1:03:22Speaker 0: Ja ich wollte gerade sagen es klingt nicht gut!
- 1:03:27Speaker 0: Ich reiß das jetzt nicht wieder mit dem Hintern an.
- 1:03:29Speaker 0: Ich sage jetzt einfach ja
- 1:03:31Speaker 1: so... Ich danke dir sehr für deine Zeit und dass wir hier mal einen wirklich intensiven umfassenden Blicke auf die Situation bekommen haben.
- 1:03:38Speaker 1: Danke dir!
- 1:03:39Speaker 0: Sehr gerne, danke für die Einladung.
- 1:03:41Speaker 1: Das war es leider schon.
- 1:03:43Speaker 1: Die letzte Runde ist ausgetrunken, das Gespräch zu Ende.
- 1:03:48Speaker 1: Vielen Dank fürs Zuhören!
- 1:03:50Speaker 1: Bitten
- 1:03:51Speaker 0: im Rücksicht auf
- 1:03:51Speaker 1: die Nachbarn und sei leise wenn du die Bar verlässt aber vergiss auf keinen Fall den abonnieren Button zu klicken.