Latest / Gin And Talk / Philip Banse über Politik, Baustellen und die Lage der Nation
Transcript
- 0:00Speaker 0: die Altersvorsorge, die gesetzliche Rentenversicherung, Digitalisierung der Verwaltung, Ausbau der erneuerbare Energien.
- 0:07Speaker 0: Ungleiche Vermögensverteilung, die Probleme im Föderalismus – das sind alles Dinge von denen wir seit vielen Jahren wissen.
- 0:17Speaker 0: und es ist nicht bei allen nichts passiert aber es ist schon lange wirklich zu lange auf vielen Baustellen eben nichts passiert.
- 0:26Speaker 0: Demokratie Naturphänomien, das ist kein Naturgesetz.
- 0:31Speaker 0: Das ist nicht Gott gegeben schon gar nicht aber auch nicht unveränderlich und unzerstörbar sondern das is was was wir aufgebaut haben was Aber auch wieder vergehen kann wenn wir nicht drauf aufpassen.
- 0:46Speaker 0: Und da kann man nicht nur auf Partein schimpfen die irgendwie etwas falsch machen oder nicht richtig machen Sondern dass es war's was wir nur alle zusammen hinkriegen können.
- 0:57Speaker 1: herzlich willkommen Mein Name ist Daniel Fürg und ich freue mich sehr, euch heute zu einer neuen Episode Gen & Talk begrüßen zu dürfen.
- 1:05Speaker 1: Ich spreche heute mit Philipp Bannse.
- 1:07Speaker 1: Er ist Journalist und Host des Podcasts Lage der Nation – einem der wohl erfolgreichsten Politik-Podcastes das Landes.
- 1:15Speaker 1: Philipp arbeitet seit über zwanzig Jahren als Journalist in Berlin davon viele Jahre als Reporter.
- 1:20Speaker 1: im Hauptstadtstudio des Deutschlandradios In Hamburg studierte er Geschichte, Politik und Russisch.
- 1:26Speaker 1: Und im Jahr zwei Tausend Fünf startete er mit Freunden den Podcast Küchenradio der dann schließlich auch zur Gründung des Podcastlabels Küchenstudio führte.
- 1:35Speaker 1: Ich wollte von ihm wissen wie die Lage der Nation eigentlich momentan wirklich aussieht Wie wir uns in all diesen Krisen als Land schlagen und welche Gefahr hinter den rechten politischen Entwicklungen lauert.
- 1:48Speaker 1: Wenn dir diese Episode von Genertalk gefällt, dann folg uns bei Spotify, Apple Podcast oder wo auch immer du gerne Podcast hörst und hinterlass uns bitte eine gute Bewertung.
- 1:58Speaker 1: Jetzt aber viel Spaß beim Zuhören – schön dass ihr alle wieder mit dabei seid!
- 2:11Speaker 0: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge Gin and Talk.
- 2:19Speaker 0: Mach es dir gemütlich, lehne dich zurück und
- 2:23Speaker 1: tauche
- 2:23Speaker 0: ein in die verrucht düstere Atmosphäre
- 2:27Speaker 1: unserer Studio-Bar!
- 2:36Speaker 1: Lieber Philipp ich freue mich sehr dass du dir die Zeit heute nimmst und wir ein wenig sprechen können über die Lage der Nation, über euren Podcasts, über euer Buch und was da so alles in der Welt passiert.
- 2:49Speaker 1: herzlich Willkommen
- 2:50Speaker 0: Ja, vielen Dank.
- 2:51Speaker 0: Herzlichen Dank für die Einladung!
- 2:52Speaker 0: Freu mich sehr hier zu sein.
- 2:55Speaker 1: Sag mal quasi angelehnt an euren Podcast-Titel wenn du dir die Lage da so aus dem Fenster raus anschraust und das was du alles mitbekommst wie geht es dir dann mit der Lage der Nation momentan?
- 3:09Speaker 0: Ach ja, also ich bemühe mich immer auch die positiven Seiten zu sehen und dass wir doch auch in einem Staat leben der alles in allem doch ganz gut funktioniert.
- 3:20Speaker 0: Und das die Kritik die wir immer so anbringen Natürlich auch daher rührt, dass wir das Potenzial sehen was alles so möglich wäre wenn denn alles wirklich mal gut laufen würde und schon seit zwanzig Jahren angegangen worden wäre.
- 3:38Speaker 0: Das ist natürlich immer die Betrachtung halb leer, halb voll aber gerade ist es natürlich schon Ja, ein bisschen ungemütlich würde ich sagen.
- 3:47Speaker 0: Gerade gestern hatten wir auch das Urteil des Bundesverfassungsgerichts, dass quasi sechzig Milliarden aus dem Haushalt oder aus einem Finanzierungstopf rausgestrichen hat, aus dem vor allen Dingen so klimapolitische Maßnahmen finanziert werden.
- 4:02Speaker 0: und alle fragen sich jetzt sechzehn Milliarden, wo soll das denn herkommen?
- 4:06Speaker 0: Streichen wir jetzt auch das bisschen Klimaschutz was wir machen und auch noch zusammen also Kriege, Ukraine, Gaza.
- 4:12Speaker 0: Das ist alles schon nicht so einfach.
- 4:14Speaker 0: und die Baustellen, die wir im Buch beschreiben, die sind natürlich jetzt seit Erscheinen des Buches auch noch nicht gelöst.
- 4:18Speaker 0: insofern.
- 4:19Speaker 0: Ja es ist schon ein bisschen was zu tun.
- 4:21Speaker 0: also ein gemischtes Bild würde ich sagen.
- 4:23Speaker 1: Ihr habt mit dem Podcast vor rund sieben Jahren angefangen.
- 4:26Speaker 1: wurde eure Arbeit eigentlich komplexer über die Jahre?
- 4:29Speaker 1: Also würdest du sagen ihr müsst heute Mehr Arbeit in so eine Episode reinpacken, weil einfach die Welt da draußen auch komplexer geworden ist.
- 4:36Speaker 0: Also sie ist komplexe geworden aber nicht weil die Welt komplexes geworden ist sondern weil wir mehr Arbeit ranstecken und das Ernster nehmen und unsere Ansprüche glaube ich auch gewachsen sind.
- 4:48Speaker 0: So würde ich das eher sagen also... Das war von Anfang an ja das Ziel und der Anspruch einen journalistischen Podcast zu machen und das heißt eben dass wir bestimmte Maßstäbe ernst nehmen und für uns sagen wir wollen die befolgen, die eben Journalismus ausmachen.
- 5:07Speaker 0: Also Sorgfaltspflicht!
- 5:08Speaker 0: Dass wir halt natürlich nicht unendlich recherchieren aber so gut das eben in unseren Rahmen mit unserer Möglichkeiten geht dass wir Fakten checken und solche Sachen also dass wir so Handwerkszeug handwerkliche Maßstäbesjournalismus anlegen.
- 5:23Speaker 0: und es hat natürlich von vornherein mehr Arbeit verursacht, als ich einfach vor das Mikro zu setzen und zu sagen ja waren es jetzt zwanzig oder reisen wir also jetzt auch nicht.
- 5:30Speaker 0: Ich müsste mal googeln.
- 5:32Speaker 0: Ich glaube der hat da was gesagt aber so genau weiß ich jetzt auch nichts mehr.
- 5:35Speaker 0: Ich denke mal er könnte gesagt haben dass wollen wir natürlich nicht.
- 5:39Speaker 0: Das entspricht nicht unseren Vorstellungen und deswegen war das von vornherein schon immer viel Arbeit, aber naja wie das so ist dann wird es halt von einem Hobby zu einem Beruf und dann wächst der Anspruch und da merkt man dann hören's auch ein paar Leute und dann hören das auch ein Paar Leute in der Politik und Fehler nerven sowieso.
- 5:58Speaker 0: Aber wenn sie dann halt so ein paar leute auch hören, dann nervt die halt auch gleich dreimal und so.
- 6:02Speaker 0: Also ich würde eher so sagen dass das komplexer geworden ist, dass da unser Anspruch auch gewachsen ist nur zu referieren und wiederzugeben was ist, sondern eben auch einzuordnen.
- 6:11Speaker 0: Und vielleicht auch mit eigenen Ideen um die Ecke zu kommen und so.
- 6:15Speaker 0: Also ich würde sagen das ist der Grund warum wir da jetzt mehr Arbeit reinstecken.
- 6:20Speaker 1: Wann war denn eigentlich der Moment wo ihr gemerkt habt dass es jetzt als Hobby nicht mehr so richtig machbar wird?
- 6:26Speaker 1: Das wird jetzt eher wirklich ein Beruf und eine Hauptaufgabe.
- 6:30Speaker 0: Na ja also der Anspruch war's von Anfang an.
- 6:36Speaker 0: Ulf auch gesagt, also ich mache Podcast seit.
- 6:39Speaker 0: Wir haben zwei tausendsechzehn angefangen.
- 6:41Speaker 0: also da waren es dann schon so zehn elf jahre die mit podcast beschäftigt war und da wars halt immer hobby.
- 6:47Speaker 0: so ein bisschen gab jetzt nicht wirklich eine möglichkeit für mich da groß was zu verdienen.
- 6:52Speaker 0: ich war im deutschland funk das war okay.
- 6:54Speaker 0: aber bei dem projekt habe ich gesagt muss Auf was hinauslaufen, wo ich zumindest das Gefühl habe meine Arbeit wird bezahlt.
- 7:03Speaker 0: Das muss passieren und Ulf sagt alles klar machen wir.
- 7:07Speaker 0: Und das war dann so relativ schnell schon klar dass da eine Kurve nach oben geht vor allen Dingen durch die Unterstützung der Community also der Hörer und Hörerin Die gesagt haben ja Wir klicken hier mal ein Abo bei euch obwohl es da jetzt eigentlich noch gar nicht so viel mehr wert gibt Schon klar, dass da eine Kurve nach oben geht und das dann schon auch da Einnahmen kommen wo man sagt ja.
- 7:33Speaker 0: Das ist dann halt immer so ein kommunizierende Röhren.
- 7:35Speaker 0: Da kommt ein bisschen was rein.
- 7:36Speaker 0: Es ist ja geil es geht nach oben.
- 7:38Speaker 0: Dann kann ich ein bisschen mehr Arbeit reinstecken.
- 7:41Speaker 0: Also dieser Mechanismus der war schon recht schnell klar erfreulicherweise.
- 7:45Speaker 1: Das habt ihr gerade einen Buch veröffentlicht Baustellen der Nationen Indem ihr beschreibt, was wir ändern müssen oder was die Politik ändern müsste in diesem Land.
- 7:56Speaker 1: Hast du in dem Buch eigentlich sowas wie eine Lieblingsbaustelle?
- 7:59Speaker 1: Oder eine, wo du sagst das ist eigentlich so absurd dass wir da nicht vorkommen, dass es dich auch wirklich ganz persönlich sehr ärgert?
- 8:07Speaker 0: Also das ist... Das ist eigentlich, das klingt immer ein bisschen komisch.
- 8:11Speaker 0: Aber dass jede dieser Baustellen... Ich meine es gibt Jahrhunderte von Bauställen in Deutschland.
- 8:16Speaker 0: Jedem Fallen und jeder Fall natürlich noch zwanzig andere einen die wir hätten beackern können.
- 8:22Speaker 0: Wir haben jetzt diese genommen und die haben wir natürlich aus dem Grund genommen weil wir schon denken, dass jede der Baustelle eben schon Ja, echt auf ihrer Art besonders ärgerlich ist.
- 8:33Speaker 0: Sei es jetzt die Bahn oder Digitalisierung oder der Windausbau oder diese ungleiche Verteilung von Vermögen, die auch noch vom Staat wirklich massiv verstärkt wird und so... Das sind alles Sachen, wo ich denke, ey Leute das muss nicht sein!
- 8:49Speaker 0: Das kann man ändern und das geht besser.
- 8:51Speaker 1: Ist es eigentlich grundsätzlich wir haben ja in Deutschland, wir mechanieren gerne und wir schimpfen gerne auf die Politik?
- 8:57Speaker 0: Ja,
- 8:58Speaker 1: aber ist das Jammern auf hohem Niveau oder sind wir wirklich an dem Punkt wo wir aufpassen müssen dass uns der Wohlstand nicht abhanden kommt sozusagen?
- 9:07Speaker 0: Ja, das überlege ich ehrlich gesagt auch immer.
- 9:10Speaker 0: Das habe ich ja am Anfang auch gesagt, dass wir schon nach wie vor trotz aller Krisen, trotz aller Baustellen in einer funktionierenden Demokratie leben – in einem funktionierendem Rechtsstaat mit einem funktionierenen Gesundheitswesen, mit einer doch immer noch irgendwie funktionierende Altersvorsorge.
- 9:33Speaker 0: Ja, ich weiß es hat alles Macken und alles Defizite und so.
- 9:37Speaker 0: aber insofern ja ist Es schon ein hohes Niveau auf dem wir jammern Und trotzdem Ist es denke Ich gerade auch Aufgabe von Journalisten Zu sagen wo Dinge nicht funktionieren.
- 9:52Speaker 0: und jetzt sind das ja Alles.
- 9:54Speaker 0: Auch Sachen würde ich Denken die Jetzt Nicht Erst Gestern Aufgetaucht Sind Und man sagen kann, ja komm jetzt ist hier gerade mal ein Problem aufgetaucht.
- 10:05Speaker 0: Jetzt das bedauert halt ein bisschen das zu lösen und kriegen wir schon hin so.
- 10:09Speaker 0: aber was So ein bisschen zu denken gibt es dass diese Baustellen und ja noch viele andere wirklich wirklich alt sind.
- 10:18Speaker 0: Wir wissen die Altersvorsorge Die gesetzliche Rentenversicherung Digitalisierung der Verwaltung Ausbau der erneuerbare Energien Ungleiche Vermögensverteilung die Probleme im Föderalismus Das sind alles Dinge von denen wir seit vielen, vielen Jahren wissen.
- 10:36Speaker 0: Und es ist nicht bei allen nichts passiert aber es ist schon lange wirklich zu lange auf vielen Baustellen eben nichts passieren so.
- 10:45Speaker 0: Digitalisierung ist ein Ding und deswegen würde ich schon denken da ist jetzt so'n bisschen Zeitdruck Und das merkt man ja, dass macht die Sache hier auch dann nicht besser.
- 10:57Speaker 0: Das macht die Lösung nicht einfacher weil dann halt in sehr kurzer Zeit doch eben sehr viel verändert werden muss und Veränderungen macht den Leuten immer Angst.
- 11:06Speaker 0: Das kostet dann auch manchmal Geld.
- 11:09Speaker 0: da kannst du dann halt auch nicht die optimale Lösung nehmen sondern musst irgendwie so eine Notlösung nehmen weil es muss jetzt ja mal was passieren.
- 11:17Speaker 0: also das ist eher so.
- 11:18Speaker 0: die Sache die mir dazu denken gibt ne?
- 11:20Speaker 0: Dass wir da schon so lange davor stehen und solange darauf gucken Man sich manchmal so fragt, wie wollen wir es denn jetzt hinkriegen?
- 11:27Speaker 1: In dem Zusammenhang.
- 11:29Speaker 1: Zwei Tausend Zipzern ist die AfD in den Bundestag eingezogen.
- 11:33Speaker 1: das heißt die Zeit der AfD im Bundestag ist ja nicht ganz aber fast so alt wie euer Podcast.
- 11:41Speaker 1: ich bin immer ein bisschen hin und her gerissen zwischen Protestpartei, Protestwähler und wir zeigen uns den anderen mal dass wir nicht akzeptieren was sie da machen.
- 11:54Speaker 1: Aufkreimende, diese aufkreimenden rechte Tendenz.
- 12:00Speaker 1: Gerade jetzt auch wenn wir uns anschauen was im Zuge des Nahostkonflikts das Krieg ist im Nahen Osten auch passiert ob wir nicht echt ein Problem mit rechts in Deutschland haben dass Wir irgendwie fünfzehn Jahre unter Teppich gekehrt haben und die Nägel, die wir um den Teppig herum in den Boden gehauen haben jetzt so langsam sich lösen.
- 12:25Speaker 1: Und dieses Problem wieder rauskommt.
- 12:27Speaker 1: Wie ist denn dein Blick darauf?
- 12:29Speaker 1: Also sind wir da immer noch in dem vermeintlichen Protestmodus oder haben wir da tatsächlich ein gesellschaftliches Grundproblem das wir viele, viele Jahre einfach nicht ernst genommen haben?
- 12:42Speaker 0: Also wir haben definitiv ein gesellschaftliches Grundproblem mit rechtsextremistischen Grundeinstellungen in der Bevölkerung.
- 12:55Speaker 0: Das wird natürlich auf verschiedene Arten versucht zu messen, kann man im Einzelnen sicherlich kritisieren.
- 13:03Speaker 0: aber ich denke was da schon an Tendenzen sichtbar ist besorgniserregend weil Die Einstellung oder der Anteil der Bevölkerung, die rechtsextreme menschenfeindliche Einstellungen vertreten in der Tendenz schon wächst.
- 13:21Speaker 0: Ob es jetzt acht Prozent oder zehn oder zwölf oder vierzehn Prozent sind?
- 13:27Speaker 0: Lass mal dahingestellt sein!
- 13:28Speaker 0: Aber ich finde jeder diese Prozent zahlen ist zu hoch.
- 13:32Speaker 0: und so viel vor allen Dingen weil Das ist besorgniserregend und das ist ein großes Problem.
- 13:41Speaker 0: Die AfD profitiert natürlich davon, ne?
- 13:44Speaker 0: Ein Großteil der Wähler-und-Wählerinnen der AfD zählt sicher zu diesem Spektrum wo da wirklich fest verankert menschenfeindliche Einstellungen zu finden sind.
- 14:00Speaker 0: ich denke aber auch dass ein Teil dass die Partei aus Protest wählt, auch wenn das natürlich völlig unverantwortlich ist.
- 14:09Speaker 0: Ich denke auch, dass ein Teil der Leute die Partei wählt um halt den anderen Parteien zu zeigen.
- 14:14Speaker 0: Also so nicht einige wählen sie vielleicht aus Überzeugung weil Sie denken ja ich bin vielleicht Kanati und diese menschenfeindlichen Aspekte die nerven.
- 14:24Speaker 0: aber sie haben ja in paar Sachen so schöne einfache Antworten und dann wenn die mal am Ruder sind wird das alles besser.
- 14:31Speaker 0: und das ist glaube ich so.
- 14:32Speaker 0: die Gemengelage und wie gesagt wird befeuert durch verankerten und wachsenden rechtsextremen Einstellungen, aber es wird eben auch befeuert dadurch dass die Politik wirklich alle Parteien Vergangenheit an der Regierung waren in vielen Bereichen einfach nicht gut genug gearbeitet haben und dass da sich einfach Probleme aufgehäuft haben, die nicht einfach zu lösen sind.
- 15:01Speaker 0: Da kommt natürlich jetzt viele um die Ecke und sagen doch ist total einfach ihr müsst nur ABC und dann läuft das.
- 15:06Speaker 0: Und es ist halt nicht so.
- 15:08Speaker 0: man wünscht sich das natürlich aber je größer der gesellschaftliche Druck wird, je mehr Wandel da aufkommt desto größer wird er Wunsch da doch jetzt mal schnell und einfach dieses Problem zu löse.
- 15:20Speaker 0: Und das sind alles Sachen, glaube ich, die der AfD zugutekommen.
- 15:24Speaker 0: Dazu kommt natürlich dann noch dass die Herrschenden oder viele der demokratischen Parteien der Versuchung erliegen in dieses Horn zu blasen.
- 15:34Speaker 0: Dass es da schnelle einfache Lösungen gibt.
- 15:37Speaker 0: Das ist doch vielleicht da.
- 15:39Speaker 0: Themen gibt, die viel wichtiger sind sprich Migration.
- 15:42Speaker 0: ja wir haben da das ist natürlich auch Ganz gut, um von anderen Problemen abzulenken.
- 15:49Speaker 0: Klimawandel, Klimakrise – was sollen wir da eigentlich machen?
- 15:53Speaker 0: Mega komplex und sofort nichts zu lösen!
- 15:56Speaker 0: Aber dann ist es vielleicht erstmal einfacher auf irgendwelche Migranten zu schimpfen die hierher kommen und die wieder raus müssen und die Debatte dahin zu lenken.
- 16:04Speaker 0: Das sind alles so Mechanismen, die dazu beitragen dass die AfD gerade diese Umfragewerte hat, die sie hat.
- 16:12Speaker 1: Ich habe vor ein paar Episoden mit Evelyn Roll darüber diskutiert, ob es vielleicht auch damit zusammenhängt.
- 16:18Speaker 1: Dass wir alle irgendwie so einen Schulwissen darüber haben was im Krieg damals passiert ist und wir aber ganz wenig wissen darüber in der Masse der Gesellschaft haben was unsere eigenen Familien eigentlich im Kriege gemacht haben.
- 16:33Speaker 1: also Evelyn roll meinte auch sie hat eine Statistik gesehen wo wir Wo siebzig Prozent der Befragten gesagt haben.
- 16:41Speaker 1: Unsere Eltern, unsere Großeltern waren eher im Widerstand was ja überhaupt nicht sein kann.
- 16:48Speaker 1: also wir haben so ein wahnsinniges schulisches Geschichtswissen aber wir verbinden das irgendwie nicht mit unseren eigenen Familiengeschichten.
- 16:55Speaker 1: ist es vielleicht auch so ein bisschen der Grund dafür dass wir das so ein bischen abstrahieren von unseren eigenen von unserer eigenen vielleicht auch nachgelagerten Verantwortung dafür zu sorgen dass so was nicht mehr passiert und das wir eben nach rechts da auch keine Tür aufmachen.
- 17:11Speaker 1: Also
- 17:13Speaker 0: ich würde denken, je persönlicher Geschichte ist, desto einfacher ist sie natürlich zu begreifen.
- 17:24Speaker 0: Und es schadet sicherlich nicht wenn gerade jugendliche Kinder da Kontakt aufnehmen zu ihrer persönlichen Geschichte zur Geschichte ihrer Familie möglichst anschaulich erfahren, was Nationalsozialismus im Alltag für Menschen bedeutet hat.
- 17:48Speaker 0: Also nicht nur so ja-ja da gab es dreidreisig, viertundvierzig, so ein Geschichtsdatum und da gab's auch diesen Weltkrieg und das sind sechs Millionen Juden ermordet worden sondern ich glaube schon dass ist superzentrales gerade Kindern und Jugendlichen wirklich das anhand von ganz konkreten Schicksalen, Orten, Ereignissen wirklich deutlich zu machen.
- 18:13Speaker 0: Der größere Punkt ist aber glaube ich der Sinn und Zweck davon ist ja auch ihn begreiflich zu machen finde ich dass das zwar in der Dimension ein wirklich einmaliges und außergewöhnliches Verbrechen war Aber dass diese Strukturen und die Mechanismen, die dazu geführt haben, Menschen gemacht sind.
- 18:42Speaker 0: Und das waren Menschen, die gewählt haben!
- 18:45Speaker 0: Das war ein Mensch, der dieses System gebaut hat... ...und es waren Menschen sich, die keinen Widerstand geleistet haben,... ...die Dinge laufen lassen, die gedacht haben, ja so schlimm wird schon nicht werden.... Da kommt dieser dämliche Hitler, den werden wir schon irgendwie einhegen usw.. findet es schon superzentral.
- 19:06Speaker 0: natürlich, dass den Leuten und gerade auch jüngeren Leuten das heute bewusst ist.
- 19:11Speaker 0: Und eine Demokratie ist kein Naturphänomen.
- 19:15Speaker 0: Das ist kein Naturgesetz!
- 19:16Speaker 0: Das ist nicht Gott gegeben – schon gar nicht aber auch nicht unveränderlich und unzerstörbar sondern das ist was wir aufgebaut haben, was aber auch wieder vergehen kann wenn wir nicht drauf aufpassen.
- 19:33Speaker 0: Da kann man nicht nur auf Parteien schimpfen, die irgendwie was falsch machen oder nicht richtig machen.
- 19:39Speaker 0: Sondern das ist etwas, was wir nur alle zusammen hinkriegen können indem jeder und jede tut, was er und sie kann um für diese Prinzipien einzustehen.
- 19:49Speaker 0: Da geht es nicht um welche Parteinivellen außer die AfD sondern da geht's um diese Prinzipie von Meinungsfreiheit Gleichberechtigung Partizipation Rechtsstaat und so dass man dafür kämpfen muss.
- 20:02Speaker 0: ich glaube Das ist die wichtigste Lehre eigentlich, oder nicht die Wichtigste.
- 20:07Speaker 0: Aber das ist eine sehr wichtige Lehre finde ich, die ich versuche unseren Hörern-Höreren mitzugeben aber auch hier im privaten Umfeld weiterzubringen und da hast du natürlich recht.
- 20:17Speaker 0: dabei hilft glaube ich wirklich anschaulich zu machen was es heißt wenn dass den Bach runtergeht Rechtsextreme Nationalsozialisten mit diesen Ideologien an der Macht sind und Menschen industriell einfach umbringen, millionenfach.
- 20:36Speaker 0: Also das ist schon wichtig und kann schon sein erklär je weiter das so in die Vergangenheit rückt desto schwieriger wird es vielleicht da den Kontakt zu heilen.
- 20:43Speaker 1: Wie schädlich ist denn für dieses Gesamtkonstrukt Demokratie momentan eigentlich dieses ja fast schon radikale Konsequente Ampelbashing der Union?
- 20:55Speaker 1: Man hat das Gefühl, egal was die Ampel macht es ist vollkommen irrelevant.
- 21:01Speaker 1: Es wird einfach drauf gehauen und erst mal alles für schlecht befunden.
- 21:04Speaker 0: Ja also da mag ich der Union ehrlich gesagt den kleineren Vorwurf machen weil die Union in der Opposition ist.
- 21:15Speaker 0: Aufgabe der Opposition ist es nun mal zu kritisieren, was die Regierung macht und das vielleicht auch ein bisschen schlechter zu machen als man das aus einer anderen Perspektive sehen kann.
- 21:26Speaker 0: Der Union würde ich eher so diese Nähe dieses Randwanzen an AfD-Positionen und Rhetorik und sowas.
- 21:33Speaker 0: Das würde ich ihr eher zum Vorwurf machen aber nicht so sehr die Kritik an der Ampel.
- 21:38Speaker 0: Ich sehe da eigentlich eher viel kritischer die Rolle der FDP weil die FDP In einer Rolle ist in einer Verantwortung es, wo sie die Möglichkeit hat zu gestalten und zu machen.
- 21:51Speaker 0: Und ihre Versprechen auch einzulösen und den Leuten zu vermitteln.
- 21:56Speaker 0: hier geht was voran.
- 21:58Speaker 0: wir lösen die Probleme und meine Wahrnehmung der FDP ist in der Regel dass sie tatsächlich eine Opposition in der Regierung Und das finde ich eigentlich die viel schädlichere Rolle, weil damit die Regierung unnötig schlecht gemacht wird.
- 22:22Speaker 0: Unnötigt schlecht dasteht und dass der Eindruck erweckt wird ihr könntet doch jetzt seid ihr an der Macht!
- 22:31Speaker 0: Ihr habt die Mehrheit jetzt löst doch mal Probleme und mein Eindruck ist, oft nicht wirklich ein Interesse hat, sondern da geht es darum grüne Projekte klein zu halten und die Schuldenbremse einzuhalten.
- 22:47Speaker 0: So das sind so die Inhalte, die ich da so wahrnehme und dadurch der FDP eigentlich den größeren Vorwurf machen dass sie ihrer Verantwortung nicht gerecht wird um dem Leuten zu zeigen wir können hier was bewegen.
- 23:00Speaker 1: Am Anfang hatte man ja den Eindruck, dass die Ampel gerade kommunikativ einfach mal ein paar Dinge ganz grundlegend anders macht.
- 23:07Speaker 1: Gerade wenn man sich HBEC anschaut, gerade wenn man auch mal auf einzelne Szenen von Bearbox schaut und auch Scholz macht in gewisser Weise viele Dinge kommunikative ganz anders.
- 23:19Speaker 1: Momentan habe ich so ein bisschen das Gefühl, man hat sich da auch gerade kommunikativ... etwas vergaloppiert.
- 23:25Speaker 1: und gerade je komplexer die Situation wird, auch mit den Kriegen und allem was da so drum herum passiert.
- 23:32Speaker 1: Reicht diese Kommunikationsstrategie, die man da irgendwie am Anfang eingeschlagen hat in vielerlei Hinsicht nicht mehr aus?
- 23:38Speaker 1: Da gibt es dann wieder so Lichtblicke wie Habex Rede jetzt.
- 23:42Speaker 1: ich glaube vorherige Woche war's wo er appelliert hat an ja an Demokratie und gegen rechts und vor allem gegen Antisemitismus.
- 23:51Speaker 1: Wie siehst du das von außen gerade auch aus deiner journalistischen, politisch-journalistischen Perspektive?
- 23:57Speaker 0: Also natürlich ist es so je größer der anstehende Wandel ist.
- 24:08Speaker 0: Der uns bevorsteht und er ist groß weil solange nichts gewandelt wurde muss jetzt sehr viel gewandt werden.
- 24:16Speaker 0: Die Gesellschaft muss umgebaut werden auf Klimaneutralität.
- 24:20Speaker 0: Wir haben es jetzt gerade mit vielen Kriegen zu tun, aber vor allen Dingen dieser Umbau der Gesellschaft.
- 24:26Speaker 0: Der reicht ja wirklich in jedem Bereich Verkehr Heizen Finanzen Geld Schulden überall reicht das rein.
- 24:36Speaker 0: und weil da so lange nichts passiert ist muss jetzt sehr viel in sehr kurzer Zeit passieren.
- 24:39Speaker 0: deswegen ist der Erklärungsbedarf extrem groß würde sagen, da ist die Regierung nicht besonders gut drin.
- 24:48Speaker 0: Mein Eindruck ist auch in Corona-Zeiten ist das schon so aufgefallen dass es in dem politischen Business nicht ernst genug genommen wird wie Politik verkauft wird und wie einzelne Politiker und Politikerinnen das auch machen müssen welche Rolle da psychologische Faktoren spielen und diese psychologischen Faktoren in der Bevölkerung mit einbezogen werden müssen.
- 25:17Speaker 0: Ja, es wird immer gesagt ja ja das gibt Ängste und natürlich gibt's Ängze und wir nehmen diese Ängster ernst aber mir scheint es manchmal dabei einer Floskel zu bleiben weil wenn man Ängsten wirklich Ernst nimmt dann ist das eine ziemlich komplexe Sache.
- 25:32Speaker 0: Dann heißt das ja ihr habt diese Ägste Und ich habe auch meine Ängeste.
- 25:37Speaker 0: jeder hat seine ängste.
- 25:38Speaker 0: die sind vielleicht manchmal ein bisschen irrational, aber sie wirken halt.
- 25:41Speaker 0: Sie sind da und bestimmen das Handeln von Leuten.
- 25:43Speaker 0: Und wenn man die ernst nimmt dann ist es nicht einfach sich damit auseinanderzusetzen weil man kann nicht komplett drauf eingehen, weil sie halt irrationale sind und so eine verschobene wirklich Wahrscheinlichkeitsrechnung sind.
- 25:54Speaker 0: Die sind ja nicht völlig aus der Welt ge-, aus dem Nichts gegriffen.
- 25:57Speaker 0: Das sind schon immer Ereignisse, die so eintreten können, denn die ist es halt nur extrem unwahrscheinlich dass sie einträten.
- 26:02Speaker 0: Man hält sie aber für den wahrscheinlichsten Ausgang.
- 26:04Speaker 0: also das ist so ne missglückte Rechnung.
- 26:07Speaker 0: Wenn man das ernst nimmt dann muss man halt Rezepte entwickeln.
- 26:11Speaker 0: Wie gehen wir darauf ein?
- 26:13Speaker 0: Wie sehen wir diese Ängste, wie reden wir auch über die Ängsten, wie finden diese Ägste auch ihren Widerhall in öffentlichen Diskussionen?
- 26:21Speaker 0: Wie lassen wir unser politisches Handeln aber von diesen Ängstens nicht total bestimmen sondern wie überzeugen wir die Leute?
- 26:27Speaker 0: ihr habt diese Ägnste und wir sehen sie auch und haben auch ihren Platz.
- 26:30Speaker 0: Aber wir müssen trotzdem in diese Richtung gehen weil das ehrlich gesagt die richtige richtung ist und ihr werdet sehen eure ängste werden sich nicht materialisieren.
- 26:40Speaker 0: das ist eine mega komplexe aufgabe.
- 26:42Speaker 0: und ja da gibt es dann immer mal ein video von hier und dar Von haberg und manchmal auch scholz und so.
- 26:49Speaker 0: aber das scheint mir doch immer recht sporadisch zu sein recht spontan und nicht so richtig einem konzept und einer strategie folgend So.
- 26:59Speaker 0: Und das vermisse ich, dass wenn man so Sachen hat wie dieses Heizungsgesetz oder Corona-Maßnahmen oder so, dass man sich wirklich nicht nur hinsetzt und überlegt Mensch!
- 27:10Speaker 0: Wie schaffen wir das denn?
- 27:11Speaker 0: Dass bis da und da zu einem Seinzig Prozent der Leute ihre Ölheizung loswerden sondern... Was werden die Leute denken, wenn sie das hören?
- 27:20Speaker 0: Das ist die erste Frage.
- 27:21Speaker 0: Was ist unsere Antwort darauf?
- 27:23Speaker 0: mit was müssen wir dazu erst um die Ecke kommen?
- 27:26Speaker 0: Dass dieser Layer Der ist der ist dann irgendwie so im nachgang immer so shit.
- 27:31Speaker 0: Vielleicht hätten wir den Leuten erst mal sagen können, dass wir da wahnsinnig viel Geld drauf werfen und das alle viel geld kriegen usw.
- 27:38Speaker 0: Und sofort und dann erzählen werden was mit dem gelt machen sollen.
- 27:40Speaker 0: ein bisschen hölzern aber Das vermisse ich dass man bei solchen fundamentalen gesetzen und bei solchen fundamentalen Änderungen sich nicht erstmal hinsetzen und sagt wie wird das ankommen, wie verkaufen wir das?
- 27:54Speaker 0: Wie machen wir das psychologisch strategisch in der Kommunikation.
- 27:58Speaker 0: Das finde ich ist bei uns noch nicht so richtig in der politischen DNA drin
- 28:02Speaker 1: Und das würde natürlich auch der Opposition weniger Angriffsfläche geben, weil die sich natürlich immer direkt auf diese fehlenden Informationen oder vermeintlich fehlende Informationen draufschmeißen und die in die Öffentlichkeit ziehen.
- 28:15Speaker 1: Und damit dann quasi wieder Stimmung machen?
- 28:17Speaker 0: Ja!
- 28:18Speaker 0: Die Information ist das eine aber es gibt halt diese Emotionen und diese Ängste in der Bevölkerung und es ist wahnsinnig einfach diese Ägste zu verstärken.
- 28:32Speaker 0: Wenn die Leute Angst haben, hey komm ich mit meiner Kohle hin.
- 28:36Speaker 0: Wenn hier meinen Arbeitgeber umstellen soll auf neue Produkte was wird dann mit meinem alten Produkt?
- 28:42Speaker 0: Wenn ich hier meine Heizung irgendwann mal austauschen soll?
- 28:46Speaker 0: das wird ja viel Geld kosten und so weiter und sofort.
- 28:49Speaker 0: Das sind ja reale Befürchtungen Und du kannst natürlich sehr sehr einfach sein.
- 28:55Speaker 0: Ja genau Das wird alles mega teuer und ihr müsst echt Angst haben auf der Straße zu sitzen, weil das alte Wirtschaften nicht mehr funktioniert.
- 29:05Speaker 0: Das wird euch Kopf-und Kragen kosten!
- 29:08Speaker 0: Und diese Politik – ihr seht es doch – die haben keine Ahnung und wenn ihr euch denen ausliefert dann werdet ihr auf der Strasse sitzen.
- 29:16Speaker 0: Das ist mega einfach!
- 29:18Speaker 0: Mega einfach.
- 29:19Speaker 0: Und dann kommen doch die ganzen Migranten und nehmen euch die Wohnung weg, in diese Kerbe reinzuhauen ist simpel und es zahlt sich halt auf eine echt blöde Weise politisch aus weil natürlich bestimmte Medien da auch noch mitmachen und in dasselbe Horn blasen.
- 29:37Speaker 0: Uns fehlt in der Politik, würde ich sagen mal sagen, in der progressiven Politik, die wirklich was gestalten will Probleme, komplexe Probleme lösen will.
- 29:47Speaker 0: Fehlt halt so eine Antwort darauf und es fehlt so ne Strategie um diese Ängste zu sehen und ernstzunehmen aber nicht rein zu blasen und auch nicht zu sagen komm ihr seid doch alles Idioten!
- 29:59Speaker 0: Ihr habt ja keine Ahnung.
- 30:01Speaker 0: guckt doch mal hier die Veränderung ist doch nicht twenty-fünf, drei sondern nur fünfundzwanzig Prozent.
- 30:07Speaker 0: das ist da.
- 30:08Speaker 0: so funktioniert das nicht.
- 30:09Speaker 0: und da da fehlt uns ein bisschen eine Strategie.
- 30:12Speaker 1: Ich werde gerade über Ängste und Kroniker zu uns sprechen.
- 30:16Speaker 1: Es ist ja eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis wir eine, ich nenn's jetzt mal AfD zwei Punkt Null sehen werden.
- 30:22Speaker 1: Die eine vernünftige funktionierende Kommunikations- und sozusagen Marketingstrategie hat mit einer charismatischen Person an der Spitze die weiß wie sie Massen sozusagen bewegen und für sich gewinnen kann.
- 30:35Speaker 1: Wie groß ist denn deine Angst vor so einer Situation?
- 30:38Speaker 1: Weil die AfD tritt sich ja momentan eigentlich die ganze Zeit selbst auf die Füße und ist deshalb zum Glück noch da, wo sie ist was eh schon viel zu weit ist.
- 30:48Speaker 1: Aber ich glaube wenn die ein paar Fehler vermeiden würden können sie viel weiter sein und das macht mir ehrlich gesagt durchaus Angst.
- 30:57Speaker 1: wie siehst du das?
- 30:58Speaker 0: Na klar also jetzt hat man so jemanden wie Björn Höcke in Thüringen.
- 31:04Speaker 0: der wirkt glaub ich unter der Haube mehr als man das so wahrnimmt.
- 31:12Speaker 0: Also jetzt ist er in der Bundespartei nicht so furchtbar aktiv, aber in Thüringen sehr wohl und ich glaube schon dass er so eine Art geheimer Vorsitzender vielleicht ist an dem sich viele viele in der Partei orientieren, der sehr viel bewirkt und in sehr viele auch andere Landesverbände und die Bundespartei reinwirkt und da seine Macht spielen lässt.
- 31:36Speaker 0: na klar meine momentan glaube ich nicht, dass die AfD so erfolgreich ist weil sie so charismatische und tolle Vorsitzende hat.
- 31:44Speaker 0: Sondern es ist eher ... Weil die Diskurse so gelenkt werden Und wir uns auf Themen konzentrieren Die der AfD halt zugutekommen und sie halt da jede menge Gelegenheit hat in diese Ängste reinzugehen und das auszunützen.
- 32:01Speaker 0: Aber klar wenn die dann irgendwann auch auf Bundesebene mal So jemanden haben wie Höcke macht die Sache nicht einfacher, würde ich mal sagen.
- 32:12Speaker 1: Wenn du mal so ein bisschen in die Zukunft schaust was stimmt dich denn optimistisch für die nächste Zeit?
- 32:20Speaker 1: Also gibt es Punkte wo du sagst bist du jetzt immer wieder mal drüber gestolpert oder immer mal wieder sind die dir quasi in den Fokus gerückt und du sagest okay nee da passieren auch wirklich gute Sachen die einen Optimisten stimmen können.
- 32:34Speaker 0: ja also Bei aller Kritik an der Ampel, glaube ich muss man sagen sie haben bei bestimmten Feldern das Problem erkannt und dass Huda schon signifikant in die richtige Richtung bewegt.
- 32:50Speaker 0: Kann immer alles noch mehr sein und so.
- 32:52Speaker 0: aber es kommt ja dann auch manchmal auf den Rahmen, auf die neue Ausrichtung und dann ist der Kurs vielleicht nicht ganz bei... Zwei hundert Grad, sondern irgendwie nur bei Hundert Achtzig.
- 33:03Speaker 0: Aber es waren vorher halt zehn Grad und jetzt sind wir bei Hundachzehn ist auch schon mal was.
- 33:08Speaker 0: also erneuerbare Energien Windkraft Ausbau ist sicherlich ein Ding ja überhaupt auch Jetzt so diese ganzen Reformen in diesem Wohnungsbereich im Gebäude Bereich anderes heizen zu etablieren.
- 33:24Speaker 0: Da kann man sich immer noch mehr wünschen und es kann immer alles noch schneller gehen, aber das Ruder ist umgelegt.
- 33:29Speaker 0: ich glaube dass kann man sagen das ist jahrelang nicht passiert Aber das Ruder ist jetzt umgelegt.
- 33:34Speaker 0: die Zeichen sind ganz klar gesetzt auf.
- 33:37Speaker 0: wir brauchen erneuerbare Energien als Quelle für Wärme Wir brauchen Erneuerbarer Energien Als Quelle Für Strom Und Kohlekraftwerke sind ausgelaufen laufen, laufen aus ist absehbar.
- 33:50Speaker 0: Ein großer Risiker erfolgt den darf man auch nicht zu klein reden is dieser Emissionshandel auf europäischer Ebene.
- 33:56Speaker 0: das ist eine der Errungenschaften ever!
- 34:01Speaker 0: Der EU?
- 34:02Speaker 0: Das ist so epochal das kann man sich gar nicht vorstellen.
- 34:05Speaker 0: Das hat so dermaßen dazu beigetragen, dass die Emissionen in Europa, nicht nur in Deutschland.
- 34:10Speaker 0: In diesen Bereichen, die von diesem Missionshandel erfasst sind, signifikant gesunken sind.
- 34:16Speaker 0: So sehr gesunken wie in keinem anderen Bereich und das zeigt... Wenn du dir vor dreißig jahren oder so gesagt hättest ja wär doch schön wenn wir so klimaschädlich müllmann preis geben können das wäre doch irgendwie ganz geil, oder?
- 34:31Speaker 0: Dann wäre das irgendwie ein faktor in der bilanz von Unternehmen und dann hätten die einen anreiz irgendwie nicht CO zwei auszustoßen weil das kostet halt dann hundert euro die tonne.
- 34:41Speaker 0: Und so wenn du dir das überlegt hättess und heute ist es realität und demnächst in in zwei drei jahren gilt dass nicht nur für diese Segmente Industrie Energie und so sondern eben auch für Gebäude.
- 34:54Speaker 0: Das ist fast das komplette wirtschaften in europa Von einem preissystem erfasst dass co zwei einen preis gibt und zwar auch durchaus ein signifikant preis ja könnte höher sein aber das system ist gesetzt.
- 35:08Speaker 0: also da würde ich sagen das sind schon rahmbedingungen wo wir wahnsinnig viel erreicht haben und die funktionieren und die man verstärken muss.
- 35:19Speaker 0: Und ich sehe zum Beispiel auch, dass sich ja zunehmlich das zumindest war trotz dieser rechten Tendenzen.
- 35:24Speaker 0: Aber doch in großen Bereichen der progressiven Bevölkerung jetzt auch so eine Unzufriedenheit durchsetzt.
- 35:31Speaker 0: Digitalisierung und Verwaltung.
- 35:32Speaker 0: Ich hatte das Gefühl ... In den letzten zwanzig Jahren hat die Politik nichts gemacht aber die Leute hat es halt auch nicht interessiert.
- 35:38Speaker 0: Da ist halt keiner auf die Barrikaden gegangen.
- 35:39Speaker 0: Das haben alle so akzeptiert, dass sie da irgendwie ins Amt latschen müssen um irgendwie ein Hund umzumelden.
- 35:44Speaker 0: Heute ist das noch ein bisschen anders.
- 35:46Speaker 0: Da gibt's einen Mentalitätswandel, der einfach mehr Druck macht.
- 35:50Speaker 0: Also ich sehe da schon ein Bewusstseinswandel und auf vielen Bereichen wirklich auch einen Politikwandel, der schon auch Mut macht.
- 36:00Speaker 0: Wie
- 36:00Speaker 1: würdest du eigentlich sagen hat sich die Rolle Deutschlands in Europa seit der Ampel verändert?
- 36:07Speaker 0: Nicht nur zum Guten natürlich!
- 36:09Speaker 0: Auch durch die Rolle der FDP... Stichwort verbrennerverbot und so.
- 36:14Speaker 0: alle waren nicht alle aber ein großteil war dafür.
- 36:16Speaker 0: eigentlich war das ding in trockenen tüchern.
- 36:18Speaker 0: Und am ende stellt sich wissing hin und sagt ach dieser deal nee doch nicht.
- 36:22Speaker 0: also das war komplett.
- 36:23Speaker 0: ja wir haben sie haben es auch schon dreißig mal zugestimmt, aber jetzt jetzt irgendwie doch nicht.
- 36:27Speaker 0: dass meine ich mit dieser art so politik verächtlich zu machen wo man sagt also wenn ihr dagegen seid dann hat die der echt viele möglichkeiten das vorher einzufedeln.
- 36:35Speaker 0: aber da ganz kurz vor schluss zu sagen an die doch nicht.
- 36:37Speaker 0: wir hätten da gern noch mal was Das Das hat nicht geholfen.
- 36:44Speaker 0: Und auch diese ... Jetzt werde ich fast gesagt, diese zögerne Hilfe für die Ukraine.
- 36:54Speaker 0: Ja klar, Deutschland zögert da und zögerte immer noch zu sehr.
- 36:58Speaker 0: unter dem Strich muss man aber schon sagen dass sie in Europa mit einer Spitze sind.
- 37:03Speaker 0: Auch wenn andere Länder ein bisschen forcerter und schneller und williger waren.
- 37:06Speaker 0: Aber was so die reinen Summen am Ende angeht hat Deutschland das schon eine Führungsrolle übernommen.
- 37:13Speaker 0: Insofern Auch da würde ich sagen Licht und Schatten.
- 37:17Speaker 0: Das ist weder in die eine Richtung nur schlecht, aber es ist eben auch nicht nur gut die Rolle, die Deutschland spielt.
- 37:25Speaker 0: Da könnte man sich schon ein bisschen mehr Mut und ein bisschen verrausgehen vorstellen in vielen Bereichen.
- 37:31Speaker 1: Dann würde ich sage wir sind gespannt was da die nächsten Monate um die Jahre ... Ich meine wir haben ja auch ne Europawahl nächstes Jahr, wir haben ne Wahl, den USA nächstes.
- 37:39Speaker 1: Ja das wird alles noch sehr spannend werden.
- 37:43Speaker 1: und natürlich die Kriegssituationen on top.
- 37:46Speaker 1: Ich bin gespannt, was da auf uns zukommt, damit wir da nicht den Überblick verlieren.
- 37:49Speaker 1: hören wir am besten euren Podcast weiterhin.
- 37:53Speaker 0: Wunderbar ist eine gute Idee kann ich nur unterstützen.
- 37:56Speaker 0: Vielleicht ein guten Plan?
- 37:57Speaker 0: Wir tun was wir können aber also ja
- 37:59Speaker 1: lassen uns dann bisschen durch die durch diese Situation geiden sozusagen.
- 38:03Speaker 1: Ich danke dir sehr dass du dir die Zeit genommen hast und wer hier so nach halben Stunden einen kurzen wilden Ritt durch die politische Lage machen konnte.
- 38:11Speaker 1: Danke dir!
- 38:12Speaker 0: Ich habe zu danken für das Interesse, die guten Fragen und die Einladung in die Sendung.
- 38:18Speaker 1: Danke dir!
- 38:20Speaker 0: Das war es leider schon – Die letzte Runde ist ausgetrunken, das Gespräch zu Ende.
- 38:26Speaker 0: Vielen Dank fürs Zuhören.
- 38:28Speaker 0: Bitten im Rücksicht auf die Nachbarn und sei leise wenn du die Bar verlässt aber vergiss auf keinen Fall den Abonnieren-Button zu klicken.
- 38:43Speaker 0: ist ein Podcast von Forty-Eight Forward produziert in den Forty Eight Forward
- 38:48Speaker 1: Studios
- 38:49Speaker 0: in München.