Latest / Gin And Talk / Anton Hofreiter über Klima, Politik und die Wahl
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- 0:01Speaker 0: Und dann war die Bundesregierung immer ganz stolz, weil diese sogenannte schwarze Null, die bei dieser mittelalterlichen Rechnung rauskam sowie so eine Monstranz vor sich hergetragen.
- 0:11Speaker 0: Das hinter der Monstrans alles bröckelt und das müssen wir uns selber auch an den Nasen fassen.
- 0:19Speaker 0: Bei mir ist es eigentlich gelungen dieses Denken zu durchbrechen Und vielleicht sozusagen, als wo es so sichtbar geworden ist die Linz endlich dieses Denken zu durchbrechen und zu sagen hey Leute wir müssen jetzt wirklich investieren weil so geht's nicht weiter.
- 0:35Speaker 0: Anna Lena ist eine junge empathische Extremklugel von sowohl der Klärstandstrategie als auch den Details.
- 0:44Speaker 0: einfach ne klasse Frau und deswegen glaube ich wird ja das nicht passieren und ich glaube am meisten ärgert sie sich selber über den Mist.
- 0:51Speaker 0: Aber ich glaube, dass es halt wichtig ist, das uns als Gesellschaft gelingt.
- 0:55Speaker 0: Es hat uns gelingt, dass wir heute über die großen Dinge diskutieren.
- 0:58Speaker 1: Herzlich willkommen!
- 1:00Speaker 1: Mein Name ist Daniel Fürk und bevor wir gleich rüber an unseren heutigen Corona-bedingt virtuellen Bartresen gehen möchte ich kurz unseren heutigem Gast vorstellen.
- 1:09Speaker 1: Anton Hofreiter ist Politiker und seit dem Jahr zwei Tausend Dreizehn neben Kathrin Göring Eckhardt Vorsitzender der Grünen Bundestagsfraktion.
- 1:17Speaker 1: Der gebürtige Münchner ist studierter Naturwissenschaftler und wurde schon als Schülermitglied der Grünen.
- 1:23Speaker 1: Kann seine Partei wirklich unser Land regieren?
- 1:26Speaker 1: Können wir den Klimawandel noch aufhalten, und wäre Annalena Baerbock eigentlich eine gute Kanzlerin?
- 1:33Speaker 1: Ich freue mich auch ein Gespräch über Umweltschutz-, Verantwortung-und die Bundestagswahl!
- 1:38Speaker 1: Viel Spaß beim Zuhören – und schön dass ihr alle wieder mit dabei seid!
- 1:48Speaker 0: und eine Menge Zeit für ein persönliches Bargespräch.
- 1:52Speaker 0: Herzlich willkommen an unseren Bartresen!
- 1:56Speaker 0: Herzlich Willkommen zu einer neuen Folge Gin & Talk.
- 2:01Speaker 0: Mach es dir gemütlich, lehne dich zurück und tauche ein in die verrucht düstere Atmosphäre unserer
- 2:09Speaker 1: Studio-Bar.
- 2:18Speaker 1: Anton Hofreiter, ich freue mich sehr dass wir heute uns hier virtuell unterhalten können.
- 2:23Speaker 1: Noch schöner wäre es gewesen wenn wir's hier in München hätten machen können wenn sie mal wieder irgendwann da sind und dieses Virus noch besser eingedämmt ist als es momentan ohnehin schon ist.
- 2:33Speaker 1: Sind Sie natürlich herzlich eingeladen mal vorbei zu kommen?
- 2:37Speaker 0: Ja natürlich wäre es viel schöner gewesen immer uns direkt getroffen hätten.
- 2:41Speaker 0: dann hätte man vielleicht auch ein Glas rein trinken können oder irgendeinen guten Kostkrell oder sowas, denn ich habe gehört sie haben ja auch einen echten Bartresen.
- 2:50Speaker 1: Ja genau unser berühmter Bar-Tresen.
- 2:53Speaker 1: aber wie gesagt das können wir mal nachholen irgendwann.
- 2:57Speaker 1: so sind wir jetzt virtuell hier und ich freue mich dass es klappt und dass wir ein bisschen sprechen können über Herausforderungen der Zukunft über natürlich die Wahl und auch ein Stück weit das Parteiprogramm und irgendwie hängt ja alles miteinander zusammen.
- 3:13Speaker 1: Wer wird ein paar Tage nach der Wahl in Sachsen-Hanhalt, wie geht's ihnen dann mit dem Wahlergebnis?
- 3:18Speaker 1: Also es war ja durchaus so'n bisschen ungeplant würde ich jetzt mal sagen oder.
- 3:23Speaker 0: Naja man darf eins nicht vergessen die Umfrageinstitute irren sich insbesondere in Ostdeutschland aber ganz fundamental.
- 3:31Speaker 0: Dann haben wir immerhin ein Paar Stimmen mehr gekriegt und... Es war in der Vergangenheit eigentlich in OstDeutschlands überall so, dass egal von welcher Partei die Person kandidiert hat.
- 3:44Speaker 0: Am Ende der Partei des Ministerpräsidenten, das waren nur Männer in dem Fall, ganz klar profitiert hat und zwar ganz unterschiedlich.
- 3:54Speaker 0: In Thüringen mit Ramello de Linke, in Brandenburg mit Wolken, SPD in Sachsen mit Kretschmerr, CDU zweites Mal von Linke bis CDU – es war immer gleiche Phänomen!
- 4:08Speaker 0: Und man darf ja auch einzeln vergessen, das hat ja auch eine gewisse Logik.
- 4:12Speaker 0: Wenn die Leute Angst haben dass die rechtsradikal stärkste Partei wählen, dass sie dann sagen so, ah vielleicht bin ich jetzt der kurde größte Anhänger der Partei aber das will ich auf alle Fälle verhindern und dann die Partei des Ministerpräsidenten wählen.
- 4:28Speaker 1: Umfrageergebnisse sind ja ein spannendes Thema.
- 4:31Speaker 1: Die Grünen, ihre Partei hat ja da durchaus recht gut abgeschnitten in den letzten Wochen und Monaten.
- 4:39Speaker 1: gerade scheint es so eine ich sage jetzt mal vorsichtig kleine Delle zu geben.
- 4:44Speaker 1: wie zuversichtlich sind sie denn was die Bundestagswahl angeht?
- 4:48Speaker 1: Wie sehr verlassen Sie sich auch ein Stück weit darauf dass diese umfragen zumindest in die richtige Richtung zeigen.
- 4:55Speaker 0: Wir verlassen uns überhaupt nicht auf Umfrage, aber es sind trotzdem Zufall, sichtlich weil... Ich meine man muss sich das mal vorstellen.
- 5:03Speaker 0: Es ist ganz vielen Leuten der bewusst, aber im Bundestag sind wir die kleinste Oppositionsproaktion und jetzt stehen wir im Wettbewerb um die Union, ums Kanzleramt Und ich meine wenn mir das mir vor allem ja noch gesagt hätte, dass sozusagen Ich als Delle kommentieren muss, dass wir nicht mehr am ersten Platz sind.
- 5:26Speaker 0: Und ich sagte Leute, euch geht's wohl zu gut!
- 5:29Speaker 0: Das wird so nicht passieren.
- 5:30Speaker 0: natürlich, wenn wir es probieren aber... Dass wir schon im Vorwahlkampf die Union überholen.
- 5:36Speaker 0: Ach komm, hört doch auf zu träumen.
- 5:38Speaker 0: und deshalb ja die letzten Wochen waren anstrengend und manches war auch nervig und wir haben auch Fehler gemacht.
- 5:47Speaker 0: Aber also Holla, wenn ich mal anschau was wir sonst so erlebt haben Es heißt eine so politische Reden, alles schön und so weiter.
- 6:00Speaker 0: Jeder muss sich halt vorstellen wir sitzen in den Parlamenten mit acht Prozent.
- 6:04Speaker 0: Deshalb für uns ist das immer noch alles sensationell?
- 6:06Speaker 1: Ja es hat sich ja generell viel verändert in den Umfrage Ergebnissen.
- 6:12Speaker 1: also wenn man das ganze mal vor zwei Jahren sich so vorgestellt hätte und die Zahlen von heute anschaut dann Wäre das für viele nicht vorstellbar gewesen, was wir da heute sehen?
- 6:23Speaker 1: Wie viel hat denn Ihrer Meinung nach die Pandemie auch dazu beigetragen, dass wir heute so eine ungewöhnliche politische Stimmung im Land haben.
- 6:35Speaker 0: Ich glaube, die Pandemie hat dafür gar nicht so viel beigeteilt, nämlich wir hatten das ja vor der Pandemie schon mal.
- 6:41Speaker 0: Das ist jetzt ganz vieles, es ist ja vergessen worden aber vor der Fast auf Augenhöhe mit der Union.
- 6:49Speaker 0: Und es sind ja nicht nur Umfrageergebnisse, sondern wir haben auch ganze Reihe von wirklich sensationellen Wollergebnissen erzielt sowohl bei Kommunalwahlen stärksten in Baden-Württemberg aber auch in einem Volkswasser.
- 7:04Speaker 0: Ergebnis total gut.
- 7:06Speaker 0: und ich glaube eigentlich dass zu dieser ungewöhnlichen Stimmung viel stärker beigetragen hat das die letzten drei Sommer zu heiß und trocken waren.
- 7:17Speaker 0: Und einfach immer mehr Leuten bewusst geworden ist, wie diese Klimakrise an was die Grünen da erzählen, dass es nicht irgendwas abstraktes, das irgendwann mal irgendwelche zukünftigen Generationen trifft sondern halt es passiert wirklich jetzt.
- 7:32Speaker 0: Das stimmt!
- 7:34Speaker 0: Jetzt können wir sagen ja, die wissenschaftliche Erkenntnis ist von Wir müssen halt ehrlich sein mit uns Menschen.
- 7:46Speaker 0: Ganz häufig begreifen wir so richtig ein paar Dinge, erst wenn sie greifbar sind.
- 7:54Speaker 0: also daher kommt auch das Wort Begreifen und da braucht man sich gar nicht ausnehmen.
- 7:58Speaker 0: Und die Tragik von ökologischen Krisen ist halt dass sich die tendenziell eher langsam entwickeln und dass wenn wir sie spüren, es häufig schon an der Grenze des fast zu spät zum Glück nicht zu späht aber fast so spät ist das man sich lösen kann.
- 8:14Speaker 0: Und deswegen müssen wir jetzt halt sehr schnell agieren ins echte handeln kommen und ich glaube das hat eigentlich viel mehr dazu beigetragen.
- 8:22Speaker 1: Ja, dass man dem begreifen ist ja so eine Sache weil wir sind ja durchaus sehr träge und bewegen uns dann oftmals erst dann so.
- 8:30Speaker 1: wirklich wenn es eben weh tut sag ich mal also wenn's gar nicht anders geht.
- 8:36Speaker 1: Sind wir denn eigentlich noch in der Lage dieses Klimathema so hinzubekommen?
- 8:41Speaker 1: Dass es wirklich gut wird am Ende oder ist der Zug da schon ein Stück weit?
- 8:48Speaker 0: Also in mancher Hinsicht, dass für alle gut wird ist schon so ein bisschen abgefahren.
- 8:54Speaker 0: Nämlich bei uns sind es heiße und rockene Sommer Und wir vergessen das gerne ja In unserem verhältnismäßig sicheren Europa.
- 9:02Speaker 0: Für Menschen in anderen Regionen der Welt ist es längst nicht mehr gut.
- 9:06Speaker 0: Also auf manchen südpazifischen Inseln mussten die Menschen bereits ihre Heimat verlassen, nicht weil die Insel komplett untergegangen sind.
- 9:14Speaker 0: Aber bei der Meeresspiegel so stark gestiegen ist das, dass die Insen zu oft überschwemmt werden und zum Beispiel die Grundwasservorräte zerstört werden.
- 9:21Speaker 0: oder Bauern in Bad Mladesh, die zum Teil Jahrhunderte alte Felder bewirtschaftet haben, mussten ihre Felder um ihre Heimat verlassen bereits so gestiegen ist und Bankladesch weder das Geld noch die Möglichkeit hat, um dieses Land vom steigenden Meer zu schützen.
- 9:43Speaker 0: Deshalb darf man es nicht vergessen.
- 9:45Speaker 0: aber was wir immer noch die Chance haben ist zu verhindern dass halt uns wirklich das so richtig um die Ohren fliegt und die Ökosysteme kollabieren und es plötzlich ganz schwierig wird Landwirtschaft zu betreiben und Man will ja das gar nicht alles ausmalen nämlich man kann dann eher sowieso verrückter Apokalyptiker rum rüber, obwohl es eigentlich als Naturwissenschaften ist.
- 10:09Speaker 0: Das haben wir alles noch in der Hand die Möglichkeit.
- 10:12Speaker 1: Jetzt sind wir ja in Deutschland in der komfortablen Lage dass Zum einen in vielerlei Hinsicht noch nicht so hart betroffen sind als die Länder, die sie gerade auch genannt haben oder die Regionen.
- 10:26Speaker 1: Auf der anderen Seite sind wir aber auch in der komfortablen Lage dass es uns wirtschaftlich sehr gut geht also das wir auch Geld haben und uns Klimaschutz auch leisten können.
- 10:37Speaker 1: wenn man's dann so plakativ sagt Es ist denn überhaupt möglich, dass wenn wir jetzt sagen, wir gehen hier mit gutem Beispiel voran.
- 10:47Speaker 1: Aber wir haben eben ganz viele Regionen auf der Welt die sich viele der Maßnahmen, die wir uns überlegen.
- 10:54Speaker 1: Viele der Maßnahmen auch, die jetzt vielleicht in ihrem Wahlprogramm stehen Wenn das global nicht durchgesetzt wird.
- 11:01Speaker 1: und wenn wir nicht global verändern gibt es dann eine echte Chance?
- 11:09Speaker 1: oder müssen wir einfach mal mit gutem Beispiel vorangehen und versuchen den anderen da auch ein Stück weit zu helfen?
- 11:16Speaker 0: Ich glaube, wir müssen mit einem guten Beispiel voran gehen.
- 11:18Speaker 0: Nämlich was wir in Deutschland häufig unterschätzen ist welche große Bedeutung hier eigentlich in der Welt haben.
- 11:24Speaker 0: Wir sind die viertgrößte Industrienationen der Welt Und immer wieder sozusagen wenn man mit Regierungen Menschen aus anderen Ländern mit Journalistinnen Mit WissenschaftlerInnen spricht dann wird deutlich Deutschland hat eine ganz, ganz große Vorbildfunktion.
- 11:41Speaker 0: Es wird viel stärker auf Deutschland geschaut, wie man denkt und deshalb müssen wir mit gutem Beispiel vorangehen.
- 11:49Speaker 0: Und ich verstehe gar nicht, dass die Regierung nicht viel stolzer drauf ist.
- 11:54Speaker 0: Wir haben da schon mal sensationelles geleistet damals beim Erneuerbaren Energiengesetz das unter der damaligen rot-grünen Bundesregierung eingeführt worden ist.
- 12:07Speaker 0: Wir setzen auf alle Technologien, auch auf Photovoltaik.
- 12:10Speaker 0: Viele haben gesagt, welche bescheuerte Idee.
- 12:13Speaker 0: man musste eine Einspeisevergütung von damals neunundneinzig Pfennig zahlen.
- 12:17Speaker 0: Das wird doch nie bezahlbar.
- 12:19Speaker 0: und dadurch dass wir das so vorangegangen sind und viele Milliarden Euro investiert haben ist inzwischen Photovoltag die billigste Art Strom zu produzieren.
- 12:33Speaker 0: In sonnenreicheren Ländern gibt es Photovoltaikanlagen, die zum jetzigen Zeitpunkt die Kilowattstunde Strom unter einem Cent produzieren.
- 12:45Speaker 0: Diese ärmeren Länder hätten sich das nie leisten können, so ein Daumenlegzeug.
- 12:48Speaker 0: Aber wir sind mit Vorleistung gegangen.
- 12:51Speaker 0: Wir haben es sozusagen entwickelt in großen Stückzahlen dafür gesagt dass das produziert wird.
- 12:58Speaker 0: ganz viele Photovoltakanlagen sind auch in Deutschland errichtet worden und es hat die Preise so nach unten gebracht die günstigste Art des Strom zu produzieren, das gleiche einmal bei der Windkraft geschaffen.
- 13:10Speaker 0: Wir hätten da zum Teil auch mehr davon profitieren können wenn man nachfolge Regierungen in Kapitänen, die das besser kapiert hätten und nicht die Photovoltaikindustrie den chinesischen Subventionen zum Opfer fallen hätte lassen nämlich die Produzenten in China, die.
- 13:27Speaker 0: die kommunistische Partei der Deuten hat es mit ihrer Staatswirtschaft strategisch erkannt, dass die große Energieversorgung der Zukunft ist und hat so lange runter subventioniert bis die Photovoltaikindustrie Europas fast kaputt war.
- 13:44Speaker 0: Aber was wir geschafft haben, ist dass inzwischen Photovoltak total günstig ist.
- 13:50Speaker 0: Und so geht es für viele andere Technologien zum Beispiel für Batterien, die man nicht nur für Autos brauchen kann sondern auch um Energie zu speichern.
- 13:58Speaker 0: So ist das möglich für Stahlerzeugungen oder eine andere Klinikerzeugung.
- 14:03Speaker 0: Wir sind eines der Forschungsstärksten und Wirtschaftsstärkste an Länder der Welt, wir haben eine tolle Industrie.
- 14:09Speaker 0: Deshalb wie soll sich das nicht wiederholen lassen?
- 14:12Speaker 0: In Teilen wiederholt es schon, man muss endlich die Rahmenbedehmung setzen.
- 14:17Speaker 0: Ich habe vor einigen Zeit lang in Salzgitter, die Datige Salz Gitter AG besucht und früher waren das eben so Grüne zur Stahlindustrie gekommen sind Dann waren es schon Wüste-Debatten, wenn man ehrlich sein soll.
- 14:32Speaker 0: Und da war das eine völlig andere Debatte.
- 14:34Speaker 0: Da hat der Vorstandsvorsitzende gesagt, mir ist klar geworden diese Klimakrise lässt sich nicht weglobieren und dann haben wir einfach beschlossen den Stier bei den Hörlern zu packen und jetzt haben wir die Idee wie wir den Stahl CO² frei herstellen können.
- 14:50Speaker 0: Jetzt brauchen wir allerdings die politischen Rahmenbedingungen.
- 14:53Speaker 0: Wie gesagt, helfen sie uns die politischen Rahmenbedingungen durchzusetzen.
- 14:56Speaker 0: Nicht die Bundesregierung hat es bis jetzt noch nicht kapiert.
- 14:59Speaker 0: Also da hat sich ganz Unvorstellbares gemandelt eigentlich in der Gesellschaft und selbst an Orten wo man das bis vor kurzem sich kaum vorstellen kann.
- 15:09Speaker 0: Deswegen ich bin im Kern total optimistisch trotz der riesen Schwierigkeiten.
- 15:12Speaker 1: Wir diskutieren das Thema ja auch durchaus immer gesellschaftlich sehr emotional, weil wir über Themen reden die jeden auch betreffen.
- 15:30Speaker 1: Gemengenlage quasi anschaut wo wirklich viel CO zwei entsteht, wo wirklich Umweltverschmutzung entsteht.
- 15:38Speaker 1: Dann sind diese Themen die den Einzelverbraucher betreffen im Verhältnis jetzt nicht zu vernachlässigen keine Frage.
- 15:47Speaker 1: aber es gibt ganz andere Themen über die wir eigentlich viel intensiver diskutieren müssen über die auch für die wir auch eine größere Sichtbarkeit eigentlich bräuchten, was in der Industrie passiert.
- 16:01Speaker 1: Sie haben es gerade schon angesprochen.
- 16:02Speaker 1: Da tut sich natürlich auch im positiven Sinne einiges.
- 16:05Speaker 1: aber die echten Klimasünder sind oft welche, die wir gar nicht so sehr diskutieren, über die wir nicht sprechen und andere Themen wo wirklich jeder einzelne von uns auch einen großen Einfluss nehmen könnte da trauen wir uns auch nicht so richtig ran wie zum Beispiel das Thema Ernährung Stichwort Massentierhaltung und so weiter.
- 16:27Speaker 1: Also ich habe oft das Gefühl, wir haben eine verschobene Diskussion weil wir immer neu über Autos und Flüge reden.
- 16:35Speaker 1: also um es jetzt mal ganz extrem runter zu brechen ist natürlich auch überspitzt.
- 16:41Speaker 1: aber wir diskutieren sehr viel über Autosen und Flügen aber wir reden viel zu wenig über die ganz großen Themen und was es eigentlich bedeutet da einen Einfluss zu nehmen.
- 16:55Speaker 1: Wie sehen Sie das?
- 16:55Speaker 1: Glauben sie nicht auch, dass wir über diese anderen Themen intensiver diskutieren
- 17:00Speaker 1: sollten?".
- 17:00Speaker 0: Auf alle Fälle sollten wir das!
- 17:02Speaker 0: Aber Sie haben ja die Antwort schon selbst gegeben.
- 17:05Speaker 0: Intensivsten Welt hat über Dinge diskutiert, wo die Leute das Gefühl haben, dass sie einen selbst betreffen und zum Teil muss man halt auch sagen, da ist es vom politischen Mitbewerber halt zum Teil einfach instrumentell benutzt wird.
- 17:18Speaker 0: Ich meine
- 17:19Speaker 0: z.B.,
- 17:19Speaker 0: diese Benzinpreisdebatte war ja völlig absurd.
- 17:22Speaker 0: Wir sind ja gar nicht an der Regierung.
- 17:23Speaker 0: Ich habe vorhin gesagt, wir sitzen hier mit acht Prozent in einer Opposition und dieser CO²-Preis haben dafür auch mitgestritten.
- 17:32Speaker 0: Und deswegen wollen wir uns so abgelassene Verantwortung stellen.
- 17:35Speaker 0: aber wenn es dann heißt zu das Benzinmal teurer durch den CO² Preis davon wusste ich so ungefähr nichts.
- 17:44Speaker 0: Also wenn Scholz oder der CSU Generalsekretär Blume, das jetzt in dem Bundestag kommt.
- 17:49Speaker 0: Aber CSU ist ja doch irgendwie beteiligt hier zu tun als wenn es jetzt als völlig überraschende Neuigkeit über sie käme.
- 17:56Speaker 0: Nee, das haben wir alle gemeinsam beschlossen und das macht natürlich dann auch absurde Debatten.
- 18:03Speaker 0: aber man muss halt schon ehrlich sein da Verkehr trägt halt schon erheblich zum CO² aus DOS bei.
- 18:12Speaker 0: Es braucht in allen Sektoren was, deswegen sagen wir auch immer die Radikalität von der Wirklichkeit der Klimakrise erfordert dass wir in allen Bereichen etwas tun und das ist halt wirklich viel.
- 18:29Speaker 0: Das ist bei den großen Schiffen.
- 18:31Speaker 0: auf dem Ozean wird ab und zu mal noch über die Kreuzfahrtschiffe diskutiert aber Ey, über neunzig Prozent sind die Containerfracht oder die Oldtanker und so weiter.
- 18:42Speaker 0: Bis zu unsere Gebäude bis zur natürlich auch die Autos bis zu sie haben selber angesprochen in der Landwirtschaft.
- 18:50Speaker 0: also man muss in allen Bereichen was tun.
- 18:52Speaker 0: aber irgendwann jetzt hat dann vielleicht anstrengend in einer Debatte mehr.
- 18:55Speaker 0: es gibt immer nur begrenzten Debattenraum.
- 18:58Speaker 0: Aber ich würde mal wünschen dass in der Breite und in der Tiefe diskutiert wird weil wir müssen heute Probleme lösen.
- 19:04Speaker 0: Die Alternative Wenn wir die Probleme nicht lösen, wäre zu schrecklich.
- 19:08Speaker 1: Verkehr ist auch ein gutes Stichwort und unser Nachbar Frankreich macht uns ja so ein bisschen vor wie das mit den Zügen besser funktionieren könnte nämlich indem man dort wirklich sehr schnell von A nach B fahren kann.
- 19:21Speaker 1: in Deutschland ist es nach wie vor so.
- 19:23Speaker 1: ich komme relativ flott.
- 19:25Speaker 1: von München nach Berlin habe ich vor zwei Wochen erst getestet.
- 19:29Speaker 1: funktioniert gut war ich tatsächlich beeindruckt auch pünktlich Kostet dann aber eigentlich auch genauso viel wie ein Flug oder tendenziell sogar eher mehr, je nachdem wann man denn bucht.
- 19:42Speaker 1: Die Verbindungen in alle anderen Städte sehen eher unattraktiv aus allein schon was den zeitlichen Aufwand angeht.
- 19:51Speaker 1: Was haben wir denn da eigentlich verschlafen in den letzten, ich sag mal zwanzig Jahren wenn es darum geht nicht nur Flughäfen auszubauen sondern auch die Bahnen vielleicht mal etwas innovative aufzustellen?
- 20:04Speaker 0: Wir haben einfach viel zu wenig Geld investiert.
- 20:07Speaker 0: Wir haben je nachdem wie man's rechnet im Schienennetzen Investitionsstau von vierzig bis sechszig Milliarden Euro.
- 20:14Speaker 0: und Auch wenn man sich die Haushalte anschaut, für Straßen aus dem Neubau gibt es nur auf Bundesebene.
- 20:25Speaker 0: Da sind die Länder und die Kreise und die Städte und die Gemeinden ja auch alle was für Straße tun noch gar nicht dabei.
- 20:33Speaker 0: Und für die Schiene gibt's jetzt ein Komma sechs Milliarden Euro.
- 20:37Speaker 0: Die Kreise um Kommunen geben nicht so irrevue Geld für die schienen Wege raus logischerweise weil das östen bunt gehört.
- 20:44Speaker 0: nach den Ländern bauen nicht so irre viele Schienen, weil wie gesagt das Netz im Bund gehört.
- 20:49Speaker 0: Und es ist halt ein totales Missverhältnis und ich meine so Schienen fallen halt nicht vom Hümmel sondern die müssen geplant werden.
- 20:57Speaker 0: also muss Baufirma beauftragen und irgendwie muss das bezahlt werden und am Ende kommen halt zu absurden Ergebnissen.
- 21:05Speaker 0: zum Beispiel die Schweiz hat mit ihrer sicherlich einfachen Topografie relativ pünktlich an Gotthard, an Lötzsberg und in Genritunnel gebaut.
- 21:15Speaker 0: So dass der Zug ohne große Steigerung jetzt die Alpenburch queren kann.
- 21:20Speaker 0: Und wir haben vor vielen Jahren versprochen das wir dann für einen nützigen Anschluss im Deutschland über die sogenannte Reinschiene bauen.
- 21:29Speaker 0: Die Planungen in Deutschland haben irgendwann in den siebzigerjahren angefangen und sollen laut Planungen also laut Planung bis zum Jahr.
- 21:41Speaker 0: Das muss man sich mal vorstellen.
- 21:43Speaker 0: Und dann heißt sie mir ja, die Bürger sind schuld, weil es ist so sehr darüber dagegen protestiert.
- 21:47Speaker 0: In der Schweiz gibt's auch Bürgerinnen und Bürger und noch viel mehr direkte Demokratie.
- 21:51Speaker 0: Wir haben halt einfach überall als möglich versprochen und haben zu wenig Leute in den Genehmigungsbehörden, in den Planungsbehören und nach viel zu wenig Geld eingesetzt.
- 22:00Speaker 0: dafür, weil du kannst ein Euro nur einmal ausgeben.
- 22:04Speaker 0: Wenn du dich entscheidest eine neue Straße zu bauen mit dem Euro-Millionenabbau
- 22:12Speaker 1: Wie kommt es dann eigentlich, dass wir generell bei solchen großen Bauprojekten egal ob's jetzt um Flughäfen in Berlin den Bahnhof in Stuttgart irgendwelche Straßenbauprojecte und ähnliches.
- 22:28Speaker 1: Wie kommt das denn da so schlecht aufgestellt sind?
- 22:32Speaker 1: Gerade in Deutschland?
- 22:33Speaker 1: also Budgets werden fast immer gefühlt bei großen Projekten fast immer gerissen.
- 22:40Speaker 1: Zeitpläne werden selten eingehalten, woran liegt das denn?
- 22:44Speaker 1: Ist es ein Problem der öffentlichen Ausschreibungen und was daran dann auch dranhängt und diese eben auch wieder hier vielleicht zu wenig Geld in die Hand zu nehmen?
- 22:56Speaker 1: wie können wir da besser werden?
- 22:57Speaker 1: weil tatsächlich ist das ja auch ein Thema was nicht wirklich sonderlich nachhaltig.
- 23:03Speaker 0: Erstens muss man sagen, dass die Großindustrie zum Teil auch wirklich Milliarden in Sand setzt.
- 23:08Speaker 0: Also eine besonders bittere Geschichte ist zb der Bau des Stahlwerks von Tüstengruppen im Brasilien.
- 23:14Speaker 0: Ich glaube da haben sie sechs Milliarden in den Sand gesetzt um es dann als es fertig war und endlich funktioniert er einer panischen Entscheidung günstig zu verklopfen.
- 23:22Speaker 0: also das kommt da auch vor.
- 23:24Speaker 0: Und zweitens bei insbesondere dem Projekten wo sie aufgeführt haben, so wie bei Berliner Großflughafen.
- 23:30Speaker 0: Ein ganz spezielles Problem ist Stuttgart-I und manchen anderen, dass da taktisch die Öffentlichkeit getäuscht wird.
- 23:39Speaker 0: Es ist gar nicht so, dass die Verantwortlichen nicht wissen, was das länger da häufig deutlich teurer ist.
- 23:46Speaker 0: aber der Bahnhof in Stuttgard zum Beispiel wird am Ende irgendwas zwischen zehn und elf Milliarden kosten.
- 23:54Speaker 0: Das wussten die Verantwortliche Zumindest die, mit denen ich gesprochen habe vor vielen Jahren schon.
- 24:04Speaker 0: Die haben mir das unter dem Siegel der Verschwiegenheit bei DB-Netz und so weiter erzählt
- 24:09Speaker 1: Und
- 24:10Speaker 0: manche haben ja auch Unterlagen gegeben und manches durfte ich auch an die Zeitung weiter geben.
- 24:14Speaker 0: Das konnte man damals schon lesen.
- 24:16Speaker 0: und die Begründung ist eine sehr einfache Als wenn wir von Anfang an die Wahrheit gesagt hätte über die Kosten Hätte es gerade diese umstrittenen Projekte nie gegeben weil sie nicht dann rausgestellt hat, dass die vielleicht gar nicht so sinnvoll sind.
- 24:30Speaker 0: Und das heißt wenn man ein Projekt unbedingt durchsetzen will noch dazu wo die Sinnhaftigkeit in Frage gestellt wird täuscht man die Öffentlichkeit über die wahren Bauzeiten und Kosten und tut dann so ah das konnten wir nicht wissen und es war ganz überraschend und es tut uns so leid und es würde nicht wieder vorkommen und nächstes mal planen wir besser und so.
- 24:50Speaker 0: ne stimmt einfach alles.
- 24:51Speaker 0: Die wussten schon am Anfang an und das ist gerade bei sozusagen umstrittenen Projekten.
- 24:57Speaker 0: Und dann kommen natürlich weitere Dinge dazu, die systemischer Natur sind.
- 25:02Speaker 0: Sie haben mich mit einer Schreibung genannt.
- 25:04Speaker 0: wir haben zu wenig Personal in den Planungsstäben.
- 25:09Speaker 0: Wir haben zu wenige Personal in die Genehmigungsbehörden.
- 25:12Speaker 0: Wir haben Zu viele Projekte häufig parallel ohne sie dann durchzufinanzieren Weil da waren es trotzdem zu wenig Projekte, aber im Verhältnis zur Finanzierung sind es zu viele Projekten.
- 25:25Speaker 0: Und dann gibt's immer bloß so ein bisschen Geld.
- 25:28Speaker 0: wie vieles davon besser geht zeigt die Schweiz nämlich.
- 25:32Speaker 0: die haben zum Beispiel sowas wenn ein Projekt dann wirklich fertig genehmigt ist kriegt das an Anfang in Finanzierungsform wo das Geld kann abfließen entsprechend dem Baufahrtsschritt und nicht scheibchenweise immer ein bisschen was so dass im Grunde der Bau sich künstlich verzögern.
- 25:51Speaker 0: Über die gesamte Strecke wird es dadurch auch viel teurer, also da muss sich ganz viele sehr grundlegend ändern.
- 25:57Speaker 0: aber dass vieles so schief geht ist häufig nicht unvermögen sondern hat Gründe das man einfach auf Biegen und Brechen durchsetzen wollte.
- 26:07Speaker 1: Mal ein Sprung in ein anderes Thema.
- 26:10Speaker 1: Die Pandemie hat ja auch nochmal an der einen oder anderen Stelle durchaus Probleme verschärft, die davor schon da waren.
- 26:19Speaker 1: Zum Beispiel das Thema soziale Ungerechtigkeit.
- 26:22Speaker 1: Wir haben diejenigen, die Davor schon Geld hatten und die dvor erfolgreich waren.
- 26:27Speaker 1: Die haben jetzt noch mehr Geld.
- 26:30Speaker 1: Diejenigen, wie davor kein Geld oder wenig Geld hatten, die haben heute noch weniger Geld.
- 26:36Speaker 1: Diese Schere zwischen Arm und Reich geht immer weiter auf.
- 26:42Speaker 1: Es ist irgendwie keine Besserung in Sicht.
- 26:46Speaker 1: Wie würden wir denn aus Ihrer Sicht dieses Thema wieder so ein Stück weit in den Griff bekommen?
- 26:53Speaker 1: Wo würden Sie da anpacken und wo muss man da überhaupt anfangen?
- 26:58Speaker 0: Da muss man an ganz, ganz vielen Stellen anfangen.
- 27:01Speaker 0: Eine der Ursachen, wenn die Schere immer weiter auseinander geht, ist schon das was man technisch Primärverteilungen nennt.
- 27:09Speaker 0: Das heißt dass einfach viele Menschen ziemlich schlechte Löhne bekommen und das hat was mit mangelnder Tarifbindung, mit manelnder Präsenz von Betriebsrätenen und Gewerkschaften zu tun.
- 27:20Speaker 0: Das heißt wir wollen die Rechte der Gewerksamkeit weiter stärken.
- 27:24Speaker 0: Nämlich viele Betriebe sind bei uns inzwischen betriebsratsfrei.
- 27:29Speaker 0: da hat die große Kollektion du hast ein bisschen was gemacht aber dann muss noch weitergehen.
- 27:34Speaker 0: Dann braucht man so Sachen wie Werkverträge und Leiharbeit müssen anders reguliert werden, also dass Leiharbeitskräfte von Anfang an das gleiche Geld bekommen oder so Fragen wie sachgrundlose Befristung.
- 27:50Speaker 0: Dass sowas nicht mehr so ohne Weiteres geben kann.
- 27:53Speaker 0: Ich meine es muss man sich mir vorstellen allein der Titel Sach Grundlos klingt ja noch aber im Grunde bedeutet das grundlose befristung.
- 28:02Speaker 0: wieso ist eine grundlosen Befristungen erlaubt?
- 28:05Speaker 0: Also sehr schon in Gründe in sich widersprüchlich.
- 28:09Speaker 0: Also an all den Dingen muss man was tun, dann der Mindestlohn muss steigen.
- 28:15Speaker 0: Und dann muss man in anderen Bereichen Dinge angehen.
- 28:20Speaker 0: Das hat insbesondere mit Besteuerung etwas zu tun.
- 28:24Speaker 0: Ich weiß nicht ob Sie das gelesen haben.
- 28:25Speaker 0: in der USA ist jetzt öffentlich geworden Was die reichsten Menschen der USA an Steuern bezahlen und es sind regel unter ein Prozent durch Tricks und Steuervermeidung, das machen sie über ihre Konzerne usw.
- 28:40Speaker 0: Das Steuersatz in der USA ist die Spitzensteuersatze.
- 28:45Speaker 0: Und der reichste Mensch der Welt zahlt zero Komma irgendwas.
- 28:50Speaker 0: Da hilft es nichts wenn man den Spitzen-Steuersetz dann auf neununddreißig Prozent erhöht.
- 28:54Speaker 0: Wir müssen endlich diese massive Steuervermaidung beenden.
- 29:01Speaker 0: Dazu brauchen wir international vereinbarte Mindest Ersteuersätze als ein weiteres Beispiel, dann müssen wir endlich was im Bereich der Mietenpolitik wirklich tun.
- 29:16Speaker 0: Es ist nämlich auch ein Treiber dafür dass Menschen sich Dinge nicht mehr leisten können und da muss man natürlich bauen aber noch muss vor allem auch bezahlbares bauen.
- 29:28Speaker 0: Früher sozusagen gab es bei uns die sogenannte Wohnungsgemeinnützigkeit.
- 29:32Speaker 0: Was hat das bedeutet?
- 29:33Speaker 0: Das heißt, dass Sozialwohnungen dauerhaft Sozialwohnungen waren.
- 29:38Speaker 0: Das ist irgendwann dann unter Helmut Kohl langes her abgeschafft worden und lange Zeit hat man das gar nicht so richtig bemerkt, aussehen zu stetten wie München Und jetzt merken wir es allerdings deutschlandweit.
- 29:53Speaker 0: Wir haben seitdem das abgeschauft worden ist wirklich inzwischen vor Jahrzehnten haben wir Millionen von Sozialwohnungen verloren d. h. Sozial Wohnungen müssen wieder dauerhaft Sozialwohnungen sein.
- 30:06Speaker 0: Sonst können wir gar nicht so schnell bauen, wie wir bezahlbaren Wohnraum verlieren und dann brauchen wir natürlich auch mehr Geld sozusagen in den Ausbau von bezahlbarem Wohnraum und dann brachen die Städte mehr Rechte um wenn der Mietmarkt völlig aus dem Ruder läuft entsprechend eingreifen zu können weil München sind halt in vielen Fällen auch die Hände gebunden.
- 30:28Speaker 1: Jetzt haben wir ja über ganz viele Maßnahmen gesprochen alle auch durchaus mit viele Investitionen behaftet sind oder nur mit Investition funktionieren können.
- 30:41Speaker 1: Jetzt stehen wir hoffentlich langsam aber sicher am Ende einer Pandemie, die wahnsinnig viel gekostet hat, die auch den Staat wahnsinnigen viel gekastet hat.
- 30:55Speaker 1: Ich glaube, wir werden auch noch sehen dass das auch in der Wirtschaft noch viel mehr Folgen jetzt daraus entstehen mit Insolvenzen und Co.
- 31:07Speaker 1: Also wir stehen an dem Punkt wo wir eigentlich wahnsinnig viel investieren müssen um uns zukunftsfähig zu machen sind aber gleichzeitig an einem punkt wo wir nicht mehr so viel Geld haben wie vor der Krise, wenn man es mal ganz platt sagen möchte.
- 31:22Speaker 1: Wie bekommen wir denn diese Diskrepanz hin?
- 31:24Speaker 1: Dass wir da nicht am Ende mit einem noch größeren Schuldenberg dastehen und irgendwie gar nicht mehr zukunftsfähig aufgestellt sind.
- 31:32Speaker 0: Wir wollen dann die Schuldenbremse durch eine sogenannte nette Investitionsregel erweitern Das heißt das nicht einfach irgendwie nüsst Kredite aufgenommen werden können, sondern für netto Investitionen also für zusätzliche Investition.
- 31:47Speaker 0: Und wir wollen die Investition verdoppeln von im Moment fünfzig Milliarden auf was der Bund macht hundert Milliarden pro Jahr und natürlich sind das dann.
- 31:58Speaker 0: am Ende muss man ehrlicherweise auch mehr schulden aber dass nicht Einfach für irgendwas, sondern für nette Investitionen ausgegeben werden kann.
- 32:06Speaker 0: Ja sind wir fest davon überzeugt dass dann gesamthaft weniger Schulden sind.
- 32:12Speaker 0: Nämlich der Staat rechnet eigentlich immer noch so wie ein Kaufmann im Mittelalter vor Einführung der doppelten Buchführung.
- 32:21Speaker 0: und das heißt unsere Vermögenswerte.
- 32:25Speaker 0: es wird alles nicht berechnet Und deswegen kannst du sagen, wir machen keine Schulden.
- 32:29Speaker 0: Wir werden gleichzeitig unsere Schulen und Universitäten, unser Bahnnetz oder unser Straßennetz immer schlechter wird.
- 32:36Speaker 0: Wir nicht in Digitalisierung investieren, wir nicht den Klimaschutz investieren.
- 32:41Speaker 0: Schaut das irgendwie auf dem Papier gut aus?
- 32:43Speaker 0: Und es ist wirklich eine totale Katastrophe!
- 32:46Speaker 0: Da müssen wir halt einfach ehrlicher sein.
- 32:49Speaker 0: Das Mittelalter ist jetzt schon eine gewisse Zeit her aber im Kern rechnen wir... von Zeiten der Bundesrepublik immer noch ein bisschen so.
- 32:58Speaker 0: und dann denkt man sich, oh toll wir haben gar keine Schulden gemacht.
- 33:02Speaker 0: Stimmt überhaupt nicht!
- 33:02Speaker 0: Wir haben einen gigantischen Vermögensvorzehr und haben gleichzeitig nicht in die Zukunft
- 33:06Speaker 1: investiert.
- 33:07Speaker 1: Ja die Zukunft ist auch so ein Thema gerade auch das Thema Digitalisierung.
- 33:12Speaker 1: Man lächelt immer so ein bisschen darüber oder findet es ab und zu dann doch recht amüsant wenn man mal wieder über irgendeine Absurdität stolpert Wo man sich denkt, wie kann es dann sein?
- 33:25Speaker 1: Dass das noch so analog ist.
- 33:28Speaker 1: Ich habe das Gefühl dass wir jetzt aber langsam an einem Punkt sind wo wir den Punkt weit überschritten haben, wo wir noch über irgendwas lächeln können was in Sachen Digitalisierung nicht funktioniert sondern wirklich handeln müssen.
- 33:42Speaker 1: Wie konnte denn passieren, dass wir in Deutschland die ja eigentlich immer wahnsinnig innovativ waren wirtschaftlich sehr gut aufgestellt waren, dass ausgerechnet wir gerade was auch Verwaltungsthemen angeht.
- 33:57Speaker 1: Was digitale Ämter und Co.
- 33:59Speaker 1: angeht bis hin zu vermeintliche einfachen Dingen wie Antragsplattformen für irgendwelche Corona-Hilfen und ähnliches also das wir da digital immer noch so unfassbar schlecht aufgestellt sind mal gar nicht erst von der Netzinfrastruktur sprechen, dass das nochmal ein ganz eigenes Kapitel was auch noch riesengroß ist.
- 34:22Speaker 1: Aber man hat das Gefühl da wurde systematisch seit seit fünfzehn Jahren der digitale Fortschritt verschlafen.
- 34:31Speaker 0: Ja und der Grund ist genau das was wir vorhin besprochen haben weil wie gesagt wie einen frühmittelalterlicher Kaufmann einfach eine ganz simple Rechnung geschadert immer stolz war wo wir machen keine Schulden und dabei sich geweigert hat in den Blick zu nehmen, dass wir halt nirgendswo ausreichend investieren.
- 34:51Speaker 0: Und dann war die Bundesregierung immer ganz stolz, weil diese sogenannte schwarze Null, die bei dieser mittelalterlichen Rechnung rauskam sowie so eine Monstranz vor sich hergetragen das hinter der Monstrans alles bröckelt... Das müssen wir uns selber an die Nase
- 35:08Speaker 1: fassen!
- 35:09Speaker 0: Mir ist es auch nicht gelungen dieses Denken zu durchbrechen.
- 35:13Speaker 0: Und vielleicht sozusagen, als was so sichtbar geworden ist gelingt es endlich dieses Denken zu durchbrechen und zu sagen hey Leute wir müssen jetzt wirklich investieren.
- 35:23Speaker 0: Weil so geht's nicht weiter sondern man hat sich da immer dahinter versteckt und so.
- 35:27Speaker 0: aber machen keine Schulden das ist doch alles super.
- 35:31Speaker 0: und gleichzeitig ist halt weder in der Verwaltung noch in der Infrastruktur genau wie sie sagen investiert worden weil das hätte ja Geld gekostet.
- 35:40Speaker 0: Also wäre halt gut angelegtes Geld gewesen, es wär Geld gewesen die sich zwei drei mal zurück zahlt.
- 35:45Speaker 0: und das macht dazu in einer Zeit dass wenn die Bundesrepublik nämlich wir verändern wir machen zwar keine zusätzlichen Schulden aber wir schichten ständig die Schulden um und häufig haben wir uns noch Geld gegeben dafür wenn man sozusagen wieder neue Schulscheine rausgegeben.
- 36:03Speaker 0: Also wir haben keine Zinsen bezahlt und wir haben noch was gekriegt, man nennt das Negativzinsen.
- 36:09Speaker 0: Und nicht einmal in der Zeit hat man dann das Geld genommen und gesagt hey Leute, es lohnt sich wirklich zu investieren!
- 36:17Speaker 0: Die geben uns noch Geld dafür die Finanzmärkte dafür dass wir investieren.
- 36:21Speaker 0: also
- 36:21Speaker 1: man hat
- 36:22Speaker 0: die Investitionen einfach Nicht gemacht und gesagt ist doch alles super Wir nehmen keine neuen Kredite auf im Kern völlig absurd.
- 36:31Speaker 0: Und das Porzul.
- 36:33Speaker 0: und jetzt, ohne stimmt es ist die letzten fünfzehn Jahre so passiert.
- 36:37Speaker 0: Das fällen uns jetzt an wie Karakor auf die Füße.
- 36:39Speaker 1: Wenn wir jetzt mal Wunschkonzert quasi spielen würden und in einem Jahr wieder hier vielleicht dann sogar ohne Webcam zusammensitzen können Wo sehen Sie denn, wenn Sie sich's aussuchen könnten und auch im September alles nach Ihrem Wünschen funktioniert?
- 37:01Speaker 1: Wo sehen sie in einem Jahr Ihre Partei und wo sehen Sie auch sich persönlich in einem?
- 37:07Speaker 1: Ja.
- 37:08Speaker 0: Ach nicht persönlich!
- 37:10Speaker 0: Das sind immer die Fragen auf den Posten.
- 37:12Speaker 0: Das wird man dann sehen.
- 37:13Speaker 0: aber ich hoffe es ist gelungen eine Regierung zu bilden die natürlich auch Kompromisse macht, aber nicht immer nach dem kleinsten gemeinsamen Nenner sucht.
- 37:24Speaker 0: Sondern sich sagt hey da haben wir gute Ideen!
- 37:28Speaker 0: Da habt ihr gute Idee!
- 37:30Speaker 0: Da hapt ihr blinde Flecken!
- 37:31Speaker 0: Da haben wir blinde flecken!
- 37:32Speaker 0: Lass uns nicht nach einem kleinsten Gemeinsamen Nennener sondern nach dem grünsten gemeinsame Nennersuchen.
- 37:40Speaker 0: und es war nicht alles schlecht unter der Vorgänger oder... Die haben an und alles falsch gemacht.
- 37:46Speaker 0: Aber die vorausschauende Politik Hat er denn nicht funktioniert?
- 37:50Speaker 0: Und wir packen das jetzt wirklich an.
- 37:52Speaker 0: Wir modernisieren unseren Staat, wir packern die Digitalisierung an und sehen dass bei Kindern und Jugendlichen so vieles liegen geblieben ist in der Pandemie endgültig sichtbar geworden ist.
- 38:04Speaker 0: Wir kümmern uns richtig gemeinsam mit den Bundesländern, die da hauptzuständig sind um die Bildungsfragen.
- 38:11Speaker 0: Wir gehen jetzt wirklich die Klimakrise an Und es gelingt zu einem richtig optimistischen Aufbruch in der Gesellschaft.
- 38:19Speaker 0: Nicht so, ah das ist alles schwierig.
- 38:21Speaker 0: und ja es ist schwierig aber wir haben tolle Ideen und wir packen's jetzt an und wir lassen uns nicht von China diese ökonomisch erfolgreichen Diktatur vor uns hertreiben sondern wir sagen dafür dass Europa zusammen arbeitet und es geht zu einer richtig
- 38:40Speaker 1: optimisten
- 38:41Speaker 0: Aufbruchtstimmung durchs Land.
- 38:43Speaker 0: Und die Leute sagen, älge können das.
- 38:46Speaker 0: Klar es muss sich vieles ändern und es ist kompliziert und aufwendig.
- 38:50Speaker 0: Es ist auch anstrengend und manches muss sich ändern.
- 38:53Speaker 0: Wir machen Fehler und für manchmal bin ich auch genervt aber im Kern älgepacken das.
- 38:58Speaker 1: Gerade in den letzten Wochen musste sich Annalena Baerbock ja durchaus sehr viele kritische Fragen gefallen lassen.
- 39:07Speaker 1: Wie groß ist denn die Gefahr?
- 39:10Speaker 1: Ihnen als Partei etwas Ähnliches passiert wie damals der SPD mit Martin Schulz?
- 39:17Speaker 0: Man muss da schon vorsichtig sein, aber man darf eins nicht vergessen.
- 39:21Speaker 0: Wir haben unser wichtigstes Bundesland die Wahl großartig gewonnen in Baden-Württemberg und die SPD hatte die Wahl in NRW katastrophal verloren.
- 39:35Speaker 0: und Anna Lena ist eine junge empathische extrem kluge von sowohl der klare Standstrategie als auch in den Details.
- 39:44Speaker 0: einfach eine klasse Frau und deswegen glaube ich wird das nicht passieren.
- 39:48Speaker 0: Und ich glaube am meisten ärgert sie sich selber über den Mist, aber ich glaub dass es halt richtig ist, dass uns als Gesellschaft gelingt.
- 39:56Speaker 0: Das uns gelingt, dass wir heute über die großen Dinge diskutieren und damit will ich also vieler gar nicht klein reden.
- 40:02Speaker 0: Aber in den Medien war jetzt auch zu lesen, dass Armin Laschet aus seinem Lebenslauf weggelassen hat, dass er mal Lebeauftragter war an einer Uni wo er, ich glaube, acht oder zwanzig Klausuren verschlappt hat und dann fünfunddreißig Noten erfunden hat damit das irgendwie nicht so aufkommt.
- 40:25Speaker 0: Und dann ist es doch aufkommen weil es halt plus achtundzwanzig Leute die Klausur geschrieben haben und die anderen sieben sich gewundert haben was plötzlich eine Note herhaben wenn man über Sozoics dann nur diskutiert.
- 40:38Speaker 0: Das kann halt in niemandem's Interesse sein.
- 40:41Speaker 0: Weder im Interesse von Herrn Laschet noch sonst was und deswegen hoffe ich, dass es im Laufe des Wahlkampfs als einfach ein spannender Wettbewerb darüber gibt.
- 40:48Speaker 0: wer hat die besten Ideen gekriegen bei der Klimakrise-Ingriff?
- 40:51Speaker 0: Wie modernisieren wir unseren Staat?
- 40:54Speaker 0: wie kriegen wir nach fünfzehn Jahren still statt die Digitalisierung wirklich?
- 40:59Speaker 0: Ach Vordermann!
- 41:00Speaker 0: Wie kommen wir zu einer funktionierenden und kostengünstigen Bahn auch in der Fläche?
- 41:06Speaker 0: Wie kann es gelingen, die Autoindustrie so umzubauen dass sie unsere Lebensgrundlagen nicht beschädigt und gleichzeitig die hunderttausende von Arbeitsplätzen der gut bezahlt sind wo die Leute stolz drauf sind was sie machen.
- 41:21Speaker 0: Die meistgewerkschaftlich organisiert sind.
- 41:23Speaker 0: wie wir das erhalten und ich glaube das wäre eigentlich auch für alle Beteiligten viel spannender als wie steht im Lebenslauf von Armin Laschet sozusagen drin ob er Ich habe es vergessen an welcher Uni er war.
- 41:38Speaker 0: Interessiert mir eine so, ob er da an der Uni war.
- 41:41Speaker 0: oder ist die Überschrift was Anna-Lena gemacht hat mit Mitgliedschaften, Fördermitgliedschaft und Unterstützung richtig?
- 41:50Speaker 0: Oder ist Mitgliedschaften zuverkürzt?
- 41:52Speaker 0: also sie sind ja im Grunde eigentlich absurde Debatten.
- 41:56Speaker 0: immer ehrlich sein das wird weder laschet noch Annalena Baerbock
- 42:01Speaker 1: gerecht.
- 42:02Speaker 1: Vielen, vielen Dank für Ihre Zeit und die Einblicke.
- 42:05Speaker 1: Ich bin gespannt was in den nächsten Wochen auf uns zukommt.
- 42:09Speaker 1: ich bin gespannt wie sich die nicht nur die Umfrage wert ist sondern dann auch im September die tatsächlichen Wahlergebnisse entwickeln.
- 42:16Speaker 1: Und ja freue mich auf eine Fortführung des Gesprächs spätestens dann in einem Jahr.
- 42:21Speaker 1: Dann können wir ja mal schauen Was aus den Plänen geworden ist.
- 42:25Speaker 0: Ja ich würde mich auch freuen.
- 42:26Speaker 0: vielleicht können wir dann sogar einen guten spannenden Chimp trinken.
- 42:30Speaker 0: Hoffentlich,
- 42:30Speaker 1: hoffentlich.
- 42:31Speaker 1: Vielen Dank!
- 42:32Speaker 1: Danke
- 42:33Speaker 0: Ihnen Das war's leider schon.
- 42:36Speaker 0: Die letzte Runde ist ausgetrunken.
- 42:38Speaker 0: das Gespräch zu Ende.
- 42:40Speaker 0: vielen dank fürs Zuhören.
- 42:43Speaker 1: Bitten
- 42:43Speaker 0: im Rücksicht auf die Nachbarn und sei leise wenn du die Bar verlässt aber vergiss auf keinen Fall den abonnieren Button zu klicken.