Latest / STAR FM Rocktalk / Campino: Krisenmomente, Aussprachen und bloß kein Idiot werden
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- Der Star FM Rock Talk, heute mit Campino und 10 Songs für ein Halleluja. Irgendwie ist das schon faszinierend, was aus einer Band werden kann, die mit einem absoluten Nicht-Erfolgs-Fokus gegründet wurde. Nach der Vorgängerband ZK wollte Campino ja einfach nur eine Band mit Freunden haben, mit Leuten, die einem passten, die man mochte. Dass der ein oder andere sein Instrument noch gar nicht konnte, egal. Die Chemie musste stimmen und dass trotzdem aus den toten Hosen eine der erfolgreichsten deutschen Rockbands überhaupt wurde, eigentlich absolut verrückt. Ich bin Wolfi, habe ein langes Interview mit Campino geführt, das ist die Grundlage von dieser Podcast-Reihe und das war für mich persönlich super. So im Vorfeld vom neuen letzten regulären Album der Band noch einmal so richtig tief einzutauchen in diese einmalige Geschichte der Band. Da kamen so viele Erinnerungen wieder hoch bei mir beim Reden mit Campino und ich habe, glaube ich, danach selten so viel Toten Hosen gehört wie nach diesem Interview, weil man so tief drin war im Thema. Wir rutschen jetzt rein in die frühen 90er Jahre. Der riesige Erfolg, von hier kommt Alex und ein kleines bisschen Horrorschau im Rücken. Ihr seid da wahnsinnig viel auf Tour gewesen. Wie ging man damit um, dass man plötzlich deutschlandweit bekannt war, die großen Hallen gespielt hat, die Hallen auch noch ausverkauft hat? Was hat das mit euch gemacht? Hat das was verändert so im Bandalltag? Das ist eine krasse Veränderung gewesen. Ich erinnere mich, dass ich in den ersten Jahren unheimlich gerne vor den Shows selbst im Publikum gewesen bin, mich selber da in dem Raum aufgehalten habe. Wenn wir Kneipen oder Clubs gespielt haben, dann saß ich entweder an der Eingangstür oder am Tresen. Und für mich war das spannend, so die Atmosphäre zu spüren vor dem Konzert. Ich konnte das dann besser greifen, bin irgendwann hinter die Bühne gegangen und dann sozusagen als die toten Hosen dann wieder rausgekommen. Man hat mich nicht erkannt, weil unsere Gesichter eben noch nicht so dermaßen zur Kenntnis genommen wurden. Man wusste nicht genau, wie wir aussahen und deshalb konnte ich das sehr, sehr gut machen. Ich habe mir auch manchmal so einen Spaß draus gemacht, an der Eingangstür zu stehen und zu fragen, hast du mal eine Mark für mich? Die Leute haben mir dann gerne was gegeben. Ich fand das immer ganz lustig, dann nachher auf der Bühne für genau diese Menschen zu stehen. Aber solche Gags konnten wir dann irgendwie nicht mehr bringen. Und ich war also dazu verdammt, hinten in der Garderobe auf den Auftritt zu warten, was mich früher sehr genervt hat. Ich habe irgendwo gedacht, ich spüre die Atmosphäre gerade in der Halle nicht. Das fühlt sich irgendwie doof an, in so einen Raum zu kommen und nicht zu wissen, was gerade der Vibe da ist. Sind die Leute aggressiv? Sind die fröhlich? Wie auch immer. Mir hat das früher sehr viel bedeutet, das vorher zu erspüren. Das ist jetzt nur so ein. Nebeneffekt, was alles anders geworden ist. Ich glaube schon, dass jeder seine eigene Zeit gebraucht hat, um mit diesen sich ändernden Verhältnissen klar zu kommen. Jeder wollte neu austarieren, was ist eigentlich meine Rolle hier in der Band. Man wurde übermütig. Wir haben irgendwo auch gedacht, dass uns nichts umbringt. Wir sind in Feiermodus gewesen, haben jede Party mitgenommen, die sich uns angeboten hat und dafür dann zwischendurch auch einen echten Preis bezahlt. Es hat richtig gescheppert. Das ist nach außen vielleicht nicht so durchgedrungen, es war auch nicht unser Interesse, aber hinter den Kulissen hat es ganz schön gerappelt. Also da gab es den einen oder anderen mit echten Problemen mittlerweile. Unser Rodi Bollock hat... Der uns so nah war, dass er eigentlich auch einer von den toten Hosen gewesen ist. Er hat halt kein Instrument gehabt und stattdessen die Sachen für uns auf- und abgebaut. Aber es war unser engster Freund, der viel mit uns auch in der Freizeit rumhing. Und der geriet dann richtig in den Abwärtsstrudel. Der ist letztendlich auch gestorben an der Sache. Und so gab es einige bei uns im Umfeld, die wirklich dann zu kämpfen hatten plötzlich mit Drogen. Und das war so eine Sache, die uns auch zwischendurch immer wieder sehr belastet hat. Aber im Prinzip ist es uns gelungen, die Karre in der Spur zu halten. Ich meine, es ist nachvollziehbar, dass man da einfach nicht mehr weiß, wo man vielleicht geerdet ist, wenn alles so gut läuft, wenn alles so rund läuft und auch solche einmaligen Dinge passieren wie. Ich nehme es mal als Beispiel, Support für die Rolling Stones ein bisschen, das war ja schon verrückt. Ja, das ist wirklich nicht ganz so einfach. Und wenn man da kein gutes Umfeld hat, dann kann das sehr schnell kippen, das Ganze, dass man irgendwo größenwahnsinnig wird und sich auch anfängt, wie ein Idiot zu verhalten. Gott sei Dank sind wir da in guten Händen gewesen und auch meine Geschwister haben mich immer wieder eingenordert, wenn die mitbekommen haben, dass ich irgendwo, Scheiße gebaut habe oder wenn ich zu groß schnauzig war, dann habe ich das eine oder andere Mal dann wirklich auch eine Lektion bekommen. Gerade mein älterer Bruder John hat mir immer wieder mal so einen Brief geschrieben, wo es dann hieß, Andreas, ich muss schon sagen, also nachdem du hier in Berlin warst, das ist der letzte Auftritt da im Radio, ich schäme mich für dich ja wie kannst du denn das und das behaupten was ist eigentlich hast du nicht mal alle tassen im schrank und so weiter also ich wurde dann auch schon wirklich zurechtgestutzt. Mein anderer Bruder hat mich auf Tournee mal besucht und der hat mitbekommen, wie unser Produktionsleiter Kiki meinen Koffer aus dem Bus gezogen hat und bei der Rezeption abgestellt hat. Und dann hat er mich angefiffen und hat gesagt, bist du eigentlich bescheuert? Du lässt dir hier deinen Koffer tragen oder was? Und dann habe ich einen richtigen Einlauf bekommen und auch sofort kapiert, dass er recht hatte. Das ist mir in dem Moment entgangen. Aber natürlich muss, verdammt nochmal, ich war Mitte 20, ich kann doch meinen Koffer selber tragen. Das waren alles so Sachen, das war dann in dem Moment gut, dass wir ein Korrektiv hatten. Also sprich, es hätte in dieser Zeit auch durchaus passieren können, dass man so ganz abgedriftet ist und da gar nicht mehr so wirklich rausgekommen wäre, dass wenn man jetzt diese positiven Einflüsse von links und rechts nicht gehabt hätte? Wir haben schon auch auf uns selber so aufgepasst. Also untereinander haben wir das ja auch gesagt, dass wir gesagt haben, hey, pass mal auf, jetzt komm mal runter hier. Vor allen Dingen auch zum Beispiel diese Sache mit den Drogen, dass man gesagt hat, das geht nicht, dass wir schon völlig benebelt auf die Bühne gehen. Das muss aufhören. Was ihr nach der Show macht, ist mir egal. Aber wenn ihr da rausgeht, dann seid ihr gefälligst nüchtern. Das kam alles in dieser Zeit. Das hat noch gedauert bis tief in die 90er. Aber diese Sachen kamen das erste Mal hoch. Und da gab es natürlich jede Menge Krisenmomente und Aussprachen. Und dann hat man sich zusammengerissen und eine Weile versucht. Und dann klappte wieder alles zusammen. Das ist ein stetiger Prozess gewesen natürlich, aber eine aufregende, eine wilde Zeit und ja, wir reden über das Ende der 80er, Anfang der 90er. Für mich sind die 90er Jahre bis 97, bis zum tausendsten Konzert. Das war die verrückteste Zeit. Da schien uns alles zu gelingen und es schien keinen Stopp zu geben. Und sowas hat natürlich seine Gefahrenzonen und seine Versuchungen. Da ist jede Menge Platz für Frontalunfälle, wenn man nicht aufpasst. War ja auch die Zeit Anfang der 90er, als es dann auch zum ersten Mal nach Argentinien ging, diese bekannte große Liebe. Du musst vielleicht nochmal erklären, wenn du möchtest. Ich meine, wir kennen alle diese Bilder, was da passiert, wenn ihr mittlerweile vor Ort seid, wie die Straßen voller Menschen sind und was ihr da bewegt, was ihr da Positives reinbringt. Aber warum gab es überhaupt diesen ersten Schritt nach Argentinien zu fliegen? Es hätte ja ein anderes Land sein können, theoretisch. Das ist wirklich eine ganz, ganz verrückte Geschichte. Zum einen erstmal mein Verhältnis zu Argentinien, bevor wir jemals da waren. Das war nicht besonders schön, weil ich als Halbengländer will auch natürlich mir im Klaren darüber waren, dass Großbritannien im Krieg stand mit Argentinien wegen den Falklandinseln. Es kam zu diesem Fußballspiel, bei dem Diego Maradona die Hand Gottes eingesetzt hat. Das war für mich unerträglich. Er war ja ein super Spieler, aber musste er das wirklich mit der Hand so deutlich machen? Und in der nächsten Szene hat er dann vier, fünf englische Spieler so nass gemacht beim Dribbling, dass ganz England betröppelt dastand wie Schuljungs. Also es war eine Demütigung. Ich habe erst im Nachhinein verstanden, wie viel das der ganzen Nation von Argentinien bedeutet hat nach dem verlorenen Falklandkrieg. Also da ging es gar nicht mehr um Fußball. Das war was ganz, ganz anderes. Insofern, meine Lust nach Argentinien zu fahren war nicht groß. Ich wäre gar nicht auf die Idee gekommen. Uns erreichte aber ein Brief von einem deutschen Totohosen-Fan, der nach Buenos Aires ausgewandert war. Und in diesem Brief hieß es, hallo, Totohosen, ich bin hier in Buenos Aires und bin ein paar Punks begegnet, hier in die Szene geraten. Und die lassen über mich fragen, ob ihr nicht Lust habt, mal hier zu spielen. Die kennen euch irgendwie und die fänden das toll, wenn ihr rüberkommt. Und wir haben diesen Brief überhaupt nicht ernst genommen und halt zurückgeantwortet, ja, ja, schickt uns die Tickets und wir sind da. Und damit war das Thema für uns durch. Und ja, ein paar Wochen später kamen diese Tickets an und man hat uns wirklich eingeladen und die Flüge bezahlt. Und das war halt für uns der Entschluss zu sagen, okay, dann wollen wir jetzt auch rüberfliegen und uns für die Tickets bedanken. Und als wir dort ankommen, das war wirklich unglaublich, schon an der Grenze wussten die Grenzbeamten, wer wir sind, dass wir eine Rockband sind, aus Deutschland kommen und die waren so unglaublich freundlich, und es schlug uns eine Welle der Begeisterung und Gastfreundschaft entgegen, mit der wir nie gerechnet hätten. Und ich selber habe mich für mich selber so geschämt, dass ich mit diesem Land vorher nichts anfangen konnte. In meiner Vorstellung dachte, die sind alle gemein hier oder unsympathisch. Es war der Moment, wo ich mir sagte, du bildest dir nie wieder ein Urteil über ein Land, in dem du nicht selbst gewesen bist. Und es erreichte uns also diese Welle der Euphorie. Wir haben einen sehr schönen Abend, eine sehr schöne Show dort gespielt und ich glaube, das hat den Leuten dann auch unglaublich gefallen. Man darf nicht vergessen, dass wir 1993 unseren ersten Auftritt dort hatten, unmittelbar nach dem Zusammenbruch der Rechtsdiktatur in Argentinien. Es war die Zeit, in der die amerikanischen Bands dort nicht hingefahren sind, weil es kein Geld zu verdienen gab. Die britischen Bands sind nicht da gewesen wegen des gerade gelaufenen Krieges. Und insofern waren wir für die wie so eine Offenbarung. Da kommen die toten Hosen aus Europa, sind aus Deutschland. Naja, egal. Hauptsache ein anderer Kontinent. Und so wurden wir da auch dementsprechend abgefeiert und wir kamen da an mit unseren Crazy Colors, Haarfrisuren, Rot, Gelb, Grün. Diese Farben gab es damals in Südamerika auch gar nicht. Insofern sind wir natürlich auf der Straße auch immens aufgefallen und es gab überall Auflauf, wo wir gerade langgelaufen sind und das hat natürlich da alles sozusagen dafür gesorgt, dass das ein wirklicher Aufstand war, unser erster Besuch in Argentinien. Und es hätte ja an sich auch einfach bei so einem einmaligen Erlebnis bleiben können, über das man gerne auch 20, 30 Jahre später noch bei einem Bier spricht, aber es ist gewachsen und gewachsen und gewachsen. Von wem kam da der ausschlaggebende Punkt, dass das keine einmalige Geschichte bleibt? Ja, schwer zu erklären. Wir haben inzwischen 19 Tourneen dort gespielt und es ist wirklich irre gewesen, dass die Menschen uns dort auch nicht vergessen haben. Wollten uns immer wieder einladen. Normalerweise kennt man das ja, wenn eine Band zum fünften Mal kommt, sagen die meisten dann auch schon wieder die und so, können wir nicht mal ein paar andere sehen. Aber in Argentinien war das eher so, hey, hast du es schon gehört? Die Toten Hosen kommen zurück, die finden uns wirklich auch gut und so. Wir bedeuten denen was. Und das hat sich so gegenseitig hochgepeitscht. Und es war in Argentinien auch viel bekannter, dass wir ein freundschaftliches Verhältnis zu den Ramones hatten. Und die Ramones galten in Südamerika, hatten so einen Stellenwert wie die Rolling Stones. Also es war eine Überband, gerade in Argentinien. Und wir haben mit denen dort hin und wieder gemeinsame Radioshows gemacht, waren, einmal zufällig zum selben Zeitpunkt dort, als sie auf Tour waren und dann haben sie uns schließlich zu ihrem Abschiedskonzert in Südamerika, also im River Plate Stadium eingeladen, zusammen mit IG Pop, und das war die Nacht, in der 50.000 Ramones-Fans standen und gesagt haben, wenn es die Ramones nicht mehr gibt, dann sollen halt die Toten Hosen unsere neue Lieblingsband sein Und danach. Waren dann die Verhältnisse völlig anders gesetzt. Auf jeden Fall großartig, wenn man das von außen beobachtet, wie es eine Band aus Deutschland geschafft hat, dort so gefeiert zu werden. Und ich habe einfach immer diese glücklichen Menschen vor Augen, wenn ich an euch und Argentinien denke und wie sie die Hotels belagert haben und so weiter und so fort. Was das für eine... Was für eine Stimmung da jedes Mal ist. Ich finde das einfach nur toll und faszinierend, das zu sehen. Es ist auch ein Riesenabschnitt, es ist ein Riesenkapitel in unserer DNA geworden. Und die Tatsache, dass wir jetzt im Herbst dort unser allerletztes Konzert spielen, das bereitet mir schon ein mulmiges Gefühl. Ich weiß, dass es richtig ist, weil ich möchte, dass die Leute sich an die toten Hosen erinnern, die immer Vollgas gegeben haben, die nie geschwächelt haben. Und das können wir jetzt auch noch liefern. Aber dann denke ich, ist es der richtige Moment, Adios zu sagen. Und das wird uns nahe gehen und das ist eine erste Übung für den Moment, wo das dann auch in Deutschland der Fall sein wird irgendwann. Lass uns über euer erstes Nummer 1 Album sprechen, 1990, auf dem Kreuzzug ins Glück. Ein Doppelalbum, also wieder sehr ambitioniert. Irgendwie vielleicht auch logisch, denn man musste ja irgendwas liefern nach ein kleines bisschen Horrorshow. Da könnte ja nicht irgendein Album kommen oder hat sich das einfach so ergeben? Ich glaube, da hielten unsere Vorbilder The Clash auch wieder eine Rolle. Die hatten mit London Calling ein Doppelalbum aufgenommen, ein fantastisches. Absolut. Und dann sogar noch ein Triple-Album nachgelegt mit der Platte Sandinistra, die zugegebenermaßen. Nicht so dolle war. Da waren eine ganze Menge Fülllieder drin. Es wäre ein knackiges, gutes, normales Album geworden. Aber wir waren davon natürlich inspiriert, ebenfalls vorzugeben, dass wir gar nicht wohin wussten mit unseren neuen Songs und haben dann alles reingehauen. Ich bin mir nicht sicher, ob das eine gute Idee war, da ein Doppelalbum draus zu machen. Das wäre wahrscheinlich auch als einzelnes Album stärker und kompakter gewesen. Aber das war unsere Laune und wir haben uns da auch ausgetobt mit dieser Willi-Trilogie. Wir haben Gerhard und die Wellbrüder gefragt, ob die nicht mit uns. Für uns so eine kleine Einlage geben würden. Also insgesamt hat das schon gepasst, aber auch dieses Album hat meiner Meinung nach inhaltlich gesehen schon ein paar Leerstellen, dass das, Das würden wir so heute nicht mehr machen, aber für damals war es okay. Vor allem, was auch wieder richtig gut produziert und das zieht sich ja so ein bisschen durch, durch die Totenhosengeschichte. Also man hört, auch wenn man es nicht weiß, dass euch das wichtig ist, dass das Ding richtig gut am Ende über die Lautsprecher kommt, oder? Das ist in der Tat so. Rückblickend würde ich sagen, es muss eine Phase gewesen sein, in der in der Szene so hallunnamig angesagt war. ein großer Raum. Heute, wenn ich diese Scheibe nochmal neu, wenn wir die nochmal neu aufnehmen würden, dann würden wir garantiert den Sound erdiger halten und direkter und das nicht alles so irgendwie mit so großen Soundräumen ausstopfen. Da geht auch eine Menge Kraft verloren. Aber zur damaligen Zeit war das schon ein sehr ordentlicher Schritt und ich erinnere mich auch, dass wir mit unserem großen Held und Freund Honest John Plain von den Boys. Da ein Lied eingespielt haben, New Guitar in Town und First Time, das hat uns alles unheimlich viel Spaß gemacht und war irgendwie eine Platte, bei der wir während der Aufnahmen wirklich eine gute Zeit hatten. Auf jeden Fall ein kunterbuntes Album, auf der so gefühlt jede Facette von den Toten Hosen bedient wurde. Wir haben uns jetzt mal für die Folge als Überschrift genommen, den Song All die ganzen Jahre. Möchtest du noch ein paar Worte dazu sagen? Gilt für mich bis heute zu einem der gelungensten Lieder dieser Scheibe, ist auch immer wieder im Lifeset zu finden. Da hat es wieder so geklappt, dass ich ein Lied schreibe, in dem ich selbst Erlebtes verarbeite, aber es funktioniert trotzdem für jeden anderen, ohne sozusagen den Subtext zu verstehen, sondern jeder hat da so seine eigenen Bilder zu und deshalb bin ich sehr glücklich mit diesem Lied. Hör dir die Playlist an, hör dir die Songs an zur Podcast-Reihe mit Gampino über die Geschichte der Toten Hosen, haben wir dir in der Caption verlinkt. In der nächsten Folge ist der Fokus die erste Hälfte der 90er, eine Zeit der Toten Hosen, der der Band so gefühlt alles gelangt. Man hatte das Gefühl, nichts könne diese Gruppe aufhalten. Erinnerst du dich zum Beispiel an die Support-Shows für U2? Ehrensache, dass es da die eine oder andere Anekdote gibt. Bin ich dann auf diesen Laufstieg gerannt und spüre plötzlich, wie von hinten jemand an meinem Mikrofonkabel zieht. Und der Roadie oder der Bündentechniker von U2 holt mich rein, wie man vielleicht einen Fisch mit der Angel reinzieht. Es war jedenfalls unglaublich. Also vor ausverkauften Haus, vor 60.000 Leuten zieht mich jemand an meinem Mikrofonkabel zurück auf den Bühnenbereich. Der Star FM Rock Talk, heute mit Campino und 10 Songs für ein Halleluja.