Latest / Friedrich Nietzsche Podcast in Deutsch / Menschliches, Allzumenschliches I - Siebentes Hauptstück - 377-394
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- 0:00Unterkapitel 377 das vollkommene Weib Nietzsche stellt hier einen
- 0:07interessanten Vergleich an. Er sagt, dass eine Frau, die
- 0:11vollkommen ist, ein höherer Typus Mensch ist als ein
- 0:14vollkommener Mann mit Diditypus meint er hier eine Art oder eine
- 0:18Form des Menschseins, er sieht in der perfekten Frau also etwas
- 0:22feineres oder Höheres, allerdings fügt er sofort eine
- 0:26Einschränkung hinzu. Ein solch vollkommenes Weib ist
- 0:30auch viel seltener zu finden als ein vollkommener Mann.
- 0:33Um diese Behauptung zu stützen, verweist er auf die
- 0:36Naturwissenschaft der Tiere. Er meint damit, dass man auch im
- 0:40Tierreich beobachten könne, dass die weibliche Form oft eine
- 0:43komplexere oder spezialisiertere Entwicklung darstellt als die
- 0:46männliche Unterkapitel 378, Freundschaft und Ehe.
- 0:55In diesem Abschnitt spricht Nietzsche über den Zusammenhang
- 0:57von Freundschaft und einer glücklichen Ehe.
- 1:01Er behauptet, dass derjenige, der ein guter Freund sein kann,
- 1:04wahrscheinlich auch die beste Ehefrau bekommen wird.
- 1:07Der Grund dafür ist laut Nietzsche, dass eine gute Ehe im
- 1:10Grunde auf einem Talent für Freundschaft beruht, die
- 1:13romantische Liebe ist für ihn also weniger wichtig für den
- 1:15langfristigen Erfolg einer Ehe als die Fähigkeit, ein guter
- 1:18Kamerad und Freund zu sein. Unterkapitel 379.
- 1:25Fortleben der Eltern hier geht es um die psychologische
- 1:29Erbschaft, die Kinder von ihren Eltern mitbekommen.
- 1:32Nietzsche sagt, dass ungelöste Probleme der Eltern im Kind
- 1:35weiterleben, er nennt dies unaufgelöste, Dissonanzen, eine
- 1:39Dissonanz ist eigentlich ein Missklang in der Musik, hier
- 1:42aber meint es Konflikte, charakterliche Spannungen oder
- 1:45unausgesprochene Probleme zwischen Vater und Mutter.
- 1:48Diese Spannungen klingen im Wesen des Kindes weiter und
- 1:51bilden den Kern seiner inneren Leidensgeschichte.
- 1:54Das Kind trägt also die seelischen Lasten der Eltern in
- 1:57sich aus. Unterkapitel 380 von der Mutter
- 2:02her Nietzsche erklärt in diesem kurzen Abschnitt, wie das Bild,
- 2:07das ein Mann von Frauen im Allgemeinen hat, entsteht, er
- 2:10sagt, dass jeder Mann das Bild der Frau von seiner eigenen
- 2:13Mutter her in sich trägt, das bedeutet, dass die Erfahrungen,
- 2:17die er mit seiner Mutter gemacht hat, bestimmen, wie er später
- 2:20Frauen behandelt. Je nach dieser Erfahrung wird er
- 2:24Frauen entweder verehren, sie gering schätzen, also wenig
- 2:27achten oder ihnen gegenüber im Allgemeinen gleichgültig sein.
- 2:31Die Mutter prägt also die grundlegende Einstellung des
- 2:34Mannes zum weiblichen Geschlecht, Unterkapitel 381 die
- 2:41Natur korrigieren dieser Ratschlag bezieht sich auf die
- 2:45Vaterfigur Nietzsche sagt, Wenn man von Natur aus keinen guten
- 2:49Vater hat, dann sollte man sich einen anschaffen.
- 2:53Damit meint er natürlich nicht, dass man seinen biologischen
- 2:55Vater austauschen kann. Er meint vielmehr, dass man sich
- 2:59Vorbilder, Mentoren oder geistige Väter suchen soll, die
- 3:02die Rolle eines guten Vaters übernehmen und so das
- 3:05korrigieren, was die Natur oder die biologische Abstammung
- 3:08versäumt hat. Unterkapitel 382 Väter und Söhne
- 3:17Nietzsche äußert hier einen kritischen Gedanken über die
- 3:19Vaterschaft. Er sagt, dass Väter sehr viel
- 3:22tun müssen, um es wieder gut zu machen, dass sie Söhne haben.
- 3:26Das klingt so, als ob allein die Tatsache, einen Sohn in die Welt
- 3:29gesetzt zu haben, eine Art Schuld oder Fehler sei, den der
- 3:32Vater durch Erziehung und Fürsorge ausgleichen muss.
- 3:35Es deutet auf die enorme Verantwortung hin, die ein Vater
- 3:38trägt und vielleicht auch auf das Leid, dass das Leben für den
- 3:41Sohn bereithalten könnte. Unterkapitel 383 Irrtum
- 3:48vornehmer Frauen. Hier kritisiert Nietzsche die
- 3:52Einstellung von Frauen aus der Oberschicht, also vornehmen
- 3:56Frauen. Er sagt, diese Frauen glauben,
- 3:59dass eine Sache gar nicht existiert, wenn man in feiner
- 4:02Gesellschaft nicht darüber sprechen kann, sie verwechseln
- 4:05also die gesellschaftlichen Regeln des Schweigens und der
- 4:08Höflichkeit mit der Realität, wenn ein Thema tabu ist, dann
- 4:12reden sie sich ein, dass das Problem auch in der Wirklichkeit
- 4:15nicht da ist. Das ist ihr Irrtum.
- 4:17Sie blenden die Realität aus, um ihre heile Welt zu bewahren.
- 4:22Unterkapitel 384 eine Männerkrankheit ne Nietzsche
- 4:27spricht hier von einer speziellen Krankheit der Männer,
- 4:30der Selbstverachtung, das ist der Zustand, wenn ein Mann sich
- 4:34selbst nicht mag oder sich minderwertig fühlt, er sagt, das
- 4:38sicherste Mittel gegen diese Krankheit ist es, von einer
- 4:41klugen Frau geliebt zu werden, die Liebe einer intelligenten
- 4:44Frau gibt dem Mann seinen Selbstwert zurück.
- 4:47Und heilt ihn von seiner Selbstverachtung.
- 4:50Unterkapitel 385 eine Art der Eifersucht in diesem Abschnitt
- 4:58geht es um Mütter und ihre Söhne.
- 5:00Nietzsche beobachtet, dass Mütter oft leicht eifersüchtig
- 5:03auf die Freunde ihrer Söhne sind, das passiert besonders
- 5:06dann, wenn diese Freunde sehr erfolgreich sind.
- 5:09Der Grund dafür ist laut Nietzsche sehr egoistisch.
- 5:13Eine Mutter liebt in ihrem Sohn oft mehr sich selbst als den
- 5:16Sohn als eigenständige Person. Wenn der Sohn nun erfolgreiche
- 5:19Freunde hat, fühlt sie sich vielleicht in ihrem
- 5:21Besitzanspruch auf den Sohn bedroht oder in ihrer eigenen
- 5:25Eitelkeit gekränkt. Unterkapitel 386 vernünftige
- 5:31Unvernunft Nietzsche beschreibt hier ein dunkles Gefühl, das
- 5:35einen Menschen überkommen kann, wenn er älter und reifer wird,
- 5:39er nennt es. In der Reife des Lebens und des
- 5:42Verstandes. Dann kann der Mensch das Gefühl
- 5:45bekommen, dass sein Vater Unrecht hatte, ihn überhaupt zu
- 5:48zeugen. Das ist ein Ausdruck von
- 5:50Pessimismus, der Mensch erkennt das Leid des Lebens und denkt,
- 5:55es wäre vielleicht besser gewesen, gar nicht erst geboren
- 5:58worden zu sein, Nietzsche nennt dies eine vernünftige
- 6:01Unvernunft, weil es zwar logisch aus dem Leid gefolgert werden
- 6:04kann, aber gegen den Lebenswillen steht Unterkapitel.
- 6:10387 mütterliche Güte hier unterscheidet Nietzsche 2 Arten
- 6:17von mütterlicher Güte, also Freundlichkeit und Fürsorge.
- 6:21Er sagt, manche Mütter brauchen Glückliche und geehrte Kinder,
- 6:24um ihre Güte zu zeigen, andere Mütter hingegen brauchen
- 6:28unglückliche Kinder nur wenn das Kind leidet oder Probleme hat,
- 6:32können diese Mütter ihre Art der Fürsorge und Güte ausleben.
- 6:36Das deutet darauf hin, dass manche Mütter das Unglück ihrer
- 6:38Kinder brauchen. Um sich selbst als gute Mutter
- 6:41fühlen zu können. Unterkapitel 388 verschiedene
- 6:47Seufzer ne, Nietzsche macht sich hier über Männer lustig, deren
- 6:51Frauen ihnen untreu waren oder weggenommen wurden.
- 6:55Er sagt, einige Männer seufzen traurig darüber, dass ihre
- 6:58Frauen entführt wurden, die meisten Männer aber seufzen
- 7:01darüber, dass niemand ihre Frauen entführen wollte.
- 7:04Das ist ein zynischer Scherz darüber, dass viele Männer in
- 7:07ihren Ehen unglücklich sind und froh wären, wenn sie ihre Frauen
- 7:10los würden. Unterkapitel 389 Liebesheiraten
- 7:18Nietzsche spricht über Ehen, die aus Liebe geschlossen werden im
- 7:22Gegensatz zu arrangierten Ehen, er sagt, solche Liebesheiraten
- 7:26haben den Irrtum zum Vater und die Not zum Mutter, Not bedeutet
- 7:31hier ein starkes Bedürfnis. Oft ein sexuelles Bedürfnis er
- 7:35meint damit, dass romantische Ehen oft auf einer Täuschung,
- 7:38dem Irrtum, basieren und aus einem drängenden Bedürfnis
- 7:41heraus geschlossen werden, was keine gute Grundlage für eine
- 7:44dauerhafte Verbindung ist. Er stellt diese Art der Ehe also
- 7:47als weniger stabil dar, als Vernunftehen unter Kapitel 390
- 7:53Frauenfreundschaft. Hier geht es um die Frage, ob
- 7:57Frauen und Männer Freunde sein können, Nietzsche sagt.
- 8:02Ja, Frauen können sehr gut eine Freundschaft mit einem Mann
- 8:04schließen. Aber damit diese Freundschaft
- 8:07auch bestehen bleibt und nicht in Liebe oder eine Affäre
- 8:09umschlägt, muss wohl eine kleine physische Antipathie mithelfen.
- 8:14Antipathie ist das Gegenteil von Sympathie, also eine körperliche
- 8:17Abneigung, es muss also ein kleines bisschen körperliches
- 8:20Nichtgefallen da sein, damit die Freundschaft rein platonisch
- 8:24bleibt, Unterkapitel 391 Langeweile.
- 8:32Nietzsche behauptet, dass viele Menschen, und er nennt hier
- 8:35namentlich die Frauen, keine Langeweile empfinden.
- 8:38Der Grund dafür ist seiner Meinung nach, dass sie nie
- 8:41gelernt haben, ordentlich zu arbeiten.
- 8:44Wer harte, regelmäßige Arbeit kennt, der kennt auch das Gefühl
- 8:47der Lehre, wenn diese Arbeit wegfällt, die Langeweile wer
- 8:51aber nie richtig in Arbeitsprozesse eingebunden war,
- 8:54wie es für viele Frauen seiner Zeit und Gesellschaftsschicht
- 8:56galt, der kennt diesen Zustand der Langeweile gar nicht.
- 9:01Unterkapitel 392 ein Element der Liebe Nietzsche analysiert die
- 9:09weibliche Liebe. Er sagt, egal welche Art von
- 9:12Liebe eine Frau empfindet, sei es, zu einem Mann, zu einer
- 9:15Sache oder zu Freunden, es kommt darin immer auch ein Stück
- 9:19mütterliche Liebe zum Vorschein, das bedeutet, dass im Lieben
- 9:22einer Frau immer auch der Aspekt des Umsorgens, Beschützens und
- 9:26Nährens enthalten ist. Ähnlich wie bei einer Mutter zu
- 9:29ihrem Kind. Unterkapitel 393 die Einheit des
- 9:35Ortes und das Drama dieser Titel spielt auf Theaterregeln an,
- 9:41Einheit von Ort, Zeit und Handlung.
- 9:44Nietzsche wendet das auf die Ehe an, er sagt, Wenn Ehepaare nicht
- 9:48ständig zusammenleben würden Einheit des Ortes, dann gäbe es
- 9:52mehr gute Ehen. Er meint damit, dass das
- 9:55ständige Aufeinanderhocken im Alltag die Beziehung belastet.
- 9:59Ein bisschen Abstand würde vielen Ehen gut tun und das
- 10:02Drama den Streit verhindern. Unterkapitel 394 Gewöhnliche
- 10:09Folgen der ehe Nietzsche beschreibt, wie sich Ehepartner
- 10:14gegenseitig beeinflussen, er stellt die Regel auf, dass jeder
- 10:17Umgang, der einen nicht nach oben zieht, einen nach unten
- 10:20zieht, in der Ehe passiert laut Nietzsche oft folgendes.
- 10:24Die Männer sinken etwas ab, sie verlieren vielleicht etwas von
- 10:27ihrem geistigen Anspruch. Die Frauen hingegen werden durch
- 10:30den Umgang mit den Männern etwas gehoben, sie bilden sich weiter,
- 10:34weil geistig hochstehende Männer spüren, dass die ehe sie
- 10:37herabziehen könnte, wehren sie sich oft dagegen, sie brauchen
- 10:41die Ehe zwar, aber sie widerstreben ihr wie einer
- 10:44bitteren, unangenehmen Medizin.