Latest / La Guri Vision® - The Podcast / Episode 4 - Die Kunst, durch Präsenz Synchronizität & Alignment zu kultivieren
Transcript
- 0:01SPEAKER_00: Willkommen bei La Guri Vision, der Podcast.
- 0:04SPEAKER_00: Mein Name ist Meliha Guri und hier wird es um moderne Spiritualität,
- 0:09SPEAKER_00: Embodied Energetics, Contemporary Healing und unsere Human Experience gehen.
- 0:15SPEAKER_00: Ich nehme dich mit unter die Oberfläche von dem,
- 0:18SPEAKER_00: was du fühlst, lebst und Das darf tief gehen, verspielt sein und auch leicht sein.
- 0:22SPEAKER_00: Schön, dass du hier bist.
- 0:41SPEAKER_00: In der letzten Folge ging es um das,
- 0:43SPEAKER_00: was wir von unseren Ahnen erben und darum,
- 0:50SPEAKER_00: dass auch viele alte Traditionen längst wussten, dass einiges vererbt wird.
- 0:59SPEAKER_00: Heute schauen wir uns an,
- 1:01SPEAKER_00: was mit diesen Traditionen passiert,
- 1:03SPEAKER_00: wenn sie zum Trend oder einer Marke werden oder einem ganzen Markt werden.
- 1:08SPEAKER_00: In diesem Zuge will ich vor allem auch über Präsenz und Synchronicität sprechen
- 1:16SPEAKER_00: und warum so viel von dem,
- 1:18SPEAKER_00: was wir heute spirituell nennen oder bewusst, aware, zur Performance geworden ist.
- 1:26SPEAKER_00: Ich lasse ja immer wieder durchblicken,
- 1:28SPEAKER_00: dass ich mich in dieser kommerziellen und kommerzialisierten Spiri-Bubble
- 1:35SPEAKER_00: und Wellnessindustrie nicht ganz zu Hause fühle und ich habe immer
- 1:41SPEAKER_00: einen recht strengen Blick darauf.
- 1:44SPEAKER_00: Aber ich kann mich auch nicht komplett rausnehmen oder drüber stellen.
- 1:48SPEAKER_00: Am Ende des Tages bin ich genauso ein Teil davon.
- 1:52SPEAKER_00: Sei es Bali, Tulum in Mexiko, Copenhagen in Thailand, halb Kalifornien.
- 2:00SPEAKER_00: Überall dort sind über die letzten Jahrzehnte spirituelle Bubbles entstanden.
- 2:06SPEAKER_00: Man könnte die Orte fast austauschen und es würde kaum auffallen.
- 2:31SPEAKER_00: Ich denke, ihr habt alle ein Bild im Kopf, was ich damit meine.
- 2:34SPEAKER_00: Im digitalen Raum sieht es nicht viel anders aus.
- 2:38SPEAKER_00: Vielleicht ändert sich mal die Sprache oder das Design, aber...
- 2:43SPEAKER_00: Es ist eindeutig und es ist auch ein zweischneidiges Schwert.
- 2:47SPEAKER_00: Auf der einen Seite brauchen wir so viel mehr Heilung,
- 2:51SPEAKER_00: Guidance und Bewusstsein in der Welt und auf
- 2:55SPEAKER_00: der anderen Seite bräuchte es weniger Oberflächlichkeit,
- 2:58SPEAKER_00: heiße Luft und Kommerz und wesentlich mehr Tiefe.
- 3:02SPEAKER_00: Was sich durch all diese Orte durchzieht, ist immer das gleiche Muster, egal wo auf der Welt.
- 3:07SPEAKER_00: Es ist wurscht, ob das jetzt in Wien, Berlin, München, London, New York ist.
- 3:11SPEAKER_00: Sonst wo ist, es ist das performative Verhalten.
- 3:15SPEAKER_00: Du kannst heute mit wenigen Klicks jegliche Art von Zeremonie buchen,
- 3:20SPEAKER_00: sei das jetzt eine Kakao-Zeremonie,
- 3:22SPEAKER_00: ein Soundbath,
- 3:24SPEAKER_00: eine Breathwork-Session,
- 3:29SPEAKER_00: ein Retreat-Wochenende am Meer oder auch eine Plant-Medicine-Zeremonie.
- 3:35SPEAKER_00: Im Dschungel bekommst du alles online und Teilweise auch in deiner Stadt
- 3:41SPEAKER_00: und auch gleich mit einer Google-Bewertung dazu und vielleicht auch noch
- 3:45SPEAKER_00: eine Refund Policy im Hintergrund.
- 3:48SPEAKER_00: Bei manchen Zeremonien filmt der Guide sogar mit,
- 3:51SPEAKER_00: macht gleich deinen Instagram-Content und somit hast du die perfekte Erinnerung
- 3:57SPEAKER_00: oder gleich deinen Social-Media-Content.
- 4:00SPEAKER_00: Genauso leicht könntest du morgen auch schon deine eigene Zertifizierung machen
- 4:05SPEAKER_00: für eines dieser Offerings und dich selbst Spaceholder nennen,
- 4:09SPEAKER_00: ohne es jemals zuvor wirklich gemacht zu haben.
- 4:13SPEAKER_00: Mittlerweile gehört diese Branche zu den größten der Welt.
- 4:16SPEAKER_00: Der Spiritual und Mental Wellness Sektor hat alleine in den USA einen Umfang
- 4:22SPEAKER_00: von rund 125 Milliarden US-Dollar.
- 4:28SPEAKER_00: Das sind viele Nullen.
- 4:31SPEAKER_00: Ausgeschlachtet wird es von allen Seiten, ob das jetzt große Namen sind oder
- 4:38SPEAKER_00: Schauspieler,
- 4:39SPEAKER_00: ich denke,
- 4:40SPEAKER_00: wir wissen alle,
- 4:41SPEAKER_00: wen ich damit meine,
- 4:43SPEAKER_00: die dann Lifestyle-Marken kreieren,
- 4:48SPEAKER_00: eigene Kristalle,
- 4:49SPEAKER_00: Räucherwerk,
- 4:50SPEAKER_00: ganze Rituale,
- 4:51SPEAKER_00: alles in der perfekten Ästhetik und das irgendwie zu Preisen
- 4:57SPEAKER_00: wie Sammlerhandtaschen verkaufen.
- 5:01SPEAKER_00: Es gibt auch riesengroße Coaches, die mittlerweile Stadien füllen.
- 5:07SPEAKER_00: Auch da, bin ich mir sicher, kennt jeder die eine oder andere Person.
- 5:16SPEAKER_00: Zehntausende Menschen hüpfen gleichzeitig im Takt in einem Stadion,
- 5:20SPEAKER_00: schreien sich in einen Trance-Zustand,
- 5:23SPEAKER_00: meditieren gemeinsam für ein paar Stunden und Man fühlt sich,
- 5:29SPEAKER_00: als hätte einem jemand neues Leben eingehaucht.
- 5:33SPEAKER_00: Zumindest für ein paar Stunden oder ein paar Tage.
- 5:36SPEAKER_00: Doch dann schleicht sich der Alltag oft wieder ein und man bucht halt
- 5:40SPEAKER_00: das nächste Event für das nächste High.
- 5:44SPEAKER_00: Was dabei in den Hintergrund rückt ist,
- 5:46SPEAKER_00: dass diese Praktiken oft aus Kulturen stammen,
- 5:50SPEAKER_00: in der sie über Generationen gewachsen sind und weitergegeben wurden.
- 5:55SPEAKER_00: Wenn wir sie einfach herauslösen,
- 5:57SPEAKER_00: vereinfachen,
- 5:59SPEAKER_00: irgendwie schön fotografieren, Lifestyle-Trends daraus machen, dann verwässern wir.
- 6:05SPEAKER_00: Nicht nur,
- 6:06SPEAKER_00: sondern eignen uns auch wirklich jahrtausendealtes Kulturgut an für
- 6:11SPEAKER_00: eine vermeintlich bewusste Praxis,
- 6:14SPEAKER_00: aber eigentlich ist sehr viel davon eine Form des Entertainments und Quickfixes.
- 6:21SPEAKER_00: Die Integritätsfrage stelle ich mir selbst immer wieder.
- 6:24SPEAKER_00: Ich sitze hier nicht nur im Glashaus und schmeiße mit Steinen.
- 6:29SPEAKER_00: Ich lebe zeitweise in genau so einer Bubble und arbeite auch
- 6:33SPEAKER_00: in genau dieser Ökonomie, die ich gerade beschrieben habe.
- 6:36SPEAKER_00: Ich habe mit Reiki begonnen,
- 6:38SPEAKER_00: Reiki gelernt und Schamanismus,
- 6:40SPEAKER_00: danach noch energetische Aufstellungsarbeit, Emotional Vision.
- 6:45SPEAKER_00: Ich gehe auch immer tiefer in die somatische Arbeit und Kinesiologie,
- 6:49SPEAKER_00: um auch wirklich sattelfest für die Themen zu sein, die ich mit euch behandle.
- 6:54SPEAKER_00: Ich habe die letzten Jahre meines Lebens fast zur Gänze dieser Arbeit gewidmet.
- 6:59SPEAKER_00: Vieles davon,
- 7:00SPEAKER_00: was es heute unter La Guri Vision gibt,
- 7:03SPEAKER_00: wird so definitiv nicht existieren,
- 7:07SPEAKER_00: wenn ich nach der Norm gelebt hätte,
- 7:09SPEAKER_00: die von einer 30-plus-Frau
- 7:15SPEAKER_00: Und vieles würde ich nicht in dieser Tiefe machen können,
- 7:19SPEAKER_00: vieles würde in dieser Tiefe nicht existieren,
- 7:21SPEAKER_00: wenn ich mir nicht die Zeit genommen hätte,
- 7:24SPEAKER_00: in Alignment mit dem zu kommen,
- 7:27SPEAKER_00: was ich lehre, was ich von mir gebe und welche Themen ich überhaupt behandle.
- 7:34SPEAKER_00: Unsere Welt und auch unsere Bedürfnisse verändern sich so extrem schnell, dass man irgendwie...
- 7:40SPEAKER_00: Ich verwende vieles längst nicht mehr auf diese Art und Weise, wie ich sie gelernt habe.
- 7:55SPEAKER_00: Es hat mit der Zeit natürlich meinen eigenen Twist bekommen,
- 8:00SPEAKER_00: der sich für mich richtig anfühlt und integer vor allem ist.
- 8:07SPEAKER_00: Es kann und sollte sich mit der Zeit eine ehrliche eigene Sprache entwickeln in dieser Arbeit.
- 8:16SPEAKER_00: Es kann aber auch Ich lebe ja mittlerweile einen Teil des Jahres selbst auf Bali.
- 8:38SPEAKER_00: Aber für mich gab es damals einen Grund, warum ich überhaupt nicht hierher wollte.
- 8:45SPEAKER_00: Ich wollte vor allem kein Teil dieses spirituellen Tourismus werden oder
- 8:51SPEAKER_00: von irgendeiner Spirit Bubble.
- 8:54SPEAKER_00: Umso mehr nervt es mich dann,
- 8:55SPEAKER_00: wenn wer sagt,
- 8:56SPEAKER_00: das passt doch perfekt für dich, du passt perfekt dort hinein mit deiner Arbeit.
- 9:01SPEAKER_00: Ich praktiziere hier nicht und ich nehme mich ganz bewusst aus diesen Kreisen heraus.
- 9:06SPEAKER_00: Ich habe zwar einiges ausprobiert, aber das meiste ist nett für Touristen.
- 9:11SPEAKER_00: Wurscht, ob die jetzt random da rein stolpern in solche Sachen.
- 9:17SPEAKER_00: Oder spirituell sind und spezifisch danach suchen.
- 9:21SPEAKER_00: Mir persönlich ist es einfach viel zu flach und
- 9:24SPEAKER_00: mit den immer selben hohlen Phrasen ausgeschmückt.
- 9:27SPEAKER_00: Ich bin ursprünglich aus anderen Gründen hergekommen.
- 9:31SPEAKER_00: Die wirklich nichts mit ein paar westlichen Hippies zu tun haben,
- 9:35SPEAKER_00: die sich dann irgendwie Priesterinnen und Heilerinnen nennen.
- 9:41SPEAKER_00: Aber das können wir ein anderes Mal besprechen in einer anderen Episode und dort tiefer gehen.
- 9:48SPEAKER_00: Wenn ihr dazu Fragen habt oder irgendetwas wissen möchtet, schickt sie mir gerne.
- 9:54SPEAKER_00: Entweder als Kommentar hier darunter oder per E-Mail oder Instagram.
- 10:01SPEAKER_00: Fakt ist,
- 10:02SPEAKER_00: und darüber habe ich auch schon in der ersten Episode gesprochen,
- 10:05SPEAKER_00: dass ich nicht gegen mein eigenes Calling,
- 10:09SPEAKER_00: weder das Berufliche in diese Richtung zu gehen,
- 10:13SPEAKER_00: noch nach Bali zu gehen, ankämpfen konnte.
- 10:16SPEAKER_00: Und das war bitte jetzt kein Calling im Sinne von,
- 10:19SPEAKER_00: mir hat das geholfen oder mir hat eine dieser Techniken geholfen und ich sehe,
- 10:23SPEAKER_00: wie lukrativ es ist, deshalb will ich das jetzt auch machen.
- 10:28SPEAKER_00: Und es war auch sicher nicht, ich sehe den Lifestyle und ich will das auch.
- 10:33SPEAKER_00: Ich habe mir das nicht bewusst ausgesucht, beides nicht.
- 10:36SPEAKER_00: Der Trip nach Bali war zum einen der Wunsch nach einer Auszeit,
- 10:41SPEAKER_00: nach mehr als vier Jahren konstanten Aufbau.
- 10:47SPEAKER_00: Ich wusste,
- 10:47SPEAKER_00: ich will im Winter für ein,
- 10:48SPEAKER_00: zwei Monate nach Asien, irgendwo hin, wo es warm ist, ans Meer.
- 10:53SPEAKER_00: Wenn ich mich zurückerinnere,
- 10:55SPEAKER_00: habe ich sicher über einen Zeitraum von über ein,
- 10:59SPEAKER_00: eineinhalb Jahren, Aber trotzdem ständig Bali gehört.
- 11:03SPEAKER_00: Und ich wusste absolut gar nichts über die Tiefe der Kultur und wie krass die Energie hier ist.
- 11:09SPEAKER_00: Ich habe mich vorab auch nicht groß informiert,
- 11:12SPEAKER_00: weil ich dann doch zu beschäftigt war, irgendwie eine nette Unterkunft zu finden.
- 11:16SPEAKER_00: Erst als ich gelandet bin, hier angekommen bin, hat es langsam zum Sickern angefangen.
- 11:23SPEAKER_00: Und dann wusste ich auch schon in den ersten zwei Wochen, Ich ziehe hierher.
- 11:29SPEAKER_00: Es hat schon die Wochen vor der Abreise begonnen, aber ich konnte es nicht zuordnen.
- 11:34SPEAKER_00: Ich konnte spüren, dass irgendwas Großes anrollt, aber...
- 11:41SPEAKER_00: Ich konnte absolut nicht einmal ansatzweise mir vorstellen, was kommen würde.
- 11:49SPEAKER_00: Ich will mein Calling auch überhaupt nicht über das andere stellen.
- 11:53SPEAKER_00: Es geht vielmehr darum, das Gespräch hin zu Integrität zu öffnen.
- 11:58SPEAKER_00: Zwei Punkte, die ich damit sagen will.
- 12:01SPEAKER_00: Erstens, diese Branche hat eine verdammt große Nachfrageseite.
- 12:05SPEAKER_00: Je unsicherer die Zeiten werden,
- 12:07SPEAKER_00: umso mehr sehnt sich der Mensch nach irgendeiner Form von Halt und Sicherheit auch
- 12:13SPEAKER_00: auf spiritueller Ebene.
- 12:15SPEAKER_00: Die einen wenden sich Religion zu,
- 12:17SPEAKER_00: andere der Politik wieder,
- 12:18SPEAKER_00: andere werden einfach taub und dann gibt es halt noch jene,
- 12:21SPEAKER_00: die sich von Spiritualität angezogen fühlen und hier Frieden finden.
- 12:27SPEAKER_00: Wenn du selber diese Richtung beruflich eingeschlagen hast,
- 12:31SPEAKER_00: frag dich nach deiner ehrlichen Intention und ob vielleicht die Lehrer-
- 12:36SPEAKER_00: und Guiderolle nur eine andere Form von Vermeidung ist.
- 12:42SPEAKER_00: Seit Jahren gibt es diese Welle an Zertifizierungen und Trainings,
- 12:47SPEAKER_00: eine gute Zeremonie,
- 12:48SPEAKER_00: eine klärende Healing Session
- 12:50SPEAKER_00: und plötzlich fühlt sich irgendwie jede zweite Person selbst berufen.
- 12:55SPEAKER_00: Ein verlängertes Wochenende, ein Online-Kurs, ein Manual.
- 12:59SPEAKER_00: Danach kann man sich dann schon sofort Facilitator und Spaceholder nennen und Geld verlangen.
- 13:06SPEAKER_00: Oft sind diese Ausbildungen selbst das eigentliche Produkt.
- 13:11SPEAKER_00: Der Coach bildet Coaches aus, die wieder Coaches ausbilden.
- 13:15SPEAKER_00: Das exakt gleiche Modell.
- 13:17SPEAKER_00: Gibt es in der spirituellen Szene, seien das jetzt irgendwelche Priesterinnen und Co.
- 13:25SPEAKER_00: Es wächst halt so lange, solange neue Menschen einsteigen.
- 13:29SPEAKER_00: Und ich sehe das ständig,
- 13:32SPEAKER_00: vor allem wie viel Inszenierung nach außen vermittelt wird,
- 13:35SPEAKER_00: statt tatsächlicher Inhalte.
- 13:37SPEAKER_00: Ich habe es auch selbst schon erlebt.
- 13:40SPEAKER_00: Packen sich dann alle in schöne Kleider,
- 13:41SPEAKER_00: viel symbolträchtiger Schmuck,
- 13:43SPEAKER_00: irgendwelche vermeintlich heiligen Orte und das macht sich
- 13:47SPEAKER_00: in diesen Kreisen
- 13:52SPEAKER_00: natürlich sehr gut und es lässt diese Kreise stark
- 13:56SPEAKER_00: und connected fühlen.
- 13:58SPEAKER_00: Und ich glaube das sofort,
- 13:59SPEAKER_00: dass die Energie da drinnen extrem gut ist und sehr high in den Momenten,
- 14:06SPEAKER_00: wo man drinnen ist.
- 14:07SPEAKER_00: Sonst würde das ja überhaupt nicht funktionieren.
- 14:09SPEAKER_00: Zugehörigkeit ist eines unserer Grundbedürfnisse, über das so viel es geht.
- 14:15SPEAKER_00: Und das wird hier voll ausgespielt.
- 14:18SPEAKER_00: Der Druckschluss ist aber,
- 14:20SPEAKER_00: du bist zwar im Fach und auch im Thema
- 14:26SPEAKER_00: und arbeitest dort vermeintlich auch an dir,
- 14:31SPEAKER_00: auch wenn du dich in dieser Community befindest,
- 14:33SPEAKER_00: aber du lebst oft diese Rolle für das Außen.
- 14:37SPEAKER_00: Und ich sage das,
- 14:38SPEAKER_00: weil mir das vor allem in meinen One-on-One-Settings sehr viel unterkommt
- 14:43SPEAKER_00: und ich auch sehe,
- 14:44SPEAKER_00: welche Leute mir folgen beziehungsweise oft auch die Zweifel,
- 14:48SPEAKER_00: die neue Facilitäter einholen,
- 14:50SPEAKER_00: wenn das versprochene Konzept nicht so lukrativ aufgeht
- 14:54SPEAKER_00: oder es dann nicht so leicht ist,
- 14:56SPEAKER_00: selbst eine Community aufzubauen oder Reichweite zu generieren.
- 15:01SPEAKER_00: Und hier kommt meine große Frage der heutigen Episode.
- 15:04SPEAKER_00: Für wen machst du es?
- 15:06SPEAKER_00: Wo willst du dazugehören?
- 15:08SPEAKER_00: Bist du präsent?
- 15:10SPEAKER_00: Und diese Fragen müssen aushaltbar für dich sein,
- 15:13SPEAKER_00: wenn du diese Arbeit tun willst oder in diese Richtung gehen willst.
- 15:18SPEAKER_00: Wurscht was, Baseholder, Healer, Guide, whatever you wanna be.
- 15:23SPEAKER_00: Und ich habe bei Gott nicht die Weisheit mit Löffeln gefressen
- 15:27SPEAKER_00: und begegne regelmäßig meinen eigenen Dämonen und Zweifeln.
- 15:31SPEAKER_00: Ich finde auch, dass das bis zu einem gewissen Grad gesund ist, um am Boden zu bleiben.
- 15:36SPEAKER_00: We are here going through the human experience on planet Earth.
- 15:42SPEAKER_00: Also...
- 15:44SPEAKER_00: Immer wieder mit sich selbst einchecken,
- 15:46SPEAKER_00: ob man denn hier noch richtig ist,
- 15:48SPEAKER_00: ob man noch präsent ist,
- 15:50SPEAKER_00: ob man noch anwesend ist und auch wirklich mit
- 15:53SPEAKER_00: der menschlichen Seite des Ganzen verbunden ist.
- 15:57SPEAKER_00: Und nicht jeder ist dafür gemacht, bestimmt oder geeignet.
- 16:01SPEAKER_00: Ich sage das nicht, weil ich nicht will, dass mehr Leute in diesen Bereich kommen.
- 16:04SPEAKER_00: Im Gegenteil, ich will, dass mehr Leute diese Arbeit machen, aber aus vollster Integrität.
- 16:10SPEAKER_00: Und das geht nur,
- 16:11SPEAKER_00: wenn sie diese Arbeit Ich finde,
- 16:13SPEAKER_00: zu viele Menschen beginnen diese Arbeit aus den falschen Gründen und
- 16:16SPEAKER_00: mit einer Agenda dahinter, aus Vermeidung von Selbstbegegnung,
- 16:41SPEAKER_00: Entsteht keine richtige Präsenz und auch keine Authentizität und
- 16:46SPEAKER_00: in Folge auch keine Synchronicität.
- 16:49SPEAKER_00: Und da kommen wir jetzt auch noch eben mehr zu Präsenz,
- 16:53SPEAKER_00: zu Zeichen sehen, Zeichen empfangen, zu Synchronicität.
- 17:00SPEAKER_00: Wir sehnen uns alle nach irgendeiner Form der Bestätigung auf unserem Weg.
- 17:04SPEAKER_00: Das ist komplett normal.
- 17:06SPEAKER_00: Ob wir denn richtig sind,
- 17:08SPEAKER_00: ob wir uns für das Richtige entschieden haben,
- 17:10SPEAKER_00: ob es nicht noch einen anderen Weg gibt.
- 17:11SPEAKER_00: Und wir sind ja geflutet von Möglichkeiten, Tag ein, Tag aus.
- 17:17SPEAKER_00: Was ich interessant finde, ist der Umgang mit diesen Erfahrungen, die ich zuvor genannt habe.
- 17:24SPEAKER_00: Ganz oft,
- 17:24SPEAKER_00: und das ist wirklich völlig unabhängig von der Location,
- 17:30SPEAKER_00: Begegnen mir Menschen,
- 17:31SPEAKER_00: die sich über die Anzahl ihrer Plant Medicine Zeremonien identifizieren
- 17:36SPEAKER_00: und damit ihren Consciousness Grad ausdrücken wollen?
- 17:41SPEAKER_00: Spätestens nach der dritten Frage ist dann eh schon der Punkt angekommen,
- 17:48SPEAKER_00: wo sie einen fragen, ob man den selbst...
- 17:52SPEAKER_00: Und
- 17:59SPEAKER_00: es spricht nichts dagegen, diese Sachen zu machen.
- 18:03SPEAKER_00: Das will ich damit nicht sagen.
- 18:06SPEAKER_00: Auch mehrmals.
- 18:09SPEAKER_00: Aber die essentielle Frage steht dahinter, warst du denn präsent?
- 18:13SPEAKER_00: Warst du präsent, als du Hast du die Zeremonie erlebt hast?
- 18:20SPEAKER_00: Warst du präsent, als du meditiert hast?
- 18:23SPEAKER_00: Warst du präsent, als du deine Ausbildung gemacht hast?
- 18:26SPEAKER_00: Gab es einen inneren Prozess,
- 18:28SPEAKER_00: an dem du teilgenommen hast,
- 18:30SPEAKER_00: bevor du dir Gedanken über dein Aussehen gemacht hast oder wie das
- 18:35SPEAKER_00: nach außen hin aussehen wird?
- 18:39SPEAKER_00: Hast du gespürt,
- 18:41SPEAKER_00: als dein Herz sich gemeldet hat,
- 18:44SPEAKER_00: als dein Körper sich vielleicht zusammengezogen hat?
- 18:47SPEAKER_00: Warst du präsent,
- 18:48SPEAKER_00: als du zwischen ich sollte XYZ spüren und ich nehme einfach nur wahr gestanden bist?
- 18:57SPEAKER_00: Konntest du ehrlich mit dir selber sein?
- 19:00SPEAKER_00: Die gleichen Fragen kann ich dir auch stellen,
- 19:03SPEAKER_00: wenn du gerade deine Bucketlist abarbeitest und Alle Länder
- 19:07SPEAKER_00: der Welt besuchen willst zum Beispiel oder was auch immer da draufsteht.
- 19:13SPEAKER_00: Ich finde es ja sehr lustig.
- 19:14SPEAKER_00: Es ist mittlerweile fast wie ein Statussymbol geworden,
- 19:17SPEAKER_00: wie Menschen damit flexen, wie viele Länder sie schon bereist haben.
- 19:21SPEAKER_00: Deswegen nenne ich das Beispiel.
- 19:23SPEAKER_00: Ich sehe das vor allem auf Dating-Apps.
- 19:25SPEAKER_00: 50 Countries and Counting.
- 19:27SPEAKER_00: Dann aber nicht einmal die Landessprache von den einzelnen Ländern kennen.
- 19:31SPEAKER_00: Und das meine ich damit.
- 19:32SPEAKER_00: Noch einmal meine Frage.
- 19:34SPEAKER_00: Warst du präsent?
- 19:36SPEAKER_00: Bist du präsent?
- 19:37SPEAKER_00: Bist du es in dem, was du heute tust und morgen vorhast?
- 19:42SPEAKER_00: Ist da überhaupt Kapazität vorhanden zum Präsentsein?
- 19:47SPEAKER_00: Es gibt einen Grund, warum Pilgerschaft in fast jeder Kultur existiert.
- 19:53SPEAKER_00: Etwas in uns weiß und spürt, dass die Seele Zeit braucht, um zu landen.
- 19:59SPEAKER_00: Sei das ein neuer Ort oder ein neuer Zustand,
- 20:03SPEAKER_00: ein neues Mindset,
- 20:04SPEAKER_00: ein neues Verhalten
- 20:06SPEAKER_00: oder auch einfach nur im Kennenlernen einer anderen neuen Person.
- 20:11SPEAKER_00: Oder man geht halt auf Reisen, um etwas zu finden.
- 20:15SPEAKER_00: Und der Weg selbst ist dabei oft die eigentliche Arbeit.
- 20:20SPEAKER_00: Das Ziel wird ganz oft fast zur Nebensache.
- 20:24SPEAKER_00: Stell dir mal Pilger vor, die monatelang zu einem heiligen Ort gelaufen sind, zu Fuß.
- 20:32SPEAKER_00: Für die war der Weg oft schon eine Form des Gebets.
- 20:38SPEAKER_00: Jede Blase an den Füßen,
- 20:40SPEAKER_00: jeder Sturm,
- 20:41SPEAKER_00: der sie eingeholt hat,
- 20:43SPEAKER_00: jede Morgendämmerung allein auf einer leeren Straße und sogar das Unbehagen,
- 20:53SPEAKER_00: dass man da alleine ist, war irgendeine Form der Hingabe zum Weg.
- 21:00SPEAKER_00: Und heute kann das auch der Prozess durch irgendetwas sein.
- 21:05SPEAKER_00: Durch die Übung, durch die Praxis von etwas, die Learnings auf dem Weg, die du machst.
- 21:11SPEAKER_00: Auch dabei festzustellen, dass es vielleicht nicht das Richtige war oder nur etwas Temporäres.
- 21:18SPEAKER_00: Wir haben diesen Teil fast gänzlich abgeschafft.
- 21:22SPEAKER_00: Durch permanente Verfügbarkeit
- 21:24SPEAKER_00: und Erreichbarkeit soll alles irgendwie effizient sein, schnell und wirkungsvoll.
- 21:30SPEAKER_00: Bitte auch die Heilung.
- 21:32SPEAKER_00: Aber Heilung funktioniert so nicht.
- 21:34SPEAKER_00: Die Arbeit mit der Seele noch viel weniger.
- 21:36SPEAKER_00: Sowohl psychisch als auch emotional und energetisch haben wir
- 21:42SPEAKER_00: einen Teil des Prozesses gestrichen.
- 21:45SPEAKER_00: Und die Energie weiß nicht, wohin sie soll.
- 21:48SPEAKER_00: Und das spürt man überall.
- 21:50SPEAKER_00: In unserer mangelnden Geduld,
- 21:52SPEAKER_00: in unserer verkürzten Aufmerksamkeitsspanne,
- 21:55SPEAKER_00: in der Art,
- 21:56SPEAKER_00: wie wir miteinander umgehen,
- 21:57SPEAKER_00: was wir konsumieren und wie schnell wir uns selber verlieren.
- 22:03SPEAKER_00: Wie oft Sind wir in irgendwelchen emotionalen Rollercoaster?
- 22:07SPEAKER_00: Einer Waschmaschine?
- 22:10SPEAKER_00: Und präsent bleiben ist wirklich eine Kunst.
- 22:13SPEAKER_00: Denn auch Kunst braucht eine besondere Art der Verbundenheit mit sich selbst.
- 22:19SPEAKER_00: Als Menschen haben wir einen spirituellen Hunger geerbt.
- 22:25SPEAKER_00: Aber die Ausdauer dafür, die ist uns leider verloren gegangen.
- 22:31SPEAKER_00: Die performative Heilung Und Teilnahme an irgendwelchen Zeremonien
- 22:37SPEAKER_00: mit viel Beweismaterial ist genau das.
- 22:41SPEAKER_00: Der Weg wird abgekürzt, damit am Ende schneller ein Ergebnis vorzeigbar ist.
- 22:47SPEAKER_00: Es ist nur so,
- 22:47SPEAKER_00: dass das eigentliche Ergebnis die Ruhe und die Zufriedenheit bringt,
- 22:54SPEAKER_00: nach der wir suchen, auf dem Weg entsteht.
- 23:02SPEAKER_00: Im Tarot gibt es dafür einen Archetypen, der genau das verkörpert.
- 23:07SPEAKER_00: Das ist der Hierophant, die Nummer 5.
- 23:11SPEAKER_00: Das Wort selbst kommt aus dem Altgriechischen Hierophantes.
- 23:16SPEAKER_00: Der, der das Heilige zeigt.
- 23:20SPEAKER_00: In seiner ursprünglichen Form war kein Papst hinter irgendwelchen Palastmauern,
- 23:26SPEAKER_00: weil die Karte wird oft auch der Papst genannt.
- 23:34SPEAKER_00: Der Hierophant hat Menschen in ihr eigenes Wissen eingeweiht.
- 23:39SPEAKER_00: Seine Botschaft ist klar.
- 23:41SPEAKER_00: Hingabe ohne Präsenz ist Performance.
- 23:47SPEAKER_00: Tradition ohne Verständnis ist eine vererbte Gewohnheit.
- 23:53SPEAKER_00: Und genau da liegt die Wurzel.
- 23:56SPEAKER_00: Wir wurden alle in unterschiedliche Glaubenssysteme hineingeboren,
- 24:00SPEAKER_00: seien das jetzt religiöse,
- 24:01SPEAKER_00: politische,
- 24:02SPEAKER_00: kulturelle,
- 24:03SPEAKER_00: Was auch immer hier dazu zählt,
- 24:05SPEAKER_00: wir wurden darin konditioniert,
- 24:07SPEAKER_00: lange bevor wir uns selber fragen konnten,
- 24:11SPEAKER_00: was eigentlich unsere eigene Wahrheit ist.
- 24:15SPEAKER_00: Und diese Frage kommt meistens dann zu uns zurück in einer Krise.
- 24:22SPEAKER_00: Sei es jetzt im Innen oder im Außen.
- 24:24SPEAKER_00: Sie kommt in der stillen Erschütterung,
- 24:27SPEAKER_00: wenn du merkst,
- 24:28SPEAKER_00: dass das, was du all die Jahre praktiziert hast, nie wirklich deins war.
- 24:35SPEAKER_00: Oder wenn du den Absprung verpasst hast, als sich die Richtung geändert hat.
- 24:40SPEAKER_00: So ging es mir selber damals mit Bali.
- 24:43SPEAKER_00: Ich hatte definitiv den Absprung verpasst,
- 24:46SPEAKER_00: wo mein Leben in einen Wer mir schon länger folgt,
- 24:49SPEAKER_00: kennt auch das Oracle Vision Raunechte Programm,
- 24:50SPEAKER_00: das meine liebe Freundin Christina und ich, die
- 25:15SPEAKER_00: Wenn du ein Jahr in die Zukunft denkst, was wirst du losgelassen haben?
- 25:44SPEAKER_00: Und aus meinem Unterbewusstsein kam damals eine Antwort herausgeschossen,
- 25:50SPEAKER_00: die mich so überrascht hat, Wien.
- 25:53SPEAKER_00: Und mir kamen auch sofort die Tränen, weil ich nicht damit gerechnet hatte.
- 25:57SPEAKER_00: Ich habe Wien geliebt und war fest davon überzeugt,
- 26:02SPEAKER_00: dass this is it, I will stay here all my life.
- 26:07SPEAKER_00: Ich hatte gerade erst meinen Mietvertrag verlängert,
- 26:11SPEAKER_00: mein Bad renoviert, wohin sonst hätte ich gehen wollen.
- 26:17SPEAKER_00: Das war meine eigene Frage an mich damals, als ich diese Antwort bekommen habe.
- 26:25SPEAKER_00: Ich sehe gerade,
- 26:27SPEAKER_00: dass sich bei sehr vielen räumlich mit der Wohnsituation auch etwas ändert,
- 26:33SPEAKER_00: sei es sie erzwungen durch irgendwelche Schäden, Rohrbruch und Co.
- 26:38SPEAKER_00: oder durch Möglichkeiten, die sich öffnen.
- 26:42SPEAKER_00: Auch hier wieder die Frage, bist du präsent?
- 26:45SPEAKER_00: Siehst du den Wink des Universums?
- 26:47SPEAKER_00: Hörst du hin?
- 26:50SPEAKER_00: Ein Monat nach dem besagten Programm saßen Christina und ich gemeinsam auf Bali
- 26:55SPEAKER_00: und haben uns dann beide komplett unabhängig voneinander
- 27:05SPEAKER_00: festgestellt
- 27:06SPEAKER_00: und uns dann entschieden,
- 27:07SPEAKER_00: dass eine radikale Veränderung überfällig ist und herrn muss.
- 27:12SPEAKER_00: Und tatsächlich war ich dann ein Jahr später,
- 27:16SPEAKER_00: wie in dieser unter Anführungsstrichen Ahnung,
- 27:19SPEAKER_00: die aus meinem Unterbewusstsein hochschoss,
- 27:23SPEAKER_00: in der Zukunft sozusagen, wo ich Wien hinter mir gelassen habe.
- 27:31SPEAKER_00: Und hier passt es wirklich zu sagen,
- 27:34SPEAKER_00: was für dich bestimmt ist,
- 27:37SPEAKER_00: Kannst und wirst du nicht verpassen,
- 27:39SPEAKER_00: wenn du dich nicht komplett dagegen stellst oder betäubst.
- 27:44SPEAKER_00: Sowohl mein berufliches Calling als auch diese Ahnung haben trotz allem,
- 27:51SPEAKER_00: was ich anders gemacht habe,
- 27:54SPEAKER_00: einen Weg gefunden, sich in meiner Realität zu manifestieren.
- 28:00SPEAKER_00: Letztes Jahr hat mich jemand zu meinem Geburtstag gefragt,
- 28:03SPEAKER_00: ob ich mich noch erinnere, was ich mir als Jugendliche ausgemalt habe zu werden.
- 28:09SPEAKER_00: Und es hat fast eine Woche gedauert.
- 28:11SPEAKER_00: Ich bin wirklich lange mit der Frage gesessen, bis irgendetwas kam.
- 28:15SPEAKER_00: Das war sehr tief vergraben.
- 28:18SPEAKER_00: Und tatsächlich hatte ich dieses Bild vor Augen,
- 28:20SPEAKER_00: dass ich irgendwo in der Ferne,
- 28:23SPEAKER_00: in einer Art Bambus- oder Holzhütte sitze,
- 28:26SPEAKER_00: mit viel Natur um mich herum und schreibe.
- 28:30SPEAKER_00: Here we are.
- 28:33SPEAKER_00: Es ist fast dieses Bild.
- 28:36SPEAKER_00: Ich bin von sehr viel Bambus und Natur umgeben und ich schreibe auch sehr viel,
- 28:43SPEAKER_00: sowohl mit der Hand als auch für euch auf Substack oder diesem Podcast.
- 28:52SPEAKER_00: Als ich diese Bilder von mir hatte in meiner Jugend, gab es das alles noch nicht.
- 28:57SPEAKER_00: Da gab es auch noch kein Social Media und das Internet wurde nicht
- 29:02SPEAKER_00: in Was also sind Synchronicitäten und Alignment,
- 29:05SPEAKER_00: wenn wir hier schon so tief drinnen sind?
- 29:35SPEAKER_00: Synchronicität ist ein Begriff, der von Carl Jung geprägt wurde.
- 29:41SPEAKER_00: Er meinte damit Zufälle, die eine Bedeutung haben.
- 29:46SPEAKER_00: Zwei Dinge passieren gleichzeitig, eines innen, eines außen.
- 29:51SPEAKER_00: Keines der beiden verursacht das andere.
- 29:55SPEAKER_00: Und trotzdem gehören sie irgendwie zusammen.
- 29:59SPEAKER_00: Er hat dazu folgende Geschichte erzählt.
- 30:02SPEAKER_00: Er hatte eine Patientin.
- 30:05SPEAKER_00: Die ihm von einem Traum erzählt hat, indem ihr jemand einen goldenen Skarabeus schenkt.
- 30:12SPEAKER_00: Während sie spricht, klopft etwas ans Fenster.
- 30:17SPEAKER_00: Jung öffnet es und fängt einen Käfer ein, der dem Skarabeus sehr ähnlich sieht.
- 30:22SPEAKER_00: Er gibt in ihr,
- 30:25SPEAKER_00: die Patientin war bis dahin sehr verkopft,
- 30:27SPEAKER_00: sehr kontrolliert und in diesem Moment bricht bei ihr etwas auf.
- 30:33SPEAKER_00: Also irgendeine In irgendeiner Form ist sie berührt und beginnt sich zu öffnen.
- 30:41SPEAKER_00: Jung hat daraufhin jahrelang mit dem Physiker Wolfgang Pauli darüber nachgedacht.
- 30:47SPEAKER_00: Ein Psychiater und ein Quantenphysiker, die gemeinsam versuchen, solche Momente zu verstehen.
- 30:54SPEAKER_00: Die Bedeutung hängt dabei an dem Menschen, der sie erlebt.
- 30:59SPEAKER_00: Der Käfer am Fenster war für Jung einfach nur ein Käfer.
- 31:03SPEAKER_00: Für die Patientin war er aber eine Antwort,
- 31:07SPEAKER_00: die von einer Art höheren Macht herbeigeführt worden ist,
- 31:11SPEAKER_00: die ihr gesendet worden ist.
- 31:13SPEAKER_00: Und jetzt schau dir an, was der Mainstream aus solchen Momenten gemacht hat.
- 31:19SPEAKER_00: Angel Numbers zum Beispiel.
- 31:21SPEAKER_00: Du siehst 1111 auf der Uhr und die Engel wollen dir irgendwas sagen.
- 31:26SPEAKER_00: 333 auf einem Nummernschild, 444 auf einer Rechnung.
- 31:31SPEAKER_00: Es gibt Millionen Videos und Content dazu
- 31:36SPEAKER_00: und wir schicken uns gerne Fotos davon selber zu oder posten es.
- 31:41SPEAKER_00: Ich bitte mit eingeschlossen.
- 31:43SPEAKER_00: I love it.
- 31:44SPEAKER_00: Und zu jeder Zahl gibt es die passende Deutung.
- 31:48SPEAKER_00: Was die wenigsten aber wissen,
- 31:50SPEAKER_00: groß gemacht hat das Konzept Anfang der 2000er Jahre eine Bestseller-Autorin.
- 31:55SPEAKER_00: Sie hat Bücher,
- 31:57SPEAKER_00: Kartendecks und Kurse dazu verkauft und ein paar Jahre später hat sie sich dann aber
- 32:03SPEAKER_00: von dieser ganzen New Age Bewegung komplett losgesagt und dem Christentum zugewandt
- 32:08SPEAKER_00: und auch ihre eigenen Produkte öffentlich widerrufen.
- 32:13SPEAKER_00: Die Zahlendeutung ist trotzdem geblieben und hat sich verselbstständigt.
- 32:19SPEAKER_00: Es gibt dazu eine ganz nüchterne Erklärung aus der Psychologie, die heißt Frequenzillusion.
- 32:26SPEAKER_00: Wenn dir jemand sagt,
- 32:28SPEAKER_00: dass 444 ein besonderes Zeichen ist,
- 32:30SPEAKER_00: dann siehst du das morgen wahrscheinlich überall.
- 32:34SPEAKER_00: Die Zahl ist nicht öfter da als vorher,
- 32:37SPEAKER_00: nur dein Gehirn filtert sie mehr heraus,
- 32:41SPEAKER_00: weil du es ihm gesagt hast, dass es wichtig ist.
- 32:46SPEAKER_00: Das Angel Numbers Konzept, das steht auf zwei älteren Fundamenten.
- 32:53SPEAKER_00: Das eine ist die Numerologie, die Zahlen eine symbolische Qualität zuschreibt.
- 32:59SPEAKER_00: Und sie beruft sich gerne auf Pythagoras,
- 33:03SPEAKER_00: ist aber in ihrer heutigen Form größtenteils ein Produkt des frühen 20.
- 33:09SPEAKER_00: Jahrhunderts.
- 33:10SPEAKER_00: Das andere ist die Zahlenmystik der Religionen.
- 33:15SPEAKER_00: Zum Beispiel Gematria in der Kabbalah,
- 33:19SPEAKER_00: wo hebräische Buchstaben Zahlenwerte haben und Wörter darüber verbunden werden.
- 33:26SPEAKER_00: Zum Teil leitet sich die Art und Weise,
- 33:29SPEAKER_00: wie ich heute Tarot deute und praktiziere und auch lehre davon ab.
- 33:35SPEAKER_00: Auch meine Life and Karma Readings basieren komplett darauf.
- 33:41SPEAKER_00: Ich finde es grundsätzlich nicht schlimm,
- 33:42SPEAKER_00: wenn man sich ein bisschen von so Angel Numbers führen lässt.
- 33:46SPEAKER_00: Solche Symbole können dich zum Beispiel erinnern, kurz innezuhalten.
- 33:50SPEAKER_00: Schwierig wird es nur, wenn du deine Entscheidungen komplett anders abgibst.
- 33:55SPEAKER_00: Dann ist das wieder das gleiche Muster, was ich vorhin schon erwähnt habe.
- 34:00SPEAKER_00: Eine äußere Instanz sagt dir, was zu tun ist.
- 34:03SPEAKER_00: Die 1111 auf der Uhr oder die 33 auf dem Nummernschild ist quasi der Messenger,
- 34:09SPEAKER_00: nachdem du deine Entscheidungen richtest.
- 34:13SPEAKER_00: Gleiches gilt meiner Meinung nach auch für oberflächliches Tarot.
- 34:17SPEAKER_00: Oft bestätigt es meistens ja nur das,
- 34:19SPEAKER_00: was man ohnehin hören wollte oder wofür man halt empfänglich war.
- 34:24SPEAKER_00: Und das ist...
- 34:26SPEAKER_00: Das ist eine performative Synchronicität.
- 34:29SPEAKER_00: Man spielt irgendwie geführt zu sein.
- 34:33SPEAKER_00: Und ich mache das manchmal auch genauso gerne und freue mich,
- 34:36SPEAKER_00: wenn ich irgendwie eine Zahlenkombination sehe.
- 34:38SPEAKER_00: Ich habe aber schon vor ein paar Jahren angefangen zu sagen,
- 34:42SPEAKER_00: mit den Dreierkombinationen bin ich nicht beeindruckt.
- 34:45SPEAKER_00: Ich möchte bitte Vierer, Fünfer und mehr Kombis.
- 34:50SPEAKER_00: Und tatsächlich sehe ich diese auch jetzt öfter.
- 34:55SPEAKER_00: Daneben laufen auch diverse Manifestationstrends und das Lucky Girl Syndrome
- 35:02SPEAKER_00: und was es da noch alles gibt.
- 35:04SPEAKER_00: Du sagst dir jeden Morgen, dass dir alles zufällt und dann fällt dir auch alles zu.
- 35:08SPEAKER_00: Echte Synchronicität lässt sich aber leider nicht einfach bestellen.
- 35:14SPEAKER_00: Da gab es ja auch mal ein Buch, Bestellungen ans Universum.
- 35:18SPEAKER_00: Sie lässt sich aber kultivieren.
- 35:21SPEAKER_00: Und in meiner Welt heißt das, sich selbst in Alignment, in Einklang zu bringen.
- 35:28SPEAKER_00: Alignment heißt,
- 35:29SPEAKER_00: dass das, was du innen fühlst und das, was du außen tust, miteinander übereinstimmt.
- 35:37SPEAKER_00: Wenn das stimmt, fügt sich alles.
- 35:40SPEAKER_00: Du triffst die richtigen Menschen,
- 35:41SPEAKER_00: Entscheidungen werden leichter,
- 35:43SPEAKER_00: Türen gehen auf, an denen du vielleicht vorher vorbeigelaufen bist.
- 35:48SPEAKER_00: Das Timing fühlt sich vielleicht auch plötzlich richtig an.
- 35:52SPEAKER_00: Wie du dorthin kommst?
- 35:55SPEAKER_00: Zuerst über den Körper.
- 35:57SPEAKER_00: Ein Nervensystem, das im Alarm
- 36:02SPEAKER_00: eingestellt ist, sucht Prinzipiell mal zuerst nach Gefahr.
- 36:08SPEAKER_00: Es scannt die ganze Umgebung nach Bedrohung und schaut,
- 36:14SPEAKER_00: dass alles zuerst einmal an einen sicheren Platz kommt und eingeordnet wird.
- 36:20SPEAKER_00: Die leisen Hinweise kommen in so einem System gar nicht erst an.
- 36:26SPEAKER_00: Bevor du nach Zeichen suchst, musst du also ruhig genug werden, um sie überhaupt zu bemerken.
- 36:35SPEAKER_00: Atmen, spüren, langsamer werden, auch langsamer werden, als dir gerade lieb ist.
- 36:43SPEAKER_00: Als nächster Schritt kommt die Ehrlichkeit.
- 36:46SPEAKER_00: Alignment geht verloren, wo du Ja sagst und eigentlich Nein meinst.
- 36:52SPEAKER_00: Sei das jetzt im Job, vielleicht in einer Beziehung.
- 37:00SPEAKER_00: Die du hältst, obwohl sie eigentlich schon vorbei ist.
- 37:04SPEAKER_00: Jede dieser
- 37:08SPEAKER_00: Posten kostet dich Energie und macht dich auch taub für das,
- 37:15SPEAKER_00: was dir das Leben gerade zeigen will.
- 37:20SPEAKER_00: Frag dich abends, wo habe ich heute gegen mich entschieden?
- 37:26SPEAKER_00: Mehr braucht es am Anfang überhaupt nicht.
- 37:28SPEAKER_00: Das muss gar nicht so aufwendig oder komplex sein.
- 37:33SPEAKER_00: Dann geht es weiter über Aufmerksamkeit.
- 37:36SPEAKER_00: Synchronicität braucht bewusste Lücken im Alltag ohne zusätzliche Impulse.
- 37:42SPEAKER_00: Vielleicht ist das ein Spaziergang ohne Musik und Kopfhörer.
- 37:46SPEAKER_00: Eine Zugfahrt ohne aufs Handy zu schauen.
- 37:50SPEAKER_00: Ein Gespräch,
- 37:50SPEAKER_00: in dem du wirklich zuhörst und nicht schon die Antwort in deinem Kopf vorbereitest.
- 37:57SPEAKER_00: Wer jede Minute mit irgendetwas füllt,
- 38:00SPEAKER_00: der lässt dem Zufall keinen Platz oder was auch immer wir unter Zufall verstehen,
- 38:07SPEAKER_00: eben diese Zeichen, die Synchronicität werden.
- 38:12SPEAKER_00: Und als letztes haben wir die Handlung.
- 38:16SPEAKER_00: Wenn sich etwas wiederholt,
- 38:18SPEAKER_00: ein Thema,
- 38:19SPEAKER_00: ein Name,
- 38:20SPEAKER_00: eine Begegnung,
- 38:21SPEAKER_00: so wie das bei mir mit Bali war, dann frag dich, Worauf es in deinem Leben zeigt?
- 38:27SPEAKER_00: Worauf weist es hin?
- 38:29SPEAKER_00: Und dann handle danach.
- 38:31SPEAKER_00: Ein Zeichen, auf das keine Handlung folgt, ist kein Zeichen.
- 38:35SPEAKER_00: Das bedeutet gar nichts.
- 38:39SPEAKER_00: Und das ist für mich die Kunst, von der der Titel dieser Folge spricht.
- 38:46SPEAKER_00: Mit Aufmerksamkeit jeden Tag über eine lange Zeit kultivieren wir Alignment und Synchronicität.
- 38:59SPEAKER_00: Das ist Hingabe.
- 39:02SPEAKER_00: Und hier schließt sich der Kreis zur Performance.
- 39:06SPEAKER_00: Wer performt,
- 39:07SPEAKER_00: ist mit der Aufmerksamkeit bei der Wirkung,
- 39:11SPEAKER_00: beim Foto, beim Publikum, beim Bild, das er von sich abgeben will.
- 39:18SPEAKER_00: Die eigentliche Botschaft zu empfangen, dafür bleibt dann kein Platz.
- 39:24SPEAKER_00: Oder nicht ausreichend Platz.
- 39:28SPEAKER_00: Du kannst bei einer Zeremonie nicht vollkommen präsent sein,
- 39:32SPEAKER_00: während du überlegst,
- 39:34SPEAKER_00: ob das Licht in deinem Reel gut sein wird oder wie du darin aussehen wirst.
- 39:39SPEAKER_00: Ich sehe das hier die ganze Zeit,
- 39:42SPEAKER_00: wenn dann 20 Handys im Pilatesraum aufgestellt sind und keiner wirklich
- 39:51SPEAKER_00: die Übungen hat, Mit vollem Bewusstsein macht, sondern performt.
- 39:59SPEAKER_00: Präsenz klingt zwar friedlich,
- 40:06SPEAKER_00: aber sie hat auch eine Seite, die viel unbequemer ist.
- 40:10SPEAKER_00: Präsenz sein heißt auch, dann hinzuschauen, wenn es vielleicht wehtut.
- 40:16SPEAKER_00: Im Spüren zu bleiben.
- 40:18SPEAKER_00: Auch wenn es unbequem wird.
- 40:20SPEAKER_00: Die Welle nehmen, mitfließen.
- 40:23SPEAKER_00: Und sie durch dich durchwaschen lassen und sie auch wieder ziehen lassen, loslassen.
- 40:30SPEAKER_00: Und ja, in der heutigen Zeit präsent sein bedeutet auch,
- 40:34SPEAKER_00: das Kollektiv zu sehen, zu spüren und wahrzunehmen.
- 40:40SPEAKER_00: Wie geht man mit dem Weltgeschehen um?
- 40:42SPEAKER_00: Was macht man mit dieser Machtlosigkeit?
- 40:45SPEAKER_00: Nachrichten schauen, ja, nein?
- 40:47SPEAKER_00: Ist es egoistisch, einfach sein Ding weiterzumachen?
- 40:51SPEAKER_00: Ich kann alle Fragen sehr gut nachvollziehen.
- 40:53SPEAKER_00: Ich habe sie auch.
- 40:55SPEAKER_00: Und die Welt ist laut.
- 40:57SPEAKER_00: Geopolitisch,
- 40:58SPEAKER_00: gesellschaftlich,
- 41:00SPEAKER_00: zwischenmenschlich und speziell auch in der Art,
- 41:02SPEAKER_00: wie momentan gerade über Frauen gesprochen wird.
- 41:07SPEAKER_00: Es gibt eine eigene Erschöpfung,
- 41:09SPEAKER_00: die entsteht,
- 41:10SPEAKER_00: wenn man all das in Echtzeit mit ansehen kann und das Gefühl hat,
- 41:15SPEAKER_00: nichts dagegen tun zu können.
- 41:18SPEAKER_00: Die Wut bleibt irgendwo in uns sitzen, weil sie nirgendwo hin kann.
- 41:22SPEAKER_00: Weltschmerz.
- 41:24SPEAKER_00: Und gleichzeitig werden wir aber resistenter.
- 41:28SPEAKER_00: Nachrichten,
- 41:28SPEAKER_00: die uns vor ein paar Jahren noch tagelang beschäftigt hätten,
- 41:31SPEAKER_00: scrollen wir heute einfach weg.
- 41:33SPEAKER_00: Eine Schreckensmeldung landet und wenige Stunden später sind wir schon wieder
- 41:37SPEAKER_00: in unserem Normalzustand.
- 41:40SPEAKER_00: Und es ist Anfangs erstmal bemerkenswert.
- 41:44SPEAKER_00: Das Nervensystem lernt zu regulieren, was es nicht tragen kann.
- 41:48SPEAKER_00: Das ist Biologie.
- 41:49SPEAKER_00: Das ist Überleben.
- 41:50SPEAKER_00: Das ist auch gut so.
- 41:54SPEAKER_00: Aber wie kommen wir ins Normal zurück?
- 41:57SPEAKER_00: Und wie bleiben wir präsent, ohne dabei taub zu werden?
- 42:04SPEAKER_00: Die eine Art ist eine bewusste Entscheidung.
- 42:08SPEAKER_00: Ich sehe,
- 42:08SPEAKER_00: was passiert,
- 42:10SPEAKER_00: Ich halte es,
- 42:12SPEAKER_00: ich reguliere mich und ich wähle jetzt,
- 42:16SPEAKER_00: in mein Leben zurückzukehren, weil ich von dort aus besser wirken kann.
- 42:22SPEAKER_00: Das ist Selbstführung.
- 42:25SPEAKER_00: Das andere wäre Autopilot.
- 42:27SPEAKER_00: Entweder durchscrollen oder das automatische Wegklicken,
- 42:32SPEAKER_00: das automatische Nein oder ich kann gerade nicht,
- 42:36SPEAKER_00: ohne wirklich hingeschaut zu haben.
- 42:39SPEAKER_00: Von außen sehen beide gleich aus.
- 42:42SPEAKER_00: Nur die erste Variante ist ein freier Akt.
- 42:46SPEAKER_00: Die zweite ist oft Dissoziation.
- 42:50SPEAKER_00: Manchmal sogar mit gutem Gewissen.
- 42:53SPEAKER_00: Manchmal ist Weglaufen das Einzige, was geht.
- 42:55SPEAKER_00: Das stimmt schon.
- 42:56SPEAKER_00: Es ist ein Schutzmechanismus.
- 42:59SPEAKER_00: Und er hat auch seine Berechtigung.
- 43:01SPEAKER_00: Problematisch wird es nur, wenn Wegschauen zur Gewohnheit wird.
- 43:04SPEAKER_00: Wenn sich Taubheit als Resilienz verkleidet.
- 43:09SPEAKER_00: Weil dann verlieren wir die Fähigkeit wirklich zu fühlen.
- 43:12SPEAKER_00: Und mit ihr auch die Fähigkeit wirklich zu handeln.
- 43:17SPEAKER_00: Und in der spirituellen Szene hat dieses Wegschauen sein ganz eigenes Vokabular.
- 43:24SPEAKER_00: Ich schütze meine Energie.
- 43:26SPEAKER_00: Ich gebe dem keine Aufmerksamkeit.
- 43:29SPEAKER_00: Alles passiert aus einem Grund.
- 43:32SPEAKER_00: Manchmal stimmt das auch und ist auch passend.
- 43:35SPEAKER_00: Oft ist es aber genau die gleiche Taubheit, nur in einer schöneren Verpackung und Sprache.
- 43:42SPEAKER_00: Spiritual Bypassing ist auch eine Form von Performance.
- 43:46SPEAKER_00: Man spielt die Ruhe, die man nicht in sich findet.
- 43:55SPEAKER_00: Das ist auch Vermeidung.
- 43:58SPEAKER_00: Also die Frage ist nicht, ob du damit umgehen kannst.
- 44:02SPEAKER_00: Die Frage ist, ob du bewusst wählst, womit du umgehst und wie.
- 44:10SPEAKER_00: Und meine Antwort auf das alles ist recht simpel.
- 44:13SPEAKER_00: Auch wenn die Umsetzung nicht immer leicht ist.
- 44:18SPEAKER_00: Sei präsent.
- 44:20SPEAKER_00: Sei das Licht.
- 44:22SPEAKER_00: Und damit meine ich etwas sehr Konkretes.
- 44:25SPEAKER_00: Je stabiler du in dir bist, desto mehr kannst du auch hinschauen.
- 44:30SPEAKER_00: Desto länger kannst du halten.
- 44:33SPEAKER_00: Desto klarer kannst du unterscheiden,
- 44:35SPEAKER_00: was deins ist, was kollektiv ist und wo du wirklich etwas bewegen kannst.
- 44:42SPEAKER_00: Desto klarer und ehrlicher kannst du auch Zeichen sehen und deuten.
- 44:50SPEAKER_00: Stell dich deiner eigenen Angst,
- 44:52SPEAKER_00: bevor du der Kollektiven beitrittst oder dich berufen fühlst,
- 44:56SPEAKER_00: die Kollektive zu behandeln.
- 44:58SPEAKER_00: Du musst niemanden belehren.
- 45:00SPEAKER_00: Du musst auch nicht laut sein.
- 45:03SPEAKER_00: Du brauchst zuerst eine klare Haltung im Innern, in dir.
- 45:08SPEAKER_00: Eine klare, echte, integere Haltung, die nicht zusammenbricht, sobald sie auf Widerstand trifft.
- 45:15SPEAKER_00: Eine solide Meinung, eine solide Energie.
- 45:18SPEAKER_00: Integrität und Menschlichkeit als Grundzustand.
- 45:22SPEAKER_00: Das braucht keine Bühne, das braucht keine Performance.
- 45:26SPEAKER_00: Und wenn ich sage, be the light, das darf wütend sein.
- 45:31SPEAKER_00: Mit Toxic Positivity hat das nichts zu tun, wovon ich spreche.
- 45:37SPEAKER_00: Be the Light bedeutet auch,
- 45:39SPEAKER_00: ich weigere mich,
- 45:40SPEAKER_00: meine Menschlichkeit aufzugeben,
- 45:42SPEAKER_00: auch wenn die Welt gerade alles dafür tut, sie mir wegzunehmen.
- 45:47SPEAKER_00: Ich weigere mich auch,
- 45:49SPEAKER_00: meine Spiritualität aufzugeben,
- 45:53SPEAKER_00: auch wenn es nicht immer eine rationale Erklärung dafür gibt.
- 45:57SPEAKER_00: Ich gehe ins Vertrauen und in die Gewissheit.
- 46:04SPEAKER_00: Als ich die Folge vorbereitet habe und den Text geschrieben habe,
- 46:08SPEAKER_00: hat mich das nicht emotional gemacht,
- 46:10SPEAKER_00: aber jetzt,
- 46:10SPEAKER_00: wo ich das laut ausspreche,
- 46:18SPEAKER_00: wenn alle der Dunkelheit beitreten, wer hält dann noch das Licht?
- 46:25SPEAKER_00: Und für mich heißt es auch,
- 46:27SPEAKER_00: über meine eigene Branche zu sprechen und Natürlich wäre es bequemer zu schweigen,
- 46:33SPEAKER_00: ich arbeite ja selbst darin,
- 46:35SPEAKER_00: aber dann würde ich genau das tun, worüber ich gerade gesprochen habe.
- 46:40SPEAKER_00: Wir brauchen nicht alles verschönern und irgendwie mit Schleife drum präsentieren.
- 46:50SPEAKER_00: Du musst jetzt natürlich keinen Pilgerweg gehen,
- 46:54SPEAKER_00: du musst auch nicht nach Bali fliegen
- 46:56SPEAKER_00: und du musst auch kein einziges Retreat buchen.
- 47:01SPEAKER_00: Praktisch heißt es für dich, du kannst einfach präsent in deiner eigenen Küche stehen.
- 47:07SPEAKER_00: Das ist ein Anfang.
- 47:09SPEAKER_00: Eine Mahlzeit als Akt der Hingabe zu bereiten.
- 47:14SPEAKER_00: Jemandem zuhören, weil du wirklich zuhören willst.
- 47:19SPEAKER_00: Deiner Trauer, deiner Verwirrung, deiner Wut, was auch immer du empfindest.
- 47:25SPEAKER_00: Die gleiche Aufmerksamkeit geben,
- 47:30SPEAKER_00: Wie auch irgendwelchen schönen Gefühlen.
- 47:37SPEAKER_00: Ganz egal an welchem Tag.
- 47:40SPEAKER_00: So entsteht Hingabe.
- 47:42SPEAKER_00: Im Wiederholen, im Pflegen.
- 47:44SPEAKER_00: Jeden Tag ein bisschen.
- 47:47SPEAKER_00: Und dafür musst du weder einer Religion oder einer Gruppe angehören
- 47:50SPEAKER_00: oder sonderlich spirituell sein oder eine Ausbildung machen.
- 47:58SPEAKER_00: Ich habe dafür Anfang dieses Jahres für meine Community und für diese Art
- 48:05SPEAKER_00: der Praxis Temple of Me gebaut, meine digitale Membership.
- 48:12SPEAKER_00: Dort widmen wir uns einer Art inneren Pilgerreise mit regelmäßigen Sessions,
- 48:19SPEAKER_00: mehr in den Alltag eingewebt mit monatlicher Zeitqualität,
- 48:23SPEAKER_00: Informationen, Tipps, Impulsen.
- 48:26SPEAKER_00: Und dieses Jahr stand alles unter dem Thema Mut und ein freier Geist.
- 48:34SPEAKER_00: Nächstes Jahr werden wir das im ersten Quartal wiederholen und dann
- 48:40SPEAKER_00: in den darauffolgenden Quartalen mehr Tiefe und Stabilität reinbringen.
- 48:46SPEAKER_00: Es ist einfach ein Ort, an dem du eine Praxis pflegst für dich.
- 48:52SPEAKER_00: Ich verlinke euch das in den Shownotes,
- 48:55SPEAKER_00: aber wie gesagt,
- 48:57SPEAKER_00: es geht auch total einfach da,
- 49:00SPEAKER_00: wo du dich gerade aufhältst,
- 49:01SPEAKER_00: wo auch immer du gerade sitzt,
- 49:03SPEAKER_00: wo auch immer du gerade diese Folge hörst, wenn sie vorbei ist,
- 49:09SPEAKER_00: Halte einfach einen Moment inne,
- 49:11SPEAKER_00: schau dich um,
- 49:12SPEAKER_00: wo du bist,
- 49:13SPEAKER_00: wie das bei dir landet, was es mit dir macht und du musst nichts mehr weiter tun.
- 49:22SPEAKER_00: Also nimm dir vielleicht auch aus dieser Folge den Gedanken mit,
- 49:27SPEAKER_00: es mangelt uns wirklich nicht an Werkzeugen.
- 49:30SPEAKER_00: Wir haben mehr davon als jede Generation vor uns.
- 49:35SPEAKER_00: Was uns wirklich fehlt, ist eben Präsenz und Ausdauer und dass wir sie benutzen.
- 49:42SPEAKER_00: Und das kann uns niemand abnehmen.
- 49:44SPEAKER_00: Das kann uns kein Guide, kein Zertifikat, keine Zeremonie, keine Neutechnik abnehmen.
- 49:50SPEAKER_00: Es beginnt mit jedem Selbst.
- 49:54SPEAKER_00: Mit dir im Hier und Jetzt.
- 49:57SPEAKER_00: Im Körper.
- 49:58SPEAKER_00: Mit jedem Atemzug.
- 50:02SPEAKER_00: Also, bist du präsent.
- 50:08SPEAKER_00: Es ist wirklich eine besondere Episode.
- 50:10SPEAKER_00: Ich bin lang damit gesessen und sie macht mich irgendwie emotional.
- 50:15SPEAKER_00: Wenn du bis hierher gehört hast,
- 50:17SPEAKER_00: dann danke ich dir wirklich von Herzen für deine Energie und Offenheit.
- 50:24SPEAKER_00: Und ich freue mich auch sehr, wenn ihr diesen Podcast abonniert, kommentiert.
- 50:32SPEAKER_00: Und auch bei der nächsten Folge wieder mit mir in die Tiefe geht.