Latest / Ausgebrannt - wenn Hof und Haus zu viel werden / 02 Der Experte ordnet ein: Stress, Burnout und Co. – warum die Landwirtschaft besonders anfällig ist
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- 0:04Speaker 1: Willkommen zur zweiten Folge von Ausbrennt, wenn Hof und Haus zu viel werden.
- 0:09Speaker 1: Im ersten Teil haben wir einen Bauern- und Bühring kennengelernt, der offen und ehrlich darüber geredet hat wie sie an Grenzen gekommen sind, wie sie über Forderungen erlebt haben und was ihnen geholfen hat wieder draussen zu kommen.
- 0:20Speaker 1: Wer das noch nicht gehört hat, soll vielleicht erst dort reinlosen.
- 0:25Speaker 1: Das Ziel des zweiteiligen Podcasts ist es Reden über ein Thema wo zwar viele in der Landwirtschaft kennen aber nur die wenigsten bereit sind ansprechen.
- 0:35Speaker 1: Untersuchungen zeigen, dass fast siebzig Prozent der Landwirtinnen und Landwirte schon an ihre oder sogar über ihre Grenzen gekommen sind.
- 0:42Speaker 1: Das kann zu Überforderung, Unzufriedenheit, Stress bis hin zu einem Burn-out oder einer psychischen Erkrankung führen.
- 0:49Speaker 1: Heute lernen wir Stefan Paulus kennen.
- 0:51Speaker 1: Er ist der Experte wenn es um psychische Gesundheit in der Landwirtschaft geht.
- 0:55Speaker 1: Er hat verschiedene Untersuchung rund um das Thema gemacht.
- 0:58Speaker 1: er ist Professor für Arbeitsforschung an der Fachhochschule Ost-Sankt Gala.
- 1:03Speaker 1: Sein Spezialgebiet ist Burnout-Prävention der Landwirtschaft.
- 1:07Speaker 1: Ich habe mit ihm über seine Forschung gesprochen, warum gerade in der Landwirtschaft die psychische Belastung so hoch ist und ich wollte wissen was man denn tun könnte zum besseren Landwirtinnen und Landwirtherakos wo gerade in eine Krise stecken.
- 1:20Speaker 1: Stefan Paulus, warum beschäftigst du dich eigentlich so intensiv mit dem Thema psychische Gesundheit in der landwirtschaft?
- 1:26Speaker 1: Also irgendeinen landwirtschaftlichen Background?
- 1:31Speaker 0: Das ist eine gute Frage.
- 1:32Speaker 0: Nein, habe ich gar nicht.
- 1:34Speaker 0: Ich bin im Saarland groß geworden in der ländlichen Gegend aber weder meine Eltern noch Großeltern haben sozusagen landwirtschaftliche Hintergrund.
- 1:44Speaker 0: Nee, ich bin erst dazugekommen als ich vor zwölf Jahren ins Appenzell gezogen bin und dort dann quasi auch haben wir in der Landwirtschaftszone gelebt und da bin ich so das erste Mal mit dem Thema Landwirtschaft in Verbindung gekommen.
- 1:59Speaker 0: Und dadurch, dass sich sozusagen auf einen arbeitswissenschaftlichen Hintergrund habe von meiner Ausbildung her, hab' ich natürlich auch gefragt oder gesehen was dafür Belastungen ja vorharschen.
- 2:11Speaker 1: Und überrascht warst du?
- 2:14Speaker 1: Hast du so etwas erwartet?
- 2:16Speaker 0: Na im Gegenteil gar nicht!
- 2:18Speaker 0: Ich war sehr, sehr überraschend als ich dann so mich... näher mit dem Thema beschäftigt hat, dass es ja eigentlich ein großes Thema in der Landwirtschaft ist.
- 2:27Speaker 0: Im Gegenteil ich bin davon ausgegangen die Personen, die in einer Landwirtschaft tätig sind, die Bäuerinnen und Bauern sind sehr weiter von entfernt Burnout-Gefährte zu sein.
- 2:39Speaker 0: im Gegenteils also sie haben eigentlich alles das was gute aus meiner Sicht, aus meiner damaligen Sicht Alles das was eigentlich eine gute Arbeit ausmacht.
- 2:49Speaker 0: man kann selbst bestimmen man ist viel draußen Man darf mit Pflanzen, mit Tieren arbeiten.
- 2:55Speaker 0: Man produziert Lebensmittel und macht das für die Gesellschaft.
- 2:59Speaker 0: Im Appenzell gibt es ein großartiges Brauchtum.
- 3:03Speaker 0: Es gibt einen sozialen Zusammenhalt.
- 3:07Speaker 0: An den Jahreszeiten sind die Arbeitstätigkeiten orientiert.
- 3:12Speaker 0: Das ist eine super Voraussetzung um keine Arbeitsbelastung zur Fahrt.
- 3:17Speaker 0: War mein erster Eindruck!
- 3:20Speaker 1: Warum das nicht so ist, wären wir in der nächsten Minute zu erörtern.
- 3:24Speaker 1: Burnout ist schon längst bekannt in der Bevölkerung.
- 3:26Speaker 1: Gleich versteht vielleicht jeder und jede etwas anderes darunter.
- 3:30Speaker 1: Es werden vielleicht auch Begriffe vermischt.
- 3:32Speaker 1: Also Erschöpfungsdepressionen fliessen plötzlich in ein Burn-Out hinein oder umgekehrt.
- 3:37Speaker 1: Grenzen sind nicht ganz klar.
- 3:40Speaker 1: Klären wir den Begriff einmal?
- 3:42Speaker 0: Ja gerne!
- 3:44Speaker 0: Eben, das war ja auch lange Zeit ein Problem und ist immer noch ein kleines Problem.
- 3:49Speaker 0: Aber erst mal hat jetzt die WHO, die Weltgesundheitsorganisation in so einer internationalen Klassifizierung von Erkrankungen des Burnout definiert.
- 3:59Speaker 0: Es ist nämlich eine chronische Belastung hervorge- oder Stresserkrankung hervorgerufen durch Arbeitsstress.
- 4:07Speaker 0: Das sind etwa so die Definition.
- 4:10Speaker 0: Was es aber schwierig macht, ist jetzt nicht eine klassische Erkrankung in dem Sinne wie zum Beispiel ein Beinbruch.
- 4:17Speaker 0: Da kann man sehen jemand hat einen Bein gebrochen das kann man röntgen und sofort erkennen.
- 4:23Speaker 0: beim Burnout ist es eben nicht so weil es eine Stresserkrankungen ist Und es gibt ja in der Literatur, wenn zwischen hundert, dreißighundert bis hundertsechzig verschiedene Symptome von solchen Stresserkrankungen beschrieben.
- 4:37Speaker 0: Also das können eben Durchschlaf Schwierigkeiten sein, Einschlaf Schwierzkeiten sein.
- 4:43Speaker 0: Das können grübe Leie sein aber es kann sozusagen auch somatische Auswirkung haben wie Tinnitus Rückenschmerzen.
- 4:51Speaker 0: Es kann sich an ganz ganz unterschiedlichen Stellen ausdrücken im sprichwörtlichen Sinne auch.
- 4:57Speaker 0: Der Stress kommt an irgendeiner Stelle raus und es kann natürlich auch auf die psychische Auswirkung haben, eben dass das in so eine Richtung von der Depression geht, dass man sich erschöpft fühlt, dass ein Kron nicht müde ist.
- 5:12Speaker 0: und was mein Burnout noch spezifisch ist... Das finde ich eigentlich nochmal das Wichtige, was man auch verstehen muss wenn man vom Burnout spricht, dass eigentlich vor allem auch Personen eine Distanz zu ihrer Arbeit entwickeln, also eigentlich Arbeit die einem Spaß macht.
- 5:31Speaker 0: Wo man auch viele Personen, die gerne arbeiten gehen.
- 5:34Speaker 0: das ist zum Beispiel ganz zu Beginn als zur Burnout Forschung hat man Krankenschwestern erforscht in den USA Und die haben ja eine intrinsische Motivation.
- 5:44Speaker 0: Die sind ja altruistisch unterwegs, sie wollen ja irgendwie in Menschen helfen und da hat man festgestellt, die entwickeln eine komische Distanz zu ihrer Arbeit.
- 5:53Speaker 0: Sie reden schlecht über ihre Patienten und hat mal gemerkt okay, die haben sozusagen solche starke Belastung, die verspüren so einen starken Druck dass es sich mit dem Thema beschäftigen, dass sie halt eine Distanz zur Arbeit aufbauen.
- 6:08Speaker 0: und das ist glaube ich nochmal burn out spezifisch.
- 6:11Speaker 0: Und das passiert natürlich auch in der Landwirtschaft.
- 6:14Speaker 1: Das sind Warnsignal, Warnlamper, die angehen bis so etwas... Hüftig werden aber die Signale falsch stütet oder zu spät erkennend?
- 6:23Speaker 1: Warum?
- 6:25Speaker 0: Ja ich denke dass ist auch nochmal das Spezifische von Burnout eben auch.
- 6:29Speaker 0: Das haben wir in unserer Forschung ja auch herausgefunden jetzt nicht nur im Projekt Burnout Bremens und eine Landwirtschaft sondern wir haben dazu auch mal Nationalfor, also vom Schweizer Nationalfor finanzierten Grundlagenforschungsprojekt gemacht.
- 6:44Speaker 0: Dort haben wir zum Beispiel uns angeschaut wie entsteht eigentlich ein Burnout und da haben wir sozusagen herausgefunden dass das in einer ganz spezifischen Dynamik passiert.
- 6:54Speaker 0: Also nochmal das Bild mit Beinbruch.
- 6:56Speaker 0: Ein Beinbruch passiert meistens sofort.
- 7:00Speaker 0: Da kann man die Ursache erkennen, da kann man das Ergebnis sehen kann das ganz, ganz unterschiedlich Verläufe und Dynamiken haben.
- 7:09Speaker 0: Wir haben zum Beispiel Personen gefragt mit der Fragestellung beschreibt doch mal wie ist denn dein Burnout entstanden?
- 7:19Speaker 0: Und ein Landwirt hat es so beschrieben er wollte sich vergrößern auf den Betrieb hat dann investiert in Maschinen eben weil sozusagen der Preisdruck auch da war und weil er dachte dass wird sich auch rentieren.
- 7:35Speaker 0: Und dadurch ist sozusagen eine Verschuldung in Gang gekommen, um die Verschulung zu minimieren.
- 7:44Speaker 0: Hat der Nebenjob angefangen und das hat dann über einen längeren Zeitraum dazu geführt dass er über Monate hinweg sozusagen auch Energie verloren hat weil die Ruhezeiten sind geringer geworden.
- 7:58Speaker 0: Dadurch hat der Körper sich nicht mehr ausgeruht und dann sind solche Symptome hinzugekommen.
- 8:03Speaker 0: Also eben bei ihm waren es dann Herzrasen, nicht mehr durchschlafen können.
- 8:08Speaker 0: Kurz angebunden sein und dann zieht sich das über einen längeren Zeitraum denn ist man auch Ja, schnell auf dem Stall unterwegs.
- 8:17Speaker 0: Vielleicht auch in der Beziehung hat es dann angefangen zu kriseln und das sind dann auch Themen die sich über einen längeren Zeitraum bemerkbar machen bis dann irgendwann sogenannte Kipppunkte kommen also wo man die Arbeitslast halt quasi nicht mehr händeln kann Und dann verändert sich ein Burnout.
- 8:35Speaker 0: Dann kann so ein System ins Kippen geraten, das heißt es gibt unterschiedliche Phasen die dann zu einer Verschlechterung führen.
- 8:43Speaker 0: und wir haben halt auch gesehen bei manchen Verläufen geht es relativ schnell also bei dem Landwirt war das dann so relativ schnell.
- 8:51Speaker 0: Es gab eine Ziehungsprobleme es gab Herzrasen es gab wie einen nervlichen Zusammenbruch der dann dazu geführt hat, dass eben solche Gedanken auch aufgekommen sind das man nicht mehr da sein will.
- 9:03Speaker 0: Bei anderen haben wir festgestellt es zieht sich manchmal über Jahre weil sie halt immer irgendwie noch so kleine Ressourcen mobilisieren Hilfe organisieren aber es stabilisiert sich sozusagen auf einem tiefen Niveau bis irgendwann.
- 9:19Speaker 0: ja es kann sich vielleicht vorstellen wie als hätte man ein Loch in einer Regentonne irgendwann ist das Wasser dann doch abgelaufen und dann ist die Energie nicht mehr da.
- 9:30Speaker 0: Und so gibt es eben diese Dynamiken und Verläufe, die können sich manchmal auch relativ schnell verschlechtern.
- 9:37Speaker 0: und wenn dann diese Kipppunkte ins Spiel kommen und eben niemand da ist der unterstützt oder eben die Person es nicht schafft nach Hilfe zu fragen, dann kann das dramatische Verläufel entwickeln.
- 9:52Speaker 0: Vielleicht noch ein Satz dazu.
- 9:53Speaker 0: Du hast ja gefragt, warum wird es so schlecht erkannt?
- 9:57Speaker 0: Ich glaube man muss auch nochmal sehen wie auch in der Landwirtschaft gearbeitet wird.
- 10:04Speaker 0: lange Arbeitszeiten ist normal hart zu arbeiten ist normal bei Wind und Wetter zu arbeiten is normal.
- 10:11Speaker 0: Man ist sozusagen nicht nur angestellt, sondern man ist betriebsverantwortlich in den meisten Fällen.
- 10:17Speaker 0: Das heißt, man ist sozusagen auch in einem Konkurrenz... ...man hat irgendwie Preistruck, man muss Waren billig anbieten wenn man nicht in der Genossenschaft ist.
- 10:25Speaker 0: oder ja Hilfe genossenschaftlich organisiert ist es vielleicht noch ein bisschen einfacher haben oder man kann vielleicht Nichtmaschinen teilen.
- 10:34Speaker 0: das heißt man hat auch noch diesen Druck irgendwie am Ball zu bleiben.
- 10:38Speaker 0: das ist ja ein normales Geschäft für für landwirtschaftliche Betriebe.
- 10:42Speaker 0: Das ist halt ein enormer Druck und das ist was normales, das ist sozusagen diese Branche oder das Arbeiten in der Branche auch ausmacht.
- 10:51Speaker 0: Und dann kommt es sozusagen zu einer Art, ja nennen wir es mal Selbstverkennung man erkennt es sozusagen nicht weil man denkt das ist normal Erschöpfung ist normal Landwirtschaftsspezifes Problem, dass man das sozusagen nicht erkennt und nicht von einer normalen Erschöpfung unterscheiden kann.
- 11:11Speaker 1: Ist es auch der Grund warum Berufsgruppe, Landwirtschaft, Landwirte in Landwirt häufig auch zu Risiko ein oder häufiger Betroffen sind vor dem Syndrom?
- 11:22Speaker 0: Das ist mitunter ein Grund.
- 11:24Speaker 0: also die Arbeitsstruktur des Arbeitssystems.
- 11:27Speaker 0: ich denke eben statistisch gesehen Tatsächlich auch so, dass in der Landwirtschaft die Burnout-Häufigkeit doppelt so hoch ist wie in einer Normalbevölkerung.
- 11:38Speaker 0: Das hat eine Studie von Akroscope herausgefunden.
- 11:41Speaker 0: Wir haben dazu ja auch zwei Studien schon gemacht bzw.
- 11:44Speaker 0: da haben wir jetzt auf eine nationale Studie am Laufen.
- 11:48Speaker 0: Wir haben in unserer ersten Studie die unter anderem auch speziellen Graubünden, also eine Ostschweiz gemacht wurde.
- 11:54Speaker 0: Graubinden, Sankt Galen, Apenzell und Thurgau.
- 11:58Speaker 0: Da haben wir das auch rausgefunden.
- 11:59Speaker 0: da haben fast siebzig Prozent gesagt dass Sie an Ihren Grenzen schon waren darüber hinaus auch schon Erfahrungen gemacht haben, die über so Grenzerfahrung hinausgegangen sind Also dass sich schon oft am Anschlag waren Und... Das ist mitunter ein Grund!
- 12:15Speaker 0: Also diese Stressoren, die von außen kommen.
- 12:18Speaker 0: Die langen Arbeitszeiten, die Bürokratie und auch die arbeitsschwere in dem Sinne.
- 12:26Speaker 0: Zum anderen Teil denke ich muss man das auch noch mal ein Stück weit kulturell verstehen also warum das an der Landwirtschaft Ja, auch nochmal eine besondere Schwäche hat.
- 12:39Speaker 0: Weil wir haben zum Beispiel auch Interviews geführt oder Besuche gemacht auf Höfen und da sind mir immer wieder auf so spezifische Bilder Glaubenssätze von den Landwirtin gestoßen.
- 12:54Speaker 0: Ein klassischer Glauben Satz ist ja ich muss es erst allen anderen recht machen.
- 13:00Speaker 0: also zuerst kommt's viel dann kommen die Familie Dann kommt irgendwie vielleicht noch ist Ehrenamt und ganz zum Schluss, wenn noch Zeit bleibt von vierundzwanzig Stunden dann komme ich an die Reihe.
- 13:15Speaker 0: Aber das...
- 13:16Speaker 1: So selbst für Sorge schwierig?
- 13:18Speaker 0: Schwierig!
- 13:19Speaker 0: Schwierige ja und ich finde es auch nochmal spannend, dass haben viele Frauen von sich gesagt so erst kommen die anderen an die Reihe.
- 13:30Speaker 0: und beim Männern habe ich oft zu Glaubenssätze gehört.
- 13:33Speaker 0: mir hat niemand beigebracht über Gefühle zu reden, ist eine Schwäche.
- 13:37Speaker 0: Weil so auch die Identität von Ur ja der ist sehr oft auch an Leistungen gekoppelt dass man stark sein muss das man für andere da ist und es ist jetzt ja auch so die Selbstverpflichtung die man sich gegenüber hat.
- 13:54Speaker 0: Die hatten ja nicht nur alleine sich gegenüber, sondern ein Hof ist meistens vererbt worden und man will den Hof vererben.
- 14:01Speaker 0: Das heißt, man trägt ja auch so eine Generation mit sich das der Vater oder vielleicht der Sohn oder die Tochter.
- 14:08Speaker 0: Und natürlich will man denen sozusagen – und es macht auch total Sinn – den Hof auch bestmöglich übergeben und deswegen kommt man selber erst ganz zum Schluss an die Reihe.
- 14:23Speaker 0: Ich glaube, das ist ein Fehlschluss.
- 14:25Speaker 0: Weil ich denke um den Hof gut zu übergeben muss man auch auf sich achten.
- 14:31Speaker 0: also um bei dem Bild mitem Wasser zu bleiben wenn ich immer nur in die Quelle gehe und raus schöpfe und raus schöpfe einfach dem fast nicht genug Zeit gebe dass das Wasser sich wieder auffüllt oder der Grundwasserpegel steigt, dann ist die Quelle irgendwann versiegt und dann ist es sozusagen eher kontraproduktiv.
- 14:49Speaker 0: Also ich glaube auf der zweiten Ebene sind diese Glaubenssätze auch ein Thema, das ja in der Branche natürlich auch diskutiert werden sollte.
- 15:01Speaker 1: Stefan Paulus, du hast gesagt, dass eigentlich schon ganz ein grosser Teil gesagt hat bei den Befragungen, hey Moll, wir sind eigentlich auch schon an Grenzen gehoben, vielleicht sogar schon darüber raus.
- 15:12Speaker 1: Trotzdem, was man auch sieht in dieser Untersuchung.
- 15:14Speaker 1: Unterstützungsangebot von Sugit und da eigentlich auch bekannt sind werden kaum genutzt?
- 15:19Speaker 1: Das ist ja ein Widerspruch!
- 15:22Speaker 0: Ja das haben wir uns natürlich auch gefragt warum ist es eigentlich so?
- 15:27Speaker 0: Warum werden diese Unterstützungen angeboten nicht angenommen?
- 15:33Speaker 0: Und dann muss ich auch selbstkritisch sagen dass vielleicht eine falsche Frage Weil eben in der Wahrnehmung der betroffenen Personen, und das macht auch ein Burnout aus oder eine Stresserkrankung aus, fühlt man das im ersten Moment vielleicht gar nicht so.
- 15:51Speaker 0: Weil die Glaubenssätze da sind, die einen quasi wieder daran hindern, Hilfenanspruch zu nehmen.
- 15:58Speaker 0: Punkt eins, Punkt zwei ist diese, was ich ja schon angesprochen habe, diese Selbstverkennung alle haben gute Gründe über ihre Grenzen hinaus zu arbeiten.
- 16:08Speaker 0: Sie wollen irgendwie durchkommen, sie wollen was Gutes hinterlassen und sie wollen gute Arbeit
- 16:12Speaker 0: leisten.".
- 16:14Speaker 0: Und ich glaube das muss man auch honorieren und es muss man auf eine Landwirtschaft spezifisch dann auch betrachten.
- 16:20Speaker 0: Das Spannende ist – und das ist glaube ich etwas, was uns auch so ein bisschen zum Umdenken gebracht hat!
- 16:26Speaker 0: Also wir haben dann überlegt, ihr könnt die Landwirte, die betroffen seien gar nicht zu den Hilfsangeboten hinbringen?
- 16:34Speaker 0: Das ist auch in so einer Stresserkrankung viel zu schwierig.
- 16:37Speaker 0: A, weil man sich selbst nicht als Erkrankt wahrnimmt wegen den Glaubenssätzen
- 16:42Speaker 0: usw.,
- 16:43Speaker 0: und B oftmals gar nicht dafür die Zeit ist.
- 16:47Speaker 0: D.h.
- 16:48Speaker 0: es gibt super Angebote vor allem auch in Graubünden.
- 16:51Speaker 0: Es gibt wirklich tolle Angebote, es gibt das bäuliche Sorgentelefon was national unterwegs ist... Coaches, es gibt Angebote die auch landwirtschaftsspezifisch sind.
- 17:07Speaker 0: Und die werden nicht angenommen?
- 17:08Speaker 0: Wir haben gefragt warum?
- 17:10Speaker 0: Landwirte, die betroffen sind und Landwirtinnen, die getroffen sind, haben gesagt ja klar da gibt's sozusagen das eine Thema mit den Glauben setzen aber das andere Thema ist auch viele haben das Gefühl dass vor allem auch die Psychologischen Hilfsangebote die dann eher in schweren Fällen sozusagen Hilfe leisten würden, dass die Hilfsanbieter nicht die Gleis für Sprache sprechen.
- 17:35Speaker 0: Also sie haben so zu sagen oft auch das Gefühl was soll ich da?
- 17:39Speaker 0: Mit der Welt können Sie nichts anfangen und umgekehrt... Da
- 17:43Speaker 1: scharme bist du mitstüber!
- 17:44Speaker 0: Ja eben also das ist natürlich ein zweiter Grund.
- 17:48Speaker 0: Scham denke ich es auch.
- 17:50Speaker 0: ja Hilfe von außen zu nehmen wenn man selber die Identität hat, dass man ein Schaffer oder Schafferin ist Das ist natürlich auch ein Thema.
- 17:59Speaker 0: und das dritte Thema ist, viele Angebote sind sozusagen nicht ganz anonym.
- 18:04Speaker 0: Und ja also das kann man sich vielleicht auch wildlich vorstellen wenn ich betroffen bin will ich nicht mit meinem Subaru zu einer Beratungsstelle fahren und dort vom ganzen Dorf gesehen werden.
- 18:18Speaker 0: Das will ich Ja oder ich will vielleicht auch nirgendwo hin anrufen, wo es dann anonym ist.
- 18:25Speaker 0: Aber ich weiß nicht, wer ist auf der anderen Seite von der Leitung?
- 18:29Speaker 0: Und ich glaube diese Angst muss man in der Früherkennung den Betroffenen nehmen.
- 18:34Speaker 0: und wir haben dann ja sozusagen auch überlegt was wollt ihr denn für Hilfsangebote haben?
- 18:40Speaker 0: und die sagen hey die Leute ich muss Vertrauen in die Person haben, die mich betreut oder berät.
- 18:47Speaker 0: Die muss dieselbe Sprache sprechen wie ich und ich muss nirgendwo hingehen.
- 18:52Speaker 0: Und so sind wir dann auf die Idee gekommen, hey es gab doch mal im Kanton Waad dieses
- 18:58Speaker 0: Sentinel-Idee.".
- 19:00Speaker 0: Das heißt in Kanton Wad hat man versucht sozusagen diejenigen, die auf den Hof gehen das sind sie Sammungstechniker, das sind die Tierärzte und Tierärztinnen.
- 19:12Speaker 0: Das sind die Milchschaufförer, dass man diese sozusagen als Art Sentinels also übersetzt als Wachpersonen Anführungszeichen als Früherkennungsposten sozusagen mit in die Früherkennung einbezieht weil sie wissen oft sehr, sehr gut wenn irgendwo es auf dem Hof eben nicht so gut läuft.
- 19:33Speaker 0: Ich habe beim Sammungstechniker gesprochen.
- 19:36Speaker 0: Der hat mir erzählt, hey Stefan ich gehe manchmal seit zwanzig Jahren zum selben Betrieb.
- 19:41Speaker 0: Wenn ich schon um die Kurve fahre dann sehe ich schon wie die Stimmung vom Bauer ist.
- 19:47Speaker 0: Ich seh das wie der Hof aussieht.
- 19:49Speaker 0: Ich sehe sozusagen relativ gut durch sein Instinkt, durch seinen Bauchgefühl was da los ist.
- 19:57Speaker 0: und genau diese Person also diese Brückenpersonen die wären Gold oder sind Gold wert in der Früherkennung wenn man es schafft eben noch mehr Brückenpersonen in diese Früherkennung mit einzubeziehen, dass sie sagen hey also auch da Sie ihre Grenzen waren und sagen Hey wie geht's dir?
- 20:16Speaker 0: Ich kenne da jemand.
- 20:18Speaker 0: Soll ich jemand die Telefonnummer geben.
- 20:20Speaker 0: oder dass man so genannte Piers, also auch ehemals betroffene Landwirte die sowas schon mal durchgemacht haben.
- 20:26Speaker 0: Dass man die sozusagen auch aktiviert das die auf die Höfe gehen es gibt ja im Bündnerland gibt's ja auch einige Piers die Hilfe anbieten, dass man die verstärkt in die Früherkennung einbezieht.
- 20:39Speaker 0: ich glaube das wäre Gold wert für die Burnout-Premission
- 20:43Speaker 1: D.h.,
- 20:44Speaker 1: die Landwirtin wird dort abholen, wo sie eigentlich sind.
- 20:46Speaker 1: und eben die Idee ist ja vom ganzen Forschungsprojekt weitergetrieben, dass ein Schweizweit-professionelles Beratungsnetzwerk aufgebaut wird.
- 20:56Speaker 1: Aber wie kann das institutionalisiert werden wenn jetzt so der eine Tierarzt kommt und vielleicht einmal interveniert oder der Besamungstechniker?
- 21:04Speaker 1: Aber institutionalisieren, dass es wirklich, sage ich mal, flächendeckend mitdenkt wird!
- 21:09Speaker 1: Wie weit ist man da?
- 21:12Speaker 0: Da ist man schon relativ weit glücklicherweise.
- 21:16Speaker 0: Also wir hatten ja in unserem ersten Projekt, ein Netzwerk gegründet eine Plattform, eine Ostschweizer Plattform zur Burnup-Prävention und da waren die kantonalen Bauernverbände mit dabei.
- 21:32Speaker 0: Da waren die Schweizer Borchenglandfrauenverband war mit dabei Und dort haben wir sozusagen eine Karte entwickeln mit genau diesen Eckpfeilern.
- 21:42Speaker 0: Also das einerseits Öffentlichkeitsarbeit braucht, dass man eben diese Piers, also die Genesungsgleiter, die das auch schon mal erfahren haben und die Brückenpersonen, die auf die Höhe kommen, dass Man die mit einbeziehen will und dass man einen verbindlichen Netzwerk entwickeln soll.
- 22:00Speaker 0: Eben wo dann sozusagen diese Brücken ineinander greifen?
- 22:06Speaker 0: Und dazu, klar muss man ein Netzwerk aufbauen und da sind wir jetzt gerade dran.
- 22:10Speaker 0: Da gibt es ja auch viele Akteure in Graubünden eine Maschinenring eben da gibt's jetzt ein Schweizwaldes Netzwerk was weiterentwickelt wird.
- 22:20Speaker 0: Der Schweizer Bauernverband ist mit dabei, andere kantonale Bauernverbände sind mit dabei.
- 22:25Speaker 0: Wir arbeiten gerade an der Ausbildung, einem Rahmenlehrplan für die Piers- und Drückenpersonen wo auch die Kantone langsam mit dazukommen.
- 22:35Speaker 0: also da entsteht jetzt ein Netzwerk, das sozusagen offen ist.
- 22:40Speaker 0: Da gibt es eine Karte, die sozusagen auf die ganze Schweiz übertragen werden soll.
- 22:49Speaker 0: Wenn es da interessierte Organisationen gibt, die Interesse haben dürfen sehr gerne in dieses Netzwerk beitreten und an dieser Brückenstruktur mitarbeiten.
- 23:05Speaker 0: Weil nur so kann's gehen wenn wir Hand-in-Hand arbeiten.
- 23:09Speaker 1: Das ist jetzt mal eine Karte, das ist Papier.
- 23:11Speaker 1: D.h.,
- 23:11Speaker 1: die Papiere sind geduldig, es ist so das geflügelte Wort oder?
- 23:14Speaker 1: Aber das stellen wir vor, diese Ärzte, man weiss sehr hoche Belastung der einen Termin folgt den nächsten.
- 23:21Speaker 1: Man hat eigentlich nicht viel Zeit und auch Betriebsberater, da ist ja der Zeitdruck hoch.
- 23:27Speaker 1: also nochmal Zusatzbelästigung.
- 23:29Speaker 1: Auch noch schauen wie es auf dem Hof läuft und so ist das überhaupt praktikabel.
- 23:36Speaker 0: Also... Da muss man auch noch mal ganz klar sagen, danke dass du es auch nochmal ansprichst.
- 23:40Speaker 0: Also das ist ja eine große Angst wenn ich jetzt zum Beispiel mit Treuhänder in Rede oder irgendwie mit Betriebsberatenden oder auch mit Maschinenringen und Kollegen von dir und Kolleginnen kann man das denn überhaupt zeitlich machen?
- 23:56Speaker 0: Das kann man sehr wohlzeitlich machen weil die Aufgabe von den Brückenpersonen sozusagen zu diagnostizieren oder zu therapieren gar nicht.
- 24:07Speaker 0: Ihr seid ja sowieso in Kontakt mit den Personen, ihr geht dir auf die Höfe und ihr redet auch.
- 24:15Speaker 0: ich sage mal im kollegialen Zusammenhang und da reicht einfach auch nur das Bauchgefühl hey zu fragen wie geht es dir?
- 24:23Speaker 0: Und das ist auch sozusagen durch die Suizidforschung oder durch die Burnout-Forschung auch sehr, sehr gut belegt.
- 24:29Speaker 0: So eine einfache Ansprache?
- 24:32Speaker 0: Einfach so Frage!
- 24:33Speaker 0: Wie geht es dir, dass das für betroffene Personen oftmals auch ein Hindernungsgrund ist, sozusagen nicht das Schlimmste zu denken sondern vielleicht sich zu öffnen und oder vielleicht auch mal darüber nachzudenken?
- 24:49Speaker 0: Und für viele ist es auch eine Entlastung zu sagen, hey mir geht's nicht nur finanziell gerade nicht gut.
- 24:54Speaker 0: Sondern das geht mehr auch an die Psyche.
- 24:57Speaker 0: und dann muss man ja nicht irgendwie da groß therapieren.
- 25:02Speaker 0: oder ein Gespräch spürt mir, ich spüre die Gespräche führen sondern man kann sagen Hey!
- 25:07Speaker 0: Da gibt´s die Kolleginnen vom bäuerlichen Sorgen-Telefon oder von Maschinenring oder von der Betriebsberatung dass man sozusagen da die Hand bietet und Brücken aufzeigt.
- 25:20Speaker 0: Ich glaube, um mehr geht es gar nicht.
- 25:23Speaker 1: Also mehr wahrgenommen werden, ja vielleicht ein kleiner Hinweis gibt – das kann schon viel auslösen.
- 25:30Speaker 0: Richtig!
- 25:30Speaker 0: Und um mehr soll's auch gar nicht gehen?
- 25:33Speaker 1: Man muss nicht sagen, wenn es vielleicht noch nicht spät ist, immer noch früher Präventionen, aber vielleicht auch was kann der Einzelne die Landwirte machen, dass es vielleicht gar nicht so weit kommt.
- 25:46Speaker 1: Vielleicht einen Schritt vorher noch... selber eingreifen.
- 25:50Speaker 0: Also, da könnte ich dir jetzt sozusagen eine arbeitswissenschaftliche Antwort liefern und klar kann er die Strukturen überprüfen?
- 25:59Speaker 0: Man kann fragen braucht es das Investment oder gibt's sozusagen eine Möglichkeit dass man sich auch vielleicht mit dem anderen Betrieb ja eine Maschine teilt.
- 26:10Speaker 0: Man kann sozusagen auch die Arbeitszeiten überprüpen.
- 26:16Speaker 0: ist es rentabel, wenn ich lange Wege habe.
- 26:19Speaker 0: Also all das wie Arbeit organisiert ist, dass man den Betrieb gut aufstellt, dass der Betrieb auch finanziell gut dasteht.
- 26:27Speaker 0: Ich glaube, das sind zum Beispiel auch Risiken die man sehr, sehr gut minimieren kann eben, wenn man in einem ja... Wenn man das vielleicht selber neu ist oder sozusagen gerade nicht weiter weiß, Beratungsdienste in Anspruch nimmt.
- 26:45Speaker 0: Ich denke, das ist Punkt eins.
- 26:46Speaker 0: Punkt zwei ist der hat mich zum Beispiel unserer Untersuchung wirklich selber rascht.
- 26:54Speaker 0: Das siebzig Prozent der Betroffenen haben gesagt.
- 26:59Speaker 0: Sie haben gesagt, sie trauen sich nicht mit ihrem Partner über ihre Empfindungen, dass sie gerade Stress empfinden und es ihnen gut geht, dass die vom ans Schlimmste denken, dass sie heimlich trinken.
- 27:13Speaker 0: Dass sie negative Bewältigung Strategien, also Medikamente nehmen, Aufputschmittel nehmen, das sieht es verheimlichen und ich glaube, das wäre sozusagen ein ganz, ganz wichtiger Punkt auch ja das Gespräch zu suchen oder im Unkehrschluss, also in Familien oder auch in den Organisationen, landwirtschaftliche Organisationen im Ehrenamt, im Verein beim Jodelclub.
- 27:44Speaker 0: Dass es dort auch Situationen geschaffen werden wo es einem leicht fällt zu sagen hey mir geht's gerade nicht so gut weil die wenigsten würden sagen ist mir doch egal.
- 27:55Speaker 0: im Gegenteil ich glaube der Zusammenhalt in der Landwirtschaft ist so stark dass da auch Hilfe gegeben wird das da die Hand geboten wird.
- 28:07Speaker 0: Und ich glaube, man muss einfach so Situationen schaffen wo man darüber reden kann.
- 28:10Speaker 0: Wo man vielleicht auch seine Glaubenssätze überdenkt und das muss nicht irgendwie.
- 28:15Speaker 0: es kann auch ein guter Freund oder eine Kollegin sein dass man sich einfach Zeit dafür nimmt.
- 28:22Speaker 0: aber Ich muss auch ganz klar sagen Es ist jetzt nicht nur ein rein individuelles Problem sondern es ist natürlich auch ein politisches Problem.
- 28:31Speaker 0: also es ist auch ein gesellschaftliches Problem.
- 28:34Speaker 0: Ich meine wir leben in einer Gesellschaft wo natürlich auch die Gesellschaft oder die Konsumentin bereit sind, einen bestimmten Preis zu bezahlen für ein Produkt.
- 28:44Speaker 0: Und von diesen Preisen können oftmals Personen in der Landwirtschaft irgendwie nicht gut leben also diese quasi wie auch gezwungen solche Arbeitsbedingungen kauftzunehmen um irgendwie durchzukommen und das oftmals auf Kosten der eigenen Gesundheit.
- 29:01Speaker 0: und ich glaube dass ist ein riesen Problem.
- 29:04Speaker 0: Und da finde ich es sozusagen, wenn ich mir jetzt nur die Kommentarspalten in manchen Gullivar-Medien anschaue.
- 29:11Speaker 0: Wieso in der Gesellschaft über die Landwirtschaft gesprochen wird oder über die Branche gesprochen wird?
- 29:17Speaker 0: Ja, da finde Ich gibt's auch ein Problem wie sozusagen die Anerkennung von der Gesellschaft gegenüber der Landwirtschaft stattfindet weil das ist auch echt ein Thema was viele Landwirtinnen auch davon abhält Hilfe zu suchen weil sie eben nicht noch mehr Häme ausgesetzt sein wollen.
- 29:37Speaker 0: Und ich glaube, das ist sozusagen ja auch ein gesellschaftliches Thema.
- 29:42Speaker 0: Wie sollen eigentlich unsere Lebensmittel produziert werden und unter welchen Arbeitsbedingungen sollen die produziert?
- 29:51Speaker 1: Also das heißt eben auch sich nie getraut zu exponieren, dass man Angst hat vor der Reaktion.
- 29:57Speaker 1: Wir reden jetzt auch darüber.
- 29:58Speaker 1: Wir thematisieren Thema Burnout mit mir zährend ans Licht führen Ja, in Normalität.
- 30:06Speaker 1: Ich denke das ist auch wichtig dass man darüber redet und dass es öffentlich darüber geredet wird?
- 30:11Speaker 0: Ja ich finde es großartig!
- 30:13Speaker 0: Und da tut sich auch was gerade so in den letzten Wochen Monaten... Das hat immer eine ganz andere Qualität, dass die Branche darum kümmert, dass sie das anspricht weil also man muss es auch noch mal klar sagen Ohne eine gesunde Arbeitskraft, also dass ich meine Arbeitskraft gesund erhalten kann.
- 30:41Speaker 0: Kann ich auch keine gute Lebensmittel produzieren?
- 30:44Speaker 0: Wir
- 30:45Speaker 1: haben gesagt, was die grössten Stressoren sind.
- 30:48Speaker 1: Arbeitsüberlastung, rechtliche Vorschriften, eben auch Anerkennung, wo fehlt in der Gesellschaft.
- 30:56Speaker 1: und jetzt ist so ein bisschen die Frage ja gut wenn man diese Stressoren kennt müssen wir nicht auch dort ansetzen.
- 31:01Speaker 1: Also man sagt ja gut Wenn das so stark beschäftigt.
- 31:10Speaker 0: Ja, auf jeden Fall!
- 31:11Speaker 0: Ich denke also ich will jetzt hier auch keine Politik machen... Wissenschaftler, ich erforscht das Thema.
- 31:18Speaker 0: Wir bringen sozusagen die Risikofaktoren auf den Tisch und die Lösungen eben müssen sozusagen auch gesellschaftlich gesucht werden.
- 31:26Speaker 0: Wir haben mit unseren Studien klar benennen können was sozusagen die größten Risikophaktoren sind und ich denke in dem Zuge ist es sozusagen eine politische Frage wie geht man damit um?
- 31:41Speaker 1: ein grosses Risiko als der Rest der Bevölkerung.
- 31:45Speaker 1: Landwirt in einem psychischen Krankheitsentwickel oder ein Burnout zu entwickeln.
- 31:53Speaker 1: In der Landwirtschaft wird viel geforscht, Saatgut, Tier-, Klima ... Was auch immer.
- 32:00Speaker 1: Der Fächer ist endlos.
- 32:01Speaker 1: Die Forschung zur psychischen Gesundheit in der Landwirtschaft ist an einem sehr kleinen Ort bis jetzt noch.
- 32:08Speaker 0: Genau!
- 32:08Speaker 0: Du sagst es bis jetzt nach.
- 32:12Speaker 0: Es gibt eben Zu ganz vielen Themen gibt es sehr, sehr hochstehende Forschung.
- 32:20Speaker 0: Zur psychischen Gesundheit eben gibt es relativ wenig.
- 32:25Speaker 0: auch Akroscope hat da eine sehr gute Studie gemacht.
- 32:31Speaker 0: aktuell sind auch Kolleginnen von der Uni Basel an dem Thema dran das zu erforschen.
- 32:37Speaker 0: Wir machen gerade eine große nationale Studie zum Thema Arbeitsbelastung in der Landwirtschaft.
- 32:44Speaker 0: Was kostet das?
- 32:46Speaker 0: Wie lange sind die Verläufe, was sind die Stressoren?
- 32:50Speaker 0: Da haben wir auch eine regionale Studie schon dazu gemacht.
- 32:54Speaker 0: Es gibt mittlerweile auch Masterarbeiten es gibt studierende Projekte eben es gibt relativ viele Anfragen zu kleinen untersuchen.
- 33:04Speaker 0: also ich glaube da tut sich etwas Auch im internationalen Bereich, weil das Thema sozusagen ... Weil sehr viele Personen davon betroffen sind.
- 33:12Speaker 0: Also gerade auch in unseren Nachbarn-Nachbarländern.
- 33:16Speaker 0: In Deutschland eben ist die Quote noch viel höher was die Burnoutrate angeht.
- 33:22Speaker 0: In Frankreich statistisch gesehen bringt sich jeden zweiten Tag eine Landtürtin um.
- 33:29Speaker 0: also da sind schon auch alarmierende Befunde und ich glaube dass es jetzt was es gilt, irgendwie weiter zu erforschen.
- 33:41Speaker 1: Stefan, wenn jetzt jemand das gehört und sich vielleicht im einen oder anderen wiedererkennt hat... Was für ein Typ hast du?
- 33:51Speaker 0: Dass Selbstsorge kein Luxus ist sondern dazu beiträgt dass man den Betrieb gut führen kann.
- 34:00Speaker 0: ich glaube das würde ich als Tipp sagen.
- 34:04Speaker 0: also auf sich achten Ja, das Gespräch suchen eben mit Kollegen.
- 34:13Speaker 0: Mit einer Partnerin, mitten Kindern vielleicht in einer Kirche je nachdem wo eine Vertrauensperson ist und dass auch mal ansprechen.
- 34:24Speaker 0: Einerseits oder auf der anderen Seite einfach zuhören ja wenn jemand sagt mir geht es gerade nicht so gut zuhörn ich glaube da sind wichtige Punkte und einfach auch zu verstehen, dass die Arbeitskraft, die eigene Arbeitskraft wichtig ist um auch langfristig und nachhaltig in Betrieb führen zu können.
- 34:44Speaker 1: Das war Stefan Paulus, Experte für psychische Gesundheit der Landwirtschaft.
- 34:50Speaker 1: Vor einem reisen Berg stehen das Gefühl von Überforderung weder hinter China Fürschewissen so geht es einen Haufen – man ist also nicht alleine!
- 34:58Speaker 1: Und das ist sicher nichts, was man sich dafür schämen müsste.
- 35:02Speaker 1: Wir haben gelernt darüber reden, auch wenn es einmal nicht so gut geht.
- 35:05Speaker 1: Das ist der erste wichtige Schritt!
- 35:08Speaker 1: Wer jetzt zugelost hat und sich dort wiedererkennt hat sollen Blick in die Show noch zu werfen.
- 35:13Speaker 1: Dort habe ich euch an viele Infos und Links zusammengestellt.
- 35:16Speaker 0: An Dank
- 35:17Speaker 1: geht an die folgenden Organisationen, die den Podcast möglich gemacht haben.
- 35:21Speaker 1: Es sind das Maschinenringerabünden, Bündnerbauerverband, Bühne- und Landfrau-Verband, Tagri Sanu, Biogrisun.
- 35:29Speaker 1: Ich bin der sehr verehrte.