Latest / Holger ruft an / Holger ruft an ... wegen Klima-Desinformation
Transcript
- 0:00Speaker 1: Also was wir immer beobachten können.
- 0:01Speaker 1: und das macht Klimadesinformationen auch so effektiv, dass nicht einfach eine Plumpe-Falschmeldung ohne Quellen gebracht wird.
- 0:10Speaker 1: Sondern sehr häufig beruft man sich auf ein vermeintliches Forschungsinstitut.
- 0:14Speaker 1: Und wenn man sich aber dann diese Studien ansieht, dann sieht man, dass da sehr häufig Papers sind die auf keinerlei wissenschaftlichen Standards beruhen.
- 0:27Speaker 0: Hallo Luis, hier ist Holger!
- 0:29Speaker 0: Servus Ich rufe an wegen Klimadesformation.
- 0:32Speaker 0: Du bist Jurist, Zeit-Historiker und Medienethiker und arbeitest für die österreichische Datumstiftung für Journalismus und Demokratie.
- 0:39Speaker 0: Und du hast gerade einen Aufsatz veröffentlicht mit dem Titel Klimaskepsis durch Alternativmedien.
- 0:44Speaker 0: Strategien und Muster in der Klimaberichterstattung rechter Gegenöffentlichkeiten.
- 0:50Speaker 0: Arbeiten wir das mal ab!
- 0:51Speaker 0: Was sind Alternativmedien?
- 0:52Speaker 1: Alternativmedien sind Medienprojekte, die sich bewusst von der etablierten Medienlandschaft abgrenzen.
- 0:59Speaker 1: Das kann auf der Ebene der Inhalte sein, dass ich andere Themenschwerpunkte wähle, das kann auf dieser Ebene Akteure sein... dass ich zum Beispiel Personen zu Wort kommen lasse, die in den etablierten Medien nicht ausreichend zu Wortkommen und eben auch im Selbstverständnis, dass ich sage Ich bin anders als die etablierte Medienlandschaft.
- 1:18Speaker 1: Und im zwanzigsten Jahrhundert waren das vor allem Publikationen im Umfeld sozialer Bewegungen.
- 1:24Speaker 1: Mittlerweile, seit der Digitalisierung und dem Aufstieg von Social Media haben sehr weit rechtsstehende Akteure diesen Begriff für sich vereinnahmt.
- 1:34Speaker 1: Man sollte ihn aber weiterhin glaube ich nicht ideologisch verwenden.
- 1:38Speaker 0: News natürlich ist ein Blick, Express in Österreich sowas!
- 1:41Speaker 0: Du hast gerade schon so'n bisschen aufgezählt... Aber gibt's vielleicht irgendwie noch so die drei untrücklichen Zeichen anhand derer Ich ein alternatives Medium?
- 1:52Speaker 0: Vielleicht sogar ein rechtes alternatives medium erkennen kann.
- 1:56Speaker 1: Ja, ich würde sagen zunächst mal wenn die Inhalte deutlich parteiischer ausgerichtet sind also wenn ich mich nicht an journalistische Standards halte wie zum Beispiel sorgfältige Quellenrecherche oder Ausgewogenheit bewusst die etablierte Presseangreife, wenn ich sage Systempresse, Lügenpresse und dann auch wenn ich alternative Strukturen zum Beispiel in der Finanzierung habe.
- 2:23Speaker 1: Wenn ich mich zum Beispiel nicht durch einen Mix aus Anzeigen- und Werbeerlösen finanziere sondern z.B.
- 2:28Speaker 1: durch eine politische Partei oder eine andere Institution.
- 2:34Speaker 0: Den einen Großspender, der den ganzen Laden am Laufen hält?
- 2:37Speaker 1: Ganz genau!
- 2:39Speaker 0: Die hast du dir angesehen, also die rechten Alternativen.
- 2:41Speaker 0: Was genau hast Du dir angeguckt und wen genau?
- 2:44Speaker 0: vor allen Dingen?
- 2:46Speaker 1: Ich habe mir angeschaut die Klimaberichterstattung einschlägiger Portale im deutschsprachigen Raum.
- 2:52Speaker 1: Der Hintergrund ist das mehrere Studien in den vergangenen Jahren, die Klimaskepsis- und Klimadesinformation auf sozialem Medien untersucht haben zum Ergebnis kommen dass in diesen Postings sehr oft Bezug genommen wird auf die Beiträge selbstanandter Alternativmedien.
- 3:11Speaker 1: Und mir ist aber gleichzeitig aufgefallen, dass die Rolle dieser Alternativ oder ich würde sagen Parallelmedien eigentlich nur am Rande in den großen Publikationen thematisiert werden und deswegen dachte ich mir es ist noch mal sinnvoll sich das genauer anzuschauen und als Grundlage habe ich mir die Faktencheck-Analysen von etablierten Faktencheck-Institutionen hergenommen, habe da ein Sample von etwa vierzig Faktonchecks herausgenommen und das dann in einer Inhaltsanalyse ausgewertet.
- 3:46Speaker 0: Warum eigentlich ausgerechnet Klima?
- 3:48Speaker 0: Also die Rechten sind ja doch eher notorisch für Rassismus und solche Sachen!
- 3:53Speaker 1: Das Klima-Thema ist in den letzten Jahren in den Fokus solcher Portale gerückt.
- 3:58Speaker 1: Das hat wohl zu tun einerseits mit dem Aufstieg der Klimabewegung ab im Jahr zwei Tausend achtzehn.
- 4:06Speaker 1: Da haben wir beobachten können, dass auch diese Parallelmedien immer stärker sich auf Themen wie Energiewende oder die Klimabewegung konzentrieren und es hat dann, glaube ich nochmals zugenommen mit den Wahlerfolgen grüner Parteien in Europa.
- 4:23Speaker 1: Also vor allem als dann die Grünen in Deutschland in der Bundesregierung waren haben wir gesehen dass die Grüinen und ihre einzelnen Politiker zu einem zentralen Feindbild dieser Portale geworden sind.
- 4:35Speaker 0: also als Gegenbewegungen sind die Rechten sozusagen aufgesprungen.
- 4:39Speaker 1: Ja, man kann das durchaus so sehen.
- 4:41Speaker 1: Also wir müssen uns immer zurückerinnern.
- 4:43Speaker 1: In dem Jahr zwei Tausend neunzehn gab es eine sehr große Zustimmung eigentlich was Klimaschutz betrifft.
- 4:48Speaker 1: also da wurde auch laut Umfragung ja war's sehr...wann man sich in der Mehrheit recht einig das was passieren muss weil eben die Sommer zu diesem Zeitpunkt schon enorm heiß waren.
- 5:00Speaker 1: Und dann hat man aber gesehen, dass mit gezielter Kampanisierung und auch würde ich sagen offenkundiger Propaganda das Vertrauen und die Befürwortung des Klimaschutzes durchaus gesunken ist in den Jahren darauf.
- 5:18Speaker 0: Welche Strategien- und Muster hast du gesehen?
- 5:21Speaker 1: Ich habe eigentlich, ich würde sagen vier Kategorien beobachten können.
- 5:25Speaker 1: Also es ergeben sich vier Strategien die man jetzt nicht streng voneinander trennen muss und im Wesentlichen sind das die Methoden der klassischen Jahrzehnte alten Klimawandel-Leugnungsbewegung auf internationaler Ebene.
- 5:42Speaker 1: Das betrifft einerseits die Leugnung des menschengemachten Klimawandels wobei...
- 5:47Speaker 0: Das macht noch irgendjemand?
- 5:50Speaker 1: Wollte ich gerade sagen, es gibt nach wie vor verschwörungsideologische rechtsextreme Portale auf denen das durchaus noch stattfindet.
- 6:01Speaker 1: Es ist aber im Vergleich zu den USA in deutschsprachigen Raum weit aus weniger ausgeprägt.
- 6:06Speaker 1: was man eher eigentlich sehen kann auf diesen rechtsalternativen Portalen dass sogenannte Verzögerungsnarrative angewandt werden.
- 6:14Speaker 1: Das heißt man stellt den Klimawandel nicht grundsätzlich infrage Argumentiert aber, dass wissenschaftsbasierte Klimaschutzlösungen ineffektiv sind.
- 6:24Speaker 1: Dass sie den Wirtschaftsstandort Deutschland massiv schwächen würden oder auch zu flächendeckenden Stromausfällen zum Beispiel führen könnten.
- 6:34Speaker 1: Also das sind Drohs-Szenarien, die vor allem auf Verzögerungstaktiken hindeuten.
- 6:40Speaker 1: und daneben gibt es noch drei andere Strategien.
- 6:43Speaker 1: Das ist einerseits der sogenannte Cherry Picking also die selektive Wiedergabe von Informationen dann die Nutzung dubioser Quellen und vermeintlicher Experten.
- 6:56Speaker 1: Und was ich schon vorhin angesprochen habe, der Angriff auf politische Gegner und dazu zählen insbesondere die Klimaschutzbewegungen und die Grünen als Partei.
- 7:06Speaker 0: Dubioserquellen?
- 7:07Speaker 0: Welche werden denn da genommen so ganz gerne mal?
- 7:11Speaker 1: Also was wir immer beobachten können – das macht Klimadesinformationen auch so effektiv!
- 7:16Speaker 1: dass nicht einfach eine Plumpe Falschmeldung ohne Quellen gebracht wird, sondern sehr häufig beruft man sich auf ein vermeintliches Forschungsinstitut.
- 7:26Speaker 1: Das konnte man auch schon bei der Corona-Pandemie beobachten, das dann sehr häufig rekurriert wird auf neue Studien.
- 7:32Speaker 1: und wenn man sich aber dann diese Studien ansieht, dann sieht man, dass das sehr häufig Papers sind die auf keinerlei wissenschaftlichen Standards beruhen oder überhaupt von Portalen stammen zum Beispiel aus den USA die für die Verbreitung von Falschmeldungen und Desinformationen bekannt sind.
- 7:51Speaker 1: Das andere, was auch passieren kann ist dass man sich zum Beispiel auf Studien von seriösen Instituten beruft zb aus China und die aber nur sehr selektiv zitiert also die man dann bewusst oder unbewusst falsch zitiert.
- 8:04Speaker 1: und es ist natürlich für das Publikum dann umso schwieriger das nachzuprüfen weil eben oft im Ausland mit anderer Sprache und all dem die Falschmaldung nicht so leicht zu entdecken.
- 8:17Speaker 0: Jetzt heißt dein Aufsatz Klimaskepsis durch Alternativmedien.
- 8:22Speaker 0: Was genau ist in dem Zusammenhang denn überhaupt noch Skepsis?
- 8:24Speaker 0: Also kann ja nur wirklich jeder Trottel mittlerweile nachmessen, dass sich da dramatisch was verändert.
- 8:30Speaker 1: Mir gefällt der Begriff Klimaskepsis ganz gut.
- 8:32Speaker 1: Der ist in der Klimaforschung durchaus verbreitet seit einigen Jahren, weil es eben bei vielen dieser rechtsalternativen Portale jetzt nicht nur um die klassische Desinformation geht sondern zum Beispiel auch durch stark einseitig gefärbte Meinungsbeiträge Zweifel und Misstrauen in Bezug auf die Energiewende und den Klimaschutz gesehen werden kann.
- 8:55Speaker 1: also das betrifft einerseits die Klimawissenschaftskepsi Das umfasst dann auch bis hin zu der Leugnung sämtliche Erzählungen.
- 9:04Speaker 1: Aber es geht zum Beispiel auch um die politischen Maßnahmen, dass man gegenüber denen Skepsis zeigt oder allgemein gegenüber der Energiewende.
- 9:11Speaker 1: also ich würde sagen das ist ein Überbegriff, der nicht nur klassische Desinformationen umfasst sondern ganz viele verschiedene Methoden.
- 9:20Speaker 0: Aber ab wann, ab welchem Punkt wird denn aus dieser Skepsis dann echte Desinformationen?
- 9:26Speaker 0: Kann ich das irgendwo erkennen als stinknormaler Leser.
- 9:30Speaker 1: Es ist schwer zu erkennen aber natürlich die Desinformation ist immer dann wenn ich bestimmte Informationen gezielt zur Täuschung des Publikums verwende.
- 9:40Speaker 1: Aber
- 9:40Speaker 0: dass es die Skepsi ist doch auch...
- 9:42Speaker 1: Ja, aber Skepsis kann ich zum Beispiel auch einfach dadurch schwören dass sich eine sehr pointierte Meinung vertrete die möglicherweise jetzt auch sich orientiert an wissenschaftlichen Fakten.
- 9:53Speaker 1: Aber nicht per se falsches.
- 9:56Speaker 1: Also es wird in dem Moment dann zur Desinformation, wenn ich eben eine Information bewusst verwende und die den Publikum präsentiere.
- 10:03Speaker 1: Obwohl Ich weiß dass ich damit nicht zu Informationen des Publikums beitrage sondern ich verwendet das zur Täuschung Und das kann ich eben durch dubiose Quellen machen aber auch eben durch sogenanntes Jerry Picking Rosinenpicken Dass ich mir aus an sich seriösen Studien einzelne Erkenntnisse hernehme Aber die in einen vollkommen irreführenden Kontext.
- 10:26Speaker 0: Also wenn ich mir jetzt so rechte Krawallschleudern ansehe und wenn nicht mehr ansiehe wie viele Leute solche radikal rechten Portale überhaupt lesen, also sowas wie News oder Tishi.
- 10:35Speaker 0: Die sind nicht mal unter den Top-Hundert.
- 10:38Speaker 0: inwieweit ist das überhaupt ein ernstzunehmendes Problem?
- 10:44Speaker 1: die Recht geben.
- 10:45Speaker 1: Auf der einen Seite, die meisten dieser Portale haben im Vergleich zu den etablierten Medien weiterhin kaum Reichweite.
- 10:51Speaker 1: also vergleichen jetzt zum Beispiel zu den Zugriffszahlen von Bild.de ein Bruchteil davon.
- 10:58Speaker 0: Muss man Bild.De nicht auch den Vorwurf der Klimaskepsis bis hin zur Desinformation machen?
- 11:05Speaker 1: Ja, das tun viele und zum Beispiel auch beim Gebäudeenergiegesetz.
- 11:11Speaker 1: Der Ampelregierung hat man gesehen dass auch Bild mit ihre führenden Verkürzungen arbeitet.
- 11:17Speaker 1: gleichzeitig aber würde ich Bild schon den etablierten Medien zurechnen was sich unter anderem da darin zeigt dass sie auch die Presseratssprüche mehr oder weniger anerkennen.
- 11:29Speaker 1: also ich glaube Bild ist doch bemüht, weiterhin darum gewisse journalistische Standards einzuhalten.
- 11:35Speaker 1: Bei Alternativmedien haben wir es oft mit hyperparteiischen Projekten zu tun die die Regeln der berufsetigen Selbstkontrolle bewusst ablehnen.
- 11:44Speaker 1: insofern glaube ich haben wir hier eher mit einem politischen Phänomen zu tun als mit einem journalistischen Problem.
- 11:51Speaker 1: und insoferen kann man sagen die Reichweite ist sehr begrenzt.
- 11:54Speaker 1: Wir haben aber in den letzten Jahren gesehen, dass einerseits diese Portale auf sozialen Plattformen enormer Sichtbarkeit gewinnen.
- 12:02Speaker 1: Es gibt jetzt gerade eine aktuelle Studie von den Universitäten in Münster und Zürich die zeigen das klimaskeptische Stimmen auf Social Media-Plattformen... auf den Dominierenden aus den USA enorm an Sichtbarkeit erzielen, insbesondere auf Ex oder Telegram.
- 12:22Speaker 1: Und auf der anderen Seite ist es diesen Medien gelungen miteinander eine Art Parallelwelt aufzubauen.
- 12:28Speaker 1: also sind jetzt sehr viele inzwischen und sie haben dieselben Experten die selben Themenschwerpunkte, dieselben vermeintlichen Wahrheiten und dadurch gelingt quasi ein gewisse Themen und Inhalte dann immer wieder auch auf Social-Media so sichtbar zu machen, dass es dann etablierte Medienaufgreifen oder auch Politikerinnen und Politiker darauf aufmerksam werden.
- 12:53Speaker 0: Das heißt ich bin nicht dagegen immun weil ich diesen ganzen Krempel gar nicht erst lese sondern früher oder später kommt das über Umwege sowieso bei mir an?
- 13:02Speaker 1: Ja also wenn ich Social Media nutze dann zeigen mehrere Untersuchungen inzwischen, dass sich sehr schnell in Kontakt mit sogenannten Alternativmedien komme.
- 13:14Speaker 1: Das werde in der Zukunft, denke ich auch noch zunehmen vor dem Hintergrund dass immer mehr Menschen vor allem junge Menschen Social Media als Hauptquelle für Nachrichtenkonsum verwenden.
- 13:24Speaker 1: Ich sage es aber mit einer Einschränkung wir wissen doch nicht wie sich der Aufstieg der künstlichen Intelligenz auf diesen Nachricht und Konsum auswirkt weil wir sehen sehr wohl auch bei vielen dieser rechtsalternativen Portale das in den letzten Jahren die Zugriffszahlen runtergehen.
- 13:40Speaker 1: also insbesondere Bei News sehen wir das die mittlerweile weit außerhalb der Top-Hundert, der deutschen Onlinemedien liegen.
- 13:49Speaker 1: Gleichzeitig aber gab es auch in diesem Jahr eine Auswertung, die zum Beispiel gezeigt hat, dass sowohl Julian Reichelt wie auch der News-Account unter den top zehn reichweitenstärksten Kanälen auf Ex vertreten sind.
- 14:03Speaker 0: Wer lässt sich denn von solch einer Disinformation eigentlich stärker beeinflussen?
- 14:06Speaker 0: Die Politik, die Bevölkerung und die Medien oder bedingt sich dann alles selbst letztlich?
- 14:12Speaker 1: Ja, das lässt sich sehr schwer generalisieren.
- 14:15Speaker 1: Ich glaube es ist eine gewisse Dynamik die auf Social Media entsteht und ein Wechselspiel zwischen ganz unterschiedlichen Akteuren.
- 14:23Speaker 1: also wir haben das ja auch in der Vergangenheit immer wieder gesehen dass zum Beispiel bei der Kauser Brosius Gerstor vergangenes Jahr
- 14:29Speaker 0: Also massive Stimmungsmacher gegen sie als Kandidatin fürs Bundesverfassungsgericht?
- 14:33Speaker 1: Dass ein Zusammenspiel war aus zivilgesellschaftlichen Initiativen sogenannten Alternativmedien und aber auch etablierten Medien wie der FAZ.
- 14:44Speaker 1: Also man kann dann auch gar nicht sagen, wer ist jetzt hauptverantwortlich dafür?
- 14:47Speaker 1: Dass ein bestimmtes Thema dann seinen Weg in die breite Öffentlichkeit findet.
- 14:52Speaker 1: Aber ich würde schon sagen dass wir gerade in den letzten Jahren bei Parteien wie News auch sehen das die Aufpolitikerinnen und Politiker wie der CDU oder aus FDP immer wieder auf dann offenbar Eindruck ausüben.
- 15:10Speaker 0: Du schreibst in deinem Aufsatz ein investigativer Klimajournalismus sei wünschenswert, wie würde ein investigativa Klima Journalismus aussehen?
- 15:21Speaker 1: Der Medienwissenschafter Bernhard Pörxen hat vor zwei Jahren im Spiegel einen Essay geschrieben über die Klimaberichterstattung in Deutschland und speziell im Spiegel.
- 15:32Speaker 1: Und hat eigentlich gelobt, dass sich in bestimmten Bereichen sehr gut entwickelt hat.
- 15:40Speaker 1: Hat aber gesagt was nach wie vor fehlt ist ein sogenanntes investigativer Klimaschonalismus der eben auch stärker die Interessen beleuchte, jener Akteure, die bewusst Klimaschutz verzögern möchten.
- 15:55Speaker 1: Und ich glaube gerade wenn wir über diese Parallelmedien sprechen, die täglich Klimaskepsis verbreiten dann sollten wir uns nicht nur mit den dortigen Falschmeldungen oder auch mit Teil diesen bizarren Kampagnen, die gefahren werden befassen sondern viel stärker eben wirtschaftlichen Verbindungen unter Nähe zur Politik.
- 16:19Speaker 1: Und gerade wenn wir uns eben bei diesen Parallelmedien anschauen, was noch viel zu kurz kommt in der breiteren Öffentlichkeit sind bestimmte Verbindung nicht nur zu AfD sondern auch zu einschlägigen Lobbyorganisationen und Thinktanks.
- 16:35Speaker 0: Das könnte doch aber auch ein normaler Klimajournalismus leisten.
- 16:40Speaker 1: Ich glaube, dass normaler Klimaschonalismus sehr oft vor allem Wissenschaftsjournalismus darstellt oder bestimmte Lösungen aufzeigt wie in der Klimakrise verfahren werden könnte.
- 16:58Speaker 1: Was aber fehlt ist sozusagen ein Schwerpunkt auch auf die Verlierer der Energiewende.
- 17:04Speaker 1: also es gibt einfach das hat in den USA begonnen, in den Neunzehn-Achzigerjahren enorm starke politische und ökonomische Akteure die sämtlichen Klimaschutzversuche auszubremsen.
- 17:17Speaker 1: Und in der breiteren Öffentlichkeit glaube ich wird noch zu wenig auf dieses Problem hingewiesen und eigentlich sollte man diese Akteur auch viel stärker in den Mittelpunkt eines Klimajournalismus
- 17:30Speaker 1: rücken.".
- 17:31Speaker 0: Wen meinst du mit Verlierer der Energiewende?
- 17:34Speaker 1: Also das ist einerseits natürlich die Fossilindustrie.
- 17:41Speaker 1: Wenn wir in den USA blicken, sehen wir einfach dass ganz viele Maßnahmen von Anzeigenkampagnen bis hin zu sogenannten Astroturfing finanziert wurde aus dem Umfeld der Öl- und Chemieindustrie also Stiftungen im Umfeld des US Milliardaires Charles Koch Aber auch von Shell oder ExxonMobile.
- 18:05Speaker 1: Also das hat dort eine lange Tradition und wir sehen aber sehr wohl auch in Deutschland, dass es zum Beispiel Akteure wie den Verein Aike gibt der seit Jahren gezielt zur Klimaskepsis beiträgt und im deutschsprachigen Akteur als der zentrale Player gilt wenn's um die Leugnung der Klimawissenschaft geht.
- 18:27Speaker 0: Aber Aike ist doch jahrelang zum Beispiel immer im Spiegel als alternative Meinung zu Wort gekommen.
- 18:36Speaker 1: Ja, ich glaube dass man sehr lange auch aus vielleicht einem Bedürfnis gegen Meinungen zum breiten Konsens in der Klimaforschung auch solchen Akteuren ein Forum geboten hat, was grundsätzlich auch im Sinne der Pressefreiheit legitim ist.
- 18:55Speaker 1: Aber wenn wir zum Beispiel gerade jetzt auf diese Portale blicken dann sehen wir dass es da mehrere Verbindungen gibt.
- 19:01Speaker 1: also in seinem letzten Jahresbericht hat Eike als Schwerpunkt des Jahres zwei-fünfundzwanzig ausdrücklich die intensivierte Zusammenarbeit mit Medien, äh mit Alternativmedien genannt und hat der beispielhaft Tichis Einblick den Kontrafunk und die Schweizer Weltwoche angeführt.
- 19:19Speaker 1: Und das glaube ich interessiert die Menschen, die diese Portale konsumieren sehr wohl.
- 19:24Speaker 1: welche Verbindungen gibt es da im Hintergrund?
- 19:26Speaker 1: Und dass glaube ich braucht man auch um das Gesamtbild der dortigen Klimaberichterstattung besser einordnen zu können.
- 19:33Speaker 0: Trotzdem wäre ja schön, wenn der herkömmliche Journalismus diesen Investigativanteil integrieren würde.
- 19:41Speaker 0: Was denkst du?
- 19:41Speaker 0: Warum er das nicht tut?
- 19:42Speaker 0: Können die das nicht?
- 19:44Speaker 0: Wollen sie das
- 19:44Speaker 0: nicht?".
- 19:46Speaker 1: Das ist von außen sehr schwer zu beurteilen.
- 19:48Speaker 1: aber gerade wenn wir auf die öffentlich-rechtlichen blicken dann glaube ich durchaus dass es dort viel mehr auch von Investigativen Klimaschonalismus bräuchte.
- 19:57Speaker 1: und wenn ich mir die aktuelle Medienlandschaft anschaue, dann habe ich den Eindruck dass man gerade dieses ganze Themen der Lobby des Outside-Lobbings gemeinnützigen Projekten wie Korrektiv oder Lobbycontrol überlässt.
- 20:11Speaker 1: Und in Wahrheit hätte hier vor allem der öffentlich rechtliche Rundfunk aber natürlich auch Seriöse Qualitätsmedien, die Aufgabe dieser ökonomischen Dimensionen des Klimaschutzes viel stärker in der Berichterstattung zu berücksichtigen.
- 20:31Speaker 0: Wer unabhängige Medienkritik ebenfalls unterstützen möchte, findet alle Infos auf übermedien.de und dort gibt's auch reichlich über Medien zu lesen bis wir in der nächsten Folge auch wieder über Medien reden!
- 20:54Speaker 0: Ich bin Holger Klein und danke für die Aufmerksamkeit.