Latest / Border Allein – Selbstführung für emotional intensive Menschen / DNA der Seele Teil 1
Transcript
- 0:00So herzlich Willkommen zu einer neuen Folge Borderline.
- 0:05Die Folge und die nächsten, ich schätze mal 3 Folgen werden ein
- 0:09wenig anders als das, was ihr von mir gewohnt seid.
- 0:13Und zwar habe ich mich ganz intensiv in der letzten Zeit
- 0:17über Genetik und so weiter und sofort informiert.
- 0:21Ich habe mich da rein gefuchst und ich beschäftige mich da
- 0:24schon ganz lange mit aber. Ich glaube, dass es jetzt
- 0:29vielleicht mal so ein bisschen an der Zeit ist, das auch mal
- 0:31rauszuhauen. So, und ich habe mir erstmal
- 0:34grundsätzlich vorgestellt, 4 kurze Staffeln dazu zu machen
- 0:38oder 4 kurze Folgen, so die erste habe ich mir so in meinem
- 0:44Skript jetzt tatsächlich ausgedacht, weil so ein bisschen
- 0:48planen muss ich das tatsächlich auch.
- 0:52Und zwar die 4 Episoden sollen aufgeteilt werden in die DNA der
- 0:56Seele. Wenn die Gene flüstern, so
- 0:59Schizophrenie, Depression und die Stille macht der
- 1:01Veranlagung, kann man Gene heilen, also Epigenetik,
- 1:05Traumata und die Kunst der Veränderung und die 4.
- 1:09Folge soll sein, die Zukunft der Psyche, also wie zum Beispiel
- 1:12KI, Genetik und Therapie unser Bewusstsein verändern werden
- 1:17können oder wie sie es halt verändern werden, so das.
- 1:22Soll, so der Tenor sein, des Ganzen.
- 1:27Und ja, dann würde ich sagen, ich hoffe ihr habt da Bock
- 1:33drauf, weil ich habe da richtig Bock drauf und ich habe auch
- 1:38ganz viele Quellenangaben und deswegen auch heute eine Folge
- 1:42ohne Video, weil ganz einfach ich auch aus den Quellen hier
- 1:45und da raus lesen muss. Ja ich habe auch nicht alles auf
- 1:48dem Schirm. Ich werde aber versuchen, so gut
- 1:51als möglich das relativ frei zu erzählen.
- 1:55So, und jetzt stellt euch mal vor und ja, stellt euch einfach
- 2:02mal vor, ihr wacht morgens auf, ihr fühlt euch schwer, ihr fühlt
- 2:06euch leer und ihr wisst nicht warum und vielleicht, vielleicht
- 2:10gab es das. Dass man sowas schon bei bei der
- 2:14Mutter festgestellt hat oder bei bei seinem Bruder oder Schwester
- 2:18oder Tante oder whatever so. Und dann hat man ja dieses
- 2:23Gefühl, als wenn dieses als wenn das Leben manchmal auf Pause
- 2:27drücken möchte, obwohl eigentlich augenscheinlich alles
- 2:32in Ordnung ist. Ist das jetzt einfach Pech oder
- 2:36was steckt dahinter? Steckt dir was tieferes
- 2:39dahinter? Oder vielleicht irgendetwas, das
- 2:43in unseren Genen verborgen liegt.
- 2:48Deswegen tauchen wir heute in die DNA der Seele ein, also
- 2:53quasi in das, in das, wie soll ich sagen, in das unsichtbare
- 2:57Fundament, auf dem Halt unsere Psyche ruht, und dann habe ich
- 3:02mir vorgenommen für heute, dass man einfach mal so über Gene,
- 3:05über Wahrscheinlichkeiten, über das, was uns formt, sprechen
- 3:08und. Und über das aber auch, und das
- 3:11ist ganz wichtig, wie ich finde, was wir trotzdem verändern
- 3:15können. Ja, und wenn ich von von von
- 3:20Genetik und erblichkeit sage, was ist denn überhaupt erblich,
- 3:28was ist eigentlich dieses erblich, wer ist er, er ist ein
- 3:32Kaffee, Moment, so guck mal immer dann, wenn wir sagen,
- 3:37irgendetwas, was. Ist erblich, dann klingt das
- 3:41immer so, als als ist das, als ob das komplett unvermeidbar
- 3:46ist. Ja, das erblich ist, ja, ist so
- 3:52ist, ist nicht vermeidbar, kann ich nichts dran machen, und das
- 3:57ist Bullshit, das stimmt so nicht, guck mal, Erblichkeit
- 4:00bedeutet eigentlich nur. Dass ein Teil der Unterschiede
- 4:03zwischen Menschen in einer in einer keine Ahnung in einer
- 4:06Population sag ich jetzt mal durch genetische Unterschiede,
- 4:10dass sie erklärt werden, ja so bei psychischen Erkrankungen
- 4:15jedoch ist dieser Anteil extrem hoch, aber der ist nie total.
- 4:22Und um diese diese Sachen einfach offenzulegen, gibt es
- 4:27die sogenannte. Zwillingsforschung die
- 4:30Zwillingsforschung ist quasi so das Fenster, in dem wir, in dem
- 4:35wir manche Dinge einfach richtig gut darstellen können.
- 4:41So guck mal, eineiige Zwillinge, deswegen heißt es
- 4:43zwillingsforschung, die 100% ihrer Gene teilen, angenommen,
- 4:50die erkranken beide an was weiß ich an Schizophrenie so, dann
- 4:55wissen wir auf jeden Fall die Gene spielen und.
- 4:59Eine extrem große Rolle, und da gibt es Hunderte, wirklich
- 5:04hunderte von Studien. Der Durchschnitt dazu ist oder
- 5:08der Querschnitt ist bei Schizophrenie, liegt die
- 5:11Erblichkeit bei etwa 80% eine bipolare Störung zum Beispiel,
- 5:17die ist fast fast genauso hoch. The Roundabout bei 70%.
- 5:23Bei Depressionen ist es definitiv so, dass sie moderater
- 5:26sind. Es sind nur 35 bis 40% Ada S und
- 5:32Automatismus und Autismus, da liegt der Wert irgendwo zwischen
- 5:3760 und 90%. So das sind grundsätzlich
- 5:41erstmal riesige Zahlen, aber die bedeuten noch lange nicht, dass
- 5:49Gene auch. Auch wie soll ich sagen, unser
- 5:54Schicksal sind? Ach guck mal, denk mal daran
- 5:58oder denk mal darüber nach, wenn man wenn man wenn man sagt, dass
- 6:02Depressionen zu zu 40% genetisch sind, dann bleibt da immer noch
- 6:08ein Raum von 60% für Umwelt, für Erfahrung, für Entscheidungen,
- 6:13die man trifft und auch auch für Zufälle.
- 6:19Guck mal, heri. Eritabilität die beschreibt ja,
- 6:24die beschreibt ja keine Person, sie beschreibt ja quasi
- 6:30Unterschiede, Unterschiede zwischen Menschen, und das ist
- 6:35immer noch ein gewaltiger Unterschied.
- 6:41Jetzt müssen wir uns mal so ein bisschen.
- 6:46Der, wie soll ich sagen, der Sprache der Gene zuwenden?
- 6:51Guck mal, unsere komplette DNA ist ja quasi ein riesiger Text,
- 6:57ja, und der ist circa circa 3 Milliarden Buchstaben lang so
- 7:04und in diesem Text da, da liegen keine ganzen Sätze vor wie du
- 7:10wirst depressiv, du wirst glücklich, du wirst unglücklich
- 7:14oder oder oder. Es ist, es verhält sich eher so,
- 7:22dass es überall kleine kleine Buchstabenänderungen gibt, die
- 7:26heißen, die nennt man SN PS, das sind, das muss ich selber
- 7:32gucken, Single Nukleotide, polymorphismus so und jeder
- 7:40dieser dieser winzigen Unterschiede hat oft nur die.
- 7:47Eine minimale Wirkung, aber wenn man Tausende davon addiert, ja
- 7:53dann kann das Risiko einfach steigen.
- 7:58Guck mal, ich nenne euch mal ein Beispiel, es gibt Studien des PG
- 8:04CS zum Beispiel, das ist ein weltweites, ein weltweites
- 8:06Netzwerk mit, Ich glaube über einer 1000000 Teilnehmer
- 8:11ungefähr so und. Diese Studien, die haben allein
- 8:22nur für Schizophrenie über 280 genetische Regionen
- 8:27identifiziert, die das Risiko leicht erhöhen.
- 8:33Keine davon entscheidet allein, aber gemeinsam bilden die quasi,
- 8:40wieso ein Netzwerk wie kleine Gewichte auf einer Waage, die so
- 8:43ganz langsam kippt, so. Bei Depressionen hat man
- 8:47inzwischen über 100 solcher Varianten gefunden.
- 8:51Viele betreffen Gene, die an der an der Kommunikation, sag ich
- 8:58mal, zwischen den Nervenzellen beteiligt sind, und das passt
- 9:04dann wiederum zu dem, was in der Neurowissenschaft, was da, was
- 9:07da erforscht wurde, und zwar, dass da Störungen in der
- 9:11Signalübertragung, im Stresssystem.
- 9:14Und halt in der ganzen Plastizität vom Gehirn
- 9:17stattfinden. Aber nochmal Gene sind nicht
- 9:22alles, es gibt genug Menschen, die tragen ein hohes Risiko, die
- 9:31tragen genetisch einfach ein hohes Risiko, es ist, ich
- 9:38erkläre das immer wieder mit Herpes.
- 9:41Herpes liegt in der Genetik. Bei dem einen bricht es aus, bei
- 9:48dem anderen eben halt eben halt nicht so und du kannst noch so
- 9:53ein großes Risiko tragen, aber du erkrankst nicht und dann gibt
- 9:58es die anderen, die brechen aus heiterem Himmel zusammen, warum
- 10:03ist das so so? Dazu kommen jetzt das Thema die
- 10:09Gene. Und die liebe Umwelt jetzt stell
- 10:14dir mal so ein Gen, wieso eine Partitur vor, die geben quasi
- 10:21die Tonleiter vor und ob daraus eine traurige oder eine
- 10:26fröhliche Melodie entsteht, hängt vom Orchester ab und das
- 10:30Orchester nennt sich Umwelt, ach pathetisch, das kann er.
- 10:38Wenn du zum Beispiel ein Kind bist und in, ich sag mal in
- 10:42einer stabilen, warmen Umgebung aufwächst, dann können viele
- 10:46genetische Risiken einfach kompensiert werden.
- 10:51Aber die Umweltfaktoren, wie zum Beispiel also alle Dinge, die
- 10:56extern an euch rangetragen werden, wie wie Stress,
- 11:01Missbrauch, Einsamkeit und so weiter und sofort, die können
- 11:05die Lautstärke der Gene. Verändern und die Forscher
- 11:10nennen das gen Umwelt Interaktion, also GUI, oder Ich
- 11:17glaube, die nennen es offiziell G mal ESO und das bekannteste
- 11:22Beispiel dafür oder 1 der bekanntesten Beispiele dafür ist
- 11:25das Serotonin Transporter gen, das heißt in der Wissenschaft
- 11:30glaube ich 5 Strich HTTLPR. Und dann gab es 2003 irgendwann
- 11:39wirklich eine bahnbrechende Studie, und zwar sind da
- 11:44Menschen mit einer bestimmten Variante dieses Gens studiert
- 11:49worden, ja, also Menschen mit einer bestimmten Variante dieses
- 11:53Gens reagieren sensibel oder sensibler auf Stress, das heißt,
- 11:59sie entwickeln häufiger Depressionen, wenn sie
- 12:02Schicksalsschläge erleben müssen, ja, und?
- 12:07Und das ist tatsächlich dieses dieses Serotonin Transporter
- 12:13gen. Aber heutzutage, das ist eine
- 12:19Studie von von 2003 gewesen, die ich euch jetzt gerade gesagt
- 12:21habe, aber heutzutage wissen wir kein einzelnes Gen macht uns
- 12:27krank, es ist so das Zusammenspiel von von keine
- 12:32Ahnung hunderten oder tausenden genen und der Welt.
- 12:36In der sie aktiv sind. Und genau hier wird es dann auch
- 12:39spannend. Guck mal Gene, die sind nicht
- 12:44starr, die werden gelesen oder stumm geschaltet, je nachdem was
- 12:49wir erleben und das nennt man quasi Epigenetik.
- 12:53Ja, diese diese Schaltmechanismen dieses
- 12:56entweder sie werden gelesen oder stumm geschaltet nennt man
- 12:59Epigenetik so und. Das müsst ihr euch so
- 13:04vorstellen, als würde das Leben Notizen in den Rand unserer DNA
- 13:07schreiben. Hier war Schmerz, keine Ahnung,
- 13:11hier war Liebe, hier habe ich gekämpft und so weiter und
- 13:17sofort so und was können wir daraus lernen?
- 13:31Guck mal, wenn doch psychische Krankheiten genetische Wurzeln
- 13:33haben, dann sind sie doch kein Zeichen von Schwäche.
- 13:37Dann sind es doch, und das ist das, was ich immer wieder sage,
- 13:42das sind biologische Realitäten, ja, und die sind irgendwo
- 13:46eingebettet in menschliche Erfahrung, Genetik entlastet das
- 13:52ganze, sie, und das ist auch das, was eigentlich
- 13:55stigmatisieren sollte. Weil das zeigt doch ganz klar,
- 13:59es ist kein Charakterfehler, es ist einfach nur ein Teil der
- 14:03Vielfalt unseres Menschseins. So und aber irgendwie erinnert
- 14:11uns Genetik daran, dass Prävention tatsächlich wirkt,
- 14:15nur weil man eine Veranlagung hat, heißt es ja noch lange
- 14:19nicht, dass sie sich entfalten muss und.
- 14:26Ich weiß, es hängt vielen, vielen, vielen echt zum Hals
- 14:29raus, aber Bewegung, guter Schlaf, soziale vernünftige
- 14:33soziale Bindung. Ich hab da in meiner letzten
- 14:35Podcast Folge tatsächlich darüber gesprochen, über Umfeld
- 14:38und so weiter Therapie, Coaching und so weiter und sofort.
- 14:41All das beeinflusst diese Epigenetik, wie aktiv deine Gene
- 14:47tatsächlich sind so und wir können die Partitur, also wir
- 14:52können das Orchester nicht ändern, aber wir können.
- 14:56Lernen, die Tonleiter besser zu spielen, weil unsere Gene sind
- 15:05quasi wie eine Landkarte. Sie zeigen, wo Berge und Täler
- 15:09liegen, welchen Weg wir wählen, das ist, ich sag mal, das bleibt
- 15:16unser Abenteuer und für die nächste Folge habe ich mir dann
- 15:20vorgenommen, dass. Wie wirken Gene bei
- 15:23Schizophrenie, bei Depression, Autismus?
- 15:26Was verrät uns Epigenetik über Traumata zum Beispiel, und kann
- 15:32man vielleicht irgendwann das Risiko tatsächlich vorhersagen?
- 15:38Ich hoffe, ich hoffe, ihr konntet mir folgen, das war
- 15:44jetzt quasi so n bisschen der Einstieg und ich hoffe mit der
- 15:48nächsten Folge, dass ihr ja. Mit mir so n bisschen in die
- 15:53Tiefen eintaucht, sag ich mal ja, in diesem Sinne.
- 15:57Mein Name ist Sven AKA der Wissenschaftler, Border allein
- 16:01und hiermit bin ich raus.