Latest / ntv Wirtschaft / Mega Umsatzplus: Warum Nvidia jetzt nach diesem KI-Juwel greift
Transcript
- 0:05Nvidia verdoppelt seinen Kratalsumsatz
- 0:07und setzt darauf, dass der KI-Boom noch lange nicht vorbei ist.
- 0:12Die Schwarz-Gruppe investiert 5,6 Milliarden Euro in ein neues Rechenzentrum bei Rostock.
- 0:19Und bei Volkswagen wächst die Sorge um Werke und weitere Jobs.
- 0:24Hallo und herzlich willkommen. In diesem Podcast verwandeln moderne KI-Systeme
- 0:29journalistische Inhalte, die auf unseren NTV-Plattformen publiziert wurden, in ein neues Hörformat.
- 0:36Text und meine Stimme wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugt.
- 0:41Vor der Veröffentlichung werden alle Folgen nach strengen journalistischen Standards
- 0:45geprüft. Viel Spaß beim Zuhören.
- 0:51Nvidia liefert Zahlen, bei denen selbst die ohnehin hohen Erwartungen der Börse nicht ganz mithalten.
- 0:57Im zweiten Quartal steigt der Umsatz um 106 Prozent auf 96,2 Milliarden Dollar.
- 1:04Der Nettogewinn legt sogar um 126 Prozent zu.
- 1:09Und Nvidia-Chef Jensen Huang sieht noch kein Ende des Booms.
- 1:13Der Ausbau der KI-Infrastruktur laufe auf Hochtouren.
- 1:17Für das laufende Quartal peilt Nvidia deshalb 108 Milliarden Dollar Umsatz an.
- 1:23Gebremst werden könnte das Wachstum, nach Einschätzung des Konzerns,
- 1:27eher durch Lieferengpässe als durch fehlende Nachfrage.
- 1:31Gleichzeitig berichtet die Information, Nvidia wolle die KI-Plattform Hugging
- 1:36Face für 12,9 Milliarden Dollar übernehmen.
- 1:40Nvidia und Hugging Face haben sich dazu zunächst nicht geäußert.
- 1:45Eine Einschätzung dazu von Letizia Zara-Gerbes, Fondsmanagerin bei Akatis.
- 1:50Frau Gerbes, die Zahlen von Nvidia sind draußen, sie waren gut.
- 1:54Aber die Aktie hat erst mal so ein bisschen zurückhaltend reagiert. Woran lag das?
- 1:58Zunächst kann man sagen, dass die Verteilsergebnisse wieder unglaublich von Nvidia waren.
- 2:03Also ein Umsatzwachstum von insgesamt 106 Prozent, also eine Verdopplung im
- 2:08Vergleich zum Vorjahr bei extrem hohen Bruttomargen von 75 Prozent.
- 2:13Die Aktie hat dann nachbörslich nach diesem Conference Call,
- 2:16also nach der Pressekonferenz, aber dann doch wieder den Weg nach oben gefunden.
- 2:20Über 4 Prozent konnte man zulegen. Woran lag das?
- 2:23Ja, Investoren schauen immer mehr auf den Ausblick eben auch.
- 2:26Wie sieht das Umsatzwachstum im nächsten Quartal aus? Und hier konnte Nvidia
- 2:31auch wieder mal die Analystenschätzung übertreffen.
- 2:34Es wird in einem Umsatz von insgesamt 106 Milliarden US-Dollar erwartet.
- 2:40Das liegt noch mal wesentlich höher als die 103 Milliarden, die zuvor erwartet
- 2:44wurden. Und auch im Ausblick auf das nächste Jahr soll das Umsatzwachstum weiterhin
- 2:48hoch bleiben, also die Dynamik bestehen bleiben und das Umsatzwachstum bei rund
- 2:5270, über 70 Prozent liegen.
- 2:54Man hatte ja mit 45 Prozent ungefähr gerechnet beim Umsatzwachstum.
- 2:58Warum ist die Nachfrage nach diesen Nvidia-Chips so hoch? Was machen die besser als die anderen?
- 3:03Zum einen ist Envidia natürlich der absolute Marktführer in dem Bereich.
- 3:07Sie haben die fortschrittlichsten Grafikkarten.
- 3:10Die Berechnungen von sehr komplexen
- 3:12Modellen kann Envidia eben mit ihren Grafikkarten am besten durchsetzen.
- 3:16Warum ist die Nachfrage so hoch? Jeder möchte natürlich möglichst kostengünstig
- 3:20KI-Modelle berechnen. Und da liefert natürlich Envidia mit seinen Grafikkarten die beste Antwort.
- 3:26Trotzdem, die Konkurrenz ist größer geworden. Man hört immer wieder,
- 3:29dass auch andere die eigenen Chips anbieten. und entwickeln.
- 3:34Wie beurteilen Sie diese Situation?
- 3:36Ja, Nvidia schützt sich ja teilweise auch durch die Kreisfinanzierungen dadurch,
- 3:41indem Nvidia Deals einsteigt, wie beispielsweise auch Bürgschaften mit OpenAI.
- 3:46Worüber hinaus OpenAI sich natürlich dadurch wieder.
- 3:51Dazu bringt, Chips bei Nvidia selbst mit einzukaufen.
- 3:56Das birgt natürlich gewisse Risiken, aber stärkt die Marktmacht von Nvidia ungemein.
- 4:00Denn dadurch werden natürlich die Modelle weiterhin auf diesen Grafikkarten trainiert.
- 4:05Sie haben von Risiken gesprochen. Welche sehen Sie denn bei dieser Kreisfinanzierung?
- 4:09Also zum einen haben wir jetzt vor kurzem eine halbe Billion an Finanzierungen,
- 4:14die große Finanzdienstleister zugesagt haben durch Nvidia, eben im Markt wieder wahrgenommen.
- 4:22Das funktioniert mittlerweile immer mehr eben nur aufgrund dessen,
- 4:25weil Nvidia eben einen Großteil, jetzt mittlerweile 25 Prozent dieser Summen
- 4:30besichert, selbst auch an Kapital.
- 4:32Und die Risiken dementsprechend sind natürlich auch, wie lange bleibt das Geld
- 4:37im Markt überhaupt noch so vorhanden, dass die Umsatzwachstumsdynamik weiterhin so anhalten kann.
- 4:42Das ist ein spannender Aspekt, dass man hat natürlich enormen Kapitalbedarf.
- 4:47Wie generiert denn Nvidia diesen und woher kriegt man denn das Geld?
- 4:51Also Nvidia selbst ist ja ein sehr profitables Unternehmen.
- 4:55Es entwickelt die modernsten Grafikkarten, wie beispielsweise jetzt die Blackwell-Generation,
- 5:00die komplett in einer Riesennachfrage ruht. Und die Margen sind exorbitant hoch.
- 5:05Wir haben eine Bruttomarge von 75 Prozent.
- 5:10Und dieser enorme Hunger nach KI-Infrastruktur lässt sich inzwischen auch ganz
- 5:14konkret vor der eigenen Haustür beobachten.
- 5:17Die Schwarz-Gruppe, bekannt durch Lidl und Kaufland, investiert 5,6 Milliarden
- 5:23Euro in ein neues Rechenzentrum in Dummersdorf bei Rostock.
- 5:27Bis 2033 soll dort ein Data Center mit 240 Megawatt Kapazität entstehen.
- 5:34Schwarz will damit auch die digitale Souveränität stärken und sich mit seiner
- 5:39Sparte SchwarzDigits als europäische Alternative zu großen US-Cloud-Anbietern positionieren.
- 5:46Für den Standort spricht nach Angaben des Unternehmens unter anderem die hohe
- 5:51Verfügbarkeit von Windstrom.
- 5:53Außerdem soll die Abwärme des Rechenzentrums möglicherweise für die Wärmeversorgung
- 5:58Rostocks genutzt werden.
- 6:00Während der Bauphase entstehen tausende Arbeitsplätze. Im späteren Betrieb plant
- 6:05Schwarz mit rund 120 hochqualifizierten Jobs.
- 6:11Während Schwarz also Milliarden in einen neuen Standort steckt,
- 6:15geht es bei Volkswagen gerade um die Frage, wie bestehende Werke und Arbeitsplätze
- 6:20durch die nächsten Jahre kommen.
- 6:22Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies fordert vom Vorstand ein tragfähiges Zukunftskonzept.
- 6:29Werksschließungen und massenhafte Entlassungen könnten aus seiner Sicht nicht die Lösung sein.
- 6:34Mitarbeiter und Betriebsrat bangen um Zehntausende zusätzliche Jobs und vier Standorte.
- 6:41Vertreter des Vorstands besuchen
- 6:43heute das Motorenwerk in Chemnitz und die gläserne Manufaktur in Dresden.
- 6:48VW-Chef Oliver Blume hatte angekündigt, den Sparkurs zu verschärfen.
- 6:53Wie es für Volkswagen weitergeht, darüber haben wir mit Sven Affepe gesprochen,
- 6:58Wirtschaftskorrespondent bei Stern und Kapital.
- 7:01Sven, wie könnte ein tragfähiges Zukunftskonzept aussehen für VW überhaupt?
- 7:06Also VW ist, würde ich sagen, Sinnbild für den Zustand unserer ganzen Deutschland
- 7:10AG. Es fehlt an Wettbewerbsfähigkeit. Und das kann man an verschiedenen Punkten,
- 7:14aufzeigen. Die Kosten sind zu hoch, die Arbeitskosten, Produktionskosten sind zu hoch.
- 7:19Die Produkte sind nicht wettbewerbsfähig.
- 7:22Man hat, glaube ich, den Trend E-Mobilität in China zu spät angefasst.
- 7:27Die Modelle sind nicht das, was der chinesische Markt erwartet.
- 7:30Jetzt kommen noch Zölle in den USA dazu. Und ich glaube, das Gesamtbild ist
- 7:35eben eins, wo jetzt eine Radikalkur stattfinden muss, wo an diesen Punkten,
- 7:39also wettbewerbsfähige Produkte, wettbewerbsfähige Arbeitskosten gearbeitet werden muss.
- 7:44Und da gehören Entlassungen sicher dazu.
- 7:48Blume hat von einer Überdimensionierung gesprochen. Das ist natürlich ein sehr
- 7:52weitgefasster Begriff.
- 7:54650.000 Mitarbeiter ist vielleicht wirklich großdimensioniert.
- 7:59Das passte früher aber auch zur Nachfrage. Die ist ordentlich eingebrochen.
- 8:02Wir haben Überkapazitäten von einer halben Million.
- 8:05Das muss angepasst werden. Aber gleichzeitig braucht es auch Produkte,
- 8:09die im Markt erfolgreich sind.
- 8:10Das klingt jetzt alles nicht nach einer Herausforderung, die man über Nacht
- 8:14oder in den kommenden Wochen oder Monaten lösen kann.
- 8:17Gibt es denn um das Zukunftskonzept für VW auch einen Machtkampf?
- 8:21Das ist ja ein Konzern, der auch von solchen Dingen immer geprägt worden ist.
- 8:24Ja, also ich glaube, das sind Schicksalstage, Schicksalswochen,
- 8:27Monate vielleicht bis zum Ende des Jahres.
- 8:30Dann sollte auch eine Einigung stehen, die wir gerade erleben.
- 8:33Es gibt drei verschiedene Konzepte, um die im Aufsichtsrat auch demnächst gerungen
- 8:37und gefeilscht und verhandelt wird.
- 8:39Eins vom Vorstand selber, das enthält einen Abbau von insgesamt dann gut 100.000 Arbeitsplätzen.
- 8:46Dann gibt es eins der Arbeitnehmer. Die Arbeitnehmer über den Betriebsrat,
- 8:50Frau Cavallo, fordern deutlich größere Mitspracherechte, wollen die Zuständigkeiten
- 8:55des Vorstands beschneiden, wollen über den Aufsichtsrat mehr Einfluss nehmen können.
- 9:01Und dann gibt es das Land Niedersachsen, 20 Prozent Anteilseigner.
- 9:03Herr Lies hat eigene Vorstellungen, wie es weitergehen soll.
- 9:06Schlägt vor, dass unterausgelastete Werke doch mit Rüstungskooperationen besser
- 9:11ausgelastet werden können. Und, und, und. Werkschließungen schließt er aus.
- 9:15Also das ist ein Machtkampf, der gerade stattfindet.
- 9:18Ähnlich wie bei Dies, dem Vorgänger
- 9:21von Blume, der es dann nicht geschafft hat, das zu Ende zu führen.
- 9:26Es ist unklar, wie das Spiel ausgeht. Blume steht auf jeden Fall ziemlich unter
- 9:30Druck und auch sehr mit dem Rücken zur Wand.
- 9:32Ich wollte dich gerade fragen, wie viel Rückendeckung hat er denn noch vom Aufsichtsrat?
- 9:36Wie viel Vertrauen genießt er da? Also wie will er bei dieser Stimmung,
- 9:38die du auch gerade beschrieben hast, überzeugen?
- 9:41Ich glaube, die Unterstützung der Porsche-Familie, die ist da, ganz erkennbar.
- 9:48Und weil es auch jetzt in dieser Phase wenig Sinn macht, da einen schnellen
- 9:52Austausch an der Spitze nur herbeizuführen,
- 9:54Ich finde, in der Kommunikation muss er besser werden. Anfang des Jahres hatten
- 9:58wir plötzlich Boni-Zahlungen, die es nochmal in den Vorstand reinregnet,
- 10:02weil der Cashflow besser war als erwartet. Das Sparprogramm fuhr schon.
- 10:06Da ist eine Riesendistanz zu den Arbeitnehmern entstanden.
- 10:10Frau Cavallo sprach jetzt, dass
- 10:13Vertrauen fehle, gerade verbunden mit der Vorstands-, mit dem Chef selber.
- 10:18Und das alles wieder aufzuarbeiten. Er hat gestern erst angekündigt,
- 10:21dass es auch im Management Stellenstreichungen geben soll.
- 10:26Ich würde sagen, das hat ein bisschen spät stattgefunden.
- 10:30Er muss es versuchen, glaube ich, wie bei Porsche. Bei Porsche ist es gelungen,
- 10:33da eine Kommunikation hinzukriegen mit dem neuen CEO, trotz Sparmaßnahmen und,
- 10:39alle wieder in einem Boot zu versammeln.
- 10:42Und wenn bei Volkswagen über Jobs gesprochen wird, geht es für die Beschäftigten
- 10:46am Ende natürlich auch um das Geld, das monatlich tatsächlich zum Leben bleibt.
- 10:51Genau da bremst die Inflation den jüngsten Lohnanstieg wieder aus.
- 10:55Die Bruttomonatslöhne steigen im zweiten Quartal im Schnitt um 4,1 Prozent gegenüber
- 11:01dem Vorjahreszeitraum.
- 11:03Gleichzeitig legen die Verbraucherpreise um 2,5 Prozent zu.
- 11:08Unterm Strich bleiben damit rund 1,5 Prozent Reallohnplus.
- 11:12Das ist der kleinste Zuwachs seit Anfang 2025.
- 11:17Zwar wächst die deutsche Wirtschaft zuletzt drei Quartale in Folge,
- 11:21beim privaten Konsum kommt davon bislang aber kaum Schwung an.
- 11:25Die Konsumausgaben steigen im Frühjahr lediglich um 0,1 Prozent.
- 11:30Das war unser Blick auf die aktuellen Nachrichten aus der Wirtschaft für den Moment.
- 11:35Wir hören und lesen uns wieder bei NTV, in der App, im TV oder hier im Podcast.