Latest / Rambo Zambo – Der Merz-Podcast / München, Social Media und Merz' Zwischenzeugnis – mit Melanie Amann
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- Also ich hatte auch das Gefühl, am Ende war es eigentlich mager Weltbild, aber eben verpackt in nette Sprache. Und deswegen haben vielleicht auch viele erst mal so im ersten Reflex mit Erleichterung reagiert, weil man sich dachte so, puh, zum Glück ist nicht das passiert, was uns letztes Jahr passiert ist, nämlich dass wir so eine Klatsche bekommen haben von J.D. Vance. Wir haben diese Bundestagswahl 2025 gewonnen. Jetzt darf auch mal Rambo Zambo im Adler. Das ist Rambo Zambo, der Merz-Podcast. Das Format, das ihr vielleicht nie wolltet, aber jetzt braucht. Mit euren Hosts Carlotta Richter und Julia Emmerich. Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Rambo Zambo, dem Podcast, in dem wir immer einmal in der Woche über unseren Bundeskanzler Friedrich Merz sprechen und über das, was die Bundesregierung in Berlin so macht. Mein Name ist Carlotta und normalerweise sitze ich hier mit meiner Kollegin Julia. Heute haben wir aber eine Premiere, denn mir gegenüber sitzt Melanie Ammann, unsere neue Chefredakteurin digital in der Funke Zentralredaktion. Herzlich willkommen. Hallo liebe Carlotta. Schön, dass du da bist und mit mir über Merz sprechen möchtest. Eine muss es tun. Wenn jetzt unsere Julia auf dem Parteitag ist, dann hat die wieder Wichtigeres zu tun. Und wir versuchen sie zu vertreten, so gut wir können. Ich bin mir sicher, dass du das sehr gut machen wirst. Ich würde gerne mit dir nochmal so ein bisschen chronologisch durch die Ereignisse dieser Woche gehen. Denn sie fing ja an mit einem Wochenende, an dem sehr viele Menschen nach München geschaut haben, nämlich auf die Münchner Sicherheitskonferenz. Und du warst ja auch vor Ort. Wie ist das denn überhaupt da so vor Ort in München? Wie kann man sich das vorstellen? Weil wenn man nicht vor Ort ist, dann guckt man ja immer nur so ein bisschen von außen auf den Bayerischen Hof. Aber wie kann man sich das dann so drinnen eigentlich überhaupt vorstellen? Wie kann man sich das vorstellen? Eng, heiß, voll. Leute wie wir, wobei du bist ein bisschen größer als ich, müssen sich durch Massen von großen, breitschultrigen, uniformierten Menschen teils mit Knopf im Ohr den Weg bahnen. Also es ist diese Atmosphäre in diesem Hotel Bayerischer Hof ist schon sehr intensiv, wenn du da das erste Mal bist. Und ich war tatsächlich das erste Mal da. Klar, ich bin zwar irgendwie seit zwölf Jahren im politischen Betrieb, aber meistens gab es, da wo ich früher war beim Spiegel, kloppten sich immer 20 Leute, wer da hinfahren durfte. Und dann habe ich immer gedacht, komm, dann lasse ich die fahren. Deswegen war ich jetzt zum ersten Mal da. Und es ist schon... Um mit dem Positiven anzufangen, es ist unglaublich spannend. Du kannst dort auf den Gängen die interessantesten Leute treffen und einfach ansprechen auch. Hast du jemand Interessantes getroffen? Also ich habe dort tatsächlich, ich habe diese Alexandria Ocasio-Cortez erlebt auf einem Panel und habe sie danach angesprochen. Ich habe gut die deutschen Politiker, die man da sieht, so Jens Spahn und so weiter, die sieht man natürlich theoretisch auch hier. Aber auch so einen Minister mal anzuhalten unterwegs, das ist schon nett, ihn so aus der Nähe zu erleben. Und Lars Klingbeil habe ich eine Veranstaltung erlebt, da konnte ich auch noch kurz Hallo sagen. Und dann waren da jede Menge amerikanische Politiker, die ich auch neu erlebt habe. Also Kongressabgeordnete, Senatoren. Auch sehr interessant, wie die sich so als Republikaner und Demokraten zu Trump positioniert haben. Und da wurde schon teilweise sehr offen gesprochen. Da ist dann immer dieses Chatham House Rules, also das heißt, du darfst es nicht nach außen erzählen, was ihnen gesagt wurde. Du darfst es zwar berichten, aber nicht sagen, wer was gesagt hat. Und da war dann so ein Amerikaner, der meinte, naja, wir wissen ja alle, das bringt eh nichts und alles, was man sagt, kann geleakt werden. Insofern, was ich sage, können sie alles so berichten. Und das war dann auch irgendwie lustig und erfrischend. Und eben dann die ganze Community der Expertinnen und Experten, Claudia Major zum Beispiel oder Carlo Massala, also sozusagen alle, die sich gut auskennen und Leute, die so tun, als würden sie sich gut auskennen und wir Journalisten. Und es ist natürlich auch ein bisschen, das ist vielleicht das Kritische, was ich sagen würde, es ist schon ein totales Fegefeuer der Eitelkeiten. Also wer hat den besten Spruch oder Hot Take zur Lage der Welt und zu den Krisen dieser Welt und wenn dann ein Marco Rubio, ein US-Außenminister, seine Rede gehalten hat, dann überbieten sich alle, wer hat jetzt als erster irgendwie eine tolle Deutung in Social Media abgesetzt und... Es ist so, manchmal finde ich, aber das finde ich generell bei politischen Veranstaltungen mittlerweile, da ist dann fast gar nicht mehr so interessant, was sagen die Leute und es wird nicht mehr ehrlich verarbeitet, sondern du versuchst sofort dich zu positionieren und sofort irgendwie diese Deutung rauszuhauen. Und wahrscheinlich täte es uns allen gut, wenn wir da erstmal uns darüber einfach nur unterhalten und darüber nachdenken, bevor wir irgendwie, jeder postet irgendwie, was einem so durch den Kopf geht als erstes. Lass uns doch mal darüber unterhalten, was Merz gesagt hat. Der hat ja am Freitag seine Rede gehalten und da haben vorher ja alle mit Spannung drauf geschaut. Es wurden so ein bisschen Erwartungen geschürt. Wie hast du Merz jetzt da in seiner Rede erlebt? Ich habe ihn als sehr stark und souverän auftretend erlebt. Ich war schon überrascht, dass er als der große Amerika-Freund, der ja wirklich mit extremer Zurückhaltung allerlei Dinge kommentiert hat, die die Trump-Regierung macht, also da immer sehr vorsichtig war und sehr um ein gutes Verhältnis zu ihm bemüht war, dass der doch spürbar selber eine Wende eingeleitet hat, dass er sich deutlich kritischer geäußert hat. Das war für mich schon eine kleine, eine Mini-Zeitenwende in Merz-Kanzlerschaft, da mal so einen Pflock einzuschlagen. Wir können ja vielleicht nochmal kurz reinhören in seine Rede. Lassen Sie mich mit der unbequemen Wahrheit einfach beginnen. Zwischen Europa und den Vereinigten Staaten von Amerika hat sich eine Kluft, ein tiefer Graben aufgetan. Vizepräsident J.D. Vance hat das vor einem Jahr hier in München an dieser Stelle gesagt. Er hatte in der Beschreibung recht. Der Kulturkampf der MAGA-Bewegung in den USA ist nicht unserer. Die Freiheit des Wortes endet hier bei uns, wenn sich dieses Wort gegen Menschenwürde und Grundgesetz wendet. Und wir glauben nicht an Zölle und Protektionismus, sondern an freien Handel. War das so quasi die nächste März-Eskalationsstufe in Richtung eines härteren Tons gegenüber den USA? Fand ich schon und ich fand dieser Teil speziell mit der freien Rede war auch eine Botschaft an zu Hause, an den rechten Rand seiner Partei, an viele an der Basis, die auch gerne mal so ein Krawallportal wie News konsumieren. Da war das schon auch die Botschaft, ich schätze die Meinungsfreiheit, ich schütze die Meinungsfreiheit, aber Leute, es muss da doch auch Grenzen geben. Und das mal so auszusprechen war für mich fast eine wichtigere innenpolitische Botschaft. Auch an die Leute, die kein Problem damit haben, dass da gehatet wird auf X oder Leute, die beklagen, dass Staatsanwälte bestimmte Äußerungen verfolgen. Da auch nochmal klar zu machen, wir haben ein rechtsstaatliches System und es muss da Schranken geben, das fand ich schon eine bemerkenswerte Aussage. Merz hat ja auch wieder zu mehr europäischer Souveränität, Eigenständigkeit plädiert. Und er hat vor allen Dingen ein Thema aufgemacht, was jetzt ja dann auch im Nachgang für Diskussionen gesorgt hat, nämlich das Thema europäischer Atomschirm. Diese Debatte darüber, ob Europa nicht eine eigene atomare Abschreckung braucht. Aktuell sind wir sehr stark abhängig von den amerikanischen Atomwaffen, auch wenn Frankreich Atomwaffen hat und Großbritannien hat Atomwaffen. aber deutlich weniger. Und Merz ist jetzt ja der erste Kanzler, der da eine Bereitschaft hat, darüber zu sprechen zumindest. Würdest du sagen, das ist eine richtige, wichtige Diskussion? Ja, ich denke, das ist sie. Er hat bei dem Thema das Problem, was sich vielleicht auch nicht anders. Oder was sich auch nicht vermeiden lässt vielleicht, aber er sagt etwas und darf zugleich aber nicht weiter darüber reden, weil es eben so ein heikles Thema ist, weil es noch nicht richtig... Und durchdrungen ist. Deswegen kann er es erst mal nur ankündigen. Wir reden darüber und dann stellen sich natürlich logische Folgefragen. Und dann muss er immer wieder sagen, das müssen wir jetzt erst mal schauen, da kann ich jetzt noch nicht mehr zu sagen. Und das ist natürlich eben so, als würde man einen Stein ins Wasser werfen und dann kommen die Wellen irgendwo an. Aber er hat dann im Prinzip, da folgt dann erst mal nichts draus. Das ist natürlich unbefriedigend. Und ich fand, er hat da auch widersprüchliche Signale in den letzten Tagen gegeben. Auf der Münchner Sicherheitskonferenz betont er, Wir wollen eben diese nukleare Teilhabe auf Frankreich erweitern. Ein paar Tage später stellt er dann das wichtigste gemeinsame Rüstungsprojekt mit Frankreich infrage. Ein Flugzeug, das diese atomaren Sprengköpfe tragen soll, also von Frankreich, das dafür speziell entwickelt wurde auch. Und jetzt sagt er, ja, ich weiß nicht, ob wir das überhaupt noch brauchen, dieses F-CAS, so heißt dieses abgekürzt, dieses Flugzeug. Und ich glaube, im Élysée-Palast sitzt man auch jetzt gerade und denkt irgendwie, was soll das denn jetzt wieder? Teilhabe super, wir wollten es ja die ganze Zeit, macht mit, gerne, aber warum schmeißt ihr jetzt dieses Projekt, an dem wir seit neun Jahren arbeiten, auf einmal, also es ist noch nicht offiziell entschieden, aber Merz hat sehr deutlich gemacht, dass er bereit ist, das über Bord zu schmeißen. Lass uns noch mal kurz auf die Rede schauen von Marco Rubio. Du hast es schon angesprochen, dem amerikanischen Außenminister. Da haben ja sehr viele vorher so ein bisschen mit Sorge drauf geschaut, weil wir ja im vergangenen Jahr bei der Münchner Sicherheitskonferenz die Rede von Teddy Vance hatten, dem Vizepräsidenten, in dem er ja mal so zum Rundumschlag gegen Europa ausgeholt hat. Und Rubio war zumindest im Ton etwas zurückhaltender. Und viele haben das erst mal hinterher mit Erleichterung gesehen und haben mit Erleichterung reagiert. Warst du nach dieser Rede von Rubio erleichtert? Ich war nicht erleichtert. Ich fand es auch befremdlich, wie ja viele andere, dass da sofort Standing Ovations geboten war oder dass sie sofort aufgesprungen und Standing Ovations geleistet haben. Natürlich gilt da auch, wie was schon die Oma immer sagte, so der Gast und ist er noch zu schlecht, er wird geehrt, das ist sein Recht. Also vielleicht muss man das auch so sehen, einfach da kommt ein Amerikaner, hält eine Rede, schimpft nicht rum, attackiert uns nicht, meckert nicht rum, da ist man in diesen Zeiten schon dankbar für, da kann man auch mal für aufstehen. Aber wenn man sich eben diese Rede, wenn man die sacken lässt und sich klar macht, was da wirklich gesagt wurde, dann ist der Ton zweitrangig. Die Botschaft ist schon hart in sich und ist eine hardcore ideologische Magerbotschaft, die da präsentiert wurde. Nämlich, wir haben doch gemeinsame christliche Wurzeln, wir müssen uns auf dieses christliche Erbe besinnen. Das ist schon mal für uns Deutsche, die ja doch eine Ablehnung haben, mehrheitlich und auch im Grundgesetz verankert, dass eben der Staat und die Kirche getrennt sind. Also der Kanzler soll gerade nicht wie so ein Kreuzzügler irgendwie die Religion in die Welt tragen von Deutschland aus. und dann eben die Ablehnung von Klimaschutz als Klimakult. Da fallen einem noch diverse Beispiele ein und auch so das Beschwören von so einer gemeinsamen Ideologie, wenn man weiß, welche Politik im Inneren in den USA und auch in der Außenpolitik dort gemacht wird. Das ist eben nicht eigentlich unsere Art. Der Kulturkampf, hat der Merz auch gesagt, ist nicht unsere Art. Und das Ganze gipfelte ja dann in der Botschaft von Rubio wir wollen das gerne mit euch machen. Aber nur nach unseren Regeln. Aber nur nach unseren Regeln und wenn ihr nicht mitmacht, dann machen wir es halt ohne euch. Und dann sind wir die besseren Europäer sozusagen. Dann haben wir, wir sind die, die jetzt das Erbe der Sixtinischen Kapelle und des deutschen Biers irgendwie aufrechterhalten. Und ihr seid die, die das alles über Bord schmeißen wollt. Und notfalls seid ihr dann halt alleine mit euren Horden von Migranten und eurem Klimakult. Und also es war weder nett, noch war es eigentlich inhaltlich akzeptabel für europäische Regierungschefs. Ja, also ich hatte auch das Gefühl, am Ende war es eigentlich, mager Weltbild, so leichte, unterschwellige Drohung, aber eben verpackt in nette Sprache und deswegen haben vielleicht auch viele erstmal so im ersten Reflex mit Erleichterung reagiert, weil man sich dachte, so puh, zum Glück ist nicht das passiert, was uns letztes Jahr passiert ist, nämlich, dass wir so eine Klatsche bekommen haben von J.D. Vance. Ja, ich weiß nicht, wie du das hieß, vielleicht ist das ja sogar eine mutige Aktion gewesen von dem Rubio, das so freundlich vorzutragen und so verbindlich. Das mag ja vielleicht auch nicht jeder in Washington. Es ändert nichts im Inhalt. Aber es ändert eben Es ändert nichts daran, dass er dort die Botschaft von Trump vorgetragen hat. Wo stehen wir denn jetzt? Also welche Lehren können wir ziehen aus den Reden dieser Konferenz, vor allen Dingen auch in Bezug auf die Beziehung zwischen Europa und den USA? Was ist da so der Beziehungsstatus? Ja, also es war auf jeden Fall dieser Schritt der Selbstbehauptung durch Merz wird angekommen sein in Washington. Und ich glaube, wir werden Anfang März, wenn Merz in die USA reist, werden wir die Antwort bekommen, glaube ich. Also ich bin gespannt, ob er dort kühler empfangen wird als sonst. Bisher wurde er ja immer verschont, wenn Trump gemeckert und gelästert hat über europäische Regierungschefs. Dann kam der Merz ja immer noch ganz gut weg. Und da werden wir jetzt sehen, ob es dabei bleibt, wie herzlich er da empfangen wird. Ich könnte mir aber auch vorstellen, dass das eigentlich eher Respekt erzeugt, wenn du da etwas stärker auftrittst. Diese Leute, die zu Kreuze kriechen, einerseits ist Trump von denen geschmeichelt oder findet es auch geboten und angemessen. Und andererseits, glaube ich, verachtet er es auch ein bisschen, wenn die dann da so angekrochen kommen, alle im Oval Office sitzen und ihm schmeicheln und nach dem Mund reden oder so. Also insofern, wer weiß, ob das nicht auch irgendwie einen positiven Eindruck macht. Ich denke nur, dass das negative Signal, was jetzt nach der Sicherheitskonferenz besteht, ist, Europa ist nicht geschlossen. Also wir haben zwar, die Regierungschefs behaupten sich gegenüber Merz auf verschiedene Art und Weise. Die EU-Außenbeauftragte hat da auch einen starken Auftritt gehabt. Und da muss ja jetzt was draus folgen. Also die EU muss ja schon versuchen, auch ein globaler Player zu werden und nicht nur in so Mini-Formaten zu dritt oder zu viert sich mal zu einigen. Und wenn jetzt sogar Deutschland und Frankreich sich über dieses Rüstungsprojekt in die Haare kriegen, dann ist diese Geschlossenheit natürlich völlig infrage gestellt. Ich würde gerne mit dir, damit wir nicht nur über Außenpolitik sprechen, hier mal auf eine Debatte gucken, die es schon länger gibt, die aber diese Woche nochmal angefeuert wurde. Und das ist die Forderung nach einem Social-Media-Verbot für unter 14 oder unter 16-Jährige, je nachdem, wen man fragt. Los ging es mit einem Papier, das die SPD veröffentlicht hat am Wochenende, in dem sie Vorschläge gemacht hat, wie so ein Verbot in der Praxis konkret aussehen könnte. Und die SPD hat eine Staffelung vorgeschlagen, also unter 14 Jahren ein komplettes Verbot und unter 16 Jahren eine verpflichtende Jugendversion der Plattformen, in der dann unter anderem das, was ja eben eines dieser süchtig machenden Elemente von Social Media Plattformen ist, also dass der Algorithmus einem immer wieder passende Inhalte anzeigt, in dem das zum Beispiel nicht enthalten ist. Und der Kanzler hat daraufhin gesagt, er war zu Gast im Podcast Machtwechsel, dass er durchaus Sympathien hätte für diesen Vorschlag der SPD. Obwohl er eigentlich bei Verboten sehr zurückhaltend sei. Wie siehst du das? Ist das richtig, dass diese Diskussion jetzt auch in Deutschland angekommen ist? Wir haben es ja schon in Australien, da gibt es schon ein Verbot. In Frankreich wird es diskutiert. Jetzt auch in Deutschland ja konkreter. Ich finde es sehr gut. Und man muss auch fairerweise sagen, auch in der CDU wurde das schon diskutiert. Es gibt ja den Landesverband Schleswig-Holstein mit Daniel Günther, der sich ja gerade befreit hat aus seinem kleinen Shitstorm wegen Medienzensur und allem Möglichen da aus dieser Landsendung. Die haben das schon auf ihrem Landesparteitag beschlossen, dass die das haben wollen. Und die bringen jetzt auf dem Bundesparteitag für dieses Wochenende den Antrag ein, dass das die gesamte Partei als Linie verabschieden soll. Da wird es auch nochmal Thema werden. Da wird es also Thema werden. Und es spricht ja viel dafür, jetzt auch nach der Aussage von Merz, der ja Parteichef ist, dass die das wahrscheinlich verabschieden werden. Wobei in dem CDU-Antrag ja sogar eine harte Grenze bei 16 gemacht wird. Da gibt es nicht diese Staffelung, wie jetzt bei der SPD. Ja, wie so oft dann sagt die CDU, also wenn wir jetzt schon hier was regulieren, dann regulieren wir es richtig. Ich glaube, ich finde es interessant. Mein Eindruck ist, dass die CDU als Gesamtpartei so ein bisschen rein stolpert in diese Diskussion. Eigentlich wollen sie das ja nicht. Und Merz hat es ja auch gesagt. Und jetzt gibt es aber eben dieses Unbehagen. Da prallen so Dinge aufeinander. Einerseits die Ablehnung von Regulierung, aber andererseits der Schutz der Familie, der Schutz der Kinder. Das sind ja dann wieder konservative Werte. Es gibt eine Bundesfamilienministerin der CDU mit Karin Prien, die das auch fordert. Kommt auch aus Schleswig-Holstein. Also ich glaube schon, dass das da verabschiedet wird und ich finde es gut, denke ich, das zu machen, aber ich hoffe, dass es nicht dabei bleibt, weil man ja doch sieht... Und die Kids werden ab 16 dann irgendwann konfrontiert werden mit den Inhalten auf Social Media. Und wollen wir, dass die dann alle mit 16 ihre Accounts eröffnen und sagen, juhu, los geht's. Und sind völlig stolpernd unvorbereitet in diese digitale Welt. Also besser ist es doch, das zu begleiten mit einem Konzept. Wie bereiten wir sie vor darauf? Das ist ja auch was anderes als beim Alkohol, finde ich. Weil das hatte Merz auch in diesem Podcast gesagt. Ich wollte es gerade sagen. Wir können den Kids ja nicht mit zehn in der Grundschule irgendwie schon ein Bier geben oder so. Aber das ist was anderes, finde ich. Also ihnen dann immer mal wieder Kostproben zu geben und zu zeigen, was seht ihr da auf Social Media? Was erwartet euch? Warum verbieten wir das? Dass das irgendwie auch nachvollziehbar für die wird. Bei einer Droge kannst du viel leichter erklären, warum das verboten ist einem Kind. Aber bei Videos, was soll dabei sein? Oder bei Posts, ist doch lustig, da sind doch gute Sachen dabei. Man erfährt was über die Welt und. Also es ist unglaublich wichtig, dass da nicht jetzt sich alle zurücklehnen, Eltern, Ärzte, sonst wer, Lehrer und sagen, cool, jetzt haben wir das Verbot und dann ab 16 kümmern sich andere drum. Ich würde auch tatsächlich Merz da widersprechen bei diesem Alkoholvergleich. Ich würde eher sagen, man könnte vielleicht so einen Autovergleich machen. Um Auto zu fahren, braucht man ja auch einen Führerschein, den man erstmal macht, bevor man dann mit dem Auto auf die Straße gelassen wird. Und ich finde, eigentlich müssten wir das eher so sehen, weil du musst ja lernen, wie du eben dich sicher bewegst in den sozialen Medien. Und gibt es nicht auch dieses begleitete Fahren? Du bist jünger als ich. Es gibt, ja, genau. In Frankreich gab es das, als ich da in der Schule war. Da gab es die Conduit-Accompagnier. Da sind meine ganzen Schulkameraden schon mit ihren Eltern mit dem Auto rumgefahren. Und ja. Gibt es in Deutschland auch. Und deswegen tatsächlich, ich war bisher auch immer eher gegen ein Verbot. Finde ich aber die Idee in diesem SPD-Vorschlag nicht schlecht, dass man sagt, man macht eine Staffelung und führt junge Menschen dann aber ran eben mit Jugendversionen der Plattform. Und vor allen Dingen hat die SPD ja auch vorgeschlagen, dass es diese algorithmische Steuerung, die sie ja eben nicht wollen für die 14- bis 16-Jährigen, dass die danach auch weiterhin der Default-Modus ist. Also das ist der Standard und du musst aktiv, auch wenn du über 16 wirst, sagen, okay, ich möchte aber diese algorithmische Steuerung haben oder eben nicht und dann hat man einen Feed, der aussieht so wie früher, soziale Medien, man hat irgendwie Posts von Freunden und man kann sich mit denen unterhalten, aber man kriegt nicht die ganze Zeit Vorschläge rein. Und das finde ich tatsächlich einen besseren Ansatz, weil es die Jugendlichen eben nicht komplett ausschließt. Und glaubst du, dass die das hinkriegen, also angenommen der CDU-Antrag geht durch und auch gegenüber der SPD geht er durch. Schafft man es, bis zu 16-Jährige fernzuhalten von diesen Plattformen? Also da gibt es ja so einen Vorschlag mit so einer europäischen ID, Wallet, weiß nicht was. Aber ich meine, die Kids heute sind doch irgendwie viel smarter als ich jetzt. Ich alte Frau, bei dir ist noch was anderes. Also glaubst du nicht, dass die das umgehen und einfach sich keiner dran hält? Also ich glaube, es wird immer irgendwo eine Möglichkeit geben, das zu umgehen. Also das sehen wir jetzt ja auch in Australien. Alleine, wenn man irgendwie über VPN-Server oder keine Ahnung was geht. Also irgendwie, glaube ich, wird man immer eine Möglichkeit finden, das zu umgehen. Gerade weil du sagst, junge Menschen sind jetzt ja auch technisch nicht unbegabt. Die sind damit aufgewachsen. Die kennen sich damit aus. Ich kenne mich jetzt tatsächlich technisch zu wenig aus, wie genau dieser Vorschlag über dieses Wallet der SPD funktionieren würde, was das technisch bedeuten würde. Also ich glaube, du wirst es nie 100 Prozent schaffen, aber schon wenn du es irgendwie schaffst, eine Schwelle zu setzen und die Hürden groß zu machen, ist das ja schon mal besser als komplett freiwillig. Und wahrscheinlich ist es ja auch, ich meine, man sagt ja auch, natürlich können sie sich auch unter 16-Jährigen Bier besorgen oder unter 18-Jährigen harten Alkohol und trotzdem erlaubst du es nicht, stellst es nicht dann für alle frei, damit wenigstens das Signal des Verbots noch die Awareness schafft. Ja, ich glaube, es ist auf jeden Fall wichtig, aber das steht ja auch im SPD-Papier, dass es eben nicht die einzige Maßnahme ist. Auch genau wie du gesagt hast, dass man die LehrerInnen und die SchülerInnen und die Eltern nicht alleine lässt damit und dass man vor allen Dingen auch auf Medienkompetenz setzt und den jungen Menschen zeigt, wie man sich eben richtig und sicher bewegt in den sozialen Netzwerken und nicht einfach nur sagt, okay, das ist jetzt verboten für euch, damit habt ihr nichts zu tun und dann eben später so, hier bitteschön und jetzt geht's los. Also es darf nicht die einzige Maßnahme sein, genau wie du gesagt hast, sondern es muss eine Maßnahme sein von vielen und vielen. Dann eben nicht so kein Ausruhen auf dem Verbot geben. Und sind wir optimistisch, dass das klappt? Nee, oder? Nein. Also ich denke, jetzt kommt diese eine Maßnahme und danach lehnen sich alle zurück und sagen, okay, danke. Danke fürs Gespräch. Man muss ja immer hoffen dürfen. Das stimmt. Es gab tatsächlich noch einen anderen Vorschlag von Merz in dieser Woche zum Thema soziale Medien. Er hat sich nämlich am politischen Aschermittwoch dafür ausgesprochen, die Anonymität im Internet zu beenden und für eine Klarnamenpflicht. Und er sieht das als wichtigen Hebel. Er sagt, wir stellen uns in der Politik auch mit Klarnamen und offenem Visier eine Auseinandersetzung in unserer Gesellschaft. Dann erwarte ich das auch von allen anderen, die sich kritisch mit unserem Land und unserer Gesellschaft auseinandersetzen. Wie schaust du auf diese Idee? Ein bisschen scary. Das ist jetzt schon das zweite Mal, wo ich März zustimmen würde zu 100%. Ich finde, mich stört das schon lange, dass, also wenn ich was poste in Social Media, dann ist darunter sofort irgendein Rattenschwanz an Menschen, die schreiben, was ich für eine blöde Kuh bin oder so und das sind dann Leute mit so einem Adler oder einem Wolf im Profilbild oder einer Reichskriegsflagge und irgendwelchen Zahlenkombinationen als Name. Also da denke ich oft schon so, ihr seid wirklich Mut, ihr habt ein gratis Mut, das haut mir irgendwelche Sachen um die Ohren und ich weiß gar nicht, wer ihr seid. So, das finde ich schon peinlich. Und ich finde auch, es ist so... Das sind so die großen Helden der Meinungsfreiheit, aber dann letztlich, das sind ja auch Leute, die würden dir das nie ins Gesicht sagen, wenn sie dir auf der Straße begegnen. Dafür wären die viel zu feige. Aber das da im Schutze der Anonymität zu machen und das zerstört schon den Diskurs. Ich kenne auch viele Kolleginnen, gerade Frauen, die nichts mehr posten wollen in Social Media. Ich weiß, dass auch Politikerinnen weichen auf andere Plattformen aus, weil du dich einfach mit diesem Hass nicht mehr auseinandersetzen willst. Und ich glaube, das würde schon mit der Klarnamenpflicht erheblich verändert. Ich verstehe total den Gedanken dahinter, warum man diese Klarnammpflicht fordert. Ich verstehe aber auch Kritiker und Kritikerinnen, die sagen, gleichzeitig ist die Anonymität halt auch für viele Menschen Schutz in den sozialen Medien. Vielleicht nicht unbedingt oder nicht so stark in Deutschland wie in anderen Ländern, aber auch, weil eben marginalisierte Gruppen zum Beispiel sich im Internet, in den sozialen Medien austauschen können, ohne eben Angst zu haben, dass jemand direkt weiß, wer sie sind und sie dann persönlich bedroht. Also ich glaube, das ist sehr schwierig, weil diese Anonymität eben auf der einen Seite ist. Leuten das Gefühl gibt, okay, sie können alles sagen im Internet, sie können machen, was sie wollen, es ist ja eh egal, es kriegt ja keiner mit, wer da eigentlich dahinter steckt, aber auf der anderen Seite eben auch Schutz ist für einige Gruppen. Verstehe ich total. Und ich glaube, über dem Ganzen schwebt dieses Missverständnis, dass man sagt, oje, die Politik will einen Raum der Freiheit regulieren. Aber man muss sich ja immer wieder klar machen, diese Social Media Plattformen sind kein, wie soll man sagen, das ist nicht wie der Marktplatz, wo du hingehst und das beste Argument setzt sich durch, sondern es ist eine Plattform, die von einem privaten Unternehmen mit wirtschaftlichen Interessen bereitgestellt wird. Und die Position, die dort am meisten Traffic und Aufmerksamkeit erregt und Leute polarisiert und möglichst lange auf der Plattform bleiben lässt, sich am besten monetarisieren lässt, diese Position setzt sich dann durch oder kriegt mehr Sichtbarkeit. Und ich finde, wenn man diesen Mechanismus da hat, dann kann man nicht mehr sprechen darüber, dass das ein Kosmos ist, in dem, wo die Politik jetzt die Freiheit einschränken will, sondern du bist unfrei in dem Moment, wo du auf dieser Plattform bist, auf gewisse Weise. Du wirst schon reguliert von jemandem, der eben nicht dem Gemeinwohl verpflichtet ist, sondern dem Unternehmenswohl. Ist ein sehr wichtiger Punkt. Ich würde gerne mit dir zum Ende quasi vom vergangenen Wochenende zu dem kommenden Wochenende kommen. Nämlich zum CDU-Parteitag. Wir haben es ja auch schon kurz angesprochen. Unter anderem wird auch der Social-Media-Antrag besprochen werden auf dem Parteitag. Die CDU trifft sich in Stuttgart. Und Friedrich Merz stellt sich auch zur Wiederwahl als Parteivorsitzender. Was ist denn das jetzt so für eine CDU, die wir da aktuell sehen? Ich habe immer so ein bisschen das Gefühl, die CDU findet gut die Rolle, die Merz in der Außenpolitik spielt, die Merz nach außen hin zeigt. Diese außenpolitische Führung, die sich ja viele in Deutschland auch gewünscht haben. Und gleichzeitig ist da aber immer noch so ein bisschen innenpolitisches Chaos. Also wenn man jetzt so auf diese Masse an Anträgen und Vorschlägen schaut zum Beispiel, die jetzt im Vorfeld zu diesem Parteitag aus der CDU kommen. Also wie schaust du da aktuell auf die CDU? Was ist deine Zustandsbeschreibung? Ich teile das total. Ich finde, man sieht eine innenpolitisch-programmatisch verunsicherte CDU. Jetzt sind ja in den letzten Wochen gerade im Bereich Sozialpolitik x Vorschläge gekommen, die dann so halb zurückgenommen wurden oder angepasst wurden und alles unter dem Blickwinkel, unsere Umfragewerte sind schlecht, das Verhältnis zur SPD ist kompliziert und wir müssen uns irgendwie behaupten. Es ist bei der CDU seit Jahren dieses Thema so, wir müssen jetzt endlich mal hier unsere Identität und unsere klare Kante und das alles müssen wir besser durchsetzen. Aber was wollen sie stattdessen? Also die CDU war nie eine Partei, die sehr viel Liebe und Mühe in die Programmarbeit gesteckt hat. Da war die SPD immer viel besser. Aber es ist nach wie vor so dieses Gefühl, wir müssen uns da irgendwie behaupten und wir müssen uns auf unseren Markenkern besinnen. Aber was ist unser Markenkern? Und dann kommen diese ganzen Gruppen, der Wirtschaftsflügel, der Sozialflügel. Und also es hat was Konfuses. Und man wünscht sich irgendwie als Staatsbürgerin, dass die da einen Nenner finden, selbst wenn mir dieser Nenner dann nicht recht ist, aber dass sie selber wissen, wer sie sind und wer sie sein wollen. Ob das dieses Wochenende gelingt in der Debatte, weiß ich nicht. Aber man hofft es. In den Umfragen aktuell steht es ja nicht so gut für die Union. Also jetzt in den letzten Umfragen war sie, glaube ich, wieder so ungefähr gleich auf mit der AfD. Aber auf jeden Fall trotzdem noch unter dem Ergebnis der Bundestagswahl und auch im vergangenen Jahr nie wieder darüber hinaus gekommen. Und es gab jetzt auch eine Umfrage von Insa für die BILD, in der die Zufriedenheit mit Friedrich Merz als Kanzler abgefragt wurde. Und da waren nur 22 Prozent der Befragten der Meinung, dass Merz bessere Arbeit mache als Olaf Scholz. Aber 35 Prozent der Meinung, dass Scholz besser war als Merz. Ich weiß nicht, ob wir uns das vor einem Jahr hätten vorstellen können. Woher kommt das deiner Meinung nach? Ich glaube, es sind zwei Faktoren. Zum einen ist es tatsächlich so, dass viele Leute... Den Eindruck haben, da ist eine zerstrittene Regierung, die für mich in meinem Leben keine nennenswerten Verbesserungen herbeigeführt hat. Und ich finde, die machen das nicht gut. Und dann ist es so, wie das Phänomen, das schon in der Bibel beschrieben wurde. Ich sehne mich nach den Fleischtöpfen Ägyptens. Bin zwar gerade aus der Knechtschaft Ägyptens befreit worden, aber jetzt merke ich, es war vielleicht doch nicht alles schlecht. Und so ist das auch bei Scholz. Was haben wir alle gemeckert über Herrn Scholz? Und im Nachhinein denken wir, wie beim Ex-Freund, so war vielleicht nicht alles schlecht, wenn der neue Freund sich da ein bisschen daneben benimmt. Also es ist da auch unfair von uns Deutschen vielleicht ein bisschen, es ist keine Geduld mehr da. Es ist nicht mehr die Bereitschaft mal abzuwarten, bis sich eine Regierung sortiert, sondern nein, es muss sofort hier Erfolge da sein und es muss noch größer sein, es muss noch klarer sein, der große Hebel, der große Wurf. Und Politik ist so ein mühsames Geschäft mit so kleinen Reformschritten hier und da. Und da fehlt, glaube ich, der Öffentlichkeit auch ein bisschen die Geduld für. Aber das ist Merz auch selber schuld, weil er hat ja nun auch die Erwartung geweckt, dass er den großen Hebel umlegt. Er hat die Erwartung geweckt, dass er jetzt der bessere Kanzler ist nach diesem Loser Scholz sozusagen. Da hat er ja auch ein bisschen groß dahergeredet. Und das fällt ihm jetzt halt voll auf die Füße. Ich fand es ganz spannend, dass Merz in dem Punkt im Podcast Machtwechsel ja sogar so ein bisschen Einsicht gezeigt hat und eingeräumt hat, dass man eine Erwartungshaltung erzeugt habe, die man nicht erfüllen konnte. Fandest du? Ja, er hat das gesagt, aber er hat es ja nicht auf sich selber bezogen. Er hat ja eher gesagt, wir alle oder wir. Es war ja dann nicht so, dass er gesagt hat, ich persönlich habe da mit meinem Stil vielleicht Mist gebaut oder so, sondern... Aber ich glaube, das ist so in Friedrich-März-Wertung schon das höchste der Einsicht, was man möglicherweise erwarten könnte. Wir sind jetzt ja quasi fast ein Jahr nach der Bundestagswahl. Wenn du jetzt, Friedrich-März, ein Zwischenzeugnis ausstellen müsstest, was würdest du da reinschreiben? Ja. Versetzung gefährdet. Also ich finde, dass er, also die Notenskala wird voll ausgeschöpft bei ihm. Also ich finde schon, dass man in der Außenpolitik sagen kann, eins Minus, wobei diese Frankreich-Geschichte jetzt, das ist dann nach der letzten Klausur passiert, würde ich sagen. Das rechnen wir nicht mehr ein. Und umgekehrt eben Innenpolitik oder Sozialkunde, weiß nicht, was das dann wäre. Da hätte er ja, vier Minus, vielleicht sogar fünf. Also es ist, die Spannbreite ist sehr weit. Und dann eben diese ganzen Social Skills, Leadership, auch die Art, die Leute anzusprechen. Also wir haben ja die Stadtbilddebatte schon wieder vergessen. Was verbindest du als Mensch mit deutscher Staatsbürgerschaft und dunkler Haut mit diesem Kanzler? Welche Botschaften? Wenn du sein Team siehst, nur vorwiegend ältere Herren und weiße Herren und so, was bedeutet das für dich, wenn du irgendwie eine Muslima bist oder jemand, der türkische Wurzeln hat? Also ich finde schon, dass er da auch eine Gesamtverantwortung hat und diesen Teil sehr schleifen lässt. Merz selber hat am politischen Aschermittwoch jetzt ja direkt schon die Möglichkeit einer erneuten Kanzlerschaft eröffnet. Also er hat zumindest gesagt, ich habe schon noch vor, das eine längere Zeit zu machen und hat dann unter anderem darüber geredet, dass er sehr gute Gene habe. Sein Vater sei im Januar 102 geworden. Und dann hat er in Richtung Gordon Schnieder, dem rheinland-pfälzischen CDU-Spitzenkandidaten, gesagt, wenn wir dann, sagen wir mal, in fünf Jahren hier wieder stehen, dann möchte ich, dass wir beide gemeinsam, du als Ministerpräsident und ich im Amt des Bundeskanzler, wir beide zurückschauen und sagen, das waren harte Zeiten. Aber wir haben damals in der CDU Deutschland und in dieser Bundesregierung und in dieser Landesregierung die richtigen Entscheidungen betroffen. Und fünf Jahre, das wäre die nächste Kanzlerschaft von Friedrich Merz. Bisschen früh, möglicherweise da jetzt schon drüber zu reden. Gerade mit Blick auf die aktuelle Stimmung. Ich glaube, er würde ein Signal vor allem nach innen setzen. Weil natürlich, er weiß, da sind Leute wie Hendrik Wüst, also eine jüngere Generation in der Politik, die denkt so, mit dem können wir doch nicht nochmal antreten dann. Und die sich von vielem stören, was er sagt, an seinen Schnellschüssen. An eben dieser Boomer-Kommunikation, wenn man so will. Und das war definitiv ein Signal an die. Denkt bloß nicht, dass ihr mich loswerdet jetzt nach einer Runde. Ich mache weiter. Schauen wir mal, wie der Parteitag so läuft. Und jetzt die Zahl der Woche. Wir machen hier am Ende des Podcasts ja immer nochmal die Zahl der Woche. Und ich würde dir den Vortritt lassen. Hast du eine Zahl der Woche für uns? Das habe ich. Ich würde die Zahl 90 nehmen. Das Alter, bis zu dem Friedrich Merz vielleicht noch im Kanzleramt bleibt. Er könnte auch bis 100, wer weiß. Nein, als psychologische Marke für seine Wiederwahl als Parteichef. Er war ja letztes Mal ganz knapp daran gescheitert oder war mit 89 Prozent oder so. Und ich finde es spannend zu sehen, ob es dieses Mal darüber schafft. Meine Vermutung wäre ja. Also, dass die ihm schon auch, dass die ihm ein Signal senden, wir stützen dich, wir finden das gut, was du machst. Dafür ist auch die außenpolitische Lage zu krisenhaft, dass man in so einer Situation jetzt einen Kanzler irgendwie anschießt oder so. Also, ich glaube schon, einen Parteivorsitzenden. Also, ich denke, die 90... Wir werden irgendwie was mit neun vorne hören dieses Wochenende. Wenn nicht, dann wäre das schon auch ein Denkzettel für mehr als aus der eigenen Partei, oder? Ich finde schon, dass das eine Marke ist, die ja eigentlich nicht nochmal unterschreiten sollte oder nicht nennenswert unterschreiten sollte nochmal. Und deine Zahl. Ja, ich bemühe mich ja meistens. Letzte Woche habe ich es nicht geschafft, aber diese Woche wieder zum Schluss noch ein bisschen eine nette Zahl mitzubringen. Und deswegen ist meine Zahl heute 0,596. Okay. Sekunden. Das ist nämlich die Zahl der Sekunden Vorsprung, nee, mit der der Rodel-Olympiasieger Max Langenhahn die erste deutsche Goldmedaille bei der Olympiade gewonnen hat. Und die Zahl habe ich deswegen mitgebracht, weil es da nämlich einen sehr netten Zwischenfall mit Friedrich Merz gab. Der wollte nämlich Max Langenhahn anrufen dann nach seinem Gewinn. Und er hat dann aber erzählt, hinterher im Interview, er habe da so an seinem Handy gesessen und er habe ein Video geschaut, gerade von den Geissens, die ihm irgendwie gratuliert hatten zum Olympiasieg. Hat diese unbekannte Nummer weggedrückt. Genau, hat eine unbekannte Nummer angerufen, hat sie weggedrückt und hat erst im Nachhinein festgestellt, dass das Friedrich Merz war. Er hat sich dann sogar auch entschuldigt bei Merz im Interview und Merz war ihm aber nicht böse. Der Kanzler hat dann sogar mit einem Reel reagiert auf Instagram und... Gesagt, ja, er nehme ihm das nicht übel, aber beim nächsten Mal gehst du dran. Du musst das mit der Boomer-Kommunikation nochmal zurücknehmen, das ist doch lustig mal. Ich fand's eigentlich auch ganz nett und ich würde sagen, das ist doch ein schöner Abschluss für diese Folge. Vielen Dank, dass du da warst. Es hat sehr viel Spaß gemacht. Ich hoffe, du kommst noch mal wieder. Wenn ihr mich braucht, bin ich gerne dabei, aber Julia ist natürlich schon hier eine Benchmark. Aber leider müssen wir immer wieder auf Julia verzichten, wenn sie unterwegs ist, unter anderem mit Friedrich Merz oder beim Parteitag, wie jetzt an diesem Wochenende. Ansonsten vielen Dank, dass ihr zugehört habt und wenn euch dieser Podcast gefällt, dann lasst uns doch gerne eine Fünf-Sterne-Bewertung da. Wir würden uns sehr freuen. Ansonsten hören wir uns in der nächsten Woche wieder. Tschüss. Schaltet ein. Ein Podcast von Funke.