Latest / Brichta & Bell - der Wirtschafts-Podcast / Wie Trumps neuer Notenbankchef gerade die Finanzwelt verändert
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- 0:00Ja und damit willkommen zu einer neuen Folge von Brichter & Bell.
- 0:02Schön, dass ihr bei uns seid und wir haben heute einen ganzen Strauß von Themen dabei.
- 0:06Und das spielt so ein bisschen thematisch einmal in den USA und damit geht es
- 0:09auch los und dann schauen wir natürlich nochmal nach Deutschland und insgesamt
- 0:12auch auf die Aktienmärkte. Aber erstmal ein Blick auf die Federal Reserve,
- 0:16die US-Notenbank und den neuen, ja gar nicht mehr so neuen, Chef Reimund, Kevin Walsh.
- 0:21Der senkt die Zinsen schon wieder nicht. So, das ist die Meldung dieser Woche.
- 0:26Und Donald Trump, ich weiß nicht, wie findet der das? Wird der da toben oder
- 0:29ist das für ihn gar nicht so schlimm, weil er damit gerechnet hat?
- 0:31Vielleicht erst mal ein Grund, oder was ist da los? Hallo ihr da draußen.
- 0:35Ich muss jetzt ein bisschen lächeln, Etienne, weil tatsächlich die Markterwartungen
- 0:39ja sogar in die andere Richtung gingen.
- 0:41Er könnte, so hieß es, die Sinsen sogar erhöhen, weil er ja immer betont,
- 0:47wie sehr er auf eine Inflationsrate von maximal 2% setzt und die liegt ja deutlich drüber.
- 0:54Und dann gab es ja tatsächlich im Vorfeld der Spekulationen,
- 0:57immerhin mit einer über 30-prozentigen Wahrscheinlichkeit wurde damit gerechnet,
- 1:02dass die Zinsen sogar angehoben werden.
- 1:03Ich frage mich, wie es zu diesen Spekulationen überhaupt kommen konnte.
- 1:07Ich fand die von Anfang an absurd und das ist natürlich auch ein Thema,
- 1:11was Donald Trump betrifft. Dann hätte der natürlich sofort angerufen und hier,
- 1:15Kevin, was erlaubst du dir eigentlich?
- 1:18Wie sollte man sich das vorstellen? Also tatsächlich, das war für mich außer
- 1:23Reichweite, diese Erhöhung.
- 1:25Und ich weiß auch nicht, wie die darauf kommen. Und jetzt geht es ja schon weiter.
- 1:28Jetzt sagen die, ja, er hat ja wieder betont gestern, also ich sage gestern,
- 1:32ja, wir nehmen das am Donnerstag auf, ihr da draußen.
- 1:35Deswegen, klar, war diese Pressekonferenz gestern, aber ihr hört es vielleicht
- 1:39auch zu einem späteren Zeitpunkt.
- 1:41Also auf der Pressekonferenz hat er wieder betont, wie sehr er gegen die Inflation
- 1:46angehen will und dass das sein Hauptziel ist.
- 1:49Ja, sorry, und jetzt rechnen die Märkte damit, dass sie im September...
- 1:53Die Flightzinsen anheben wird. Ausgerechnet im September, natürlich,
- 1:58dann ist noch ein bisschen Zeit bis zu den Zwischenwahlen in den USA im November, aber trotzdem,
- 2:03je näher dieser Zwischenwahltermin rückt, desto weniger, und das ist meine feste
- 2:08Überzeugung, wird Kevin Walsh, wird die Notenbank ihm da irgendwas zwischen die Beine werfen.
- 2:15Also ich halte es auch für sehr unwahrscheinlich, dass es im September erhöht wird.
- 2:21Obwohl, und das ist ja das Interessante, die Meinung innerhalb des Boards,
- 2:25also innerhalb der Notenbank, gar nicht so einheitlich war.
- 2:27Ja, absolut. Das ist spannend. Also neun der zwölf Mitglieder haben für die,
- 2:31erneute Zinspause, muss man ja sagen, wir haben ja schon vor ein paar Wochen
- 2:34beim Netzmann darüber geredet, bestimmt.
- 2:35Aber drei waren dagegen. Also da gab es Widerspruch. Wofür spricht das?
- 2:39Jetzt kommt es wirklich darauf an für Kevin Walsh. Der will ja aus meiner Sicht
- 2:42die gesamte Notenbank ein bisschen umbauen, was ich durchaus für nicht ungefährlich
- 2:47halte. Können wir auch nochmal darauf eingehen.
- 2:50Jetzt kommt es wirklich darauf an, wie Kevin Walsh jetzt innerhalb der nächsten
- 2:54Wochen und Monate auch für seine,
- 2:57diese Pläne innerhalb des Führungsgremiums werben kann und sich da auch Verbündete
- 3:04holen kann, das wird ganz entscheidend sein, glaube ich.
- 3:06Ja, was sind die konkreten Pläne, die dich da immer wieder so daran festhalten lassen?
- 3:11Ist der Abbau der Bilanz, das, was wir schon mal besprochen haben?
- 3:13Da können wir gleich noch drauf kommen, weil das, finde ich,
- 3:15tatsächlich ist einer der wichtigsten Merkmale. Aber ganz offensichtlich jetzt
- 3:20auch nach außen hin ist die Kommunikation.
- 3:23Und ich habe mir gestern die gesamte Pressekonferenz bei einem Glas Wein auf
- 3:28der Terrasse sitzend angehört.
- 3:30Andere gucken Fußball oder weiß nicht und du guckst hier sowas.
- 3:34Ja, ich gucke es dir nicht an, ich habe es mir angehört, nur mit einem Wurm
- 3:38im Ohr und habe den Blick auf meinen Gartengenossen und auf meinen Sprudelstein,
- 3:43um es mal hier ein bisschen plastisch zu machen.
- 3:46Nee, auf jeden Fall war es aber tatsächlich so, dass er da.
- 3:53Was wollte ich jetzt eigentlich sagen? Ja, der Sprudelstein hat dich verwirrt.
- 3:56Naja, du wolltest neben der den Abbild. Ah ja, die Kommunikation.
- 3:59Die Kommunikation war es, ja logisch.
- 4:03Das hat man gemerkt, er will das völlig ändern. Also sagen wir mal so,
- 4:07also die Mitteilung von gestern, die FED oder die Notenbank gibt ja immer Mitteilungen
- 4:12raus, die war wieder sehr, sehr knapp, ich glaube drei oder vier Absätze nur.
- 4:16Ganz, ganz knapp gehalten.
- 4:18Das ist was Gutes sogar, denn ich erinnere mich an die letzten Jahre,
- 4:22ja fast Jahrzehnte, an diese Mitteilungen dieser Notenbank, die dann oft ellenlang
- 4:27waren und Formulierungen enthielten, in die man alles und nichts hineindeuten konnte.
- 4:34Diese langen Mitteilungen sind tatsächlich aus meiner Sicht so überflüssig gewesen wie nur was.
- 4:39Das ist eine gute Sache, dass er das jetzt auf das Wesentliche beschränkt.
- 4:44Und was er aber auch noch vorhat ist, dass die Notenbank nicht mehr so eine,
- 4:49Guidance geben will, also eine Führung. Ungefähr das wird die Richtung sein,
- 4:55in der wir beim nächsten Mal entscheiden werden.
- 4:58Das will er überhaupt weglassen. Und er sagt sogar, wir wollen gar nicht selbst
- 5:03bestimmen, so wie wir die Notenbankzinsen.
- 5:07Festlegen. Das ist jetzt meine Interpretation. Sondern, jetzt pass mal auf,
- 5:12wir wollen das die Märkte bestimmen lassen.
- 5:14Wir wollen viel mehr auf die Märkte gucken und wie die reagieren und was die machen.
- 5:19Und das soll für uns eigentlich der Hauptfaktor sein für unsere Entscheidungen.
- 5:26Und bisher war es ja oft so, dass die Märkte auf die Notenbank geguckt haben
- 5:30und dachten, naja, die wissen mehr.
- 5:32Die wissen auch nicht mehr über die Inflation, über die Wirtschaft, das wissen wir alle.
- 5:36Also auch das ist gar nicht so falsch von Herrn Worsch, diese Meinung,
- 5:42dass die Märkte insgesamt, die
- 5:43ja so viele intelligente Analystinnen und Analysten haben und Fachleute.
- 5:49Und in diesen Marktbewegungen komprimiert sich das ja alles.
- 5:53Und die Notenbank, die hat natürlich auch ein paar gescheide Leute,
- 5:55aber das ist ja nur ein kleiner Haufen im Vergleich dazu. Und da sagt er,
- 5:59ja, die Märkte wissen es im Zweifelsfalle besser und wir wollen uns viel mehr
- 6:02an den Märkten orientieren.
- 6:04Was natürlich zu der Folge führt, und das hatten wir vor der gestrigen Sitzung,
- 6:08ich sage immer gestrig, aber auch vor der letzten Sitzung gemerkt, Ja.
- 6:13Die sind dann unsicher, die wissen gar nicht, was passiert, weil man eben diese
- 6:17Guidance nicht mehr hat.
- 6:18Okay, das wird eine Folge sein und wenn dann mal eine überraschende Zinserhöhung
- 6:24kommt oder auch eine überraschende Zinssenkung, wird es auch möglicherweise
- 6:28stärkere Reaktionen an den Märkten geben.
- 6:30Total spannend und Walsh hat ja auch gesagt, er will, weil es dreht sich ja
- 6:33immer um das Thema Inflation bei dem Ganzen, da hat Donald Trump natürlich gar
- 6:36nicht so einen geringen Anteil, also einen sehr großen durch den Krieg im Iran natürlich.
- 6:42Walsh hat eine Sondereinheit angekündigt, die den Ursachen der Inflation nachgehen
- 6:46soll, finde ich ganz lustig.
- 6:47Und gleichzeitig sagen ja Kritiker, also selbst wenn die Zinsen jetzt erhöht
- 6:50werden, kannst du damit die Hauptursache der Inflation gar nicht bekämpfen.
- 6:54Das wäre nämlich quasi ein Ende der Energiekrise. Und das gibt es ja erst,
- 6:57wenn es einen Frieden gibt zwischen USA und Iran. Also ist eigentlich Donald
- 6:59Trump wieder am Zug. Also das ist ein ganz entscheidender Punkt, den du da ansprichst.
- 7:03Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter, aber lass uns erst mal damit beginnen.
- 7:06Denn selbstverständlich, die Inflation ist jetzt hauptsächlich getrieben,
- 7:11hauptsächlich durch die Energiepreise.
- 7:15Und dagegen kann die Notenbank tun, was sie will.
- 7:19Sie kann es nicht. Sie müsste selbst, haben wir glaube ich auch schon mal drüber
- 7:22gesprochen, sie müsste selbst jetzt Öl nach Öl bohren, das in den Tanker laden
- 7:26und irgendwie hin verschiffen.
- 7:28Oder die USA, die produzieren ja selbst, aber sie müsste wahrscheinlich die
- 7:32Welt beliefern. Denn die USA, das ist ja auch das Schizophrenie,
- 7:35die USA selbst produzieren genug Öl und das produzieren sie für ihren eigenen Bedarf.
- 7:41Aber sie sind trotzdem betroffen, weil der Weltmarkt eben vom Iran-Krieg betroffen
- 7:46ist und die Weltmarktpreise auch die Preise in den USA bestimmen.
- 7:49Das ist so ein bisschen die Krux dabei.
- 7:52Aber die Notenbank kann dagegen überhaupt nichts machen. Und ich gehe sogar
- 7:55noch einen Schritt weiter.
- 7:56Die Notenbank kann mit ihren Zinsen,
- 7:59auch nichts gegen die Inflation generell machen. Was sollte es für eine Inflationsrate.
- 8:05Für eine Folge haben, wenn die Notenbank jetzt um einen Viertelprozentpunkt
- 8:09ihr Leitzins anhebt oder dann vielleicht in der nächsten Sitzung nochmal um
- 8:13einen Viertelprozentpunkt?
- 8:14Wieso sollte die Inflation damit gedrückt werden? Ich sage eher, es ist umgekehrt.
- 8:18Und die Vergangenheit zeigt ja auch, dass als Beispiel, zuerst steigt die Inflationsrate,
- 8:26das ist der Auslöser. Und dann reagieren Notenbanken, dann reagieren die Zinsen.
- 8:31Und die Notenbanken sind sogar welche, die meistens noch später reagieren,
- 8:35denn zuerst reagieren die Zinsen an den Märkten, an den Finanzmärkten.
- 8:40Die bestimmen ja auch die Zinsen weniger im kurzfristigen Bereich,
- 8:44da hat die Notenbank selbstverständlich ein ganz großes Wort mitzureden,
- 8:48aber im langfristigen Bereich.
- 8:50Also was zum Beispiel den Zehnjahreszins anbelangt, der ja für die Wirtschaft,
- 8:54und darüber haben wir auch schon gesprochen, eigentlich der richtige Leitzins
- 8:57ist. Denn Investitionen werden ja mit langfristigen Krediten finanziert.
- 9:03Und wenn dieser langfristige Zins steigt oder fällt, das ist ja das Entscheidende.
- 9:08Und das tut, er steigt meistens, wenn die Inflation zulegt. Und das ist aber
- 9:13auch eher eine Reaktion.
- 9:16Ja, so weit, so gut. Aber man kann dagegen jetzt von der Notenbank,
- 9:20zurück zur Notenbank, eben nichts tun.
- 9:23Man kann sich nur anpassen, die Zinsen auch erhöhen und dann so tun,
- 9:28als ob man was, ich sag das mal ganz provokant, so tun, als ob man was tun könnte.
- 9:33Und die Psychologie ist ja auch das Wichtige in diesem Fall.
- 9:36Alle sagen ja, ja, die Notenbanken haben nun mal einen guten Ruf und man denkt,
- 9:41die wüssten mehr als viele andere, wissen sie aber nicht.
- 9:43Und wenn die eben dann den Zins erhöhen, soll das als Signal gelten,
- 9:47ja, wir tun was gegen die Inflation. Aber ich glaube tatsächlich,
- 9:51das ist mehr Schein als der tatsächlichen Realität geschuldet.
- 9:56Also insgesamt ein total unheimlich Parajob eigentlich für Kevin Worscht,
- 10:00wenn wir das mal kurz zusammenfassen.
- 10:02Ja, er hat es sich aber ausgesucht. Er macht auch nach außen hin,
- 10:06zumindest auf der PK, soweit ich es hören konnte, eine ganz gute Figur.
- 10:12Hat auf jede Frage eine teilweise auch spritzige, witzige Antwort.
- 10:17Schön und gut. Und jetzt kommen wir vielleicht aber nochmal zurück auf das,
- 10:20was er eigentlich vorhat.
- 10:22Und das ist ja auch das Gefährliche.
- 10:26Und da kommen wir wieder auf die langfristigen Zinsen zurück.
- 10:28Die sind nämlich in den USA auch gerade wieder in den letzten Wochen wieder
- 10:33deutlich nach oben gegangen. Jetzt sagen viele, ja das ist der Ölpreis schuld,
- 10:36wenn der Ölpreis steigt, Inflationsängste.
- 10:39Aber nur, das ist nicht mal die halbe Wahrheit, denke ich. Denn dieser langfristige
- 10:43Zins am US-Anleihemarkt,
- 10:46nehmen wir als Beispiel eben die Rendite der 10-jährigen Staatsanleihen,
- 10:49der wird von viel, viel mehr Faktoren bestimmt als nur von der Inflation. Zum Beispiel.
- 10:59Vom Finanzierungsbedarf. Denn wenn viele Leute Kredit aufnehmen wollen,
- 11:03viele Unternehmen oder der Staat, dann wird sich das automatisch auch auf die
- 11:07Zinsenauswirkung. Das heißt, man muss dann höhere Zinsen zahlen.
- 11:11Und das tun ja im Moment viele. Der Staat, der US-Staat, hohe Kosten wegen des
- 11:17Irankrieges, der muss richtig, richtig viel finanzieren.
- 11:21Und die Unternehmen, darüber berichten wir auch, laufen wegen KI.
- 11:24Was investieren die alles? Was nehmen die für Kredite auf?
- 11:27Zum Beispiel eben Amazon, Alphabet, wie sie alle heißen, die nehmen auch riesige
- 11:33Kredite auf und all das sorgt auch dafür, dass die Zinsen im langfristigen Bereich
- 11:39zulegen. Dazu kommt das Ausland.
- 11:42Japan oder wie auch immer viele andere Länder, die jetzt ja in US-Staats allein investiert sind,
- 11:49die ziehen sich aus verschiedenen Gründen auch sukzessive aus den Staatsanleihen der Amerikaner zurück.
- 11:57Das heißt, auch das bedeutet tendenziell ein höherer Zins, wenn weniger Nachfrage
- 12:02da ist, wenn weniger US-Staatsanleihen aus dem Ausland nachgefragt werden.
- 12:07Also das ist, nur mal diese drei Beispiele, das ist ein Konglomerat aus verschiedenen
- 12:12Faktoren, die auf diesen Zins einwirken.
- 12:16Und jetzt kommen wir zu einem entscheidenden Punkt. Was er Worsch vorhat ist,
- 12:20er will die Notenbankbilanz schrumpfen, wir haben darüber geredet, er will also,
- 12:25vieles von dem abbauen, was in den letzten Jahrzehnten, und es geht wirklich
- 12:29um Jahrzehnte, also seit 2008,
- 12:34seit der Finanzkrise sind die Notenbankbilanzen kräftig aufgepeppt worden,
- 12:39also aufgebläht worden.
- 12:43Und das will er zurückführen und alle meinen, ja, er will damit das normalisieren.
- 12:47Das höre ich so oft auch von vielen Experten.
- 12:50Ich höre sehr oft, gestern habe ich das bei CNBC gehört, die Konferenz und auch
- 12:55viele Experten bei CNBC, das ist der amerikanische Nachrichtencenter,
- 12:59die auch meinen, ja, das würde dann quasi eine Normalisierung bedeuten, der Notenbankbilanz.
- 13:04Ich sage, ja, auf den ersten Blick schon, weil sie ja erst seit 2008,
- 13:09seit der Finanzkrise so aufgebläht worden sind.
- 13:11Aber auf den zweiten Blick, und jetzt kommt eben das ins Spiel,
- 13:14was ich seit Jahren betreibe, ich analysiere das unser Finanzsystem.
- 13:18Und auf den zweiten Blick ist es nämlich so, dass das Finanzsystem gar nicht
- 13:23mehr bestehen kann, ohne diese notenbankliche Stütze.
- 13:28Denn der Fakt ist, wenn die Notenbank ihre Bilanz abbaut, müssen all die Schulden, die darin.
- 13:39Gefangen sind, die müssen von der Allgemeinheit dann von den Privatleuten,
- 13:46Von der Wirtschaft und vom Ausland getragen werden. Das heißt,
- 13:50die Schulden, die kann man nicht einfach tilgen, zurückgeben, das geht nicht.
- 13:54Die Schulden bestehen und sie müssen dann nur auf andere Schultern verlagert
- 13:59werden. Und genau das ist das große Problem seit der Finanzkrise.
- 14:03Die Schultern der gesamten Wirtschaft sind zu klein, um das alles noch tragen
- 14:10zu können. Das ist zumindest meine Analyse.
- 14:12Ich weiß, dass da viele anderer Meinungen sind. Und deswegen wird das,
- 14:15was Kevin Walsh vorhat, die Bilanz abzubauen, er kann es probieren.
- 14:21Aber es wird früher oder später scheitern. Zumal er ja auch noch Folgendes vorhat.
- 14:25Er sagt ja, wir wollen vor allen Dingen langfristige Schulden abbauen.
- 14:30Entschuldigung, die langfristigen Staatsanleihen abbauen und wenn überhaupt
- 14:34dann noch eher kurzfristige Staatsschulden in unsere Bilanz nehmen. Was bedeutet das denn?
- 14:41Und tatsächlich auch noch weniger Nachfrage nach langfristigen US-Staatsanleihen,
- 14:47mehr Nachfrage möglicherweise nach kurzfristigen.
- 14:50Das kann die kurzfristigen Zinsen vielleicht im Zaum halten,
- 14:53aber die langfristigen Zinsen in den USA würden damit noch weiter nach oben gehen.
- 14:58Das bringt da eine weitere Spirale in Gang.
- 15:01Die USA können sich irgendwann nicht mehr finanzieren. Also das wird noch auf
- 15:05Herrn Worsch zukommen, wenn er das tatsächlich so vorhat, wie er es sagt.
- 15:10Und jetzt kommen wir zu Donald Trump zurück. Ich glaube, das versteht Donald
- 15:13Trump einfach nicht. Donald Trump versteht Zinsen rauf, Zinsen runter, ja.
- 15:16Und Worsch hat ja auch gesagt, vielleicht eher Zinsen runter.
- 15:19Aber er hat dann auch gesagt, aber dafür auch die Notenbankbilanz abbauen.
- 15:21Und das ist das Gefährliche, was Donald Trump meiner Meinung nach,
- 15:25was viele gar nicht verstehen.
- 15:26Die Zeit wird es zeigen. Mal gucken, ob wir das im Podcast dann,
- 15:30wenn es soweit ist, auch noch begleiten können.
- 15:32Ich sage doch, kein leichter Job für Kevin Walsh. So ist es.
- 15:35Aber könnte das dein Crash-Szenario auch so ein bisschen unterführen?
- 15:40Welchen Crash meinst du jetzt? Du meinst den Geldcrash generell?
- 15:43Ja, den Reset-Gedanken, den du ja auch noch hast.
- 15:45Reset, genau, den Reset. Ja, das läuft schon in die Richtung.
- 15:49Nur die Richtung ist die, dass vor dem Reset eigentlich die Notenbanken alles
- 15:56daran setzen werden, ihn nochmal hinauszuzögern und ihn zu verhindern.
- 16:00Und das wiederum bedeutet das Gegenteil, dass sie nämlich wieder ihre Bilanz ausweiten.
- 16:06Was Worscher sagt, was er nicht will. Und da glaube ich, wenn solche...
- 16:11Szenarien drohen und das geht dann von der.
- 16:16Finanzindustrie aus, von der Kreditwirtschaft tatsächlich, wenn es da Probleme
- 16:21gibt, die könnten auch schon relativ rasch kommen.
- 16:25Wir haben ja über diese Finanzierungseskabaden gerade in der Chip- und KI-Industrie
- 16:31gesprochen, wo dann sich gegenseitig Kredite gegeben werden,
- 16:35um die eigenen Verkäufe dann zu finanzieren.
- 16:39Dass da irgendwann mal was platzt.
- 16:42Noch ist nichts bruchreif, aber dass da irgendwie mal ein Schuldner in die Bredouille
- 16:46kommt und dann hat es weiter und dann haben wir den Salat, dann hat auch Kevin
- 16:49Walsch den Salat und dann kann er wirklich nur wieder einschreiten,
- 16:53indem er die Bilanz ausweitet, indem er Anleihen kauft.
- 17:00Und dann werden wir sehen, ob das dann diesen Reset verhindert.
- 17:02Da sind wir gespannt. Ich könnte mir vorstellen, es geht noch einmal, es geht noch mal.
- 17:06Aber die Frage ist tatsächlich, warten wir erst mal ab, noch sind wir soweit nicht.
- 17:11Okay, aber dann lass uns doch direkt mal unsere beiden Hörermails dazu nehmen,
- 17:14die wir nämlich zu genau dem Thema haben. Ich hatte ja am Anfang ein bisschen
- 17:16großspurig erzählt, dass wir auch noch auf Software und auf Deutschland gucken.
- 17:19SAP passt ja alles zusammen. Vielleicht machen wir das nach unserer Sommerpause.
- 17:22Hier, Kulana Spoiler, die machen wir nämlich dann im August.
- 17:25Aber lass uns unsere beiden Hörerfragen nehmen. Wir haben einmal von Werner eine Mail.
- 17:29Der schreibt, er hört mit großem Interesse uns zu und hat einen Vorschlag.
- 17:34Er hätte eine kleine Sammlung von Artikeln, die von einem starken Crash der
- 17:37KI-Aktien und anderer überteuerten Sektionen an der Börse waren.
- 17:42Und er wird gerne mal das Thema bei uns im Podcast hören und sehen und eine Einschätzung dazu.
- 17:47Ja, ich glaube, es war sogar ein Vorschlag von Werner, dass wir das mal als
- 17:52Thema machen, als ganzes Thema. Naja, haben wir jetzt nicht gemacht,
- 17:55aber ich glaube, wir können das eigentlich relativ kurz machen.
- 17:59Mögliche Crash-Szenarien gibt es, ja, selbstverständlich, auch relativ kurzfristig.
- 18:04Es kommen ja jetzt die wackeligen Börsenmonate, August, September,
- 18:09da kann durchaus was passieren.
- 18:11Jetzt machen wir ungünstigsterweise auch im August noch eine Sommerpause, kommen wir gleich zu.
- 18:17Aber ja, tatsächlich, da kann durchaus was passieren. Und im Bereich KI,
- 18:23beziehungsweise auch bei den Chips, ist es ja schon passiert oder wir sind mittendrin.
- 18:27Aber das ist völlig normal, wenn die Kurse so stark steigen,
- 18:31müssen sie auch auf der anderen Seite der Fahnenstange wieder runtergehen.
- 18:34Ich vergleiche das manchmal mit einem, ich weiß nicht, Etienne,
- 18:37ob du mal schon so ein XXL All-You-Can-Eat-Buffet genossen hast. Hast du das schon mal?
- 18:44Ja, ist lange her, aber ich fand es nicht geil. Geil. Okay, jetzt stell dir
- 18:48mal vor, bei so einem XXL All-You-Can-Eat-System,
- 18:52frisst du dich so in kurzester Zeit, in was weiß ich, in zehn Minuten so voll.
- 18:59Alles was geht, so und was passiert dann?
- 19:03Die Folge kommt dann irgendwann, dein Magen rebelliert, völlig klar und das
- 19:08ist da nicht anders bei diesen Aktien, die haben sich so voll gefressen,
- 19:11auch Aktien können sich voll fressen, also gerade die Chip-Aktien,
- 19:15die haben sich ja vervielfacht innerhalb von wenigen Monaten,
- 19:19Da gab es ja auch teilweise,
- 19:22Sandisk zum Beispiel ist so ein Speicherhersteller, der sich vertausendfacht
- 19:28hat seit letztem Jahr oder was. Ich meine, ist doch klar.
- 19:33Dass da irgendwas, dass der Magen von diesen Aktien rebelliert und dass die
- 19:38dann nach unten gehen, ist völlig normal.
- 19:39Also sowas passiert, darüber braucht ihr euch keine Sorge machen,
- 19:42zumal, und jetzt kommen wir vielleicht doch noch zur SAP und so,
- 19:45zumal es bis jetzt ja nur eine Rotation ist.
- 19:48Also diese Aktien, die verlieren kräftig, dafür werden andere gekauft,
- 19:52zum Beispiel die Aktien, die ja bisher als Verlierer der KI galten,
- 19:56nämlich die Aktien der Softwarefirmen.
- 20:01Die werden jetzt plötzlich, also nicht gigantisch, aber gerade bei SAP sieht
- 20:05man dann schon einen kleinen Turnaround im Moment.
- 20:08Stand jetzt, natürlich kann sich das alles wieder ändern. Das heißt,
- 20:11da werden jetzt andere Aktien gekauft, die zuletzt zurückgeblieben sind.
- 20:14Und solange das eine Rotation ist, solange kein tatsächlich Geld abfließt aus den Märkten, was,
- 20:22dann passieren würde, wenn tatsächlich hier Not am Mann ist und wenn hier eine
- 20:26Kreditkrise wieder aufploppt, dann wird tatsächlich Geld rausgezogen aus den Aktienmärkten.
- 20:31So weit sind wir noch nicht, es wird nur Geld umgeschichtet.
- 20:33Ja, das ist total spannend. Genau, diese Umschichtung, die kann man sich immer wieder angucken.
- 20:37SpaceX ist auch ja noch so ein Beispiel, wo es massiv nach oben ging und jetzt
- 20:40auf einmal alles wieder nach unten auch interessant, vielleicht auch mal eine Folge wert.
- 20:44Ganz fix noch unsere Mail von Dani, die uns geschrieben hat,
- 20:47auch zum Thema Crash. Sie hätte sich mal, das finde ich total cool,
- 20:50dass sie das gemacht hat, die institutionellen Angebote für eine Short-Strategie,
- 20:54auf den Stocks Europe 600 Banks angesehen.
- 20:58Und siehe da sagt sie, es sind sehr wenige Angebote und dann versucht sie ein
- 21:01bisschen zu analysieren. Jetzt wollen Banken mit ihren Produkten logischerweise Geld verdienen.
- 21:05Scheuen Sie hier dem Anleger was anzubieten, weil Sie wissen,
- 21:08So übersetze ich das jetzt mal, dass wir vor einer.
- 21:11Erneuten Finanzkrise stehen, viel näher dran sind, als es das im Moment vermuten lässt.
- 21:16Interessante Vermutung, liebe Dani, aber ich habe diese Vermutung nicht.
- 21:21Warum nicht? Weil, du schreibst ja ganz richtig, die Banken wollen logischerweise
- 21:25mit ihren Produkten Geld verdienen und das wollen sie.
- 21:28Und die Banken richten sich danach, was gefragt ist. Und die meisten Menschen,
- 21:33das ist nun mal so, setzen lieber auf steigende als auf fallende Kurse.
- 21:38Folglich, und das ist für mich die ganz einfache Erklärung, folglich werden
- 21:41auch viel mehr Produkte auf steigende Kurse angeboten als auf fallende,
- 21:45weil es da einfach mehr Nachfrage gibt, mehr Interesse.
- 21:48Das mag sich ändern in Zeiten wie zur Finanzkrise, dann wird auch da die Nachfrage
- 21:53schnell steigen, auch dann kommen aber auch zusätzlich gleich wieder neue Angebote,
- 21:58in diese Richtung in Umlauf. Also da warten wir mal ab.
- 22:01Im Moment ist das noch ein gutes Zeichen, dass sich eben das Interesse an solchen
- 22:06Short-Strategien noch nicht so stark vergrößert. Das wird sich dann vergrößern.
- 22:13Leider meistens erst dann, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist.
- 22:17Das heißt, wenn die Kurse schon eingegacht sind. Ja, auch der Indikator dann
- 22:19wieder. Aber dann wäre es im Zweifel schon zu spät.
- 22:22Vielen Dank an euch beide, dass ihr geschrieben habt. Wir freuen uns sehr darüber.
- 22:25Schreibt uns gerne weiter. Berichter und bellet.ntv.de oder gmail.com.
- 22:28Das sind unsere E-Mails.
- 22:29So, Ramon, und dann machen wir für heute einen Sack zu. Und auch erstmal für
- 22:32die nächsten vier Wochen, weil wir sind jetzt erstmal in der Sommerpause. So ist es.
- 22:35Anfang September werden wir in der ersten Septemberwoche wieder erscheinen mit unserem Podcast.
- 22:42Habt einen schönen August, macht's gut.
- 22:45Bis dahin, liked uns, abonniert uns, was auch immer.
- 22:48Schreibt uns natürlich, den hat die E-Mail-Adresse genannt. Ciao,
- 22:52ciao, bis Anfang September.
- 22:54Und dann schauen wir mal, ob wir dann vielleicht schon einen kleinen Crash oder
- 22:56einen kleinen Rücksetzer hinter uns haben, Rheinland. Ich bin gespannt.
- 22:59Deine Prognose steht ja noch, ne?
- 23:01Ja, ich schließe es nicht aus. Es kann durchaus sein. Es wird auf jeden Fall
- 23:04spannend während unserer Pause.
- 23:05Und wir werden die Märkte nicht aus den Augen lassen, ich zumindest nicht.
- 23:08Ja, sehr gut. Ich freue mich. Bis dann.