Latest / Die Abschweifung / Die Abschweifung 62 Wer ich bin – Die Geschichte hinter LautFunk
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- 0:31Hallihallo und herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe der Abschweifung,
- 0:38da wo ich hin und wieder gelegentlich eigentlich fast nie vom Thema abschweife.
- 0:44Ja, ich bin Sascha Markmann und sag Hallo.
- 0:50Ich dachte mir, reden wir mal über mich.
- 0:57Ich weiß, normalerweise bespreche ich hier Themen, die mich irgendwie interessieren oder
- 1:06Ereignisse, die irgendwie passiert sind und Sachen, die mich beschäftigen. Mal ist es gesellschaftlich,
- 1:16mal ist es privat und persönlich, aber dieses Mal tauchen wir mal wirklich ganz tief ein ins Private.
- 1:24Wer ist eigentlich Sascha Markmann und warum mache ich das hier, was ich mache?
- 1:30Also zu mir. Ich bin 1977 geboren, also dementsprechend gehe ich ganz steil auf die 50 zu.
- 1:43Und im Gegensatz zu den Alter, wo alle Bammel vorhaben, vor die 30, ist es bei mir so, ja
- 1:55ich mache mir halt Gedanken, wo stehe ich, was bin ich, was mache ich, was ist aus mir
- 2:01geworden, was konnte ich von meinen Wünschen und Vorstellungen, wie ich mir meine Zukunft
- 2:06vorstelle, verwirklichen.
- 2:08Ja, nachdem ich so die typische Laufbahn durchlaufen habe, Kindergarten, Schule, bin ich irgendwann mal
- 2:22angefangen und habe eine stinknormale Ausbildung gemacht als Elektroinstallateur, die ich Gott
- 2:33Zeitung verkürzen konnte und so nach zweieinhalb Jahren fertiger Geselle war. Ich hatte mich dann
- 2:46schon fürs Mathematik- und Informatikstudium hier in Dortmund eingetragen, bin auch angenommen worden
- 2:56und habe dann sofort angefangen zu studieren.
- 2:59Ich habe in meinen Semesterferien bei meinen alten Ausbildern gearbeitet.
- 3:07Das war eine riesige Elektrofirma, die für Schaltschränke, für Kraftwerke, für große Firmen gebaut hat.
- 3:17Und ansonsten habe ich bei einem kleinen Elektrofachhändler gearbeitet.
- 3:24Hier so Waschmaschinen, Fernseher reparieren und solche Sachen.
- 3:29Da ich Funkamateur war oder bin und mich immer schon für Elektronik interessiert habe und den Elektriker in der Tasche habe,
- 3:41war das kein Problem gewesen, elektrische Geräte zu reparieren.
- 3:47Und damit habe ich mir mein Studium finanziert.
- 3:51Das einzig dumme, was mir passiert ist, die Bundeswehr meldete sich und ich hatte mich einmal
- 3:59freistellen lassen und beim zweiten Mal fand es da schon gar nicht gut. Ich wurde gemustert. Ich
- 4:06bin zwar T7 gemustert, das heißt Befreiung von der Grundausbildung, aber jemand der Funkamateur
- 4:14ist, Elektriker und noch Schreibmaschine schreiben kann. So einen brauchten sie und so einen wollten
- 4:24sie. Ja, ich musste verweigern. Ich habe mich entschlossen gehabt, weil ich das von Kollegen
- 4:32erkannte, dass sie beim DRK oder im Katastrophenschutz sogenannte Freistellungsplätze anbieten. Und das
- 4:48habe ich gemacht. Ich habe mich da vorgestellt und bin ganz schnell genommen worden. Und so habe ich
- 4:56halt neben dem Studium, neben der Arbeit, viele Wochenenddienste und auch in der Woche noch abends
- 5:05auf irgendwelchen Veranstaltungen, Pflasterchen geklebt, Blutdruck gemessen, an jeder Menge
- 5:13Übungen teilgenommen und noch ein paar andere Sachen. Und da habe ich gemerkt, dass mir das
- 5:20Arbeiten mit Menschen echt viel Spaß macht. Ich war dann irgendwann mal fertig gewesen mit dem
- 5:28Studium und hatte dann noch ein paar Jahre Zeit beim DRK, weil man muss sich für sieben Jahre
- 5:36verpflichten damals, damit das halt mit der Siebeldienstzeit angerechnet wird, und habe
- 5:45angefangen, in Dortmund bei der Stadt zu arbeiten, in der EDV-Abteilung, hab dort Server gewartet.
- 5:59Und damals ging das mit der Digitalisierung so gerade irgendwie los, aber die Infrastruktur
- 6:08aufgebaut und solche Sachen. Und ich merkte echt, das macht dir keinen Bock. Du hast keinen Bock,
- 6:16da irgendwie die ganze Zeit lang stupide Sachen zu machen. Und zu dem Zeitpunkt ging auch irgendwie
- 6:24der neue Markt gerade flöten und das war so das erste Mal, dass so die ganze Tech-Blase geplatzt
- 6:31ist hier in Deutschland. Dann habe ich mich umorientiert und mich besonders darauf,
- 6:37sag mal beim DRK, das macht ja auch echt Spaß. Also bin ich halt zum DRK und habe da mal rumgeguckt.
- 6:44Ich meine, ich war ja sowieso schon da und habe den Notarzt durch die Gegend gefahren und war
- 6:50auch auf dem Krankenwagen, hatte in der Zwischenzeit meinen Rettungssanitäter gemacht.
- 6:55Ja, und dann kam, dass sie halt in der Alpenpflege was gesucht haben. Da habe ich dann 14 Tage Urlaub
- 7:05genommen gehabt und habe dann dort halt ein Probepraktikum gemacht, wo sie mich dann sofort
- 7:10richtig reingeschmissen haben. Also Tür auf, Sascha rein, Tür zu. Natürlich gab es dann ein
- 7:19paar Sachen, wo ich mich überwinden musste, aber es hat mir echt Spaß gemacht, weil diese
- 7:25Dankbarkeit. Natürlich gibt es auch Menschen, die im Alter sehr schwierig sind. Aber das hat im
- 7:33Großen und Ganzen hat mir das echt ein gutes Gefühl gegeben. Da habe ich mir gedacht, weißt du was,
- 7:37du machst jetzt deinen Altenpfleger. Dann habe ich halt mit knapp 30, kurz vor 30,
- 7:45meinen Altenpfleger gemacht. Habe dann auch das Examen geschafft. Habe dann halt in verschiedenen
- 7:54Häusern gearbeitet, auch in meinem Wohnort. Ich meine, ich wohne ja bei Dortmund oder habe damals bei
- 8:00Dortmund gewohnt. Ich habe dann auch in den gleichen alten Heim gearbeitet, wo auch meine Großmutter
- 8:07lag, so dass ich sie öfters besuchen konnte und habe das halt gemacht. Na ja, dann zu meinem
- 8:17knapp 40. Geburtstag, also 39. quasi, schenkte mir mein Körper eine Schuppenflechte. Fand ich
- 8:26jetzt echt semi-optimal, weil ich bis dahin, außer dass ich ein großer, kräftiger Kerl war,
- 8:34leicht übergewichtig. Leicht. Ich meine bei 1,85 Meter, je nachdem wann man morgens oder abends
- 8:45Und 120 Kilo ist man übergewichtig, aber jetzt nicht in einem Bereich, wo man sagen würde,
- 8:51das ist gefährlich. Ich bin trainieren gewesen, vor allen Dingen Rücken, Muskulatur, Beine,
- 9:00dass ich halt genügend Kraft habe für die pflegerischen Tätigkeiten. Auf jeden Fall
- 9:09komme mal zurück. Ich habe eine Schuppenflechte bekommen und dann schickte mich mein Hausarzt zum
- 9:17Hautarzt und der sagte "Dein Blutdruckmedikament, das du bekommst, das ist kontraproduktiv, das
- 9:26verstärkt die Schuppenflechte. Du solltest mit deinem Hausarzt darüber reden, dass das geändert
- 9:33wird. Gut, gesagt getan. Ich zu meinem Hausarzt hin und der so "ja, weglassen können wir das nicht,
- 9:42du weißt ja, familienbedingte Neigung zu Herzinfarkt, Schlaganfall und so weiter,
- 9:49familienbedingter Bluthochdruck, da müssen wir was machen. Weißt du was, du hast heute die letzte
- 10:02genommen, am Freitag lässt sie weg, am Montag auch, am Samstag auch und am Sonntag fängt sie mit der
- 10:09Neuernahme an. Das habe ich gemacht und am Samstagmorgen um 7 Uhr stehe ich auf, gehe auf Toilette und merke
- 10:18schon, dass irgendwie gefühlsmäßig alles ganz komisch ist. Und ja, dann bin ich auf Toilette gegangen,
- 10:26Dann mache ich da so mein kleines Geschäft und Katzen haben manchmal die Angewohnheit,
- 10:35dass sie halt so mal neben die Hose krabbeln, wenn man da so sitzt. Ja, ich sagte dann halt
- 10:43zum Fuchsi "Du verpiss dich, ich möchte jetzt gerne aufstehen" und das hörte sich schon recht
- 10:50merkwürdig an. Dann bin ich aufgestanden und merkte, dass sich das noch alles komischer anfühlt. Dann bin
- 10:57ich zurück, bin beinahe auf Fuxi draufgetreten, hab dann nochmal laut geflucht, das hörte sich
- 11:05schon echt verwaschen an. Hab mich dann auf die Beckkante gesetzt, hab meine letzte Zigarette
- 11:11irgendwann angemacht, habe meine Ex geweckt, habe zu ihr gesagt gehabt "Du, wir können ins Krankenhaus
- 11:20fahren, ich glaube ich habe gerade einen Schlaganfall" und das hat sie schon kaum verstanden. Ja, dann hat
- 11:25sie mir geholfen, mich schnell in Jogginganzug und T-Shirt zu packen. Dann sind wir noch mit
- 11:31Unterstützung von ihr die Treppe runter, ab zum Auto, dann sind wir die paar Kilometer zum Krankenhaus
- 11:38Ich hatte vorher noch Aspirin genommen, weil das verdünnt das Blut, und haben dann dort mich vorstellig gemacht.
- 11:54Dann ging das ganz schnell. Also ab in eine Röhre, Intensivstation, Transport in die nächste Stroke Unit.
- 12:04Das ist so eine quasi so eine Zwischenintensivstation für Menschen mit gerade einem Herzinfarkt oder auch einem Schlaganfall.
- 12:13Dort bekommt man eine Lüse.
- 12:15Da bekommt man starke blutverdünnende Medikamente, die halt die Grinsel auflösen sollen, damit halt nichts abstirbt.
- 12:24Weder am Herzmuskel noch halt an der Lunge, dann wäre es eine Lungenembolie.
- 12:29Oder halt im Gehirn.
- 12:33Ja, ich war halt innerhalb des Zeitfensters und dann ging das alles ganz gut.
- 12:37Dann habe ich fünf Wochen auf der Neurologie gelegen in Recklinghausen,
- 12:43wo ich alles neu lernen musste. Ich musste sprechen neu lernen, ich musste sitzen, stehen, laufen,
- 12:51essen, schlucken, alles neu lernen, weil das ging alles nicht mehr.
- 12:58Und danach war ich dann noch drei Monate auf einer Reha, wo ich weiter aufgepäppelt wurde.
- 13:08Der Vorteil war gewesen, wie ich diese fünf Wochen auf der Neurologie war.
- 13:12Ich habe jeden Wochentag Physio gehabt, Logopädie, und das hat mir echt den Arsch gerettet.
- 13:21Das hat mir wirklich den Arsch gerettet.
- 13:24Ich wäre heute nicht so weit, wenn ich das nicht gehabt hätte.
- 13:27Ja, danach Krankengeld bekommen. Irgendwann mal hört das Krankengeld auf, dann kann man Hartz IV anmelden
- 13:43und in der Zwischenzeit rennt man ja weiter zu Ärzten hin und dann hat man so einen Haufen Papier
- 13:50und das bringt man dann ja auch mal dahin und dann gibt es eine amtsärztliche Untersuchung und die
- 13:56sagen dann zu dir, ja, mach man, das mit den Arbeiten wird nichts mehr. Weder in den einen
- 14:04Job noch in den anderen Job. Ja, da musst du erst mal durchatmen. Ich meine, dieser finanzielle
- 14:13Abstieg, den du so durchmachst, vor Festanstellung, Nebenjob, hier und da mal nochmal ein bisschen
- 14:25ausgeholfen und dann krankengeld, Hartz 4, da schluckst du. Da bist du auf einem Level,
- 14:36wo du echt Existenzängste bekommst. Naja, Shopcenter sagt Rente. Gut, dann machst du
- 14:47dann das ganze Prozedere durch und dann kriegst du halt deine Rente auf Zeit,
- 14:51Erwerbsminderungsrente auf Zeit. Das ist alles immer so ein Lackenschläger. In der Zwischenzeit
- 15:01hat man dann ja auch einen schwerbehinderten Ausweis, dann kommt er zurück. Dann hast du
- 15:08ein G drin, dass du halt erheblich gehbehindert bist. Dann hast du 100% unbefristet, dann weißt
- 15:18ganz genau. Das ist heutzutage so schwer zu kriegen. Das ist schon übel. Naja, und dann die
- 15:29die Rente ist, nachdem ich dann auch einmal von der Rentenkasse zum Arzt geschickt wurde,
- 15:36auch durchgegangen. Dann sagt das Jobcenter, ja gut, wir sind nicht mehr zuständig,
- 15:45du musst jetzt Sozialhilfe anmelden. Dann
- 15:52gehst du dann da hin und bis dann die
- 15:56Rentenzahlung alles läuft oder so, bist
- 15:59du dann auf so eine Scheiße angewiesen.
- 16:02Jetzt ist das ja Gott sei Dank so, dass
- 16:07Ausbildungen, Arbeitszeiten, die
- 16:10Zeit beim DRK, die Auslands-Einsätze beim
- 16:10DRK, ich war im Kosovo gewesen, ich war in
- 16:18anderen Krisengebieten auf der Welt, dass
- 16:21das alles angerechnet wird und mir
- 16:24heute eine Erwerbsminderungsrente
- 16:28beschert, mit der ich gut leben kann. Sie
- 16:34ist nicht üppig, nein, aber sie bringt
- 16:36mir ein Auskommen und ich bin nicht auf
- 16:36irgendwelche Transferleistungen angewiesen, was halt schön ist. Der Weg dorthin ist hart,
- 16:44man muss halt sich eingestehen, dass man kaputt ist. Und dann sind wir an dem Punkt,
- 16:50wo ich mir gedacht habe, was machst du denn jetzt? 2016 war der Schlaganfall,
- 16:56Bis das so alles durch war, hatten wir 2017. In der Zwischenzeit hatte sich meine Ex-Freundin
- 17:07von mir getrennt. Ich glaube auch einfach, weil sie mit den ganzen Veränderungen und auch mit
- 17:14meiner extrem schweren depressiven Phase nicht zurechtgekommen ist. Ich habe in dem Zeitraum
- 17:21mich regelrecht fett gefressen. Ich habe zum Schluss 250 Kilo gewogen und bin jetzt an einem
- 17:35Gewicht von 170 Kilo. Ich habe noch wirklich viel vor mir, aber das ist halt… Ich war so unzufrieden,
- 17:45Ich war so ein Workaholic, ich habe nur für die Arbeit gelebt.
- 17:49Ich hatte eine Wohnung gehabt, die hat 200 Euro kalt gekostet, die ich nie gesehen habe außer zum Schlafen.
- 17:59Und wenn irgendwelche Aktivitäten waren, Festivitäten in Castro Brauxe, dann habe ich beim DRK geschlafen.
- 18:08Also ich habe in einem super Viertel gewohnt. Ich hatte nur Richter ade, Oberstaatsanwälte ade,
- 18:16Doktor Professor und was war es noch gewesen? Polizisten, also hier Oberkommissar und so ade.
- 18:28Also da war… das war eine gute Wohngegend. Aber halt, ein Dachgeschosswohnung,
- 18:35also unterm Dach direkt. Super alter Bau und halt super billig, aber wunderschön geschnitten und
- 18:43super tolle Aufteilung mit toller Fassade, dann diese alten Türen, diese hohen. Die Decken waren
- 18:51zwar abgehangen, dadurch dass die Räume einfach von den Heizkosten angenehmer waren, aber ich
- 18:57habe meine Wohnung so gut wie nie gesehen und habe eigentlich auch nur in der Küche und im
- 19:02Schlafzimmer gelebt und hatte das Wohnzimmer als repräsentativen Raum. Der war immer aufgeräumt,
- 19:08immer sauber. Das einzige, was ich da immer gemacht habe, war Wäsche getrocknet. Ja,
- 19:13wie ging es dann weiter? 2018 ist ganz überraschend, mein Vater verstorben, der halt
- 19:22mir ein großer Halt war zu der Zeit, weil der ziemlich viel dann für mich getan hat. Und ich
- 19:31Ich weiß noch das letzte Gespräch mit ihm, der sagte, ihm geht's nicht gut und dann
- 19:37rief es an, wenn irgendwas ist, melde dich oder ruf Krankenwagen, RTW.
- 19:43Ja, dann habe ich zwei Tage nichts von ihm gehört und dann habe ich bei der Polizei angerufen
- 19:49und hab mal gefragt gehabt, ob die mal nicht mal vorbeigucken können.
- 19:53Und dann war er tot.
- 19:55Spätestens wo ich gesehen habe, wie der
- 20:01betröppelte Polizist die Treppe hochgekommen ist,
- 20:05wusste ich, was Sache war. Das war auch so ein
- 20:08Schlag in der Fresse. Ich habe dann halt
- 20:11meine Mutter angerufen, meine Schwester,
- 20:13habe den Bescheid gesagt. Die waren
- 20:16natürlich auch alle schockiert. Und auch wenn
- 20:18man vorher eine längere Zeit lang wenig
- 20:20Kontakt hatte, aus Gründen, warum auch
- 20:22immer,
- 20:23war man dann sofort füreinander da.
- 20:26Ich war zu dem Zeitpunkt immer noch pflegebedürftig und brauchte Unterstützung ohne Ende.
- 20:31Ja, jetzt war das so gewesen, ich hatte Langeweile.
- 20:38Ich hatte so viel Langeweile.
- 20:42Natürlich jetzt nicht, wo mein Vater tot war und das alles zu organisieren war,
- 20:46aber ich hatte davor Langeweile, ich hatte danach Langeweile.
- 20:50Ich habe dann noch mal angefangen zu studieren.
- 20:56Ich habe eine Vereinbarung getroffen gehabt mit der Uni in Bochum und konnte so halt nur die nötigsten Termine vor Ort machen und habe das meiste halt zu Hause gemacht.
- 21:15Ja, und habe da halt Religionswissenschaften, Philosophie und Ethik, später auch noch Psychologie studiert, habe da meine Abschlüsse gemacht.
- 21:29Was mich total wundert.
- 21:31Aber dennoch, ich hatte der Welt etwas mitzuteilen und habe dann, das war sogar ein paar Tage bevor mein Vater gestorben war,
- 21:40das Lautfunk Publikationskartell gegründet, die Webseite, da wo der Podcast läuft und meine Blogartikel.
- 21:50Und habe dann den ersten Artikel geschrieben gehabt, dass mein Held gestorben sei.
- 21:59Damit war ja mein Vater gemeint.
- 22:02und hatte dann auch auf YouTube, damals habe ich noch YouTube gemacht, ein Video geteilt gehabt,
- 22:09wo ich unter Tränen berichtet habe, wie das war, dass mein Vater gestorben ist.
- 22:15Ich habe schon immer sehr viel von mir, von meiner Gefühlswelt auch halt in den Content,
- 22:27den ich gemacht habe, hineingetragen und habe neben meinen gesellschaftskritischen Beiträgen
- 22:35ja auch persönliche Sachen immer wieder mal gepostet, so wie jetzt hier die Geschichte.
- 22:39Und so hat sich das Lautfunk-Ding halt entwickelt. Ich habe irgendwann mal angefangen,
- 22:47die ganzen Videos offline zu nehmen.
- 22:52Das waren wirklich sehr viele.
- 22:55Ich habe manchmal in der Woche zwei Stück gemacht.
- 22:58Ich meine heutzutage mit dem Handy,
- 23:01wenn er auf dem Parkplatz ist und du wartest, kannst du mal kurz was aufnehmen
- 23:05und habe halt immer wieder meine Gedanken
- 23:08Meinung halt ins Netz getragen.
- 23:12Und das waren locker 500 Stunden Videos.
- 23:16die ich da offline genommen habe. Ich hatte schon mal die Monetarisierung für YouTube,
- 23:24was ich danach dann auch erledigt hatte. Das war nie etwas gewesen, worauf ich Wert gelegt habe.
- 23:32Ich hatte die ja noch gar nicht richtig aktiviert, also ich hätte sie kriegen können.
- 23:37Ja, ich habe halt gemerkt gehabt, dass mancher Content einfach nicht der richtige ist.
- 23:49Vor dem Lautfunk hatte ich halt auch schon mal einen, das war der Atombiotop und der
- 23:58Fellmensch-Blog, wo ich halt auch einmal gesellschaftskritische Sachen gemacht habe und
- 24:07auf dem Fellmensch-Blog halt private Sachen. Manchmal waren die Themen auch halt überlagernd.
- 24:14Das waren aber alles Sachen gewesen, die ich halt gemacht habe, wie ich halt noch erwerbstätig war,
- 24:21ein wertvolles Mitglied der Gesellschaft und so viel, was man mir von der Gesellschaft
- 24:30gegeben hatte, auch zurückgegeben habe. In der Altenpflege oder halt auch im Katastrophenschutz
- 24:36beim DRK. Ich weiß noch die tollen Veranstaltungen im Sanitäter auf der Mayday, beim Radrennen in
- 24:48Dortmund oder auch in Kastrop. VW Forum, jedes Jahr hammergeile Sache. Die ganzen Übungen im Rahmen
- 25:01des Katastrophenschutzes, die Vorbereitung für die Auslandseinsätze. Das war so viel Tolles und
- 25:07so viel, wie ich auch zurückgeben konnte, weil mir hat man das ermöglicht, eine gute
- 25:14Schulausbildung zu machen, obwohl ich
- 25:18Lehrgastronomiker bin und da meine
- 25:22Probleme habe mit Lesen und Schreiben,
- 25:25mich da dermaßen zu unterstützen, dass
- 25:27ich halt Abitur machen konnte und halt
- 25:29studieren, dass ich halt eine
- 25:31Berufsausbildung machen konnte, die halt
- 25:34mein Studium finanziert hat,
- 25:37später halt aus lauter Langeweile noch
- 25:39weiter studieren konnte, dass ich halt das
- 25:41Bedürfnis hatte, irgendwie da noch
- 25:41weiter was zurückzugeben, außer halt mal ein bisschen meine Meinung in die Kamera zu labern,
- 25:47dass ich dann halt das Projekt mit dem Podcast und dem Blog dann halt gestartet habe. Und das war
- 25:59schon wirklich eine krasse Reise, eine krasse Veränderung und ich bin noch weit davon entfernt,
- 26:07dass ich sagen kann, ich bin auf dem Level, wo ich sein will.
- 26:09Ich hatte schon mal irgendwo geschrieben in den Kommentaren,
- 26:12dass ich stellenweise eine halbseitige Gesichtslähmung habe
- 26:15und dass ich dann halt
- 26:16verwaschen spreche oder auch,
- 26:20das hört sich dann fast an wie Lispeln.
- 26:22Das hat man manchmal bei den Rektal-Digital-Aufnahmen.
- 26:26Und in der Produktionsumgebung
- 26:29ist das halt auch noch etwas,
- 26:33was halt verstärkt zum Klingen kommt,
- 26:35weil mit Kompressoren und Audiobearbeitung. Ja, warum kann ich dieses ganze Audiozeug so gut?
- 26:42Naja, ich war auf einer freien Waldorfschule. Ich kann meinen Namen tanzen. Unter anderem
- 26:50haben wir da auch Instrumente gehabt. Ich kann Querflöte spielen, ich kann eine,
- 26:53wie heißt die große Flöte jetzt? Jetzt kommt meine Wortfindungsstörung zum Spüren. Tenor
- 27:00Blockflöte spielen. Das ist eine Blockflöte, die ungefähr zweieinhalb mal so groß ist wie eine
- 27:07normale. Ich kann Shallow spielen. Wenn du Querflöte spielen kannst, das sind die gleichen
- 27:13Griffweisen wie beim Saxophon, Oboe oder auch Klarinette. Ja, könnte ich alles spielen, wenn
- 27:23ich dieses Plättchen da im Mund ertragen könnte. Diese Instrumente haben halt ein Bambusplättchen,
- 27:33was man nass machen muss und hat dann im Mund und dann entsteht dieser leicht vibrierende Ton. Kann
- 27:40ich nicht haben, weil da kriege ich jetzt schon Gänsehaut, wenn ich daran denke, dass ich das im
- 27:46Mund habe. Das gleiche ist bei der Oboe, wobei das alles ein bisschen kleiner ist und das ist
- 27:52wie so ein Strohhalm, wo man da reinposten muss. Ich habe auf jeden Fall da Musik zu schätzen gelernt
- 27:58und ich habe halt angefangen elektronische Musik zu machen, weil die klassische Musik ist gut und
- 28:06schön, aber ich fand irgendwie Vierviertelbeat und Four to the Floor ums, ums, ums irgendwie geiler
- 28:14und habe mich damit beschäftigt und da ich ja schon damals ein Computernerd war, der mit
- 28:2212 seinen C64 umgebaut hat und mit 14 seinen ersten richtigen PC hatte. Ja,
- 28:31dann das Ding ist gewachsen. Ich bin daran gewachsen, Soundkarten, immer irgendwie was
- 28:40gemacht. Habe ich mich dann irgendwann mal mit Musik machen beschäftigt und habe meine Keyboard
- 28:47und das Erweiterungsgerät, den Expander, mit dem Computer verbunden und konnte dann halt ihre
- 28:54Klamotten machen. Und dann ist das halt weitergewachsen, so dass ich halt im Bahnhof Langdreher
- 29:03später sogar Live-Auftritte hatte als Live-Act. Ich hatte mehrere Artikel in verschiedene Musikzeitungen.
- 29:12Zeitungen. Ich habe Musik veröffentlicht in den Sequencer, also in den Synthesizer Magazin,
- 29:22so heißt das Synthesizer, und das Forum dazu heißt Sequencer Forum, veröffentlicht. Dort
- 29:29war ich auf den ersten paar CDs mit drauf, die es halt vom Magazin gab. Hab später halt unter
- 29:36Raumwelle halt auf Spotify und überall, wo man Musik hören kann, Veröffentlichungen gemacht.
- 29:44Meistens halt sehr experimentelle Sachen, weil die Sachen von damals waren halt sehr
- 29:50Techno-id, muss man sagen. Später hat sich mein Sound verlagert gehabt von so einem richtigen,
- 29:59stampfenden Techno zu Trance und dann zu Progressive und Trance und Ambient und Psytrance,
- 30:07was ich heute immer noch total geil finde. Ja, und deswegen kann ich Audiobearbeitung und weiß,
- 30:16wie man mit Mikrofon und Kompressor und Equalizer und wie man, was das alles so ist,
- 30:20umzugehen hat und kann mit einer DRW umgehen und habe das halt weiter genutzt. Ich meine,
- 30:30ich hatte Mikrofon da, ich hatte halt alles da und habe mir gedacht, na gut, dann machst du einen
- 30:34Podcast. Und einen Server einzurichten und die nötige Software auf den Server draufzupacken,
- 30:40damit das halt im Internet verfügbar ist, ja, das hast du mal gelernt. Und das hast du ja auch mal
- 30:46beruflich gemacht. Da hat sich so viel nicht verändert. Linux bleibt Linux. Die Befehle sind
- 30:50die gleichen. Ja, und so habe ich das gemacht. Der Unterschied war nur, damals konnte ich das
- 30:59halt ohne Probleme alles finanzieren. Heute ist das so, ja, ich kann es finanzieren, aber es ist
- 31:06schwierig. Und so gibt es halt die Möglichkeit der direkten Unterstützung, dass man über PayPal
- 31:15Geld sendet. Das geht auf ein spezielles Konto, wo halt die Abbuchungen sind für die Serverkosten,
- 31:27für das Content Delivery Network, weil die Seite hat zwei Stück, einmal für Bilder, einmal für die
- 31:34Audiodateien und hin und wieder muss man ja auch mal Softwarelizenzen kaufen oder erneuern. Oder
- 31:42Man kann auch, die andere Form ist halt über Affiliate Links, dass man auf den Partnerseiten
- 31:51etwas kauft mit dem Link, den ich da bereitstelle und das kostet ein nichts, weil die Sachen sind
- 32:01dann genauso teuer wie vorher, nur ich bekomme eine kleine Provision, was dann auch halt alles
- 32:07auf dieses besagte Konto geht, um halt die Dienstleistung zu bezahlen. Das sind die Domäne,
- 32:16das ist der Server, das sind die Content Delivery Networks und halt abzumangelnde Software-Lizenz.
- 32:22Ja, wie gesagt, es ist eine Zeitbeschäftigung, weil wenn ich nichts machen würde, würde ich
- 32:33verrückt werden. Ich bin ein totaler Kopfmensch. Früher habe ich entweder mit meinem Kopf gearbeitet,
- 32:40ich sagte ja, ich habe ja Mathematik und Informatik studiert, da habe ich nur mit dem Kopf
- 32:46gearbeitet. Ich habe dann später körperlich gearbeitet in der Pflege, musste aber auch
- 32:56empathisch sein. Davor habe ich als Elektroinstallateur riesige Kupferplatten bewegt für die Schaltschränker.
- 33:04Das war körperlich und Kopfarbeit, weil du immer halt aufpassen musst, was du machst. Vor allen
- 33:10Dingen, wenn du da die Sachen verschaltest, die Komponenten miteinander verdrehtest, die Beschaltung
- 33:18machst, da musst du immer hellwach sein und on point. Ja, ich habe immer etwas gemacht gehabt,
- 33:26was mich fordert und dann sitzt du da und hast sehr viel Freizeit und dann hast du angefangen
- 33:32halt das zu machen, was du am besten kannst. Und das ist denken, reden und das ganze Kreative drum
- 33:45Ja, jetzt wisst ihr, wer ich bin. Ich bin ein Mann mittleren Alters, bin schwerbehindert,
- 33:59bekomme eine Rente und versuche mit dem, was ich hier mache, Menschen zum Denken anzureden.
- 34:11Ich hoffe, das gelingt mir und ich kann mit meinen Blogbeiträgen, mit meinem Podcast den Menschen
- 34:21und der Gesellschaft etwas zurückgeben, weil mir man so viel gegeben hat.
- 34:28Ja, vielleicht werde ich die Tage noch eine Folge aufnehmen,
- 34:34ein Augen, ne, kein Augenupdate, ein Beinupdate, damit man Bescheid weiß, wie es mein Beinchen geht,
- 34:44die ja ein ewiger Quell von Wasser sind. Naja, Wasser ist es nicht, es ist Lymphflüssigkeit,
- 34:53aber die meisten Leute sagen ja Wasser in der Beine. Jo, dann sage ich mal Dankeschön,
- 35:01dass ihr bis hierhin da wart und ich freue mich wenn ihr das nächste mal dabei seid.
- 35:07Vielleicht habt ihr ja Bock zu kommentieren, zu liken und so weiter und vielleicht auch
- 35:12hier und da einen von den Affiliate Links probieren.
- 35:17Ja, das würde nämlich diesem Projekt wirklich helfen.
- 35:21Gut, mein Gott, das fühlt sich immer an wie Battle.
- 35:25Ich kann das einfach nicht, das ist fürchterlich.
- 35:27Gut, also tschüss, euer Sascha.
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