Latest / Anonym Suchthilfe – KI-gestützte Selbsthilfe / #24 Folge 7: Das NeelixberliN-Manifest: Bau dir deinen eigenen Hilfekasten (Serienfinale)
Transcript
- 0:00Hallo und herzlich Willkommen zu unserer gemeinsamen Erkundung.
- 0:04Ich freue mich echt riesig, dass du heute wieder hier bist.
- 0:06Ja, und dir Zeit für dich nimmst.
- 0:08Wir schauen uns heute einen ziemlich besonderen Text an, das
- 0:13nilex Berlin Manifest. Das hat Gabriel geschrieben und
- 0:17das ist sozusagen der Abschluss einer Artikelserie mit einem ja
- 0:20schon herausfordernden Titel. Die Suchthilfe Lüge, worum geht
- 0:25es da im Kern? Na ja, stell dir vor, du nimmst
- 0:27die volle Verantwortung für deine eigene Genesung, also
- 0:31nicht mehr passiv abwarten, sondern wirklich aktiv
- 0:34gestalten. Gabriel nennt das der Architekt
- 0:38deiner eigenen Heilung sein und das wichtigste Werk zeigt dafür
- 0:42ein ganz persönlicher Hilfekasten, den du dir selbst
- 0:45zusammenstellst. Aber Achtung, das sagt er auch
- 0:48ganz klar im Artikel. Der Text will aufrütteln, er
- 0:51plädiert für radikale Selbstverantwortung und schiebt
- 0:54diese Opferrolle, die man vielleicht kennt, bewusst
- 0:57beiseite. Ja, und vielleicht zur
- 0:58Einordnung nilex Berlin, also die Plattform, von der das
- 1:02kommt, die wird im Text beschrieben als eine digitale
- 1:04Suchtberatung. Die nutzt wohl auch KI, also
- 1:07künstliche Intelligenz. Das Manifest ist also schon.
- 1:11Ja, als Gegenentwurf gedacht oder zumindest als eine wichtige
- 1:15Ergänzung zu dem, was man so kennt.
- 1:17Halt aus den etablierten Strukturen.
- 1:20Es ist ein sehr, sehr individualisierter Ansatz, den
- 1:23er da vorschlägt. Genau.
- 1:24Und das Besondere ist ja auch die Perspektive von Gabriel
- 1:27selbst. Das macht er ziemlich am Anfang
- 1:29schon klar im Manifest und auch auf seiner Webseite.
- 1:33Er ist eben nicht nur Autor, sondern selbst jemand, der sucht
- 1:36und psychische Themen aus eigener Erfahrung kennt.
- 1:40Das ist ihm wichtig zu betonen. Er erwähnt ja zum Beispiel auch
- 1:43eine frühere Abhängigkeit von Polamidonen, das ist ja ein
- 1:46starkes Opioid, wird oft als Ersatzmittel genutzt, und er
- 1:49teilt diese persönlichen Dinge ganz bewusst, um ja, um
- 1:52authentisch zu sein und ne direkte Verbindung zu dir
- 1:55aufzubauen, so nach dem Motto, Hey, du bist damit nicht allein,
- 1:58merkt. Man den Text auch an, finde ich
- 2:00also Gabriels Argumentation so wie er sie da darlegt, die ist
- 2:03halt nicht rein theoretisch, die kommt spürbar aus gelebte
- 2:06Erfahrung aus dem echten Durchleben von Krisen.
- 2:10Und das erklärt auch diese Direktheit oder dieser manchmal
- 2:13fast ungeschliffene Ton. Es ist weniger so n akademischer
- 2:16Vortrag, sondern mehr so ein ja, ein Ruf aus der Praxis, ein
- 2:20starker Appell Mhm. Und dieser Appell fängt erstmal
- 2:23mit einer ziemlich deutlichen Kritik am bestehenden System an.
- 2:26Er spricht da ja von Lügen, die er aufdecken will und denen
- 2:30stellt er dann seine Wahrheiten gegenüber.
- 2:32Ein ganz wichtiger Punkt für ihn ist diese Idee, du bist
- 2:35willensschwach, deswegen der Rückfall.
- 2:37Seine Sicht darauf, so wie er schreibt, oft, ist gar nicht
- 2:40dein Wille das Problem, sondern eher ein Systemfehler.
- 2:43Also dieses One Size fits all dieser eine Ansatz für alle, der
- 2:47passt halt oft nicht. Ja, das ist schon ne
- 2:48interessante Verschiebung, ne, also weg von der reinen Schuld
- 2:52beim Individuum hinzu Frage was macht eigentlich das System, er
- 2:56argumentiert ja im Text, dass ein unpassendes System eben auch
- 3:00zum Scheitern beitragen kann, das stellt diese Idee von Reiner
- 3:03Willensschwäche schon in Frage. Genau.
- 3:06Und ein anderer Punkt, den er kritisiert.
- 3:08Die Annahme, das System sei so ein rein uneigennütziger Helfer,
- 3:13seine Sicht im Manifest, na ja, ist es halt auch ne Industrie,
- 3:17eine Struktur, die durchaus auch wirtschaftliche Interessen hat.
- 3:21Er nennt da Beispiele wie die Substitutionstherapie, also
- 3:24Behandlung mit Ersatzstoffen wie Methadon, Polamidon oder halt
- 3:28die sogenannten Drehtürpatienten, die immer
- 3:31wieder kommen. Er stellt die reine
- 3:32Uneigennützigkeit da schon n bisschen in Frage.
- 3:35Ja, er fordert da im Grunde zu einer differenzierteren Sicht
- 3:38auf. So lese ich das.
- 3:40Es geht ihm wohl nicht darum, die Hilfe an sich Malig zu
- 3:43machen. Sondern eher das Bewusstsein zu
- 3:45schärfen, dass Hilfesysteme eben auch eigene Logiken haben.
- 3:49Eigene Interessen, die nicht immer nur auf das individuelle
- 3:52Wohl ausgerichtet sein müssen. Mhm und die dritte Lüge, die er
- 3:56anspricht, die finde ich auch spannend.
- 3:58Betrifft das soziale Umfeld. Dein Cleaner Freundeskreis will
- 4:02immer nur dein Bestes. Gabriels Wahrheit dazu ist
- 4:05unbequemer, er sagt persönliches Wachstum, das kann für andere
- 4:09manchmal unbewusst bedrohlich wirken, er nutzt dieses Bild vom
- 4:12Krabbeneimer kennst du das? Eine Krabbe will raus, die
- 4:15anderen ziehen sie wieder runter.
- 4:17Ja, ja. Und deshalb, so argumentiert er,
- 4:19ist es total wichtig, das eigene positive Mindset aktiv zu
- 4:23schützen. Sich da nicht runterziehen zu
- 4:25lassen. Das ist echt n Wunderpunkt den
- 4:26er da anspricht. Das kennt man ja oft in
- 4:28Veränderungsprozessen. Einerseits braucht man
- 4:31Unterstützung, klar, aber manchmal können gerade enge
- 4:35Beziehungen unbewusst bremsen, wenn man sich weiterentwickelt,
- 4:39vielleicht aus Angst vor Veränderung oder Verlust beim
- 4:41Gegenüber. Sein Hinweis, das Mindset zu
- 4:44schützen, der unterstreicht Halt, wie wichtig innere
- 4:47Klarheit und auch eine gewisse Abgrenzung sind, OK.
- 4:51Nach dieser. Ja, doch recht kritischen
- 4:54Analyse kommt Gabriel dann aber auch mit seiner Vision.
- 4:57Wie könnte eine neue Art der Recovery aussehen?
- 5:01Es skizziert da Lösungsansätze, die Halt über das bisherige
- 5:04hinausgehen sollen, er nennt zum Beispiel neue Technologien, KI,
- 5:08virtuelle Realität, damit könnte man Begleitung viel
- 5:12individueller gestalten, sagt er, Weg von starren Vorgaben ein
- 5:16anderer Baustein seiner Vision, wissen und ganz wichtig,
- 5:20sofortiger Zugang. Online Angebote sowie seine
- 5:24Plattform Nilix Berlin. Die sollen halt rund um die Uhr
- 5:27verfügbar sein. 24 7 damit will er dieses Riesenproblem der
- 5:31langen Wartezeiten auf Therapieplätze angehen.
- 5:34Die Wartelistenlüge nennt er das ja, provokant wissen soll
- 5:38einfach da sein, wenn man es braucht.
- 5:41Und drittens betont er diesen ganzheitlichen Ansatz.
- 5:44Den nennt er den Körper geistcode, also Ernährung,
- 5:48darmgesundheit, aber auch die Sinnsuche im Leben, das sind für
- 5:51ihn ganz zentrale Elemente für Heilung.
- 5:54Genau diese 3 Punkte Technologie, Zugänglichkeit und
- 5:57Ganzheitlichkeit. Das sind quasi die Säulen seiner
- 6:00Vision für eine, ja modernere, individuellere Unterstützung,
- 6:04wie er sie eben Manifest beschreibt.
- 6:06Und das führt dann zu einem ganz zentralen Punkt bei Gabriel, dem
- 6:10Wandel der Identität, weg von dem, was er den
- 6:14Lehrbuchpatienten nennt, also jemand, der sich schuldig fühlt.
- 6:18Ich bin zu schwach, der in so einer erlernten Hilflosigkeit
- 6:21feststeckt, ich muss warten, bis mir wer hilft, der passiv ist
- 6:24und dessen Ziel oft nur die reine Abstinenz ist.
- 6:27So beschreibt er das. Und hinzu einer neuen Identität,
- 6:31dem Systemhacker oder eben dem Architekten, der eigenen
- 6:34Genesung. Und diese Person, so Gabriel,
- 6:37die denkt in Verantwortung, die fragt, Was ist mein nächster
- 6:41Schritt, was kann ich tun, die entwickelt ein Gefühl der
- 6:44Selbstwirksamkeit, ich kann das gestalten, ich hab da Einfluss
- 6:48drauf und die handelt eklektisch, das heißt, sie sucht
- 6:51sich ganz bewusst aus verschiedenen Ansätzen und
- 6:53Systemen das raus, was für sie passt.
- 6:56Und das Ziel ist dann eben auch breiter als nur Abstinenz.
- 6:59Es geht um ganzheitliche Heilung, Körper, Geist, Seele
- 7:02und auch die Frage nach dem Sinn, ja.
- 7:04Dieser Identitätswechsel, das ist schon der Kern vom passiven
- 7:09Empfänger zum aktiven Gestalter. Das ist eine starke Ermutigung.
- 7:14Klar, das klingt kraftvoll, aber es ist natürlich auch eine
- 7:17Herausforderung, ne, diese Verantwortung dann auch wirklich
- 7:20anzunehmen und auszufüllen. Absolut.
- 7:22Und genau da kommt dann das Herzstück des Manifests.
- 7:26In Spiel dieser individuelle Hilfekasten Gabriels Botschaft
- 7:31ist da ganz klar. Hör auf nach dem einen richtigen
- 7:34Weg zu suchen, den gibt es nicht.
- 7:36Bau dir deinen eigenen Werkzeugkasten.
- 7:39Und er sagt eben nicht, schmeiß alles alte Weg.
- 7:42Im Gegenteil, er schlägt vor, ganz bewusst auszuwählen, was
- 7:45aus dem alten System passt. Denn für mich vielleicht ein
- 7:48guter Therapeut, den ich aber als kompetenten Fachberater
- 7:52sehe, nicht als allwissenden Guru.
- 7:54Das ist ein Unterschied in der Haltung oder vielleicht die
- 7:57Gemeinschaft und die Ehrlichkeit von 12 Schritte, Gruppen, also
- 8:00AANA diese Gruppen, die auf gegenseitiger Hilfe und
- 8:03Anonymität basieren, aber eben nur, wenn das für mich passt.
- 8:08Oder auch ganz klassisch medizinische Begleitung, gerade
- 8:11wenn es um Doppeldiagnosen geht, also wenn neben der Sucht noch
- 8:14was anderes da ist. Depression, Angststörung, genau
- 8:17April ergänzt du das eben mit Elementen aus dem neuen System,
- 8:22also seiner Philosophie, dein persönliches Mindset, Training,
- 8:26da zählt er Sachen auf wie Visualisierung, Dankbarkeit
- 8:29üben, klare Absichten setzen. Dein Körperprotokoll also Wissen
- 8:33aneignen über Ernährung, Bewegung, Schlaf.
- 8:36Was braucht mein Körper eigentlich?
- 8:38Deine persönliche digitale Bibliothek, Bücher, Podcasts,
- 8:42Onlinekurse, die dich stärken und ganz zentral für ihn dein
- 8:46klares warum deine persönliche Definition von Sinn, die dir
- 8:51Kraft gibt. Ja, das ist im Grunde
- 8:53angewandter Eklektizismus, was er da beschreibt, also die
- 8:56Kunst. Sich aus verschiedenen Quellen
- 8:58das passende zusammenzustellen, und das passt ja total zu dieser
- 9:02Idee der Selbstwirksamkeit. Er zitiert ja auch Albert
- 9:04Bandura, den Psychologen, der das geprägt hat, es geht um
- 9:07diesen Glauben, ich kann meinen Weg finden und gestalten, statt
- 9:11sich einem starren Dogma zu unterwerfen, wirst du quasi
- 9:14ermächtigt, verschiedene Werkzeuge zu prüfen und für dich
- 9:17zu nutzen, das spiegelt ja auch Trends wieder, die wir woanders
- 9:19sehen, personalisierte Medizin zum Beispiel, da geht es ja auch
- 9:23immer mehr um maßgeschneiderte Ansätze.
- 9:25Ja, stimmt, aber gut, jetzt könnte man natürlich fragen,
- 9:28woher nimmt er diese starke Betonung des individuellen, wie
- 9:31begründet er das? Er führt da im Manifest schon n
- 9:34paar Argumente an, die aus seiner Sicht zeigen, warum so
- 9:37ein Ansatz überlegen sein kann. Er verweist zum Beispiel auf das
- 9:41Dodo Bird Verdict aus der Psychotherapieforschung na ja,
- 9:44das sagt Ja, vereinfacht gesagt, dass Studien oft zeigen, es gibt
- 9:48nicht die eine Therapiemethode, die allen anderen generell
- 9:52haushoch überlegen ist. Mhm.
- 9:55Viel wichtiger als die Methode sei, so argumentiert Gabriel mit
- 9:58Blick auf Forschungsergebnisse, die Qualität der Beziehung, also
- 10:02die therapeutische Allianz, das Vertrauen, das Gefühl,
- 10:06verstanden zu werden, das seien die eigentlichen Wirkfaktoren.
- 10:10Dann natürlich wieder die Selbstwirksamkeit nach Bendura
- 10:13und er erwähnt auch, dass selbst große Organisationen wie Semsa
- 10:17die. USB Hürde, Ja.
- 10:18Genau diese große US Bundesbehörde für psychische
- 10:21Gesundheit. Dass die offiziell von vielen
- 10:24Wegen zur Genesung sprechen, also nicht nur von einem.
- 10:26Diese ganzen Referenzen, die dienen Gabriel Halt dazu, seine
- 10:30Hauptthese zu stützen. Ne?
- 10:32Erfolg hängt weniger von der Methode ab, sondern mehr von der
- 10:35Passung der Beziehung und eben diesem Glauben an die eigene
- 10:39Gestaltungsfähigkeit. Das stärkt dieses Bild vom
- 10:43mündigen Architekten, der sich nicht blind auf ein System
- 10:46verlässt, sondern aktiv auswählt und kombiniert, aber das wirft
- 10:51natürlich sofort die Frage auf, die du vorhin schon angedeutet
- 10:54hast. Ist das nicht einfach nur
- 10:56bequemes Rosinenpicken? Genau.
- 10:59Die Frage greift Gabriel im FAQ teil seines Manifests auch auf.
- 11:04Da steht ist dieser individuelle Ansatz nicht einfach nur
- 11:09rosinenpicken und seine Antwort ist erst mal ein klares ja, aber
- 11:15er sagt eben bewusstes Rosinenpicken, also
- 11:18Eklektizismus ist intelligent, wenn man das Beste für sich
- 11:21will. Die einzige Regel dabei sei aber
- 11:24radikale Ehrlichkeit mit sich selbst.
- 11:27Also. Nutze ich die Auswahl, um
- 11:30wirklich zu wachsen oder drücke ich mich damit vor unbequemen
- 11:34Wahrheiten oder notwendiger Arbeit?
- 11:37Das ist ne total wichtige Unterscheidung finde ich.
- 11:40Es geht eben nicht um Beliebigkeit oder Vermeidung,
- 11:44sondern um ne bewusste wachstumsorientierte Auswahl.
- 11:48Die Selbstreflexion ist da der Schlüssel, Mhm.
- 11:51Eine andere Sorge, die er anspricht, heißt das.
- 11:54Ich brauche keine Therapie oder Gruppen mehr und da warnt er
- 11:58wirklich eindringlich vor einem Trugschluss.
- 12:00Seine Antwort ist n ganz klares Nein, ein kluger Architekt, so
- 12:04schreibt er, weiß, dass er nicht alles allein kann, der nutzt
- 12:07Experten, Therapeuten, Gruppen, Ärzte, aber eben als
- 12:11Fachberater, der Unterschied liegt in der Haltung, du gibst
- 12:14die Verantwortung nicht ab, sondern holst Dir gezielt wissen
- 12:17und Unterstützung für deinen eigenen Plan.
- 12:20Ja, das passt wieder genau zu diesem Bild des aktiven
- 12:23Gestalters. Hilfe annehmen, ja, klar, aber
- 12:26aus einer Position der Eigenverantwortung heraus, nicht
- 12:29aus passiver Abhängigkeit. Es geht darum, externe
- 12:32Ressourcen klug in den eigenen Prozess einzubauen.
- 12:35Ja, aber was ist, wenn man ganz am Anfang steht und sich fragt,
- 12:40was ist, wenn ich gar nicht weiß, was mein individueller Weg
- 12:43ist? Viele fühlen sich ja da erst mal
- 12:45überfordert. Gabriels Antwort darauf ist
- 12:48sehr, sehr pragmatisch. Er sagt, niemand weiß das am
- 12:52Anfang. Der Weg entsteht buchstäblich
- 12:55beim Gehen. Dein Job ist nicht, den
- 12:57perfekten Plan zu haben, sondern neugierig bleiben,
- 13:01experimentieren, Dinge ausprobieren, behalten, was
- 13:04funktioniert, verwerfen, was nicht, das ist der Prozess des
- 13:08Wegfindens. Das nimmt unheimlich viel Druck
- 13:10raus, finde ich. Es betont, dass Recovery ein
- 13:13Prozess ist, ein Prozess des Lernens und Entdeckens, kein
- 13:17Zustand, den man von Anfang an perfekt definieren muss.
- 13:21Diese Haltung fördert Geduld und auch die Bereitschaft zum
- 13:24Ausprobieren, zum Scheitern, vielleicht auch mal.
- 13:26Absolut. Dann eine Frage zur Tonalität,
- 13:29warum ist diese Serie so kritisch gegenüber dem System?
- 13:33Gabriel begründet das damit, dass das etablierte System einen
- 13:37oft unbewusst in die Opferrolle drängt, man ist halt krank, man
- 13:41muss auf Experten warten. Sein Ziel sei stattdessen
- 13:45Ermächtigung. Die Kernbotschaft Du bist der
- 13:47Experte für dich selbst, du bist der Heiler, die Macht zur
- 13:51Veränderung liegt in dir. Ja, das unterstreicht noch mal
- 13:54diesen Emanzipatorischen kennen des Manifests.
- 13:57Es ist wirklich ein Plädoyer dafür, sich aus einer vielleicht
- 14:00als bevormundend empfundenen Passivität zu befreien und die
- 14:04eigene Kompetenz anzuerkennen. Und dann die letzte Frage aus
- 14:07dem FAQ, die vielen vielleicht durch den Kopf geht.
- 14:10Das klingt alles nach so viel Arbeit.
- 14:13Gabriels Antwort darauf ist ziemlich entwaffnend direkt.
- 14:16Er sagt ja, aber sei ehrlich, war deine sucht nicht auch
- 14:22verdammt viel Arbeit? Er zählt das ja auf, dass Lügen,
- 14:26die Beschaffung, die Scham, die Angst sein Punkt ist.
- 14:31Du Tauschst nur die destruktive Arbeit der sucht gegen die
- 14:35konstruktive Arbeit der Genesung.
- 14:38Der Energieaufwand ist vielleicht ähnlich, sagt er,
- 14:40aber das Ergebnis ist ein völlig anderes.
- 14:43Freiheit statt Gefängnis. Das ist n starkes Reframing,
- 14:47oder also die Energie, die vorher in die Sucht geflossen
- 14:50ist. Die wird jetzt halt in den
- 14:52Aufbau eines neuen Lebens investiert.
- 14:54Die Frage ist nicht, ob Arbeit, sondern welche Arbeit, das finde
- 14:58ich sehr treffend. Seine Antworten in den FAQS
- 15:01betonen wirklich durchweg Eigenverantwortung,
- 15:04Prozesshaftigkeit und eben diese Notwendigkeit, passive
- 15:07Rollenbilder aktiv zu überwinden.
- 15:09Genau. Und gegen Ende des Manifests, da
- 15:12wird es dann noch mal sehr persönlich.
- 15:15Gabriel richtet da einen direkten Aufruf an dich als
- 15:18Hörer oder Leser, er bittet um Unterstützung für sein Projekt
- 15:22Nielix Berlin. Wenn dir der Beitrag gefallen
- 15:25hat und du die Arbeit wertvoll findest, dann würde er sich
- 15:28riesig freuen, wenn du ihm hilfst.
- 15:30Zum Beispiel, indem du den Beitrag auf Social Media teilst
- 15:34oder den Podcast auf Plattformen wie Spotify oder Apple Podcasts
- 15:38bewertest und Likest. Das hilft ihm wohl sehr, er
- 15:41erklärt auch ganz offen, warum das Projekt Nielix Berlin wird,
- 15:45so sagt er, komplett allein von ihm finanziert und erstellt, das
- 15:49ist also ein ein Mann Projekt sozusagen.
- 15:52Und jede Form der Unterstützung hilft ihm dabei, das
- 15:54weiterzuführen. Und damit, so schreibt er, hilft
- 15:57es ihm, sich selbst und gleichzeitig auch anderen
- 16:00Betroffenen zu helfen und ganz zum Schluss teilt er noch sein
- 16:03persönliches Motto, das ihn antreibt, aus allem schlechten
- 16:07in seinem Leben etwas Gutes zu machen.
- 16:09Ja, dieser Abschnitt macht noch mal ganz klar nelix.
- 16:12Berlin ist eben kein anonymes Konstrukt, das ist sehr, sehr
- 16:17eng mit Gabriel als Person und seiner Geschichte verbunden.
- 16:21Diese direkte Ansprache und auch die Transparenz über die
- 16:24Hintergründe, das passt zur Philosophie, die auch im
- 16:27Manifest durchscheint. Es zeigt einfach das hohe
- 16:31persönliche Commitment, das dahinter steckt.
- 16:34OK, also was nehmen wir jetzt mit aus dieser doch intensiven
- 16:37Auseinandersetzung mit dem Nelix Berlin Manifest von Gabriel Ich
- 16:40glaube, vor allem ist es ein wirklich starker Appell zur
- 16:43Selbstermächtigung. Die Kernbotschaft ist Verlass,
- 16:47die Opferrolle hör auf auf den einen Weg zu warten.
- 16:51Werde stattdessen zum Architekt deiner eigenen Genesung.
- 16:54Bau dir deinen individuellen Hilfekasten und nutz dafür mutig
- 16:58und pragmatisch alle Werkzeuge, die dir helfen, egal ob die
- 17:02jetzt aus dem alten oder dem neuen System kommen.
- 17:05Das ist eigentlich egal. Hauptsache es hilft dir.
- 17:08Was stellst. Welcher Baustein der vielleicht
- 17:11schon da ist, fühlt sich gerade am stabilsten an, am
- 17:14Hilfreichsten? Und welcher neue Baustein
- 17:16vielleicht etwas, das im Manefest erwähnt wurde oder
- 17:18worüber wir jetzt gesprochen haben?
- 17:20Welcher neue Baustein könnte eine wertvolle Ergänzung sein,
- 17:24um deinen Weg noch kraftvoller, noch individueller zu gestalten?
- 17:27Das ist ne spannende Frage, finde ich, über die man mal
- 17:29nachdenken kann. Ja, und damit sind wir für heute
- 17:32auch am Ende unserer gemeinsamen Erkundung.
- 17:35Vielen, vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast,
- 17:37zuzuhören, Pass gut auf dich auf, bleib neugierig auf deinem
- 17:41Weg und ja, bis zum nächsten Mal.