Latest / ntv Wirtschaft / SpaceX vor dem größten Börsengang aller Zeiten: Frank Thelen verrät, ob er einsteigt
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- Es wird das Jahr der Mega-Börsengänge. Neben SpaceX und Anthropic ist auch OpenAI mit ChatGPT dabei. Der Antrag ist eingereicht. Apple will den KI-Assistenten Siri schlauer und persönlicher machen. Und die Fußball-WM wird zum Milliardengeschäft. Mit Preisen, bei denen viele Fans schlucken müssen. Hallo und herzlich willkommen. In diesem Podcast verwandeln moderne KI-Systeme journalistische Inhalte, die auf unseren NTV-Plattformen publiziert wurden, in ein neues Hörformat. Text und meine Stimme wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugt. Vor der Veröffentlichung werden alle Folgen nach strengen journalistischen Standards geprüft. Viel Spaß beim Zuhören. Was ist künstliche Intelligenz eigentlich wert? OpenAI, also die Firma hinter ChatGPT, bereitet den Gang an die Börse vor. Noch ist vieles vertraulich. Noch, sagt das Unternehmen auch, das kann dauern. Aber die Richtung ist klar. Nach Anthropic und SpaceX steht damit das nächste große Tech-Schwergewicht bereit fürs Parkett. Warum die Firmen zwar für Investoren spannend, aber auch nicht ohne Risiken sind, das sagt uns unsere Börsenreporterin Corinna Wohlfeil. Alle guten Dinge sind drei. Drei große Börsengänge dürfte es noch in diesem Jahr geben. SpaceX, Entropic und jetzt OpenAI. Zumindest hat das Unternehmen jetzt den vertraulichen Antrag auf einen Börsengang in den USA gestellt, genauso wie es auch Entropic kürzlich gemacht hat. Beide sind Entwickler von KI-Assistenten. Der von OpenAI heißt ChatGPT, der von Anthropic heißt Claude. Wo liegen jetzt Gemeinsamkeiten und wo liegen Unterschiede? Vielleicht zunächst mal zu den KI-Assistenten. ChatGPT ist bekannt für witzige, kreative Alltagshilfen, für Texte und beliebt bei Endkunden. Claude dagegen richtet sich eher an Firmenkunden, soll sensible Aufgaben lösen können und robuste Kontrollen dafür auch haben, um Fehler zu vermeiden. Vom Volumen her werden wohl beide einen Marktwert von über einer Billion anstreben. Momentan liegt der Marktwert von OpenAI bei 850 Milliarden, bei Entropic bei 965 Milliarden. Entropic hat angekündigt, 60 Milliarden einsammeln zu wollen. Von OpenAI gibt es dazu noch keine Zahlen. Aber OpenAI hat sich Anfang des Jahres bereits 110 Milliarden von namenhaften Investoren wie Softbank, wie Amazon, wie Nvidia und Microsoft beschafft. Beides soll wohl im Herbst soweit sein. Bei OpenAI hieß es sogar schon September, aber ganz genaues Konkretes weiß man noch nicht. Es gibt also viele Gemeinsamkeiten, aber eine ist auf jeden Fall auch, dass beide oder auch SpaceX noch keine Gewinne schreiben und deswegen für Investoren natürlich spannend, aber auch nicht ohne Risiken sind. Noch in dieser Woche, genau genommen am Freitag, soll es bei SpaceX mit dem Börsengang soweit sein. Fast wäre die Weltraumfirma am Start ihrer allerersten Rakete gescheitert. Doch im vierten Anlauf gelang der historische Durchbruch. Im Jahr 2008 hob die Falcon 1 erfolgreich ab, erreichte die vorgesehene Umlaufbahn und legte damit den Grundstein für das erfolgreiche Satellitentransportgeschäft von SpaceX. Und Konzernchef Elon Musk hat noch mehr Visionen. Er hat jetzt seine Pläne für Rechenzentren im Weltall konkretisiert. Klingt erstmal nach Science-Fiction, aber die Idee dahinter ist ziemlich einfach. Im All könnten Satelliten wie kleine Rechenzentren arbeiten. Den Strom holen sie sich über Solarmodule direkt von der Sonne. Der erste geplante KI-Satellit soll ungefähr die Leistung eines großen Nvidia-Serverschranks bringen. Das ist noch kein gigantisches Rechenzentrum, aber es ist ein Signal. SpaceX soll sowohl Raumfahrtfirma, Satellitenanbieter und vielleicht auch Baustein für die nächste KI-Welle sein. Über den anstehenden SpaceX-Börsengang hat unsere Moderatorin Gesa Eberl mit Startup-Investor Frank Thelen gesprochen. Haben Sie schon gezeichnet, Herr Thelen? Das ist natürlich meine Einstiegsfrage. Nein, habe ich nicht und werde ich auch nicht. Jetzt interessiert uns einerseits, warum nicht? Und vielleicht noch die Frage, die sich anschließt. Welche zwei, drei Punkte sollte sich aber jemand zu Hause unbedingt anschauen, bevor er dann überhaupt daran denkt, bei diesem Börsengang mitzumachen? Also erstmal ganz wichtig, keine Anlage, Beratung oder Empfehlung. Warum habe ich nicht gezeichnet? Warum haben wir auch mit Tech Capital, das ist ja meine Fondsgesellschaft, nicht gezeichnet? Weil es eben ein herausragendes Unternehmen zu einer fairen Bewertung ist und wir suchen Unternehmen, die noch nicht so entdeckt worden sind, wo wir dann mit unseren Modellen noch deutliche Kurssprünge erwarten. Es ist auch nicht in unserem ETF, der ist regelbasiert, da passt es einfach nicht rein, sondern erst ein Rebalancing im Oktober wird es teilnehmen. Und für mich selber, ich finde es halt auch einfach, es gibt bessere Chancen. Aktuell an der Börse und das ist der Grund, warum ich einfach bisher ja das nicht gezeichnet habe. Wenn es vielleicht eine starke Korrektur gibt, was ich gar nicht vorhersagen will, ich hoffe, es läuft alles sehr, sehr gut, es würde der Börse sehr gut tun, dann mag das Unternehmen danach dann vielleicht wieder noch mehr Upside geben. Aber aktuell ist es wirklich mit Vorsicht zu genießen. Also man sollte nicht jetzt blind einfach diese Aktie zeichnen und sagen, hey, das wird auf jeden Fall am ersten Zeichnungstag verdoppelt. Es gibt auch immer wieder diese Lock-Ups, wie man das nennt, also bei einigen Brokern. Da darf man gar nicht, was ich auch nicht gut fände, direkt am nächsten Tag zu verkaufen. Also wer SpaceX kauft, vielleicht, wenn es überhaupt tun will, dann ganz langsam reingehen. Also auf gar keinen Fall, das würde ich nicht tun, direkt mein ganzes Kapital da reingeben. und weil es überall jetzt so positiv berichtet wird, zu sagen, hey, das wird sich auf jeden Fall verdoppeln und dann mache ich ganz viel Geld. Das geht so oder so nicht an der Börse. Die Börse ist immer ein Ding, wo man Zeit braucht, wo man in Ruhe breit diversifiziert investiert. Deswegen bitte, bitte, wenn man jetzt ganz stark gehypt ist, vielleicht nochmal nachdenken, wie viel Geld man da jetzt direkt zum Start investiert. Von Rechenzentren im Orbit landen wir jetzt wieder im Alltag und zwar beim iPhone. Apple macht einen neuen Anlauf bei künstlicher Intelligenz. Im Mittelpunkt steht Siri. Die Sprachassistentin gibt es schon seit rund 15 Jahren. Aber mal ehrlich, für viele ist sie eher Weckerstellerin als echte Alltagshelferin. Genau das will Apple ändern. So soll die neue Version Infos zu aufgenommenen Bildern geben, Routen planen oder Inhalte aus Apps, Nachrichten und Dokumenten besser verstehen können. Außerdem sollen längere Chats wie bei der Konkurrenz möglich sein. Apple greift dafür unter der Haube auch auf Googles KI-Modelle zurück. Aber es gibt einen Haken. In der EU kommt die neue Siri-Version vorerst nicht auf iPhones und iPads. Apple verweist auf die Regeln hierzulande. Für Nutzer in Deutschland heißt das erstmal, wir hören von der schönen neuen Siri-Welt und bleiben bis auf Weiteres bei der alten. Und jetzt, raus aus dem Silicon Valley, hin zu den Exporten. Die deutschen Ausfuhren haben im April positiv überrascht. Trotz Belastungen in der Weltwirtschaft sind sie den dritten Monat in Folge gestiegen. Und zwar um 0,9 Prozent. Im Interview mit Mara Bergmann warnt Dirk Jandura, der Präsident des Bundesverbands Großhandel, Außenhandel und Dienstleistungen, allerdings vor zu viel Euphorie. Die Exportzahlen für Made in Germany sind besser als erwartet. Woran liegt's? Ja, das ist schwierig zu sagen. Es ist eine Zahl, es ist noch nicht eine Trendumkehr, es ist noch nicht der Beginn eines neuen Aufwärtstrends, das möchte ich ausdrücklich sagen. Denn was wir im Moment angucken, was Sie ja auch zitiert haben, ist das Plus gegenüber dem Vormonat. Wenn wir uns die Zahlen angucken gegenüber dem Vorjahresmonat, also dem April 2025, haben wir gegenüber den USA ein Minus von 12,9 bei den Exporten stehen. Und deshalb warne ich hier davor, jetzt zu euphorisch zu sein. Es ist schön, dass diese Zahlen positiv sind. Aber wir haben auch gesehen, stabile Zahlen bekommen wir nur aus der EU, aus der Europäischen Union. Der Rest fluktuiert schon relativ stark. Zum Schluss schauen wir noch auf die Fußball-Weltmeisterschaft. Die kommende WM wird die teuerste aller Zeiten. Die FIFA rechnet im WM-Jahr mit Einnahmen von umgerechnet 7,7 Milliarden Euro. Für Fans vor Ort wird das Turnier richtig teuer, vor allem wenn man Tickets über den Zweitmarkt kauft. Und hier verdient die FIFA auch ordentlich mit. Sowohl vom Verkäufer als auch vom Käufer kassiert der Weltverband pro Ticket eine Gebühr von jeweils 15 Prozent. Über diese Rekord-WM hat Mara Bergmann mit Sportökonom Christoph Breuer von der Deutschen Sporthochschule Köln gesprochen. Herr Breuer, wir sehen wirklich Mondpreise bei den Tickets. Ich habe eben noch mal online geschaut. Da kostet ein Ticket wirklich mehrere tausend Euro und das ist im Vergleich zu dem, was auf dem Zweitmarkt gezahlt werden muss, zum Teil sogar noch günstig. Also es ist richtig, richtig teuer. Wieso? Warum schiebt die FIFA da keinen Riegel vor? Ja, zum einen kennen wir aus den USA, dass wir ganz andere Referenzpreise haben für Entertainment-Veranstaltungen. Das heißt, Tickets für Sportveranstaltungen, aber auch Konzerte sind viel höher, als wir das in Europa gewohnt sind. Viel wichtiger ist aber, dass die FIFA einen Großteil ihres Geschäfts eben mit der Fußball-Weltmeisterschaft macht und sie einen großen Anreiz hat, möglichst hohe Ticketpreise zu vereinnahmen. Sie verdient an dem Zweitmarkt mit und das ist eigentlich neu in der Geschichte der Kommerzialisierung des Fußballs. Die WM ist größer als je zuvor. Wir haben dieses Jahr 104 Spiele. 48 Nationen sind mit dabei. Welchen Effekt hat denn diese Ausweitung der Dimension der WM überhaupt wirtschaftlich gesehen? Das hat natürlich politische Gründe, aber auch wirtschaftliche Gründe. Wenn ich mehr Spiele habe, dann kann ich den Fernsehanstalten eben mehr Geld abknöpfen für die Medienrechte. Ich kann mehr Tickets verkaufen und ich kann auch den Sponsoren mehr Gegenleistung bieten. Und die FIFA braucht diese Mehreinnahmen, um einen Teil dieser Mehreinnahmen an ihre Mitgliedsverbände weiterzugeben und dadurch eben Wiederwahlchancen für das Präsidium zu erhöhen. Viele fragen sich natürlich auch, was bedeutet das für uns in Deutschland? Hängt bestimmt auch davon ab, wie weit unsere Mannschaft kommt. Aber es fängt ja schon beim Fußballtrikot an. Also gibt es einen Effekt, der nennenswert ist? Der sportliche Erfolg der eigenen Mannschaft ist wichtig. Aber was noch wichtiger ist, dass die Zeitverschiebung die ökonomischen Effekte auffrisst. Wenn die Spiele nach Mitternacht sind, gehen nur wenig Leute in die Kneipe. Machen nur wenig Leute eine Grillveranstaltung zu Hause. Und auch das Public Viewing fällt deswegen aus. Aber für das Merchandising-Thema Sportartikelindustrie ist die WM auch in Deutschland wichtig. Das war unser Blick auf die aktuellen Nachrichten aus der Wirtschaft für den Moment. Wir hören und lesen uns wieder bei NTV. In der App, im TV oder hier im Podcast.