Latest / Forstcast - Dein Wald-Podcast / #23 Das Leben der Bäume: Long story short
Transcript
- 0:00Jeder, der einen Waldberuf hat, hört früher oder später den Spruch:
- 0:03Wie gut hat es doch die Forstpartie! Es wächst der Wald auch ohne sie.
- 0:07Das würde in der konsequenten Umsetzung bedeuten,
- 0:10ich kann meinen Beruf als Försterin an den Nagel hängen.
- 0:14Ob ich wirklich umschule und mir einen neuen Beruf suchen darf,
- 0:17das weiß ich hoffentlich bis zum Ende dieser Folge.
- 0:21Mein Name ist Hildegard Vogel und ich bin noch Försterin aus Leidenschaft
- 0:25an der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft.
- 0:28Und ihr hört Forstcast, den Waldpodcast.
- 0:42Ob der Wald wirklich ohne uns Forstleute wächst,
- 0:45das kläre ich mit einem Mann, der seit über 150 Jahren den
- 0:49Wald beim Wachsen beobachtet. Naja,
- 0:51nicht die ganze Zeit persönlich. Also er überblickt die Daten von über
- 0:55150 Jahren Waldwachstum in Bayern. Hallo Peter,
- 0:59Du bist nicht der älteste Mensch in Bayern und auch nicht der
- 1:03älteste Mitarbeiter an der LWF. Peter, wer bist du? Danke, Hildegard.
- 1:07Genau. Ich bin das alles nicht. Mein Name ist Peter Biber.
- 1:10Und so wie du Försterin aus Leidenschaft bist,
- 1:13bin ich Forstwissenschaftler aus Leidenschaft.
- 1:16Genauer gesagt, ist mein Spezialgebiet,
- 1:18es ist das Waldwachstum. Und das finde ich wiederum
- 1:22besonders interessant. Jeder findet sein Fach besonders
- 1:24interessant. Aber ich meine es deswegen,
- 1:27weil das genau an der Schnittstelle entlangfährt,
- 1:31wo sich die Grundlagenforschung und die Forstpraxis treffen.
- 1:35Und ich habe in der Tat fast 30 Jahre lang als Waldwachstum Forscher
- 1:40an der Technischen Universität München an der TUM gearbeitet.
- 1:44Und ganz unbescheiden sage ich jetzt mal, dass ich ein international
- 1:49nicht ganz unbekannter Waldwachstum Forscher bin.
- 1:52Das finde ich spannend, weil nämlich hier am Forstcampus
- 1:55sind die Forstbereiche von der TU München und der Hochschule
- 1:58Weihenstephan Triesdorf. Direkte Nachbarn von uns der LWF.
- 2:02Jetzt frage ich mich Was treibt dich jetzt von der TU einmal über
- 2:07den Hans von Carlowitz Platz gegenüber zu uns an die LWF.
- 2:10Das ist eine irre interessante Sache, die schon immer ein sehr wichtiger
- 2:16Teil meiner Arbeit gewesen ist, nämlich das bayernweite Netzwerk
- 2:22von langfristigen Waldwachstum skundlichen Versuchsflächen.
- 2:25Und dazu muss ich jetzt sagen, dass diese Flächen tatsächlich
- 2:28zu den aller wertvollsten Forschungsinstrumenten gehört,
- 2:31die wir für den Wald in Bayern haben. Und wie schon oben angedeutet,
- 2:36das ist ein ganz wichtiger Punkt, wo die Waldforschung auf Grundlagen
- 2:40mit der Forstpraxis zusammenkommt. Und über etliche Jahrzehnte hat der
- 2:45Lehrstuhl für Waldwachstumskunde drüben an der TUM die Flächen
- 2:50betreut, zuletzt mit sehr, sehr großem Erfolg unter Leitung
- 2:54von Professor Hans Pretzsch. Aber die Flächen haben immer
- 2:57schon der bayerischen Forstverwaltung gehört.
- 3:00Und 2023, als Hans Pretzsch in den Ruhestand ging, ist der Lehrstuhl für
- 3:05Waldwachstumskunde aufgelöst worden und die Flächen sind wieder zurück
- 3:09an die Forstverwaltung gegangen, sprich an die LWF, wo wir sie jetzt
- 3:13wieder wissenschaftlich betreuen. Also ich höre Waldwachstum Das
- 3:17ist schon so dein Ding. Aber es gäbe sicher auch andere
- 3:20spannende Forschungsbereiche an der TU, wo du dich mit dem Wachstum
- 3:24der Wälder beschäftigen kannst. Was sind denn oder was macht
- 3:27denn diesen besonderen Charme oder die Faszination dieser
- 3:30Versuchsflächen für dich aus, dass du entschieden hast,
- 3:33gemeinsam mit den Versuchsflächen zu uns an die LWF zu wechseln?
- 3:36Ein ganz wichtiger Punkt dabei. Das ist diese Langfristigkeit
- 3:40und die Kontinuität, die da drin steckt in diesen Daten,
- 3:44die man als Forstwissenschaftler sonst nur sehr, sehr selten findet.
- 3:49Und wenn ich ein kleines bisschen ausholen darf, also die Geschichte
- 3:52reicht zurück in die 1870 er Jahre und damals gab es den Königlich
- 3:56Bayerischen Ministerialforstrat August von Ganghofer und Ganghofer
- 4:01war tatsächlich ein Visionär und hat gesagt Wir brauchen.
- 4:04Wenn wir zielführend mit dem Wald umgehen wollen,
- 4:06müssen wir mehr darüber verstehen. Müssen wir die Gesetzmäßigkeiten,
- 4:10nach denen er wächst, besser kennen, besser verstehen,
- 4:14damit wir wirklich für die Praxis was draus ziehen können.
- 4:16Und das ist nach wie vor seit Ganghofer ungebrochen das
- 4:20Konzept des Versuchswesen. Er wollte im Prinzip wissenschaftlich
- 4:24belastbare Grundlagen für den Umgang mit dem Wald schaffen.
- 4:28Es ist auf jeden Fall so, dass ich seither seit Ganghofer
- 4:31das Versuchsflächen kontinuierlich weiterentwickelt und kontinuierlich
- 4:35wirklich wertvolle Daten liefern. Daten,
- 4:38die wegen ihrer Langfristigkeit, wegen dem Zeitcharakter,
- 4:42wegen dieses Zeitreihencharakters immer wertvoller werden.
- 4:45Heute haben wir ungefähr 160 Versuche, die wir betreuen, mit
- 4:51insgesamt mehr als 1400 Parzellen. Das heißt, jeden Versuch muss
- 4:56man sich so vorstellen. Der umfasst mehrere Parzellen, auf
- 5:01denen verschiedene Dinge passieren, die genau dokumentiert werden.
- 5:05Wenn man die Fläche komplett zusammenzählt aller Versuche kann
- 5:09man auf etwa 250 Hektar derzeit. Und was mich daran besonders
- 5:14fasziniert, ist, dass man mit diesen Daten tatsächlich ableiten kann,
- 5:18nach welchen Spielregeln der Wald wächst, welche Gesetzmäßigkeiten
- 5:22diese Dynamik beherrschen und damit wiederum, wenn man so was versteht,
- 5:26Wenn man so was aus den Daten rausholt, kann man der Praxis
- 5:30natürlich auch fundierten Rat geben, wie wir, wie man, wenn man
- 5:34bestimmte Ziele mit dem Wald hat, vernünftigerweise damit umgehen
- 5:38sollte oder verschiedene Optionen quasi anbieten,
- 5:41die für bestimmte Zielvorstellungen geeignet sind und insofern und.
- 5:47Und diese diese Gedanken erstrecken sich quasi einerseits, das beginnt
- 5:51ganz unten beim Baum eskaliert, von den Bäumen hoch zur Ebene von
- 5:55Bestand und sogar noch weiter hoch auf die Ebene, wo wir es mit
- 5:58Forstbetrieben oder Landschaften Waldlandschaften zu tun haben.
- 6:02Also eine sehr interessante Geschichte.
- 6:05Vielleicht kommt ein bisschen rüber, was mich daran so fasziniert.
- 6:08Auf jeden Fall. Und für alle Hörer,
- 6:10die dich ja nicht sehen Du leuchtest förmlich und man merkt sehr,
- 6:13wie die Waldwachstumskunde dir sehr am Herzen liegt.
- 6:16Also ich weiß, dass die LWF selbst forscht seit rund 130 Jahren und
- 6:21wir besitzen knapp 150 Jahre Daten aus der Waldwachstum oder
- 6:27über das Waldwachstum in Bayern. Das sind jetzt über den Daumen
- 6:30gepeilt mal ganz grob fünf Generationen an Waldforschenden.
- 6:34Jetzt mal so unter uns, Peter. 150 Jahre Waldforschung,
- 6:38fünf Generationen Waldforschung. Haben wir nicht allmählich genug
- 6:41geforscht über den Wald? Wissen wir nicht jetzt
- 6:43allmählich mal alles darüber? Wie viel Zeit habe ich denn für
- 6:46die Antwort? Ich schau mal kurz auf die uhr.
- 6:50Ja, so zehn Minuten plus -1 bisschen. Ich fürchte, dass es knapp wird,
- 6:54aber ich kann es zumindest versuchen. Ja, bitte.
- 6:59Zunächst mal, ich habe es schon mal erwähnt, vorhin.
- 7:02Langfristige Zeitreihen in der Waldforschung.
- 7:05Das ist unglaublich wertvolles Material.
- 7:07Denn solche Datenreihen, die über Jahrzehnte kontinuierlicher
- 7:12Beobachtung und wirklich sauberer Versuchskontrolle erhoben wurden,
- 7:16die lassen sich tatsächlich durch nichts ersetzen.
- 7:19Das macht diese Langfristigkeit so wertvoll.
- 7:22Und es ist natürlich eine Gefahr, die da drin steckt,
- 7:25Nämlich abgebrochen sind solche Zeitreihen sehr schnell.
- 7:29Man kann die sehr schnell beenden, aber dann muss man wieder von
- 7:33vorne beginnen. Und das dauert halt dann wieder
- 7:37Jahrzehnte und länger, bis man ähnliche Werte beieinander hat.
- 7:40Also die Versuchsflächen werden tatsächlich mit jedem Jahr
- 7:43wertvoller, mit dem die Zeitreihen sich verlängern.
- 7:47Und dann noch ein anderer Gedanke. Ich meine 150 Jahre,
- 7:52von denen wir jetzt sprechen. Das ist für uns Menschen eine
- 7:55verdammt lange Zeit. Für Wälder und Bäume eher nicht
- 7:59wirklich. Das heißt, die die Zeitskalen, auch
- 8:02die Größenskalen nebenbei von Wäldern und Bäumen sind ganz verschieden
- 8:07im Vergleich zu den unseren. Das heißt, wenn man da dranbleiben
- 8:10will, muss man das wirklich kontinuierlich über lange Zeit tun.
- 8:13Und dann könnte man sagen okay, wir haben ja aus der Vergangenheit
- 8:17Oder könnte man meinen, dass man von früher schon alles gelernt hat,
- 8:21was es zu wissen gibt. Allein das wäre schon nicht der Fall,
- 8:25würde zu weit führen, jetzt tiefer einzusteigen. Aber jetzt?
- 8:28Wir erleben es ja ganz hautnah. Wir stecken im Klimawandel,
- 8:33der die Wälder ganz besonderen Schwierigkeiten Belastungen aussetzt
- 8:38und uns vor ganz neue Fragen stellt. Was wir jetzt haben, zwingt uns dazu,
- 8:42dass wir Gesetzmäßigkeiten, die wir kennen oder zu kennen
- 8:46glaubten oder auch Kennwerte, die wir so im Kopf haben, als Benchmark.
- 8:50Wenn man im Wald umgehen, dass das Dinge sind,
- 8:52wo wir plötzlich gezwungen sind, die neu zu überdenken und beantworten,
- 8:57wie sich so was ändert oder wie so was neu gesehen werden muss,
- 9:00kann man das tatsächlich nur, wenn man Wald beobachtet und wenn man das
- 9:05auch über lange Zeit hinweg macht. Also ja klar, Waldbeobachtungen
- 9:10über eine lange Zeitraum, das ist wichtig, gar keine Frage.
- 9:13Aber es gibt ja schon einige regelmäßige Waldinventuren in Bayern,
- 9:17im Bund, Europa und mit denen generieren wir
- 9:20schon einen Riesenberg an Walddaten. Braucht es da wirklich noch in
- 9:24ganz Bayern ein Netz an diesen langen Zeitdauer? Versuchsflächen?
- 9:27Da bin ich mir sicher, dass es so ist.
- 9:29Denn wenn wir von Forstinventuren, Bundeswaldinventur,
- 9:33aber auch Forstbetriebsinventuren sprechen und auf der anderen Seite
- 9:37von langfristigen Versuchsflächen, dann sind es nicht Dinge,
- 9:42wo man sagt, da kann das eine jetzt das andere ersetzen,
- 9:45sondern so was ergänzt sich sehr sehr vernünftig und gut.
- 9:50Wenn wir uns Forstinventuren anschauen, dann erlauben die uns,
- 9:54dass wir auf großer Fläche und zwar statistisch auch sehr sauber sehen.
- 9:58Was ist dort gerade los? Was ist der Zustand des Waldes dort
- 10:02im Hinblick auf jede Menge Parameter, die die Inventur hergibt.
- 10:06Auf der anderen Seite ist es aber so Die Zeitreihen sind relativ kurz
- 10:10und das, was dann Versuchsflächen auch noch ausmacht, ist, dass man
- 10:15kontrollierte Bedingungen hat, dass man auf verschiedenen
- 10:18Parzellen eines Versuchs verschiedene Optionen durchspielt
- 10:23und daraus Aussagen ableiten kann im Sinne von was wäre wenn?
- 10:28Was würde passieren, wenn wir so und so machen?
- 10:30Welche Gesetzmäßigkeiten erkennen wir dahinter?
- 10:33Das heißt, das ist die Stärke von solchen Versuchsflächen
- 10:36Langfristigkeit und dann die ganz detaillierte strenge Kontrolle und
- 10:42Beobachtung über lange Zeiträume. Wir kennen auf dem
- 10:44Versuchsflächen wirklich jeden Baum sein Leben lang persönlich.
- 10:49Und das macht die Dinge unheimlich wertvoll.
- 10:51Und insofern ergänzen sich die Inventuren.
- 10:53Mit denen kann man gut Informationen in die Fläche bringen.
- 10:57Mit dem Versuchswesen, mit langfristigen Versuchsflächen
- 10:59kann man aber Gesetzmäßigkeiten erkennen und dadurch verstehen,
- 11:04wie das Waldwachstum unter bestimmten Bedingungen reagiert.
- 11:07Das bedeutet der große Unterschied So eine Waldinventur, die sagt mir,
- 11:10so ist es und ich kann einfach nur feststellen, so ist die Situation,
- 11:14so wie Sie da vorfinden. Aber ich kann nichts ändern.
- 11:17Und die Versuchsflächen sagt ja schon der Name.
- 11:20Ich kann dort Dinge ausprobieren, versuchen und gucken,
- 11:23was kommt dabei raus und da lernen. Wenn ich es anders mache,
- 11:26was passiert dann? Ist das eine gute Idee.
- 11:28Das ist vielleicht auch eine weniger gute Idee. Absolut.
- 11:30Bin ich ganz bei dir? Ja. Ich habe jetzt verstanden, Peter.
- 11:34Wie du und deine Vorgänger den Wald beim Wachsen beobachtet.
- 11:36Und was ja auch mit den Daten anstellt, was ich mir überhaupt
- 11:40noch nicht vorstellen kann. Wie habt ihr es geschafft,
- 11:42diese immensen Datenmengen über 150 Jahre mit dem technischen
- 11:47Fortschritt mit zu transportieren. Das heißt, wie habt ihr es geschafft,
- 11:50dass die Daten über einen so langen Zeitraum verfügbar und
- 11:54auch vergleichbar waren? Ich meine, vor 150 Jahren gab es
- 11:57noch kein einziges digitales Gerät, da war Stift und Papier angesagt.
- 12:01Dann kamen Lochkarten, dann kam Disketten, dann kamen CDs.
- 12:04Ja, und heute arbeiten wir mit KI. Also wie habt ihr das Schritt
- 12:07gehalten? Was ganz entscheidend dafür ist, dass
- 12:11die Kontinuität immer erhalten blieb. Das ist tatsächlich eine große
- 12:14Disziplin, die alle Beteiligten immer gelebt haben, eine Disziplin über
- 12:20Wissenschaftlergenerationen hinweg. Und man muss sich vorstellen,
- 12:25es hat sich ja, wie du schon gesagt hast, Hildegard, es hat sehr
- 12:27technisch unglaublich was getan. Anfangs hat man die Daten
- 12:31wirklich auf Papier notiert, zunächst mal, und dann hatte man
- 12:37mechanische Rechenmaschinen, mit denen man so was ausgewertet hat.
- 12:40Und ich meine auch im Versuchswesen. Auch in der Zeit diesen 30 Jahren,
- 12:45die ich in etwa überblicke, hat sich auch schon wieder EDV
- 12:48mäßig was getan. Die Datenbanksysteme,
- 12:50die wir heute haben, die sind wesentlich besser als die,
- 12:53mit denen ich als junger Doktorand mal zu tun hatte, oder?
- 12:57Das ist eine Ära, die ging knapp vor meiner Zeit zu Ende.
- 13:02Das war die Ära der Lochkarten als Programme, als Daten tatsächlich
- 13:06auf so steifen Kärtchen, in die Löcher gestanzt wurden,
- 13:09gespeichert worden sind. Ich sehe schon.
- 13:12Also die Technik, die technischen Schwierigkeiten
- 13:15habt ihr gewusst zu meistern. In 150 Jahren war ja aber nicht nur
- 13:19der technische Fortschritt eine große Herausforderung für euch.
- 13:22Ich frage mich tatsächlich auch Wie hat eure kontinuierliche
- 13:25Forschung lückenlos überleben können mit zwei Weltkriegen,
- 13:29einer Weltwirtschaftskrise und einer Menge politischer Umschwünge?
- 13:34Der allererste Satz meiner Antwort ist genau der gleiche wie vorher.
- 13:40Es gab Leute, die unheimlich diszipliniert.
- 13:45Es gab Leute, die unheimlich diszipliniert waren und auch trotz
- 13:50persönlicher existenzieller Sorgen auch in Krisenzeiten weitergemacht
- 13:55haben, weil sie gesehen haben, wie wichtig das ist.
- 13:58Also wenn mal jemand mit Hintergrund als Historikerin oder Historiker die
- 14:04alten Versuchsakten durchgehen würde. Leider hat man viel zu wenig Zeit
- 14:11dazu und den Schriftverkehr verfolgt. Da kriegt man ansatzweise ein
- 14:15Gefühl dafür, was da trotz sehr sehr unguter Zeiten nach dem Krieg
- 14:20oder oder gegen Ende vom Zweiten Weltkrieg zum Beispiel und was für
- 14:24eine Belastung die Leute standen. Aber die haben es doch gemacht.
- 14:27Also das nötigt einem wie mir durchaus ein gerüttelt Maß an Respekt
- 14:31ab und auch das Gefühl einer starken Verpflichtung, als Waldwachstumskunde
- 14:36ler dieses Erbe weiterzuführen. Und ich hoffe, es kam rüber, dass das
- 14:40Erbe nicht jetzt ein museales ist, sondern etwas, was höchst lebendig
- 14:44ist und was wir wirklich mit unserer Kraft zum Nutzen für den Wald und
- 14:49die Menschen, denen an ihm liegt, zum Einsatz bringen möchten.
- 14:54Insofern auch ein ganz interessanter Punkt, glaube ich,
- 14:57dass unsere Daten heute ganz frei von Emotionen, politischen Richtungen,
- 15:02persönlichen Befindlichkeiten oder Meinungen liefern.
- 15:05Unsere Daten zunächst mal eine unabhängige Information und
- 15:09damit eine fundierte Grundlage für Empfehlungen und auch später
- 15:13für Entscheidungen. Die geben jetzt nicht bestimmte
- 15:16Empfehlungen und Entscheidungen vor. Das hängt davon ab, welche Ziele
- 15:19man als Gesellschaft hat und welche Ziele man auch zum Beispiel als
- 15:24Forstbetrieb oder sonst mit dem Wald betraute Institution hat.
- 15:29Und so was kann sich natürlich ändern.
- 15:31Aber die Information, die Grundlage, das Wie wächst der Wald und warum tut
- 15:35er das? Das bleibt immer gleich. Aber das kennen wir ja auch aus der
- 15:39Vergangenheit die Entscheidungen, die auf gleicher Grundlage
- 15:42getroffen worden sind. Das hängt ganz stark davon ab,
- 15:44was die Gesellschaft zu der jeweiligen Zeit gerade will.
- 15:48Wow, ich bin jetzt wirklich beeindruckt
- 15:50und auch ein bisschen demütig. Peter, Ich zweifle jetzt keine
- 15:53einzige Minute mehr daran, warum es so wichtig ist, dass die
- 15:56bayerischen Versuchsflächen in Bayern weiterbetrieben werden müssen.
- 16:00Und, liebe Hörerinnen und Hörer, ich bin doch ehrlich gesagt ein
- 16:03bisschen stolz, dass wir an der LWF dieses wertvolle Walderbe bekommen
- 16:08haben und wir damit auch betraut worden sind, damit weiterhin
- 16:13verantwortungsvoll umzugehen. Und ganz ehrlich, Peter, mein
- 16:16Eindruck ist, dass diese Waldflächen bei dir in guten Händen sind.
- 16:20Vielen Dank für das Vertrauen. Ja, und es beruhigt mich
- 16:23tatsächlich auch. Ja, es beruhigt mich tatsächlich.
- 16:25Das meine ich auch wirklich so, weil das Thema eigentlich das Megathema
- 16:29Klimawandel spielt ja gefühlt in fast jede Podcastfolge ein.
- 16:32Also jedes Mal, wenn ich einen Forstcast aufnehme,
- 16:35komme ich an den Punkt, wo wir den Klimawandel reden.
- 16:38Und wenn ich dann fertig bin mit der Aufzeichnung, dann gehen mir so
- 16:41manche Gespräche auch wirklich nach. Und ich beobachte mich selber,
- 16:45dass mir in letzter Zeit immer drei Dinge nach jeder Forstcast
- 16:49Folge durch den Kopf gehen. Das erste ist, ich habe den Eindruck,
- 16:52mein komplettes Weltwissen wird auf den Kopf gestellt.
- 16:56Das zweite ist, dass die Anforderungen an den Wald in unserer
- 16:59Gesellschaft immer größer werden. Und da habe ich mich auch mit
- 17:03unserem Chef Dr. Peter Pröbstle in der Forstcast Folge 22
- 17:07eingehend darüber unterhalten. Und das dritte ist Ich frage mich,
- 17:10wie wir in der Forstpraxis noch verlässliche Infos und
- 17:15Empfehlungen bekommen, um gute Entscheidungen treffen zu können.
- 17:18Also wo bekommen wir in einer Welt noch eine Entscheidungshilfe,
- 17:21in der alles in Frage gestellt wird? Ja, ganz ohne Eitelkeit,
- 17:26möchte ich jetzt sagen Die Quelle für die Information,
- 17:29die sind primär tatsächlich wir auf ganz verschiedenen Ebenen.
- 17:34Wir halten Vorträge einerseits wissenschaftlicher Natur,
- 17:37aber für die Praxis sind Vorträge interessant, die sich sehr konkret
- 17:41praktischer Themen annehmen. Genauso ist es mit Publikationen,
- 17:46die wir auf unterschiedlichen Levels von Zeitschriften,
- 17:49die sich an Praktiker richten, bis hin auch zu zu Peer
- 17:52reviewten wissenschaftlichen. Das ist auch eine wichtige
- 17:54Schiene unserer Arbeit. Das heißt, die Information,
- 17:56die wir erzeugen, ist für unterschiedliche Interessengruppen,
- 18:00für unterschiedliche Leute mit unterschiedlichen Hintergründen,
- 18:03hoffentlich von Interesse. Und entsprechend bedienen wir da
- 18:06verschiedene Schienen. Wir machen auch Exkursionen,
- 18:09natürlich. Und wenn man uns nicht fragt,
- 18:12versuchen wir auch immer eine Antwort zu geben, die die,
- 18:15die möglichst hilfreich ist. Oder in meinem Fall ich habe ja
- 18:18schon gesagt, dass sie darum ja nach wie vor verbunden bin,
- 18:22eben auch in einem gewissen Umfang auch Lehre zum Waldwachstum.
- 18:25Dort, also auch hier. Über die Ausbildung fließt die
- 18:28Information quasi kontinuierlich und ständig mit rein.
- 18:32Und dann kommen wir wieder zu dem Punkt.
- 18:35Wir hätten es natürlich immer gerne schneller.
- 18:38Die Information und das Problem. Das hatten wir auch schon.
- 18:43Wald hat wesentlich längere Lebenszyklen als wir Menschen,
- 18:46die haben. Das heißt, man muss einen
- 18:48gewissen Aufwand treiben, diszipliniert sein und Geduld haben.
- 18:52Denn die Zeitreihen sind am Ende der Schiedsrichter darüber, was
- 18:56wirklich Wahrheit ist und was nicht. Und man kann sich, wenn man schneller
- 18:59Informationen braucht, behelfen mit sogenannten Wuchs reihen.
- 19:02Das ist eine bestimmte Sorte von Versuchsflächen und mit
- 19:06Modellrechnungen. Aber am Ende sind es tatsächlich
- 19:08die harten Informationen aus den Zeitreihen, die dann die beste
- 19:13Information hergeben. Harte Zeitreihen.
- 19:16Das erinnert mich an eine Frage, die ich dir vorhin schon stellen wollte.
- 19:20Wir sprechen hier die ganze Zeit über Zahlen, Zeitreihen, Auswertungen
- 19:24und das ist jede Menge Statistik. Wer hilft dir denn,
- 19:27all diese Zahlen zu sammeln, zu dokumentieren und auszuwerten?
- 19:31Sehr gute Frage. Es funktioniert, oder?
- 19:35Es würde nicht funktionieren, wenn man nicht ein sehr gut
- 19:39eingespieltes Team. Bei uns wären die Marinefanger
- 19:44und ich. Wir teilen uns die Leitung vom
- 19:46Versuchswesen. Und dazu kommen schon mal unsere
- 19:50beiden Versuchsleiter. Das sind sehr erfahrene, gewiefte
- 19:53Förster, die die Versuche draußen im Gelände managen und auch die,
- 19:58die die Basisdaten Pflege machen. Da sind zu nennen der Kollege
- 20:02Martin Nickel und der Konrad Gebhard und auch weitere Kollegen,
- 20:07die, wenn Not am Mann ist, uns da nicht im Stich lassen.
- 20:11Und ohne so ein Team, das hier am gleichen Strang zieht
- 20:14und ohne zahlreiche Hilfskräfte, die wir natürlich auch noch brauchen,
- 20:18damit die Dinge im Gelände laufen, wäre das überhaupt nicht möglich.
- 20:21Wichtig ist aber auch unser Counterpart in der Praxis.
- 20:25Es wäre nicht möglich, so ein Versuchsflächen Netz
- 20:28aufrechtzuerhalten, wenn wir nicht von den Leuten in
- 20:32deren Waldbesitz, in deren Revieren unsere Versuche liegen,
- 20:36ein großes Verständnis und großes Entgegenkommen bekommen würden.
- 20:40Das ist zu größten Teilen die BASF, aber auch andere Waldbesitzer.
- 20:45Und ein dritter Punkt Auch das ist wichtig, das zu sagen, nämlich
- 20:49die bayerische Forstverwaltung. Die trägt dieses Versuchs Flächennetz
- 20:53weiter, und das macht sie mit der gleichen Entschlossenheit
- 20:57und mit der gleichen Klugheit, mit der er, unser alter August von
- 21:01Ganghofer das Ganze begonnen hat. Ein sehr wichtiger Punkt aus
- 21:05meiner Sicht und auch an dieser Stelle herzlichen Dank dafür.
- 21:09Ja, das ist total wichtig, weil natürlich auch wenn du
- 21:11heute vor dem Mikro stehst und wir uns darüber unterhalten,
- 21:14aber all die stummen Teammitglieder machen das ja nur möglich,
- 21:18dass all das weitergetragen wird. Und auch all die,
- 21:21die das auf politischer Ebene oder auch im Außendienst mittragen,
- 21:26machen das nur möglich, dass wir weitermachen können,
- 21:28weil der engagierteste Wissenschaftler ist halt verloren,
- 21:31ohne Versuchsflächen und ohne auch Mittel, mit denen er arbeiten kann.
- 21:34Also deswegen. An dieser Stelle sei der dieser
- 21:36umfassende Dank auch gerne Platz eingeräumt.
- 21:40Weißt du, was ich ganz ungewöhnlich heute finde?
- 21:43Ich habe es ja oft mit Wissenschaftlern zu tun,
- 21:45die aber weniger so diese Megazahlen Nerds sind, sondern die meisten.
- 21:49Bei mir sind eher so die Waldfans. Aber du bist ja wirklich so
- 21:54Statistik, da blühst du auf. Und ich finde das total faszinierend,
- 21:57weil die meisten oder beide meisten. Wenn man Zahlen und Statistiken
- 22:01erwähnt, dann löst es bei den meisten Menschen einen spontanen
- 22:04Fluchtreflex aus. Bei dir? Ganz im Gegenteil,
- 22:06Du stehst vor mir und du strahlst. Und du würdest gerne noch eine
- 22:10eigene Podcastreihe zum Thema Waldwachstumskunde aufmachen.
- 22:13Was fasziniert dich denn so an diesem Thema?
- 22:16Einen großen Teil der Faszination macht für mich aus und ich muss
- 22:19dazu sagen, dass er tatsächlich ein Kleinwaldbesitzer bin.
- 22:23Möglicherweise auch deswegen reizt mich sehr stark diese
- 22:27Verbindung zwischen Grundlagenforschung einerseits
- 22:30und Praxis andererseits aus der. Aus den Gesetzmäßigkeiten, die man
- 22:34auf der Grundlagenseite erkennt, kann man die Praxis, glaube ich,
- 22:38kompetenter informieren, als wenn man nur auf der beschreibenden Schiene
- 22:42steckenbleiben würde, von der ich vorhin gesprochen habe und umgekehrt.
- 22:45Aber durch die Verbindung mit der Praxis kommen aus der Praxis
- 22:48auch wieder die interessanten relevanten Fragen rein.
- 22:51Also das ist ein Punkt, der mich sehr fasziniert.
- 22:54Und konkret zur Statistik. Ich sehe mich jetzt als empirischen
- 22:59Naturwissenschaftler und als solcher muss ich Fragen an die Natur stellen
- 23:04und hoffe, dass ich Antworten kriege. Und die Statistik,
- 23:07die ist ganz einfach mein Werkzeug. Oder sagen wir mal,
- 23:10es ist ein Instrument, mit dem ich versuchen kann,
- 23:14wenn ich Daten habe, anhand dieser Daten Fragen an die Natur zu stellen.
- 23:19Also manche Leute sagen aber, die kommen eher aus dem Physikbereich.
- 23:23Die Mathematik ist die Sprache der Natur.
- 23:25Ich glaube schon, dass da was dran ist.
- 23:28Und mein kleines Werkzeugarsenal, das sortiert sich da ein.
- 23:33Peter Ganz zum Schluss brennt mir noch eine letzte Frage auf der
- 23:37Seele Als Waldwachstumskunde ler beobachtest du den Wald beim Wachsen,
- 23:41um ihn besser zu verstehen und uns die Forstpraxis besser zu
- 23:46informieren. Mein Eindruck nach unserem Gespräch
- 23:49Das Wachsen an sich scheint der Wald ganz gut ohne uns hinzubekommen.
- 23:54Und du kennst ja sicher den Spruch Wie gut hat es doch die Forstpartie.
- 23:58Es wächst der Wald auch ohne sie. Ich stelle mir jetzt echt die
- 24:01Frage als Förster in und damit ja eher so als Waldmanager.
- 24:05Sollte ich jetzt besser umschulen auf Waldbeobachterin?
- 24:08Der Spruch Der Wald wächst ohne uns. Das stimmt natürlich.
- 24:11Aber was man bedenken muss ist Wir sind eine irre komplexe
- 24:16Gesellschaft hier bei uns. Und das bedingt, dass wir irre
- 24:20viele Ansprüche an den Wald haben. Vielleicht noch viel mehr,
- 24:23als das vor 50 Jahren der Fall war. Und die Ansprüche sind sehr
- 24:27divers verschieden, und es ist allerdings so, dass der Natur der
- 24:32sind unsere Ansprüche völlig egal. Also was wir wollen oder möchten,
- 24:36interessiert die Natur nicht, die sorgt für bestimmte Entwicklungen
- 24:41und das ist halt dann einfach so, das heißt, ich glaube,
- 24:45es wäre fast ein bisschen naiv, wenn wir meinen, dass wir das,
- 24:50was wir uns als Gesellschaft vom Wald versprechen, dann am besten kriegen,
- 24:54wenn wir den Wald auf großer Fläche aus der Nutzung rausnehmen.
- 24:58Das kann vielleicht ein Ziel sein auf bestimmten Flächen.
- 25:01Aber ich bin persönlich davon überzeugt, dass das nicht das Rezept
- 25:06ist, das uns als Gesellschaft, die an den Wald bestimmte
- 25:10Ansprüche hat, am besten hilft. Aus meiner Sicht geht es
- 25:16tatsächlich um einen klugen, differenzierten und nicht um einen
- 25:19schablonenhaften Umgang mit dem Wald. Und im Übrigen haben auch unsere
- 25:25Versuche in aller Regel immer auch eine unbehandelte Parzelle drin,
- 25:30wo wir nicht eingreifen, also wo tatsächlich der Wald wächst,
- 25:33so wie er wächst, Wenn wir keine Bäume entnehmen, zum Beispiel
- 25:38wenn wir den einfach so lassen. Und gerade diese Flächen haben
- 25:42eine sehr wichtige Information für uns als Referenz.
- 25:46Das heißt, um das noch mal aufzugreifen,
- 25:48ich würde mich also sehr freuen, wenn du Försterin bleibst und
- 25:53unter anderem auch deswegen, denn ich bin sehr davon überzeugt,
- 25:57dass wir zukünftig eher mehr als weniger Profis im Wald brauchen.
- 26:02Weil wenn ich dich richtig verstehe, dann brauchen wir nämlich genau
- 26:04die Waldprofis dafür, die sich auf der einen Seite darum kümmern,
- 26:08dass die Natur sich gut um sich selber kümmern kann,
- 26:11aber auf der anderen Seite, dass die Natur trotzdem uns Menschen
- 26:15und unsere Gesellschaft das liefert, bietet und leistet, was wir dringend
- 26:20brauchen, um gut leben zu können. So würde ich mir das auch vorstellen.
- 26:24Okay, Peter, dann vereinbaren wir heute Folgendes.
- 26:27Ich bleibe Försterin aus Leidenschaft und du bleibst Waldwachstumskunde aus
- 26:31Leidenschaft und sorgt bitte dafür, dass wir auch noch weitere Jahrzehnte
- 26:35fundierte Zeitreihen und Baumdaten bekommen, damit ich und alle anderen
- 26:39Forstleute und Waldbesitzer und Politiker auch in Zukunft noch
- 26:43hilfreiche Entscheidungen rund um den Wald und die Gesellschaft
- 26:47treffen können und noch viel wichtiger diese auch umsetzen können.
- 26:51Die Vorstellung ist mir sehr sympathisch.
- 26:53Gut, ja, wir hatten auch ein sehr sympathisches Gespräch.
- 26:56Peter Ganz zum Schluss möchte ich noch eine letzte Frage stellen.
- 27:00Die hat nichts mit Waldwachstumskunde zu tun. Ja, wahrscheinlich.
- 27:03Ich vermute, vielleicht doch ein bisschen, aber
- 27:05meine Frage hat damit nichts zu tun. Deine Antwort bestimmt schon.
- 27:07Stell dir mal vor, du bist ein alter Herr.
- 27:09Du sitzt in einem gemütlichen Ohrenbackensessel am knisternden
- 27:13Kaminfeuer. Du hast eine Tasse heißen Tee in
- 27:15der Hand, um dich herum deine Enkelkinder,
- 27:18und sie fragen dich Opa Peter, was ist deine beste Waldgeschichte?
- 27:23Was würdest du ihnen erzählen? Oh je. Es gibt verdammt viele.
- 27:27Aber der eine passt vielleicht ganz gut hier zum Thema.
- 27:32In meiner Zeit an der TUM habe ich oft mal Telefonanrufe bekommen,
- 27:40die mit Anfragen zum Wald in irgendeiner Form zu tun hatten.
- 27:44Einmal war ein älterer Herr in der Leitung, und der hat überhaupt nicht
- 27:48gesagt, wer er ist oder was er will, sondern der hat gleich mal
- 27:50richtig losgepoltert. Diese verfluchten Wissenschaftler,
- 27:53die verdrehen alles absichtlich. Denen sollte man usw usw.
- 27:58Und ich habe natürlich zunächst mal den Impuls verspürt,
- 28:01den wir alle verspüren würden. Ich dachte mir okay,
- 28:05jetzt erkläre ich dir mal kurz und deutlich, wie man miteinander
- 28:08spricht und dann lege ich auf. Aber dann dachte ich mir okay,
- 28:12wenn er sich so aufregt, ich bin ein bisschen neugierig darauf,
- 28:15was denn sein Problem ist. Wenn ich sie ihm entlocken kann.
- 28:18Und so habe ich durchgeatmet und versucht, ihn da ein bisschen runter
- 28:23zu kriegen und jetzt mal zu hören, was ihn denn eigentlich bewegt.
- 28:27Und herausgestellt hat sich, dass es sich einfach um den Wald
- 28:31im Klimawandel Sorgen gemacht hat und dass er keine Ahnung, wo er das
- 28:36entdeckt hat. In welchen Medien? Dass er der Meinung war,
- 28:39die Forstwissenschaftler würden sich grundsätzlich und
- 28:42möglicherweise absichtlich die völlig falschen Sachen zur Brust
- 28:46nehmen und analysieren, wo doch das Problem ganz woanders läge.
- 28:49Und dann habe ich mir gedacht okay, vielleicht funktioniert es und habe
- 28:53Schritt für Schritt seine Argumente aufgegriffen und habe versucht,
- 28:58was Sinnvolles dazu zu sagen. Und die Wendung in dem Gespräch,
- 29:03die war dann doch sehr interessant. Wir waren plötzlich in einem ruhigen,
- 29:06höflichen Gespräch drin, wo ich, wo ich seine Bedenken doch lösen
- 29:10konnte, um das mal so zu formulieren. Und er hat dann sogar noch ein paar
- 29:15wirklich gute Fragen gestellt. Und am Ende dieses Gesprächs sind
- 29:19wir mit Dank und recht freundlich voneinander geschieden.
- 29:22Und an dem Tag habe ich doch, glaube ich, für mich etwas ganz
- 29:26Entscheidendes gelernt dass es nämlich nicht nur so sein muss,
- 29:30dass wir die Wissenschaft betreiben, sondern dass wir uns auch doch
- 29:34regelmäßig die Mühe machen sollten, darüber zu sprechen.
- 29:37Und zwar in einer Form, die auch für Laien was nicht heißt,
- 29:42dass das dumme Leute wären oder so, ganz im Gegenteil.
- 29:44Aber für Leute, die den Hintergrund nicht haben, aber interessiert sind,
- 29:48verständlich sind. Und vor diesem Hintergrund
- 29:51bedanke ich mich natürlich sehr. Das war heute auch eine ganz tolle
- 29:54Gelegenheit, das hier zu tun. Mir hat es sehr viel Spaß gemacht.
- 29:58Ich hoffe, es kam ein bisschen was rüber.
- 30:00Mir hat es auch großen Spaß gemacht, Peter und vielen Dank.
- 30:03Bisher war es Waldwachstumskunde Wir ehrlich gesagt nicht mein
- 30:05Lieblingsfach im Studium. Du hast mich heute bekehrt.
- 30:08Jetzt wünsche ich dir noch einen schönen restlichen Tag.
- 30:10Danke, dass du da warst, Peter. Herzlichen Dank, Hildegard.
- 30:13Ich kann mich nur wiederholen. Der Spaß war ganz auf meiner Seite.
- 30:17Sehr schön. Wer von euch jetzt tiefer in das
- 30:21Thema eintauchen will, der findet weitere Infos und
- 30:24Links zum Thema in den Shownotes. Hat euch die Folge gefallen?
- 30:28Dann empfehlt uns weiter und lasst gerne eine Bewertung da.
- 30:32Fünf Sterne heißt Wir haben unser Waldwissen für euch kompakt, klar
- 30:37und konkret auf den Punkt gebracht. Ihr wollt mehr Wald wissen?
- 30:41Kein Problem. Dann lasst uns ein Abo da.
- 30:44Besucht unsere Webseite unter LWF .bayern.de oder folgt uns
- 30:49auf LinkedIn. Wenn ihr Fragen zu einem
- 30:52bestimmten Waldthema habt, dann schreibt mir einfach eine Mail
- 30:55an social media LWF .bayern.de. Hier an der Landesanstalt für Wald
- 31:01und Forstwirtschaft finde ich bestimmt die passende Fachfrau
- 31:05oder den passenden Fachmann, der eure Waldfrage beantworten kann.
- 31:10Das war's für heute. Wir hören uns nächsten Monat
- 31:12wieder zu einer neuen Folge von Forstcast eurem Waldpodcast.
- 31:30Ist Jetzt kommen die Outtakes. So, Forstcast Waldwachstumskunde
- 31:37Klappe die zweite. Auch so ein Ja, fast ein Wort.
- 31:44Ach, lasst es raus. Eure kontinuierliche Forschung, oder
- 31:48wie? Nein, ich mache es noch mal! Das wäre wahrscheinlich ein
- 31:53Gegenstand für 3 bis 5 spannende Podcasts.
- 31:57Ich sehe schon demnächst der Waldwachstumskunde Podcast mit
- 32:01Dr. Peter Biber. Vielen Dank, Vielen Dank.
- 32:03Ich werde bei. Waldwachstum als weiter.
- 32:07Was für ein Wort als Waldwachstumskunde ler. Blätterpause.
- 32:13Gut. Alex, wir sind durch.