Latest / Zusammener finden wir es heraus. Der WARUM Podcast / Warum verzeihen manche PartnerInnen einen Seitensprung und andere nicht
Transcript
- Sabine Osterauer: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Zusammenah. Finden wir es heraus, der Warum Podcast. Und ich habe heute einen Gast bei mir, Stephanie Hill, die wird sich dann gleich selber ein bisschen vorstellen. Und wir reden heute gemeinsam über die Frage, warum gibt es Partner in einer Beziehung, die einen Seitensprung tolerieren und sogar verzeihen? andere nicht. Liebe Stephanie, herzlich willkommen bei mir im Podcast. Biet es also lieb und sag der großen weiten Welt da draußen, wer bist du, woher kommst du und warum möchtest du heute mit mir in diesem Podcast sein? Stefanie Hierl: Vielen Dank, liebe Sabine. Ich freue mich, dass ich hier sein darf und mit dir dieses Thema bewegen und besprechen kann und darf. Mein Name ist Stefanie Hiel. Ich bin Beziehungscoach und Paarberaterin und arbeite mit Paaren, die nicht mehr frustriert nebeneinander leben wollen, sondern wieder glücklich miteinander leben wollen und auch mit Personen ganz grundsätzlich gesprochen, die eine gesunde und erfüllende Beziehung mit sich selber mit dem Partner, mit der Familie kreieren wollen. Es gibt ja ganz oft die Situation, dass man einfach immer mal wieder in so Situationen kommt, die man sein ganzes Leben schon erlebt mit seinen Eltern, mit seiner Mutter, mit sich selber, Selbstzweifel oder auch Partner anzieht, die einem nicht guttun, wo einem dann vielleicht irgendwann mal auffällt, okay, ich... ziehe irgendwie immer wieder dasselbe an. Dieselben Männer, dieselben Frauen. Woran liegt das denn? Der kleinste gemeinsame Nenner bin ich. Das muss mir ja irgendwas sagen wollen, beziehungsweise dadurch kann ich es ja offenbar auch selber lösen. Und ich arbeite online, offline mit Familienaufstellungen und ich sage immer ganz gern dazu, alles auf der Basis von einem bewussten spirituellen Hintergrund. Das heißt Energie, Energiearbeit. Persönlichkeitsentwicklung spielt da auch eine wichtige Rolle. Genau, und ich komme ursprünglich aus dem Allgäu, daher kommt mein in meinem Dialekt, das habe ich durch meine sämtlichen Stationen in meinem Leben, wo ich schon überall gewohnt habe, nicht rausbekommen, was auch gut so ist, es einfach ja dazugehört. Und ich bin jetzt aktuell gerade oder wohne zwischen Regensburg und München und ja genau, bin verheiratet, habe eine Katze. Ich bin Bogenschützin in meiner Freizeit. Was hat mich angesprochen an diesem Thema? Ich glaube, ist ein wichtiges Thema, weil Seitensprünge viel öfter passieren, wie wir denken in Beziehungen. Und weil es ein Thema ist, was viele einfach verletzen kann, wo ganz viel Vertrauen kaputtgehen kann, wo Familien zugrunde gehen können, aber es auch nicht müssen. Mir ist es immer ganz wichtig, Aufklärung zu betreiben, Bewusstsein zu schaffen für diese ganzen Beziehungsdynamiken und von dem her freue ich mich, dass ich heute hier bin und mit dir sprechen kann. Sabine Osterauer: Vielen Dank, liebe Stephanie. Das war eine sehr ausführliche Beschreibung deines Ichs. Wunderbar. Ich finde deinen Akzent sehr charmant. Solltest du die auch behalten. Ist doch ganz was Liebevolles, was du an dir hast. Das Thema Seitensprung. Da klingelt bei mir gleich einmal die erste Frage. Nämlich, das höre ich auch immer wieder, speziell im Freundeskreis, wenn man auch über Seitensprünge spricht. Stefanie Hierl: Danke. Sabine Osterauer: dass jeder, fällt mir auf, anderen Bezug zum Seitensprung hat und zwar ab dem Zeitpunkt, ab wann ist es denn eigentlich ein Seitensprung? Wann beginnt der Moment, wo man sagt, ja das war jetzt ein Seitensprung? Wie siehst du das? Stefanie Hierl: Ganz ähnlich, wie du es gerade benannt hast. Tatsächlich glaube ich, dass es für jeden ganz individuell ist. Für den einen bedeutet Zeitensprung schon, wenn ich bloß mal jemanden anderes interessiert angucke oder jemandem hinterher schaue. Für den anderen ist es dann wirklich, okay, schreiben, heimlich, also überall da, ich meinem Partner etwas verheimliche, wo ich etwas an ihm vorbeinschleuse, wo ich wirklich bewusst ein Geheimnis habe oder dann auch mich treffe, Nähe austausche, küss zärtlichkeiten bis hin natürlich zum sexuellen Kontakt. da ist es ganz individuell und ich glaube auch da gibt es keine Definition, weil für jeden das was anderes bedeutet. Sabine Osterauer: Aber warum ist das so, dass es für jeden etwas anderes bedeutet? Eine Zwischenfrage vielleicht noch. Das Wort Seitenssprung. Woher kommt das? Weißt du das zufälligerweise, wie dieses Wort entstanden ist? Stefanie Hierl: Das weiß ich tatsächlich nicht. Ich persönlich würde es jetzt so übersetzen. Ich springe zur Seite, also sprich von meinem bisherigen Weg ab und gerate da auf eine Nebenbahn, Nebenspur, die neben meinem ursprünglichen Hauptpartnerschaftlichen Leben läuft. Und dann kann ich wieder zurückspringen oder auch nicht. Vielleicht weiche ich auch etwas aus in meiner Partnerschaft. Das könnte ja auch ein Grund sein, für einen Seitensprung möchte ich vorher etwas fliehen, möchte mich etwas entziehen. Also für mich ist auch die Frage, wenn wir über Thema Seitensprung sprechen, was führt denn zu einem Seitensprung? Sabine Osterauer: Interessante Frage nämlich, warum kommt es überhaupt dazu, dass jemand einen Seitensprung für sich in Betracht zieht, bzw. den auch wirklich hat. Ist ein Seitensprung gleichzusetzen mit einer Affäre? Stefanie Hierl: Auch eine gute Frage. Vielleicht ist ein Seitensprung eine einmalige Sache. Ich springe weg von meinem Weg und dann wieder zurück. Eine Affäre ist ja etwas längerfristiges, also für mich zumindest, in meiner Übersetzung, in meiner Wahrnehmung. Vielleicht ist das der Unterschied, was man so sagen kann. Sabine Osterauer: Würdest du sagen, da werden jetzt vielleicht einige dann aufschreien, aber würdest du sagen, ist ein Seitensprung eher Männer- oder eher Frauen-lastig? Aus deiner Erfahrung. Wir haben jetzt keine Statistiken hier, wir haben uns das auch im Vorfeld jetzt nicht genauer angeschaut, aber grundsätzlich, so von deinen Beratungen her, oder von deinen persönlichen, privaten Wissen, Stand her, was würdest du sagen? Stefanie Hierl: Ja, ich hab fast so... Ich vermute, dass diese Frage kommt. Vielen Ich würde sagen, es ist schon relativ ausgewogen. ist seitensprungtechnisch mehr Männer wie Frauen, weil Frauen einen seitensprung oder eine Affäre immer aus anderen Gründen Wie soll ich sagen? Angehen oder tun wie Männer. Also die Beweggründe sind einfach unterschiedlich. Und wenn ich jetzt nur mal auf so eine kurze, ja, was kurz ist, was mir gut tut, wo ich eine Bestätigung bekomme fürs Ego, mich mal kurz gesehen fühle, dann hat das eine andere Intensität oder Intention, wie wenn ich jetzt das wirklich über einen längeren Zeitraum tue und damit aus meiner Sicht auch etwas... in meiner aktuellen Beziehung ja umgehen möchte. Das hat ja mit einem Seitensprung, es wirklich vielleicht so eine einmalige Sache ist, wenn wir jetzt bei der Definition bleiben, einfach nicht so viel zu tun sind. Ein paar Schuhe so aus meiner Sicht. Ja, ich weiß nicht, wie sie es Sabine Osterauer: Ja, Frage ist, weil du gesagt hast, Männer und Frauen haben unterschiedliche Beweggründe, ⁓ sich zu einem Seitensprung hinreißen zu lassen. Bei den Männern, was ich jetzt rausgehört habe, ist deine Ansicht, was für das Ego, was für was Schnelles, was Momentanes, was mir gut tut. Und Frauen sind dann eher, ist der Beweggrund dann eher, sich vielleicht woanders zu Hause zu fühlen auf Stefanie Hierl: Ja. Sabine Osterauer: gehoben zu fühlen, Geborgenheit, Sicherheit in dieser Richtung. Also eher so dieses Nestdenken woanders. Also von früher halt noch. Die Frauen suchen ja dann immer das Nestchen, wo sie dann ihre Nachkommen mehr oder weniger aufziehen können. Ich glaube von daher kommt es ja. Und bei den Männern ist es dann eher so, die denken jetzt nicht wirklich an das nächste Nest, sondern eher an das fremde Nest, nennen wir es einmal so. Wo sie dann auch für die Stefanie Hierl: Ja. Ja? Genau, wir spielen dann mal kurz rein. Sabine Osterauer: Genauso wie der Kuckuck, sie dann auch für die Eier mehr oder weniger dann nicht zuständig sind, wenn wir das jetzt ein bisschen bildlich ausführen. Würdest du sagen, dass es auch altersabhängig ist, wann zur Seite gesprungen wird? Ist das eher in jüngeren Jahren, so mittleres Alter oder dann eher schon so ab dem Pensionsalter? Was hast du da für Erfahrungen oder Überlegungen? Stefanie Hierl: Ja. Ich würde sagen, es kann grundsätzlich immer passieren. Da muss man sich eben, wie gesagt, die Gründe, die dazu führen, anschauen. Der Hauptteil aus meiner Erfahrung ist im mittleren Alter. Ja, wenn einfach viel Gewohnheit sich schon eingeschliffen hat, wenn man jetzt nicht irgendwie ... diese Lebenssteps, diese großen Meilensteine, wenn die schon abgearbeitet sind, Anführungszeichen, also mit Heirat, was weiß ich halt, diese klassischen Dinge, Kinder. Und dann entsteht ja manchmal so ein luftleerer Raum, mit Life Crisis genannt, wo man dann einfach vielleicht mal schaut, was kurz ist, was mir gut tut oder was ja bei Frauen oft auch einspielt, ist dieses sich gesehen fühlen, was dann einfach ja manchmal durch diesen Alltagstrott, durch diese Gewohnheit nicht mehr stattfindet. Und von dem her ist so der Hauptteil meiner Erfahrung nach so im mittleren Alter wenig in den Anfängen, aber kann natürlich auch passieren oder dann am Schluss oder halt so. Gegen das Pensionsalter, ja. Sabine Osterauer: Also was mir auch aufgefallen ist bei ehemaligen Kleinten von mir, dass es oft so ist, dass, weil du es jetzt angesprochen hast, wenn du so die großen Meilensteine abgehakt hast mit Heirat, Hausbauen oder Wohnung kaufen und dann vielleicht noch ein, zwei oder drei Kinder, je nachdem, die Frauen fühlen sich dann oft nicht gesehen. Glaubst du, also wie siehst du das aus deiner Erfahrung jetzt heraus? Ist es wirklich so, dass die Männer ihre Frauen nicht mehr sehen oder bekommen die Frauen, speziell jetzt, wenn sie Mütter geworden sind, anderen Stellenwert, was diese Erotik ausmacht? Stefanie Hierl: Ich glaube, sie bekommen es nicht zwangsläufig, also so von außen über gestülpt. Es ist einfach eine andere Rollenverteilung auch, ein Rollenkonstrukt, mit dem wir ja dann auch konfrontiert sind als Frau, anders wie als Mann. Wenn wir jetzt in dieser klassischen Arbeitsfamilienversorgungsthematik bleiben, dann spielt da einfach was anderes mit rein und dann ist die Frau oder fühlt sich selber ein Stück weit auch oft als, okay, ich bin ja die, die alles managen und immer in Klammer muss, ja, die alles hält, die alles organisiert, weil der Mann sich ja darauf verlässt. Wir haben dann als Frau oft das Gefühl, ja, das kriegt er ja gar nicht mit, was ich alles tue. Und dadurch entsteht dann dieses Gefühl, ich werde nicht mehr gesehen. Es ist vielleicht zum Teil auch selbst erfüllende Prophezeiung, also im Sinne von es entsteht in mir und dadurch sehe ich und begegne ich meinem Umfeld auch dementsprechend. Und gleichzeitig ist es mit Sicherheit auch beidseitig bedingt. also das kann zum einen natürlich aus uns selber raus entstehen. Also in der Frau, okay, selbst erfüllende Prophezeiung, das was in mir ist, bestätigt mir mal an außen. Aber auch einfach durch diese ganze Entwicklung dann, lebensgeschichten-technisch, mit den Meilensteinen, dass dann tatsächlich so eine Gewohnheit, so Alltagsbrot entsteht, wodurch dann das einfach einschläft. das, ja, Gewohnheit ist glaube ich ein wichtiges Wort in dem Zusammenhang. Sabine Osterauer: Also die Gewohnheit und der Alltag lässt das, die Prioritäten verschieben sich wahrscheinlich, wo man anfänglich, noch, also ich glaube schon, dass Kinder so lieb sie sind, aber ich glaube schon, dass sie einer der größten Beziehungskinder überhaupt sind. Also das denke ich schon, ich habe selber einen Sohn und ich meine, der ist aus dem größten Raus, der ist 21 mittlerweile, 22 ist er, Entschuldigung 22, 22 ist mein Kind schon. Stefanie Hierl: Hallo. Ja. Sabine Osterauer: Ich habe schon gemerkt, wie er noch sehr klein war, als noch ein Baby war und so weiter. Da war ja das alles irgendwie, das gab es ja gar nicht. Ich glaube, erste Jahr, dass du deinen Körper wieder zurückbekommst, du bist beschäftigt damit, wenn du eine stillende Mutter bist, es gehört dir ja nichts. Du gehörst dir ja selber auch nicht. Zumindest habe ich das so empfunden, ich möchte es nicht für alle. Stefanie Hierl: Vielen Dank. Ja. Vielen Sabine Osterauer: Mütter natürlich da draußen nicht sprechen, aber ich habe es damals so empfunden und ich kenne einige Mütter, die mir das bestätigt haben und gesagt haben, ich bin so froh, dass du so ehrlich bist und das sagen kannst. Aber man ist in dieser Phase einfach wirklich anders unterwegs und da hast du halt einfach auch meistens keinen Bock. Und dann kommt es natürlich auch immer darauf an, wie war die Geburt und so weiter. Das wissen wir ⁓ dass da auch noch einige Sachen vielleicht noch nicht ganz so geheilt sind wie auch immer. Stefanie Hierl: Ja. Ja. Toten! Ja, absolut. dann das steht ja auch mit rein, ne? Also, dass ich dann einfach auch sehr mit mir selber beschäftigt bin, mit dieser ganzen neuen Strukturierung vom Leben, die da einfach auch entsteht. Und dann, ja, das soll jetzt keine Entschuldigung sein, aber dann ist vielleicht auch wenig Platz und Raum für Partnerschaft. Ist ja logisch, ja? Da ist plötzlich ein neuer Mensch mit dazugekommen. Das ist ja wie, wenn man plötzlich in einer WG wohnt, ne? Nur, dass dieser WG-Mitbewohner halt rund ⁓ die Uhr auch versorgt werden möchte. Sabine Osterauer: Hm. Stefanie Hierl: natürlich was mit der Beziehung und da, jetzt nochmal auf Männer, Frauen zu sprechen zu kommen, das führt dann ganz oft einfach bei Männern dazu, dass sie da sich, der Platz ist nicht mehr da. Sie haben das Gefühl, sie haben keinen Raum mehr, keinen Platz mehr und hüpfen dann bei kurz zur Seite. Sabine Osterauer: Ich habe jetzt genau diesen gleichen Gedanken gehabt wie du. Ich gehe noch einmal so bisschen zurück wie ich damals Mama war. sagte es ist 22 Jahre her, wie ich ein kleines Baby hatte. Ich hatte das Glück, dass es damals keinen Seitensprung gegeben hat. und, nehmen wir mal an, das ist ohne wirklich zu bewerten, sondern wirklich nur darüber zu diskutieren, weil da hat ⁓ jeder seine eigene Meinung dazu. Stefanie Hierl: Vielen Sabine Osterauer: Aber nun mal angenommen, ist jetzt Vater, Mutter, Kind und es hat sich jetzt alles verändert. Und der Vater fühlt sich jetzt als Mann in seiner Rolle verdrängt. Plötzlich ist er nicht mehr der Superliebhaber und alles ist so schön, sondern lass mich in Ruhe, ich bin müde, nimm du mal das Baby, wie auch immer. Und dann macht er halt mit seinen Jungs vielleicht irgendwie eine Tour oder so, keine Ahnung. Stefanie Hierl: Mmh. Ja, so. Sabine Osterauer: und lernt eine andere Dame kennen, die eben nicht gerade in der Mutterschaft ist in dem Sinn und mehr oder weniger ihn überredet oder ist Alkohol im Spiel, wie auch immer. Und es kommt zu einem Seitensprung. Nur mal wirklich so zwischen uns beiden Ladies so diskutiert, ohne Bewertung, ist das auch verständlich? Ist das etwas, wo wir sagen, das kann schon passieren, dass Stefanie Hierl: Ja. Ja. Sabine Osterauer: Das ist wirklich denkbar, dass das passiert und wir können jetzt dem Mann nicht einmal die Todesspritze wünschen, sondern das kann wirklich passieren. Also wirklich ohne Bewertung einfach nur darüber zu diskutieren. Aber wie siehst du das, wenn du dir alle Blickwinkeln wirklich anschaust, von allen Seiten? Stefanie Hierl: Mhm. Ja. Also ich hatte gerade so das Bild wirklich als Bild zu betrachten. Ich mache ja auch Familienaufstellungen, das habe ich ja vorher kurz gesagt. das ist so, wenn man das jetzt sichtbar machen würde, ja, also du hast auf der einen Seite diese Frau, auf der anderen Seite den Mann, kommt dieses Kind dazu. Das nimmt sehr, sehr, sehr viel Raum ein, diese Mutterrolle, die diese Frau nicht nur ausmacht, weil sie ist irgendwo auch noch sie selber, sie ist irgendwo auch noch Ehefrau. Sie ist nicht nur Mutter, aber diese Mutterrolle ist so dominant in sich. so so so so so weit aus und der Mann, diese Partnerschaft wird durch diese alles vereinnahmende Mutterrolle an den Rand gedrängt, diesem Feld, diesem Bild hinaus gedrängt, ist es für mich ja total logische Folge von okay, dann passiert so was. Ja und wie du sagst ganz wichtig ist, da geht es nicht ⁓ Schuld. Oder ⁓ Bewertung. das heißt jetzt nicht, Mütter dürfen nicht mehr ihre Mütterrolle einnehmen überhaupt. Nicht nur, da geht es Bewusstsein und Gleichgewicht und Achtsamkeit zu sagen, ich bin Mama, wir sind Eltern. Da geht es ja ⁓ beide auch. Wie kriegen wir das hin, dass diese eine Rolle nicht übervereinnahmend wird, sondern dass da eine Ausgewogenheit entsteht zwischen Mama, Partnerin und auch ich selber sein. Das ist ja auch das, dann ganz oft passiert durch dieses in dieser Mutterrolle, verlassen sich viele Frauen oder entfernen sich viele Frauen von sich selber, haben das Gefühl, sie sind überhaupt nicht mehr sie selber, können keine Entscheidung mehr treffen, sie sind ganz entfernt von sich und das entsteht ja auch dadurch ein Stück weit. Also ja, sehe ich absolut so, dass das logische Folge konsequent sein kann. Absolut. Sabine Osterauer: Können wir es auch umdrehen? Also wie sehen wir es denn auf der anderen Seite? Denn das habe ich schon. Ich habe vor vielen, vielen Jahren in einem Institut gearbeitet mit schwangeren und stillenden Müttern und habe dann natürlich wahnsinnig viel mitbekommen. war ich doch einige Jahre. Und da gab es Väter, also als sie Väter geworden sind, war die Mutter Stefanie Hierl: Hm. Ja. Sabine Osterauer: nur noch die Mutter und keine Frau mehr. Das heißt auch in dieser Richtung, das gibt es schon und auch hier, ohne es zu bewerten und die wirklich ganz persönliche Meinung jetzt reinzubringen. auch da ist es dann nicht auch das Gleiche, wo man sagt, das kann natürlich auch passieren, dass dann die Frau sagt, ich bin mehr als nur Mama und habe das Kind geboren, sondern ich bin auch noch immer Frau. Ich möchte, dass du mich wieder so siehst und wenn du das nicht machst, dann wird das jemand Anderer tun für dich. Stefanie Hierl: Ja. Ja, richtig. Absolut. Kann man absolut auch umdrehen, in dem Bild würde ja diese Vater-Kind-Beziehung alles vereinnahmen und diese Brille, dann hat der Mann nur noch die Brille auf, aha, ist die Mutter meines Kindes. So, das ist dann alles vereinnahmend und dann fehlt eben dieses Gessehensein als Frau und begehrt werden und dieses, ich sehe dich und zwar nicht als Mama, also nicht im Zusammenhang mit dem Kind. in der Verknüpfung, sondern dich als Frau, als Person. Und das holen sich dann Frauen oder holt sich dann die Frau woanders. Ja, absolut. Sabine Osterauer: Dann haben wir ja gesagt, Seitensprünge passieren ja auch, wenn der Alltag sich so einschleicht, wenn das alles so Hand in Hand geht, beruflich verstrickt, dann hat man halt ein, zwei oder drei Kinder der Kredit vom Haus oder von der Wohnung gehört abbezahlt. Man nimmt ⁓ seinen jährlichen Urlaub in Anspruch, da fliegt man dann irgendwo ans Meer oder in den Bergen oder wie auch immer und es ist halt immer das Gleiche. Stefanie Hierl: Klingel. Sabine Osterauer: Die Kinder werden größer, man hat andere Verantwortung. Aber grundsätzlich wirkt so, wie wenn die Jahre vergehen. wir wissen als Erfahrung, ich kann da schon bisschen mitreden, ich habe doch schon ein paar Jährchen mehr, wo ich sage, es wird immer schneller. Also ab dem Zeitpunkt, wo das Kind mehr oder weniger in dem Kindergarten ist, ist es dann auch schon wieder mit der Schule fertig, hat eine Lehre, hat eine Matura und ist schon irgendwo ausgezogen. Also das geht so schnell, das ist unbegreiflich, obwohl dazwischen wahnsinnig viel stattfindet. Stefanie Hierl: Dann Sabine Osterauer: Ganz, schnell. Das heißt, der Alltag kann auch eine Möglichkeit, eine Option dafür sein, dass eben ein Seitensprung passieren kann. Stefanie Hierl: Mhm. Sabine Osterauer: Meine Frage ist, und das ist eigentlich so bisschen die Ausgangsfrage auch, wenn ich jetzt als Mann oder als Frau, es ist gleich, also einer von der Partnerschaft, es geht bitte auch mit mit homosexuellen Pärchen logisch, also das ist Paar, wir reden hier wirklich von Paaren, der eine hat einen Seitensprung und der andere findet es heraus oder der andere bekommt es gesagt, gebeichtet sozusagen. Stefanie Hierl: Danke. Mhm. Vielen Dank. Sabine Osterauer: Warum, glaubst du, gibt es jetzt Menschen, die so etwas verzeihen können und andere nicht? Und wenn sie es verzeihen können, können sie es wirklich verzeihen? Stefanie Hierl: Ja. Ja, genau, danke, dass du das sagst, weil es ist für mich war wirklich, als ich mich vorbereitet habe auf unser Gespräch einfach so, okay, was ist da wichtig in dem Bereich, war bei mir wirklich so dieses Hauptthema auch können sie es wirklich verzeihen oder sage ich, ich habe dir verziehen nur dieses Beziehungskonstrukt, die Familie aufrecht zu erhalten. Aber lass es meinen Partner, meine Partnerin gleichgültig bei jeder Gelegenheit passiv spüren. Also möchte ich durch dieses angebliche Verzeihen vielleicht einfach nur vermeiden, dass ich mich jetzt mit einer Lebensveränderung auseinandersetzen muss und mir eingestehen muss, es ist doch nicht so gekommen, wie ich wollte und es passt vielleicht auch gar nicht mehr für mich. Also da spielen ja so viele Dinge mit rein. Danke für mich wichtig mit einzubeziehen, Punkt. Also, können Sie es wirklich verzeihen? Und wenn ja, gibt es... Also, warum können Sie es wirklich verzeihen? Da ist es wichtig, hinzuschauen, sich zu fragen, kann ich es wirklich verzeihen? Und wenn ja, würde ich sagen, diese Menschen, Seitensprünge verzeihen können, sind vielleicht die, die dieses Positive, diese Verbindung, die zwischen... also die in der Partnerschaft da ist, die zwischen mir und diesem Partner da ist, in den Fokus stellen und darauf vertrauen, dass diese Verbindung, dieser Boden so stark ist, dass wir das auch schaffen. Das heißt, der Fokus ist ausgerichtet auf das Positive, auf das, uns verbindet und nicht das, was uns trennt. Und diejenigen, die es nicht verzeihen können, sind ausgerichtet auf das, was uns trennt. Also auf diese Entscheidung, auf dieses Hintergangen werden, auf diesen Vertrauensmissbrauch. Wenn ich da hängen bleibe und nur darauf meinen Fokus habe, dann werde ich es nicht verzeihen können. ist ganz klar. Beantwortet die Frage. Sabine Osterauer: Denkst du, weil wir vorher auch so bisschen gesprochen haben über Seitensprung und Affäre, denkst du, dass ein Seitensprung leichter verzeihlich ist als eine Affäre? Oder ist es gleich? Stefanie Hierl: Jetzt würde man vielleicht pauschal sagen, Seitensprung ist leichter zu verzeihen, nicht so lang. Ich glaube, kommt immer darauf an, was wird dadurch im jeweiligen Menschen erschüttert. Weil wenn jetzt dieses Vertrauen, dieser Boden, diese Verbindung total erschüttert wird, alleine durch diesen Seitensprung, dann ist es nicht leichter zu verzeihen. Sabine Osterauer: Zum Thema Seitensprung oder auch zum Thema Affäre. So aus deiner Erfahrung heraus, schaut es da aus mit den Emotionen? Wenn ich heute, wurscht ob männlich oder weiblich, sich dazu hinreißen lasse einen Seitensprung zu tätigen, denkst du oder weißt du, welche Gefühle da dabei sind? Gibt es bei Seitensprüngen oder Affären? Liebe oder gibt es sie nicht? Oder ist das unterschiedlich? Und wenn ja, warum ist es unterschiedlich? Stefanie Hierl: Ich glaube, die Intention... Die erste Intention für Seitensprung oder Affäre ist nicht Liebe, immer ein unerfülltes Bedürfnis. sei es Anerkennung, Wertschätzung, die sehen werden. Sex, also Lust begehrt werden, dieser körperliche Aspekt, Nähe, was viele vielleicht mit Liebe verwechseln. Ja, also es gibt ja auch Personen, die über dieses sexuelle sich Liebe holen, was aber weniger mit dem Gefühl Liebe zu tun hat. Ich glaube, das wäre eine Affäre. Liebe schon entstehen kann, weil es ja über einen längeren Zeitraum dann ist und dass man da dann wirklich auch den Menschen sieht. Genau. Und jetzt habe ich kurz den Faden verloren. Hat es schon die Frage beantwortet? Genau, welche Emotionen sind da dabei? Sabine Osterauer: wie es mit den Emotionen ausschaut. Stefanie Hierl: Welche Emotionen sind da dabei? für mich... Die Hauptemotion ist vermutlich etwas suchen, also ein Fehlen, ein Mangel. Was ich mir versuche, über diesen Seitensprung, über eine Affäre zu erfüllen, dass der mir etwas gibt, was ich so in meiner Partnerschaft nicht bekomme. Vielleicht ist es auch Wut, also im Sinne von ich drücke meinem Partner jetzt auch mal eins rein, ohne dass er es weiß oder auch, dass er es vielleicht mitkriegt. Frustration, weil ich eben nicht gesehen werde oder weil sich etwas in eine Richtung entwickelt hat in meiner Partnerschaft, die ich so nicht gut finde, was mich einfach frustriert. Ja, glaube aber schon, die hauptsächliche Emotion ist Mangel. Also ein Mangel an Anerkennung, Wertschätzung, Liebe. Ja, was ich mir dann versuche über einen anderen Kanal zu holen. Sabine Osterauer: Ich habe oft darüber nachgedacht, wie Seitensprünge entstehen. Was sind so deine Erfahrungen aus deiner Praxis heraus? Ist ein Seitensprung etwas, das man plant oder passierte das? Also von demjenige, es ist jetzt die Frage, von welcher Perspektive wir das jetzt aus betrachten. Aber gehen wir davon aus, ja das ist dieser, keine Ahnung. Dieser frustrierte Mann, sagt, boah, jetzt habe ich eine Frau zu Hause, die ist so toll, aber die ist jetzt nur noch Mama und die will überhaupt keine Zärtlichkeiten mehr mit mir haben, aber ich habe Bedürfnisse, ich brauche das Körperliche, ich brauche den Kick, auch immer, diese Lust, bla bla bla. Ich gehe jetzt mal eine Runde mit meinen Jungs raus und zack, da ist jetzt genau diese eine Dame, die kommt jetzt her. Ist es etwas, was wir trotzdem, wenn wir weggehen, schon bewusst in uns drinnen haben, so nach dem Motto Stefanie Hierl: Ich bin Vielen Mhm. Mhm. Sabine Osterauer: Ich habe jetzt den Frust, ich gehe jetzt weg und ich sende das, weil wir vorher auch schon bisschen von Spiritualität gesprochen haben, von der Energie, die wir schon vorausschicken. Ist es das wirklich, dass wir dann sagen, wir gehen jetzt weg und ich gehe jetzt in eine Bar oder ein Lokal, wie auch immer, und ich habe das schon irgendwo im Hinterkopf, also nicht bewusst, sondern natürlich unbewusst, dass mir da jetzt die ganz tolle Blondine oder Dunkelhaare, wie auch immer, ich will ja dann niemanden ausschließen, über den Weg läuft und genau. Stefanie Hierl: Mhm. Ja. Sabine Osterauer: Und auf die springe ich ein und die springt auf mich ein und hey komm, lass uns heute die ganze Welt vergessen, nur wir beide für ein paar Stunden. Stefanie Hierl: Ja, also ich glaube wichtiger Punkt, den du angesprochen hast, ist unbewusst. Ich glaube die wenigsten planen das wirklich im Sinne von also am Samstag den XY Tag mache ich jetzt das und das mit der Intention und dem Ziel jetzt irgendjemanden aufzureißen. Ich glaube unbewusst ja, also das ist ja auch das, was sich über einen längeren Zeitraum anstaut. Das passiert ja nicht aus dem Nichts heraus. Da muss ja vorher schon das ein oder andere passieren oder sich einschleifen, dass ich an eine gewisse Emotion komme, die dann dafür sorgt, dass ich mit einer gewissen Energie ja auch rausgehe. Und das ist vermutlich vielen nicht bewusst in dem Moment. Also ich glaube nicht, dass sie es wirklich planen bewusst, sondern unbewusst, unbewusst beeinflussen. Sabine Osterauer: Ist es wirklich so, dass immer was im Vorfeld sein muss? Oder denkst du nicht auch, dass es schon so Situationen gibt, wo jetzt nehmen wir mal die Frau, dass es gleich berechtigt bleibt, dass es auch so sein kann, dass grundsätzlich alles wunderbar zu Hause ist, alles toll, die Frau geht mit ihren Mädels weg, wie auch immer, und dann kommt keine Ahnung. Mister, ich bin wunderschön, ich bin jeden Tag auf einem Katalogblatt, du kannst mich an Himmel bewundern und hey, ich schenke dir jetzt eine Nacht mit mir. Aber es ist alles zu Hause, es ist alles in Ordnung, ist alles gut. Und es ist dann trotzdem vielleicht genau dieser Kick oder genau dieses, ich mach das jetzt oder das wollte ich immer schon einmal, einen One-Night-Stand. Stefanie Hierl: Ja. Der schenkt mir jetzt seine Aufmerksamkeit. So ein Mann jetzt zum Beispiel, wo wir vielleicht vorher denken würden, der ist viel zu schön für mich. Sabine Osterauer: Ja. Richtig, ja? Also schon, oder? Stefanie Hierl: Ja, also jetzt wo du das sagst, glaube ich, ja, das kann auch passieren. Gleichzeitig, meiner Überzeugung nach, hat immer alles seine Ursache. Das heißt, wenn ich dann auf diesen wahnsinnig schönen Katalog-Mann treffe und der mir dann seine Aufmerksamkeit schenkt, dann ist ja da auch irgendwo ein, okay, wow, Selbstwert-Push so in dem Moment. Da auch wieder ein Stück weit eine Art Mangel da, die mich ja dazu verleitet. Das muss ich jetzt nicht über Wochen und Monate aufschauen, stimmt, aber das sind ja so Programme, Muster, so was wir mitbringen, Prägungen, die dann auch mal so kurz aktiviert werden können über solche Begegnungen. Sabine Osterauer: Interessant. Und das kann bitte männlich wie auch weiblich passieren, hineinlaufen wie auch immer. Also wir sind ja alle unterschiedlich geprägt, wir sind mit unseren unterschiedlichen Mustern ausgestattet, mit unterschiedlichen Glaubenssätzen. Natürlich kann das jeden von uns passieren und wie gesagt, im Unterbewusstsein laufen ja Sachen ab, die wir gar nicht bewusst mitbekommen und es muss nicht immer gleich der Haussegen komplett schief hängen und vielleicht, keine Ahnung, doch das rote Licht. Stefanie Hierl: Ja. Ja. Sabine Osterauer: gedanklich raushängen zu lassen, so nach dem Motto, ja, aber wenn jetzt jemand ganz toller an mir vorbeikommt, puh, weiß ich nicht, ob ich jetzt wieder stehen könnte. Kann natürlich passieren. ⁓ so bisschen wieder ⁓ die Ursprungsfrage zurückzukommen, kann man Seitensprung verzeihen und welche Partner tun das und welche Partner tun das nicht? Warum denkst du oder Stefanie Hierl: Mhm. Mhm. Ja. Ja. Sabine Osterauer: Kannst du dir vorstellen, dass es Partner gibt, die einen Seitensprung ⁓ hinterfassen können, wenn sie selber schon einen hatten? Also wenn sie auf der anderen Seite gestanden haben? Stefanie Hierl: Mhm. Ja, glaube ich schon. Sabine Osterauer: dass das Verständnis größer ist oder überhaupt da ist. Stefanie Hierl: dass das Verständnis größer ist. was dich in so eine Situation bringt. Das ist ja ganz oft auch mit Schuld behaftet. Wenn ich jetzt davon ausgehe, okay, ich hatte schon selber meinen Seitensprung oder eine Affäre, jetzt passiert mir das auf der anderen Seite und ich fühle mich vielleicht immer noch schuldig wegen meiner alten Affäre oder Seitensprung. Das muss nicht mit demselben Partner oder derselben Partnerin sein. Also ich kann mich ja auch für meinen Seitensprung vor drei Beziehungen immer noch schuldig fühlen. Und jetzt passiert mir das und dann haben wir ja manchmal vielleicht aus so einem Programm in unserer sagt, jetzt ist es so eine Art Ausgleich. Jetzt werde ich auch bestraft da dafür. Ist ja nur fair, weil ich habe es ja auch gemacht. Und jetzt hilft mir das vielleicht aber auch, das jetzt eher zu verzeihen. Sabine Osterauer: Okay, glaubst du, dass man das wirklich ausgleichen kann? Stefanie Hierl: Also ausgleichen, das ist jetzt im übertragenen Sinn gesprochen. Sabine Osterauer: Ja. die Schuld abzugeben dadurch. Nach dem Motto, jetzt kann ich meine Schuld weg, jetzt kann ich mich endlich schuldfrei fühlen. Weil jetzt habe ich ja einen Partner meiner Seite, der hat jetzt genau den gleichen Scheiß gemacht wie ich. Also wenn ich es als Scheiß betrachte. Und jetzt ist es gut. Stefanie Hierl: Und ja. Ja, also ich glaube, solche Themen passieren oder können in der Psyche oder im Unterbewusstsein passieren, die uns dann dazu anleiten, so etwas verzeihen zu können. Das passiert ja auch ganz oft unbewusst. Also solche Themen kommen ja dann über Coaching oder Gespräche oder Psychoanalyse vielleicht ans Tageslicht. Ich glaube, persönlich glaube nicht, du kannst etwas ausgleichen oder auch, dass du es ausgleichen musst, sondern es passiert einfach. ⁓ Du musst gucken oder jeder darf für sich schauen, wie gehe ich mit dem ⁓ was ich selber tue. Wo ist ein Teil der Verantwortung an dieser ganzen Situation und eben auch was veranlasst mich denn da dazu. Also ich hatte auch schon die Situation in meiner Praxis, dass... Ja, ein Paar zu mir gekommen ist, wo er sich ganz furchtbar schlecht fühlt hat seiner Frau gegenüber. Dass er in Anfangs an immer wieder solche Seitensprünge hatte, ist er furchtbar auch darunter gelitten hat. Jetzt kann man sagen, er war so eine Doppelmoral. Aber ich hatte wirklich auch Mitgefühl mit diesem Mann, weil da muss man ja auch betrachten, woher kommt das, ja, dieses immer wieder... im Außen nach Bestätigung suchen und wohl wissend damit tut er seiner Frau weh, damit gefährdet er seine Familie. Ja, also da sind wir wieder bei Prägungen und Muster, die uns unbewusst lenken und steuern. Natürlich verstehe ich auch absolut, wenn die betroffene Frau in dem Fall überhaupt kein Verständnis dafür hat und zutiefst verletzt ist alles gut, verstehe ich absolut nur. Ich finde es einfach wichtig, nicht sofort ein Urteil darüber zu sprechen, sondern wirklich auch die Zeit zu nehmen und das zu investieren, verstehen zu wollen, woher kommt das? Das hat nichts mit, ich heiße es jetzt, gut zu tun, sondern einfach, bin bereit in die Tiefe. zu gehen und zu schauen, was hat denn da dazu geführt. Ich finde das ist unglaublich wichtig. Also für dieses Miteinander, dieses Paar, gleichgültig ob der Weg danach weitergeht oder nicht. Sabine Osterauer: Ja, da bin ich auch bei dir. Ich sehe das genauso, auch von meinen Beratungen her. sehe das wirklich genauso, dass man, ⁓ was es geht, mal dahinter schauen sollte, darf, wie auch immer, ⁓ zu verstehen, wie so gewisse Handlungen gesetzt worden sind, egal jetzt ⁓ welche es geht. Weil es ja immer einen Hintergrund hatte. Ich glaube jetzt nicht, dass wir böse geboren werden. Stefanie Hierl: Ja. Ja. Sabine Osterauer: wäre komisch. Das wird so in mein Weltbild gar nicht reinpassen. Ich glaube einfach, dass wir durch gewisse Prägungen und Glaubenssätze, im Endeffekt Muster, die uns angelernt, antrainiert, angezwungen, wenn es das Wort gibt, worden sind und sich daraus dann möglicherweise wirklich Menschen entwickeln, die dann auch fähig sind wirklich Böses zu tun. Denkst du also zum Thema Seitensprung zurück? Stefanie Hierl: Ja. Ja, ja. Sabine Osterauer: Denkst du, es auch oder wahrscheinlich gibt es ja, also du schon einmal jemanden kennengelernt, der ein notorischer Seitenspringer ist? Stefanie Hierl: Mhm. Ja. Ja. Hab ich schon? Sabine Osterauer: Hast du da dahinter schauen können, warum das so ist? Stefanie Hierl: Ja, konnte ich, weil ich einfach, ja, das wirst du auch kennen aus deinen Beratungen und wenn du jemanden ein Begegnis gut wahrnehmen kannst, dann verstehst du ja. woher das kommt und guckst dahinter. Das schließt sich ganz gut an zu dem, was wir gerade gesprochen haben. Es kann gut sein, dass jemand sehr darunter leidet, so zu sein, sich selber dafür verurteilt. Das ist dann so schade, finde ich, wenn man diesen Menschen dann so von außen auch beurteilt, ja, gleichgültig, ob es jetzt ein notorischer Seitengänger ist oder jemand, der ja, einen Scheiß gemacht hat in seiner Jugend, ja, oder mit Süchten zu tun hat. Ich habe vor kurzem erst ein Gespräch gehabt, das ist ein ganz anderes Thema, aber passt vielleicht auch dazu, der gesagt hat, er wird für immer diesen Stempel haben, ja, mit Sucht. Und das findet er so schade, weil seine Persönlichkeit dadurch gar nicht mehr so im Vordergrund steht und das passt ganz gut zu diesen notorischen Seitengänger. Das ist ja der, der ⁓ immer fremd geht oder die, ist ja egal. Und das finde ich so schade, dieses Bewertende in dieser Gesellschaft und in dieser Welt. Für mich ist ganz wichtig, da mehr Bewusstsein zu schaffen, durch dieses Schau doch dahinter. Es gibt immer einen Grund dafür. Und rauszugehen aus diesen Bewertungen, damit würden wir uns doch so viel leichter machen. Sabine Osterauer: Hast du schon einmal einen Seitenspringer bei dir gehabt in deinen Beratungen, der sehr positiv dazu gestanden ist und gesagt hat, ich bereue keinen einzigen davon? Weil Seitensprung ist ganz oft mit Reue. Das hört man immer, dass sich jeder für entschuldigt und ja, weil das Thema ist ja, warum gibt es Partner, die den verzeihen und andere nicht. Und meine Frage ist, gibt es auch Seitenspringer, die der Meinung sind, da gibt es gar nichts zu verzeihen, weil ist so. Stefanie Hierl: Das Ratsame. Ja klar, sicher. Die gibt's auch, ja, weil ich bin halt so. Ist ja auch so ein ganz schönes Alibi für solche Sachen. Ich bin halt so oder dann Schuldumkehr. Also ja, wenn sie oder er das und das macht, ist ja logisch, dass ich das so tue. Genau, Genau, ja, ich muss dir. Sabine Osterauer: Du hast mich ja dazu gezwungen. Praktisch mit deinem Verhalten hast du mich dazu gezwungen. ⁓ Gott, das klingt so narzisstisch, das kenne ich doch von irgendwo. Stefanie Hierl: Genau, richtig, das sind wir dann eben in diesem narzisstischen Bereich, sind aber auch ganz oft diejenigen, die dann total eifersüchtig sind, und die Freiheiten ihres Partners, ihrer Partnerin extrem, also wirklich auf extremste Einschränken, wo es dann wirklich mich schon auch immer wieder fordert, da Sabine Osterauer: Ja. Stefanie Hierl: Das auch zu sagen, es kommt auch irgendwo her, ist auch in Ordnung und hat auch seine Ursache. ja, ist schon klar. gibt welche, kommen. Ja, voll. Sehr gerne. Sabine Osterauer: Ja. Da kann man fast eine eigene Sendung machen über Narzissmus. mal. Sie meine Profis. Ja. Also das heißt, es gibt schon Menschen, die jeden Seitensprung einfach noch im Kopf haben, auch noch im Gefühl haben. Ich sag's voll klar, es war total cool. Und ich bereue keinen einzigen. Ach so, ja, bin verheiratet, ja, das macht ja nix. Aber das ist so ein stilles Abkommen zwischen mir und meiner Frau oder mir und meinem Mann. Wie auch immer. Und ich... Stefanie Hierl: Ja. Gute Arbeit! Sabine Osterauer: Zuhause läuft halt nichts und ich darf mich austoben und das ist okay und deswegen mache ich das. Aber wird da nicht einem anderen Namen besser passen als Seitensprung? Stefanie Hierl: Ja, also, hast du eine Idee? Ich wollte gerade sagen, wie nennen wir das dann? Aber ja, ich hatte vor kurzem mit einer... Sabine Osterauer: Und gibt es aber keinen, sollte man einen kreieren. Stefanie Hierl: Dame ein Gespräch, die so einen Mann kennengelernt hat, der dann gesagt hat, naja, wir, also meine Frau und ich führen eine offene Ehe. Es kam dann so rüber, ja, die Frau weiß es nur noch nicht, gell? Also, aber für mich gelten einfach andere Regeln, wo man sich so denkt, okay, ja, spannend, ne? So dieses Korkutieren auch damit und ja, also auch als Erfolg verbuchen, ja? Sabine Osterauer: Ja, ja. Ja. Ja, ja. Aber was mich total interessiert jetzt, nämlich auch wirklich von deiner Ansicht her als Paarberatungscoach oder wie auch immer, was mich wirklich interessiert ist, was oder warum, nennen wir es so, warum ist der Seitensprung oder dass die sexuellen Begegnungen mit anderen Menschen so ein Taputhema bei uns, das ist ja wahrscheinlich auch in anderen Ländern, andere Sitten, gibt es wahrscheinlich auch eher offene, keine Ahnung, aber warum ist es wirklich so ein Tabuthema oder so ein, was tut man nicht, das macht man nicht, das gehört sich nicht. Warum ist das so? Warum leben wir nicht alle offen? Also jeder mit jedem, überall. Stefanie Hierl: Das Ja. Ja. Gute Frage, es gibt ja auch Menschen, sagen, der Mensch ist nicht für die Monogrammie geschaffen. Ich glaube, dass das vor allem aus dieser religiösen Prägungsgeschichte kommt, also kollektiv gesehen, gesellschaftlich hier in unserer westlichen Welt, dass uns ja dieses Konzept einfach vorgegeben wurde über viele, viele Jahre und auch wenn es heute ganz anders ist, also mit Atheismus und ... nicht jetzt, es gibt eine Religion, sondern es gibt einfach mehr. So ist es doch etwas, was einfach in uns drin ist, über Evolutionsgeschichten einfach noch in uns veranlagt ist und was wir ja, also wir jetzt in unserer Generation ja auch so kennen, was uns ja vorgelebt wurde. Also wenn ich so meine Familiengeschichte anschaue, dann gab es da also eine Scheidung, aber keine offene Beziehung, jedenfalls wüsste ich es nicht. ⁓ doch besser sagen. Man weiß es nicht. Und ich glaube, deswegen ist das so bei uns noch, also immer noch. Und diese Menschen, es vielleicht für sich anders handhaben, werden dann krumm angeguckt. Ich glaube, wir sind da gerade in einem Wandlungsprozess, gesellschaftlich, dass einfach vieles auch weiter wird, nicht nur in dieser Beziehungsebene, sondern eben auch, also, bewusstseinstechnisch auf anderen Ebenen. Aber wir sind da, glaube ich, am entwickeln. von so anderen Gegebenheiten. Ich glaube nicht, dass wir da schon so weit sind, dass das gesellschaftlich anerkannt ist, dass das wirklich auch in Ordnung ist, dass jemand es anders lebt und dass man drüber sprechen kann. Und ich glaube, deswegen ist das immer noch so ein Tabu. Sabine Osterauer: Der Gedanke, mir jetzt gerade gekommen ist, weil du das jetzt so angesprochen hast, die, ja, also in meiner Familie oder die Generationen vor mir und so weiter, also da wüsste ich jetzt nicht, da gab es eine Scheidung und, also, mehr weiß man nicht oder was auch immer. Ich denke schon, dass aus der Geschichte heraus, es schon so war, dass Männer auch früher, also viel, viel, viel, viel, viel, viel früher, doch Ehender auch ihre Lust außer Haus befriedigt haben, Frauen eher nicht, weil die hatten ja die Kinder. Also ich glaube, dass für Frauen, und ich glaube auch, dass die Sexualität speziell für Frauen viel, viel, viel, viel, viel früher, naja vielleicht noch gar nicht so viel früher, aber viel früher mehr eben dem Zweck diente, schwanger zu werden. Dass dieses Lustempfinden, also ich glaube, ist auch ganz stark von der Kirche ausgegangen, so Frauen dürfen dabei keine Lust empfinden, das sind ja eigentlich Stefanie Hierl: Ja. Ja. Ja. Sabine Osterauer: leberne Brutkästen mehr oder weniger und da wird jetzt ein Kind gezeugt und fertig und der Mann darf sich natürlich schon vergnügen, weil da braucht das ja für sein was auch immer, für seine Potenz. Und ich glaube schon, dass das mit der Emanzipation ja auch einhergegangen ist, dass Frauen dann angefangen haben, hey, was du kannst als Mann, kann ich als Frau schon lange und wenn ich das zu Hause nicht bekomme, dann hole ich es mir woanders. Denkst du, dass das schon so ein Verlauf auch ist? Stefanie Hierl: Vielen Mh. Ja, spielt mit Sicherheit mit rein, weil gerade als ich erzählt habe über das Thema künftliche Prägung ist ja auch bekannt, dass früher diese ganzen Kirchenoberhäupter sehr wohl auch so Dinge gemacht haben, die ja nicht dem Zölibat jetzt zum Beispiel entspricht. das spielt ja da auch rein. Aber es waren, wie du sagst, ja hauptsächlich die Männer, wo das so auch vorgelebt wurde, wo das toleriert wurde, weil wer hat die Gesetze gemacht? Die Männer. Also spielt das mit Sicherheit auch mit rein und dann entwickelt sich irgendwann so eine Gegenbewegung mit Emanzipation und ja, was du kannst, ich schon lange, sind wir wieder bei. was für zum Seitensprung, dann würde ich meinem Mann eins rein. Oder ich will das auch. So, ich möchte auch auf diese Stufe. Sabine Osterauer: Ja, sehr interessant. Es hat sich, wie sich der Seitensprung in Wahrheit ja auch weiterentwickelt hat, beziehungsweise wann er... also ich muss das glaube ich, kann man recherchieren auch noch, vielleicht eine zweite Sendung ja auch immer. Aber wann das mit dem Seitensprung überhaupt aufgekommen ist, denn ich bin ja der festen Überzeugung, dass das vor einigen Jahren noch gar kein Seitensprung war, sondern dass das Recht eines jeden Mannes war, sich Befriedigung auch im Außen zu holen. Stefanie Hierl: Ja. Ja. Mhm. Sabine Osterauer: wenn es im eigenen Zuhause einfach nicht ging oder in dem Moment nicht, weil Kind Nummer 7 gerade geboren worden ist oder wie auch immer. Ich glaube, dass die Männer dazu mal wirklich auch das Recht dazu hatten, in einer Ehe fremd zu gehen oder einen Seitensprung zu haben, während wenn Frauen das auch nur angedacht haben, sie als Hure abgestempelt worden sind. Stefanie Hierl: Vielen Mhm. Sabine Osterauer: Dieses Gewerbe gibt es ja immer schon, aber dann warst du auch eine von denen, aber jetzt als Ehefrau war das natürlich verpönt. Und ich glaube schon, dass dieses Thema mit dem Seitensprung, also er betrügt mich, dass es wirklich als Betrug bezeichnet werden kann, ich glaube, dass das noch gar nicht so lange her ist. Stefanie Hierl: Ja. Mhm. Hallo? Das müssen wir mal recherchieren, das weiß ich nämlich tatsächlich auch nicht. Was mir jetzt da geradezu einfällt, ist dieses Thema mit ehelichen Pflichten, die ja auch... Sabine Osterauer: Genau. Stefanie Hierl: gesetzlich verankert waren, diesem, ja die Frau ist verpflichtet in der Ehe, diese sexuellen Handlungen zu vollführen und Vergewaltigung in der Ehe. Ich weiß es jetzt nicht ganz genau, aber war ja auch in den 90er Jahren, dass das auch erst aufgehoben wurde. Und das wäre mal spannend, das zu recherchieren, ob das vielleicht da zeitlich gesehen auch, ja, in der Nähe. Sabine Osterauer: Ja, ja. Ob das dann wirklich mit diesem, das war jetzt ein Seitensprung ist, weil ich weiß, ich glaube, es war 1982. Ich bin mir jetzt nicht ganz sicher, aber ich glaube, 1982 wurde dann auch das aufgelassen, dass Frauen, um einer Arbeit nachzugehen, die Unterschrift ihrer Männer nicht mehr gebraucht haben. Ich glaube, das war 1982. Ich bin mir aber jetzt nicht sicher. Aber es ist auf alle Fälle de facto nicht sehr lange her. Also wir reden hier nicht von 100 Jahren. Das ist es nicht. Also das ist noch nicht so lange her. Stefanie Hierl: Ja. Ja. Nee. Nee. Sabine Osterauer: Und ich glaube, dass dann eben dieses Thema mit der Gleichberechtigung, Emanzipation und so weiter dann hochgekommen ist. Und jetzt dürfen Männer das nicht mehr. Aber ich glaube einfach, dass diese Gewohnheit und auch dieses natürlich weiter Vererbte an die männlichen Nachkommen, dass das ja trotzdem immer noch verankert ist und das möglicherweise auch dazu führt, dass wir, wenn wir uns wahrscheinlich in Statistik anschauen, Männer wesentlich mehr Seitensprünge haben als Frauen. Stefanie Hierl: Ja, es geht auch. Sabine Osterauer: Weil Frauen, wie du sagst, ehender in eine Affäre gehen. Weil Frauen, glaube ich, auch, aber weniger ebenso dieses Triebgesteuerte haben, sondern mehr dieses Liebhaben ankommen, zu Hause begehrt werden, während die Männer da mehr triebgesteuert sind. Ich brauche jetzt meine Befriedigung, ohne das jetzt abzuwerten, sondern das ist einfach, dass da der Unterschied einfach drinnen liegt. Stefanie Hierl: Ja, emotskul. Genau. Ja, genau und du schallierst. Sabine Osterauer: Ist es jetzt vielleicht eine sehr persönliche Frage, da würde ich mir wirklich wünschen, dass du mir ganz ehrlich deine Meinung dazu sagst. Ich habe mir das oft überlegt. Wenn du jetzt zum Beispiel ein Pärchen hast, die grundsätzlich eine sehr schöne harmonische Beziehung miteinander führen. Und dann kam eben dieser besagte Moment, über den wir schon einmal gesprochen haben. Irgendetwas ist passiert, keine Ahnung. Stefanie Hierl: Mhm. Mhm. Sabine Osterauer: In der Familie ist jemand gestorben, große Trauer, wie auch immer. Ehemann oder Ehefrau gehen am Abend irgendwie weg, lassen sich trösten, keine Ahnung. Und pamm, es passiert. Zu viel Alkohol, keine Ahnung. Ist es manchmal besser, deiner Meinung nach darüber zu schweigen und es mitzunehmen in die Ewigkeit? Oder muss jeder Seitensprung gebeichtet werden, denn sonst hat die Ehe sowieso keine Chance mehr? Oder die Partnerschaft? muss ja nicht immer eine Ehe sein, sondern eine Partnerschaft. Stefanie Hierl: und Es darf aus meiner Sicht auch darüber geschwiegen werden, weil die Frage ist ja immer Sabine Osterauer: ⁓ keine Chance mehr. Stefanie Hierl: Wo möchte ich hin? Und wenn das jetzt aus so einem Moment heraus entsteht und es passiert und ich arbeite das für mich selber auf und ich weiß, okay, die Entscheidung ist aber ganz klar für die Familie und da möchte ich oder Partnerschaft, es ist ja wurscht ob Familie oder Partnerschaft, dann darf auch aus meiner Sicht darüber geschwiegen werden. Sabine Osterauer: Ich sehe das auch so. Ich muss ganz ehrlich sagen, ich sehe es auch so. Weil ich glaube, dass manches Mal ein Fehler ... Du musst es ⁓ schon mit dir selber ausmachen, wenn du es bereust. Was anderes ist, wenn ich jetzt sage, das mache ich sowieso jedes Monat einmal oder zweimal im Jahr, ist mir wurscht und ich verschweige das, dann ist das ein anderer Zugang. Wenn ich sage, es war eine Weihnachtsfeier, eine nicht so offene Geschichte ... Stefanie Hierl: Hm. Ja, richtig. Sabine Osterauer: Und man so schön sagt, dann ist es passiert, ich kann mich eigentlich gar nicht mehr daran erinnern, ein Scheiß. Man tut mir voll leid, es ist total ungut und schlimm. Dass es dann besser ist, einfach darüber zu schweigen, als den Ehepartner damit zu belasten. Denn es ist ja schon eine Belastung, die ich auch abgebe. Und ich denke mir, manchmal ist es besser, wenn man die Fehler mit sich selber ausmacht, ist es ⁓ schon schwer genug. Stefanie Hierl: Ja. Sabine Osterauer: Aber und ich weiß nicht, ob es immer gut ist, den Partner wirklich einzubeihen, weil der wird eben damit auch belastet. Und es ist die Frage, was ändert es denn? Es ist ja schon passiert. Stefanie Hierl: Ja. Ja, absolut. Das ist schon passiert. Wichtig ist wo ich hin und was meine Intention Ich möchte wirklich das Gute, das da ist, durch diesen Moment der schon passiert ist. Wir ja gerade geredet. Ich weiß, wohin ich möchte. Dann würde ich sagen, dann geht diesen Weg. Es ist schwer genug, diese Themen mit sich selber auszumachen, zu bearbeiten. Sabine Osterauer: Okay, vielleicht zum Schluss, zum abrunden, noch eine Frage an dich. Was würdest du jemandem raten, der in einer Situation steht, wo er sich entscheidet, zu springen oder nicht zu springen? Welchen Gedanken würdest du diesen Menschen gerne einhauchen, bevor er die Entscheidung trifft? Ja. Stefanie Hierl: Vielen Sabine Osterauer: Oder nein? Stefanie Hierl: Ja, im Prinzip das, was ich gerade gesagt habe, wohin möchtest du? Wohin möchtest du vielleicht auch? Was motiviert dich? Was hat dich dahingebracht an diesen Punkt? Was motiviert dich jetzt das zu tun, egal ob springen oder nicht springen? Weil in dem Moment, wo ich ihm das einhauchen könnte, kann ja selbst Reflexion entstehen, kann Erkenntnis entstehen, kann entstehen, ich mache das nur, ⁓ wegzukommen von, ⁓ mich abzulenken, ⁓ irgendwas zu vermeiden, zu verdrängen. Und das ist ja danach immer noch da. Das ändert sich ja nicht. Und wohin möchtest du? Wahrscheinlich werden es zwei Sachen. Bin ⁓ nicht die Frau der kurzen Worte. Also dann werden es wahrscheinlich zwei Sachen. Sabine Osterauer: Dann würde ich sagen, wir haben es geschafft. Diese Warum-Frage, warum gibt es Partner, die einen Seitensprung verzeihen und andere nicht, haben wir es zusammen geschafft. Wir haben es geschafft, das wieder herauszufinden, dass ich es nur rausbringe. Ich glaube, ich zu viel über Seitensprung nachgedacht. Stefanie Hierl: Vielen Ja. Sabine Osterauer: Liebe Stefan, ich danke dir sehr auch für deine ganz persönlichen und offenen Worte und dass du uns teilhaben hast lassen auch an deiner Praxistätigkeit. Ich denke mir, du bist sicherlich eine von den guten Beraterinnen, speziell in diesem Bereich, denn auch da habe ich schon einiges mitbekommen, einiges gehört und ich glaube, dass du da sehr gut dahinter schaust. Stefanie Hierl: Danke. Sabine Osterauer: und dir das auch anschaust. Und ich glaube, dass du auch eine von denen bist, und da darf ich mich auch so bisschen dazu zählen, bei mir gehen auch nicht alle Pärchen gemeinsam wieder nach Hause. Also, manches Mal ist dann auch eine Trennung einfach auch besser und auch ein Seitensprung kann manches Mal auch diese Entscheidung, die vielleicht auch besser ist für alle Beteiligten, dann auch hervorbringen. In diesem Sinne. Stefanie Hierl: Ja. Ja. Ja, danke Sabine für deine Worte, für unser Gespräch und ja, es war mir eine große Freude. Sabine Osterauer: Sehr, sehr gerne. Alles Liebe und vielen Dank und ja, viel Spaß jetzt noch beim Zuhören.