Latest / ntv Wirtschaft / Der Iran-Krieg lässt die Bauzinsen steigen
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- Ein Krieg, der die Energiepreise nach oben treibt. Und plötzlich geraten die Notenbanken unter Druck. An den Märkten stellen sich Anleger die Frage, jetzt verkaufen oder einsteigen. Und die Zinsunsicherheit hat direkte Auswirkungen auf die Bauzinsen. Hallo und herzlich willkommen. In diesem Podcast verwandeln moderne KI-Systeme journalistische Inhalte, die auf unseren NTV-Plattformen publiziert wurden, in ein neues Hörformat. Text und meine Stimme wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugt. Vor der Veröffentlichung werden alle Folgen nach strengen journalistischen Standards geprüft. Viel Spaß beim Zuhören! In diesen Tagen richtet sich der Blick der Wirtschaft wieder auf die großen Notenbanken. In den USA, der Eurozone, Großbritannien und Japan. Und auffällig ist, alle halten still. Die Zinssätze bleiben unverändert. Auch die Europäische Zentralbank macht keine Bewegung. Der Rat um Präsidentin Christine Lagarde lässt den Einlagensatz bei zwei Prozent. Über diesen Satz steuert die EZB ihre Geldpolitik ganz maßgeblich. Die EZB setzt damit eine Serie fort. Es ist die sechste Zinspause in Folge. Die Botschaft der Notenbänker, die Inflation ist noch nicht besiegt und die Risiken sind eher größer geworden. Auf der Pressekonferenz am Nachmittag richtet Lagarde deshalb auch einen Appell an die Politik. Der EZB-Rat betont die dringende Notwendigkeit, die Wirtschaft im Euroraum zu stärken und gleichzeitig solide öffentliche Finanzen zu wahren. Jegliche finanzpolitische Reaktion auf den Energiepreisschock sollte vorübergehend, zielgerichtet und bedarfsgerecht sein. Die aktuelle Energiekrise unterstreicht die Notwendigkeit, die Abhängigkeit von fossilen Energiequellen weiter zu verringern. Vor allem die US-Notenbank FED steht vor einem Dilemma. Auf der einen Seite steigen die Preise wieder. Öl wird teurer, Gas ebenfalls, getrieben von der Eskalation im Nahen Osten. Das erhöht den Inflationsdruck. Und eigentlich wäre die klassische Antwort darauf klar. Zinsen rauf. Auf der anderen Seite wächst der Druck auf die Notenbank, die Zinsen zu senken. Und dieser Druck kommt nicht nur aus der Wirtschaft, sondern auch aus der Politik. Die US-Notenbank steht damit zwischen zwei Polen. Inflation bekämpfen oder dem Druck nach Zinssenkung nachgeben. FED-Chef Jerome Powell sagte, wenn man keine Fortschritte bei der Inflation sehe, werde es auch keine Zinssenkung geben. Kein gutes Signal für die Börse. Hier eine Einschätzung von NTV-US-Börsenreporter Jens Korte. Es ist wahrlich kein einfaches Umfeld für die amerikanische Notenbank. Und eben auch schon vor der Zinsentscheidung gab es Druck auf die Aktienmärkte. Der Ölpreis war gestiegen und vor allem hatte es ja auch noch mal frische Inflationszahlen gegeben. Die Produzentenpreise für Februar sind heißer ausgefallen als erwartet. Und wie gesagt, Februar, das war ja noch der Zeitraum, bevor der Iran-Krieg losgegangen ist und dann eben die Energiepreise explodiert sind. Also grundsätzlich Druck auf die Wall Street und kein einfaches Umfeld für die Geldhüter im Moment. FED-Chef Jerome Powell wehrt sich gleichzeitig gegen politischen Einfluss und macht deutlich, dass die Notenbank unabhängig bleiben will. Aber klar ist auch, die Lage wird komplizierter. Wie schwierig diese Abwägung ist, dazu hören wir jetzt eine Einschätzung von Stefan Bales, Volkswirt der KfW-Bankengruppe, im Gespräch mit Patrick Duane. Herr Barles, gestern der FED-Notenbank entscheidet, die Zinsen bleiben im Band zwischen 3,5 und 3,75 Prozent. Was nehmen Sie mit von der FED-Zinssenkung? Denn die Inflationsannahmen sind ja jetzt leicht gestiegen von Jerome Powell und seinen Kollegen. Also erstmal war es keine große Überraschung. Also die Zinssenkung wurde schon erwartet, schon seit Dezember eigentlich. Was jetzt aber eben neu war, ist nochmal die Kommunikation, die Einwertung der Zentralbank. Was man jetzt eben mitnehmen kann für die Inflation, dass man da schon eben kurzfristig eventuell Preissteigerungen sieht. Aber Jerome Powell, ich würde sagen, es war wieder der klassische Jerome Powell. Er hat gesagt, dass man abwarten muss, schauen muss, wie sich das Ganze entwickelt und man da einfach von Sitzung zu Sitzung schaut. Also das typische Wait and See, dass wir erst von Sitzung zu Sitzung schauen. Aufgrund der aktuellen Situation, dem Iran-Krieg, denken Sie, dass die Zinsen länger oben bleiben werden in diesem Jahr? Dann hat er ja im Februar noch zwei Zinssenkungen eingepreist. Jetzt ist es auf eine zurückgegangen. oder sagen Sie im Grunde, naja, vielleicht gibt es sogar eine Zinsanhebung in den USA? Genau, also die zwei Zinssenkungen, die wurden von den Märkten eingepreist. Bei den FED-Protokollen war ohnehin schon nur eine Zinssitzung eingepreist im Dezember. Da gab es gestern auch noch mal neue Protokolle, neue Dotplots, wie sie heißen. Und da sieht man, dass nach wie vor die Notenbänke auch eine Zinssenkung erwarten in diesem Jahr. Aber es bildet sich schon eher eine Meinung heraus, dass beide ein bisschen näher beieinander sind, die Lager, dass man entweder eine oder keine Zinssenkung erwartet dieses Jahr. Und wenn man verstehen will, warum die Börsen gerade so nervös sind, dann lohnt sich der Blick auf genau den Faktor, der diese Lage ausgelöst hat, die Energiepreise. Denn die reagieren gerade besonders sensibel auf die geopolitische Lage. Nach einem Angriff auf das Gasfeld South Pass, das gemeinsam von Iran und Katar ausgebeutet wird, springen die Preise zeitweise deutlich nach oben. An der Börse in Amsterdam legte die Notierung für den richtungsweisenden Erdgas-Terminkontrakt TTF am Morgen zeitweise um mehr als 30 Prozent zu. Die Preissprünge zeigen, wie nervös die Märkte sind. Schon einzelne Ereignisse reichen aus, um starke Ausschläge auszulösen. Gleichzeitig reagieren auch die Finanzmärkte. Anleger beobachten die Entwicklung genau und stellen sich die Frage, soll ich jetzt verkaufen? Eine einfache Antwort gibt es darauf nicht. Raimund Brichter ist der Frage nachgegangen und hat mit Stefan Kemper gesprochen. Er ist Anlagestratege bei der BNP Paribas. Ölpreis steigt, Gaspreis steigt, aber Sie haben Ihre Höchststände von Anfang letzter Woche noch nicht erreicht. Ist das ein gutes Zeichen? Ne, so weit würde ich tatsächlich nicht gehen. Was viel wichtiger ist, ist das Niveau, auf dem wir uns befinden und wir setzen uns beim Ölpreis bei um die 100 Dollar fest. Gas ist zuletzt nochmal jetzt auch weiter gestiegen, gerade jetzt nach den jüngsten Angriffen auf die Gasfelder in Katar. Aber das ist für die Wirtschaft, glaube ich, viel, viel wichtiger. Denn je länger wir auf diesen hohen Niveaus bleiben, desto größer ist der negative Effekt, den diese hohen Energiepreise dann auf die wirtschaftliche Aktivität haben. Aber wir wissen ja auch an diesen Energiemärkten, das sind ja im Prinzip auch Finanzmärkte, da spielt Psychologie eine ganz, ganz große Rolle. Die Preise können auch wieder stark fallen, zumal man ja vielleicht erwarten kann, dass Donald Trump irgendetwas tun wird. Denn er achtet ja auf die Öl, auf die Energiepreise und auf die Aktienmärkte. Das sagt man im Englischen, it takes two to tango. Also das kann Trump nicht alleine bestimmen. Er hat den Krieg alleine begonnen, er kann ihn nicht alleine beenden. Die Israelis müssen mitspielen und auch der Iran muss die Feindseligkeiten letzten Endes einstellen. Und da spielen dann teilweise etwas andere Überlegungen eine Rolle. Gerade der Iran hat eigentlich ein großes Interesse daran, möglichst lange hohe Energiepreise zu erzeugen, um halt die Schmerzen für alle Beteiligten möglichst hoch zu halten, um eine abschreckende Wirkung zu erzielen. nach vorne gerichtet. Schauen wir jetzt zum Schluss noch auf die Aktienmärkte. Die haben sich ja eigentlich, vor allem wenn man den amerikanischen Aktienmarkt anguckt, relativ stabil entwickelt bis jetzt. Wird das so weitergehen oder glauben Sie, dass es nochmal deutliche niedrigere Kurse gibt? Ich glaube, wir müssen uns potenziell nochmal auf einen Rückschlag einstellen. An den Aktienmärkten hat man eigentlich zu Anfang des Konfliktes gesagt, naja, Ein paar Tage Lieferbeeinträchtigung sind kein Problem. Dann hat man gesagt, ein paar Wochen Lieferbeeinträchtigung sind kein Problem. Jetzt haben wir festgestellt, dass wir eben nicht mehr über Wochen, sondern über Monate reden. Denn selbst wenn die Straße auf ist, die Anlagen sind beschädigt, werden also weiterhin Lieferverzögerungen zu erwarten sein. Das bedeutet längerfristig steigende Energiepreise. Das wiederum heißt dann natürlich auch schwächeres Wirtschaftswachstum, sinkende Unternehmensgewinne und ist halt auch tatsächlich erstmal nicht gut für die Anlegerstimmung. Was bedeutet das für mich als Anleger? Soll ich jetzt meine Aktien alle verkaufen? Ich glaube nicht. Panik ist gerade in solchen Zeiten immer ein schlechter Ratgeber. Es macht sicherlich Sinn, ein kleines bisschen Risiko zu reduzieren. Sie haben es gerade auch gesagt, wir sind noch nicht so weit von den Höchstständen weg. Das heißt, viele haben wahrscheinlich auch noch Gewinne auf ihren Positionen. Da jetzt mal ein paar Gewinne vom Tisch nehmen und sich vielleicht auch schon mal so einen Einkaufszettel schreiben, wo man vielleicht einsteigen möchte, wenn die Kurse noch mal 5 oder 10 Prozent tiefer sind. Ich glaube, das ist im Augenblick eine interessante Strategie. Die Zinsunsicherheit zeigt sich auch bei den Bauzinsen, denn die steigen wieder. Wenn Inflation und Zinsen schwer kalkulierbar werden, verteuern sich oft auch Kredite. Gerade in einem Umfeld, in dem die Märkte ohnehin nervös sind, kann das für viele zum Problem werden. Finanzierungen werden schwerer planbar, Entscheidungen werden aufgeschoben. Welche Rolle der Iran-Konflikt dabei konkret spielt und warum Immobilienkredite unter Druck geraten, erklärt jetzt Thomas Kreil von Interhüb im Gespräch mit Sibylle Schaar. Ein sehr wichtiges und spannendes Thema, das wir jetzt weiter vertiefen können mit dem Finanzexperten Thomas Kreil. Einen schönen guten Tag, Herr Kreil. Knüpfen wir direkt da an. Womit rechnen Sie persönlich? Wird der Iran-Krieg Immobilienkredite weiter verteuern? Ja, was wir aktuell beobachten, Frau Schaar, ist, dass es einen deutlichen Aufwärtstrend gibt bei den Bauzinsen. Schauen wir im Februar, da hatten wir bei Zinsen für zehnjährige Darlehen im Schnitt einen Prozentsatz von 3,6. Aktuell liegt das schon wieder bei 3,8 und die Tendenz ist weiter steigend. Sie sagen Tendenz steigend, 3,6, nun 3,8. Wagen Sie einen Blick in die Zukunft auf die nächsten Wochen und Monate. Wie hoch könnten die Zinsen denn steigen? Ja, wir gehen in den wochenenden Monaten, die vor uns liegen, weiterhin von einem volatilen Zinsumfeld aus. Die Marke von 4 Prozent, die ist durchaus realistisch. Prognosen auch unseres Bankenpanels bestätigen uns da mit Blick auf die geopolitische Lage. Und die ist geprägt von großen Unsicherheiten. Wenn wir auf die Bauzinsen schauen, dann ist ja immer die Frage, wie gestaltet sich da eine Entwicklung? Die orientieren sich ja an den Renditen der zehnjährigen Bundesanleihen. Und die haben zuletzt spürbar angezogen. Daher ziehen nun auch die Bauzinsen nach. Und wir haben es vorher auch schon gehört. Grund dafür ist vor allem eben die Angst vor einer Rückkehr der Inflation und befeuert durch den Iran-Konflikt die damit verbundenen Risiken, was Energiekosten betrifft. Herr Kall, was raten Sie denn angesichts dieser Entwicklung jetzt denen, die gerne bauen oder eine Immobilie kaufen möchten und eben Kredit brauchen? Jetzt noch ganz schnell etwas abschließen, Ruhe bewahren. Wie kommt man jetzt am besten an ein halbwegs faires und günstiges Angebot? Ja, der Schlüssel ist, und das ist mein ganz klarer Rat für Interessierte, die kaufen oder auch eine Anschlussfinanzierung planen müssen, wer jetzt eine passende Immobilie hat und die auch bekommen kann, der sollte nicht auf sinkende Zinsen spekulieren. Das kann in der Tat teuer werden. Es ist so eine dynamische Phase und da ist eine persönliche Beratung und der Vergleich verschiedener Angebote essentiell wichtig. Denn wenn wir auf die schnell ansteigenden Zinsen schauen, dann beobachten wir bei unseren Kundinnen und Kunden, dass die Schere zwischen günstigen und teuren Darlehen sehr schnell auseinanderdriftet. Und damit ist mein ganz klarer Rat, individuell zu vergleichen, um eine persönlich passende Lösung aufzufinden. Und das gilt für Erstfinanzierer wie auch für alle Kundinnen und Kunden, die ein bestehendes Objekt umschulden möchten. Jetzt haben Sie gerade schon gesagt, dass das individuell sehr verschieden ist. Aber haben Sie abschließend vielleicht noch ein, zwei Tipps, an welchen Stellschrauben man grundsätzlich drehen kann beim Thema Finanzierung? Ja, wenn wir auf die Finanzierungsbelastung aus den Zinsen schauen, dann spielt da sehr stark eben der Beleihungsauslauf mit rein. Es ist das Verhältnis des Kreditbetrags zum Beleihungswert der Immobilie. Und da lässt sich sehr gut auch eine Kondition beeinflussen, wenn die Möglichkeit besteht, bewusst auch Eigenkapital in einem höheren Maße einzusetzen oder, und das ist eine ganz klare Empfehlung, zu prüfen, welche nachrangigen Darlehen, geförderte Darlehen, KfW-Mittel hier helfen können, um die Kondition auch dann unter die 3,8 Prozent aktuell zu bekommen. Das war unser Blick auf die aktuellen Nachrichten aus der Wirtschaft für den Moment. Wir hören und lesen uns wieder bei NTV, in der App, im TV oder hier im Podcast.