Latest / Das Gelbe vom AI - Der KI-Podcast / #105 Rebecca Hundschell: KI-Kulturwandel, AI-Slop, Diversität & Change-Management
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- Michael Witzenleiter: Ja, hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Das Gelbe vom AI, eurem Podcast ⁓ alles, das Thema KI betrifft. Wie ihr wisst, sind wir immer zu zweit. Mein Name ist Michael Witzenleiter und sonst habe ich immer meinen Co-Host, Sean-Luc Winkler, dabei, da er gerade unterwegs ist und die Verbindung nicht ideal ist, werdet ihr heute mit mir vorliebnehmen müssen, wobei so ganz stimmt das nicht, weil wir haben natürlich heute, wie im zweitwöchentlichen Wechsel, immer eine Gastfolge. Und ich freue mich heute sehr, dass wir mit Rebecca Hundstall heute einen wunderbaren Gast zum Thema KI hier bei uns haben. Aber Rebecca, vielleicht stellst du dich einfach mal kurz selber vor. Hallo und herzlich willkommen. Rebecca Hundschell: Herzlich willkommen, vielen lieben Dank, Michael, für die Einladung. Ja, ich stell mich total gerne vor, mein Name ist Rebecca Hunchell, ich bin studierte Wirtschaftsinformatikerin und mich treibt das Thema KI ehrlicherweise jetzt schon seit knapp acht Jahren ⁓ Also ich bin nicht mehr ganz so frisch in dem Game. Ich bin eigentlich ein ganz klassisches Konzernkind. Ich bin sehr stark groß geworden in oder hab meine ersten Schritte gemacht. Konzernumfeld, ich war in der Automobilzulieferbranche und davor in der Chemieindustrie und habe da ja eigentlich KI eingeführt aus der Sicherheitsperspektive. Das heißt immer mit der Fragestellung, wie können wir KI ethisch korrekt, aber auch sicherheitstechnisch und Compliance technisch passend einführen. Das ist eigentlich auch das, was mich weiterhin umtreibt. Ich sehe einfach, dass KI eine Technologie ist, die ja, die wirklich verändert. wie wir Zukunft gestalten können und wie wir auch Zukunft gestalten werden. Und da gibt es enorm viele ethische und sicherheitstechnische und verantwortungsvolle Fragen, die wir uns ja ansehen sollten und die wir oder derer wir auch als Gesellschaft uns bewusst sein sollten. Und das ist das, was mich anschreibt. Michael Witzenleiter: Ja, deshalb bist du auch heute hier. Vielen Dank, Rebecca. Wir haben uns ja kennengelernt bei einem sehr spannenden Thema, nämlich bei der KI-Werkstatt, wo wir gemeinsam mit Jugendlichen und Sozialarbeiterinnen und Arbeitern dort gerade ein etwas größeres Projekt haben. Und was ich sehr faszinierend an dir fand, einfach auch dein sehr starker Schwerpunkt auf das Thema Frauen im KI-Bereich. Du bist ja Ergründerin von The Female AI Club. Vielleicht kannst du dazu auch noch ein paar Worte verlieren, was sich da genau legt. Rebecca Hundschell: Ja, total gerne. Genau, also ich bin eigentlich immer, ich habe so eigentlich zwei parallel Welten, in denen ich lebe. Ich bin eigentlich KI-Beraterin, Selbstständige für den Mittelstand in Deutschland rund ⁓ die Themen, wie führe ich KI sicher, verantwortungsvoll und wirklich nachhaltig in meinem Unternehmen oder in meinem Team ein. Das bedeutet KI-Enablement, klassisch KI-Trainings, KI-Hackerphones. aber auch mal den Impuls bei den Führungskräften, ⁓ eben auch aufzubrechen, wie gehen wir gut an dieses Thema KI ran. Und dann habe ich eben einen zweiten Schwerpunkt, der auch sehr, sehr stark derzeit überwiegt. Michael, du hast es schon richtig gesagt, mit dem Fokus Frauen. Was wir gerade sehen ist, ich hatte ja gesagt, KI ist eine Technologie, die unsere Zukunft gestalten wird und leider sitzen trotzdem hauptsächlich Männer mit am Tisch, wenn es darum geht, wirklich zu überlegen, Wie gestalten wir KI? Wie führen wir KI im Unternehmen ein? Und das prägt dann natürlich die Entscheidungen der künstlichen Intelligenzsysteme, aber auch lässt einfach eine Perspektive aus. Und das ist eigentlich der Grund gewesen, warum wir den Female AI Club vor jetzt über einem Jahr gegründet haben. Wir haben den Female AI Club als Safe Space Community für Frauen gegründet, weil wir einfach gesehen haben, dass Frauen andere Bereiche und aber auch andere Communities brauchen, ⁓ sich mit künstlicher Intelligenz zu beschäftigen, sich da auch ran zu wagen und eben aber auch diese KI-Welt divers zu prägen. das machen wir. Wir sind mittlerweile über 4.000 Frauen im Netzwerk. Selbstständige Konzernfrauen, Mittelstand, Start-ups, also wirklich sehr, sehr divers auch aufgestellt. Und was uns an sich ausmacht, ist, dass wir sagen, wir sind kein reines Lernportal oder auch kein Karriere-Netzwerk, wie man es im klassischen Sinne kennt, sondern wir nennen uns wirklich auch immer Safe Space Community. Das bedeutet, wo wir wirklich sagen, ist ein Ort, wo sich Frauen auch trauen dürfen, Fragen zu stellen, wo auch Fails einfach genauso gefeiert werden wie auch einmal ein Erfolg und wo wir einfach ganz klar sagen, wir wollen, dass Frauen in der KI-Welt sichtbarer werden, wir wollen, dass die KI-Welt diverser wird. mit dem klaren Ziel, dass wir einfach sehen, dass KI-Systeme besser sind, wenn diverse Perspektiven einschließen. Michael Witzenleiter: Ja, tolle Initiative, alles Gute dabei. ja, wenn ihr euch dafür interessiert, in den Show Notes gibt's auch einen Link dann natürlich dazu, dass ihr euch mit dem Thema beschäftigen könnt und ja, wenn ihr wollt, auch teilnehmen könnt. Lass uns doch mit einer Einstiegsfrage einsteigen, Herr Becker, und zwar, du berätst ja viele Unternehmen und wie würdest du denn aktuell so den KI-Reifegrad in den deutschen Unternehmen beschreiben? Wo stehen wir da eigentlich momentan? Rebecca Hundschell: Mhm. Ja, ich tue mir da total schwer. Ich habe dann ein Zitat rausgesucht und das ist, wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass. Das ist tatsächlich das, was ich gerade ganz, ganz viel in deutschen Unternehmen sehe. Warum? Wir erhoffen uns alle irgendwie ganz, schnelle Erfolge, wenn wir KI einsetzen. Du siehst es ja vielleicht in deiner eigenen Praxis auch. Wir vergeben einen Toolzugang im Unternehmen. sagen dann, hey, wir packen das auch noch in die Verzielung, nutzt KI. Jede Führungskraft wird darauf hingewiesen oder wird motiviert, den Mitarbeitenden zu sagen, hey, nutzt doch KI. Aber wir scheuen uns eigentlich so ein bisschen vor den damit verbundenen Konsequenzen einer KI-Einführung, wenn es darum zum Beispiel geht, dass wir unsere Datenstruktur hinterfragen. dass wir aber auch Prozesse hinterfragen, bevor wir versuchen, KI drüber zu kippen. Also dass wir wirklich auch sagen, passt dieser Prozess noch? Oder muss ich vielleicht den Prozess an sich auch nochmal angehen im Prozessmanagement, bevor ich Künstler Intelligenz einfüge? Oder ist es überhaupt ein Prozess, wo ich KI brauche, ⁓ wirklich schneller oder automatisiert zu sein? Ganz häufig werden nämlich gerade Prozesse auch für KI-Projekte ausgewählt, wo es eigentlich gar keine KI-Bedarf oder benötigen würde. man aber trotzdem einfach gerade dieses Hype-Thema so unbedingt positionieren möchte. Und ich sehe einfach, dass wir gerade sehr, sehr kurzfristig gedacht an das Thema rangehen und wenig auch dann in die Unternehmenskultur rund ⁓ KI investieren. Und das ist, glaube ich, deswegen finde ich passt dieser Satz auch so. Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass, weil man irgendwie so, man will ganz schnell die Vorteile mitnehmen. Und das ist auch total fair. Und das würde ich auch jedem Unternehmen empfehlen, da zu gucken, was sind denn die Vorteile, die wir durch KI haben können. Aber was so bisschen fehlt, ist wirklich die Auseinandersetzung auch mit den Themen, die nicht ganz so sexy sind, wie KI-Einführung, wenn es dann wirklich ⁓ Datenqualität geht, Compliance geht, Ethik geht, Kultur geht und all das, was vielleicht auf den ersten Moment nicht ganz so messbar ist, was aber am Ende des Tages entscheidet, ob eine KI-Implementierung erfolgreich ist, ja oder nein. Michael Witzenleiter: Du hast schon sehr wichtiges Thema gerade angesprochen. Und zwar haben wir ja gesagt, dass wir heute in der Folge ganz gerne über zwei Themen sprechen möchten. Vielleicht starten wir mit dem ersten. Dazu nehme ich den Thema Change Management und auch eine Stück weit eine philosophische Perspektive auf das Thema KI und was sie mit uns als Menschen, vor allem auch mit den Unternehmen dann macht. Wie würdest du sagen, verändert denn KI unser Denkvermögen? Also wie gesagt von uns als Person, aber auch als Rebecca Hundschell: Mhm. Michael Witzenleiter: gesamtes Unternehmen. Rebecca Hundschell: ⁓ die Frage zu beantworten, muss man glaube ich auch erstmal verstehen, wie denken oder auch unser Gehirn funktioniert. Grundsätzlich funktioniert das menschliche Gehirn wie ein Muskel. Das heißt, wenn ich mein Gehirn nicht benutze, dann wird dieser Muskel kleiner. Deswegen spricht man zum Beispiel auch von Gehirn-Jogging. Das Gehirn wirklich zu trainieren, als wenn ich ins Fitnessstudio gehen würde. Und was wir jetzt gerade bei künstlicher Intelligenz sehen, ist, dass künstliche Intelligenz super schnell zu jeder Frage, ich habe, eine Lösung vorschlägt. Und dadurch verändert KI auch, wie wir Probleme angehen. wir eben, ja, früher hat man ein Problem gehabt und hat mir erstmal überlegt mit seiner eigenen Erfahrung und dem, was man erlebt hat, wie man geprägt ist, vielleicht aber auch dem Netzwerk, das man außenrum hat im Unternehmen, hat man überlegt, Mensch, was könnte denn eine Lösung sein? Und heute kippt man das als erstes Mal in ein KI-Chatboard, bekommt dann eine Lösung, die gut klingt. Natürlich sind diese KI-Systeme auch trainiert, dass sie Ergebnisse erzeugen, die gut klingen, die überzeugend klingen. Und dann sagt man, ja klar, macht Sinn. Man denkt selbst deutlich weniger, weil man halt eben dieses Denken auch zu einem gewissen Teil an die künstliche Intelligenz auslagert. Und was dadurch passiert ist, dass eben dieser Denkmuskel einfach weniger trainiert wird. unser Gehirn wird dann wirklich auch kleiner und wir werden dümmer, wenn wir uns zu sehr auf künstliche Intelligenz verlassen. Und das ist natürlich sehr, schwierig. Was wir gleichzeitig aber auch sehen, ist, dass Lernen bzw. auch Erfahrungen sammeln im Job dadurch deutlich weniger werden. Also dass wir weniger scheitern, dass wir weniger selbst durchdenken und da Was sehen wir da im Unternehmen? Im Unternehmen sehen wir, dass Probleme sehr schneller gelöst werden, das häufig aber nicht die besten Problemlösungen sind, weil eben Künstlerintelligenz am Ende des Tages auf eine gewisse Trainingsbasis zurückgreift. wenn diese Trainingsbasis eben nicht innovativ oder neu denkend ist, dann wird eben auch diese Lösung nicht neu denkend sein, sondern die wird einfach wirklich so ein... Ja, wie sagt man, darf es ein Einheitspreis sein und es fehlt so bisschen auch dann dieser USP, der verschwinden wird, wenn wir uns wirklich nur noch auf künstliche Intelligenz verlassen. Aber was wir natürlich auch sehen ist, wir sprechen ja auch ganz viel über diesen AI-Slop, also über diese inhaltslosen KI-generierten Ergebnisse, die überall in ganzen Unternehmen jetzt gerade auch durch die Welt geschickt werden und als Präsentationen irgendwie weitervermittelt werden. Und das sehen wir einfach sehr, stark, dass wir einen hohen Anstieg an diesem AI-Slop haben, weil Menschen eben verlieren oder vergessen, Ergebnisse der künstlichen Intelligenz wirklich kritisch zu hinterfragen oder aber sich davor auch Gedanken zu machen und die dann zum Beispiel mit einer KI zu verfeinern. Das verändert unser Denkvermögen, das verändert aber auch im Unternehmen definitiv die Qualität der Ergebnisse. Michael Witzenleiter: Ja, absolut. meine, ist heutzutage relativ einfach, sehr, sehr viel Content zu produzieren. Und in der Vergangenheit, glaube ich, hat man Unternehmen immer gelernt, wenn viel produziert wurde, steckt enorm viel Arbeit drin. Und die Leute, die viel produziert haben, waren dann in der Regel auch die, die am meisten promotet wurden. Heutzutage kann man das, glaube ich, KI relativ simpel machen. Und ich glaube, es nicht einfach für mitarbeitende Unternehmen, weil sie einerseits dort mithalten müssen in der Contentproduktion. Rebecca Hundschell: Mhm. Ja. Nee. Mhm. Michael Witzenleiter: ein Stück weit auch den AI-Slot mit befeuern müssen und gleichzeitig aber die Qualität, wie du schon sagst, eine entscheidende Rolle spielen sollte als die Quantität. Rebecca Hundschell: Total und das sehen wir auch. Geht total und dadurch verändert sich auch so ein bisschen, ja ich sag mal, das Gewicht auch in dem Team oder auch in der Abteilung. Also einerseits ist KI halt super gut daran, dass es so Einzelprozesse oder unsere individuelle Produktivität erhöht und beschleunigt. Aber gleichzeitig sehen wir eben auch, dass wir einen enormen Switch haben zwischen der einen nutzt KI total intensiv, der andere nutzt gar nicht oder weniger. Das heißt, wir haben unterschiedliche Geschwindigkeiten auch, wie schnell solche Ergebnisse produziert und vielleicht auch abgeliefert werden. Aber wir haben eben dann auch unterschiedliche Qualitäten. Und was man auf der zwischenmenschlichen Ebene halt auch sehr, stark sieht, ist, dass man auch das Vertrauen verliert in Kollegen und Kolleginnen, dass sie eine Thematik, die sie einem schicken oder die sie an einen weiterreichen, dass sie die auch wirklich durchdacht haben. Und das ist was, was ich ganz, ganz häufig auch derzeit A, in unserer Community höre, aber auch B in den Beratungsprojekten, dadurch man sogar noch skeptischer KI auch gegenüber wird, weil man sagt, ja, ich habe da wieder eine einheitslose Präsentation bekommen von meinen Praktikanten und was soll ich damit? Und man dadurch quasi überhaupt kein Vertrauen mehr auch hat gegenüber der anderen Person, dass sie das wirklich auch menschlich selbst doch gedacht hat. Und ich glaube, das macht sehr, viel. mit der Art, wie wir zusammenarbeiten, mit der Art, wie wir auch als Team interagieren. Aber gleichzeitig ergibt es dadurch halt auch ganz neue Anforderungen an der Führungskraft, mit genau diesen Fragestellungen und dieser Vertrauensfrage auch umzugehen. Woher weiß ich, dass das, was mein Mitarbeiter oder meine Mitarbeiterin erzeugt hat, wirklich ihr eigenes Werk ist? wann, sage ich, ist es auch in Ordnung, wenn das das KI generiert ist? Und wie gehe ich dann aber auch damit ⁓ Und wie gehe ich aber auch damit ⁓ wenn es dann Qualitätsprobleme gibt, wenn es dann Diskussionen gibt, vielleicht sogar zu Streit führt im Team, weil jemand sagt, ja der oder die arbeitet nur mit KI, das ist Schrott und ich muss es dann irgendwie hintenrum ja ausbaden. Also da haben wir ganz, ganz viel Konfliktpotenzial und aber auch ganz, ganz viel Kulturarbeit zu leisten. Und diese Fragestellungen sind nicht einfach zu beantworten. Also Die sind branchenunabhängig, aber die sind sicherlich ja auch immer vom Team, Gefüge, vom Unternehmen, von der Kultur, die dort herrscht, abhängig zu beantworten. Michael Witzenleiter: Ja, auf jeden Fall spricht es da ein sehr, sehr wichtiges Thema an, es aus meiner Sicht da keine wirkliche Antwort darauf gibt. Also im Endeffekt müssen sich Unternehmen glaube ich erst mal bewusst werden, was ist denn eigentlich guter Output. So wie ich vorhin auch schon beschrieben habe, ist guter Output unbedingt viel. Also es ist eine 50-seitige PowerPoint mehr durchdacht und besser als eine 10-seitige, die aber vielleicht Rebecca Hundschell: Mhm. Mhm. Michael Witzenleiter: wie du schon sagst, besser durchdacht ist, eine Kombination aus menschlichen Inhalten und KI-Inhalten ist. Ich glaube, da ist noch einiges an Herausforderungen dafür unternehmen und auch Verfügungskräfte, wie du es angesprochen hast. Lass uns doch beim Thema Führungskräfte bleiben. Wie siehst du denn die Veränderungen dort? Also welche Fähigkeiten brauche ich heutzutage als Führungskraft, ⁓ genau mit diesen Herausforderungen, du beschrieben hast, Leute, gar keine KI einsetzen, Leute, die viele einsetzen, die alle unter einen Dach zu bringen. Wie würdest du da vorgehen? Wer redest du da? Rebecca Hundschell: Mmh. Ja, also die Rolle der Führungskraft verändert sich schon sehr, sehr stark. weiß noch, als ich damals meinen ersten Job angetreten habe, da hatte ich eine Führungskraft und der war sehr stark auch dadurch mächtig, weil er Wissen von uns auch weggehalten hat. Also wir haben damals mit den Geschäftsführungen zusammengearbeitet im Unternehmen und Er war quasi unser Sprachrohr und alles, er nicht weitergegeben hat, mussten wir uns über ihn aktiv holen und dadurch hatte er Macht. Das heißt, früher war dieses Wissen enorm hohe Macht. Wer mehr wusste, hatte gleichzeitig eben auch mehr Einfluss oder einfach auch einen Vorsprung jedem anderen gegenüber. Und was wir jetzt sehen, ist, dass durch künstliche Intelligenz, aber auch durch die Art und Weise, wie wir zum Beispiel auch Termine dokumentieren, wird kein Protokoll mehr verfasst, sondern es wird direkt transkriptiert. Ich kann direkt danach darauf zugreifen, was meine Kollegin oder mein Kollege vielleicht gerade im Teams-Meeting besprochen hat, kann mir das selbst auch angucken, kann es mir analysieren lassen, kann darauf zurückgreifen. Wird dieses Wissen im Unternehmen demokratisiert? Das heißt, Führungskräfte können sich eigentlich nicht mehr hinter diesem Informationsvorsprung verstecken. oder sagen so, ich habe jetzt mehr Macht als du, weil ich weiß ja mehr als du. Weil eben einfach dieses Wissen deutlich stärker demokratisiert wird durch KI. Und jeder Mitarbeitende eben innerhalb von Minuten auf das ähnliche Wissen auch zugreifen kann. Oder auch, selbst auch wenn es nicht internes Wissen ist, durch einen Prompt sich sehr, schnell auch aufschlaen kann und Studien lesen kann innerhalb von fünf Minuten viel, viel schneller in der Vorbereitung ist. Und deswegen wird sich meiner Meinung nach Führung gerade auch sehr, stark verändern in Richtung, dass Führung nochmal deutlich menschlicher wird. Wir sprechen gerade von einem Wandel, der eigentlich nicht mit KI begonnen hat, sondern der eigentlich mit der Digitalisierung schon begonnen hat. Und man spricht da eigentlich auch immer von dieser Ambiguität, die herrscht, dass wir einerseits sagen, wir haben so coole Möglichkeiten mit Künstlerintelligenz. Aber gleichzeitig haben wir ganz, ganz viel Unsicherheit. Wo wir jetzt hingehen? Werd ich meinen Job noch in zwei Jahren haben? Wenn ja, wie wird er aussehen? Wird diese Branche noch relevant sein? Wenn nein, wo kann ich hinwechseln? Das heißt, wir haben ganz, ganz viele Ängste und Fragezeichen in den Köpfen der Menschen. Und ich denke, dass Führungskräfte immer mehr dafür da sind, diese Ängste auch zu nehmen und diese Motivation und dieses Zielbild auch zu schaffen. Das heißt, diese Orientierung auch für Mitarbeitende zu geben. Hey, Warum bist du für uns wichtig? Wo sehen wir dich vielleicht auch in ein paar Jahren? Gleichzeitig aber auch anzuerkennen, dass ich auch als Führungskraft auch keine Ahnung habe, wo wir in fünf Jahren sein werden. Also wirklich einfach so diese Ehrlichkeit. Und aber was ich als Zweites sehe, ist neben dieser menschlichen Komponente definitiv die Stärke auch dann in dieser Unsicherheit Entscheidungen zu treffen. Und das ist, ich, was, was Wo vielleicht auch wir Deutschen nicht gut sind, wo ich aber auch sagen würde, die wenigsten Führungskräfte, die ich kennengelernt habe, haben wirklich diese Entscheidungsstärke schon, dass sie einfach sagen, ich weiß, das ist unsicher, ich weiß, ich traf jetzt hier gerade eine Annahme, ich bin mit dessen bewusst, ich traf jetzt trotzdem eine Entscheidung, damit wir weitergehen können. Und das ist super, super schwierig, diese Kompetenzen wirklich aufzubauen. Was ich jeder Führungskraft gerade raten würde, ist einerseits, wirklich auch sich stark mit sich selbst auseinanderzusetzen. Also wer bin ich? Wo liegen meine Stärken? Wo liegen vielleicht aber auch meine Schwächen? Das auch wirklich sehr ehrlich zu tun. Auf der anderen Seite aber sich wirklich auch mit diesen digitalen Kompetenzen auseinanderzusetzen. Also für sich ein Verständnis zu bekommen. Was kann KI? Was kann KI nicht? Was passiert vielleicht jetzt auch gerade im Bereich Künstliche Intelligenz Einführung? Wie wird meine Branche betroffen sein? Wie wird mein Bereich betroffen sein? Das wird sicherlich, hast du als Führungskraft im Marketing gerade andere Fragezeichen im Kopf oder im Controlling, als du es ja vielleicht im Bereich Leadership Control hast oder HR hast. Und das auch wirklich für sich mal so auf den Fachbereich runterzubrechen und zu sagen, wie wird denn Künstlerintelligenz meinen Fachbereich, in dem ich Führungskraft bin, verändern? Und was kann ich jetzt tun, damit mein Team in Zukunft gut aufgestellt ist, damit ich gut aufgestellt bin? Das, glaube ich, ist das Wichtigste, was ich gerade in der Veränderung der Rolle von Führungskräften empfehlen würde. Michael Witzenleiter: Kann man zum Thema KI-Implementierung unternehmen? Rebecca Hundschell: Mmh. Michael Witzenleiter: Was siehst du dort so als häufigste Fehler, die Unternehmen aktuell in Rebecca Hundschell: Also, erster Fehler, den ich sehr, sehr stark gerade sehe, ist, dass man alles auf einmal sich wünscht. Also, dass man sagt, so, wir wollen jetzt Karriere einführen und zwar jetzt innerhalb von drei Monaten und dann will ich, dass alle Use Cases gleichzeitig umgesetzt sind. Und eigentlich verlieren sie in diesem Prozess, das alles möglichst schnell machen zu wollen, verlieren sie... strategischen Weitblick, aber sie verlieren auch die Mitarbeitenden und den Rückhalt wirklich auch aus dem Team zu sagen, okay, das macht Sinn, was wir hier gerade machen. Das bringt uns wirklich voran. Was verstehe ich unter diesem alles auf einmal oder zu viel auf einmal ist meistens dadurch geträgert, dass ein Tool eingeführt wird und dass dieses Tool Geld kostet und dass man dann sagt, jetzt muss ich das Tool aber auch rentieren. Das heißt, es muss ja irgendwie auch nennt benefit haben, dass wir dieses tool eingeführt haben. Und das ist eine sehr, schwierige Rechnung, da wirklich innerhalb von ein paar Monaten einen ROI von einem Tool zu berechnen. Weil eben nur ein Tool einzuführen nicht bedeutet, dass die Mitarbeitenden des Tools nutzen oder dass Use Cases umgesetzt werden. Was viele Unternehmen gerade unterschätzen ist, wie lange es dauert, so ein Tool wirklich auch in der Breite, in der Akzeptanz und der Toleranz im Unternehmen wirklich auch aufzustellen. Das heißt, Mitarbeitende müssen geschult werden, Mitarbeiter müssen aber auch verstehen, wo kann es mir wirklich einen Mehrwert bieten, damit sie dann eben auch in diese Adoption gehen. Und das dauert eben einfach deutlich länger, als es viele Unternehmen gerade sich wünschen würden. Das heißt, dass wir wirklich auch verstehen, KI-Tool einführen ist ein wichtiger Schritt, wir eine Plattform haben, über die wir KI auch sicher und nach unseren Compliance-Anführungen auch an alle ausrollen können. Aber dieser Wandel dann wirklich KI zu adaptieren und in die Prozesse reinzutragen, das ist nichts, Technologie uns helfen kann, weil das ist was, was die Menschen am Ende des Tages führen und die Menschen auch weiter treiben im Unternehmen. Deswegen würde ich sagen, der zweite große Fehler ist, dass man KI-Enablement so ein bisschen als eine einmalige Schulung versteht, dass man sagt, ja ich schule jetzt alle Mitarbeitende auf dieses Tool und dann geht's los. So funktioniert's nicht. Was ich immer empfehlen kann, ist tatsächlich wirklich vom Use-Case zu kommen. Also zu sagen, analysiert doch mal als Fachbereich, als Team für euch. Was sind denn gerade Aufgaben, was sind Themenbereiche, die euch nerven, die euch einfach Zeit kosten? Und das dann zu übersetzen, wie kann dieses Tool uns dabei helfen, diese Use Cases zu umzusetzen, das schafft dann nämlich wirklich auch eine Diskussion auf Augenhöhe, wo sich jeder auch abgeholt fühlt. Weil man fühlt sich vielleicht noch nicht sicher mit künstlicher Intelligenz, man fühlt sich mit dem Tool vielleicht noch nicht sicher. Aber was jeder dann beitragen kann und beisteuern kann, ist dieses Wissen aus dem Fachbereich. Dieses Wissen aus dem täglichen Doing, hey, aber den Prozess machen wir doch eigentlich so, das müssten wir auch noch mit abbilden. Oder, hey, ich hab das bisher so erlebt, mir kommt jetzt gerade in den Sinn. Das heißt, da können sich die Menschen dann auch wirklich in diesen KI-Wandel einbringen und haben nicht das Gefühl, KI ist nur Technik, sondern da kommen wir dann wirklich eben aus dem Fachbereich. Das heißt, dieses Enablement einfach wirklich länger gezogen vom Use-Case her denkend sehen und dann aber auch so schnell wie möglich diese Verantwortung in die Teams geben, dass die eben, wenn man ein Tool eingeführt hat, das als Plattform auch nutzbar ist. das dann eben auch zu nutzbar zu machen und den Teams so zur Verfügung zu stellen, dass sie eben ihre eigenen Anwendungsfälle damit ausprobieren können. Dann sehen sie nämlich auch recht schnell, was funktioniert, was funktioniert nicht, wo brauche ich vielleicht auch nochmal externe Hilfe oder wo brauche ich vielleicht jemanden aus der Technikabteilung, der mir nochmal hilft oder da drüber guckt oder sagt, guck mal, das könntest du doch anders machen. Letzter Fehler. Skeptiker ignorieren. ist auch was, was ganz, ganz häufig in Unternehmen passiert, dass wir die, an dem Wandel zweifeln, die vielleicht auch viele Fragezeichen im Kopf haben und viele Fragen auch stellen, dass wir die nicht beachten und dass wir auch diesen Fragestellungen keine Beachtung schenken. Und ich sage aber immer, diese Skeptiker, die sich trauen, die Fragen laut auszusprechen, Das sind eigentlich die wichtigsten Verbündeten in den einzelnen Teams. Warum? Weil ich sehe, dass ganz, ganz viele sich gar nicht trauen, diese Fragen überhaupt zu stellen. Und die, die sich trauen, diese Fragen zu stellen, die zeigen mir eigentlich ein super ehrliches, Stimmungsbild dazu, was in den Köpfen der Mitarbeitenden gerade passiert und was für Fragen da sich vielleicht gestellt werden, ohne dass sie an mich herangetragen werden. Oder aber auch was im Flurfunk gerade passiert. Und das ist eine ganz, ganz weiche Komponente, die aber sehr, häufig auch vergessen wird, die aber enorm wichtig ist. Weil wenn ich nicht weiß, was in den Köpfen meiner Mitarbeitenden los ist, dann weiß ich auch gar nicht, wie ich die abholen kann, wie ich die motivieren kann, wie ich wirklich auf diese Fragen reagieren kann. Und das ist definitiv ja auch ein sehr, häufiger Fehler, den ich sehe. Michael Witzenleiter: Was sind denn so die Tools, ich als Unternehmen unbedingt implementieren muss? Wie identifiziere ich die? Wie gehe ich davor? Wenn ich jetzt ein Mittelsteller bin mit dem Thema KI-Start, was sind die Dinge, die ich unbedingt brauche? Rebecca Hundschell: Mhm. Also genau, wenn du sagst, du stehst jetzt ganz am Anfang, ist natürlich, wenn wir von Tools sprechen, hat jeder immer gleich diese technischen Tools im Kopf. Brauche ich jetzt JRGBT, brauche ich Claude, muss ich Microsoft Copilot ausrollen oder Ähnliches. Definitiv macht es Sinn, ein Tool für sich auszurollen. Was ich aber viel, viel wichtiger finde, wenn man startet, ist erstmal zu sagen, Was ist die Klarheit oder wie schaffen wir Klarheit darüber, warum wollen wir Künstler Intelligenz überhaupt einführen? Das heißt, dass wir uns da auch nochmal überlegen als Unternehmen, wo kann uns denn Künstler Intelligenz wirklich einen Mehrwert liefern und warum brauchen wir das? Und dann ist erst der zweite Schritt, dass wir dann sagen, okay, jetzt gehen wir mal in die Phase, dass wir uns angucken auf Basis unserer Branchen Spezifika, auf Basis dessen, was unsere Compliance-Anforderungen sind. welches Tool passt dazu. Aber im ersten Schritt würde ich immer empfehlen, erst mal zu sagen, warum wollen wir denn Künstlerintelligenz einführen und was sind die Anwendungsfälle, wo wir wirklich sehen, dass es mehr davon schaffen kann. Das sehe ich nämlich gerade auch, dass es häufig andersherum passiert, dass erst quasi diese Toolfrage gestellt wird, so hey, welches Tool ist denn jetzt das Beste? Und man sich aber nie mit der Frage beschäftigt, warum brauchen wir denn Künstlerintelligenz eigentlich und wo sind auch die Bereiche, die wirklich sinnvoll von KI auch profitieren können. Was ich aber dann auch noch empfehle, und das geht wieder stark in dieses Change-Management, ist, dass man von Anfang an eben auch klare Verantwortlichkeiten vergibt, dass man eben auch wirklich ein Team formt, das für die KI-Implementierung und nicht nur das Tool, sondern eben dann auch die weiterführende Verankerung verantwortlich ist. Natürlich sieht man bei großen Unternehmen gerade ganz häufig, dass sie sogar einen Chief AI Officer einführen. Das kann sich aber in Mittelstandsunternehmen ganz, ganz häufig gar nicht leisten. Was ich da aber empfehlen kann, ist, anstatt es in der IT aufzuhängen, sage ich, KI ist eigentlich Chefsache. Wenn ich als Geschäftsführer nicht vorlebe, dass KI ein wichtiges Thema für uns ist, wir aber davor uns beraten haben, gesagt haben, wir wollen das künstliche Intelligenz uns einen Mehrwert bietet in unserer Branche, in unserer Wertschöpfungskette, dann zeige ich eigentlich Mitarbeitenden, dass KI nur ein Implementierungsthema ist. Denn bei der IT liegt meistens die Toolimplementierung. Deswegen würde ich empfehlen, dieses Thema KI nicht nur in der IT zu verankern, sondern eben zum Beispiel noch in dem Geschäftsführerstab oder ähnliches. Dass man wirklich auch sagt, auch ich stehe hinter diesem Thema KI und mir ist das wichtig und ich lebe das vor. Dann würde ich neben Verankerung, warum und tool, würde ich immer möglichst schnell auch in diesen Approach gehen, dass ich Mitarbeitende auch abhole. Wir sprechen ja häufig auch von so KI-Ambassadors. Mittlerweile gehen auch viele weg von diesem Begriff KI-Ambassadors hin zu KI-Enablers. Das sind eigentlich die in den Bereichen selbst, die das Thema treiben und die das wirklich eben nicht top down quasi weitergeben und sagen, wir nutzen jetzt alle KI, sondern die das Bottom-Up wirklich auch shapeen und gestalten. Und das sind eigentlich so die wichtigsten, die man so früh wie möglich on Board bringen sollte und auch schulen sollte, dass sie dann eben auch Fragen beantworten können. Nicht nur zum Tool, sondern generell auch zu der Richtung, wo geht das Unternehmen im Bereich KI hin und wo wollen wir uns hin entwickeln? Also das heißt, diese KI-Investors sind lieber zu früh als zu spät. wirklich auch suchen, finden und ausbilden, dass man das eben dann auch in die Breite im Unternehmen auch tragen kann. Und dann als letztes, was viele unterschätzen, was definitiv aber vor allem, wenn man im deutschen Markt tätig ist, vergessen werden sollte, ist dieses Compliance-Thema. Wenn man sich in Richtung Tool-Implementierung begibt, dann sollte man definitiv dieses Compliance-Thema auch immer im Blick haben. Was sagt der UEI Act? Wie kann ich ihn möglichst effizient umsetzen? Das sind alles Anforderungen, die wir sehen, die machbar sind für die meisten Unternehmen, ⁓ die man sich aber eben einmal auch wirklich kümmern muss und das sinnvoll aufsetzen muss. Das heißt, dass ich eine KI-Richtlinie schreibe, die auch als Rahmenwerk an alle rausgebe. Bitte da nicht 20 Seiten schreiben, sondern da reichen oft auch vier, fünf Seiten mit einem Ampelsystem. Welche Daten darf ich ins KI-System eingeben, welche nicht. Welche Tools darf ich nutzen, welche nicht. Also bleibt da wirklich auf der pragmatischen Ebene, aber guckt, dass ihr das so früh wie möglich auch verankert. Denn das ist auch immer eine Orientierung für alle Mitarbeitenden, die Lust auf KI haben, die wissen, wo sie hingucken müssen, die dadurch auch eine Orientierung und einen Rahmen bekommen, in dem sie sich bewegen können und dürfen. Michael Witzenleiter: Ja, finde ich ganz wichtigen Punkt. Und schön auch, wie du das Thema komplett von vorn bis hinten kurz beschrieben hast. glaube, das ist tatsächlich was, was viele Unternehmen bisher noch nicht so stark in den Fokus nehmen. Ich finde auch die Bezeichnung AI in Nebler echt toll. Das sorgt, glaube ich, echt für eine sehr, sehr gute Akzeptanz für das Thema. Ja, Rebecca, ich könnte dir wirklich sehr, lang zuhören. Ich schätze uns auch allerdings, reichen wir langsam zu, ist Limit unserer Folge für heute. Deshalb würde ich ganz gern mit einer letzten Frage abschließen. Und zwar würde ich gerne von dir wissen, worauf du dich bei der Entwicklung von KI in der Arbeitswelt aktuell am meisten freust und was dir am meisten Sorgen bereitet. Rebecca Hundschell: Mhm. Mhm. Also ich sehe in der KI wirklich ein Potenzial, dass wir als Individuum eine Möglichkeit haben, wirklich sehr, sehr schnell und effizient selbstwerksam zu werden. Also ich denke, dass KI uns Menschen wirklich auch ermöglichen kann, dass wir Dinge tun, für die wir früher alle Sorten an Unterstützung gebraucht hätten und da einfach deutlich schneller vorankommen. Also dass wir kreativ sein können, dass wir uns da eben auch einen Denkpartner an die Seite holen, der uns hilft, zu strukturieren, effizienter zu arbeiten, ja auch vielleicht nochmal auf höherem Niveau zu kommunizieren, all das. Also ich denke, das ist schon auch, was Kompetenzaufbau betrifft, wirklich sehr, sehr gut für uns als Mensch. Ich darauf freue ich mich wirklich, wie viel mehr Wirksamkeit jeder von uns dadurch erreichen kann, wenn es richtig angewendet wird. Und da sind wir dann eigentlich tatsächlich auch schon bei dem, was mir Sorgen bereitet. Denn was wir in dieser Geschwindigkeit, dieser KI-Welt ganz, ganz häufig vergessen, eigentlich so diese Reflektion, dass wir uns angucken, für welche Werte stehe ich eigentlich, welche Haltungen und welche Verantwortung möchte ich eigentlich auch einnehmen. Und dass wir dadurch in dieser Schnelligkeit dazu neigen, dass wir eben Entscheidungen automatisieren, bevor wir eigentlich wirklich verstehen, ob wir diese Entscheidungen überhaupt treffen wollen und ob ich überhaupt diese Entscheidung auch weitergeben möchte oder ob ich diese Entscheidung vielleicht auch menschlich treffen möchte. Und das, glaube ich, wird ein sehr, sehr schwieriges Thema in der Unternehmenswelt sein, dass wir Entscheidungen auslagern und dass wir dadurch ganz schnell vergessen, wer wir eigentlich sind, welche Haltungen und Werte wir vertreten wollen und wie wir das auch unserem Team sinnvoll kommunizieren. Das ist meine größte Sorge, was gerade die Entwicklung von KI in der Arbeitswelt angeht. Ich habe noch eine zweite Sorge, ich glaube, das ist auch ganz klar. Ich meine, ich bin wirklich ein Verfechter davon, dass ich denke, die KI-Welt muss diverser werden. Nicht nur, weil das irgendwie ethisch gerade verwerflich ist, dass KI sehr homogen gestaltet wird und auch sehr homogene Ergebnisse liefert, sondern auch, weil unsere KI-Systeme dadurch einfach schlechter sind. Bestimmte Gesellschafts... Formen, Gesellschaftsgruppen sich nicht abgeholt fühlen. Und was ich gerade sehe, ist, dass wir KI-Systeme bauen, die sehr homogen sind, die immer die gleichen Menschen auch einen Vorteil ergeben, aber auch andere Menschen benachteiligen. Und ich habe tatsächlich als zweite Sorge, dass sich das dann auch in den Systemen selbst niederstangen wird, wenn wir nicht lernen, wie wir jetzt aktiv gegensteuern in der KI-Systementwicklung, in dem Aufbau von KI-Teams, dass wir Diversität reinbekommen, dass wir Perspektiven, Vielfältigkeit einfach wirklich schaffen. Und da spreche ich nicht nur von Mann und Frau, sondern wirklich, dass wir es schaffen, dass KI-Systeme die Realität der Gesellschaft abbilden. In Bezug auf Alter, in Bezug auf Gewicht, in Bezug auf Geschlecht, in Bezug auf Erfahrungen, in Bezug auf Hautfarbe. All das, was unsere Gesellschaft als Diversität ausmacht, dass wir das eben auch schaffen, dementsprechend in die KI-Systeme reinzubekommen. Michael Witzenleiter: Ja, das glaube ich ein toller Wunsch und auch ein schönes Schlusswort. Vielen Dank, Rebecca. Ich fand es sehr, spannend heute. Wenn unsere Hörer von dir noch mehr mitbekommen möchten, was würdest du raten? Wo kriege ich am meisten Infos und News von dir? Sicherlich LinkedIn. Was würdest du sonst noch empfehlen? Rebecca Hundschell: Genau, also LinkedIn definitiv. Ansonsten, schreibe jeden Freitag auch einen Newsletter. Den kann ich auch empfehlen, den findet ihr auch auf meinem LinkedIn-Profil. Da könnt ihr euch gerne anmelden. Ich ordne eigentlich immer so bisschen die neuen Trends aus der KI-Welt ein. Was ist diese Woche passiert? Was müssen wir wissen? Und was bedeutet das für mich? Einfach gesagt, als Person habe ich auch immer einen KI-Hack und Da wir das Leben auch nicht zu ernst nehmen wollen, wir auch immer entweder einen KI-Meme oder einen KI-Real, das uns über den Weg gelaufen ist und das ich dann dort poste, weil ich, weil das irgendwie vielleicht den Zeitgeist gerade einfängt. Also von daher würde ich neben dem LinkedIn definitiv den Newsletter empfehlen. Michael Witzenleiter: Ja, vielen Dank. Außerdem werden wir uns in unseren Showmodes auch in den The Female AI Club verlinken. Wie gesagt, schaut euch das auch gerne an. Tolle Initiative. Und ja, vielen Dank, Rebecca. Hat mir großen Spaß gemacht. War sicherlich nicht das letzte Mal, dass wir miteinander hier sprechen. Dann wünsche ich dir viel Erfolg. Ja, und dann bis hoffentlich bald. Rebecca Hundschell: Dankeschön, Michael. Bis bald.