Latest / Berlin Booth / Lucinee über ihr Label Distant Lifeforms, Kunstförderung und Tinitus in der Clubwelt
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- 0:05Lucine herzlich Willkommen. Schön, dass du da bist.
- 0:09Schön, hier zu sein. Wir haben jetzt die dunkle
- 0:12Jahreszeit. Ist es.
- 0:16Es heißt also, dunkle Jahreszeit ist die für dich, wenn ich mal
- 0:20gleich vielleicht in die Clubwelt starten darf, für dich
- 0:22mit die spannendste oder bist du eher eine eine eine Sonnenschein
- 0:26sommerpersönlichkeit? Beides eigentlich.
- 0:30Heute gab es zum Beispiel auch n sehr schönen Sonnenaufgang, den
- 0:32ich vom Balkon gesehen hab, so dunkel ist der Winter gar nicht
- 0:36immer, aber ich mag den Sommer auf jeden Fall lieber.
- 0:40Weil es ist. Ich frag das deshalb, weil ich
- 0:43hatte es jetzt auch immer mal im im Podcast, aber auch
- 0:46grundsätzlich so im Bekanntenkreis gibt immer so ne
- 0:48so ne Stadtflucht im Winter, weil viele sagen, OK Berlin ist
- 0:53im Sommer wunderschön oder im Frühjahr wunderschön.
- 0:58Die Clubwelt lebt aber meistens dann eher in der in der
- 1:01dunkleren Jahreszeit. Das kommt für dich nicht in
- 1:04Frage. Du bist steddy Berlin.
- 1:09Ja, ich hab auch lange in Hamburg gelebt und ich finde im
- 1:12Vergleich zu Hamburg ist Berlin auf jeden Fall sonniger, auch
- 1:14wenn viele das nicht so empfinden.
- 1:20Aber es ist in Hamburg zum Beispiel viel Verregneter, ja
- 1:22viel grauer. Und ist regenstadt ne.
- 1:24Ja, total. Deswegen.
- 1:26Also für mich ist Berlin einfach schon ne Verbesserung.
- 1:28Du bist leider erprobt in dem Sinne.
- 1:30Ja genau, wenn man vergleicht, Hamburg, Berlin bietet Dir,
- 1:38bietet dir Berlin mehr Möglichkeiten in dem, was du als
- 1:40Künstlerin bist. Ja, es ist irrelevant.
- 1:44Doch schon, ja. Das war auch der Grund, weswegen
- 1:46ich dann wieder zurück nach Berlin gezogen bin.
- 1:48Ich komme auch aus Berlin, aber habe eben sehr lange in Hamburg
- 1:51gelebt, bin auch aufgewachsen, aber ich bin dann während der
- 1:56Pandemie wieder zurückgezogen, weil Hamburg aber auch wirklich
- 2:00eine der Städte war, die die meisten Restriktionen hatten und
- 2:04die längsten und auch im Sommer konnte man da gar nichts machen
- 2:07und. Ich war gar nicht mehr an
- 2:11irgendeine Stadt gebunden und hab dann gedacht, jetzt ein
- 2:14guter Zeitpunkt, nach Berlin zu kommen.
- 2:16Und was die Clubszene betrifft, das ist natürlich auch einfach
- 2:20viel, ja facettenreicher und es lohnt sich einfach dann in
- 2:28Berlin zu sein. Ich bin ja auch immer nach
- 2:29Berlin viel gekommen zum Auflegen und es hat total viel
- 2:32Sinn gemacht, einfach nach Berlin dann auch zu ziehen,
- 2:34wieder. Das hatte sehr viele Gründe für
- 2:36mich. Und genau also in Berlin.
- 2:39Berlin hat einfach viel mehr darzubieten als Hamburg.
- 2:41Ist Berlin immer noch für dich so eine so eine Zentralstadt was
- 2:45Möglichkeiten betrifft, so was die Szene betrifft, was auch die
- 2:48Verbindung oder Connections betrifft, die man kennenlernen
- 2:52kann oder spielt das nicht so eine Rolle?
- 2:54Doch, doch, auf jeden Fall. Also ich empfinde das auf jeden
- 2:57Fall so bis heute. Du hast ja vor nicht allzu
- 3:01langer Zeit ein eigenes Label gegründet.
- 3:03Das sind live formen. Wie geht man denn den Schritt
- 3:09vom Künstlerinnen produzieren, die vielleicht auch die Kraft
- 3:17und die Power von bestehenden Labels nutzen, hinzu dem Weg zu
- 3:20sagen, ich mach das jetzt für mich allein oder ich mach das
- 3:24jetzt in in den Grenzen und in den Regeln, die ich mir selber
- 3:28setze. Das ist ein längerer Prozess,
- 3:34alles gewesen, auf jeden Fall. Der Wunsch war aber schon lange
- 3:36da, ich glaube, das kam so ein bisschen mit der Erfahrung dann
- 3:42irgendwann und auch mit diesem Selbstbewusstsein,
- 3:44Selbstsicherheit, dass man das auch einfach selber gut
- 3:46hinbekommt und dann auch die nötige Reichweite hoffentlich
- 3:49bekommt. Wenn man mit Labels arbeitet,
- 3:52dann hat man ja oft auch den Vorteil oder meistens gerade am
- 3:55Anfang, dass man auch noch von dem von der Reichweite so n
- 3:58bisschen profitieren kann. Wobei ich auch finde, dass viele
- 4:03Labels sich da auch sehr viel rausnehmen und dann auch ja
- 4:08schnell der Meinung sind oder zumindest einem das so
- 4:11suggerieren. Hey du kriegst durch uns
- 4:13Reichweite, aber dann selber irgendwie gar nichts reinstecken
- 4:16oder auch nicht so viel zurückzugeben oder gar nichts
- 4:18und. Wo wir auch wieder bei dem oder
- 4:21schon bei dem Punkt sind. Ja, dass man zu der Überlegung
- 4:25kommt, ein eigenes Label zu machen, weil man sich bei
- 4:27anderen Labels einfach nicht so gut aufgehoben fühlt, das Wort
- 4:36nicht eingefallen, wenn. Ich mal, wenn ich mal kurz
- 4:41zwischenfragen darf in der Konstellation Label Künstlerin,
- 4:46wer ist denn da eigentlich für wen da?
- 4:49Das Label für die Künstler in oder die Künstlerin für das
- 4:53Label. Eigentlich ist es ja eine
- 4:56Symbiose. Ja, ich finde, beide profitieren
- 4:58voneinander und ein Label kann auch nur wachsen und besonders
- 5:04werden durch die Musik, die sie releasen, und durch die
- 5:07Künstlerinnen, die sie releasen, so, also ja, das darf man nicht
- 5:11außer 8 lassen, deswegen ist es eine Symbiose und ja.
- 5:18Aber wie kommt es denn, dass du sozusagen den dich davon
- 5:21entfernt hast? Also das ist so was.
- 5:23Was sind da in Anführungsstrichen
- 5:24frustrationselemente dahinter, wenn du sagst, OK, du hast dich
- 5:28zum Beispiel nicht genügend gestützt gefühlt in irgendeiner
- 5:31Form, also was bedeutet das? Also so ist das ja eigentlich
- 5:34gar nicht. Also ich, ich würde dies ja
- 5:35trotzdem auch auf anderen Labels noch und möchte das auch
- 5:37weiterhin tun. Es ist nur einfach noch dazu
- 5:39gekommen, dass ich n eigenes Label mache, aber es gab schon
- 5:43ich mein das kennen glaub ich alle produzentinnen.
- 5:47Dass man öfter mal gefrustet ist, weil man zum Beispiel Demos
- 5:52verschickt hat, an Interesse besteht und dann bekommt man
- 5:55keine Antworten mehr, ja, manchmal einfach gar keine mehr.
- 5:59Und ja, man hat irgendwie schon so n bisschen drauf
- 6:01hingearbeitet, das ist sehr frustrierend, oder es hat sich,
- 6:05sag ich mal, nicht so in Anführungszeichen gelohnt, dass
- 6:09man einfach dachte, OK, Mensch, hätte ich die Platte jetzt
- 6:11irgendwie selber rausgebracht, dann hätte ich zum Beispiel auch
- 6:13mehr Promo dafür gemacht, manchmal.
- 6:16Fehlt dann irgendwie auch ne, ja ne Zusammenarbeit bei
- 6:19Entscheidungen wie man Promo macht, da gibt es eben wirklich
- 6:22viele Optionen und Wege und da gab es bei mir auch schon
- 6:27Situationen, wo ich mich am Ende geärgert hab, dass ich mich
- 6:32nicht auch mehr getraut hab, sag ich mal einzufordern oder eben
- 6:35zu sagen, hey ich hätt gerne, ich würd das gern so und so und
- 6:38so machen wär es gar nicht so also.
- 6:41Würde jetzt den Rahmen sprengen, so genau drauf einzugehen, aber
- 6:43dass man eben sich für bestimmte Homokanäle sag ich mal
- 6:46entscheidet oder so, dass man da eben dieses Mitspracherecht hat
- 6:48und da gehen alle Labels unterschiedlich mit rum, manche
- 6:52sind sehr offen dafür, dass man seine eigenen Vorschläge
- 6:55einbringen kann und manche Labels stellen sich total quer
- 6:58und sagen oder sagen gar nichts oder keine Ahnung, dann ist man
- 7:02dann schon manchmal frustriert. Die Frage die die mich immer
- 7:05auch mal umtreibt, ist immer. Digitalisierung, Zeit der
- 7:10Schnelllebigkeit so ne. Also es herrscht ja auch n sehr
- 7:13großes Angebot was und es herrscht auch n extrem schneller
- 7:18Wechsel, so von Trends in irgendeiner Form was ich mir
- 7:22vorstellen kann in der Kombination von man ist
- 7:25Produzentin oder Künstlerin und in der Zusammenarbeit mit
- 7:28Labels, was wahrscheinlich vielleicht mitunter gar nicht so
- 7:31einfach zu bewerkstelligen ist, weil so viele.
- 7:34So viel von außen irgendwie da ist, dass das, was man früher
- 7:37hat n Label investiert Geld ein Label baut, baut dich in
- 7:40irgendeiner Form auf und dann sind keine Ahnung 567 Jahre
- 7:44vergangen und dann ist n guter Output da.
- 7:47Das ist ja an vielen Stellen gar nicht mehr so heutzutage.
- 7:49Ja, das Problem ist ja auch einfach, dass man mit
- 7:51Musikverkäufen ja gar nicht mehr so verdienen kann, wie es einmal
- 7:54war, seitdem alles digital geworden ist und jetzt natürlich
- 7:58sowieso, wird es immer schwieriger.
- 8:00Du hast ja schon drauf angesprochen.
- 8:02Ja, diese diese Schnelllebigkeit und ja, mittlerweile wird ja
- 8:08auch teilweise einfach nur noch für einen 15 Sekunden videotrack
- 8:11produziert und solche Geschichten und die Tracks
- 8:13werden kürzer, was ich schade finde.
- 8:20Genau, aber das ist einfach auch ein großes Problem, also
- 8:22einfach, dass die Finanzierung, die Bezahlung.
- 8:27Das waren auch teilweise Situationen, wo ich enttäuscht
- 8:33war von Labels, dass sie einem auch einfach nicht bezahlen,
- 8:38weil man macht ja auch Verträge und ja, eigentlich ist es die
- 8:43Aufgabe des Labels dann auch, sich keine Ahnung zum Beispiel
- 8:46jährlich zu melden und einfach mal ja darzulegen, wie sich das
- 8:52verkauft hat und so weiter und sofort und eigentlich bekommt
- 8:55man. Nichts von den meisten.
- 8:58Hast hast du die schon mal ausgerechnet, was du, was du mit
- 9:00so einem Stream bei Spotify verdienst?
- 9:03Das ist ja eigentlich gar nicht mehr der Rede wert.
- 9:05Also Spotify ist ja eigentlich auch gar gar nichts wert.
- 9:08Ja ja, also nein hab ich nicht ausgerechnet, aber aber man hat
- 9:14auch gar keinen Einblick irgendwie klar, man kann sich
- 9:16drum kümmern, man müsste allen hinterherrennen, da hat man aber
- 9:19auch irgendwie nicht immer so die Kraft und die Zeit für, aber
- 9:21ich find es einfach schade eben dass es so ne
- 9:23Selbstverständlichkeit ist. Dass Labels das nicht machen.
- 9:27Also es gibt Ausnahmen auf jeden Fall, und manchmal verkauft sich
- 9:32das nun auch einfach nicht gut und Labels haben ja auch
- 9:34Ausgaben und die müssen erst reinkommen.
- 9:36Die Ausgaben für eben Mastering, Promo et cetera, aber ich glaube
- 9:40schon, dass öfter n bisschen was bei rumkommt und man würde sich
- 9:43auch über kleinere Beträge freuen.
- 9:45Also keine Ahnung, wenn da in einem Jahr oder in 2 Jahren 100€
- 9:49kommen, würde ich mich sehr freuen.
- 9:51Weil wenn das von allen käme. Es ist trotzdem Geld und das
- 9:54wird halt alles einbehalten. Ja, meistens.
- 9:57What keeps you going ist für mich dann immer die Frage, was
- 10:01ist denn sozusagen das denn, wo du sagst, ich bleib jetzt
- 10:03trotzdem dabei und und geh meinen Weg.
- 10:05Ein Weg ist es dann zu sagen, OK, du übernimmst Strukturen
- 10:08selbst wie bei einem Label Gründest n Label selbst und
- 10:11machst dann übernimmst dann Wege die damit einhergehen selber.
- 10:17Genau, also treiben tut Michael die Leidenschaft und dass ich
- 10:20einfach Lust drauf habe. Und es ist natürlich auch toll,
- 10:22auf diesem oder jedem Label zu genießen, genau also die, die
- 10:28Leidenschaft treibt einen ja trotzdem weiter und eben
- 10:32Eigeninitiative ergreifen ist auf jeden Fall auch wirklich
- 10:35eine gute Lösung, dass man ja sein eigenes Projekt startet
- 10:42oder eben auch für sich einsteht und selber.
- 10:46Auf Labels zugeht, vielleicht mal nachfragt, ist auf jeden
- 10:49Fall auch etwas, was ich mir jetzt vorgenommen habe.
- 10:51Vielleicht ist das nächste Jahr, dass man da ein bisschen, ja
- 10:55sich mal meldet, sage ich mal genau, aber die Labelgründung
- 11:00war auf jeden Fall auch etwas, was dem entgegenwirken soll.
- 11:06Ja, was ist denn, was ist denn zu dem, was du tust, jetzt quasi
- 11:10dazu gekommen, an an Aufgaben oder an an an Arbeitsfeldern?
- 11:13Was machst du denn jetzt? Als als Label, Betreiberin.
- 11:18Am Anfang hat man sehr viel Arbeit, weil man ja erst sein
- 11:22seine Ci irgendwie erstellen muss.
- 11:26Und ja von 0 alles aufbauen muss.
- 11:29Wenn es dann erstmal läuft, dann ist es beim zweiten Release
- 11:31schon mal einfacher, aber diese Anfangsarbeit ist einfach
- 11:34riesig, also die bürokratische Arbeit, die künstlerische
- 11:37Arbeit, die organisatorische Arbeit natürlich generell und.
- 11:44Es ist auch ne Investition, gerade wenn man Platten macht.
- 11:48Ja, es ist viel Arbeit, man braucht auf jeden Fall auch Zeit
- 11:50dafür, wenn man kein Management hat, was man dafür bezahlen
- 11:55kann, dafür muss man auch das Geld haben, aber ich mach vom
- 11:59Prinzip her eh alles eigentlich lieber selber, das war schon
- 12:02immer so von daher ich mach das auch total gerne, aber es ist
- 12:07wirklich ne Investition von allem Zeit, Geld, Kraft.
- 12:12Gibt es Möglichkeiten für künstlerinnen, sich regional
- 12:19oder überregional auch da finanzielle Unterstützung zu
- 12:22holen, in irgendeiner Form, unabhängig jetzt von Labels?
- 12:25Genau da hatten wir ja eben auch schon kurz drüber gesprochen.
- 12:28Ich vor der Kamera war davor, es gibt Förderungen, ich weiß aber
- 12:34auch nicht. Wie lange es sowas noch geben
- 12:37wird oder ob das weniger wird. Ich hab selber eben bei der
- 12:40Initiative Musik eine künstlerinnenförderung Mal
- 12:43bekommen, das war für diese erste Platte Anfang 2024 und es
- 12:51gibt glaub ich auch noch n paar andere, da kenn ich mich aber
- 12:54nicht so gut aus, ich weiß aber auch nicht wie.
- 12:59Ja, wie groß die Chancen da jeweils stehen.
- 13:01Ich war auf jeden Fall sehr glücklich, dass ich sie bekommen
- 13:05hab und stolz genau. Wie ist denn so n Prozess ist ja
- 13:11n relativ bürokratischer Weg. Du musst dich wahrscheinlich, du
- 13:13musst Anträge schreiben. Genau, aber das läuft ja digital
- 13:18ab. Es gibt dann so n online Tool,
- 13:20wo man dann eben alles hochladen kann, das hat eigentlich ganz
- 13:24einfach funktioniert, genau. Bisschen komplizierter war eben
- 13:29dann, während während des Förderungszeitraums und auch
- 13:32danach die Nachweise alle auch zu sammeln und eben Buch zu
- 13:38führen. Aber ja, wie ich schon gesagt
- 13:40hab, das ist halt etwas was man schaffen kann dafür, dass man
- 13:43Geld geschenkt bekommt, kann man das schon sich die Zeit nehmen,
- 13:47also jetzt keinen Herr Blumberg. Bürokratie heißt da dann noch,
- 13:50du hast gerade so n bisschen angesprochen, so n bisschen
- 13:52Nachweispflicht, so ne. Genau, ja.
- 13:55Ich stell das immer mal so ich so ne Sache immer mal so n
- 13:57bisschen plakativ gegenüber. Das eine ist ja sozusagen man
- 13:59ist man ist Produzentin, Künstlerin, da geht es viel um
- 14:04Freiheit, um personellen oder persönlichen Ausdruck, um freien
- 14:08Gestaltungswillen, Bürokratie heißt ja aber auch, dass man
- 14:11sich an Strukturen und Regeln hält, in irgendeiner Form ist.
- 14:14Das war das schwierig für dich irgendwie, oder war das?
- 14:18Also wenn man freiberuflich arbeitet, dann lernt man das
- 14:21sowieso. Also es war jetzt nichts Neues
- 14:24für mich. Und diesen Job zu machen,
- 14:28bedeutet ja auch, eben nicht nur auf eine Party lustig zu gehen
- 14:31und aufzulegen. Und alles ist schön, sondern es
- 14:33ist ja auch einfach viel Arbeit drumherum, viel organisatorische
- 14:36Arbeit und auch bürokratische und ja, steuern, alles, was man
- 14:41so machen muss, genau. Also man kann natürlich auch
- 14:45alles irgendwie abgeben, es gibt bestimmt auch viele, die das
- 14:47dann irgendwie gar nicht mehr alles so machen müssen, aber.
- 14:53Für mich war das alles etwas, was ich selber in die Hand
- 14:55genommen hab. Genau findest du das gut, dass
- 14:58es so ne so ne so ne finanzierungs oder also so
- 15:01Finanzierungsmöglichkeiten gibt? Ja, auf jeden Fall.
- 15:04Auf jeden Fall. Klingt jetzt so nach einer
- 15:05plakativen Frage, weißt du, weil ich immer überlege, gibt ja auch
- 15:08andere Märkte, so ne. Also im Amerikanischen ist das
- 15:12sozusagen viel stärker alles. Auf den Schultern derer, die
- 15:16Sachen produzieren, da gibt es nur in Anführungsstrichen Backup
- 15:19Systeme, die kulturelle Vielfalt fördern wollen.
- 15:21Die gibt es da gar nicht in dem Maß.
- 15:23Ja, ja. Voll also das.
- 15:24In Deutschland sind wir da echt gut dran und auch privilegiert
- 15:27finde ich, was wir hier alles für Möglichkeiten haben.
- 15:30Ich finde viele vergessen das auch immer schnell, wie wie gut
- 15:34wir das schon eigentlich haben hier mit solchen
- 15:36Fördermöglichkeiten und. Ja, dass das eben, dass die
- 15:42Kultur hier auch supported wird, auch von der Politik, also viel
- 15:46mehr als in anderen Ländern, zumindest so, da gibt es
- 15:48bestimmt auch Verbesserungsmöglichkeiten an
- 15:51vielen Enden, aber ich empfinde das hier schon als sehr, ja
- 15:57privilegiert, was wir hier haben, was sehr schön ist.
- 16:01Es dir in den vergangenen Jahren in dem wie.
- 16:07Clubs ihre Künstler in Portfolio aufstellen, ihre Line UPS bauen
- 16:13da noch vielleicht ne große Differenz aufgefallen zwischen
- 16:17männlich gelesenen Künstlern und weiblich gelesenen Künstlern,
- 16:20dass sozusagen Line UPS, also dass die dass weibliche DJ S
- 16:27stärker in den Fokus rücken und präsenter sind in irgendeiner
- 16:30Form, oder gibt es da ne Bewegung für dich?
- 16:34Ja, da hat sich da schon viel getan in den letzten Jahren,
- 16:37doch würd ich schon sagen. Also weil du machst es ja jetzt
- 16:39ja auch schon ne Weile 10 Jahre ne, bist du jetzt da?
- 16:43Ja, 1010 bis 12 Jahre. Und das war ja auch so n
- 16:47schleichender Beginn. Und in der Zeit ist ja auch
- 16:49wirklich so viel passiert, ne? Also wenn wir vielleicht mal mal
- 16:53mal n bisschen zurückgehen, war das am Anfang für dich
- 16:55schwieriger stattzufinden, auch in renommierten Clubs, oder war
- 16:58das? Meine Uhr piept, Punkt 12 krieg
- 17:11den alarm nicht ausgestellt. Ich bin auch richtig, der Dulli
- 17:13aber egal. Genau noch mal die Frage, also
- 17:21bei den Line ups. Hat sich da aus deiner Sicht mit
- 17:24den Jahren was verändert, dass sie diverser geworden sind?
- 17:27Ach so, ja ja, auf jeden Fall. Ich muss aber auch sagen, als
- 17:30ich angefangen habe, das war ja in Hamburg, das war in einem
- 17:35sehr. Ja, in einer sehr
- 17:38feministischen, offenen Community.
- 17:41Und ich hab das gar nicht als so, also dort auch schon nicht
- 17:46als so Männer dominiert. Erlebt war es dann n bisschen
- 17:50mehr als heute, aber ich hab mich da sehr gut aufgenommen
- 17:53gefühlt und auch nicht als einzige Frau und deswegen hatte
- 17:57ich glaub ich auch einfach sehr Glück, dass ich dort quasi an
- 18:00der am richtigen Ort in der richtigen Zeit war.
- 18:03Ich hab das so. Ich hab für mich hat sich das
- 18:06vom Gefühl dann gar nicht so verändert.
- 18:07Also es fing gleich schon alles sehr ausgewogen eigentlich an,
- 18:10weil damals wurde auch darauf schon in unserer Community wert
- 18:14gelegt, das war halt auch alles, es war gar kein kommerzieller
- 18:18Rahmen, es war ganz ja sehr DIY, 100%, DIY und im kleinen Rahmen
- 18:28ja und auf jeden Fall auch. Vielfältig schon, ja.
- 18:32Ja, aber du hast ja Städte gewechselt, so ne und das heißt
- 18:35ja also Berlin und Hamburg sind jetzt nicht so weit voneinander
- 18:39entfernt, aber man ändert ja trotzdem so n bisschen sein
- 18:43Setting und rutscht doch in ne in ne in ne Struktur rein, die
- 18:47man mitunter nicht kennt. Also Szenen funktionieren ja
- 18:50dann doch sehr unterschiedlich, obwohl sie Kontakt haben und die
- 18:53Leute ja auch untereinander viele sicher kennen, war das da
- 18:57für dich? Schwieriger in irgendeiner Form,
- 18:59oder war das auch ne positive Erfahrung?
- 19:03Es hat sich für mich da gar nicht so viel geändert, einfach
- 19:05weil ich auch ein ein, weil ich während der Zeit in Hamburg auch
- 19:08schon so viel in Berlin war und die diese ganzen Verbindungen,
- 19:12die ich sowieso schon hatte, haben sich da gar nicht so
- 19:15verändert. Also sie wurden nur noch
- 19:17ergänzt, aber ich war eh in Berlin ja auch schon so gut
- 19:20vernetzt, es hat sich gar nicht so richtig nach einer
- 19:22Veränderung angefühlt und dadurch, dass ich mein ganzes
- 19:25Leben lang auch sowieso schon immer viel in Berlin war, auch
- 19:27wenn ich da nicht gelebt hab. Hat sich das gar nicht nach so
- 19:30einer Neuerung angefühlt, sondern hat sich schon immer so
- 19:32ein bisschen wie zu Hause auch angefühlt, weil es das ja früher
- 19:35auch war. Und ich hab mich einfach, ich
- 19:39war in der Szene dann hier in Berlin eh schon angekommen, so.
- 19:45Bist du gerne am Reisen? Ja, schon.
- 19:48Doch auch wenn es manchmal anstrengend ist, sehr.
- 19:51Was ist anstrengend? Daran das.
- 19:56Wenn man, wenn man weite Strecken reißt, dann wartet man
- 19:59viel. Man wartet, dann wartet man auf
- 20:02den Zug, dann wartet man auf das Flugzeug, dann wartet man, wenn
- 20:05man ankommt, dann wartet man abgeholt werden, dann wartet man
- 20:08im Hotel und das hat dieses viele warten und dieser dieses
- 20:14Stunden totschlagen, also dieses dieser Leerlauf dann, den finde
- 20:19ich, den finde ich jetzt anstrengend.
- 20:22Wie wie fühlst du sowas? Wie ich das?
- 20:25Fühle, erfüllen, erfüllen genau also in Anführungsstrichen.
- 20:31Dieses Erwarten diese, diese formale Lehre, die man dann hat.
- 20:36Wie begegnest du dem? Ich habe tatsächlich angefangen,
- 20:38Podcasts zu hören, also keine Musik Podcast, sondern
- 20:42gesprochene zu verschiedensten Themen.
- 20:46Das ist auf jeden Fall meine liebste Beschäftigung beim
- 20:48Reisen, das mache ich zu Hause überhaupt nicht und habe ich
- 20:51dann angefangen. Ja.
- 20:56Gibt es, ich bleibe mal so ein bisschen bei dem Reisen, ich
- 21:00habe gleich noch eine Frage, die ich noch niemandem gestellt habe
- 21:03in diesem Rahmen, aber bist du gerne in Hotels?
- 21:09Jein. Es kommt auf das Hotel.
- 21:11An ja, also von vernünftigen Hotels aus.
- 21:16Ja, das schon. Also wenn es wirklich
- 21:18komfortabel und vor allem ruhig ist.
- 21:20Dann fühle ich mich sehr wohl. Aber es gibt auch schon Hotels,
- 21:24wo ich im Bett weinend lag, versucht habe zu schlafen.
- 21:28Es ging einfach nicht, weil es ne extreme Lärmquelle gab.
- 21:35Ja so genau, ich bin sehr lärmempfindlich und ich brauch
- 21:38einfach Ruhe. Also es muss einfach ruhig sein
- 21:41und dunkel für mich zum schlafen.
- 21:43Und das ist in vielen Hotels nicht gegeben und dann kann ich
- 21:46schon echt verzweifeln, weil Schlaf einfach total wichtig ist
- 21:50um wieder Kraft zu bekommen und da.
- 21:53Hak ich jetzt mal gleich nach, also klubwelt und
- 21:55Lernempfindlich. Wie?
- 21:58Wie funktioniert das? Das?
- 22:00Das interessiert mich jetzt. Ich trag Gehörschutz schon lange
- 22:03und kann den auch nicht mehr wegdenken.
- 22:07Das bezog sich aber mit dem Lärm auch vor allem auf eben.
- 22:09Ich bin lärmempfindlich, wenn es darum geht.
- 22:11Ich möchte gerade schlafen und nicht wenn ich dann im Club bin,
- 22:14aber im Club Merk ich auch, dass ich meine Ohren schützen muss.
- 22:18Als ich dann mich an meinen Gehörschutz gewöhnt habe, hab
- 22:21ich auch gemerkt, es geht gar nicht mehr ohne und ich hab mich
- 22:24gefragt, wie ich dann vorher ohne Gehörschutz ausgekommen
- 22:27bin, ich kann es auch allen empfehlen, ich weiß, viele sagen
- 22:29immer. Ich kann mich nicht dran
- 22:31gewöhnen, aber man dann hat man es einfach nicht lange genug
- 22:33versucht. Ich bin der Meinung, jeder kann
- 22:35sich dran gewöhnen, wenn man es wirklich möchte und wenn man es
- 22:38wirklich braucht, kann man sich sowieso dran gewöhnen.
- 22:40Ich finde es stark, dass du das sagst, weil einerseits denke
- 22:43ich, das ist so ein Thema, was überhaupt nicht großartig
- 22:45kommuniziert wird in diesem ganzen Club Kontext, und ich
- 22:48habe es jetzt unlängst ein groß, ein nicht großer, aber die
- 22:51Freunde, mit denen ich viel unterwegs bin, die haben sich
- 22:53jetzt alle in Gehörschutz zugelegt.
- 22:55So also es sackt so n bisschen rein dieses Thema bei dir.
- 22:59Aus professioneller Sicht muss man ja auch sagen Auflegen, in
- 23:04diesen unterschiedlichen geht am Ende ja auch sehr stark aufs
- 23:06Gehör. Ja total ne, also das ist ja
- 23:08auch so was so ne Künstlerkrankheit am Ende des
- 23:11Tages. Ich muss auch sagen, ich hatte
- 23:13wirklich starke Beschwerden. Ich hab tinitus.
- 23:16Schon lange. Ich dachte, das sei normal, dass
- 23:19ich eben nach einer Clubnacht oder einfach nach einer lauteren
- 23:23Party muss ich gar nicht die ganze Nacht sein kann n paar
- 23:25Stunden sein, da hab ich halt einfach so n dröhnen im Ohr
- 23:29schon immer eigentlich gehabt und oder so n piepen hab dann
- 23:33aber auch erst irgendwann gemerkt, wenn ich mit Menschen
- 23:36gesprochen hab, dass das nicht an dass andere das nicht haben
- 23:40und dann hab ich schon gedacht, oha, das ist anscheinend nicht
- 23:43normal und. Ich bekomme schnell
- 23:47Kopfschmerzen, auch nach clubnächten und ich hab dann
- 23:52gerade als ich dann immer mehr aufgelegt hab, gemerkt, es gibt
- 23:56Situationen, wo man in der Buß steht und man kann nicht einfach
- 24:00die Monitore runterdrehen, man wird manchmal ist es einfach so,
- 24:03dass man die ganze Clubanlage so abbekommt und dann hab ich
- 24:06irgendwann gemerkt so es die Beschwerden sind, so groß ich ja
- 24:09muss Gehörschutz tragen, ich hatte das nämlich auch
- 24:11irgendwann mal getestet, aber das war dann auch so Oh Gott.
- 24:14Geht nicht, aber da hab ich dann gemerkt, OK, ich muss das tragen
- 24:17und hab mich dann total schnell auch dran gewöhnt und es hat so
- 24:20Klick gemacht irgendwann, dass ich wusste wie muss ich, wie
- 24:24laut muss ich die Kopfhörer machen.
- 24:26Ich Mix generell auch mehr unter Kopfhörern, bin da einfach total
- 24:30dran gewöhnt und das war wirklich n Game Changer für
- 24:33mich, weil ich dann diese Beschwerden danach auch gar
- 24:36nicht mehr hatte oder nur minimal und ich kann es jedem
- 24:40empfehlen, der sowieso auch eben schon ähnliche Symptome hat wie
- 24:43ich. Das auf jeden Fall zu tun.
- 24:45Das gefährliche ist ja nämlich auch, dass man das, was man sich
- 24:48jetzt kaputt macht, das ist nicht mehr reversibel und man
- 24:52spürt das auch unter Umständen gar nicht, und dann irgendwann
- 24:55passiert halt was, und das ist echt gefährlich und ich find es
- 24:59auch krass, wie laut Anlagen aufgedreht werden in Clubs
- 25:02manchmal, dass da auch gar keine Rücksicht genommen wird, auch
- 25:07auf die Partygänger schwierig. Ja, gibt wenig Kommunikation
- 25:12diesbezüglich. Ja, wenig.
- 25:13Das ist absolut absolutes. Ja, und dann sind ja Clubs
- 25:16extrem unterschiedlich aufgestellt.
- 25:18So ne. Also gibt jetzt wirklich die
- 25:21großen Clubs wo man sieht, da ist sozusagen das Setting, es
- 25:24ist sehr darauf ausgelegt n optimalen Sound herzustellen, wo
- 25:26es ne gewisse auch ne gewisse Vielfalt da ist.
- 25:29Da sind auch die entsprechenden Personen immer auch mitunter
- 25:33auch sichtbar und dann gibt es ja ja die Boller.
- 25:38Ich glaub das ist auch ne, das ist glaub ich auch wieder ne
- 25:39Geldfrage natürlich weil es ja irgendwie auch letztendlich
- 25:43wieder Geld kostet sowas zu optimieren oder eben Techniker
- 25:49da zu haben, die darauf dann auch achten und ich weiß es
- 25:52nicht, ich steck da nicht so ganz drin, aber ich kann mir
- 25:54vorstellen, dass das ein Thema ist.
- 25:58Auf jeden Fall. Also mich hat es immer
- 26:00überrascht, dass das, dass das so wenig Thema ist, weil also
- 26:03ich mein, man kennt das Prinzip, man geht an den Bar, holt sich n
- 26:05Ohrstöpsel oder sowas. Aber das ist ja kein Schutz.
- 26:08Und das klingt auch nicht gut. Nee, guter Filter klingt ja dann
- 26:11auch gut. Verstehst du deine Nachbarn, mit
- 26:13denen du dich dann unterhältst? Ich fand es sehr niedlich, weil
- 26:15die Freunde, die es von mir geholt haben, die müssen jetzt
- 26:17erstmal umlernen, weil man dann sich anders unterhält, weil es
- 26:22ja einfach es filtert, einfach anders genießen Musik, aber sie
- 26:27können sich nicht mehr so gut unterhalten.
- 26:28Ist bei mir auch so. Tatsächlich.
- 26:30Aber mir hilft das dann immer, wenn ich dann irgendwie zur Bar
- 26:32geh oder so. Ich will n bisschen sprechen,
- 26:34dann zieh ich sie einfach n bisschen raus, dass sie trotzdem
- 26:36noch drin stecken, aber dass so n bisschen was wieder
- 26:38durchkommt. Ich kann mich damit nämlich auch
- 26:39nicht so gut unterhalten, weil ich einfach zu leise, also es
- 26:44ist einfach zu leise, aber ich hab eben auch so n mittleren
- 26:46Filter, man kann auch noch, also man soll halt im im als
- 26:50professionellen Einsatz soll man eben nicht diesen
- 26:53Allerschwächsten nehmen, aber es gibt auch eben einen noch
- 26:55schwächeren als der den ich hab, der glaub ich reicht, wenn man
- 26:58eben ab und zu mal ausgeht. Und da kann man glaub ich auch
- 27:00besser mit sich unterhalten. Genau, ja, ich will jetzt gar
- 27:06nicht, es wird dann wieder zu detailliert, aber genau ist.
- 27:09Völlig OK, weil ich meine, man muss ja immer.
- 27:11Für mich ist das auch immer so, Club soll ja auch n gewisser
- 27:13Safespace sein, ja. Für die Ohren auch.
- 27:15Ja, also da gehört sozusagen dieses Self Love oder dieses
- 27:18sich um sich selbst kümmern. Die hört das, hört bei den Ohren
- 27:21auf. Ja so ne und da kann man jetzt
- 27:24immer noch über viele andere Themen sprechen, aber mich hat
- 27:26es wirklich immer wieder überrascht, wie wenig dieses
- 27:28Thema auch. Da ist so und.
- 27:31Ist nicht vorhanden. Eigentlich ja.
- 27:34Wozu der Frage, zu der ich ursprünglich kommen wollte, weil
- 27:37ich, ich, ich finde dieses Wort mittlerweile so antiquiert, aber
- 27:41hast du, hast du jemals Flug, Charme empfunden?
- 27:45Das Wort gibt es mittlerweile auch gar nicht mehr darum, ich
- 27:47wollte es schon immer mal fragen.
- 27:50Ja, schon. Aber das hängt auch n bisschen
- 27:53damit zusammen, mit welchen Leuten man vielleicht gerade
- 27:55zusammensitzt. Aber du meinst du, du meinst ja,
- 27:59dass man eben quasi wegen der Umwelt, dass man ja, wie nennt
- 28:03man das, der Fußabdruck. Ja, der CO 2 Fußabdruck.
- 28:06CO 2 Abdruck. Ich finde ich würd mir die
- 28:12Gedanken glaub ich machen wenn ich mit mit Privatjets zehnmal
- 28:16im Monat von A nach b nach C fliegen würde.
- 28:22So viele Gedanken hab ich mir da jetzt nicht drum gemacht, weil
- 28:25ich mir auch sage, ich fahr kein Auto.
- 28:27Ich bin generell versuche ich mich umweltfreundlich durch die
- 28:32Welt zu bewegen und genau. Ich meinte das jetzt auch
- 28:38überhaupt nicht moralisch. Bei mir ist das manchmal so der,
- 28:41der dieser Begriff, der war ja vor 567 Jahren super
- 28:44hyperpräsent. Liegt jetzt auch daran
- 28:47wahrscheinlich, dass wir in einem politischen anderen, in
- 28:48einem anderen Kontext mittlerweile leben und der also
- 28:54grüne Politik in der Form nicht mehr so präsent ist, wie wir das
- 28:58vor n paar Jahren hatten. Aber ich hab mich immer n
- 29:01bisschen gefragt, ob das was das mit Personen, die im Club
- 29:04Kontext unterwegs sind oder einfach auch viel unterwegs
- 29:06sind, ob das dann irgendwas macht oder ob das ja wirklich so
- 29:12n. Dann ist irgendwie egal, weil es
- 29:15zum Berufsprofil dazu gehört. Ja, ja, ich fänd es auch
- 29:21eigentlich cooler, wenn wenn Ach es ist jetzt wieder so n
- 29:26riesiges Thema. Ich könnt jetzt wieder soweit
- 29:28aus ausholen, ich befürworte das auch eigentlich gar nicht, dass
- 29:35man die ganze Zeit durch die ganze Welt fliegt, ich fänd es
- 29:39eigentlich schöner, wenn man. Das gleiche Geld verdienen
- 29:42könnte und das alles einfach lokaler ja bleibt, weil was die
- 29:46Gigs selber betrifft, sind das dann teilweise Gigs in Berlin
- 29:50oder auch in anderen deutschen Städten, die einfach so nice
- 29:53sind, dafür muss man nicht sonstwo hinfliegen, aber es hat
- 29:55natürlich jetzt eher wieder den Grund auch, dass man dann eben
- 29:57das Geld hier und da verdient. Das ist ja manchmal auch wenn
- 30:01ich da mal so n reingrätschen darf, manchmal auch so n.
- 30:05So n so n bisschen so angeschlossenes Thema.
- 30:07Dieser Wunsch nach also in Berlin, in Berlin haben wir ja
- 30:10wirklich sehr viele Möglichkeiten, die Szene ist
- 30:11sehr vielfältig, sie bietet sehr viele Voraussetzungen, sie hat
- 30:15zwar auch Konkurrenz, auf der anderen Seite, aber eigentlich,
- 30:17also Berlin, wäre dann für mich n Ort, wo man sagen könnte, die
- 30:21n Großteil der Cooks könnte weiter betrieben werden, sie
- 30:24hätten kein Problem damit, Sortenvielfalt, also an Vielfalt
- 30:27an musikalischen Stilen zu spielen.
- 30:30Weil einfach ganz viel da ist. Das ist jetzt anders in Leipzig
- 30:34oder in Erfurt oder so ne. Aber was sozusagen so Metropolen
- 30:38betrifft, gibt es da eigentlich gar keinen Mangel an qualitativ
- 30:43hochwertigen, vielfältigen Musikstilen Künstlerinnen, da
- 30:48brauchst du Internationalität an der Stelle vielleicht gar nicht
- 30:51so. Ja ja.
- 30:53Das hat so n. Das ist halt so n riesiges
- 30:55Thema, was ich super schwierig. Finde so zusammengefasst zu
- 31:00beantworten, weil da so vieles mit Reinspielt.
- 31:03Da spielen Agenturen mit rein, da spielen finanzielle Fragen
- 31:09rein und es ist natürlich ohne Frage toll, wenn man eingeladen
- 31:16wird aus Südamerika da aufzulegen.
- 31:19Was mich wieder so n bisschen zurückbringt zu dem Thema Hotel,
- 31:22weil bei mir ist es ich. Also ich mag Hotel.
- 31:27Aus einem ganz paradoxen Grund, so dieses im Zimmer ankommen,
- 31:33Taschen fallen lassen, sich aufs Bett setzen und den Fernseher
- 31:36anschalten. Ich hab zu Hause bei mir, ich
- 31:38guck kein wie man heute sagt, lineares Fernsehen mehr diesen
- 31:40ganzen Kram, RTL, prosieben und sowas gibt es bei mir nicht also
- 31:43ich bin so n typischer Streamer ich auch, aber das ist so
- 31:46verknüpft bei mir dieses und ich ich mag das wirklich weil es
- 31:49wieso ne. So ne kleine abgekanzelte Welt
- 31:51ist. Und dann sitzt ich da und es
- 31:53dauert 10 Minuten ne Viertelstunde, weil man das dann
- 31:55sowieso nicht mehr gucken kann was da läuft.
- 31:56Aber so mal kurz durch Zappen, das ist so n so n reiseritual
- 32:01was ich sehr mag und ich mach das wirklich glaub ich fast
- 32:04immer in jedem Hotel wo ich ankomme ist das erste OK gibt es
- 32:09bei dir auch sowas? Ja, also ich mag durchaus auch
- 32:13schöne Hotels, aber man landet dann doch auch manchmal in
- 32:15Hotels, die einfach nicht so schön sind.
- 32:16Deswegen würde ich eben nicht sagen, dass ich es grundsätzlich
- 32:19Hotels mag. Also den Fernseher schalte ich
- 32:26mich an, aber was ich zum Beispiel gerne mache, ist, wenn
- 32:29ich irgendwo ankomme oder ich habe einen Tag Zeit, dann gehe
- 32:34ich gerne in den Supermarkt und checke die Supermärkte aus, weil
- 32:38ich finde, die sagen so viel aus über eine Kultur, über die
- 32:41Menschen, so wie sie essen und was die mögen, was denen wichtig
- 32:45ist. Also ein deutscher Supermarkt
- 32:47ist ja immer sehr. Sehr aufgeräumt und hat
- 32:50eigentlich immer dasselbe Konzept, wenn man durchgeht, so
- 32:53die Reihenfolge der Produkte und Lebensmittel und in anderen
- 32:57Ländern ist es teilweise so komplett anders, das finde ich
- 33:00super interessant. Erinnerst du die andere Stadt,
- 33:02in der du so in einem Laden gestanden hast oder so und
- 33:06gedacht hast komplett anders? Ja, sehr oft, sehr oft.
- 33:11In den meisten Ländern, eigentlich in China zum
- 33:13Beispiel. Da ist man wirklich so.
- 33:16Dann macht man genau das, was du gerade vorher gemacht hast.
- 33:19OK, krass, so bin ich hier ganz anders.
- 33:23Ja, mir ging es. Mir ging es, mir ging es in
- 33:26Tokio so, ich hab fast gar keinen Anknüpfpunkt gehabt zu
- 33:30dem, was ich kenne, so krass anders war, es war wirklich, es
- 33:33war nicht nur der Mond, es war. So ähnlich.
- 33:34Ja, ich glaub das ist so ähnlich dann.
- 33:37Ja, findest du, wenn du, wenn du, wenn du viel unterwegs bist,
- 33:40auch Zeit kreativ zu sein oder ist das dann eher so was wie?
- 33:45Reisen, auflegen, ein bisschen touristische Sachen oder sowas.
- 33:50Oder ist es für dich auch? Gibt's da für dich auch
- 33:51Möglichkeiten, künstlerisch zu arbeiten oder kreativ zu sein?
- 33:55Während ich auf Reisen bin, ja schon am Laptop, den ich ja dann
- 34:00immer dabei habe, benutze ich schon manchmal ableton oder ja,
- 34:05vielleicht ein Video, das ja auch kreatives Arbeiten ist.
- 34:12Ja, also arbeiten sowieso. Es gibt ja auch dann nicht
- 34:15kreative Arbeit, die man dann zwischendurch machen kann, aber
- 34:19vieles hängt auch miteinander zusammen, mit kreativen Dingen,
- 34:23wenn ich was schreibe, kann das auch irgendwas sein, was ein
- 34:26kreativerer Text ist, weil ich den Posten möchte, oder genau
- 34:33also mein Video machen Fotos, diese Art von kreativer Arbeit
- 34:37auf jeden Fall. Machst du Social Media Arbeit
- 34:39gern? Es kommt drauf an.
- 34:41Also es ist nicht so, dass ich diese grundsätzlich nicht gerne
- 34:43mache, was momentan einfach sehr frustrierend ist, ist, dass also
- 34:51ich bin ja der Meinung, dass das Ende von Instagram naht.
- 34:55Instagram war ja ursprünglich irgendwie eigentlich ne super
- 34:59entspannte Plattform, man konnte halt Fotos und Bilder posten,
- 35:02artworks, man konnte sich ganz gut vernetzen, dann kamen die
- 35:05Videos ja ins Spiel und die ganze Werbung und.
- 35:10Man hatte mal viel Reichweite mit dem, was man gemacht hat,
- 35:12weil die Leute, die einen eben abonnieren oder folgen, das auch
- 35:17gesehen haben. Aber das nimmt jetzt ja so
- 35:19drastisch ab, dass man einfach leider gar nicht mehr das, was
- 35:24man macht, an die Leute kriegt, weil das gar nicht mehr
- 35:27angezeigt wird durch die Algorithmen, die ja gegen einen
- 35:30dann sozusagen arbeiten, weil man.
- 35:32Nicht genau. Das macht gerade was vom
- 35:33Algorithmus gepusht wird. Deswegen ist es sehr
- 35:35frustrierend geworden, aber es heißt nicht, dass ich
- 35:37grundsätzlich mit allem da ein Problem habe, das zu machen,
- 35:40also eigentlich mache ich es gerne, ist dann nur schade, dass
- 35:42man dann merkt, k. Ich habe jetzt zwar irgendwie
- 35:44heute 45 Stunden daran gesessen, dieses Video so zu machen, zu
- 35:50schneiden, vertonen und dann sehen das ja nur ein Zehntel der
- 35:57Leute, die das vielleicht vor 5 Jahren gesehen hätten, und das
- 36:00ist einfach schade. Und das nimmt gerade immer mehr
- 36:03zu, was sehr frustrierend ist. Ja, und ich seh auch manchmal
- 36:07dann momentan häuft sich das so n bisschen, dass Leute ne Story
- 36:11machen auf Instagram und dann schreiben ich bin geshadowband
- 36:14bitte liket irgendwie this build und ich denk mir so junge, alle
- 36:18sind gerade geshadowband das geht allen so, es wird niemandem
- 36:21mehr angezeigt, also es ist nicht so, dass es ja aber daran
- 36:25merkt man ja auch, dass die die Leute dann.
- 36:28Jetzt denken, Sie haben irgendwas falsch gemacht, oder
- 36:30jetzt? Warum sieht man meine Sachen
- 36:31nicht mehr, was auch einfach kompletter Brainfuck eigentlich
- 36:34ist, was alle gerade durchmachen, was total schlimm
- 36:36ist und auch alles so n bisschen kaputt macht was geht ihr allen
- 36:42so, also den meisten nicht allen so, aber den meisten geht das
- 36:46so, vor allem wenn ich so mit Menschen spreche.
- 36:48Im Vergleich zum zur Produktion von Musik, weil du das vorhin
- 36:52kurz angesprochen hattest, weil du meintest, Musikstücke werden
- 36:54auch immer kürzer. Genau.
- 36:57Ist ja sozusagen auch immer dieser.
- 36:58So empfindest du da Anpassungsdruck in dem wie du
- 37:03Musik produzierst. Nee, das gar nicht.
- 37:07Und das Nein, das gar nicht. Und das möchte ich nicht und das
- 37:11werde ich auch nie, was auch mit dazu geführt hat, mein eigenes
- 37:15Label zu gründen, weil also nicht, dass mir da jemand mal
- 37:17reingeredet hätte, aber. Da gab es so n paar
- 37:23Entscheidungen, sag ich mal in der Vergangenheit die ich so n
- 37:25bisschen bereut habe bei Produktion, dass ich mal
- 37:29vielleicht so n bisschen versucht hab jemandem gerecht zu
- 37:31werden oder in so ne Richtung zu gehen und das ist eigentlich
- 37:35immer ein Fehler, das sollte man nie tun, man sollte das
- 37:41produzieren und kreieren worauf man selber Bock hat, weil man
- 37:45damit auch allen anderen den größten gefallen tut und wenn
- 37:48das Grad nicht so funktioniert, dann ist es so man.
- 37:50Man kann zumindest zu 100% dazu stehen und es fühlt sich einfach
- 37:54nicht gut an, irgendwas zu machen, was man, wo man nach
- 37:56mehreren Jahren so denkt, das war nicht ich und ja.
- 38:01Ich stell mir das mitunter auch immer schwierig vor, da bei der
- 38:03Linie zu bleiben heutzutage. Ja, es ist auch total schwierig.
- 38:07Weil du ja, es knüpft sich ja glaub ich auch ganz viel an ne
- 38:10wie inwieweit folgt man im Trend, wo möchte man noch
- 38:13stattfinden, wo möchte man in irgendeiner Form auch präsent
- 38:16sein? Wahrscheinlich nicht so
- 38:17einfache. Innere Leistung, die man da
- 38:20regelmäßig erbringen muss. Ne ja.
- 38:22Ist schon manchmal ein Kampf gegen Windmühlen.
- 38:24Also immer mehr. Gibt's gibt's einen Club, in dem
- 38:28du noch nicht aufgelegt hast, in dem du gerne mal stattfinden
- 38:31wollen würdest? Ja, viele.
- 38:38Eigentlich könnte ich jetzt gar nicht einzelne benennen.
- 38:43Viele. Dann an dann vielleicht
- 38:46andersrum gibt es n Club den du vermisst wo du gesagt hast, das
- 38:49war der war gut, den gibt es aber nicht mehr.
- 38:53Schade drum. Den es nicht mehr gibt.
- 38:56Ja, gibt schon einige, doch das Paar in Hamburg zum Beispiel, so
- 39:01wie es ja zwischen 2017 und 2019 war, das vermisse ich schon,
- 39:10aber ich vermisse auch vor allem diese.
- 39:13Community dort und ja, der ganze Vibe, das ist einfach ne richtig
- 39:20gute Zeit. Ich glaub da stimmen wir auch so
- 39:22gut wie alle zu, das war einfach ne tolle Zeit und da denkt man
- 39:27schon viel dran zurück. Kenn ich, also kenn ich nicht,
- 39:29weil ich nie da war. Darum was was waren so der was
- 39:33waren, was waren so der Campung wenn du sagst die Community war
- 39:36speziell was kannst du kannst du rausarbeiten was das war.
- 39:41Wenn man reinkommt, man hat seinen Gig, dann trifft man
- 39:45natürlich eben gewisse Gesichter und es macht einfach Spaß und
- 39:48man sieht sich gern wieder. Man fühlt sich so n bisschen zu
- 39:50Hause, das war natürlich auch damals etwas, worauf man sehr
- 39:56stolz war. Ich bin als Resident und man ist
- 40:00n Teil davon, also das ist auch sehr dieses Gefühl, was ich
- 40:02damit einfach verbinde, dass man mit.
- 40:11Man war einfach in dem Sinne ein Teil davon, dass man dann auch
- 40:14Gastgeber zum Beispiel war, wenn Main Act gekommen ist, dann ist
- 40:18man teilweise mit denen essen gegangen und hat dann so ein
- 40:20bisschen Verantwortung bekommen und das war einfach schön, ja
- 40:26und aufregend dann auch, ist einfach eine schöne Zeit und
- 40:33ansonsten fällt mir jetzt nicht konkret einer ein.
- 40:41Ist Berlin Heimat für dich geworden?
- 40:43War schon immer Heimat. War schon immer Heimat, dann
- 40:48vielleicht hier noch mal. Gibt es Sachen, wo du sagen
- 40:51würdest, da könnte Berlin in den nächsten Jahren noch ein
- 40:54bisschen Veränderung vertragen, im positiven Sinne?
- 41:01Im positiven Sinne Veränderung vielleicht soll sich nicht so
- 41:06viel so schnell verändern. Ja, das ist ja, das ist so n
- 41:10leidiger ökonomischer Druck, der da in ganz vielen Punkten da so
- 41:14dahinter steht. So ne.
- 41:15Ja, total. Und wie in welchem Sinne
- 41:17verändern meinst du? Also was ich ja spannend finde
- 41:21ist, dass die ganzen letzten Jahre davon dominiert waren,
- 41:23dass es immer hieß, Clubsterben ist da.
- 41:25Das hat aber das wie jeder Club stirbt, hat immer sehr
- 41:28unterschiedliche Gründe, so die ja auch nicht immer unbedingt an
- 41:31der Öffentlichkeit da sind, müssen muss so nicht immer alles
- 41:33in der Öffentlichkeit sein, aber das ist ja schon sehr divers.
- 41:36Der Druck aber, der ökonomische, dass sozusagen Flächen weggehen,
- 41:40dass die Stadt verdichtet wird, viel gebaut wird, dadurch Clubs
- 41:44rausgedrängt werden und die Kultur, die Rausgedrängt wird,
- 41:48an der Stelle aber wie auf der anderen Seite in Berlin,
- 41:52manchmal, glaube ich, und das, da denke ich immer, das könnte
- 41:55bisschen besser betont werden, sehr viel Fluktuation haben.
- 41:58Wir haben nicht mehr so viel im Zentrum.
- 42:00Aber nach außen passiert ja jetzt ganz viel.
- 42:02Haben jetzt in Berlin. Also es gibt jetzt an der Abus N
- 42:04neuen Club gibt den Spandau N neuen Club, die Renate darf die
- 42:08jetzt doch länger machen, das sind ja dann auch wo ich immer
- 42:12denke positive Entwicklungen. Veränderungen sind das Halt
- 42:17genau. Also Clubs kommen und gehen und
- 42:19kommen, aber ohne Frage ist es einfach gerade eben dieser
- 42:23ökonomische Druck ist einfach super schwierig für Clubs,
- 42:27gerade noch wirtschaftlich zu arbeiten.
- 42:29Sind auf Spenden angewiesen. Ja, ist einfach eine super super
- 42:34schwierige Zeit jetzt. Ich habe das das größte Problem,
- 42:37ich würde aber jetzt auch eben nicht sagen, dass Clubs sterben,
- 42:41also es ist ja generell eben immer so ein Kommen und gehen
- 42:44und verändern, es war ja auch früher schon so, ja ja.
- 42:49Dankeschön, dass du da warst. Gern.
- 42:52Tschau, tschau.