Latest / Ausgeglaubt: ein RefLab-Podcast / Summertime-Special 4: «Manuels Bekenntnis»
Transcript
- 0:00So, herzlich willkommen. Heute wird es mal richtig konstruktiv. Wir gehen zurück in das Jahr 2021.
- 0:07Wir sind damals ganz am Anfang der Affenz seit gewesen und ganz am Ende einer Staffel,
- 0:13in der wir die großen Bibeltexte und am Schluss das apostolische Glaubensbekenntnis durchgeackert haben.
- 0:19Und da sind Zuschriften gekommen, die gesagt haben, ja, aber Jungs, jetzt müsst ihr auch mal liefern
- 0:25und sagen, was ihr eigentlich glaubt, nicht nur, wo ihr in Niosen von irgendetwas abweicht
- 0:31oder euch abgrenzen wollt. Und Manu hat den Ball aufgenommen und mutig sein Glaubensbekenntnis formuliert,
- 0:38ein Glaubensbekenntnis über einen leidenschaftlichen, hingebungsvollen Gott, der in diese Welt kommt,
- 0:45aber nicht wie ein Besucher, sondern einer, der bereit ist, ich sage es jetzt mal so,
- 0:51sein eigenes Leben Kopf-Ukragen hier zu riskieren. Und du hast das ganze Bekenntnis dann doch sehr nahe
- 1:00eigentlich an diesem trinitarischen Aufbau des apostolischen Glaubensbekenntnis orientiert.
- 1:07Und das war für mich eine wunderbare Folge, wo ich mal wirklich nachfragen konnte, was meinst du damit,
- 1:13wie verstehst du das und zwar keine kontroverse Folge. Das kann man wirklich sagen.
- 1:18Das war eine Folge, wo du echt mal erklärt hast, was deine Hoffnung ist und was dein Glaube ist.
- 1:23Ja, und da sind wir, würde ich sagen, jetzt dem zweiten Teil unseres Claims wirklich gerecht geworden.
- 1:30Wir sagen immer, ausgeglaubt ist ein Podcast, in dem wir über das reden, was wir nicht mehr glauben,
- 1:36auch versuchen, kritisch einen Blick zu gewinnen auf Glaubensbestände, auf biblische Texte und so weiter.
- 1:43Aber wir sagen, wir reden auch über das, was uns wichtig bleibt. Und das ist jetzt schon eine Folge,
- 1:49in der ich versucht habe, zu formulieren, was mir wichtig bleibt. Ganz persönlich so.
- 1:56Was mich jetzt echt wundernimmt, wenn du heute deinen Glaubensbekenntnis nochmal liest, was ja dann auch zu finden sein wird in den Show-Note,
- 2:05würdest du hinter allem noch stehen oder gibt es etwas, wo du sagst, das würde ich jetzt heute aber nicht mehr sagen.
- 2:12Das glaube ich nicht mehr. Oder gibt es etwas anderes, wo du sagst, das ist mir viel wichtiger geworden, als es hier drin ist?
- 2:22Wenn ich das nochmal überblicke, dann habe ich tatsächlich, also ich könnte da immer noch voll dahinter stehen.
- 2:28Also ich habe jetzt nicht das Bedürfnis, da Dinge groß umzuschreiben.
- 2:33Es könnte sein, natürlich würde nicht mehr dasselbe herauskommen, wenn ich das jetzt formulieren würde,
- 2:38aber etwas Ähnliches auf jeden Fall. Das ist immer noch so diese Zentralität der Liebe Gottes
- 2:45und auch diese Einsicht in Gott als trinitarische Gemeinschaft, in die wir als Menschen einbezogen werden.
- 2:54Das ist immer noch etwas, was mich eigentlich, was mein Glauben zutiefst ausmacht.
- 2:59Es ist eigentlich auch ein Stück weit so ein Glaubensbekenntnis eines offenen Theismus, wenn man so will, oder?
- 3:06Ja, ein bisschen schon. Ich habe das versucht, mit hineinzuverarbeiten zu dieser, zumindest diese Geschichtlichkeit Gottes,
- 3:12dass Gott in eine Geschichte, in ein Abenteuer eintritt und dass das letzte Kapitel dieser Geschichte noch nicht geschrieben ist,
- 3:19dass aber auch die begründete Hoffnung besteht, dass Gott seine Geschichte mit uns zu einem guten Ende erzählen wird.
- 3:27Das kommt da auch zum Ausdruck und das würde ich auch heute noch sagen, das ist mir wahnsinnig wichtig.
- 3:32Also heute ausgeglaubt mit Happy End. Viel Spaß.
- 3:35Viel Spaß.
- 3:36Der Podcast über das, was wir nicht mehr glauben und das, was uns wichtig bleibt.
- 3:46Hallo und herzlich willkommen zu Ausglaubt nach einer wilden Tour durch die ganze Bibel.
- 4:01Nein, natürlich nicht. Also durch Teile der Bibel, durch die große Erzählungen und das apostolische Glaubensbekenntnis.
- 4:08Stehen wir jetzt an einem Punkt, wo uns viele gefragt haben, ja, aber was glaubt ihr eigentlich und wie legt ihr euch das zurecht?
- 4:16Und wir haben ja das letzte Mal eigentlich eine Steilvorlage dafür geliefert, dass wir jetzt auch mal selbst, ich sage so ein bisschen,
- 4:22die Hosen runterlassen müssen und mal bekennen müssen, wie wir die ganze Sache so sehen, wie wir uns das denken,
- 4:29weil wir ja gesagt haben, also Bekenntnis Freiheit bedeutet nicht Bekenntnislosigkeit,
- 4:36sondern ist eigentlich die ständige Herausforderung an ein auch denkendes Christentum, sich selbst darüber Rechenschaft abzulegen,
- 4:44was man eigentlich glaubt. Und du, Manu, hast du gesagt, okay, da stürz ich mich rein, ich mach den Anfang,
- 4:51ich schreibe mal auf, was ich eigentlich glaube.
- 4:54Ja, und es hat mich irgendwie gerade so überkommen auf einer Zugfahrt vor ein paar Tagen.
- 5:01Habe ich gedacht, ja, ich schau mal, ob mir da was einfällt und dann ist das so richtig aus mir herausgeflossen, quasi dieses Bekenntnis.
- 5:09Ich lese das sonst mal zum Einstieg und dann können wir uns darüber unterhalten.
- 5:15Ja, mach mal.
- 5:16Ich bin aber auch sehr gespannt dann auf dein Bekenntnis, dass wir dann nächste Woche besprechen werden.
- 5:22Das kommt der nächste Woche, ja.
- 5:24Genau, also ich hab das so gemacht, ich hab fünf, fünf, wie sagt man, fünf Hauptsätze und die dann jeweils kurz erklärt.
- 5:32Also es beginnt mit, ich glaube, an einen Gott, der Liebe ist. Leidenschaftliche, hingegebene, kreative, kompromisslose Liebe.
- 5:43Ein Gott, der in der Gemeinschaft von Vater, Sohn und Geist lebt und der aus der Gemeinschaft der Liebe heraus die Schöpfung hervorgebracht
- 5:51und den Menschen als sein Gegenüber erschaffen hat.
- 5:55Ich glaube an einen Gott, der uns als guter Vater niemals aufgibt.
- 6:00Gott schreibt seine Geschichte mit den Menschen und ringt beharrlich um unsere Gemeinschaft.
- 6:05Er wartet auf uns jenseits von Eden, begibt sich mit den Vätern auf Reisen, zeltet mitten unter seinem Volk
- 6:14und beginnt nach Rückschlägen, Enttäuschungen und Niederlagen immer wieder von Neuem.
- 6:20Ich glaube an einen Gott, der als eingeborener Sohn einer von uns wird.
- 6:25Gott betritt in Jesus Christus den Staub dieser Erde, tritt in unsere Lebenswelten ein, teilt unsere Anfechtungen, begegnet unsere Nöten,
- 6:36wird in den ungerechten Systemen dieser Welt aufgerieben und beweist in seiner Auferstehung, dass nicht das Leid und der Tod das letzte Wort haben.
- 6:46Ich glaube an einen Gott, der uns als heilige Geistkraft umgestaltet.
- 6:51Gottes Geistkraft erfüllt seine Kirche mit ihrer Gegenwart und durchdringt jeden Winkel unserer Wirklichkeit.
- 6:58Sie ist überall schon am Werk, bewegt Menschen zum guten Waren und Schönen,
- 7:04verwandelt uns von innen heraus und arbeitet auf die Transformation unserer Gesellschaft hin.
- 7:11Und dann, als letzten Abschnitt, ich glaube an einen Gott, der uns noch einmal überraschen wird.
- 7:18Gott wird diese alte geschundene Schöpfung erneuern und diese zerbrochene Menschheit heilen.
- 7:24Das letzte Kapitel ist noch nicht geschrieben.
- 7:27Und wenn es einmal soweit ist, dann wird sich zeigen, dass es zugleich das erste Kapitel einer neuen Geschichte ist, die Gott mit uns beginnt.
- 7:37Ja, so viel mal dazu. Das war mein Anlauf.
- 7:41Jo, ja. Und das ist ja eine sehr strukturierte Runde Sache, die du da lieferst.
- 7:47Ja.
- 7:48Die sich ja doch mindestens so vom Aufbau grob am Apostolikum orientiert.
- 7:53Also du hast auch diesen trinitarischen Aufbau, also Gottvater, dann der Sohn, der heilige Geist und die Zukunft quasi.
- 8:00Ja.
- 8:01Da konnte ich mich irgendwie schlecht von lösen, weil ich gedacht habe, weil halt irgendwie so dieses trinitarische Denken mir auch sehr nahe ist.
- 8:10Und ich fand das irgendwie auch stimmig, meinen Glauben auszudrücken nach dieser Abfolge von Vater, Sohn und Geist.
- 8:19Manu, das finde ich total spannend, oder?
- 8:21Weil man könnte ja jetzt sagen, das ist jetzt dein persönliches Bekenntnis.
- 8:25Darf ich schon annehmen, dass das für dich irgendwie wichtig ist, dieser trinitarische Aufbau?
- 8:31Es gibt ja viele Menschen, die sagen, na ja, also galt das mit der Trinität, das haben die haben mal so gemacht in der alten Kirche,
- 8:37um sich irgendwie das zurechtzulegen, wie jetzt dieser Jesus auch Gott sein kann.
- 8:41Für dich scheint das ganz wichtig zu sein.
- 8:43Magst du kurz erklären, weshalb?
- 8:45Ja, auf jeden Fall.
- 8:46Also das war für mich auch so eine der, wie soll ich sagen, eine der theologischen Entdeckungen, die ich gemacht habe,
- 8:53oder eine der Revolutionen, die auch mein Denken über den Glauben mitgemacht hat.
- 8:59Als ich so, irgendwo, das war während des Studiums auch angeregt durch einen guten Freund und damaligen Lehrer von mir,
- 9:09durch Anniloos, den wir ja auch kennen, er hat mit einer unglaublichen Begeisterung mir die Augen geöffnet für dieses trinitarische Denken.
- 9:21Und für mich war ganz entscheidend, dass ich eigentlich erst seit ich Gott als drei Einigkeit denke, diesen Gedanken der Liebe Gottes stimmig denken kann.
- 9:34Deshalb bin ich auch damit eingestiegen, ich glaube an einen Gott, der Liebe ist.
- 9:38Und für mich macht das erst so richtig Sinn, seit ich Gott als Gemeinschaft in sich oder als Beziehungsgeschehen in sich verstehe.
- 9:49Deshalb ist mir das so wichtig geworden.
- 9:52Und dann natürlich auch, das habe ich versucht in diesem Bekenntnis festzuhalten, so die unterschiedliche Art und Weise, in der Gott zu uns in Beziehung tritt.
- 10:04Also als Vater, deshalb habe ich geschrieben, ich glaube an Gott, der uns als Vater niemals aufgibt, an einen Gott, der als Sohn einer von uns wird
- 10:15und an einen Gott, der uns als Heilige Geistkraft umgestaltet.
- 10:19So, diesen verschiedenen Modi des Wirkens Gottes in dieser Welt.
- 10:24Ja, und da ist ja schon auffällig, dass bei dir dieser Gott mehr Geschichte bekommt, als der Gott dem Apostolikum, könnte man sagen, oder?
- 10:36Also du hast ihn hier als einen Gott dann auch eingeführt, der eben jenseits von Eden wartet.
- 10:43Ja.
- 10:44Man sich mit den Vätern auf Reise begibt und uns zeltet etc., oder?
- 10:49Ja.
- 10:50Diese Nahbarkeit in der Geschichte, die scheint dir da ganz wichtig zu sein.
- 10:54Ja, genau.
- 10:55Und das ist ja, wir haben das ja auch kurz angesprochen in der Diskussion des Glaubensbekenntnisses.
- 11:01Das finde ich schon eine Mangelerscheinung, dass in den meisten Glaubensbekenntnissen, die ich kenne, diese Geschichte Gottes eigentlich fast gar keine Rolle.
- 11:12Spielt bis dann Jesus kommt.
- 11:14Und ich wollte das irgendwie festhalten, dass Gott schon im ersten Testament, schon in seiner Geschichte mit Israel ein Gott ist, der die Nähe des Menschen sucht.
- 11:24Das ist ja schon auch irgendwie bemerkenswert, wenn dieses Nomadenvolk oder diese nomadischen Existenzen sich Gott vorstellen oder Gott erfahren als einer, der im Zelt mit ihnen umherzieht.
- 11:39Also das kommt ja dann auch bei, wo ist das bei Johannes?
- 11:45Im Johannes-Polo kommt das ja auch, man könnte auch übersetzen, das Wort wurde Fleisch und zeltete mitten unter uns.
- 11:52Also das ist ja auch eigentlich eine Anspielung auf diesen Gott, der schon in seiner Geschichte mit Israel mitten unter die Leute gekommen ist.
- 12:03Ja.
- 12:04Und das wollte ich festhalten.
- 12:05Ich finde das super, dass das drin ist.
- 12:08Bei Jesus habe ich ehrlich gesagt ein bisschen gestanden, da habe ich gedacht, da kommt bestimmt noch viel mehr Geschichte rein bei Manu.
- 12:15Was ich, ich habe mir so vorgestellt, wenn du jetzt ein Glaubensbekenntnis machst, dann hätte ich jetzt geraten, dass so irgendwie ein Fünftel ist der liebe Gott, ein Fünftel ist der heilige Geist und dazwischen kommt eine ganz lange Jesus-Story.
- 12:31Hätte ich jetzt gedacht.
- 12:32Ja.
- 12:33Da hat mir jetzt vielleicht mein Gleichförmigkeitswahn auch ein bisschen ein Bein gestellt, weil ich wollte alle Abschnitte einigermaßen gleich lang haben.
- 12:45Ah, so.
- 12:46Natürlich hätte man zu Jesus noch sehr viel mehr sagen können, aber ich habe vor allem versucht jetzt in dem Jesus-Abschnitt auch eben nicht nur, er wurde geboren und starb wieder und dazwischen interessiert uns gar nichts, sondern so betonen,
- 13:00dass er eintritt in die Lebenswelt, dass er unsere Anfechtungen teilt, unsere Nöten begegnet und auch dann, dass er eigentlich ein Opfer wird der ungerechten Systeme unserer Zeit so.
- 13:14Das wollte ich ausdrücken.
- 13:16Da hätte man natürlich noch viel mehr bringen können, das stimmt schon.
- 13:20Das wird dir wahrscheinlich gleich gefallen.
- 13:22Ja, denke ich schon.
- 13:23Ja, auf jeden Fall.
- 13:25Aber ich will dich jetzt gar nicht aufs Glatteis führen.
- 13:28Das ist ja so eine Sache bei den Glaubensbekenntnissen, dass es eigentlich richtig schwierig ist, das Sätze zu sagen, die nicht schon als Heresien verworfen worden sind.
- 13:37Also die nicht schon als ihr lerne irgendwo festgehalten sind von der Kirche.
- 13:42Trotzdem mache ich das jetzt so in der Zuspitzung einfach vielleicht auch, um deinen Grundgedanken besser verstehen zu können.
- 13:48Ja.
- 13:49Man kann dein Glaubensbekenntnis ja auch so lesen, dass du sagst, ich glaube an einen Gott, der Liebe ist.
- 13:55Also das ist eine Einheit erstmal, die da gesagt wird.
- 13:58Und dass das der Liebe ist, entfaltet sich dann in dieser Dreiheit, die du beschreibst.
- 14:04Also Gottvater, Sohn und Heiliger Geist.
- 14:07Und da ist aber dir schon augenfällig, dass dieser Jesus, der da eingeführt wird, der ist eigentlich eine Gestalt Gottes.
- 14:17Also der ist, wie soll ich jetzt das sagen, der ist erstmal jetzt nicht etwas Eigenes an und für sich,
- 14:25sondern der ist eine Erscheinungsform unter der Gott den Menschen begegnet.
- 14:30Wenn du schreibst Gott betritt in Jesus Christus den Staub dieser Erde,
- 14:34dann meinst du also nicht einfach, dass wir in Jesus Christus viel über Gott erfahren und gelernt haben
- 14:42und er uns da was gezeigt hat, sondern du meinst schon so, die Gottheit kommt,
- 14:48als diese Figur Jesus von Nazareth dann zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Geschichte auf die Welt und tut was.
- 14:56Ja, ja.
- 14:58Ja, ich habe schon einen relativ steilen, wie sagt man, Inkarnationsbegriff hier,
- 15:05dass ich wirklich denke, Gott ist, also Gott der Sohn wird in Jesus Christus Mensch.
- 15:13Ja, also und?
- 15:17Ja, also weißt du so, sobald man über Trinität spricht, gibt es ja diese zwei Fallen.
- 15:23Oder das eine ist, dass man quasi einen starken Einheitsgedanken bei Gott hat.
- 15:29Ja.
- 15:30Die drei Fallen sind quasi Geist oder Sohn oder Gottvater, sind dann quasi wie Masken,
- 15:36unter denen diese Gottheit auftritt. Das ist das eine extrem.
- 15:40Und das andere ist, dass das eigentlich drei unterschiedliche Typen sind,
- 15:45die dann zusammen irgendwie durch das, was sie tun, die Gottheit ausmachen.
- 15:50Ja, ja.
- 15:51Und bei dir ist dieser Einheitsgedanke, glaube ich, schon sehr stark, oder?
- 15:54Ah, das ist aber interessant, dass du das jetzt so auffasst,
- 15:57es gibt ja theologisch, wie du sagst, diese beiden Klippen.
- 16:01Und jede Theologie der drei Einigkeit, drei Faltigkeit Gottes,
- 16:06neigt dazu eher in die eine oder andere Richtung zu kippen.
- 16:10Also entweder, man hat das ja dann Modalismus genannt, entweder ist Vatersohn
- 16:16und Geist eigentlich nur irgendwie ein Begriff für eine bestimmte Art und Weise,
- 16:21wie Gott sich zeigt.
- 16:22Aber es ist letztlich einfach der eine Gott und Vatersohn und Geist,
- 16:27die nur so erscheinungsweisen.
- 16:29Oder man hat dann diesen Triteismus, diese drei Götter eigentlich,
- 16:33die man dann nicht mehr so richtig zu einer Einheit zusammenkriegt.
- 16:37Und ich habe eigentlich schon eine Vorstellung Gottes,
- 16:41die wahrscheinlich eher in Gefahr ist, in diese triteistische Falle zu taten.
- 16:47Echt?
- 16:48Ja, ja, weil ich denke mir ja Gott wirklich als Gemeinschaft dreier Personen.
- 16:54Ja?
- 16:55Ja.
- 16:56Und das hat natürlich, also ich lese das an den biblischen Texten ab,
- 17:02das ist für mich eigentlich ziemlich verbindlich, die Art und Weise,
- 17:06wie eben Jesus zum Vater in Beziehung tritt.
- 17:09Da bekommt man eben den Eindruck, als ob es sich bei Jesus,
- 17:14beim Mensch gewordenen Sohn und beim Vater um zwei quasi Bewusstseinszentren
- 17:20oder wie man das auch immer sagen will, um zwei Subjektivitäten handelt.
- 17:25Und das würde ich schon ernst nehmen wollen.
- 17:28Deshalb glaube ich eher, dass ich in diese Richtung zu kippen drohe
- 17:32und nicht in die andere, die du jetzt gesagt hast.
- 17:35Aber vielleicht hat dich das ein bisschen,
- 17:37vielleicht ist das nicht so glücklich ausgerückt,
- 17:39wenn ich sage, ich glaube an Gott, der uns als guter Vater
- 17:43oder als Sohn.
- 17:45Genau, genau, genau.
- 17:47Oder dass er in Jesus Christus die Erde betritt, weißt du?
- 17:51Ja, ja.
- 17:52Das klingt ja so ein bisschen wie im Kostüm von jemandem.
- 17:55Ja, ja, ja, ja.
- 17:56Ich habe da eben versucht, diese Gefahr der drei Gottheiten
- 18:01in der Formulierung ein bisschen abzuschwächen.
- 18:04Ja, ja.
- 18:05Aber ich, also für mich ist schon der Gedanke,
- 18:08deshalb bin ich auch eingestiegen mit diesem Statement.
- 18:11Ich glaube an einen Gott, der Liebe ist.
- 18:13Und das dann erklärt, dass diese Liebe Gottes bedeutet,
- 18:17dass Gott eben Gemeinschaft von Vater, Sohn und Geist ist.
- 18:22Und das ist natürlich schon eine Vorstellung,
- 18:27die auf drei Personen abhebt, die miteinander in Gemeinschaft wohnen.
- 18:32Ja, also das finde ich jetzt interessant, wie du das ausführst,
- 18:35weil wenn man jetzt das Apostolikon quasi dagegen hält,
- 18:38also das apostolische Glaubensbekenntnis,
- 18:40das fängt ja einfach mal an mit diesem Gott,
- 18:43der Allmächtiger ist, der der Schürzer ist
- 18:46und dann kommt der Sohn und dann der Geist.
- 18:48Und dein Bekenntnis fängt ja eigentlich nochmal an
- 18:51mit Prolegomen an zu dieser Gottheit,
- 18:54nämlich du glaubst an den einen Gott, der Liebe ist.
- 18:57Ja.
- 18:58Und da liegt dann natürlich der Schluss,
- 19:00dass man sagt, okay, also Manu glaubt an einen Gott
- 19:03und der zeigt sich jetzt in drei Gestalten.
- 19:06Ja, ja, ja.
- 19:07Und das kann dann natürlich leicht auf beide Seiten kippen,
- 19:10also dass man sagt, na ja, diese drei Gestalten machen quasi die Gottheit aus
- 19:14oder die Gottheit wird zichtbar in diesen drei Gestalten.
- 19:17Das ist ja eigentlich dann letztendlich auch nicht entscheidbar,
- 19:21was da jetzt gemeint ist,
- 19:22aber vielleicht haben mich da deine Einleitungssätze tatsächlich
- 19:25auf diese, ja, wie ich jetzt weiß, falsche Fährte geführt.
- 19:29Ja, was mich aber sehr überrascht hat, Manu,
- 19:32vor allem nach unserer letzten Aufnahme,
- 19:34ist, dass die Kirche so ganz und gar fehlt in deinem Bekenntnis.
- 19:38Ja, das ist spannend, dass du das zurückmeldest mit der Kirche,
- 19:41weil ich am Anfang in der ersten Version
- 19:44die Kirche sogar ganz unterschlagen habe
- 19:47und dann selber gemerkt habe, ja, das darf doch nicht sein.
- 19:51Jetzt habe ich doch letztes Mal gerade so freimütig bekannt,
- 19:55dass mir das so gefällt am apostolischen Glaubensbekenntnis,
- 19:58dass die Kirche eben auftritt
- 20:00und dass irgendwo so wie ich das interpretiert habe,
- 20:03dieser Glaube an die gesellschaftstransformierende Kraft
- 20:08der Jesus-Nachfolgerinnen und Nachfolger,
- 20:11dass das so festgehalten wird.
- 20:13Und ich habe sie dann reingeflickt, also schon auch mit Überzeugung
- 20:17in diesem Teil zum Heiligen Geist.
- 20:20Also Gottes Geist erfüllt seine Kirche mit seiner Gegenwart
- 20:25und durchdringt unsere Wirklichkeit.
- 20:28Und da habe ich dann aber auch gemerkt, da ist ein bisschen die Kirche.
- 20:32Ich weiß nicht so richtig, eigentlich immer noch nicht so richtig,
- 20:35wie ich das zusammendenken soll, weißt du?
- 20:38Einerseits bin ich fest überzeugt,
- 20:40und das war für mich eine große Befreiung,
- 20:42das auch endlich anerkennen zu können,
- 20:44dass Gott eben in allen Orten, in allen Menschen am Wirken ist,
- 20:52an allen möglichen Orten, ich sage jetzt mal,
- 20:55dass das Erkenntnis von Wahrheit schenkt, Schönheit schafft,
- 20:59Barmherzigkeit hervorbringt und so weiter.
- 21:02Das war für mich wichtig, das nicht auf die Kirche zu beschränken,
- 21:06das wäre ein so abendseliges und auch irgendwo gar nicht wahrhaftiges Verständnis
- 21:11des Geistwirkens, wenn man denken würde,
- 21:14das passiert nur innerhalb der Kirchenmauer.
- 21:17Das war für mich wichtig, aber ich wollte dann doch irgendwie noch festhalten,
- 21:21ja aber Gott ist doch in besonderer Weise auch in und durch die Kirche wirksam
- 21:28und gegenwärtig.
- 21:30Ich glaube, das ist eine Spannung, die du jetzt irgendwie den Text auch abspürst,
- 21:34es fällt mir schwer, das irgendwie zu artikulieren.
- 21:38Weißt du, was ich meine?
- 21:40Ja, oder weil, also das finde ich halt gerade dann bei der Explikation
- 21:44davon, Gottes Geistkraft erfüllt seine Kirche mit ihrer Gegenwart
- 21:48und durchtrinkt jeden Winkel unsere Wirklichkeit.
- 21:50Sie ist überall schon am Werk bewegt, Menschen zum guten Waren und Schönen.
- 21:54Das ist ja irgendwie dann schon nett, dass da die Kirche vorkommt,
- 21:58aber man fragt sich so, warum wird die extra erwähnt,
- 22:01wenn Gottes Geistkraft ja sowieso alles durchtrinkt und überall am Werk ist?
- 22:06Ja, genau.
- 22:07Was ist dann eigentlich noch der Unterschied zwischen Kirche
- 22:10und der allgemeinen Gegenwart, in der wir irgendwie leben und stehen?
- 22:14Ja, genau, genau.
- 22:16Und das ist aber, das ist jetzt wirklich auch eine gewisse Unsicherheit
- 22:21in meinem eigenen Glaubensverständnis, dass ich mich frage,
- 22:24wie denke ich das jetzt zusammen?
- 22:28Eine besondere Beauftragung der Kirche
- 22:32zu einer Beauftragung,
- 22:35Gottes sichtbar und spürbar zu machen in dieser Welt
- 22:39und gleichzeitig das Bekenntnis,
- 22:41dass Gott natürlich auch außerhalb der Kirche
- 22:44oder weit über die Kirche hinaus sichtbar und spürbar wird.
- 22:48Ja, ja, ja.
- 22:50Ich glaube, ich löse das anders.
- 22:55Ich habe da eine andere Perspektive drauf,
- 22:58als die, die ich jetzt bei dir lese.
- 23:00Für mich ist es so, dass ich ja nicht zufällig an irgendeinen Gott glaube,
- 23:05weil der irgendwie mit mir in Träumen spricht
- 23:08oder mir irgendwie Dinge sagt oder sich mir gezeigt hat direkt,
- 23:13sondern alles, was ich irgendwie über Gott denke oder weiß,
- 23:17habe ich ja letztendlich durch die Kirche gelernt.
- 23:20Ja, ja.
- 23:22Also würde ich quasi wie sagen, die Kirche ist verantwortlich dafür,
- 23:26wie ich mir Gott denke, also wie ich Gott kennengelernt habe.
- 23:31Und da stehe ich in einer bestimmten Tradition,
- 23:34einer bestimmten christlichen Kirche
- 23:37und das prägt alles das, was ich so quasi zu denken
- 23:42und zu glauben aufgegeben bekommen habe, weißt du so.
- 23:46Ohne Kirche.
- 23:48hätte ich gar kein Futter, an dem ich mich abarbeiten könnte. Das hat quasi bei mir
- 23:53so wie die Grundstruktur gesetzt, in der ich über Gott nachdenke. Wenn ich jetzt das aber
- 23:59ausweite, dann könnte ich jetzt natürlich auch sagen, naja, und andere Menschen haben das in
- 24:05einer bestimmten Tradition und Gemeinschaft des Islams kennengelernt. Wiederum, andere Menschen
- 24:10haben das nochmal auf einem ganz anderen Weg kennengelernt und dann gibt es ganz viele Menschen,
- 24:16die haben keine solche Sozialisierung, die sind nochmal anders geprägt oder gar nicht geprägt
- 24:23und denken sich das nochmal anders. Aber letztendlich glaube ich, dass sie sich in ihrem Denken,
- 24:30also wenn Sie, du schreibst hier, das gute, wahre und schöne, gell? Genau. Wenn sich Menschen auf das
- 24:37gute, wahre und schöne beziehen, dann glaube ich schon, haben sie es egal in welcher Tradition
- 24:42und welche Situation sie das tun, dann eigentlich mit diesem Gott zu tun, von dem du sagst, ich
- 24:47glaube an einen Gott, der Liebe ist. Ja, ja, ja. Okay, das glaube ich auch. Das glaube ich auf jeden
- 24:53Fall auch. Das ist ja genau, was ich ausdrücken wollte mit diesem Abschnitt zum Heiligen Geist.
- 24:58Es ist einfach so, für mich ist das, was ich vorher geschrieben habe, zum Vater, zu Gott,
- 25:05der mit Israel unterwegs ist und zu dem Gott, der sich in Jesus Christus zeigt, ist für mich nicht
- 25:10nur Ausdruck einer kontingenten oder einer nicht notwendigen Traditionsverhaftung oder so, sondern
- 25:18das ist für mich wirklich, ich denke mir Gott wirklich so. Also ich glaube Gott ist wirklich so
- 25:23und der Gott quasi, der auf der ganzen Welt wirkt, ist der Gott, der sich in Jesus Christus gezeigt hat.
- 25:30So, dass er und ist der Gott, der die Bewegung der Kirche angestoßen hat. Das will ich dir auch gar
- 25:38nicht wegnehmen. Ich sage nur, dass du das so siehst, hat wenig mit dem lieben Gott zu tun und
- 25:44ganz viel mit der Kirche. Ja, ja, ja. Also man kann ja wie zwei Logiken nehmen, wenn man das
- 25:52Glaubensbekenntnis anschaut. Die eine Logik ist, die auch das Apostolikum macht, da kommt die Kirche
- 25:58am Schluss irgendwie noch rein. Ja, jetzt für mich wäre die Kirche sehr viel wichtiger, weil ohne
- 26:05Kirche würde ich niemals auf die Idee einer trinitarischen Struktur kommen, um mir Gott zu
- 26:11denken. Ja, true. Oder ich hätte zum Beispiel diese Geschichten aus dem alten Testament gar nicht
- 26:17kennengelernt, ohne Kirche. Ja. Und all das, was da gehofft wird oder was du dir als Zukunft
- 26:24vorstattest, das tust du ja als Teil einer bestimmten Gemeinschaft, die auch wiederum Kirche ist.
- 26:30Also quasi ich glaube so, man könnte die Kirche entweder als ein Detail sehen, dass man auch noch
- 26:37aufzählt bei den Dingen, die man glaubt. Für mich ist sie halt eher die Bedingungsmöglichkeit,
- 26:43dass ich überhaupt glaube. Ja, ja, ja. Es ist quasi die Verstehensvoraussetzung irgendwo für das.
- 26:50Ja, ja. Ich glaube, das müsste ich irgendwie noch umformulieren, weil mich das selber nicht
- 26:58glücklich macht und nach dieser Diskussion so weniger. Aber ich habe Freude an dem letzten
- 27:03Abschnitt. Den fand ich, ja, lass uns doch da noch hinwählen, oder? Den fand ich eigentlich ganz
- 27:08schön. Also ich glaube an einen Gott, der uns noch einmal überraschen wird. Das fand ich,
- 27:13das war mir irgendwie wichtig zu sagen. Ich finde das irgendwie aufregender als vielleicht viele
- 27:21ein bisschen eingeschliffenen Formulierungen in Glaubensbekenntnissen. Ja. Ja, und dieses
- 27:28Überraschen, also ich mache es jetzt mal so strukturanalog. Das erstätet ja jetzt eigentlich an
- 27:33der Stelle, wo wir im Apostolikum das jüngste Gericht haben, das wir das letzte Mal besprochen
- 27:38haben, oder? Also bei dir ist es eine Überraschung und kein jüngstes Gericht. Erzähl mal, was er
- 27:44hoffst du dir davon? Ja, ich wollte da einfach einfangen, dass letztlich die ganze, natürlich
- 27:51hätte man jetzt hier die klassischen Begriffe aufrufen können, jüngstes Gericht, Wiederkunft Jesu,
- 27:57Himmel, Hölle, was auch immer. Aber ich wollte da eigentlich einfangen, dass die ganzen Bilder,
- 28:05die gebraucht werden, um zu beschreiben, was auf uns wartet und die ganzen Vorstellungen,
- 28:10die da gehegt werden, doch irgendwie notwendigerweise weit hinter dem zurückbleiben, was uns
- 28:17tatsächlich erwartet. Das hoffe ich zumindest. Das ist zumindest das, was mich irgendwie beflügelt,
- 28:22die Hoffnung, die mich beflügelt, dass wir da wirklich nochmal überrascht werden und
- 28:27dass es irgendwie anders, aber irgendwie auch viel besser noch sein wird, als ich mir das so denken kann.
- 28:33Ja, du sagst jetzt anders und besser. Manu, ich weiß, ich kennst du das. Ich habe das immer wieder,
- 28:40so diesen Gedanken, dass ich mir denke, wenn der Jesus jetzt wieder kommen würde, dann wäre ich
- 28:46wahrscheinlich einer der Allerletzten, der ihn erkennen würde. Ich glaube, ich würde es nicht
- 28:51schnallen. Das hat dir das auch schon mal überlegt. Also, der käme jetzt wieder. Ich glaube, ich wäre
- 28:58so super skeptisch. Ich würde irgendwie, wahrscheinlich finden, das ist jetzt nicht sehr
- 29:04gute Theologie. Der soll erst mal ein bisschen 19. Jahrhundert lesen. Was soll das sein? Weißt du so?
- 29:10Ja, das sagst du ja sogar vom 1. Jesus schon. Das ist seine Theologie. Nein, aber ich meine,
- 29:19ich meine, das ist wirklich nicht so arrogant, wie das jetzt klingt, sondern eher so, ich glaube nicht,
- 29:24dass ich jetzt ein Mensch wäre, der Jesus sehr gut wiedererkennen würde, wenn er käme. Ja.
- 29:30Also, ich glaube, ich wäre eher so, weißt du, wie in diesen Jesus-Geschichten diese Pharisäer,
- 29:36die ihn mit ihren Fragen nerven und einfach nicht erkennen, wer er ist. Ja, ja. Ich glaube, so wäre
- 29:43ich volle Pulle. Ja, also, wenn man sich die Wiederkunft Jesu so ein bisschen bescheiden vorstellt,
- 29:50halt, der tritt irgendwo auf und verschafft sich irgendwo Gehör, dann ohne dass er jetzt quasi
- 29:58von den Wolken steigt und offensichtlich derjenige ist, der da kommen soll und so. Ja, dann kann ich
- 30:04mir das auch denken, dass ich da einige Schwierigkeiten hätte. Aber eben, ich denke halt,
- 30:11deshalb habe ich das geschrieben mit der Überraschung. Ich denke halt, es wird dann doch auch
- 30:15überraschend im positiven Sinne sein, zu merken, Gott ist nochmal anders und er ist nochmal mehr,
- 30:22als ich es mir gedacht habe und merkt, wie eingeschränkt die eigenen Vorstellungen und
- 30:29Metaphern waren und wie unzulänglich die Bilder waren, die man sich von diesem Gott gestrickt hat.
- 30:35So, da freue ich mich eigentlich drauf. Ja. Aber wenn du dir jetzt so vorstellen müsstest,
- 30:40also bleiben wir mal, also jetzt nicht irgendwie der Ritter auf dem weißen Ross kommt von der
- 30:45Wolke gehüpft, sondern der wird wieder in die Welt geboren. Was stellst du dir so vor?
- 30:51Welchen Beruf hätte Jesus zum Beispiel? Ist es ein Mann oder eine Frau? Ist die Politikerin?
- 30:58Ist sie, ich weiß nicht, Wirtschaftswissenschaftlerin gründet sie einen riesen NGO und beseitigt
- 31:04den Hunger? Also, Influencerin. Der Jesus wird eine Influencerin.
- 31:10Ein YouTube-Star. Keine Ahnung, es gab ja diese Netflix-Serie, Messiah hieß die,
- 31:17glaube ich, in der Jesus dann im Raum Palästina irgendwo, glaube ich, oder wo war das, Iran,
- 31:24Irak oder keine Ahnung, der tritt da auf und kümmert sich dann um Geflüchtete oder
- 31:32Immigranten und so. Das ist eine spannende Geschichte, weil sie eben dieses Gedankenexperiment
- 31:38macht. Ich kann da nur mutmaßen, natürlich ist nicht irgendwie nahe sich vorzustellen,
- 31:44dass Jesus zum Beispiel als Geflüchteter oder Geflüchtete in Erscheinung tritt oder ja auch immer.
- 31:51Aber die Idee ist ja natürlich schon in christlichen Kreisen immer gewesen, dass Jesus natürlich
- 31:57beim zweiten Mal nicht mehr in Niedrigkeit unter uns kommt, keine Krippe mehr, sondern dann so richtig,
- 32:03so richtig halt die Posaunen auffährt. Ja, aber wir haben ja gerade beim Offenbarungsthema,
- 32:11das wir besprochen haben, ja auch festgestellt ist, dass eben eigentlich nicht die riesige
- 32:18triumphalistische Wiederkunft ist, sondern eher so eine Schaf von Losern, die da angeführt wird
- 32:24durch den Messias, der jetzt da ja so mit einer ziemlichen Lottertruppe was zustande bringen will.
- 32:30Ja, so da wird das schon passen. Ja, von dem her, ja also ich werde auch gespannt was das werden könnte.
- 32:41Und ich meine das auch durchaus ernsthaft, weil man könnte sich ja diese Wiederkunft auch anders
- 32:50denken. Also wir sind uns vielleicht irgendwie durch Tradition und Bilder, die sich damit verbinden,
- 32:57so wie gewohnt, dass wir voraussetzen, da kommt einer dann und der wird dann gesehen. Aber vielleicht
- 33:04macht er das ja viel arbeitsteiliger und kommt als mehrere Personen oder als Gruppe oder als mehrere
- 33:11Personen in der Zeit oder so. Vielleicht hat er Prophetinnen und Propheten, die ihn dann ankündigen
- 33:18und so. Ja, ja, ja. Und bei all dem denke ich halt einfach immer, ja Stefan, du wärst ganz bestimmt
- 33:24der Typ, der es nicht schnallen würde. Ja, aber das Schöne ist ja dann, dass man dann doch irgendwie
- 33:30auf die Gnade Gottes hoffen kann, der es uns dann auch noch schnallen oder begreifen lässt,
- 33:36so dass das wäre dann schon eine ausgeschwoffene Erwartung. Ja, also gerade so in meinem reformierten
- 33:41Herz kann ich ja ganz beruhigt sein, weil es da ja nicht so wichtig ist, ob ich Gott kenne und Gott
- 33:47verstehe, sondern eigentlich nur wichtig ist, ob Gott mich kennt und mich versteht. Ja, also ja, sehr schön.
- 33:54Da kann ich dann dieser Überraschung auch einigermaßen gelassen entgegen gehen. Ja, sehr schön.
- 34:00Hey, und was machst du so mit dieser Idee? Weil darüber haben wir, glaube ich, noch nie ernsthaft
- 34:07gesprochen. Wir haben ja jetzt so 2000 Jahre Christentumsgeschichte fast hinter uns und immer
- 34:14wieder in diesen Zeiten haben Menschen gedacht, dass diese große Überraschung, sagen wir jetzt mal,
- 34:20kurz bevorsteht, dass das kommt, vielleicht erleben sie das noch. Ja. Vielleicht kennst du
- 34:25auch Menschen, die wirklich ernsthaft damit rechnen, dass sie das noch erleben in ihrem Leben, in
- 34:30ihrer Lebensdauer. Ja, ja, ich habe sogar, ich habe sogar, als ich an der Bibelschule war in
- 34:37Deutschland, eine finkst nicht karismatische Bibelschule, da habe ich zwei Jahre zugebracht
- 34:42und dann habe ich mich entschlossen Theologie zu studieren und da haben wir also mehrere Leute
- 34:47sehr, sehr eindringlich und ernsthaft abgeraten vor einem Theologiestudium mit dem Argument,
- 34:53das bringt doch jetzt überhaupt nichts mehr. Jesus kommt sowieso in den nächsten Jahren wieder
- 34:59und dann würdest du besser die Zeit auf der Straße verbringen und noch ein paar Leute retten,
- 35:04als jetzt dich in der Bibliothek vergriechen und fünf Jahre lang Theologie studieren. Da haben
- 35:10wir Leute wirklich also eindringlich abgeraten und gefunden, dass es jetzt die Ausgeburt der
- 35:16Sinnlosigkeit jetzt noch ein Studium anzutreten, wo doch der Herr Jesus vor der Tür steht. Also das,
- 35:22ja, sehr geil. Und auf der anderen Seite hast du Luther, der noch ein Bäumchen pflanzen würde,
- 35:28oder auch, auch wenn es der Tag vor dem Tag wäre. Ja, das habe ich dann auch gesagt. Aber das gibt's,
- 35:34ja, das gibt's. Und du meinst jetzt wie, das legt dich dann auch ganz sehr an. Ja, ja, also Parusiverzögerung,
- 35:42ich meine das wirklich so auf eine existenziellere Art. Das Beispiel, das du jetzt bringst, das legt
- 35:48ja irgendwie auch nahe durchaus ernsthaft zu fragen, haben dann diese Menschen zum Beispiel auch keine
- 35:53Pensionskasse, bezahlen die keine 3a Vorsorge ein, haben die keine Lebensversicherungen,
- 36:01weiß ich so was, weil die ja damit rechnen, dass das jetzt ziemlich überraschend kommen wird.
- 36:06Also ich kenne schon Leute, die dann auch solche Konsequenzen gezogen haben, die dann wirklich
- 36:14denken ja also eben Lebensversicherung und solche Geschichten und Vorsorge, das ist eigentlich etwas
- 36:22für Leute, die den Herrn nicht kennen und die sich irgendwie auf irdische Dinge verlassen und so bei
- 36:30uns ist, wie ich verlass mich auf Gott und das Ganze könnte sowieso sehr bald zu Ende gehen. Das sind
- 36:35schon Motive, die sich dann ein, die sich dann auch einmischen. Manchmal ist es auch so eine typische
- 36:41Lebensphasenfrage, also dass da im Jugendlichen leichtsinn einige Erweckte denken, ja was kümmert
- 36:49mich das Alter? Wahrscheinlich werde ich sowieso vorher entdrückt werden oder so. Das habe ich schon
- 36:56auch kennengelernt und wenn dann Familie mal da ist, irgendwann besient man sich und denkt ja so ein
- 37:01bisschen Pensionskasse wäre halt doch vielleicht nicht ganz falsch und so. Also das wäre das
- 37:07Businessmodell. Wir machen eine Pensionskasse für Menschen mit Nahzeiterwartung. Das wäre mega
- 37:13geil, oder? Du kriegst keine Rendite, das Geld verschwindet, aber du musst dich nicht darum kümmern.
- 37:18Das wäre echt super. Ja, ja, also da bin ich natürlich schon sehr viel vorsichtiger geworden.
- 37:31Also ich lebe jetzt nicht im Verständnis, dass die ganze Geschichte demnächst zu Ende geht,
- 37:38auch wenn jetzt unter Corona-Bedingungen diese Motive wieder fröhliche Urständ feiert. Also
- 37:45das habe ich bei vielen Christen beobachtet, dass man so dieses endzeitliche Bewusstsein,
- 37:51dieses apokalyptische Bewusstsein wieder pflegt und das Gefühl hat, das ist jetzt Zeichen der
- 37:57Endzeit, es geht nicht mehr lange. Es geht nur noch um Jahre und Tage bis dann das Ganze zu Ende
- 38:07geht. Aber wenn man sich das so konsequent zu Ende denkt, dann müssen die ja eigentlich so über
- 38:13Fridays for Future nur lachen, oder? Weil die werden sich ja sagen, ja, welche Zukunft, also was,
- 38:19was willst du da schützen? Das ist ja sowieso kurz vor dem Ende. Aber bei deinem Teil geht es ja
- 38:26in eine ganz andere Richtung und zwar in doppeltem Sinn, weil bei dir geht es ja darum, dass hier
- 38:32etwas geheilt wird, was kaputt ist. Also es wird nicht einfach etwas ganz, ganz Neues gemacht,
- 38:37sondern das, was da ist, wird geheilt, das ist mal das eine, und dann schreibst du am Schluss und
- 38:44dann wird sich zeigen, dass es zugleich das erste Kapitel einer neuen Geschichte ist. Ja, kannst du
- 38:51vielleicht dazu noch was sagen? Also eigentlich, oder könnte man ja denken, wir haben so ein Modell,
- 38:57da gibt es den lieben Gott, dann kommt eine Geschichte und dann kommt wieder der liebe Gott und
- 39:01dann ist mal Ende Geschichte. Ja, genau. Also so haben sich das ja viele gedacht und bei dir ist
- 39:06das ja eigentlich dann einfach ein neues Kapitel dieser Geschichte. Ja, genau. Das fand ich eben
- 39:11ein Gedanke, der mir irgendwo lieb geworden ist und den ich da festhalten wollte. Also einerseits
- 39:17dieses Verständnis des Gerichts als eines Zurechtbringens, als eines Transformationsprozesses,
- 39:24der eigentlich Gutes hervorbringt und vor dem man sich nicht jetzt fürchten muss und zum anderen
- 39:30eben dieser Gedanke, dass es dann nicht einfach fertig ist mit der Geschichte, dass es mir entgegen
- 39:36geschlagen bei ganz vielen auch apokalyptischen Texten in der Bibel von den Propheten bis zur
- 39:42Offenbarung, kriegt man nicht den Eindruck, dass die Geschichte zu Ende geht, sondern dass durch
- 39:47Gottes Gegenwart ein Prozess angestoßen wird, ein neuer Prozess, der eigentlich neue Geschichten
- 39:55aus sich heraus setzt. Also so lese ich das zumindest und das fand ich eigentlich sehr,
- 39:59sehr spannend, weil ich zumindest auf meinem kirchlichen Hintergrund ganz viele sehr statische
- 40:08Vorstellungen des Himmels oder der Ewigkeit auch mitgebracht habe, wo man sich dann irgendwie
- 40:15so ganz nebulös vorstellt, dass wir dann irgendwann, wenn dann Himmel und Erde eingerollt
- 40:21werden, in der Gegenwart Gottes ein seliges Dasein fristen, aber eigentlich passiert da nicht
- 40:28mehr wirklich was. Wir singen ein paar Koräle und so, aber da passiert nichts mehr und für
- 40:33mich war das sehr befreiend und auch inspirierend zu sehen, dass man sich das auch anders denken
- 40:39kann als Anfang einer neuen Geschichte, die Gott mit der Menschheit und mit der Schöpfung schreibt.
- 40:45Das finde ich ja ganz sympathisch, aber es führt natürlich auch so ein bisschen ins
- 40:51Schildkrötenproblem. Ich weiß nicht, hast du mal von Harari das Buch gelesen, 21 Lektionen fürs
- 40:5721. Jahrhundert? Da bringt er so ein cooles Beispiel, ja auch so ein bisschen witzig gemeint
- 41:05bei ihm, glaube ich. Es gibt irgendwie so eine Religion, wo die annehmen, dass eigentlich die
- 41:10ganze Welt spielt sich eigentlich auf einem Elefanten ab. Es ist eigentlich alles zusammen
- 41:15ein riesiger Elefant und dann fragen natürlich besonders spitzfindige Zeitgenosten, ja aber
- 41:21worauf steht dann dieser Elefant und dann sagt der Gläubige ja auf einer sehr, sehr großen
- 41:27Schildkröte. Okay und diese Schildkröte, wo steht die drauf? Ja auf einer noch größeren
- 41:34Schildkröte und bevor man dann fragen kann, worauf diese Schildkröte steht, sagt der Gläubige,
- 41:40machen Sie sich keine Sorgen von hier an, sind es nur noch Schildkröten. Und ein bisschen hast
- 41:46ihr das Problem auch, wenn du Zeit und Geschichte und Gott denkst, dass es ja irgendwo toll ist,
- 41:53dass man durch das, dass du sagst, es geht ein neues Kapitel auf, gewinnt man dadurch, ein Gott,
- 41:58der in Beziehung bleibt, der Schöpfung mit den Geschöpfen. Das ist quasi das, was du gewinnst.
- 42:04Die Frage ist nur, wenn das jetzt nicht das Ende ist, sondern einfach ein neues Kapitel aufgeht,
- 42:12was ist dann irgendwie der Sinn da drin? Also wofür das hin? Hat das irgendwie ein Tellos,
- 42:18ein Ziel, eine Richtung, wo man dann sagen kann, okay und dann ist aber auch mal gut.
- 42:24Aha ja, ich denke mir das... Da wird dann quasi immer gelebt und gestorben und gelitten und
- 42:30geweint und also... Also ich denke mir das natürlich schon noch, also wie das dann konkret
- 42:36aussieht weiß ich natürlich überhaupt nicht, aber ich denke mir das schon als eine Verwirklichung der
- 42:41Gemeinschaft, für die Gott den Menschen von Anfang an oder die Schöpfung von Anfang angeschaffen hat.
- 42:46Also schon als eine Geschichte, in der sich jetzt nicht die ganze Scheiße wiederholt,
- 42:52in der wir im Moment drin stecken vielleicht, die ganze Tragik des Menschen und so weiter,
- 42:58sondern in der Dinge eben geheilt, wiederhergestellt werden und in der eben diese Gemeinschaft dann
- 43:05auch sich fortsetzt, diese Gemeinschaft Gottes miterwendet. Und dann können die Sachen dann auch
- 43:10wieder kaputt gehen. Also kann es auch wieder sein, dass man das nicht... Nein, das glaube ich,
- 43:15das glaube ich nicht, weil es eben wirklich eine, das ist ja, finde ich, die Berechtigung der Rede
- 43:20von der Vollendung, nicht Vollendung der Geschichte im Sinne von Abschluss der Geschichte, aber Vollendung
- 43:26der Beziehung Gottes zur Welt. Es wird etwas unverbrüchlich gemacht, was vorher risikohaft
- 43:36und fragil und zerbrechlich war. Das würde ich mir schon so denken. Das andere ist dann sehr,
- 43:42könnte auch sehr fatalistisch gedeutet werden, so quasi ja, die ewige Wiederkehr desselben. Es gibt
- 43:49dann einen weiteren Sündenfall und eine weitere, dann gehen Gott an irgendwann die Söhne aus,
- 43:56die er schicken kann. Also das, nee, das glaube ich nicht. Ich meine, das ist natürlich immer
- 44:01mega schwierig, sich ein Bild von so was zu machen. Trotzdem ist das ja eine Hoffnung,
- 44:07die dich trägt. Ein bisschen manuf, finde ich, schon hat es den Charakter, wie wenn man Star Wars
- 44:12an Disney verkauft, oder? Weißt du, was ich meine? Ja, es besteht die Gefahr, dass es etwas
- 44:21langweiliger wäre. Ach so, ja, ja, ja. Also du brauchst das Drama. Ja, also nicht jedes Drama,
- 44:31aber irgendwie sich vorzustellen, als Beziehungswesen in Beziehungen zu sein, die unverbrüchlich
- 44:38sind und die kein Risiko bedeuten. Würde mein Mensch sein und das, was ich darunter verstehe,
- 44:45glaube ich, fundamental in Frage stellen? Ja, ja, und das ist jetzt natürlich, das bringt uns
- 44:51natürlich auf die Frage, ob das die Tatsache, dass wir uns das nicht so richtig spannend vorstellen
- 44:57können, etwas mit unserer Gefallenheit oder Zerbrochenheit als Mensch zu tun hat, oder ob es
- 45:02wirklich zum Menschsein des Menschen notwendigerweise dazugehört, sich irgendwo im Angesicht des Todes
- 45:10zu behaupten oder in Gefahren oder mit Scheitern ins Scheitern verwickelt zu werden und so. Ich
- 45:17hoffe, dass das nicht so ist, weil ich irgendwie keinen Bock drauf habe, das dann in Ewigkeit noch
- 45:22mal durchzurexerzieren. Ja, ja, okay, okay, ja. Vielleicht ist es in der Ewigkeit auch so,
- 45:29dass man da etwas gelassener ist und sich gar nicht mehr so sehr für Fußballresultate und
- 45:35alltägliche Tragik interessiert. Ja, auf jeden Fall, mal herzlichen Dank, dass du hier gleich den
- 45:42Anfang gemacht hast mit deinem Bekenntnis. Manu, haben wir so über die wichtigsten Dinge für dich
- 45:49in deinem Bekenntnis sprechen können oder ist da noch was, was wir jetzt total verpasst haben?
- 45:54Ja, also es gäbe noch viel zu sagen, aber ich glaube, das war's etwa und ich freu mich, also ich
- 46:00habe mich gefreut über die Übung, weil ich das noch nie so gemacht habe für mich ein Glaubensbekenntnis.
- 46:05Man könnte jetzt natürlich darüber sprechen, dass das natürlich auch Ausdruck unserer Zeit ist,
- 46:10dass Menschen überhaupt auf die Idee kommen, sich ein eigenes Glaubensbekenntnis zu basteln. Das war
- 46:16ja früher schon etwas, das hat man erhalten, das hat man empfangen aus der Hand oder dem Schoß
- 46:24der Kirche, aber die nicht mehr bei allen Menschen eine so wichtige Rolle spielt, Manu.
- 46:30Ja, genau, genau. Deshalb fand ich das eigentlich sehr, sehr, sehr spannend. Ja, ich bin gespannt
- 46:35auf deine Version nächste Woche, Stefan. Was ich auch noch sagen wollte, wir haben schon zwei ganz,
- 46:40ganz tolle Bekenntnisse zugeschickt bekommen. Ich weiß nicht, ob du sie schon lesen konntest, Manu.
- 46:45Nee, habe ich noch nicht. Die wirklich in eine ganz andere Richtung auch noch mal gehen als
- 46:51Deins. Eins davon hat mich sehr, sehr inspiriert von einem älteren Hörer, der eine Mail geschrieben
- 46:57hat und das geht wirklich so in eine Richtung, wo ich sage, ja, also da bin ich jetzt auf einiges
- 47:03gestoßen, dass ich dann in mein Bekenntnis mitnehmen werde. Ja, da bin ich ja gespannt. Super, ihr
- 47:09lieben, das war's für heute. Wir hören uns nächste Woche wieder und dann gehen wir schon bald in die
- 47:15Weihnachtsferien. Wir haben viel Gutes vor für nächstes Jahr, aber nächste Woche hören wir uns noch
- 47:22mal. Genau, bis dann. Tschüss.
- 47:24"RefLab"
- 47:28"RefLab"
- 47:31"RefLab"