Latest / ntv Wirtschaft / Fischstäbchen werden zum Streitfall: Zwischen Kindheitserinnerung und Russland-Sanktionen
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- 0:05Fischstäbchen werden zum Streitfall zwischen Kindheitserinnerung und Russland-Sanktionen.
- 0:11Beim Heizungstausch sinkt die staatliche Förderung und künftig entscheidet auch
- 0:16der Produktionsort der Wärmepumpe über den Zuschuss.
- 0:20Gleichzeitig blicken Finanzexperten wieder deutlich optimistischer auf die deutsche
- 0:24Wirtschaft, obwohl die aktuelle Lage weiter düster bleibt.
- 0:29Hallo und herzlich willkommen. In diesem Podcast verwandeln moderne KI-Systeme
- 0:34journalistische Inhalte, die auf unseren NTV-Plattformen publiziert wurden, in ein neues Hörformat.
- 0:41Text und meine Stimme wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugt.
- 0:46Vor der Veröffentlichung werden alle Folgen nach strengen journalistischen Standards
- 0:50geprüft. Viel Spaß beim Zuhören.
- 0:56Fischstäbchen sind panierte Kindheitserinnerungen. Wären die weg, es würde auffallen.
- 1:02Nur kommen weite Teile des dafür benötigten Alaska-Seelachs aus Russland.
- 1:07Und man muss sich die Frage stellen, Stäbchen oder Sanktionen?
- 1:12Denn auch jeder Fischstäbchen-Euro füllt Putins Kriegskasse.
- 1:16Deutschland versorgt weite Teile Europas mit Fisch-Fastfood.
- 1:20Die Branche spricht von 8000 Arbeitsplätzen, die daran hängen.
- 1:24Die Hälfte unseres Bedarfs, rund 93.500 Tonnen Seelachs, kommen aus Russland.
- 1:30Gegenwert 228 Millionen Euro.
- 1:34Christopher Zimmermann vom Thünen-Institut dazu.
- 1:38Für Deutschland ist diese Quelle nicht substituierbar. Das heißt,
- 1:41man kann auch nicht auf andere Fischarten wechseln und so weiter,
- 1:44sondern man würde tatsächlich große Teile der Fischstäbchenproduktion einfach einstellen müssen.
- 1:50Experten gehen zudem davon aus, dass Russland seinen Fisch auch einfach an andere
- 1:54Länder, wie etwa China, weiterverkaufen könnte, ohne einen Schaden davon zu tragen.
- 2:00Die wirtschaftlichen Folgen eines solchen Schritts scheut Deutschland.
- 2:03Und die Reaktion der Bundesregierung auf unsere Fragen dazu sind auch weder Fisch noch Fleisch.
- 2:10Sebastian Hille, stellvertretender Regierungssprecher.
- 2:13Ich kann das maximal mit einer persönlichen Note beantworten.
- 2:17Ich esse Fischstäbchen gerne.
- 2:19Möglich aber, dass andere EU-Partner Deutschland an ihre panierten Exportschlager
- 2:25erinnern werden, wenn die Bundesregierung demnächst von Nachbarländern Opfer
- 2:29für neue Russland-Sanktionen verlangt.
- 2:32Die deutschen Fischstäbchen sind aber vorerst gerettet.
- 2:37Gerettet ist die bisherige Förderung beim Heizungstausch dagegen nicht.
- 2:42Seit Dienstag gelten neue und größtenteils niedrigere Konditionen.
- 2:47Bereits zugesagte Förderungen bleiben zwar bestehen, bei neuen Anträgen sinkten
- 2:52die förderfähigen Kosten für den Einbau einer Wärmepumpe aber von 30.000 auf 28.000 Euro.
- 2:59Ab Februar 2027 verringert sich dieser Betrag alle sechs Monate um weitere 750 Euro.
- 3:08Auch der Klimageschwindigkeitsbonus für selbstnutzende Eigentümer sinkt zunächst
- 3:13von 20 auf 16 Prozent und läuft bis 2029 schrittweise aus.
- 3:20Haushalte mit geringem Einkommen und Kindern können unter Umständen allerdings
- 3:24höhere Fördersätze nutzen.
- 3:26Im ersten Quartal 2027 plant die KfW außerdem einen Wertschöpfungsbonus.
- 3:34Dann sinkt die Grundförderung für alle Wärmepumpen auf 15 Prozent.
- 3:38Für Anlagen, die innerhalb der Europäischen Union gefertigt wurden,
- 3:42kommen weitere 15 Prozent hinzu.
- 3:47Das Barometer der Konjunkturerwartungen des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung
- 3:52steigt im Juli deutlich.
- 3:54Um 15,8 Zähler auf 26,3 Punkte.
- 3:59Befragte Ökonomen hatten mit einem niedrigeren Ausgang gerechnet.
- 4:03Was die Faktoren für diesen überraschend guten Ausblick sind,
- 4:07dazu Achim Wambach, Präsident des ZEW.
- 4:12Ja, die Konjunkturerwartungen sind heute rausgekommen und die sind kräftig angestiegen.
- 4:17Also wir haben jetzt ein Plus von fast 16 Punkten auf 26 Punkten.
- 4:22Also die Finanzmarktexperten sehen nicht. Und ich würde schon sagen,
- 4:25dass dieses Reformpaket doch auch insofern Wirkung zeigt, dass es die Stimmung aufgehellt hat.
- 4:31Versuchen wir hinter den Punkten, die Sie da gerade genannt haben.
- 4:35Das ist natürlich sehr theoretisch, das Ganze in die Praxis zu übersetzen.
- 4:39Sie haben das Reformpaket gerade schon angesprochen, Herr Wambach.
- 4:42Vielleicht können Sie das noch konkretisieren.
- 4:44Wo kommt dieser Rückenwind plötzlich her?
- 4:48Was stimmt die Finanzprofis zuversichtlicher?
- 4:54Ja, es verwundert etwas, weil das Reformpaket ist ja in vielen Dimensionen hinter
- 4:58den Erwartungen zurückgeblieben.
- 5:00Die Steuererleichterung ist gering ausgefallen. In der Rente werden wir einen
- 5:04Anstieg der Beiträge sehen, was noch mehr belastet.
- 5:06Aber es ist schon ein positives Signal, dass die Regierung ein Reformpaket hinbekommen
- 5:12hatte. Vorher war spekuliert, dass sie sozusagen darüber scheitern wird.
- 5:18Das Reformpaket gibt jetzt auch klare Signale, was in den nächsten Jahren zu
- 5:21erwarten ist, dass wir die Rente doch damit relativ stabil halten.
- 5:25Auch im Gesundheitswesen geschieht einiges.
- 5:29Deswegen, ich glaube, das Signal in den Finanzmärkten ist, so ist es.
- 5:31Deutschland arbeitet an den Problemen. Das sind jetzt nicht die großen Würfe,
- 5:35aber wir bewegen uns vorwärts.
- 5:37Und im Hintergrund laufen ja die ganzen Sachen wie eine stärkere Digitalisierung,
- 5:41Erleichterung bei den Bürokratiekosten.
- 5:43Das sind ja permanente Prozesse. Das ist ja nicht nur ein Reformpaket.
- 5:47Deswegen insgesamt überwiegt da die positive Stimmung.
- 5:50Diese positive Stimmung zeigte sich in manchen Branchen ganz besonders,
- 5:56in anderen wiederum weniger. was lässt sich da sagen?
- 6:01Ja, also vielleicht das Gute ist, es zeigt sich in der Binnennachfrage.
- 6:05Da ist auch das große Paket der Regierung, also nicht nur das Reformpaket,
- 6:09spielt da eine Rolle im Baubereich zum Beispiel.
- 6:11Es zeigt sich bei den Exportsektoren. Was sich aber auch zeigt,
- 6:14ist, Automobilindustrie ist nicht positiv betroffen.
- 6:18Im Gegenteil, da fallen die Erwartungen. Da wird immer klarer,
- 6:21wie hart die Konkurrenz aus China wird. Deswegen entwickelt sich der Automobilsektor
- 6:26wirklich getrennt von den Rest der Sektoren.
- 6:29Herr Wambach, wir alle sehen es und spüren es an der Tankstelle,
- 6:32die Folgen des Nahostkrieges. Und das wird ja auch sicherlich erstmal so bleiben.
- 6:37Wie sehr bremst das aktuell die deutsche Wirtschaft aus und wie groß ist dieser Belastungsfaktor?
- 6:44Es ist der große Unsicherheitsfaktor und er steckt immer noch in den Erwartungen.
- 6:49Ich glaube, insgesamt sagt man, das wird schon irgendwie gehen.
- 6:52Trump steuert ja auch auf Wahlen zu. Deswegen kann er sich das auch gar nicht
- 6:56erlauben, eigentlich den Konflikt so lange hochzuhalten. Ich glaube,
- 6:58das ist die Erwartung, die da drin steckt. Aber wenn Sie jetzt sozusagen mich
- 7:02aus der Erwartung fragen, das ist der große Unsicherheitsfaktor.
- 7:05Da kann noch einiges auf uns zukommen.
- 7:08Und das schwebt irgendwie über allem, weil die Energiepreise sind doch sehr
- 7:11maßgeblich auch für unsere Konjunktur.
- 7:13Das war unser Blick auf die aktuellen Nachrichten aus der Wirtschaft für den Moment.
- 7:17Wir hören und lesen uns wieder bei NTV. In der App, im TV oder hier im Podcast.