Latest / Rambo Zambo – Der Merz-Podcast / Merz beim Fotoshooting
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- Wir haben diese Bundestagswahl 2025 gewonnen. Jetzt darf auch mal Rambo Zambo im Adler. Das ist Rambo Zambo, der März-Podcast. Das Format, das ihr vielleicht nie wolltet, aber jetzt braucht. Mit euren Hosts Carlotta Richter und Julia Emrich. Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Rambo Zambo, Dem Format, in dem wir einmal in der Woche über Friedrich Merz sprechen. Wie war seine Woche? Was hat er gemacht? Was hat seine Regierung gemacht? Welche Bilder hat er produziert? Und vor allem, was denken die Leute darüber? Was sagen die Wählerinnen und Wähler? In der heutigen Folge bin ich ganz besonders froh, einen Gast zu haben, der mal eine ganz andere Perspektive auf Friedrich Merz liefern kann, als die, die wir hier üblicherweise haben. Wir haben viel über Merz Social Media Präsenz gesprochen. Wir haben sehr viel über seine Auftritte im Fernsehen, bei Interviews. Aber heute ist jemand da, der wirklich eine andere Perspektive hat und das ist Reto Klar, mein Kollege. Herzlich willkommen Reto, sehr schön, dass du bei uns bist. Du bist Fotograf und du hast in den letzten 30 Jahren nahezu sämtliche Spitzenpolitiker irgendwann fotografiert und sehr viele auch mehrfach und kannst natürlich darüber ziemlich viel erzählen. Reto ist jemand für alle, die ihn noch nicht persönlich kennen, der den Menschen sehr nahe kommt und sehr persönliche Porträts macht, bei denen man etwas über die Menschen erfährt, was man vielleicht ohne diese Fotos so nicht erfahren würde. Und sehr berührende Fotos hat er gemacht auf seinen vielen, vielen Reisen in die Ukraine, wo Reto an der Front war, wo er mit Soldaten Aufnahmen gemacht hat, die wirklich, ja, die was ganz Besonderes geworden sind und tiefe Einblicke eigentlich auch hinter die Fassade, also wirklich bis in die Seele bieten. Und deshalb bin ich sehr froh, dass ich mit ihm heute über Friedrich Merz sprechen kann, Und zwar über das Bild, das wir von Friedrich Merz haben und die Bilder, die Reto von Friedrich Merz gemacht hat. Reto, mal gleich ganz zu Anfang. Wann hast du, Friedrich Merz, zum allerersten Mal fotografiert? Also erstmal hallo, liebe Julia. Vielen Dank für die Einladung. Ich freue mich sehr, hier zu sein. Das ist sehr nett. Ich habe mich überhaupt nicht zu Wort kommen lassen, weil ich so neugierig bin. Interessante Erfahrung. Das erste Mal habe ich ihn fotografiert, ich glaube es war 2017, für tatsächlich ein Interview für die Funke Mediengruppe. Ich habe heute nochmal extra recherchiert, dass ich mal in mein Archiv gestiegen bin und geguckt habe, wann gibt es die ersten Fotos von mir mit dem Namen Friedrich Merz. Und zwar, wie gesagt, 2017. Da war er noch nicht Parteichef, da war er noch nicht Kanzler. Da war er quasi noch nichts. Da war er ein CDU-Mann, wo, ich weiß nicht, ob Jörg Kohl, unser Chefredakteur, ein Näschen hatte und gesagt hat, den müssen wir mal porträtieren. Der will was werden. Das war meine erste Begegnung. Und ehrlich gesagt, muss ich sagen, war die jetzt auch nicht so wahnsinnig nachhaltig halt. Also das ist so... Sag doch mal eben, wo, wann, wie. Das war hier in Berlin. Das war tatsächlich in Berlin. Das war, glaube ich, irgendwo in einem Konferenzraum nahe Brandenburger Tor. Ich weiß nicht, ob das irgendwie ein Büro von... Also es war jedenfalls keine Funke-Location, die wir auch nicht organisiert haben. Keine Ahnung, wer die organisiert hat. Es war auch sehr karg, wenn ich mich richtig daran erinnere. Welchen Eindruck hat er auf dich gemacht damals? Boah, das kann ich dir ehrlich gesagt gar nicht mehr so richtig sagen, weil ich fotografiere am Tag wahrscheinlich, habe ich so zwischen drei und fünf Terminen. Sind jetzt natürlich nicht alles Politiker, aber ich sage mal, in der Woche habe ich meistens irgendwie einen Minister oder sowas. Dann gibt es natürlich die Landespolitiker von Wegner und den Senatoren Wenn man dann halt, sage ich mal, irgendwie ein CDU. Jetzt nicht von Hinterbänkler sprechen, aber sozusagen ein CDU-Mann, der jetzt noch nicht im Rampenlicht steht. Kommt der und dann geht der. Also es war nichts nachhaltig. Es war nichts nachhaltiger. Dieser lange Kerl kommt rein und ist irgendwie anders als die anderen. Überhaupt nichts Nachhaltiges. Ich würde jetzt mal sagen, der erste Eindruck, den ich hatte, den habe ich heute immer noch so ein bisschen. Also ich unterscheide immer zwischen Politikern, die so ein bisschen Manager sind und Politikern, die so Väter sind. Also Väter einer Nation, wie Johannes Rau es war. Okay. Wie vielleicht auch Angela Merkel als Mutter der Nation. Man hat immer so gesagt, okay, die haben wirklich sozusagen ein Bedürfnis, die Bürger zu beschützen und die möchten, dass es den Bürgern gut geht. Und dann gibt es halt sozusagen die Westerfels damals, die Lindners. Komischerweise sind es immer FDP-Leute, aber auch bei der CDU. Der März war auch so jemand. Also eher so etwas Agiles, Ehrgeiziges, so stelle ich mir das jetzt vor, wenn du sagst Manager. Genau, also nicht dieses Umarmen der Bevölkerung, sondern irgendwie so klar mit klarem Kalkül sagen, das ist für das Land am besten und das nicht so. Ja und tatsächlich, also ich habe angefangen Ende der 80er Jahre in dem Job. Und ich habe tatsächlich von Willy Brandt über Helmut Schmidt. Über Angela Merkel, über Gerhard Schröder, Olaf Scholz. Man vergisst ihn schnell. Man vergisst ihn schnell bis hin zu Merz. Natürlich alle fotografiert, wobei ich sagen muss, also Brandt und Schmidt, jetzt nicht während ihrer Kanzlerschaft, sondern es war halt einfach danach. Also ich weiß noch, Willy Brandt hatte ich irgendwie in Frankfurt fotografiert. Er hatte irgendwelche deutschen Geißeln aus dem Iran geholt vor zig Jahren. Da sind dann die Gangway runtergeschritten und das war so, da war ich noch ganz jung. Ich und Willy Brandt, auch wenn er irgendwie 300 Meter weit weg war, aber das ist so. Ja, natürlich am Anfang war man da noch schwerst beeindruckt, selbst wenn man sie nicht irgendwie jetzt persönlich getroffen hat halt. Du hast gerade eine interessante Unterscheidung zwischen denen, die so ich, Du hast gesagt so Väter oder Mütter, also was Staatsmännisches gegenüber so eher ehrgeizigen Managertypen, deren persönlicher Erfolg vielleicht auch sehr, sehr wichtig ist. Nimmst du das bei Friedrich Merz jetzt, wo er Kanzler ist, anders wahr? Denn die ersten 100 Tage sind rum. Wir beide waren zusammen bei ihm, haben gemeinsam Interviews mit ihm gemacht. Du hast ihn fotografiert, als er Parteichef war, als er Fraktionschef war. Und dann nochmal ganz kurz im Wahlkampf, als er damit rechnen konnte, muss man glaube ich schon sagen, wirklich damit rechnen konnte, die Wahl zu gewinnen und wohl auch zum Kanzler gewählt zu werden. Gibt es da für dich eine Veränderung? Ist dieses Staatsmännische aus ihm irgendwann herausgekommen, auch wenn du jetzt heute so Bilder siehst? Oder ist er immer noch dieser Typ, den du eben beschrieben hast? Das ist so ein bisschen schwer zu sagen, weil ich finde schon, dass er auf der einen Seite irgendwo immer noch derselbe gegeben ist, Auf der anderen Seite sich aber vielleicht mein Bild von ihm auch ein bisschen geändert hat. Also nun muss ich dazu sagen, ich bin jetzt kein CDU-Wähler halt, war auch... Dem Kandidaten Merz gegenüber jetzt eher so ein bisschen skeptisch eingestellt. Jetzt muss ich aber ehrlich sagen, er hat mich also in den letzten Wochen schon beeindruckt. Also wirklich, wie er das mit der Ukraine macht und wie er da nach vorne ist und auch was er dann so sagt, warum er das tut und warum das wichtig ist, fand ich richtig gut. Also muss man jetzt echt mal sagen, fand ich richtig, richtig, richtig gut. Und ich meine, da hat er natürlich schon an Format gewonnen. Das muss man auch ganz ehrlich sagen. Wenn wir das jetzt aber auf das Fotografische wieder runterbrechen, dann muss man halt ehrlich sagen, es gibt halt so Charakterköpfe. Es gibt halt so... Sag mal, wen hast du im Blick, wenn du jetzt... Naja, Willy Brandt ist natürlich so, Helmut Schmidt ist natürlich so jemand gewesen. Ich sag mal, selbst Gerhard Schröder, so auf seine Art und Weise halt. Dir fallen nur SPD-Kanzler ein. Nein, auch Angela Merkel. Angela Merkel war immer schwierig, weil je länger sie im Amt war, desto weniger wollte sie fotografiert werden und desto weniger hat sie auch mitgemacht und zugelassen vor allen Dingen. Das Problem ist ja immer, ich glaube, das Geheimnis, jemanden gut zu fotografieren, ist quasi ihm so ein bisschen nahe zu kommen und so ein bisschen, sage ich mal, in dieser kurzen Zeit das Eis zu brechen und vielleicht so eine Art Führerschaft übernehmen zu können. Das musst du gleich nochmal genauer erzählen, wie du das machst, wie du die Leute, ich habe das ja eben am Anfang so beschrieben, dass ich immer das Gefühl habe, bei deinen Porträts guckt man irgendwie dahinter noch. Man sieht das dahinter, wie du das machst. Ich würde aber gerne diesen einen Gedanken nochmal eben verfolgen, weil ich das spannend finde. Du sagtest gerade, es gibt so richtige Charakterköpfe, es gibt so richtige Typen. Trifft das auf Merz zu oder eher nicht? Eher nicht. Warum? Ich finde, Merz ist sehr schwierig zu fotografieren, weil er halt sehr schmal ist. Ja, er ist sehr lang und sehr schmal. Sehr lang, sehr schmal, sehr spitz. Und es gibt, wie gesagt, ich sage ja, ich habe ihn, ich glaube jetzt wahrscheinlich, also im Porträt habe ich ihn wahrscheinlich sechs, sieben, acht Mal fotografiert. Und bei vielen anderen habe ich irgendwie immer so ein Bild, wo ich sage, ja, das war es. Also selbst bei Olaf Scholz, da hat es zwar sehr lange gedauert bis zum Ende seiner Kanzlerstadt, aber irgendwann hatte ich von Olaf Scholz ein Bild, wo ich wirklich sage, wow. Da hast du ihn getroffen, so wie du ihn siehst. Genau, so wie ich ihn gerne einmal fotografiert hätte. Hat er da schlumpfig gegrinst? Nein, nein, nein, nein, nein. Da hat er wirklich sozusagen, Olaf Scholz hat ja die Gabe gehabt, irgendwie so ein, ich sage nichts, Gesicht aufzusetzen halt. Und da guckt er wirklich entschlossen. Und diese ganze Körperhaltung, die Körperspannung, das hat ja auch sehr viel damit zu tun. Das ist vielleicht auch das, was Merz ein bisschen fehlt, dadurch, dass er so groß ist, sozusagen so eine Haltung aufzubauen. Denn dieses Entschlossene, also ich würde behaupten, dass Merz genauso auf Bildern rüberkommen möchte. Absolut. Also er möchte als der entschlossene Macher, der jetzt sein Generalsekretär sagt immer, einfach mal machen. Nur dieses, hey, nicht lange reden, das ist das, was er will. Aber du sagst, das ist gar nicht so leicht. Die müssen es zulassen. Das nur Wollen ist das eine. Ich glaube, wie gesagt, das ist so, was der Sprecher irgendwie dann im Kopf hat, ist ja das eine. Und auch was Friedrich Merz dann im Kopf hat, ist das eine. Aber sozusagen, ich glaube, es ist schon wichtig, dass der Fotograf, egal ob ich das jetzt bin oder ob es irgendjemand anders ist, wirklich diese Zeit bekommt, das rauszukitzeln. Also ich meine, es gibt ja diese berühmten drei Minuten. Die sind natürlich völlig übertrieben. Meistens hat man nicht mal drei Minuten für ein Shooting. Das ist jetzt Kritik an uns, die wir immer viel zu lange unsere Interviews führen und den Fotografen immer viel zu wenig Zeit lassen. Nein, nein, nein. Häufig sind natürlich auch, je prominenter die Protagonisten, desto ungeduldiger sind sie auch. Das muss man halt auch ganz ehrlich sagen. Du hast also de facto zwei Minuten und musst alles in diesen zwei Minuten erreichen. Genau. Und dann musst du jemanden haben, der mitmacht. Also man muss sozusagen, also ich gehe halt so vor, wenn wir jetzt bei diesem Punkt angelangt sind, ich finde die Vorbereitung ist das A und O. Also man braucht immer einen Plan. Man muss ein Bild im Kopf haben halt. Man muss ein Bild im Kopf haben, man muss ein Licht im Kopf haben. Also nochmal, das Licht ist halt am Ende natürlich das Entscheidende halt, also ohne Licht kein gutes Porträt, wobei ich jetzt gar nicht mal unbedingt davon spreche, dass es unbedingt immer, sag ich mal, mit Blitzanlage oder, es kann natürlich auch natürliches Licht sein, nur natürliches Licht dauert halt sehr viel länger, weil da muss man dann halt irgendwo hingehen an irgendwelche Ecken, wo das Licht gut fällt. Man ist eigentlich mit einer Blitzanlage, wo man sich aufbauen muss, abbauen muss, schleppen muss und so weiter. Na, du hast es unter Kontrolle wahrscheinlich mehr, ne? Viel schneller, man kann überall arbeiten. Also gerade häufig heißt es, wie gesagt, ich komme jetzt gerade von Lars Klingbeil, wir waren im Finanzministerium und da gibt es halt unten diesen Eingangsbereich, der halt sehr schön ist mit Säulen und Staatstragend und so weiter. Aber da ich heute zu dir kommen musste, hat sich gesagt, ich müsste das Foto am Anfang machen. So, und dann mussten wir das halt sozusagen oben auf der Ministerebene machen. So, die ist natürlich nicht ganz so schick, nicht ganz so repräsentativ, Aber auch da ist es halt so, wenn man dann Licht dabei hat und sowas, dann kann man schon vieles machen halt. Okay, also und wenn du März fotografierst, hast du erstmal diesen Plan. Also du weißt, was für ein Licht du brauchst, du weißt, was für ein Setting du brauchst. Aber wie kriegst du den Mann dazu, das Bild zu erzeugen, was nachher für euch beide gut ist? Denn in der Regel sind die Menschen sehr zufrieden, wenn du fotografierst. Das kriegen wir ja auch gespiegelt. Die fühlen sich in der Regel sehr wohl. Ja, also ich sage mal, im Grunde genommen Licht, Setting, das ist sozusagen Licht, Setting und Hoffnung. Also Hoffnung insofern, dass, ich sage mal, sie wollen sich ja schon fotografieren lassen. Natürlich. Aber es gibt halt Leute, zu denen sagt man so, jetzt brauche ich halt mal irgendwie... Einen guten Gesichtsausdruck, also der kann ja sein, wie er will, das kann mal ein Lächeln sein, das kann mal irgendwie ein entschlossener Blick sein, das kann die Schulter ein bisschen weiter nach vorne, ein bisschen ins Hohlkreuz gehen, ein bisschen von oben, ein bisschen von unten. Das kann halt alles Mögliche sein, das hängt dann natürlich auch immer so ein bisschen wiederum vom Setting und vom Licht ab und natürlich auch von der Aussage des Interviews, also sozusagen, worum geht es? Ernstes Thema oder eher leichteres. Thema. Also leicht ernstes Thema hat schon vielen sozusagen die Karriere gekostet. Ich sage mal Armin Laschet. Wenn man dann unbedacht lacht, dann kann das halt auch mal so. Und da sind natürlich Politiker mittlerweile wahnsinnig vorsichtig geworden. Es hat sich natürlich vieles verändert in diesen 30 Jahren. Das muss man ganz ehrlich sagen. Also sie lachen weniger auf den Bildern oder sie lächeln weniger? Sie lächeln, aber das ist so, die berühmte Geste ist ja, verbrinken sie mal die Arme. Und irgendwann hat denen wohl mal irgendein Coach gesagt, nein, das sieht abweisend aus. Und von daher gibt es halt immer noch Politiker, die dann dazu tendieren, ihre Arme baumeln zu lassen. Glücklicherweise kam dann irgendwann Angela Merkel und hat die Raute erfunden. Aber Friedrich Merz darf auf gar keinen Fall die Raute machen. Das geht schief. Man weiß halt mittlerweile schon, dass diese baumelnden Arme geht gar nicht. Was sagst du denn den Leuten? Was sollen sie mit ihren Armen machen? Denn das ist ja für jeden immer dieses Thema. Wohin mit den Armen? Genau. Also im Im Grunde genommen, sage ich mal, wenn jemand sagt, verschränken Sie doch mal die Arme oder, keine Ahnung, in die Tasche oder lehnen Sie sich mal an oder sonst irgendwas, dann funktioniert es meistens schon. Aber Hosentaschen geht auch gar nicht als Politiker, oder? Also wenn, ich sage mal, Robert Habeck, Hände in Hosentaschen, war cool. Okay, Strubelfrisur und ein bisschen lässig an die Wand. Geht alles, geht alles. Aber ein Kanzler mit Händen in der Hosentasche geht nicht, oder? Nein, das würde der Sprecher schon nicht gestatten halten. Das ist so, wie gesagt, jetzt komme ich nochmal eben schnell auf Klingbeil zurück, waren halt beim Fotografieren und Lars Klingbeil hatte eine Locke, die sozusagen ihm so ein bisschen in die Stirn gefallen ist. Also bei Habeck hätten wir das super gefunden. Und dann sagte halt der Sprecher irgendwie, Lars, du hast doch eine Locke. Und dann sagte ich so zum Sprecher, lassen Sie die doch, die ist doch gut. Sieht cool aus. Wunderbar. Nein, nein, nein. Auf gar keinen Fall. Auf gar keinen Fall. So, das heißt, dieses Bild, was der Politiker von sich irgendwie rüberbringen will, das ist halt... In den meisten Fällen stärker als das Bild, was ich von ihm gerne zeigen würde. Das heißt nicht unbedingt, dass es besser ist, was die wollen. Also ich würde mal sagen, am Ende des Tages, naja, jeder will halt Herr seiner Widerseiten am Ende. Wie ist es beim März gewesen? Also eine Locke fällt da nicht ins Gesicht. Logisch. Gab es da Momente, wo du von ihm einen Ausdruck wolltest und er sich entweder verweigert hat oder er einfach das so nicht geliefert hat, wie du es dir gewünscht hast? gab es da mal einen Konflikt darüber? Also jetzt nicht, dass ihr euch da irgendwie angebrüht habt. Ich glaube, es gibt ja so Menschen. Ich glaube, es gibt das Gesicht nicht her. Oder zumindest, ich kenne kein Foto von Friedrich Merz, wo ich jetzt wirklich mal, also außer er ist jetzt mal sozusagen fotografiert worden, wenn er es nun überhaupt nicht gesehen hat, wo er nachdenklich war. Dann gibt es natürlich diese Bilder, wo die Mundwinkel dann unten sind, die man halt gezielt dann sucht für bestimmte, also ich meine, die gibt es natürlich immer beim Sprechen. Ich wollte gerade sagen, denn Friedrich Merz' Gesicht ist ja wahnsinnig bewegt. Also wenn man Ausdrücke sucht, findet man unendliche Varianzen von Gesichtsausdrücken bei ihm. Von trotzig bis, du sagst, die Mundwinkel runter, erstaunt, belustigt. Also da ist viel mehr los als in Scholz' Gesicht. Deshalb interessiert mich jetzt nochmal, warum du so klar sagst, aber im Grunde, man kann ihn nicht wirklich greifen oder es gelingt nicht so, wie du dir das wünschst. Am Ende des Tages liegt es vielleicht an mir. Ich weiß es nicht. Aber auf der anderen Seite muss ich auch ganz ehrlich sagen, ich habe halt die Bilder auch noch nicht gesehen. Ich habe sie auch von anderen Kollegen nicht gesehen. Es gibt ja sozusagen, also ich meine, ich arbeite ja mit Bildern, ich sehe viele Bilder am Tag, ich weiß, was meine Kollegen machen. Und es gibt so wahnsinnig, wirklich viele tolle Fotografen in Berlin, die Politiker fotografieren. Von Friedrich Merz kenne ich nicht jetzt dieses eine Bild, wo ich immer sage, wow, das hat ihn mal so richtig getroffen. Und auch nicht mit Licht. Manchmal, wenn das Gesicht nicht hilft, kann man ja viel mit Licht kaschieren, indem man mit Schatten arbeitet. Das ist dann auch manchmal schwierig wegen der Brille und wenn dann die Augen noch so weit zurückstehen mit den Schatten und sowas. Ich glaube, bei Friedrich Merz braucht man einfach mal richtig, also wenn ich mir was wünschen dürfte, würde ich sagen, eine Stunde mit Friedrich Merz und ich versuche sozusagen ein Bild zu kreieren. was auch mir dann am Ende des Tages gefällt. Und wenn ich es in einer Stunde nicht schaffe, dann will ich es wahrscheinlich nie schaffen. Das Bild möchte ich gerne sehen. Aber vielleicht hört uns irgendjemand zu und morgen gibt es eine Mail. Herr Klar, kommen Sie doch mal zu uns. Wir haben die Stunde. Mich würde noch interessieren, Friedrich Merz fotografieren auf der optischen Ebene, ist das eine, wie ist es denn auf der Ebene, ist er eitel, ist er schwierig, ist er kompliziert, ist er dievenhaft, ist er zugänglich, wenn du sagst, bitte mal die Schulter vor und jetzt bitte mal die Augen ein bisschen mehr offen. Es gibt Politiker, die sich, glaube ich, darauf einlassen bei dir und glaube ich auch welche, die da eher reserviert bleiben und sagen, ich habe ganz klare Vorstellungen, wie ich mich fotografieren lasse und nicht. Wie ist er da? Ich glaube, sehr professionell. Also das muss man halt einfach sagen, also absolut professionell, absolut freundlich. Ich habe immer den Eindruck, es muss schnell gehen halt, also ungeduldig. Er ist nicht eitel im Sinne von, okay, können wir es noch dreimal machen, kann ich bitte sehen? Und nein, ich gerne nochmal anders. Also das ist ja gar nicht. Ich habe mal eine Zeit lang, habe ich mal mit, ich habe sehr viel mit Polaroid gearbeitet und hatte dann sozusagen quasi eine 8x10, also eine Großbild-Polaroid-Kamera. Das ist halt schon richtig, da braucht man irgendwie eine halbe Stunde, um das aufzubauen. Dann hat man richtig noch so diesen Vorhang über dem Kopf, diesen schwarzen und so. Und wenn ich damit quasi irgendwo aufgeschlagen bin, und damit habe ich auch Politiker fotografiert für ein Buchprojekt und so weiter, da reagieren die völlig anders. Das muss man halt ganz ehrlich sagen. Also da hatte ich ganz viele Politiker, die natürlich auch so kamen und dann gesagt haben, naja, so jetzt mal irgendwie schnell. Und dann sahen die, was ich da aufgebaut habe. Und dann war dann meistens noch ein Assistent dabei irgendwie. Und dann muss man das ja durch so eine Maschine jagen. Also es dauert halt, bis dieses Bild dann irgendwie fertig ist. Also da macht man dann auch nur eins. Im Zweifel macht man zwei, wenn man zwei Kassetten hat. Aber da waren die dann so interessiert, auch von sich, weil sie wussten, das ist jetzt sowas ganz Besonderes, dass sie teilweise zehn Minuten da standen und das Ergebnis sehen wollten. Okay, okay. Also heute ist es so, in den meisten Fällen, um wieder auf Friedrich Merz zurückzukommen, professionelles Auftreten, also der gibt natürlich auch, ich meine, es gibt ja auch. Sag ich mal, Politiker, die das gar nicht mehr wollen. Ich sag mal Angela Merkel, die dann halt einfach gesagt hat, nö, also wir dürfen hier ein Foto mit dem Chefredakteur und dem Redakteur machen, aber von mir alleine ein Porträt, es gibt schon so viele von mir, brauchen wir jetzt nicht mehr. Das, glaube ich, bei Friedrich Merz wird es nicht der Fall sein, aber, das muss man natürlich auch ganz ehrlich sagen, ich sag mal, vor der Wahl ist natürlich immer alles andere als nach der Wahl. Also vor der Wahl sind natürlich Politiker sehr viel offener, irgendwie sich gut in Szene zu setzen, sich Zeit zu nehmen, irgendwie auch mal was zu probieren. Nach der Wahl ist es dann halt natürlich alles immer schon, es gibt doch schon so viele Bilder von mir. Wir sind sehr gespannt, wie das bei Friedrich Merz weitergeht. Aber wenn ich dich schon mal da habe, möchte ich natürlich gerne noch mal ein bisschen in deine Fotografengeschichte gucken. Gibt es sowas, dass man sagen kann, Frauen fotografieren ist schwieriger als Männer fotografieren oder spielt sowas überhaupt keine Rolle? Gibt es eitle Männer und coole Frauen oder gibt es Sozialdemokraten, die sich leichter fotografieren lassen als Christdemokraten? Also gibt es Gruppen oder ist es wirklich komplett individuell? Das ist schwierig. Also ich glaube, am Ende des Tages ist es natürlich schon sehr individuell. Also wenn man jetzt wirklich auf den Klischees rumreiten will. Niemand will auf Klischees rumreiten. Nein, aber sozusagen, wenn ich jetzt Lokalfotografie mache und ich muss jetzt irgendwie in eine Bäckerei gehen und muss halt irgendwie eine Bäckerin hinter der Auslage fotografieren, dann ist es natürlich schon so, dass jeder sich freut, wenn die Bäckerin jetzt eine Bäckerin ist und nicht unbedingt ein Bäcker. Und wenn diese Bäckerin vielleicht auch noch irgendwie Ende 20 ist, Anfang 30 und nicht irgendwie sozusagen etwas älter ist. Ob ein gutes Foto am Ende dabei rauskommt oder nicht, das wiederum ist halt total individuell, total. Also ich meine, das ist ja, letzten Endes ist es ja immer wieder eine Challenge. Und ich meine, ich habe immer wieder festgestellt, um nochmal auf den Anfang unseres Gesprächs zurückzukommen, quasi einen Plan haben, eine Idee haben von einem Bild, eine Vorstellung. Das kann natürlich alles sozusagen über den Haufen geworfen werden. Also das ist halt so. Was ist das chaotischste Fotoshooting gewesen mit einem Spitzenpolitiker, das du so in den letzten Jahren erlebt hast? Also wo du mit einer klaren Vorstellung reingegangen bist und der das oder die das komplett über den Haufen geworfen hat? Das kann ich gar nicht sagen. Wahrscheinlich war das für mich chaotischste Shooting das, was dann am Ende des Tages nicht stattgefunden hat, weil meine Kollegen dann irgendwie die Zeit so überschritten hatten, Und dass am Ende der Sprecher rauskam und sagte, du, du seid, es gibt jetzt kein Foto mehr. Geht gar nicht. Gibt es auch. Das ist dann wirklich frustrierend, muss man ehrlich sagen, weil es ist alles aufgebaut. Und dann zottelt man ab und sagt so... Boah, ja was? Ansonsten, ich glaube die Kunst und ich glaube das ist halt auch das, was am Ende dabei rumkommen muss. Deshalb sage ich, es gibt einen Plan A, es gibt einen Plan B und häufig funktioniert das alles nicht. Und wenn man dann sozusagen improvisiert und wirklich sozusagen quasi wieder bei Null anfangen muss, gibt es auch Momente, wo was viel, viel Besseres entsteht. Sag mal ein Beispiel. Mit wem hast du es so erlebt, dass du überrascht warst, wie die Spontanität funktioniert dann? Das kann ich dir jetzt so nicht sagen. Zum Beispiel Robert Habeck war ich so jemand gewesen. Da hat man vieles gemacht. Robert Habeck hat auch viel gegeben. Also ich meine, im Gegensatz zu vielen anderen war Robert Habeck jemand, der total gut mitgespielt hat, muss man sagen. Also im Gegensatz zu Annalena Baerbock, die sozusagen auch immer die Kontrolle haben wollte. Also sozusagen, wo immer alles abgenommen werden musste und sowas war Rupert, habe ich total anders. Also das gibt es schon, das gibt es schon. Also das ist so, ja, keine Ahnung. Also ich glaube vielleicht, das war jetzt gar kein Politiker, aber es war sozusagen Karl Lagerfeld. Also ich glaube, eins meiner besten Porträts oder eins meiner Lieblingsporträts, die ich in meiner Laufbahn gemacht habe, ist von Karl Lagerfeld entstanden. Es war auch ein Drei-Minuten-Porträt. Es war sehr dicht, es war auch ein Großbild, Polaroid halt irgendwie. Ich hatte das Licht halt wirklich so gesetzt, dass es sozusagen, Karl Lagerfeld war ja immer mit seiner dunklen Brille so, dass man die Augen nicht sah. Und ich hatte das Licht halt so von oben gesetzt und von unten quasi sozusagen einen Reflektor reingehalten, dass man die Augen gesehen hat. Also du hattest diese grauen Haare, es war ein schwarz-weiß Bild halt. Es war ja dann Weis halt, es war diese dunkle Brille und dann diese Augen. Es war sehr dicht, sehr close und dann in diesem Polaroid-Look. Also bis heute eins meiner absoluten Lieblingsbilder, muss ich sagen. Wen würdest du mal gerne fotografieren, Spitzenpolitiker, gern auch international? Wer reizt dich? Wer hat ein Gesicht, wo du sagst? Ach Donald Trump natürlich. Also Donald Trump ist, glaube ich, großartig zu fotografieren. Aber da gibt es ein Problem mit dem Licht. Oder wie kann man diese Bräune so fotografieren, dass er nicht total gelb aussieht? Ich weiß ja nicht, woher die kommt. Er war ja ganz neidisch, als er Merz in Washington gesehen hat und hat gesagt, boah, du bist ja cool braun. Das ist ein Thema für den, das ist ja unfassbar. Ich weiß es nicht. Wir hätten natürlich gerne mal einen Termin mit Zelensky bekommen, also auf den ganzen Ukraine-Reisen mit Jan Jessen zusammen. Das hat leider nie geklappt. Zelensky fotografieren werden so ein Ding. Einfach auch, um das Ganze mal abzuschließen. Also ich habe ihn halt hier fotografiert, als er in Berlin war, beim Staatsbesuch und so weiter. Aber das ist halt schon nochmal was anderes. Also ich würde gerne mal da in seinem... Er hat ja keinen Bunker, aber quasi da mit den Sandsäcken und dieser Treppe, dieses Dunkle. Also dieses Porträt würde ich gerne machen. Trump würde ich gerne fotografieren. Es gibt natürlich viel, aber sozusagen, auf der anderen Seite muss ich sagen, wenn du mich fragen würdest, über wen freust du dich besonders, dass du die fotografieren konntest? Das war Obama, also auch wenn es jetzt kein Pate-Doe war, sondern halt einfach nur mal Obama fotografiert zu haben. irgendwie fand ich großartig. Papst Benedikt fand ich großartig. Karl Lagerfeld fand ich großartig. Also es gibt schon natürlich viele, die ich fotografieren durfte. Es gibt natürlich auch viele, die ich bisher noch nicht fotografiert habe. Ich glaube auch bei Trump. Und so, das wird schwierig. Lenski könnte ich mir vielleicht irgendwann tatsächlich nochmal vorstellen. Aber wer weiß. Mit 58 bin ich ja noch jung. Unbedingt. Und der Kanzler ist ja auch noch ein paar Tage da. Du hast dir das gerade gewünscht, eine Stunde mit Friedrich Merz und dann kommt das möglicherweise optimale Porträt heraus. Wir imaginieren jetzt mal diese Situation. Reto Klar und Friedrich Merz in einem Raum. Du hattest alle Zeit der Welt, um es vorzubereiten. Was sagst du ihm? Wie instruierst du ihn zu gucken? Was soll er tun? Welche Haltung? Ich bin jetzt Friedrich Merz und du sagst es mir jetzt mal. Ich weiß natürlich nicht, was ich ihm sagen würde. Ich glaube aber sozusagen, das Geheimnis ist, dass die Porträtierten sich quasi dem Fotografen anvertrauen. Dass sie einfach wirklich glauben, okay, der macht was Gutes draus. Also das heißt sozusagen in dieser kurzen Zeit eine Connection finden und sich führen lassen. Und das ist natürlich häufig schwer für Politiker. Auf der anderen Seite kriege ich auch häufig sozusagen das Feedback, wow, ist ja toll, endlich mal einer, der sagt, wie ich mich stellen soll, was ich machen soll. Also Kommunikation halt, Kommunikation und nicht sozusagen sich davor scheuen, auch mal zu sagen, nee, das geht jetzt aber nicht, das sieht doof aus. Oder auch einfach mal zu sagen, ich frage jetzt einfach mal, wenn sie es nicht wollen, sagen sie halt einfach nein. Nein, aber so. Und dann kommt was Gutes. Also ich glaube, wenn sich zwei einfach hinstellen und der eine sagt, so jetzt hast du 30 Sekunden und der andere sagt. Okay, ich mache jetzt einfach mal schnell, dann wird es nichts halt. Ja, also Führung abgeben, Herr Merz, wäre sozusagen die Aufgabe für so eine Situation. Ja, wir sind sehr gespannt. Es wird Bilder geben von dir, ich bin sehr sicher und ich bin sehr gespannt, ob du dann mit diesen Bildern, mit diesem Friedrich Merz, den du dann fotografiert hast, zufrieden bist. Ja, es gibt auch ein Bild, was ich von ihm gemacht habe. Ich glaube, das war jetzt aus diesem Shooting, kurz bevor er sozusagen gewählt wurde, die waren schon ganz gut. Also da würde ich jetzt mal sagen, okay, damit war ich schon zufrieden. Also es war jetzt, sagen wir mal so, wenn wir jetzt von 100 Prozent ausgehen, war ich da bei 82. Das klingt gut. Reto, ich bin sehr, sehr froh, dass du heute hier warst, dass du uns mal ein bisschen mitgenommen hast, auch in die Situation. Noch ein allerletzter Tipp vielleicht, wenn man schon Profi-Fotografen mal kurz im Studio hat. Gibt es einen guten Tipp, den du Leuten geben kannst, die das optimale Bild von ihrem Freund, ihrer Freundin, ihrer Mutter, ihrem Vater, ihrem Kind machen wollen? Gibt es den einen Profi-Tipp? Nein, den gibt es natürlich nicht. Aber was ich sagen kann, ich bin wirklich ein Fotograf aus Leidenschaft. Ich mache diesen Beruf schon wahnsinnig lange und habe ihn immer geliebt und liebe ihn heute noch. Wenn ich aber sozusagen privat mit meiner Familie unterwegs bin, fotografiere ich nur mit meinem iPhone. Also es ist halt einfach so, die sind mittlerweile so gut. Das war jetzt Gleichwerbung, das geht sicherlich mit allen anderen. Ja, das geht auch mit Sammlung, mit jedem Handy. Aber die sind halt mittlerweile so gut, diese Handys, dass wenn man da den Porträtmodus eingeschaltet hat, die machen alles für einen, man kann schnell damit arbeiten. Also einfach machen. Nicht lange reden. Genau. Nicht von unten oder von oben oder von rechts oder links oder das Licht und so. Einfach machen und gucken. So ist es. Das klingt sehr entspannt. Vielen Dank, lieber Reto. Danke für die Einladung, das hat mich sehr gefreut. Und ich bin sehr gespannt auf die Bilder, die du noch alle machen wirst für uns. Ich freue mich auf die nächsten Diskussionen mit unseren Gästen hier über Friedrich Merz und das, was noch in dieser Regierung alles auf uns zukommt. Und seid gerne wieder dabei beim nächsten Rambo-Zambo. Danke Reto und danke euch allen, die ihr zugehört und zugeschaut habt. Vielen Dank. Bis bald. Tschüss. Ciao.