Latest / MOMENTUM - kevinkellermazza / #33 „Nur hüt“ Diese 2 Worte haben Ronny ein neues Leben geschenkt
Transcript
- 0:00Herzlich willkommen zu einer neuen Podcast-Folge von «Du entscheidest» mit Kevin und mir. Heute haben wir einen mega faszinierenden Gast unter Jami, der gerade am Turnen ist. Ich habe unseren heutigen Gast vor einem Jahr auf Instagram entdeckt, einen Beitrag von ihm gehört, wo er so krass radikal ehrlich über seine Vergangenheit spricht, um den Menschen da draussen Mut und Hoffnung zu schenken.
- 0:25Das zeigt auch, für mich ist er ein Paradebeispiel. Der lebendige Beweis, dass ein Wille auch ein Weg ist. Veränderungen sind möglich und durch Veränderungen eröffnen sich auch ganz neue Türen. Und dafür hat er meinen allergrössten Respekt. Ich bin so dankbar, dass er heute hier ist, um seine Story mit uns zu teilen. Und ein herzliches Willkommen für Ronny Thomann.
- 0:51Herzlich willkommen. Mega schön, bist du da. Danke für den Weg zu dir genommen, um auf die Fallis zu fahren. Auf dich genommen. Schön, dass du da bist. Er verwirrt mich heute. Er weiss noch nicht genau, was er will. Er hat den Platz noch nicht gefunden. Zu der ersten und wichtigsten Frage. Wie geht es dir?
- 1:11Auf die habe ich mich sogar ein wenig vorbereitet. Ich sage immer, wenn 51% gut sind. Ich finde immer, wenn ich gefragt werde, wie geht es dir, dann sagen die Leute immer so schnell, ja es ist gut. Man will sich zeigen können. Und bei mir müssen einfach mehr als 50% gut sein. Es sind viele Schwierigkeiten da drüben, aber ich versuche mich immer auf das Positive zu legen. Nach wie vor? Nach wie vor. Das ist aber eine grosse Challenge.
- 1:34Viele haben dich in diesem Beitrag wahrscheinlich gesehen von TeleZüri. Man kennt dich von Social Media, du hast eine Plattform, du zeigst dich. Aber für die, die dich nicht kennen, wer bist du, was machst du und woher kommst du?
- 1:51Da muss ich weit ausholen. Wir haben Zeit. Wir nehmen uns die Zeit und nehmen Popcorn für den Wein. Wieso Menschen auf mich aufmerksam geworden sind, ist sicher wegen meiner Geschichte. Ich denke, es ist ein grosses Privileg, wenn man so eine Chance wie ich bekommt. Ich war lange schwer drogenabhängig, habe delinquentiert. Was heisst delinquentiert? Entschuldigung.
- 2:15Ja, ich habe Beschaffungskriminalität begangen, um mich mit Betäubungsmitteln zu decken. Und auch alle anderen Sachen, die ich exzessiv ausgelebt habe, wie die Modellpsych. Bei mir ist die Krankheit auch übergegangen, nicht nur in die Substanzen, sondern auch Frauen, Partnerwechsel etc. Alles immer sehr extrem. Das habe ich auch heute noch in mir drin.
- 2:41Und das nutzt dich heute für dich und nicht gegen dich? Ja, aber auch das muss man natürlich immer ganz, ganz fein abwägen. Wann ist es gesund und wann wird es wieder exzessiv? Gerade beim Sport, bei der Arbeit. Ich kann mich sehr schnell wieder verlieren und etwas zwanghaft betreiben.
- 2:56Durch die Meditation, die ich gefunden habe, kann ich mich immer wieder ankommen. Ich reflektiere mich sehr, muss ich, weil ich habe, wie gesagt, immer noch ganz viele Dämonen, die mich auch wieder in eine Depression ziehen wollen. Ich meine, ich habe mich so, so viele Jahre, es sind um die 30 Jahre, in denen ich mich einfach jedes Gefühl betäubt habe. Krass. Und seit fünf Jahren darf ich, muss ich mich kennenlernen. Und das ist nicht immer so einfach. Ich will das natürlich jedem nach aussen auch nicht zu fest zeigen.
- 3:24Aber da sind doch einige Baustellen, die ich habe, an denen ich immer wieder arbeiten muss. Und mich wieder aus diesem Loch herauszunehmen und zu sagen, hey, das machst du jetzt wieder zu extrem, nimm es wieder etwas ruhiger, auch Nervosität. Wie merkst du denn, dass es zu extrem wird?
- 3:40Wenn ich nicht mehr achtsam bin, wenn ich mich komplett verliere, wenn ich immer einen Schritt hinten oder voraus bin. Also nicht mehr bei der Sache quasi. Genau, dann bin ich einfach nur noch hinten ran. Das kommt bei mir relativ schnell, weil ich auch einen sehr vollpackten Alltag habe mit meinen vielen Kids, mit dem Geschäft,
- 4:02Und dann kommt schon wieder der Süchtige, der immer mehr will. Es ist nie genug. Es ist einfach so der arschlose Roni, der immer etwas erreicht und dann, wo ist das Nächste? Sofort. Exzessiv klingt halt direkt negativ, aber exzessiv kann man auch für...
- 4:20für sein Gutes sein. Wenn man sagt, es gibt natürlich den ungesunden Sport, die Menge macht das Gift, aber merkst du das auch bei diesen Sachen, wie immer mehr willst, sprich
- 4:36Deine Gesundheit vielleicht? Immer mehr Gesundheit willst du in den Vordergrund bringen? Ja, ganz klar. Jetzt aktuell habe ich diverse Leiden. Ich muss meine Schultern operieren. Ich habe es vorhin schon erwähnt. Und ja, ich möchte einfach nicht heranlassen. Erst wenn ich wirklich ausgenockt bin, kann ich mich selber abstellen. Ich gehe wieder probieren und laufe dann frustrierend aus dem Gym. Scheisse, es ist nicht gegangen.
- 4:57Ich möchte es nicht wahrhaben, dass ich 30 Jahre lang Rabauz mit meinem Körper gemacht habe. Dass ich nicht mehr 20 Jahre alt bin. Denn dort oben denke ich immer noch, du bist 20 Jahre alt. Ich vergleiche mich auch noch mit denen. Ich vergleiche mich noch mit den Besten. Man möchte auch so aussehen. Das ist auch etwas, was ich mir immer wieder sagen muss. Akzeptieren, annehmen. Die Schmerzen sind da.
- 5:19Du erzählst von deinem Alter. Ich bin vorhin sehr erstaunt. Erst 10 Jahre älter als ich. Ich bin wieder einmal die Jüngste. Jetzt sind alle jünger als ich. Aber krass, 78 Jahre. Das heisst, du wirst dieses Jahr im August 46.
- 5:40Und deine Vergangenheit hat null Spuren hinterlassen. Würde ich so frech behaupten. Das kann man etwas retuschieren. Ich bin sehr dankbar, dass mein Körper mir das so verzeiht hat. Und heute, dass ich nicht mehr rauche, hat sich meine Haut recht gut regenerieren können. Ich schaue mir sehr gut mit Nahrung an. Genug schlafen ist manchmal ein Defizit.
- 6:08Und was ich auch ehrlich sagen muss, meine Partnerin hat mich heute noch etwas abgebudert. Ich habe es am Samstag noch zum Barber geschafft, dass ich da nicht so von Huns daherkomme. Herrlich. Das erste, was ich merkte, als du da herkommst, hast du geklopft.
- 6:27Energiebündel an einer Person. Ich mache auf, du kommst rein und es war so gut energisch. Eine Erscheinung und mega vital. Aber es ist extrem krass, weil ich meine, wenn ich fragen darf, wie lange hast du Drogen konsumiert, war das schon seit der Kindheit ein Thema oder bist du im späteren
- 6:48Erwachsenenalter, jetzt sagen wir 30 oder wie hat das Ganze angefangen? Also die ersten Substanzen habe ich so wie die meisten mit 14 Jahren angefangen. Dort habe ich natürlich lange nicht gemerkt, dass ich ein Problem habe, weil dort hat es mir auch Spass gemacht, es hat mir geholfen. Ich denke, der sehr grosse Minderwert, den ich als Kind hatte, hat mir die Substanzen wie eine Sicherheit gegeben. Was waren das für Substanzen?
- 7:13Ja, zuerst Cannabis, dann die Party-Drogen und dann kam der erste Kontakt mit Kokain und Alkohol. Das wurden meine Hauptsubstanzen. Und der erste Kontakt zu Kokain, wann war das?
- 7:27Ich denke, das war das Ende meiner Lehre. Wow. 1996 so. 16, 17? 18 plus. Ende der Lehre. Ja, das war bei mir wirklich. Dort ging der Hebel um. Heute, als ich da zurück schaue, denke ich, ich hatte schon als Kind mit BMX gefahren. Mit Blühstil.
- 7:45Alles mehr und exzessiver. Das merke ich erst, wenn ich jetzt, wie wir in diesem Programm zusammenarbeiten, wenn ich das ein wenig anschaue, dass ich auch schon vor der ersten Substanz ein total süchtiger Mensch war, der alles exzessiv betrieben hat. Bei der Substanz habe ich es mir schon immer rationalisiert oder gerechtfertigt. Ich finde es geil, ich mache weiter. Für mich war alles so, wieso hört ihr jetzt auf, wieso geht ihr nach Hause? Das hat es für mich nicht gegeben. Für mich hat es immer einen Knockout gebraucht.
- 8:15Ich hatte wirklich kein Geld mehr. Dann habe ich einfach alles in die Wege gelegt, oder Schulden gemacht, um weitermachen zu können. Und dann, als die normalen Menschen nach Hause gingen, hat es für mich erst angefangen. So hat sich das dann in die Leere genommen.
- 8:27Ich habe wirklich Jahre deiner Leben für Drogen und für Alkohol. Prostitution und Partnerwechsel. Ich habe es auch immer im Aussen abhängig gemacht. Ich dachte, wenn ich diese und diese Frau habe, dann kann ich hören. Wenn ich diese und diese Ohren ziehe, dann kann ich hören. Das ging ständig mit mir. Es hat alles nichts gebracht. Im Gegenteil, es hat mich noch mehr unter Druck gesetzt.
- 8:56Heute kann ich aber auch viel Positives daraus nehmen. Ich bin kreativ geworden. Ich habe neben dem Handel, den ich betreibe, auch Geschäfte gegründet. Und ich musste mir das Geld für den Lifestyle aufrechterhalten.
- 9:09Ich sagte mir immer, solange ich mit meinen Kindern in die Ferien gehe, solange ich meine Rechnungen zahlen kann, habe ich es zwar extrem lange rausgezogen, aber auch die Rechtfertigung hatte, dass ich das handeln kann. Diese Verleugnung. Dadurch habe ich gelernt, Geschäfte zu machen, Geschäfte zu betreiben. 2001 habe ich mich selbstständig gemacht. Zuerst ein Malergeschäft, danach bin ich ins Nachtleben mit einer Agentur, mit einem Begleitservice. Ich hatte viele Jahre Tattoo-Studios.
- 9:39Dann habe ich eine Umzugsfirma gegründet. Hast du die immer noch? Ja, die habe ich immer noch. Und wo bist du denn? Also hauptsächlich in der Stadt Zürich. Hast du deine Finger im Spiel gehabt? Ja, ich habe Zucht gehabt, überall mit. Ich bin viel in Südamerika reingereist, vor allem in Brasilien. Ich habe dort massiv konsumiert. Aber hauptsächlich war die Langstrasse mein Spielplatz. Aber warst du nie so weit, dass du irgendwie mal randständig geworden bist und irgendwie auf der Strasse gelebt hast?
- 10:09Falls ich das fragen darf. Das darfst du fragen. Nein, heute wäre ich froh, dass es mal passiert wäre. So habe ich es eben genau gerechtfertigt. Heute spüre ich oft etwas Nied. Ich bin ja in einer Gemeinschaft, in der wir Meetings besuchen. Heute spüre ich oft Nied, wenn ich Jungen sehe, die kapitulieren können, die mit 30 aufhören, mit 25. Ich hätte mir das auch gewünscht. Die Jahre sind wirklich weg. Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, ich traue denen nicht nach. Es geht um den Sport. Irgendwann ist der Körper nicht mehr so.
- 10:37Und dadurch, dass ich einfach ein eigenes Talent entwickelt habe und die kriminelle Energie hatte, um das Geld zu beschaffen, habe ich natürlich gesagt, das sind Junkies draussen. Und mit dem Finger auf jeden gezeigt. Und ich konnte gut essen und in diesen Etablissement alles haben, anzahlen. Und so habe ich mir das immer gerechtfertigt und schön gelebt, bis ich einfach gemerkt habe, mein Körper macht nicht mehr mit und meine zwei Ältesten sind älter geworden.
- 11:02Und haben das natürlich immer mehr mitbekommen, dass ich meinen Ex-Frauenattahann, da habe ich noch viele, viele Jahre bei der Gutmachung zu leisten. Und das weiss ich auch, das ist auch eine riesige Challenge von mir, die Schuld und Scham, die ich in mir trage, für das, was ich da angestellt habe.
- 11:18Und wann kam der Turning Point? Wann hast du die Flatterung der Realität bekommen? Das war 2019, als ich wieder mal überdosiiert war. Okay. Ich habe oft, wenn ich zu viel konsumiert habe, irgendwann, irgendwann teilt dir das Hirn auf. Man kann nicht ständig so einen Pegel haben, dass man einfach weg ist.
- 11:37Dann kamen bei mir immer mehr Suizidgedanken. Ich wollte nicht mehr leben. Ich wollte das mal, es muss doch endlich wieder fertig sein. Ich wollte es meiner Familie nicht mehr anbieten, meinen Kindern nicht mehr anbieten. Ich habe so viele Sachen ausprobiert und gemerkt, dass es für mich nicht funktioniert mit dem Hören. Bei mir ist es sofort eine Verlagerung geworden. Das merke ich auch heute noch. Schnell mal wieder eine Reetzigarette ziehen und dann bin ich wieder ständig dran.
- 12:00Ja, das ist gerade sofort. Ich habe es gerade aktuell wieder passiert. Ich hatte ein bisschen Freizeit und dachte, jetzt kann ich schon mal wieder an der Rezige. Dann geht es zwei Tage und ich bin wieder von morgen bis mir die Lunge wehtut. Jetzt habe ich ein Nikotin-Zeltchen dabei. Ich bin es wieder am Abstellen, weil es einfach nichts gibt.
- 12:19Krass. Also nichts mit Genuss, das ist dann wirklich ein Übertreiben in diesem Sinne. Ja, und es ist auch etwas, das schwierig ist, sich das immer wieder einzugestehen. Ich würde gerne in der Gesellschaft mal wieder trinken. Ich vermisse es, in der Gesellschaft eine Flasche Rotwein zu trinken.
- 12:36Aber ich muss ehrlich sein, ich weiss wo es bei mir endet. Heute kann ich es fertig denken und das will ich einfach nicht mehr. Das will ich um keinen Preis nehmen. Und darum ist es schon oft immer wieder, vergiss es nicht, woher du das bekommst. Das ist auch ein Grund, weshalb ich so relativ viel mache.
- 12:53Was wolltest du fragen? Wir waren eigentlich noch beim Turning Point. 2019, als du deine letzte Überdosis hattest. Was war das, wenn ich frage? Ich wurde vom Krankenwagen abgeholt. Ich kam ins Spital Limatal und wurde dort aufgepappelt mit Medikamenten, die mich ruhiger stellen.
- 13:15Ich habe mir Gedanken gemacht und gesagt, dass etwas passieren muss. Entweder fertig oder einmal mehr aufhören. Und dann ist einfach ein grosser Wunder passiert. Es ist ein Freund zu mir gekommen, der mir von ENA erzählt hat. Das ist eine der grössten Selbsthilfegruppen weltweit nach anonymen Alkoholikern. Okay.
- 13:35Ich habe immer über die Anonymalkoholiker gelacht. NAA habe ich nicht gekannt. Von dem gehört. NAA? NAA ist abkürzlich für Narcotics Anonymous. Okay. Dann habe ich im Internet recherchiert. Ich habe gesehen, dass es in Zürich eine Menge Meetings gibt. Am Dienstagabend war ich verzweifelt. Ich hatte keine Optionen mehr. Ich hatte Therapeuten in der Zigtour. Ich hatte einen Fach an Laufstellen. Dann bin ich hier an einem Meeting. Dort wurde mir empfohlen. Ich dachte, jetzt muss ich es haben.
- 14:04Wie ich es genannt habe, Junkies in den Hocker. Dann ging ich dort rein und dort gab es einfach quer durch alles. Jung, alt, Farbige, nicht Farbige. Jede Schicht. Jede Situation, jede Schicht. Sehr wohlhabend, sehr erfolgreich. Eben der Anständige vom Boden. Und dort haben wir einfach etwas gemeinsam gehabt, nämlich die Krankheit. Und dann durfte ich ganz, ganz viel lernen über die Krankheitssucht. Weil ich habe immer gemeint, diese Substanz ist das Problem oder das oder selbst.
- 14:33Ich habe dann auch das erste Mal ganz kapituliert. Ich habe dann fast zwei Jahre lang jeden Tag an einem Meeting gearbeitet. Ich bin mit meinem Roller durch Zürich durchgefahren. Das war einfach die erste Priorität. Dann hatte ich zum ersten Mal einen Monat, zum ersten Mal zwei Monate. Vorher habe ich vielleicht mal eine Woche oder zwei gearbeitet. Dann habe ich richtig Freude bekommen. Also wirklich gar nichts?
- 15:00Aber dein Umfeld hat ja dann weitergemacht und du warst dann einfach dort und hast dich dann auch von diesen getrennt? Komplett. Ich habe es wirklich das erste Mal geschafft zuzuhören. Am Anfang kam mir das natürlich suspekt hin. Die haben mir gesagt, du wirst neue Kollegen finden, das passiert von selbst.
- 15:21Ein paar Tage, als ich in diesen Meetings war, habe ich einen im Gym gesehen, den ich schon seit Jahren gekannt habe. Aber wir haben nie wirklich gesprochen. Der hat dann den Badge von mir am Schlüsselanhänger gesehen, dass ich dabei bin. Ich wollte jetzt einen Willkommens-Chip über. Er hat gesagt, da bin ich schon seit 18 Jahren dabei.
- 15:38Und du hast ihn jeden Tag vor dir im Nasek. Ja, und er sagt schon seit 18 Jahren klein, ich soll dich jetzt das und das machen. Dann hat er mir mal noch das Sitzkissen geschenkt und gesagt, dass wir zusammen beginnen zu meditieren. Jetzt liest du mal noch das Buch. Welches Buch hast du gelesen? Oh, die Verse, die vier Versprechen. Wow, das ist mein nächstes. Ich habe so viel davon gehört. Noch nicht gelesen?
- 15:58Das ist jetzt mein Zeichen, das Angültige. Und ganz, ganz viel von Neville Goddard, wo es einfach über das Manifestieren geht, wo es ins Gefühl hineingeht, den Wunsch zu haben. Und dann ist das passiert. Ich weiss noch, in meiner Anfangszeit, ich hatte plötzlich so viel Zeit, weil ich nicht mehr Material beschaffen musste, ich musste nicht mehr Geld nachrennen.
- 16:20Dann habe ich gesagt, das ist für mich sehr schwierig, das auszuhalten. Dann hat mir einer nach einem Meeting gesagt, du erinnerst dich, was du als Kind gerne gemacht hast. Das war natürlich das Erste, BMX und Snowboard. Kurz darauf hat es sich sehr geändert, dass ich angefangen habe mit Skitouren, mit Klettern, mit Mountainbiken. Hast du in dieser Zeit gearbeitet?
- 16:41Hast du das beruflich gemacht? In meiner aktiven Zeit? In der Zeit, in der du angefangen hast? Nein, in der Zeit, in der du angefangen hast. In der Zeit, in der du angefangen hast? In der Zeit, in der du angefangen hast? In der Zeit, in der du angefangen hast? In der Zeit, in der du angefangen hast? In der Zeit, in der du angefangen hast? In der Zeit, in der du angefangen hast? In der Zeit, in der du angefangen hast? In der Zeit, in der du angefangen hast?
- 17:06Und was hast du? Du bist ja auch in die Welt eingetaucht, eigentlich in dir, weil man alles im Aussen gesucht hat, bis man dann mal die Innenwelt entdeckt hat. Das war ja der ganze Antrieb, um der Mensch zu werden, die du heute bist, nehme ich mal an.
- 17:24Absolut. Aber auch das ist immer wieder schwierig. Ich mich selber aushalten ist für mich immer noch schwierig. Ich habe immer noch den Hang zum viel arbeiten, mit meiner Tochter zu sein. Ich brauche eigentlich etwas. Beim Meditieren gelingt es mir, das mache ich täglich am Morgen. Aber oft, wenn ich in eine Ruhe komme, oder es ist alles erledigt, kommt ein kleines Loch nach hinten.
- 17:53Weil ich mich dann wieder mit mir auseinandersetzen muss. Aber das bin ich am lernen. Und einer der Hauptsprüche bei Anna ist das «Habt Geduld». Die habe ich nicht. Die habe ich noch lange nicht. Aber ich arbeite daran. Ich weiss, was für andere funktioniert, das kann für mich funktionieren. Krass. Und du bist heute immer noch dabei, wie Anna? Ja, nach wie vor. Ich besuche zwei bis drei Meetings.
- 18:17Und das sind jetzt wie viele Jahre, die du dort bist? Seit 2019. Es gab dann nach 17 Monaten nochmal einen Rückfall. Ich hatte dann dort einen kleinen Höhenflug. Es war Corona. Ja, ein dummer Fehler. Ich war nicht achtsam. Und konnte dann aber daraus heraus lernen. Und habe dann auch gesehen, dass es sofort wieder an den Punkt ging, an dem ich war. Ah, wirklich? Und dann wusste ich, es gibt nur die 100% Kapitulation. Dann ging ich wieder, habe das gemeldet. Und dann gibt es Applaus. Schön bist du wieder da und machst weiter.
- 18:46Nach 17 Monaten, nachdem du den Rückfall hattest, und du musstest an das erste Meeting gehen, oder durftest du an das erste Meeting gehen? Wie hat sich das angefühlt? Für mich total scheisse, bis du da bist. Da kommt natürlich wieder Bruno in den Kopf und sagt, hey, du bist ein Versager, du musst wieder von vorne anfangen. Dabei ist es, wir sagen immer das Gleiche, wir klatschen, wenn jemand zurückkommt, weil der, der nicht zurückkommt, kann sterben. Und ich habe vier gute Freunde verloren, jetzt gerade vor kurzem,
- 19:16Er wurde wirklich fähig und meinte, er könne den Alkohol wieder konsumieren. Er ist vor einem Monat gestorben an der Endosis. Krass. Aber würdest du sagen, es ist trotzdem ein Fehler, dass du nach 17 Monaten wieder... Du weisst ja, du hast ja durch das wieder die Erfahrung und die Bestätigung bekommen.
- 19:35Würdest du immer noch sagen, dass es ein Fehler war? Oder eigentlich nur eine Bestätigung? Okay, ich habe jetzt das, ich habe jetzt das. Ich weiss jetzt noch mehr, was ich will. Das ist so. Beim Rückfall könnte ich auch wachsen lassen. Viele brauchen das. Aber die Gefahr beim Rückfall ist natürlich immer, dass du dich wieder so innehältst, dass du aus Scham nicht zurückgehst.
- 19:59Dass der Charme so gross ist. Oder, morgen höre ich auf. Das habe ich so, so viele Jahre gesagt. Unser Motto dort ist, nur für heute. Vorher habe ich mir immer gesagt, morgen, nächstes Mal, noch einmal, und dann ist es gut. Und bei Anna ist es einfach... Nur für heute klein bleiben. Das ist unser Motto. So gut.
- 20:17Aber es macht ja Sinn, denn es gibt ja nur das Hier und Jetzt. Es ist dieser Moment und an alles andere musst du nicht denken. Das ist mir am Anfang so eingefahren. Am Morgen höre ich auf und plötzlich nur für heute. Das hat wirklich funktioniert. Wenn mir jemand gesagt hätte, du sollst morgen nichts nehmen, wäre ich wahrscheinlich gegangen und nicht mehr gekommen.
- 20:38Krass. Und das heisst, nur durch diese Sitzungen hast du eine Kraft in dir gespürt, die dich motiviert hat, um es nur für heute mehrere Monate auszumachen? Was war denn noch da, was dich so motiviert hat?
- 20:59der geblieben ist oder dich wiegt. Für mich ist es bis heute irgendwie unerklärlich. Das Programm ist wie ein Geniestreich. Es sind irgendwie alle Komponenten. Durch das, dass ich andere höre, rede und...
- 21:14Als ich das erste Mal an diesen Meetings war, habe ich bei Männern, das gab es in meinem Kreis nicht, aber auch bei Frauen gesehen, die wirklich ehrlich teilen. Das spürt man, egal in welchem Zustand man ist. Die hatten etwas, was ich auch wollte.
- 21:33Und zum ersten Mal bekam ich eine Bestätigung, dass das möglich ist. Ich habe ja wirklich viel probiert. Ich war einer, der alles immer alleine gemacht hat. Für mich hat es das nicht gegeben. Ich habe auch heute noch Mühe mit Vertrauen. Aber dort habe ich ein Vertrauen gefunden.
- 21:48Jeder ist freiwillig dort und die hatten eine Strahlung. Das hat mir einfach gezeigt, dass es möglich ist. Aber was es ist, ich denke es ist das ganze Programm. Da gehört auch ein bisschen Schrittearbeit dazu. Das sind so zwölf Schritte, wo man dann anfängt zu arbeiten. Man sucht sich dort im Programm wie ein Goethe, das ist ein Sponsor.
- 22:07Mit dem teilt man noch etwas intimer Dinge. Man ist im Kontakt. Mir kommen Telefonlisten über, wo am Anfang Leute anreisen, wenn es ihnen gut geht. Weil dann traust du ja auch an, wenn es ihnen schlecht geht. Das sind wirklich ganz einfache Tools. Und heute sage ich, die Welt draussen wäre so viel besser, wenn jeder so ein Programm hätte. Ich wünsche es nicht nur einem Süchtigen, sondern einfach jedem draussen. Dass er einfach sich anfangen kann zu reflektieren und nicht komplett in dieser schnelllebigen Welt draussen verliert.
- 22:36Krass. Und wie du sagst, es sind so einfache Tools, in diesem Fall auch in eurer Gemeinschaft. Genau. Wie auch in der... Also weisst du, in meinem Business war es blöd, dass ich versuche, den Menschen mitzuteilen und mitzugeben. Es sind die einfachsten Kleinigkeiten, die so lebensverändernd sind. Die das Leben so viel besser machen. Aber an mir habe ich das Gefühl,
- 23:04Dadurch, dass wir so geprägt sind, aber ich glaube, wie Anna gesagt hat, dass es uns dem Urinstinkt liegt, dass alles so schwer ist und überleben und so, dass wir uns gar nicht vorstellen können, dass es eigentlich so einfach sein könnte und so einfach gehen kann. Weisst du, was ich meine? Ja, es geht einfach darum, Edith.
- 23:20die Bereitschaft entwickeln können, es auszuprobieren, trotz Glauben, dass das für einen möglich ist. Und ich denke, darum haben wir uns auch gefunden in den sozialen Medien. Es gibt Zufall nicht. Das zieht sich an und das finde ich super interessant. Die Parallelen immer wieder gesehen, auch dort, wo ich meditiere, das hat nichts mit dieser Gemeinschaft zu tun. Aber es gibt so viele ähnliche Tools, die einem beigebracht werden. Ehrlichkeit, Aufschluss, Bereitschaft, das sind auch drei Schlagwörter, die immer in der Begrüssung, in den Präamblen vorkommen.
- 23:50Das sind einfach die Sachen, die man haben muss, wie auch der Wunsch, sich als einen anderen Menschen zu sehen. Ich habe mir das einfach angefangen zu wünschen und es ist dann wirklich passiert. Nie so schnell, wie ich es wollte. Bei mir muss alles sofort sein, immer noch Impuls kommt. Das muss auch schon so sein. Ja, das ist schon so.
- 24:11Mega faszinierend. Ronja, du hast diese Sachen durchlebt. Du bist immer noch in so einem Prozess drin. Gibt es Sachen, die du bereits anderen mitgeben kannst, die du aktiv unterstützen kannst auf ihrem Prozess, auf ihrem Weg?
- 24:29Ja klar, ich freue mich immer, wenn ein neues Mitglied nach einem Meeting auf mich zukommt und sagt, dass ich ihm geholfen habe. Es gibt aber auch Orte, wo es mir nicht gelingt, wo ich es mir wünschen würde, wie mein eigener Sohn, der auch aktiv süchtig ist. Ich glaube, der ist in der Schweiz.
- 24:48Er lebt inzwischen wieder in der Schweiz. Er lebte lange in Kolumbien und erlebte dort auch sehr viele Misshandlungen und schlechte Erfahrungen. Dann holte er mich zurück in die Schweiz und dann hat er sich da total verloren. Es wurde ihm natürlich auch ein wenig die Wiege gelegt. Er hat sehr viele nicht schöne Sachen bei mir gesehen und bei seiner Mutter und sehr viel Gewalt in der Familie.
- 25:10Dann hat es in den Lauf genommen, Abbrüche, Institutionen, langer Gefängnisaufenthalt und jetzt ist er relativ verwahrlost in einer Notschlafstelle. Wie alt ist er, wenn ich fragen darf? 21. Mhm. Mhm. Aber wenn du jetzt so denkst, bei dir gab es Hoffnung, bei dir ist das Happy End, sage ich jetzt mal, gekommen. Es hat seine Zeit gebraucht, es hat Erfahrung gebraucht. Hast du anhand deiner Ressourcen eine Funke Hoffnung auch für ihn?
- 25:37Ganz klar, ich gebe es nicht auf. Aber auch hier ist es natürlich das Auszuhalten. So viele Menschen, mit denen ich im Alltag konfrontiert werde, sagen mir, dass ich sie zurückholen muss. Aber es ist einfach ein Gesetz der Natur. Einer, der nicht hört. Wie viele Menschen haben wege mir wegrült und wie viele wollten mir helfen? Das ist nicht einmal angekommen.
- 26:00Im Gegenteil, ich habe mich noch mehr distanziert. Das merke ich bei ihm auch, wenn ich zu viel Druck mache. Ich gehe einmal in der Woche, rufe dich an, gehe auf Wintertag, gehe mit ihm etwas essen. Bin aber auch ganz ehrlich und sage, du siehst verwahrlost aus, du siehst scheisse aus. Du wärst so ein schöner Mann, wenn du dich pflegen könntest. Versuche doch wieder, es gibt gute Institutionen. Er hat einen super Beistand. Wir haben jetzt eine Kosten-Gutsprache für eine Institution von einem Schweizer in Afrika, in Manibia. Aber er hat die Bereitschaft noch nicht.
- 26:29Wer sucht es auch noch im Aussen? Die Welt ist scheisse, das ist scheisse und es macht eh keinen Sinn. Für mich funktioniert das nicht. Aber ich glaube, es ist ein Prozess, man muss ja die Weitererfahrung machen. Alle meinen, man ist im Aussen, bis man irgendwann merkt, es beginnt in dir, innen an. Ich will mich nicht mit dir vergleichen, aber es ist bei mir auch mal mit 30 gekommen. Es braucht halt die Erfahrung.
- 26:56Solange du vorlebst. Das eine hast du vorgelebt und das ist das Resultat. Das andere Vorleben wird irgendwann auch ein Resultat sein. Das hoffe ich natürlich, dass die Samen gepflanzt wurden. Aber die Frage ist immer mit der Zeit. Geduld. Mit Krankheitszucht und gewissen Substanzen kann es einfach schnell gehen.
- 27:18Ich finde dieses Gespräch mega... Mich toucht es mega, weil ich nie wirklich Kontakt mit Drogen hatte. Ich habe... Seit drei Jahren trinke ich keinen Alkohol. Ich habe nicht Angst, aber ich habe mega Respekt vor diesen Dingen. Und jetzt höre ich von dir, von deinem Sohn, von den Sachen, die du erlebt hast. Und ich finde das so richtig... Es löst in mir fast so ein bisschen Angst aus.
- 27:45Wieso? Weil ich merke, was alles durch diese Sachen passieren kann. Und eben, eine Überdosis kann wahrscheinlich extrem schnell gehen. Und dann ist es einfach so... Du hast eben vorhin angesprochen, im 19. Mai, als du diese Überdosis hattest... Wann spricht man über eine Überdosis? Weiss es nicht.
- 28:09Ja, wenn es lebensgefährlich wird, wenn der Puls so hoch ist, dass das Herz nicht mehr mitmacht oder der Körper hyperventilieren beginnt, kann es epileptische Anfälle geben, je nachdem. Und dann ist natürlich immer die Verstickungsgefahr oder der Herzstillstand. Krass. Und jetzt einer, der wirklich, ich sage jetzt mal, Suizidgedanken bekommen hat, wie du vorhin gesagt hast,
- 28:31Ist es nicht auch wie... Es klingt mega schwierig. Es klingt schwierig in meinem Kopf, um das auszusprechen. Zum sagen, weisst du was, ich habe diese Zeitgedanken, ich ziehe jetzt einfach ein wenig mehr. Und lasse einfach ein wenig mehr rein.
- 28:44Das ist sicher eine Möglichkeit, die viele haben. Wie auch eine Kurzschlussreaktion vor einem Auto oder was auch immer. Schon wahr. Und trotzdem ist natürlich... Also ich denke bei mir war immer irgendein Funken drin. Ich habe mir das immer irgendwo noch gewünscht. Ich wollte auch immer ein guter Vater sein. Ich wollte auch immer ein guter Mann sein. Ich hatte auch mal solche Wertvorstellungen. Wenn ich jetzt so zurückdenke. Für mich war es immer so, die, die Frauen betrogen haben, das war mega etwas Böses.
- 29:11Aber mit den Jahren, in denen man Substanzen nimmt, legt man sich immer nach dem anderen an. Es ging ja wieder darüber hinaus, wie man sich eingestehen müsste, dass man ein schlechter Mensch ist. Also tun wir das auf die Seite. Am Schluss war es für mich wie einen Schluck Wasser trinken. Ich habe einfach betrogen, ich habe es gemacht, ich habe es irgendwie in meinem Kopf oben zurechtgelegt. Ich mache das finanzielle oder ich mache das oder das.
- 29:34Die Krankheit ist sehr kreativ und kann einen zu einem sechstmüsten Menschen machen, der man gar nicht sein will. Ich will keinen da draussen klauen oder beschissen oder Beschaffungskriminalität. Das ist einfach die Zucht, die zu uns bleibt. Ich bin davon überzeugt, dass Menschen nicht
- 29:54böse auf die Welt kommen, sondern halt durch irgendwelche Kindheit, Pipapo und das zeigt jetzt, wie du jetzt gesagt hast, ich finde so, eben...
- 30:06Diese Leute werden ja erst kriminell, weil sie ein Bedürfnis haben. Ich glaube nicht, dass wir mit dem Bedürfnis kriminell sein, jemanden wehtun, verletzen, auf die Welt kommen. Weisst du, was ich meine? Und ich habe immer die Fahrer-Cybersetting abonniert, weil ich wohne auch schon seit 13 Jahren in der Stadt und ich bin halt auch umgeben von ganz vielen
- 30:27Sucht... wie sagt man? Suchtgefährdete? Suchterkrankte, sag ich jetzt mal. Und das ist auch ein Thema, das mich immer fasziniert hat. Weil ich denke mir so krass, der steht auf dem Bänkli, ich bin hier in meiner Wohnung. Und das ist etwas, was mich so mega mitnimmt. Und dann habe ich im letzten November wieder die Zeitung nach Hause bekommen. Und dann haben sie eben die Story von einem erzählt.
- 30:50wie er in das Ganze gerutscht ist. Eigentlich haben diese Leute Traumas, die sie versuchen zu verarbeiten in eine Richtung,
- 31:01Ja, dann halt süchtig gemacht in dem Sinne. Und das Bedürfnis von ihnen ist eigentlich, wie geliebt werden, gesehen werden. Eigentlich das normale Bedürfnis, das jeder Mensch hat. Und dadurch, dass sie das nicht bekommen haben, und dann, wie das Leben halt so spielt, Schicksalsschläge, führt dann das eine zum anderen. Und sie betäuben sich, sie wollen den Schmerz nicht spüren. Es ist eigentlich Betäubung, um das nicht zu spüren.
- 31:27spüren, was da ist. Das ist faszinierend. War das bei dir auch so etwas, wo du sagst, du wolltest dich nicht spüren, durch Erfahrungen, die du machen durften? Absolut.
- 31:43Ein Teil war die Trennung, dass man mich und meinen Bruder früh auseinandergenommen hat. Andere sind, ich habe relativ früh angefangen verhaltensauffällig zu sein. Ich bin dann auf einen Bauernhof gekommen im Sommer, damit ich keinen Scheiss mache. Und dort habe ich sehr jung Missbrauch erfahren. Dort oben haben wir mit mir Sachen gemacht. Ich wollte das weghaben.
- 32:01Ich weiss nicht, wie dieser Minderwert entstanden ist, aber ich traute mich nicht, Frauen zuzugehen. Ich wollte das auch. Vor allem diese Gefühle aushalten. Ein traurig verschupfter Junge, der sich nichts traut.
- 32:18Dann kamen Tattoos und Drogen, das gab mir wie einen Panzer. Wir hatten den Panzer für unser Symbol als Logo. So ein Schutzraum. So musste niemand mehr rein und konnte krass sein. Ich bekam das Ansehen, das ich einmal wollte.
- 32:38So hat das dann seinen Lauf genommen. Hast du dir dann eine Rolle ausgedacht, die du sein willst und irgendwann schläfst du in die Rolle, die du dann lebst? Ja, ich denke, die kriminelle Energie ist bei mir auch in der Familie drin. Mein Onkel und Grossvater haben schon delikventiert.
- 32:56Ich kann auch ganz früh ein Film machen, komischerweise hat mich das mehr angezogen als gut. Ich wollte wirklich der Böse sein, der Respekt hat. Dann hat sich das so weiterentwickelt.
- 33:12Es wurde dir ja auch vorgelebt. Die Frage ist, haben wir die Sache wirklich gerne, weil es intrinsisch ist oder weil wir daran gewohnt sind? Der Bösewicht oder der Held, wer willst du sein? Was wurde dir zuhause vorgelebt? Was ist deine Gefühls-Gedankengewohnheit? Weisst du, woran tendierst du? Entweder das komplette Gegenteil, was dir vorgelebt wurde, oder eben genau das.
- 33:33Ja, und vor allem, dass ich mit der Zeit fast auch glauben wollte. Ich denke, durch das ADHS und das Hyperaktiv und das Verhaltensauffällige in den Schuhen war ich natürlich ein extrem schlechter Schüler. Und meine Noten waren schlecht. Aber damals hat dir niemand gesagt, du kannst das oder das gut. Du warst einfach schlecht.
- 33:51Ich hatte das Gefühl, ich sei dumm. Es gab für mich nichts anderes. Ich merkte, dass ich dort keinen Erfolg hatte. In einem anderen Geschäft. Hätte ich heute die ganze Energie in etwas anderes reingetan, wäre das sicher genauso gut gekommen. Aber das traute ich mir nicht zu. Ich hatte diese Zügnisse. Ich habe bei jeder Schule durchgesedert. Ich habe andere Leute geplagt. Ich bin nie mehr dazugekommen. Das war immer rastlos.
- 34:18Du hast einen guten Stichpunkt gebracht. In meinen anderen Geschäften. Jetzt hast du zwei. Aktuell, ja. Du hast die Zügelfirma noch und aber neu «Anormal». Genau. Ein Jahr oder länger schon?
- 34:34Vor zwei Jahren haben wir das ins Leben gerufen und seit einem Jahr sind wir dort sehr aktiv. Kannst du vielleicht ein paar Hintergründe zu «Anormal» erzählen? Weil was ich auf Social Media gesehen habe, ist etwas mit Tätowierungen und eurem Logo. Ist das ein «i» und ein «o» oder was soll das genau darstellen?
- 34:52Das Logo hier. Oder auch hier, das du hast. Das ist der Kreis. Der Kreis, ja. Das Symbol von uns. Unser Hauptlogo. Ja. Und die Panzerameise und Zwerge ist entstanden durch unsere Beziehung. Also von mir und meiner Partnerin. Die Kraft soll symbolisieren, was wir für Kämpfe hatten, um zurück ins Leben zu kommen. Also die Ameise quasi. Die Ameise ist für den Fliess.
- 35:13Ah, weil damals war es auch mehr gestorben. Genau, die Bauteile heben. Aber wie sind ihr? Falls wir vielleicht vorangehen wollen, im 19. hast du eine neue Welt entdeckt. Du hast dir ein neues Leben erschaffen.
- 35:29Ich habe dann relativ schnell gemerkt, diese Umzugsfirma ist nicht für immer. Ich brauche irgendetwas, das mein Herz erfüllt. Das ist Mittel zum Zweck gewesen. Ich musste das erste Mal in meinem Leben nicht ständig nur aufs Geld fixiert sein. Das ist für mich immer noch wichtig. Ich mag auch schöne Schuhe etc. Aber es ist nicht mehr ganz so wichtig, wie es vorher war. Dann habe ich gesagt, ich brauche etwas für mein Herz. Dann bin ich mit meiner neuen Partnerin, mit Livia, viel zu Berg gegangen, viel Sport gemacht.
- 35:58Dann haben wir uns gebrainstormt, was wäre cool, wenn wir ein Festival gehen, wenn wir Essen machen. Ja, coole Kleider, Kleider gibt es schon viel. Ja, aber man könnte ja einen eigenen Brand machen für gute Sachen. Und unser Wunsch ist dann relativ schnell geworden, eine eigene Institution zu haben. Dann bin ich ein bisschen am Liebäugeln mit dem Arbeitsagog. Das könnte ich mir aufbauen.
- 36:17arbeitstechnische seite behinderte menschen schaffen oder mit straffälligen oder mit süchtigen und das braucht natürlich finanzielle mittel und braucht am anfang hat sich das so verselbständigt und dann sind die ersten kleider aus dem kurs die hudis das logan das haben wir mal tätowiert wird das verbindet das haben wir noch nicht mit einem als du kannst und zu werden und du
- 36:41Dann entwickelten wir unser Logo und sagten, dass die Symbole noch passen. Anomalen nannten wir uns. Ich liebe Anomalen, ich ruhe Anomalen im Instagram. Da mussten wir uns anschauen, was unsere Marke Anomal heisst. So entstand das. Wir sagten, wir lassen das schützen.
- 36:59Dann haben wir das Logo schützen lassen und so ging es weiter. Dann hatten wir die Anfrage von Tele Zürich. Die Liga war um die 20 Minuten und dann hat sich das immer mehr gegeben. Aber es ist schon so, dass man mit Anomalen natürlich noch lange nicht leben kann.
- 37:14eine grössere Community und vor allem viel mehr Zeit. Mein Haupt ist nach wie vor meine Umzugsfirma. Ich habe die fünf Kinder, ich bin am Ende bezahlen. Darum darf ich das nicht sausen lassen bis zu einem anderen Standpunkt. Sicher, sicher. Aber das, was euer Herz schlagen lässt, ist auch noch mal absolut. Seid ihr die Leute, die ihr selber gerne mal gehabt hättet, in euren Jahren damals?
- 37:42Wollt ihr die jetzt für andere sein? Ja, was wir ganz fest wollen, wir wollen den Fokus nicht so fest auf uns. Wir hoffen, dass wir bald so viele Geschichten haben, dass wir von uns heraus entwickeln können. Es soll um die Marke gehen.
- 38:01Menschen draußen geben so viel Wert darauf, ob es ein Leichzeichen oder ein anderes Zeichen ist, ob es ein Kleidungsstück ist. Und ich finde, wieso sollten wir das nicht verbinden mit etwas Solidarischem? Unser Wunsch ist natürlich, irgendwann eine grosse Werkstatt zu haben, wo Sex jetzt behindert.
- 38:17Die sagen jetzt straffällig, die sagen jetzt süchtig, das ist noch komplett doof oder vielleicht auch alles. Wo dann die Kleider produzieren. Und dann haben wir draussen einen coolen Brand, wo man aber weiss, wenn man das kauft, ist auch etwas dahinter. Und das ist, ja heute ist ja extrem viel auf Social Media das Thema, wie die Kleider produziert werden.
- 38:35Wir sehen natürlich auch nicht, wo der Stoff hergestellt wird. Aber durch jede Aktion und jeden Support, den wir bekommen, können wir einen Teil mehr bei uns herstellen. Jetzt haben wir die ersten T-Shirts in einer Stiftung bei Vendra bedruckt. Das habe ich eben gesehen. Wo auch behinderte Menschen arbeiten. Das sind so kleine Meilensteine, die es dann weiter geht, bis wir möglichst viel bei uns machen können. So schön. Und ihr wollt dementsprechend mit eurem Brand auch anderen Leuten
- 39:02anormal eine Plattform liefern, die sich mit dem identifizieren könnte, die auch eine spannende Story haben. Ich habe jetzt einen gesehen im Rollstuhl. Das ist eigentlich Teil eurer Kampagne, die auch plötzlich im Rollstuhl gelandet ist. Und die werden wahrscheinlich auch dementsprechend mega spannende Leute. Oder habt ihr den schon gekannt? Dominic haben wir schon gekannt. Sein Kind war ein Nachbar von mir und hat dann fast acht Jahre bei mir gearbeitet.
- 39:29Der Grund, warum ich ihn dann entlassen musste, war, weil er auch eine Problematik hatte. Es ging nicht mehr und ich war dort frisch klein. Dann ist er zurück auf den Gerüstbau. Als ich an meinem ersten Zehntag war und direkt aus dem Zehntag gekommen bin, habe ich von diesem Unfall erfahren, wenn man elf Meter vom Gerüst oben runter ist.
- 39:50Aber wir sind heute in Kontakt, wir haben viel Kontakt. Und auch hier einfach da sein, das Gehör geben, er macht das wirklich gut. Ich finde es wirklich stark, wie er das handelt. So schön, so crazy. Ja, das sind Geschichten. Was machst du hauptsächlich für deine Gesundheit? Sport, gute Ernährung und meditieren. Das sind so wirklich meine drei Pillar. Sport, Fitness oder machst du...
- 40:20Ich gehe lieber nach Hause für den Sport, aber das Fitnessstudio ist halt das, was man so schnell in den Alltag packt. Wenn ich viel Zeit habe, gehe ich viel lieber am Tag am Berg, kletter, oder gehe Velo fahren. Aber oftmals lässt es sich einfach nicht zu, da hat man eine Stunde, eineinhalb und da ist natürlich das Gym etwas Gutes. Sportbekleidung macht ihr jetzt auch, habe ich gesehen? Immer mehr, ja. Macht ja Sinn, weil... Freizeitsport. Ja, es macht so Sinn. Ja. So crazy.
- 40:45Auch hier wollen wir uns am Anfang festlegen. Wir wollen uns nicht zu fest fahren, aber wir wollen doch dort, wo wir unterwegs sind. Das ist ja Freizeit und Sport. Und wenn ich vielleicht noch etwas anfügen darf, dass immer wieder jemand, der sich aneinander fühlt, sich zugehörig fühlt, das trägt. Das wollen wir unbedingt auch durchbrechen.
- 41:07Wir wurden schon gefragt, ob wir einen solchen Pulli kaufen möchten. Aber ich habe keine solche Geschichte. Das braucht es nicht. Jeder, der das kauft und dreht, sagt einfach, dass es eine gute Sache ist. Ich stehe dahinter, was ihr macht und unterstütze das vor allem. Was habt ihr für Merch jetzt? Ihr habt Pulli?
- 41:27Bullies, T-Shirt, jetzt neue Unterwäsche, Socken, Leggings, Tops. Sport-BHs habe ich gesehen. So sind wir ständig da. So gut. Ja genau, coole Caps kommen da jetzt. Ich wollte auch noch sagen, im Winter noch so coole Beanies oder so. Jetzt auf den Sommer haben wir zuerst Baseball-Caps. Ja, wir sind ständig dran. Wir haben eben Winter draussen, darum ist mir jetzt gerade das Mütze nicht so gut. So windig ist es von mir aus. So krass, so gut. Und das erste Produkt, das ihr gemacht habt, war was?
- 41:56Das erste Produkt war ein Hoodie. Wir haben eine zweite Kollektion gemacht. Da sind die Symbolen nicht mehr drauf. Die sind natürlich oft sehr hart angegangen worden wegen dem Panzer. Dann haben wir gesagt, bis wir den haben, können wir beides fahren. Dann haben wir das Logo auf die Art schützen lassen.
- 42:16dass es auf beide Arten möglich ist. Und zwar haben wir eine First- und eine Second-Collection, für die harten Exoten, die das cool finden, mit dem Zwerg, Ameisen und Panzer. Die sollen so kaufen und die, die die Second-Collection tragen, haben es ein bisschen dezenter. Wir haben jetzt auch für den normalen Business einfach nur mit dem grünen Ring, ganz klein, so einfach, so klauschiert, dass wir möglichst viele Leute ansprechen.
- 42:37So ein Symbol. Ich habe vorhin auch gedacht, er hat übrigens auch die Hoodies mitgenommen. Und ich freue mich sehr, ich liebe Hoodies, ich liebe Tränen, das ist genau mein Ding. Das habe ich auch gedacht, weil ich meine, es ist etwas, das du nicht kennst und dann automatisch darüber reden beginnst. Vor allem vielleicht auch, wenn man die Symbole sieht. Ich weiss nicht, haben wir Symbole auf dem...
- 42:57Ihr habt ihr mit Symbol. Und das regt für Gesprächsstoff an. Wir hatten das gerade am letzten Wochenende, als mehrere Leute auf mich zukamen, weil jemand mit so einem Pulli im Stoss war, wo du auch warst. Ah, wirklich? Du hast Chris schon gekannt, aber der Cem, den er mir geschrieben hat, hat ihn angesprochen, weil Chris meinen Pulli trägt.
- 43:24«Ah, wegen dem bin ich ja mit dem Kid Christmas eingekommen.» «Wahrscheinlich, genau. Das muss wegen dem Feierstück sein.» «Nein, wir hatten in einem Meeting, für den Inspire Day, das T-Shirt angehängt. Und ich so «Ah, nochmal!» Er so «Ja, kennen, blablabla.»» «Schau, der Kreis schliesst sich.»
- 43:40Ja, das ist unser Inspireday, unser Merch. Ich liebe es einfach. Die Welt ist so klein. Es ist unglaublich. Und wo kann man eure Sachen kaufen? Online? Online und über die sozialen Medien. Aber hauptsächlich auf unserer Homepage.
- 43:56Sobald dann irgendwann mal etwas Ruhe reinkommt mit meinem Umzugsgeschäft, gehen wir dann auch mehr an Events. Wir haben riesige To-Do-Listen, aber die werden eigentlich mehr länger. Einfach in den Namen. Ja, aber alles zum richtigen. Heute kannst du mal, wie ist das Motto? Genau, nur für heute. Eine meiner Hauptprioritäten ist meine kleine Livia. Meine Tochter heisst ja auch Livia. Oft ein Durrenalz. Wegen viel, wieso ich Livia tätowiere. Das ist mein Töchterchen. Aber sie ist nicht die Tochter deiner Partnerin? Nein.
- 44:25Ah, also mit dieser Partnerin hast du keine Kinder? Nein, keine Kinder. Okay, alles klar. Ich habe fünf Kinder mit vier Frauen. Das wird jetzt sehr kompliziert, da müsste man lange ausholen. Aber meine Schätze, die am meisten bei mir ist und am meisten Zeit von mir nimmt, ist meine Mädchen mit dem Down-Syndrom, das ist die Livia. Und ähm, ja. Und sie heisst auch Livia? Elvi. Elvi? Ja, es gibt die kleine und die grosse Livia. So crazy. Die reissen durcheinander manchmal. Ganz schwierig. So lustig. Wie sind wir jetzt auf die Livia gekommen?
- 44:56Ja, anyway. Und sie war auch dein Gamechanger.
- 45:03Da haben wahrscheinlich viele Sachen in den Ticken. Auch die vorherigen Kinder waren mir immer wichtig. Aber ich dachte, wenn das Kind kommt, dann höre ich und schaffe es. Das ist einfach etwas anderes. Ich denke schon, die Kinder haben mich am Leben gelassen. Sie hatten sicher oft den Einfluss, dass ich nicht weitergegangen bin, dass es wirklich gefährlich geworden ist. Aber sie konnten mich auch nicht davon abhalten, wieder zu nehmen und wieder anzufangen.
- 45:30Du hast in diesem Gespräch vor, bevor wir den Podcast angefangen haben, hast du sehr schnell von Livia, deiner Partnerin, angefangen zu reden. Wie wichtig ist es für euch, die Partnerschaft, die ihr habt, wie fest könnt ihr euch gegenseitig unterstützen und wie wichtig ist das für euren ganzen Prozess, den ihr habt?
- 45:52Ich denke, ich würde heute mit keiner Frau klarkommen, die nicht so viel Verständnis für das hat, was ich gelebt habe. Ich denke, mein Wahnsinn ist immer noch sehr gross, umgekehrt bei ihr auch. Darum haben wir uns so angezogen. Wir waren lange best friends und sie hat eine verrückte Geschichte. Sie ist auch immer noch in einer Behandlung, macht auch sehr viele Meetings, wie ich auch.
- 46:19Wir haben durch das, was wir erleben, ein sehr grosses Verständnis. Wenn jemand von uns wieder in einem Loch ist, können wir uns extrem gut ergänzen und auch den Spiegel vor die Nase halten. Das kann ich aussprechen. Krass. Gerade mit der Geschichte, die sie durch den schweren Missbrauch hatte, braucht es viel Verständnis. Umgekehrt bin ich sicher keine einfache Person, um das aushalten zu können. Wir machen das sehr gut.
- 46:47Die kleine ist zwischen 3 und 4 Tage pro Woche mit uns. Sie hat einen grossen Platz. Sie ist eine Tauni, mit 11 Jahren geht sie ziemlich ab. Sie hat einen ganz harten Kopf. Sie wurde vorher direkt zu der Mutter gebracht. Es ist sehr schön, sich mit ihr anzuschauen, wie sie sich entwickelt. Sie integriert sich auch bei uns. Sie fühlt sich hier nochmal total... Ich wollte schon sagen, ihr seid Familie. Ich habe nicht gemerkt, dass ihr... Die Kinder sind zwischen 4 und 21 Jahre alt.
- 47:17Nein, warum? 8 und 21. Nein, sorry. Genau. 8 und 21. Genau. Ja. Schön. Crazy, crazy, crazy. Was würdest du... Ah, wir haben noch Fragen. Oh mein Gott, ja. Hey, es ist ein grosses Kino. Also, wir haben ein Konzept bei uns. Jeder Gast darf am nächsten Gast eine Frage stellen.
- 47:40Du weisst natürlich nicht, wer der nächste Gast ist. Du hast aber auch eine Frage von unserem Letzten bekommen. Die stellen wir aber erst nachher, weil wir dich nicht beeinflussen wollen. Was würdest du unserem nächsten Gast stellen? Was für eine Frage? Egal was. Das kam relativ schnell. Was war sein Anlass, euch zuzuzeigen, hierher zu kommen? Ah, cool. Was war der Anlass, um uns zuzuzeigen?
- 48:08Ich finde es auch cool. Jetzt bin ich gespannt, was kommt. Mega herzliche Frage. Was hat dich angenommen, heute hier zu sein? Ich stehe ganz herzliche Personen. Es ist Spye Food with Plastic. Sie machen auch grosse Arbeit.
- 48:25Wir hatten letztens den Khalil, es sind fünf Gründer mit Gründern, glaube ich. Ja, fünf mit Gründern. Aber zwei Initianten, sage ich jetzt mal. Also der Khalil, der in Nicaragua war. Und dann eben Buy Food with Plastic, Armut mit Plastik, zwei in eins. Und aus dem hat sich eine riesige Organisation ergeben. Jetzt sind sie in Indien, in Nicaragua und in Ghana, wo sie den Trade machen.
- 48:51Wow, und jetzt haben wir ein Jahr später sie als Gast gehabt. Sollen wir mal ihre Story erzählen, wie sie das Ganze reingerutscht hat? Es hat immer zwei Seiten. Und ihre Frage an dich ist, was bringt dein Herz zum Singen?
- 49:08Ja, ganz klar meine zwei Libyas. Absolut. Das ist immer wieder Motivation. Gerade wenn ich wieder in die Löcher reingehe, die es bei mir oft wieder gibt. Wenn ich nach einem Warum suche oder schnell mehr will. Oder merke, dass ich trotzdem alles habe, weil ich nicht zufrieden bin. Mir wieder eingestehen muss, das ist meine Krankheit. Ich bin so konditioniert. Das braucht einfach viel Zeit und Geduld, dass ich das lassen kann.
- 49:38Ich denke immer wieder, anderen geht es so schlecht und du bist unzufrieden. Du hast ein Geschäft, das gut funktioniert. Das ist das, aber das tickt einfach rein und das Gefühl gilt es einfach anzunehmen. Das kannst du ja nicht mit Knopfdruck und das ist weg. Aber ist es immer irgendwo im Hinterkopf gespeichert oder kann man irgendwann sagen, nach x Jahren, you are safe?
- 50:02Ich habe den Paradebeispiel von Patrick, der vor kurzem gestorben ist. 18 Jahre, für so viele ein Vorbild. Nein, das gibt es nicht. Ich habe grossen Respekt, weil ich weiss, bei mir könnte es ganz schnell gehen. Ich bin in einem Alter, in dem mein Körper nicht mehr so weh steckt wie damals. Gerade wenn man viele Jahre weh war, hat man natürlich auch die Resistenzen.
- 50:27Die Mengen, die ich am Schluss konsumiert habe, könnten für einen anderen längst tödlich sein. Du wirst wie ein Resistanter. Ja, und wenn du dann wieder so gehst, gerade bei Opiat, ist das eine andere Geschichte. Dort gibt es dann schnell eine Überdose. Krass. Aber es war sehr spannend. Früher bin ich auch viel an den Langstrass rumgehängt, zu meinen Zwanzigern.
- 50:54Ein Asiatin hatte so eine... Sie hatte keine Zähne mehr. Ich hätte gesagt, sie ist 70, aber wahrscheinlich durch den Drogenkonsum hat sie so gewirkt. Und das war wirklich so eine Überlebende vom Blattspitz. Und die ist einfach...
- 51:09Meine Schwester ist 85, mittlerweile 40 Jahre. Gut, ich habe sie jetzt vielleicht 5 Jahre nicht mehr gesehen. Aber weisst du, was der Körper auch mitmachen kann nach 30, 35 Jahren Konsum. Und einfach immer noch da, eigentlich am Leben, wenn du denkst.
- 51:33Ich möchte nicht mehr leben, aber wenn es sein muss, du kannst noch so viel Selbstmord versuchen oder sonst etwas, wenn du noch da sein musst, dann wird es so sein. Das bestimmt einfach das Universum. Bei anderen braucht es ganz wenig. Ich habe auch immer über die ganze Welt abgeflucht. Und wenn ich heute zurückdenke, wie viele Mal habe ich es überlebt, wie viele gefährliche Situationen war ich in meinem Leben und ich bin immer noch da.
- 51:59Das ist ein grosses Privileg. Beim Jimmy sieht man sie auch gut. Vor über 10 Jahren sagte ich zu meinem Bruder, dass er diesen Winter nicht überlebt. Und er ist immer noch da. Wenn er eine Zeit in der Haft ist, ist er sehr präsent. Ich dachte, er weiss das noch. Er weiss, dass ich mit 17 Jahren mein Zimmer eingesperrt habe, um einen Sugar-Entzug zu machen.
- 52:23Das weiss er alles noch. Was für einen Entzug machen? Den Sugar, also vom Opiater einen Entzug machen. Körperlichen Entzug. Das ist ja glaube ich das Schlimmste, oder? Das werte ich heute nicht mehr. Ich sage, gewisse Menschen können sich von Cannabis in irgendeinen Druck oder vom Alkohol, das werte ich nicht mehr. Und es gibt Menschen, die können zweimal im Jahr Kokain nehmen. Das gibt es ganz sicher.
- 52:49Es gibt Leute, die kontrolliert umgehen können. Aber meine Reaktion darauf ist anders als bei anderen Menschen. Das gilt es mir immer wieder zu sagen.
- 52:58Darf ich noch etwas fragen? Du hast viel von Alkohol gesprochen. Ich meine, Alkohol wird in unserer Gesellschaft ja sehr krass toleriert. Wenn du mal sagst, du trinkst keinen Alkohol, ist es so krass. Ich kann dir ein paar Geschichten erzählen. Ich habe irgendwelche Fester-Partys, Home-Partys. Und ich denke dann, ich trinke... Man hat mir angerufen, ob ich ein Bier trinke.
- 53:22Trinkst du sogar einen Drink? Nein, ich trinke keinen Alkohol. Ja, aber ein Bier? Nein, ich trinke keinen Alkohol. Aber wieso nicht? Ist nicht normal. Es ist anormal. Ja, es ist anormal, dass du keinen Alkohol trinkst. Das erlebe ich immer wieder. Darum bin ich auch froh, dass ich das Privileg hatte zu sagen, wenn ich anfange höre ich nicht mehr auf.
- 53:44Ich habe das lange versteckt. Dann sehen sie mich, so einen detaillierten Vogel. Es ist so, als würde ich nicht glauben, was ich trinke. Dann sage ich einfach. Auch das ist ganz witzig. Meine Wohnung habe ich über einem Getränkeladen, wo Alkohol verkauft wird, wo ich schlafe, über einen Whisky. Das ist eigentlich Bad Karma. Wenn wir eine Versammlung haben, dann steht immer der Wein auf dem Tisch. Nach der dritten Versammlung habe ich die Hosen runtergelassen und gesagt, ich habe eine Suchtenkrankheit.
- 54:11Aber das kommt oft nicht oder klingt dann aus Scham gleich. Ich finde es auch schade, dass es immer noch so Gewicht gibt, dass es Kultur gehört. Ich würde aber auch wirklich niemandem zu nahe setzen. Das soll jeder für sich selbst entscheiden. Ich bin ganz, ganz fest dankbar. Ich war so tief drunter, dass ich heute alles weg habe. Es nimmt mir nur Zeit von meinem Leben. Und schlussendlich ist es egal was, es ist ein Gift für den Körper. Wenn man sein Leben gerne hat oder gerne haben will,
- 54:39dann kann man es auch wertschätzen, aber das soll jeder für sich selbst. Das ist ganz wichtig. Du hast jetzt gesagt, du hattest so ein Tiefes in deinem Leben und du hattest nicht das Gefühl, so tief wie du gefallen bist, so hoch kommst du auch hoch.
- 54:57Ich denke ja. Kannst du dir das vorstellen? Ich denke es. Das hat mein Leben immer ausgemacht. Das habe ich auch schon ein paar Mal erzählt mit diesen Löchern. So schnell geht es bei mir auch wieder Himmel hoch. Wir haben am Anfang gesagt, es wird sich dann irgendwann ein wenig ausbalancieren. Es hat sich vielleicht schon ein wenig ausbalanciert, aber bei mir kann auch am Morgen supergeiler Tag sein und am nächsten Tag ist wieder alles scheisse. Ja Balance! Aber es ist ja genau das. Irgendwo durch.
- 55:23Beim Meditieren lernt man ja, dass das Gleichgewicht kommt. Nicht mehr zu werten, nicht mehr anzuhaften. Aber ich denke, das bin auch ich. Und ein bisschen habe ich das auch wirklich gerne. Ich finde es geil, sich mal wieder in die Arbeit zu stürzen. Oder ein Training bis zum Ende zu machen. Was liegt noch drin? Ja, das bin ich halt einfach. Und das ist auch okay so.
- 55:44Ich habe noch zwei Fragen, die mir auf der Zunge liegen. Die erste hast du vorhin an das Universum gesprochen. An was glaubst du? Hast du einen Glauben an eine höhere Macht? Oder was ist dein Glauben?
- 55:56Das musste ich in der Festung lernen und dort haben mir diese Bücher geholfen. Das ist bei mir immer ein bisschen im Wandel, aber ich denke ganz fest an das Gesetz der Anziehung. Ich habe viele Bücher von Nevi Godhard gelesen und er erklärt es eigentlich so, dass wenn man Wunsch, Gefühl und Gedanken zusammenbringt, dann manifestiert man es. Und ich habe Zeigebeweise bekommen, dass das möglich ist.
- 56:20Und das kann man auch ungewollt oder gewollt. Unbewusst, bewusst. Genau, wenn man regelmässig heranschaut und wirklich versucht, sich selber an dem Punkt zu sehen, an dem man heran will, und das Gefühl entwickelt, und wirklich fest daran glaubt, ich bin überzeugt, dann passiert es. 100% Nicht dann, wenn man es will, sondern... In der richtigen Zeit von Kult, genau. Ich glaube, es ist so wie...
- 56:43Du hast deinen Gedanken und es ist wie ein Geschenk, das du rausgibst. Du weisst nicht, wann es zurückkommt, aber es wird zurückkommen. Aber du weisst nicht, wann. Was und warum, wie und wann, kümmern sich das Universum. Universell gesetzt, ja, definitiv. Mega schön, danke vielmals. Aber eben, wie du sagst, das Negative wie auch das Positive kann sich manifestieren. Und darum bewusst die Manifestation. Sich Zeit nehmen, du hast etwas mega Wichtiges gesagt. Sich dafür Zeit nehmen, um reflektieren zu können, was man will.
- 57:13in der gleichen Harmonie sind. Manifestieren machen wir ja die ganze Zeit, wir machen es einfach unbewusst. Das ist so wichtig. Das ist ein Hauptgrund, wieso so viele Menschen so einen Hamsterrad ziehen. Das zu brechen, das ist die grosse Schwierigkeit. Das was man immer macht, das stellt man sich auch vor. Und dann läuft das Rad. Und daraus herauszukommen. Das Programm. Die zweite Frage.
- 57:37Meine zweite Frage ist die Frage, die du an unseren nächsten Gast hast. Was hat dich dazu bewogen, zu sagen, wie du entscheidest?
- 57:46Da haben wir ihn gar nicht gefragt. Das ist zu gemein. Einerseits bin ich natürlich froh um jede Plattform, kann ich ganz ehrlich sagen. Wir brauchen die Support bei Anomal, damit das wachsen kann. Und das andere ist, ich bin ein riesen Fan von euch beiden. Dich sehe ich mehr. Jetzt bin ich auch dir am folgen. Ich bin eure Sendungen geschaut. Ich kann etwas lernen von euch. Wir wollen schon lange auch in den Podcast.
- 58:11Das ist das, was Menschen draußen wollen. Sie wollen Geschichte, sie wollen sehen, dass es möglich ist für sie. Go for it! Danke vielmals, sehr cool. Ich war vorhin noch auf Instagram, heute Morgen bin ich noch etwas rumgeschneit. Wir brauchten noch ein Bild für deinen Welcome. Banner. Dann habe ich etwas von Livia gesehen, wie sie Themen anspricht, Tabuthemen brechen.
- 58:37Hey, run for it, go for it. Weisst du, wie viele Leute sich identifizieren? Niemand spricht darüber. Alle haben diese Themen, alle kennen diese Themen. Vielleicht nicht so extrem, aber es geht darum. Niemand spricht darüber. Fangen an, macht den Anfang. Man kann so vielen Leuten dabei helfen.
- 58:54Wirklich so wertvoll. Aber der braucht einfach Mut. Ja, aber das ist ja das, was ich so faszinierend finde. Was ich vor einigen Jahren in deinem Beitrag gehört habe, ist ja auch podcastmässig, wo so ein Text war, da habe ich nur gedacht, wie viel Mut und Eier hat ein Mensch, um sich einfach nackt zu lassen und zu sagen, ich habe das gemacht, ich war so und so und so.
- 59:19Das ist für mich der grösste Respekt und ein Vorbild.
- 59:29Ich denke, das wäre das Ziel, das jeder kann. Aber jetzt bist du ja schon mal in diesem Energiefeld. Es ist schon mal nicht versteht. Ich bin zum Teil hart angegangen worden, dass ich plötzlich aus dem Milieu komme und die Hosen runterlasse. Jeder hat einen Minderwert und das hält auch jeder irgendwo durch. Das muss jeder für sich herausfinden.
- 59:50Seit ich das ablecken und aussprechen konnte und gesagt habe, so war es, das ist die Wahrheit, dafür stehe ich. Das ist wie eine Befreiung. Und wenn ich wieder Lügen und Geheimnisse habe, dann fällt das wieder ab. Und die Befreiung befreit auch Energieblockaden. Und so können auch wieder Sachen zu dir fliessen, Menschen zu dir fliessen. Das ist wirklich krass. Darf ich dich jetzt etwas fragen? Vielleicht ist es triggernder. Kein Stress.
- 1:00:17Du sagst ja Krankheit, oder? Gibt es da nicht Leute, die sagen, ja... Du kannst alles auf deine Krankheit... Abschieben. Ja.
- 1:00:27Ich erwarte nicht, dass jemand ein Verständnis für die Krankheit entwickelt, die die Krankheit nicht selbst hat. Ich selber habe viele Jahre gedacht, ich habe eine Charakterschwäche. Und trotzdem habe ich mir immer gesagt, ich habe ein Geschäft, ich habe so viel Geld. Aber da gelingt es mir einfach nicht, weil ich diese Tools nicht hatte. Ich habe es natürlich alleine gemacht.
- 1:00:51Wenn du das Knie operierst, gehst du nicht zu einem Velomechaniker, sondern zum Spezialisten fürs Knie. Mit dieser Gemeinschaft habe ich Experten gefunden über die Krankheitssucht. Die Sucht ist wirklich als Krankheit anzuschauen.
- 1:01:06Aber sie wird als Kriminelle. Das ist ja das Problem mit der Drogen. Ich habe mal einen sehr schönen Beitrag gesehen von Portugal. Sie haben eine sehr schöne, offene Drogenpolitik, wo sie sagen, wir sehen die Süchtigen nicht als Kriminelle, sondern als Kranke. Wenn wir das machen, können wir sie normal in die Gesellschaft integrieren, sie dürfen weiterarbeiten. Es wird wie eine Depression angesehen. Wenn jemand Depressionen hat,
- 1:01:36Und das machen sie. Ich glaube, in der Schweiz ist das noch so, oder? Ich denke, da ist schon vieles passiert. Aber das sind natürlich immer wieder Themen, die mir z.T. auch in die Zwiege gehen. Ich habe meine klare Haltung, wie ich dazu stehe. Und ja, ich finde immer, man sollte es nicht kriminalisieren, aber ich weiss auch nicht, ob es liberalisieren, ob das die beste Lösung ist.
- 1:01:57Es gibt zwei Seiten. Was man sicher ganz gut schauen muss, ist der jugendliche Zugang. Was ich heute extrem erlebe und sehe, wir haben immer noch von denen auf der Strasse gesprochen, die grössere Anzahl von Süchtigen sind jeden Tag alleine hinter ihren Fernsehern und gehen am Morgen an einen Job. Sie sehen, dass sie einsam alleine in den vier Wänden sind. Das sind oft medikamentenkranke Menschen.
- 1:02:23Das ist für mich das grösste Verbrechen. Die schlimmsten Dinger sind die Pharma-Supplier. Aber das wäre jetzt wieder ein anderes Thema. Einmal auf der Strasse sieht man es wenigstens. Du siehst mich an, wenn ich morgen wieder abfacke und sage, Ronny, du siehst schlecht aus. Aber derjenige, der alleine mit seinen Medikamenten sitzt, bröckelt die Fassade sehr langsam, bis sich der outet. Das ist mega traurig.
- 1:02:48Wir haben ja in der Schweiz noch Glück. Glück im Vergleich zu Amerika. Du gehst wegen einer OP ins Spital und kommst als Gesahn, also gesüchtig, raus. Weil sie dir irgendwelche Medizin holen, die einfach süchtig machen. Das sind Grauen. Und dann passiert das, was passieren muss, wie auch immer. Aber es ist schon crazy. Haben wir hier aber schon auch ganz viel.
- 1:03:11Durch das, dass ich so vernetzt bin, erlebe ich das sehr schön. Die Leute können sehr schön etwas Impressives über... Wir sehen es einfach nicht. Es ist nicht so wie eine Entsüchtigung auf der Strasse. Du siehst es ja nicht. Ich denke ganz klar, dass die Ärzte eben auch zu wenig informiert werden. Ein Arzt, der das verschreibt, der hat nicht das Ziel, dich abzuhängen zu machen. Der gibt dir das mal mit und dann hast du noch ein zweites Media-Strips drauf. Und dann merkst du irgendwann, es geht dir gar nicht mehr ohne.
- 1:03:39Das ist schon gross. Das ist schon gross. Ich sehe es bei meinen Grosseltern, bei meiner Grossmutter, was die an Medikamenten intus hat,
- 1:03:50Stilllegig. Stilllegig. Aber du kannst irgendwann gar nichts mehr sagen, weil es ist so wie, der Arzt ist wie ein Gott. Der Arzt ist ein Gott. Hast du einen weissen Kittel an und vielleicht noch eine Brille, du bist ein Gott. Sie sind von Süditalien und dort sowieso. Das ist der Arzt. Das waren ganz andere Zeiten, ganz andere Umstände. Wir haben jetzt ganze Informationen, Quellen, die anders sind, ob es positiv oder nicht war, sind dahingestellt. Aber ja, crazy.
- 1:04:20zurück zu dir und zwar jetzt so, wo wenn alles möglich ist es ist alles möglich wie siehst du dich in 5 Jahren wo bist du, was machst du ich habe ganz klar mit der Institution das wäre mein grösstes Ziel
- 1:04:38Dass du von dem leben kannst. Dass ich die Ausbildung zum Arbeitsagent habe. Ich war Infoveranstaltungsleiter. Ich sehe mich mit Downies schaffen. Ich bin mega Fan von dem Downsynchro. Bei meiner Tochter in der Schule hat es viele. Sie hat Autisten, sie hat schwer erziehbare, es ist schwer durch und alles. Ich finde das so coole Menschen.
- 1:04:58Und ich denke, diese Süchtigen sind relativ schwer zu handeln und kriminell. Und bei diesen behinderten Menschen spüre ich, dass sie so glücklich sind und ich mit ihnen so scheisse mache. Das fühle ich einfach total. Es ist halt ein anderes Energiefeld, weil ich glaube, diese Süchtigen sind auch in der Opferrolle. Das Leben ist gegen mich, blöd gesagt, und alles ist scheisse, sonst wäre ich ja nicht hier.
- 1:05:23Ja, Kraft und Zeit investieren dort, wo das Gegenüber auch will. Ich denke schon, ganz viele, die in einer Suchtproblematik sind, sind, wie du sagst, noch nicht bereit. So quasi machst du für mich. Das zieht dann wieder an deine Energie. Und das ist schwierig. Haut ab von allen, die es machen. Aber ich kenne viele, die in Institutionen arbeiten, vor allem mit Jugend. Die sind noch weit, weit weg von der Bereitschaft. Mein Sohn ist durch alle Institutionen durchgefallen. Es kann ihm einfach niemand helfen, solange du nicht ...
- 1:05:51Mindestens deine Hand aufmachen und einen Stöpsel rausnehmen und anfangen zuzuhören. Wie kann man dich und Anormal am besten unterstützen? Auf unserer Homepage Kleider kaufen. Und tragen vor allem. Oder anrufen, darüber reden, thematisieren. Wir sind auch immer offen für gute Ideen, wenn wir Inputs bekommen oder Plattformen oder Events, die wir uns zeigen könnten. Okay, cool. Schön.
- 1:06:20Darüber müssen wir sicher mal reden. In einer Event-Location. Da gibt es ein, zwei Taschen. Cool. Cool, mega lässig. Hast du noch einen Appell da draussen? Was würdest du deinem jüngeren Ich weitergeben? Wenn du jetzt die Möglichkeit hättest, mit deinem 20-jährigen Ich zu reden. Was würdest du ihm sagen?
- 1:06:39Ich kapituliere früher. Genau. Ich musste meine Hörner extrem abstossen. Ich habe viel Schmerz und Leid erfahren. Und auch andere Personen. Das sind heute meine Challenges. Ich muss mich aufräumen und einfach jeden Tag ein bisschen besser sein als damals. Was war dein grösstes Learning? Was ist wirklich etwas, das du denkst, hey crazy?
- 1:07:07Hätte ich das alles machen müssen, um nur das zu lernen? Nein, es ist wirklich das Gesamtpaket. Ich bin vieles dankbar, dass ich heute dieser Mensch sein kann. Es hat mich weniger genommen, wer ich jetzt will. Dann wäre ich jetzt immer noch dran. Es hat mich dann ganz genommen. Aber es ist eigentlich wirklich gut so wie sonst. Das Einzige, es sind ein paar Jahre weg, die ich noch gerne hätte, um auf den Bergen zu rennen.
- 1:07:34Aber dann wäre ich wieder dumm vernünftig. Von dem her, es passt so, wie es ist. Ich bin auch so noch genug dumm vernünftig. Sehr schön. Ronny, danke viel, viel, vielmals für deine Zeit. Und für deine Story, für deine Ehrlichkeit und Transparenz. Das ist wirklich nicht so... Also, das kannst du nicht von jedem erwarten, blöd gesagt. Sonst würde die Welt ein bisschen anders aussehen, bin ich überzeugt.
- 1:07:56Ja, ich glaube, ganz viele Menschen dürfen sich ein Stück von dem abschneiden. Um einfach mal die Hosen aufzumachen oder die Hosen runterzulassen. Die Hosen runterzulassen und einfach mal ein bisschen ehrlicher zu sein. Ich glaube, du bist eine riesige Inspiration für...
- 1:08:12ganz, ganz viele Menschen, wie man einfach so den Charme einfach mal ableitet und darüber redet. Einfach mal, ja. Und darüber redet, ich glaube, das ist extrem wichtig und ich bin dir mega dankbar dafür, auch dass du zu uns gekommen bist und deine Story nochmal erzählt hast. Ich hoffe, diese Story erreicht genau und sie wird, weil es ist auch das Gesetz von der AZEG, sie erreicht genau die richtigen Leute und für das bin ich schon jetzt sehr, sehr sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr
- 1:08:37Danke euch vielmals. Danke Ronny. Hat es Spass gemacht? Zwischen ihnen ist es wieder eine kurze Nervosität. Das ist okay, das gehört dazu. Hey, äh, upsala. Danke, ich kann noch schnell wieder. Sorry, du mal rein. Wer hat das schon mal gemacht?
- 1:08:54Ja, ein paar. Entschuldigen Sie sich für das Mikrofon. Auf jeden Fall auch bei euch. Danke vielmals, dass ihr wieder zurückgehört habt. Du entscheidest deinen Podcast für Business, Erfolg und persönliche Weiterentwicklung. Heute mit Ronny. Es war eine riesige Inspiration. Danke vielmals. Danke. Ich würde natürlich alles verlinken. Ja, vollfalls. Invalid unterstützen und auch uns liken, supporten, weiterleiten, abonnieren, darüber erzählen.
- 1:09:18Bis zum nächsten Mal mit dem nächsten Gast. Danke vielmals. Hey, it's a wrap. It's a wrap. Cool.