Latest / Gin And Talk / Wolfgang Niedecken über Kunst, Musik und Demokratie
Transcript
- 0:00Speaker 0: Bob ist ja eine Band, die sich immer entwickelt hat.
- 0:02Speaker 0: Wir haben in den fast regelmäßigen Abständen neue Alpen veröffentlicht.
- 0:07Speaker 0: also wir sind nie so einer Band gewesen, die nur mit dem großen Hitsoft-Tour gegangen ist und dann eigentlich bei jeder Tour wiederholt hat.
- 0:15Speaker 3: Ich weiß dass diese Leute, die da im Publikum stehen das die arbeiten,
- 0:20Speaker 0: dass sie ein
- 0:20Speaker 3: anderes Leben führen als ich
- 0:22Speaker 0: aber
- 0:24Speaker 3: ich habe andere Möglichkeiten, die haben andere Möglichkeiten.
- 0:27Speaker 0: aber uns eint alle zusammen dass wir denkende
- 0:31Speaker 3: Menschen sind,
- 0:32Speaker 0: die sich gegenseitig vervollnehmen.
- 0:34Speaker 3: Dort ist eine wichtige Maxime.
- 0:37Speaker 0: Irgendwo kommt der erste Satz und denkt, ja fangen wir mal damit an und dann guckt man wohin mehrendert das?
- 0:45Speaker 0: Nach vorne nach hinten?
- 0:46Speaker 0: vielleicht ist der Satz ja schon was vom Refrain.
- 0:49Speaker 0: Man muss nicht alle Möglichkeiten offenhalten und darf nie bei der Prointe anfangen.
- 0:54Speaker 0: Das ist so wie wenn man das Pferd am Schwanz aufräumt macht doch keinen Sinn.
- 0:59Speaker 2: Herzlich Willkommen, mein Name ist Daniel Fürg und ich freue mich sehr euch heute zu einer neuen Episode Genant Talk begrüßen zu dürfen die ich in Köln aufzeichne.
- 1:09Speaker 2: Mein heutiger Gast ist Wolfgang Niedecken Der gebürtige Kölner is Musiker und Künstler.
- 1:15Speaker 2: In neunzehntsechsundsiebzig gründete er die Kölschrock Band BAP, die bis heute zu den erfolgreichsten deutschsprachigen Bands zählt.
- 1:23Speaker 2: Darüber hinaus produzierte Niedegen auch einige Soloalben.
- 1:27Speaker 2: Kurz vor dem Erscheinungsdatum des neuen BAP-Albums Zeitreise treffen wir uns in einem Café und sprechen über seinen Lebensweg, die Musik und den Zustand unserer Demokratie.
- 1:36Speaker 2: Wenn euch diese Episode von Channel Talk gefällt dann folgt uns bei Spotify, Apple Podcast oder wo auch immer ihr gerne Podcast hört und hinterlasst uns eine gute Bewertung!
- 1:46Speaker 2: An dieser Stelle noch ein wichtiger Hinweis in eigener Sache.
- 1:50Speaker 2: Am neunundzwanzigsten und dreißigsten April, zwei tausendvierundzwannzig findet in der alten Kongresshalle in München das diesjährige Forty-Eight Forward Festival statt.
- 1:59Speaker 2: An zwei Tagen werden wir hier mit Experten aus der ganzen Welt über die Zukunft sprechen.
- 2:05Speaker 2: Wir diskutieren die Entwicklung Europas den Zustand globaler Menschenrechte und den Status quo in Sachen Cyber Security.
- 2:12Speaker 2: Meldet euch an und diskutiert mit uns.
- 2:15Speaker 2: Alle Informationen dazu findet ihr unter festival.vierachtforward.com.
- 2:21Speaker 2: Jetzt aber viel Spaß beim Zuhören, schön dass Ihr alle wieder mit dabei seid!
- 2:46Speaker 3: Und tauche
- 2:47Speaker 0: ein in die verrucht düstere Atmosphäre
- 2:51Speaker 1: unserer Studio-Bahn.
- 3:00Speaker 1: Lieber Wolfgang, ich freue mich sehr dass wir uns hier in Köln in einem Café deshalb klimperns aus und bisschen im Hintergrund aber das passt ja gut zum Format treffen können.
- 3:09Speaker 0: Ja da ist es wunderbar.
- 3:11Speaker 0: Ich führe, dass es hier geht.
- 3:12Speaker 0: Passt auch
- 3:13Speaker 3: wirklich total gut
- 3:13Speaker 0: zur Sendung.
- 3:14Speaker 0: Das
- 3:16Speaker 3: Lokal
- 3:17Speaker 0: heißt Frau Mahé
- 3:18Speaker 1: In einem sehr schönen Eck in Köln, wo wir tatsächlich auch schon andere Episoden aufgenommen haben.
- 3:23Speaker 1: Das ist ganz nett hier!
- 3:25Speaker 1: Du bringst gerade ein neues Album oder ihr mit Bab bringt ein neues album raus mit dem Titel Zeitreise.
- 3:33Speaker 1: Was was geht da eigentlich in dir vor wenn du so auf diese zeitreise dieser Band schaust?
- 3:39Speaker 0: Da geht ganz viel in mir vor, aber nicht alles erst jetzt.
- 3:44Speaker 3: Sondern dass ihr eine
- 3:45Speaker 0: lange Anlaufphase gehabt habt.
- 3:47Speaker 0: also dieses Ding ist ja entstanden dadurch das wir durch die Pandemie meinen siebzigsten Geburtstag
- 3:55Speaker 3: verschieben mussten und die
- 3:57Speaker 0: Tournee zu dem Album Alles Fließt war Eigentlich darauf angelegt, dass das irgendwie zu meinem siebzigsten Geburtstag erscheint.
- 4:05Speaker 0: Gut also dann ist es da nicht erschienen und dass wir auf Tournee gehen konnten und ein Jahr später durften wir dann auf Tournée gehen.
- 4:15Speaker 0: und dann war der Typ überlegt Menschen müssen für das Album was tun und vor allen Dingen sind so stolz auf das Alben haben wir noch nie vor Leuten gespielt.
- 4:26Speaker 0: Also habe ich mich bemüht, möglichst viel von dem Album in die Setliste reinzukriegen.
- 4:31Speaker 0: und wenn man weiß dass bei einem Babkonzert in der Regel dreißig Stücke gespielt werden um an zehn vom neuen Album spielt dann ist das schon gewagt.
- 4:41Speaker 0: Das einzige Mittel wo wie es irgendwie halbwegs funktionieren könnte war, dass man die Lücken zwischen den zehn Stücken mit Songs ausfüllt, die garantiert jeder kennt Denn man kann wirklich nicht davon ausgehen, dass alle Leute das neue Album kennen.
- 4:58Speaker 0: Man von sich selber auch selbstfältig zu meinen Favoriten gehe.
- 5:02Speaker 0: und da kommt was vom neuen Album – ich habe das noch nicht gehört!
- 5:05Speaker 0: Dann weiß ich nicht, was ich davon halten soll.
- 5:08Speaker 0: Aber dann haben wir eben viele Stücke aus der Zeit der frühen Achtziger in Dazwischen geparkt und haben dann gewagt, dass die Leute sich unglaublich gefreut haben, dass wir das endlich nochmal spielen.
- 5:22Speaker 0: Man muss dazu sagen, Bob ist ja eine Band die sich immer entwickelt hat.
- 5:26Speaker 0: Wir haben in fast regelmäßigen Abständen neue Alpen veröffentlicht.
- 5:30Speaker 0: also wir sind nie so einer Band gewesen die nur mit den großen Hits auf Tour gegangen ist und dann eigentlich bei jeder Tour wieder wiederholt hat.
- 5:39Speaker 0: Also wir haben schon immer schön an uns gearbeitet und jetzt hatte ich das auch ausgezahlt weil Als ich dann gesehen habe, wie die Leute auf diese Stücke, die wir teilweise seit dreißig, fünfunddreißig Jahren nicht mehr gespielt haben.
- 5:53Speaker 0: Wie sie darauf reagiert haben – das war schon sehr emotional!
- 5:57Speaker 0: Ich hab Freudentrenn gesehen.
- 5:58Speaker 0: Die spielen
- 5:59Speaker 3: nochmal, die spielen das tatsächlich noch mal.
- 6:01Speaker 3: Wenn eine Böse sich lohnt oder dich spielen das nochmal, hätte ich nicht gedacht, dass ihr das jemals nochmal spielt.
- 6:06Speaker 3: und dann kommt zu einem Gedankenprozess in Gang, wo du dich dir gedacht habt...
- 6:12Speaker 0: Wie wäre es dann eigentlich, wenn wir mal Natur spielen
- 6:14Speaker 3: würden?
- 6:15Speaker 0: Wo die beiden Alben unserer Durchbruchsphase.
- 6:21Speaker 0: Die beiden Alpen, die jeweils über eine Million verkauft wurden... Wenn wir einfach mal komplett spielen würden.
- 6:26Speaker 0: und da noch ein paar Stücke, die noch älter sind.
- 6:28Speaker 0: Also die Spielregel war diese beiden Almen werden gespielt.
- 6:32Speaker 0: Und kein Song darf jünger als vierzig Jahre sein.
- 6:37Speaker 0: Eigentlich ist das ein Ding wo man denkt, echt machen wir das
- 6:40Speaker 3: jetzt!
- 6:42Speaker 0: Wir haben gesehen, wir haben ja im Lattori dann dieses Album aufgenommen an vier Tagen und das war überwältigend.
- 6:48Speaker 0: Das war wirklich absolut überwärtig.
- 6:49Speaker 0: was da in Publikum abgegangen ist, das war der Armer!
- 6:53Speaker 1: war ja leider nicht live dabei, aber ich habe reingehört und man merkt richtig diese Stimmung auch bei euch.
- 7:00Speaker 1: Dass ihr richtig Spaß daran habt die älteren Sachen wieder zu spielen was sich sehr sympathisch fand weil ganz viele Künstler haben ja dann irgendwann nach dreißig vierzig Jahren irgendwann mal so eine gewisse Müdigkeit mit den alten Songs Weil sie darauf ja auch nicht irgendwie reduziert werden wollen.
- 7:16Speaker 1: Aber bei euch scheint es irgendwie schon aus quasi ja so eine gute Mischung zu sein.
- 7:22Speaker 1: Ja
- 7:22Speaker 0: eben,
- 7:22Speaker 3: aber auch deswegen weil
- 7:23Speaker 0: wir uns immer erneuert haben.
- 7:25Speaker 0: also das war
- 7:27Speaker 3: für viele Leute war das so ja endlich spielen sie lassen wir wieder... Aber wir
- 7:31Speaker 0: haben die Berechtigung dazu weil wir ja uns immer ein Neu hat haben, weil wir auch jeweils die Torné
- 7:38Speaker 3: Konzerte
- 7:39Speaker 0: zu den Alben so gespielt
- 7:41Speaker 3: haben dass wir möglichst viel auch neues
- 7:43Speaker 0: gespielt habe.
- 7:44Speaker 0: und
- 7:44Speaker 3: jetzt nehmen wir uns mal das Recht heraus, dass wir eben
- 7:49Speaker 0: nur die alten Sachen spielen
- 7:51Speaker 3: und das ist wahrscheinlich genau richtig
- 7:52Speaker 0: gewesen.
- 7:53Speaker 0: Hat auch
- 7:54Speaker 3: kein Mensch kritisiert.
- 7:55Speaker 3: Das war irgendwie, boah was soll der alte Scheiß?
- 7:57Speaker 3: oder so sondern endlich sie machen's mal!
- 7:59Speaker 3: Sie machen
- 7:59Speaker 0: es mal!
- 8:00Speaker 0: Und
- 8:01Speaker 3: äh...das hat sich ausgezahlt.
- 8:03Speaker 3: Also wirklich ausgezalt dass wir über jahrelang äh ja
- 8:08Speaker 0: uns auch treu geblieben sind mit unserer Erneuerung.
- 8:11Speaker 3: Das hat sich jetzt
- 8:11Speaker 0: ausgezelt.
- 8:12Speaker 1: Was würdest du eigentlich sagen wie sich das auf die Bühne gehen in all den Jahren verändert hat.
- 8:19Speaker 1: Das Publikum ist eigentlich tickt immer noch genauso wie damals, hat sich für
- 8:23Speaker 0: euch was verändert?
- 8:24Speaker 0: Ja, die sind nicht mehr ganz so wild!
- 8:26Speaker 0: In den frühen, achtziger Jahren war schon ein unglaubliches Gedränge vor der Bühnung.
- 8:31Speaker 0: Da muss man sich da Gedanken machen und sagen, es fällt doch keiner um.
- 8:36Speaker 0: Das sei ja von der Böhne aus immer aus wie ein Weizenfeld im Wind.
- 8:41Speaker 0: Bloß keiner umfallen... Das hat sich geändert, Leute sind vernünftiger geworden.
- 8:47Speaker 0: Aber wenn es dann abgeht, geht's auch jetzt ab, aber eben dem Alter entsprechend!
- 8:53Speaker 1: Wenn man sich deinen Lebenslauf so anschaut, dann gibt's irgendwie zwei Säulen die ich schon als sehr stabil in diesem ganzen Konstrukt wahrgenommen habe.
- 9:01Speaker 1: Das eine ist Kunst sowohl Musik als auch alles andere was du gemacht hast an Kunstformen und auf der anderen Seite die doch auch sehr starke Säule mit dem sozialen Engagement.
- 9:13Speaker 1: Mit einer Leidenschaft dafür auch anderen Menschen zu helfen egal ob das jetzt in den ganz frühen Jahren bevor du überhaupt mit der Musik angefangen hast war oder Naja, mit der Musik hast du schon angefangen.
- 9:23Speaker 1: Aber wo du ja auch dann gewisse Dinge in Songs verarbeitet hast bis hin zu dem was du auch heute, wo du dich auch noch klar positionierst.
- 9:33Speaker 1: aber wenn wir erstmal bei der Musik bleiben oder generell bei der Kunst bleiben War bei dir eigentlich so dieser Moment, wo du gesagt hast da ist irgendwas in mir drin.
- 9:43Speaker 1: Das muss raus und ich muss Formen dafür finden als auszudrücken?
- 9:47Speaker 0: Also ich
- 9:47Speaker 3: bin ja sehr glücklich dass sich der Generation angehörte
- 9:52Speaker 0: für die die Beatles der Urklager waren.
- 9:55Speaker 0: also ich hab neunzehnundsechzig die Beatles bemerkt Weil einer aus meiner Klasse,
- 10:04Speaker 3: aus London
- 10:04Speaker 0: kam und die zweite Single der Beatles mitgebracht hat.
- 10:09Speaker 0: Auf der einen Seite war From Me To You, auf der anderen Seite war Thank U Girl Und die haben wir rauf-und runtergehört.
- 10:16Speaker 0: Was ist
- 10:16Speaker 3: das?
- 10:16Speaker 3: Was geht denn da überhaupt ab?
- 10:18Speaker 3: Man kann sich das eigentlich gar nicht mehr vorstellen.
- 10:20Speaker 0: Behändens waren was
- 10:21Speaker 3: ganz Neues.
- 10:23Speaker 0: vorher kannte man Elvis
- 10:25Speaker 3: und dem konnte man nicht viel
- 10:26Speaker 0: anfangen.
- 10:27Speaker 0: als damals zwölfjähriger.
- 10:31Speaker 0: Das war irgendwie so Proletenmusik, so konnte man nichts mit anfangen.
- 10:35Speaker 0: Und dann kommen die Beatles und was ist das?
- 10:37Speaker 0: Und dann hat
- 10:38Speaker 3: man
- 10:39Speaker 0: irgendwo lag eine Bravo
- 10:40Speaker 3: rum und dann kommt man dann achso!
- 10:42Speaker 3: Das sind vier Typen
- 10:44Speaker 0: drei mit Gitarren und
- 10:45Speaker 3: einer mit dem Schlagzeug,
- 10:46Speaker 0: einer hält die Gitarre
- 10:47Speaker 3: falsch rum.
- 10:48Speaker 3: Es war aber meine Kerne als Wingsender.
- 10:50Speaker 3: Die machen das alles selber, sie denken sich die Songs selber aus und nehmen das auch selber auf.
- 10:55Speaker 3: Und da spielen die das nur zu.
- 10:56Speaker 3: viert, es
- 10:57Speaker 0: ist ja irre.
- 10:58Speaker 3: Wir waren einfach auf dem Fernseher gewohnt, dass da irgendwie ein Schlagersänger von einem Unterhaltungsorchester steht und irgendeine Playback-Nummer singen.
- 11:08Speaker 3: Da war nichts für uns dabei!
- 11:09Speaker 3: Das war auch nix für
- 11:10Speaker 3: usw.,
- 11:11Speaker 3: Kirschenmusik, Wandermusik... Die Großen in der Schule hörten Dixieland.
- 11:18Speaker 3: Es war also einfach ... Mars Musik gab es auch noch nicht, das war nix
- 11:22Speaker 0: dabei.
- 11:23Speaker 3: Und auf einmal kommen die Beatles Und das hat die Beatles haben für mich eigentlich ein Tor aufgestoßt.
- 11:28Speaker 3: Das war so, was ist denn da noch alles hinter?
- 11:31Speaker 0: Vor allen Dingen dann auch Bob Dylan war dahinter und Bob Dylan hat
- 11:35Speaker 3: das Tor noch weiter
- 11:36Speaker 0: aufgestausten und dann
- 11:38Speaker 3: wirklich für Malerei, für Filme, für Literatur interessiert.
- 11:43Speaker 3: Auf einmal wollte ich wissen, Jack Gano war hier, wo ist er schon einer?
- 11:47Speaker 3: Dann wollte ich das wissen!
- 11:49Speaker 3: Und es hat einen ganzen
- 11:50Speaker 0: Kosmos eröffnet
- 11:51Speaker 3: und ich bin da aber ja sehr dankbar ich dieser Generation
- 11:56Speaker 0: angehören durfte, wo
- 11:57Speaker 3: plötzlich alles
- 11:58Speaker 0: anders war.
- 11:58Speaker 3: Das hat es danach nicht nochmal gegeben
- 12:00Speaker 0: und noch kleinere Revolutionen gegeben.
- 12:03Speaker 0: Punk war
- 12:05Speaker 3: prima,
- 12:05Speaker 0: weil das nochmal erneuert wurde aber die Haltung war eigentlich schon vorgegeben.
- 12:10Speaker 0: Es war eigentlich nur logisch dass dann irgendwann Punk kommen musste, da so viele Bands auf einmal Dinosaurier wurden.
- 12:17Speaker 0: Die einfach zu groß wurden Sattoriert waren.
- 12:21Speaker 0: Noch einmal musste das nochmal an die Quellen zurück,
- 12:24Speaker 3: aber es war...
- 12:25Speaker 0: Ich bin sehr happy dass für mich die Beatles der Urgnau waren!
- 12:28Speaker 1: Du beschreibst ja deine Eltern auch als sehr religiös, als ärztkatholisch?
- 12:32Speaker 1: Vor
- 12:32Speaker 0: allem mein Vater!
- 12:33Speaker 1: Dein Vater vor allem genau.
- 12:35Speaker 1: Er war Lebensmittelhändler hat ein kleines Geschäft gar nicht weit von hier.
- 12:39Speaker 0: Luftlinie dreihundert Meter!
- 12:41Speaker 1: Genau.
- 12:42Speaker 1: und ich Können wir vorstellen, du hast dein Abi nicht fertig gemacht.
- 12:46Speaker 1: Dann bist du mit einem Stipendium quasi oder mit einer Aufnahmeprüfung auf die Kunsthochschule.
- 12:54Speaker 1: Können mir vorstellen das war jetzt vielleicht nicht unbedingt seine Idealvorstellung oder die Idealforstellung deiner Eltern was aus dir werden sollte?
- 13:01Speaker 3: Ja meiner Mutter war das
- 13:03Speaker 0: klar.
- 13:03Speaker 0: meine Mutter
- 13:04Speaker 3: war die Tochter
- 13:06Speaker 0: eines Kirchenmalers.
- 13:08Speaker 0: Meine Mutter hatte
- 13:08Speaker 3: selber gerne
- 13:09Speaker 0: künstlerische Ambitionen.
- 13:11Speaker 0: allerdings
- 13:11Speaker 3: wenn man
- 13:12Speaker 0: Als er zwanzig geboren wird, kann man sich ausrechnen.
- 13:16Speaker 0: Als der Zweite Weltkrieg anfing war die Achtzehn, da waren mit Künstlerischen berufen nichts.
- 13:21Speaker 0: und schon in der Zeit zwischen den Kriegen musste mein Großvater, der eigentlich Fressen gemalt hat, die Familie als Malern Anstreicher ernähren.
- 13:34Speaker 0: Und das hat er sehr drunter gelitten.
- 13:37Speaker 0: Also es war nicht dazu denken, dass meine Mutter irgendwie einen künstlerischen Beruf ausrüben konnte.
- 13:42Speaker 0: Deswegen hat die mich auch immer bei allem was ich wollte unterstützt und mein Vater fand er natürlich überhaupt nicht gut.
- 13:49Speaker 0: Mein Vater stand im Leben der hatte seinen Laden da zu betreiben.
- 13:54Speaker 0: Der war auch der Chef von dem Ding und der wusste... wie man irgendwie über die Runden kommt.
- 14:04Speaker 0: Also da ist zwischen den Weltkriegen dreimal ausgebompt worden und er war sehr religiös, Gott sei Dank, war so religiös.
- 14:15Speaker 0: Das hat ihm einen großen Halt gegeben.
- 14:16Speaker 0: Meine Mutter war nicht so religios aber das war eine gute Mischung.
- 14:24Speaker 0: Mein Vater war eher der Realist In der Beziehung.
- 14:28Speaker 0: von wegen, was man für ein Beruf.
- 14:30Speaker 0: mein Vater hätte liebend gerne gehabt.
- 14:32Speaker 0: Dass ich Abitur gemacht hatte und hätte irgendwie Jura oder Medizin oder irgendwas studiert... Und dann ging es dann doch in Richtung Kunst ist er darüber verzweifelt.
- 14:45Speaker 0: Er hat immer Sorgen macht.
- 14:46Speaker 0: wie will der Kleiner überleben?
- 14:48Speaker 0: Wie will er jemals?
- 14:50Speaker 0: Er hat sich alles geregelt vor allen Dingen dadurch dass wir irgendwann mal Dann das Lied verdammt lange hergemacht, wo das imaginäre Gespräch mit meinem Vater was nie stattgefunden hat.
- 15:02Speaker 0: Doch mal stattgefundene und dann ist ausgerechnet der Durchbruch gewesen.
- 15:05Speaker 0: Fast als wenn er auf der Wolke sitzt und sagt ja komm da mach halt!
- 15:10Speaker 1: In der Zeit ist ja irgendwann auch so eine spezielle Beziehung von dir zu den USA und der Kultur dort auch entstanden, also sowohl zur Kunst als auch dann irgendwann zum Musik.
- 15:22Speaker 1: Was war eigentlich zuerst da bei dir?
- 15:24Speaker 1: Die Musik dort drüben oder die Kunst?
- 15:26Speaker 0: Also erst waren Musik da aber mir war klar dass ich mit Musik keinen Beruf hinkriegen würde ... nie im Noten gelernt.
- 15:38Speaker 0: Also wenn ich ja für die Kunst geholfen bin, wenn ich auf einer Musikhochschule mich beworben hätte... ... hätten sie mir erst mal gesagt, da spielen wir vom Blatt das und das.
- 15:45Speaker 0: Hätte ich schon ihm ausgestanden.
- 15:50Speaker 0: Aber das war...
- 15:52Speaker 3: Ich habe dann noch tatsächlich mit der Schülerband
- 15:55Speaker 0: das dann alles dran gegeben im Laufe des ersten Studium-Studienjahres Weil ich natürlich auch konsequent Malerei studieren wollte und da hatte ich dann keine Zeit mehr zu.
- 16:09Speaker 3: Aber das war okay, weil ich konnte mich...
- 16:12Speaker 0: Ich musste meinen Vater ja auch zeigen dass sich jetzt nicht so ein Bohem Student der nur den ganzen Tag in der Kneilbürohm hängt, also die Kundenstudien hatten merkwürdiges Image auch.
- 16:24Speaker 0: Aber so war ich keiner.
- 16:26Speaker 0: Ich habe wirklich sehr, sehr konsequent sie Die Seminare besucht, die Vorlesungen und ... Ja also ich hab über ein fleißiger Student.
- 16:35Speaker 0: Hätte ich meinen Eltern noch nicht antun kann ehrlich gesagt weil ganze Familie inklusive mein Halbbruder mit seiner Frau, die haben alle in den Laden gestanden und haben gearbeitet dafür dass sich das schronte.
- 16:46Speaker 0: Also da wäre ich mir auch als Arschloch vorgekommen wenn ich dann irgendwie den Bohemian gegeben hätte.
- 16:53Speaker 1: Du hast gerade schon von dem Durchbruch gesprochen?
- 16:56Speaker 1: Gab's denn davor so einen Moment, wo du dir selber auch gesagt hast oder auch ihr euch gesagt habt okay jetzt meinen wir es aber wirklich ernst.
- 17:05Speaker 1: Jetzt fokussieren wir uns da voll drauf?
- 17:07Speaker 1: Oder war das eher so ein Zufall unerwartetes Zufallsprodukt?
- 17:12Speaker 0: Also zunächst mal war es ein totaler ZufAll.
- 17:14Speaker 0: alles weil also wir hatten diese... Diese Band, die ich während des Zivildienstes dann doch nochmal angezettelt habe.
- 17:19Speaker 0: Da war das Kunststudium vorbei... Ich hatte schon richtig gute Ausstellungen in guten Galerien und den Kunstvereinen noch sogar im Lehnbach Haus mal ausgestellt, muss man vorstellen.
- 17:30Speaker 0: Das lief alles eigentlich sehr gut!
- 17:32Speaker 0: Und da hab' ich gesagt, oh gut, jetzt anscheinend läuft das ja wie Bap hier ganz gut der erste Song, den ich geschrieben habe.
- 17:42Speaker 0: Das waren mehr oder weniger aus Liebesgummern.
- 17:45Speaker 0: Bis dahin waren wir mit dieser Band eigentlich so eine Coverband oder ein bisschen krummgejampt.
- 17:49Speaker 0: Wir hatten keinen Karriereplanung, gar nichts.
- 17:52Speaker 0: und dann kam das dann.
- 17:53Speaker 0: und auf einmal wusste merkte ich, ich kann mich davon ernähren wenn ich am Wochenende in irgendwelchen Kneipen spiele den Eintritt und er wird den Getränke umsatz.
- 18:08Speaker 0: und es
- 18:08Speaker 3: war... Ich konnte davon
- 18:09Speaker 0: leben!
- 18:09Speaker 0: War prima!
- 18:13Speaker 0: Dann kam einer an und
- 18:14Speaker 3: sagte, ich sollte
- 18:15Speaker 0: meine Platte machen.
- 18:16Speaker 0: Ich dachte, wenn dann mache ich das mit den Jungs zusammen!
- 18:20Speaker 0: Und dann
- 18:21Speaker 3: haben wir das erste Babaalbum
- 18:22Speaker 0: aufgenommen.
- 18:24Speaker 0: Das lief
- 18:24Speaker 3: im Kölner Stadtgebiet eigentlich ganz gut.
- 18:26Speaker 3: Wir haben viertausend Exemplare
- 18:28Speaker 0: von verkauft im kölschen Stadtgebieten.
- 18:31Speaker 0: Man wollte die noch eine
- 18:32Speaker 3: Platte machte.
- 18:33Speaker 0: Das war das zweite Album A-Fürthaus.
- 18:36Speaker 0: Das hat sich dann zwanzigtausende Mal verkauft.
- 18:39Speaker 0: Unfassbar!
- 18:40Speaker 0: Und da haben wir aber gemerkt... Jetzt müssen wir uns dann mal langsam dafür entscheiden, ob wir das jetzt professionell machen
- 18:48Speaker 3: oder immer noch
- 18:49Speaker 0: so nebenbei.
- 18:51Speaker 0: Die ersten verließen
- 18:52Speaker 3: die Band schon weil
- 18:53Speaker 0: sie es mit ihren Beruf nicht
- 18:54Speaker 3: vereinbaren konnten.
- 18:55Speaker 0: Sonst war ich zu unserer Bassiste arbeitete am Finanzamt Göln-Nord.
- 19:00Speaker 0: Wenn wir ein Wochenende durchgespielt haben, dann lief der am Montagmorgen mit Banda Beer Augen
- 19:06Speaker 3: am Finanzamtsgöln
- 19:07Speaker 0: Nord ein und er sagt dann hörte ich habe gesagt also ich mache das gerne aber... Professionell kann ich das nicht machen.
- 19:15Speaker 0: Sucht euch einen anderen, ja?
- 19:16Speaker 0: Solche Entwicklungen hat man öfter in Bands die irgendwie so... haben sogar die Beatles gehabt.
- 19:24Speaker 0: Also die Beatles mussten dann irgendwann mal durchs Hardcliff sagen.
- 19:30Speaker 0: So richtig gut passspielen tust du es ja nicht.
- 19:33Speaker 0: und der hat dann gemalt, so war auch gut.
- 19:35Speaker 0: Und soll ich's sagen!
- 19:42Speaker 0: Eins nahm anderen,
- 19:43Speaker 3: dass wir dann auch sagen mussten
- 19:46Speaker 0: okay, wir können
- 19:48Speaker 3: von den Plattenverkauf nicht leben.
- 19:49Speaker 3: Wir können
- 19:50Speaker 0: von dem Auftritten gerade leben aber brauchen mehr Auftritte wenn wir da alle von leben wollen.
- 19:58Speaker 0: und dann muss man die Plattenfirma wechseln Weil die Eigelstein hatten keinen Vertrieb.
- 20:02Speaker 0: Da lief irgend so ein Vertreter mit dem Musterköffchen durch die linken Buchläden und im Eimer schräg gegenüber nach Saturn, hat dann mal zwanzig Stück bei Saturn hingestellt.
- 20:12Speaker 0: Aber wenn ich irgendwo in einem Jugendzentrum oder in einem Club anrief, können wir spielen und
- 20:17Speaker 3: sagen ja ist super alles aber nicht schon
- 20:19Speaker 0: wieder!
- 20:20Speaker 0: Also wir waren dabei im eigenen Saft zu verbrutzeln Und dann sind wir zur EMI gekommen.
- 20:27Speaker 0: und dann das erste EMI Album, da war vor dem lang her drauf.
- 20:31Speaker 0: Und der Rest ist Geschichte!
- 20:32Speaker 1: Ich saß vorhin beim Mittagessen mit Freunden aus Köln zusammen und wir haben so ein bisschen darüber nachgedacht weil ich habe gesagt bayerisch sprachige Pop oder Rock-Bands gibt es relativ wenig.
- 20:48Speaker 1: Es gibt schon welche aber die wirklich einen kompletten nationalen Erfolg und Durchbruch hatten, gibt es relativ wenige.
- 20:54Speaker 1: Auch aus anderen Sprach-Ferbungen fallen mir nicht so viele einfällig nach Ersten Hamburg.
- 21:01Speaker 1: Aber ihr habt ja wirklich geschafft weit über die Grenzen NRWs hinaus einen wahnsinnigen Erfolg zu haben?
- 21:09Speaker 0: Also wir sind die einzigen, die das überregional geschafft haben.
- 21:13Speaker 0: Es gibt muss jetzt allerdings die bayerischen Kollegen oder die österreichischen Kollegen etwas in Schutz nehmen.
- 21:18Speaker 0: Sie sind meistens dann Singer-Songwriter, da war ein Ambrus.
- 21:23Speaker 0: Aber bei dem war dann auch am Weißwochsterquator, war das Ende.
- 21:28Speaker 0: Dies als des Mainz war nichts mehr.
- 21:31Speaker 0: Und die Spider Murphy Gang hat irgendwie über mal zwei Jahre überregional geschafft.
- 21:42Speaker 0: Das war es aber auch, weil das zu eindimensional war!
- 21:47Speaker 0: Das waren nicht unsere Themen, also wir sind eine Rockband.
- 21:51Speaker 0: Und das war halt mehr oder weniger ne Party-Band die ich auch klasse finde.
- 21:55Speaker 0: Also nichts gegen die Jungs.
- 21:58Speaker 0: Die haben den alten Rock'n Roll gepflegt und da barische lustige Sachen so gesungen.
- 22:02Speaker 0: Es war prima!
- 22:05Speaker 0: Und erfreulicherweise leben die da immer noch vor.
- 22:08Speaker 0: Die spielen viel, die tinken und Gott weiß worum... ...und sie freuen sich ihres Lebens ist alles gut, alles prima.
- 22:16Speaker 0: So BAP ist ja auch nie gegründet worden als so eine Art Mundartpflegeband oder traditionelle Dinge.
- 22:23Speaker 0: Ich habe damals wirklich,
- 22:24Speaker 3: das war damals ein
- 22:28Speaker 0: ständiger Satz wenn ich interviewt wurde bis ich auf Kölsch singen wollte.
- 22:31Speaker 0: Ich hab gesagt ey da ist meine
- 22:32Speaker 3: Muttersprache und wenn ich Londoner wäre würde ich wahrscheinlich Kokni
- 22:36Speaker 0: singen.
- 22:36Speaker 0: jetzt bin
- 22:37Speaker 3: ich aber nur mal aus Köln also singe ich Kölch!
- 22:39Speaker 3: Das ist meine Muttersprach.
- 22:41Speaker 3: Also in meinem Elternhaus wurde nur Kölsche gesprochen.
- 22:44Speaker 3: übertrieben gesagt, ich
- 22:47Speaker 0: musste bei meiner Einschulung
- 22:50Speaker 3: meine erste Fremdsprache
- 22:51Speaker 0: lernen.
- 22:51Speaker 1: Weil wie erklärst du dir das ausgerechnet ihr das geschafft habt?
- 22:54Speaker 1: Dass ihr auch über so lange Jahre hinweg diesen Erfolg überregional habt?
- 22:59Speaker 0: Also ganz am Anfang war es wahrscheinlich so dass dieses Kölsch-Singen den Leuten instinktiv ermittelt hat, dass es authentisch ist.
- 23:11Speaker 0: also
- 23:12Speaker 3: Sie hätten vielleicht lieber gehabt, dass
- 23:14Speaker 0: sie mehr verstanden hätten.
- 23:15Speaker 3: Aber dann wäre es nicht so authentisch
- 23:17Speaker 0: gewesen.
- 23:18Speaker 3: und wir haben es geschafft, dass die sich Mühe gegeben haben zu verstehen was ich da singe.
- 23:22Speaker 3: Wir haben natürlich auch immer gute Bucklets
- 23:24Speaker 0: gemacht.
- 23:25Speaker 0: Wenn man dahinter
- 23:26Speaker 3: kommen wollte
- 23:27Speaker 0: konnte mal die Möglichkeit gab's dahinter zu kommen.
- 23:30Speaker 0: Das haben wir immer gepflegt also
- 23:31Speaker 3: bis heute.
- 23:33Speaker 0: A und O ist ein gutes Bucklet bei dem Album.
- 23:35Speaker 0: das muss
- 23:36Speaker 3: einfach
- 23:36Speaker 0: sein ja.
- 23:39Speaker 0: Und dann eben, dass
- 23:41Speaker 3: wir uns insofern treu geblieben sind und immer wieder
- 23:44Speaker 0: erneuert haben.
- 23:45Speaker 0: Wir haben nicht den Fehler gemacht von Tournee zu Tournee die gleichen Sachen zu spielen weil sie bewährt sind sondern
- 23:52Speaker 3: wir haben immer
- 23:53Speaker 0: wieder im Abstand von maximal zweieinhalb Jahren neuer Alben rausgebracht
- 24:00Speaker 3: wo man den Stand der Band dokumentiert hat und wir haben die Leute bei der Stange
- 24:06Speaker 0: gehalten.
- 24:09Speaker 3: Das macht
- 24:10Speaker 0: noch nicht, noch lange nicht jeder.
- 24:12Speaker 3: Und wir haben eben natürlich auch
- 24:13Speaker 0: eine sehr, sehr treue Kundschaft!
- 24:16Speaker 3: Das ist aber auf Gegenseitigkeit... Die Leute vertrauen uns?
- 24:21Speaker 3: Also ich behandle unser Publikum immer auf
- 24:23Speaker 0: Augenhöhe.
- 24:25Speaker 3: Ich bin ja nicht der große Lehrer, der mehr weiß als die Schüler, sondern ich weiß dass diese Leute, die da im Publikums stehen, dass sie arbeiten
- 24:34Speaker 0: und ein anderes
- 24:35Speaker 3: Leben führen als ich Ich habe andere Möglichkeiten, die haben andere Möglichkeiten.
- 24:41Speaker 0: Aber uns eint alle zusammen, dass wir denkende Menschen
- 24:46Speaker 3: sind,
- 24:47Speaker 0: die sich gegenseitig vervollnehmen.
- 24:49Speaker 3: Dort ist eine wichtige Maxime.
- 24:51Speaker 1: Gleichzeitig hast du dir über die Jahre ja auch so ein gewisses internationales Musiknetzwerk aufgebaut.
- 24:58Speaker 1: Die Stichworte Bob Dylan Bruce Springsteen und Co.
- 25:01Speaker 1: Auch nennt.
- 25:03Speaker 1: wie kam es denn dazu eigentlich?
- 25:05Speaker 0: Also Bruce Springsteen,
- 25:08Speaker 3: dass ich ihn persönlich getroffen habe.
- 25:09Speaker 3: Das war
- 25:16Speaker 0: als mich der Südwestfunk
- 25:20Speaker 3: gefragt hat ob ich
- 25:21Speaker 0: Bruce Springstein interviewn wollte.
- 25:23Speaker 0: das war gerade damals als er sein erstes großes Hit Album rausgebracht hat und die Single damals war Hungry Heart.
- 25:33Speaker 0: Ob ich Lust hätte nach New York zu fliegen, den zu interviewen.
- 25:38Speaker 0: Brümer, kann man ja machen!
- 25:40Speaker 0: Und dann hatten die so Proben in einem Probenstudio und am letzten Tag der Proben haben sie da ein kleines Konzert gegeben... ...und am nächsten Tag hatte man an die Möglichkeit, den Mann zu intervieren.
- 25:59Speaker 0: Ich war der Letzte an dem Tag, der dran war.
- 26:03Speaker 0: Das wird ja furchtbar werden, weil wenn er den ganzen Tag Interviews gemacht haben und du bist dann als Letzter dran.
- 26:08Speaker 0: Der wird ja vollkommen fertig sein.
- 26:09Speaker 0: Wir haben überhaupt keinen Bock mehr!
- 26:12Speaker 0: Und ich war wirklich der Letzte... Man hat mich ihm vorgestellt, dass ich ein Kollege bin, das ich auch Musik mache und da ging die Sonne auf.
- 26:22Speaker 3: Es war, wir hatten eigentlich nur eine halbe Stunde zur Verfügung.
- 26:26Speaker 3: Wir haben locker über zwei Stunden
- 26:27Speaker 0: da gesessen und so
- 26:28Speaker 3: alles Mögliche unterhalten.
- 26:29Speaker 3: Da kamen die Patty noch
- 26:30Speaker 0: mit den Kindern vorbei.
- 26:31Speaker 0: Das war zu gut fassbar!
- 26:33Speaker 0: Da haben wir uns angefreundet.
- 26:35Speaker 0: Und dann
- 26:38Speaker 3: nicht lange... Nicht viel später, dass es mal ein
- 26:41Speaker 0: Monat gewesen sein,
- 26:42Speaker 3: gaben die Anfrage ob wir denn nicht
- 26:44Speaker 0: Lust hätten bei dem Video von Hungry Hearts in Berlin die Band zu mimen?
- 26:53Speaker 0: Ich habe mir nachgeguckt, wir waren mit der Leopardefeld-Band.
- 26:57Speaker 0: Da haben wir uns unterwegs.
- 26:58Speaker 0: Ja, haben wir Zeit, können wir machen!
- 27:01Speaker 0: Wir sind in Berlin und haben uns vorher natürlich die Nummer drauf geschafft, dass man so wenigstens Playbacken konnten.
- 27:08Speaker 0: Gott sei Dank, weil.
- 27:10Speaker 0: am Vorabend kam nämlich dann der Anruf, er wählte eigentlich scheiße wenn die ganzen Leute jetzt da in diesem Café Eckstein im Pinzlauer Berg... da hinkommen und kriegen dann immer nur Playback, Hungry Heart vorgespielt.
- 27:27Speaker 0: Man muss das an tausendmal so tun als wenn sie gut drauf sind.
- 27:31Speaker 0: Und dann hast du nicht irgendwie ein paar Songs die man aus dem Hut spielen kann für die Songs, die eigentlich jeder ja immer beigetragen hat?
- 27:41Speaker 0: Schreib doch mal auf!
- 27:49Speaker 0: aus der Hüfte spielen kann.
- 27:51Speaker 0: Dann haben wir dann dieses Konzert, dann
- 27:53Speaker 3: wurde dann zu einem Konzern.
- 27:54Speaker 3: Wir haben dann immer
- 27:55Speaker 0: zweimal Hungry Heart zum Playback gespielt oder mittlerweile lauter als das Playback und
- 28:04Speaker 3: dann wieder zwei drei
- 28:05Speaker 0: Nummern aus dem Hut,
- 28:07Speaker 3: dann wieder Kameraumbau, wieder Hungry heart,
- 28:13Speaker 0: dann noch ein paar Nummern vom Hut.
- 28:15Speaker 0: Es war wunderschön!
- 28:15Speaker 0: Das ist legendär absolut legendär.
- 28:19Speaker 0: Das war dann eigentlich immer so, wenn der Bus irgendwo in der Gegend war.
- 28:23Speaker 0: Haben wir uns getroffen und meistens dann auf dem Weg zur Bühne dann hör mal willst du eigentlich Hangry Harden mit
- 28:29Speaker 3: spielen?
- 28:30Speaker 0: Okay!
- 28:33Speaker 0: Und manchmal auch eine Nummer die ich gar nicht kannte aber auch nicht schlecht.
- 28:36Speaker 0: Eine ganz einfache Nummer, die ich nicht kante wo dann irgendwo der Text auf den Teleprompter baue okay.
- 28:43Speaker 0: Aber es war immer super.
- 28:44Speaker 0: Es war immer ganz schön.
- 28:45Speaker 1: Du hast ja gerade auch ... Ja, ich sag mal in den ersten zehn, zwanzig Jahren sozusagen auch ganz viele persönliche Geschichten in den Songs verarbeitet.
- 28:57Speaker 1: Ganz viel von deinem Leben und deinen Erlebnissen.
- 28:59Speaker 1: alles was so drum herum passiert ist auch verarbeitete.
- 29:02Speaker 1: würdest du sagen das wird mit zunehmender Lebensdauer der Band schwieriger weil man vielleicht dann irgendwann mal irgendwie so alles erzählt hat?
- 29:12Speaker 0: Nein glaube ich nicht!
- 29:17Speaker 0: Meine Aufmerksamkeit,
- 29:18Speaker 3: Spanne
- 29:19Speaker 0: ist von morgens.
- 29:21Speaker 0: Wenn
- 29:21Speaker 3: ich wach werde bis
- 29:22Speaker 0: zu dem Moment wo ich die Lampe auf den Nachtisch ausmache,
- 29:28Speaker 3: ist
- 29:29Speaker 0: ja die gleiche geblieben und mein Leben ist
- 29:33Speaker 3: interessant genug.
- 29:34Speaker 3: Ich interessiere mich für so vieles.
- 29:41Speaker 0: Gucke viele Filme, ich habe ein normales Leben, einen normalen Alltag.
- 29:47Speaker 0: Ich hab mich nie abgekapselt irgendwie.
- 29:49Speaker 0: Ich habe einen ganz normalen... ...bürgerlichen Alltag mit Hund, mit Gassi gehen und machen morgens meine Stunde Sport.
- 29:59Speaker 0: Sehe sich am Heimtrainer, mach mal Kram und bin sehr interessiert an alle möglichen.
- 30:04Speaker 0: also weniger Zeit als mir geht eigentlich immer Die Zeit aus und ich also lange Weile ist für mich ein Begriff, der überhaupt nicht gerne.
- 30:17Speaker 0: Also es gibt tausend Sachen wenn ich jetzt hier sitzen würde,
- 30:21Speaker 3: da gibt's tausende Sachen
- 30:22Speaker 0: die ich jetzt auch tun könnte.
- 30:24Speaker 0: Also für die was mache ich ihn jetzt oder so?
- 30:26Speaker 1: Keine überhaupt nicht!
- 30:27Speaker 1: Bist du jemand der...also es gibt ja irgendwie die einen, die sehr routiniert, sehr diszipliniert schreiben und ihre Rituale dafür haben.
- 30:37Speaker 1: Und dann gibt's die, die irgendwie schreiben wenn es gerade in den Kopf geschossen kommt?
- 30:40Speaker 1: Ja!
- 30:41Speaker 0: Zweite Wenn ich mich hinsetzen würde, wo?
- 30:45Speaker 0: drüber kann ich ja mal ein Song schreiben?
- 30:46Speaker 0: Wer schon gelaufen?
- 30:47Speaker 0: Das kann ja nur verkrampft werden.
- 30:50Speaker 0: oder würde vor Klischees wimmeln.
- 30:54Speaker 0: Klar du kannst mit Klischeees natürlich liebes Lied schreiben was man gerne hören will.
- 30:59Speaker 0: Aber da ist ja nix, das ist ja Quatsch!
- 31:02Speaker 0: Ein gutes Liebeslied will irgendwie gelebt sein.
- 31:05Speaker 0: Das kommt irgendwo... Irgendwo kommt der erste Satz und denkt, fangen wir mal damit an.
- 31:11Speaker 0: und dann guckt man, wohin mehrendert das?
- 31:15Speaker 0: Nach vorne nach hinten, vielleicht ist der Satz ja schon etwas vom Refrain.
- 31:19Speaker 0: Man muss sich alle Möglichkeiten offenhalten und darf nie bei der Beine der Anfang.
- 31:26Speaker 0: Wenn man das Pferd am Schwanz aufzäumt, macht doch keinen Sinn.
- 31:30Speaker 0: Ich hab
- 31:30Speaker 1: vorhin von diesen zwei Säulen gesprochen die ich wahrgenommen habe.
- 31:33Speaker 1: Die zweite ist sehr ausgeprägtes politisches und soziales Engagement.
- 31:40Speaker 1: Wie kam das dann eigentlich?
- 31:41Speaker 0: Also mich hab' ich immer für Politik interessiert.
- 31:44Speaker 0: Also ich hab'
- 31:46Speaker 3: mich schon
- 31:47Speaker 0: sehr sehr früh Da als ich jung war lief der Vietnamkrieg Und ich hab's sehr sehr Früh mitgekriegt dass das ein sehr sehr ungerechtes Ding war.
- 31:59Speaker 0: Vorher in der Schule haben wir dann Filme gesehen über Trittereich.
- 32:09Speaker 0: Auf Filmszene sind mir im Kopf so festgebrannt, wo die Leichenberge mit dem Bulldozer weggeschoben wurden.
- 32:17Speaker 0: Das hat sich bei mir so festgesetzt und ich habe gesagt das kann doch nicht wahr sein!
- 32:21Speaker 0: Dass Menschen
- 32:21Speaker 3: sich das
- 32:22Speaker 0: antun, dass es in
- 32:25Speaker 3: diesem
- 32:25Speaker 0: Land ...
- 32:26Speaker 3: Ich bin ja erst im sechsten Jahr nach dem Krieg
- 32:29Speaker 0: gewohnt worden.
- 32:30Speaker 3: Das war ja noch gar nicht so weit weg, dass diese Menschen in diesem Landen mit denen ich aufgewachsen bin, die das tatsächlich
- 32:39Speaker 0: sich mitschuldig gemacht haben.
- 32:41Speaker 3: Es hat mich schon immer sehr
- 32:42Speaker 0: umgetrieben.
- 32:43Speaker 0: und dann diese
- 32:44Speaker 3: ungerechte Vietnamkriege... Ich wollte dann auch alles wissen!
- 32:49Speaker 3: In der Schule, in den Fächern wie
- 32:52Speaker 0: Geografie
- 32:53Speaker 3: oder Geschichte oder
- 32:54Speaker 0: Deutsch war es gut.
- 32:57Speaker 0: Mit den ganzen Naturwissenschaftlichen konnte ich nichts anfangen.
- 32:59Speaker 0: Aber ich wäre wahrscheinlich auch ein ganz guter Geschichts- oder Erdkundelehrer geworden, oder Deutschlehrerin hätte auch funktioniert.
- 33:06Speaker 0: aber Gott sei Dank ist es dann anders gekommen.
- 33:09Speaker 1: Wenn wir mal den Begriff Zeitreise an der Stelle passen nochmal nehmen wenn du mal so auf deine Lebensgeschichte und alles, was da drum herum passiert ist.
- 33:17Speaker 1: Was du ja sehr aufmerksam wahrgenommen und beobachtet hast.
- 33:19Speaker 1: Zurückschaust wie geht es dir denn in der aktuellen Situation?
- 33:23Speaker 1: Was mit unserer Gesellschaft und unsere Demokratie auch momentan passiert?
- 33:28Speaker 1: das
- 33:28Speaker 0: is eigentlich ein thema von extra podcast aber ich versuch's kurz zu machen.
- 33:33Speaker 0: Wir haben ein paar große probleme.
- 33:35Speaker 0: wir haben diesen ukrainekrieg wir haben diese geschichte die immer dann in gase abgeht also vorst war.
- 33:40Speaker 0: es ist alles ganz ganz vorsichtig von einem Dilemma ins nächste.
- 33:44Speaker 0: Also die Zeit der Dilemmata, was macht man da?
- 33:50Speaker 0: Was macht man in Gaza, wenn die beiden Radikalen ... Ob das die Radikal-Palästinenser sind oder die radikalen jüdischen Siedler?
- 34:04Speaker 0: Wenn die die zwei Staatenlösungen definitiv nicht wollen, das
- 34:08Speaker 3: supportieren
- 34:09Speaker 0: und bis zum Abwinken.
- 34:10Speaker 0: Was willst
- 34:11Speaker 3: du da machen?
- 34:11Speaker 0: Das ist ein Dilemma sonderkleiner.
- 34:13Speaker 0: Es ist so furchtbar!
- 34:15Speaker 0: Und irgendwie
- 34:17Speaker 3: muss man es aber irgendwo regeln.
- 34:20Speaker 3: Wahrscheinlich muss man das von außen
- 34:21Speaker 0: regeln, dass man
- 34:23Speaker 3: im Metaillau beispielsweise sagt Alter... ...es ist jetzt mal gut Und ich weiß nicht, wie der ganze Hass, dass sich mittlerweile wieder in Palästina
- 34:34Speaker 0: neu aufgebaut hat.
- 34:36Speaker 0: Wie
- 34:36Speaker 3: das überhaupt raufen soll?
- 34:38Speaker 3: Wie die Leute jemals damit
- 34:39Speaker 0: leben können?
- 34:41Speaker 3: Das sind mittlerweile dreiunddreißigtausend Tote... ...nach dieser Anstrengerin von Herrn Maas war auch
- 34:50Speaker 0: bodenlos!
- 34:51Speaker 0: Dass
- 34:51Speaker 3: sowas noch in der nationalisierten Zeit stattfinden
- 34:54Speaker 0: kann.
- 34:54Speaker 0: Das ist
- 34:55Speaker 3: bodenlose.
- 34:55Speaker 0: Ich fasse das eigentlich gar nicht.
- 34:58Speaker 3: Ja Das ist ein Dilemma.
- 35:01Speaker 0: Und
- 35:02Speaker 3: nächste Dilema hast du in der Ukraine, wenn die Ukraine nicht
- 35:06Speaker 0: mit Waffen
- 35:07Speaker 3: und Munitionen so
- 35:08Speaker 0: ausgestattet wird,
- 35:10Speaker 3: dass sie
- 35:11Speaker 0: standhalten kann, dann wird
- 35:12Speaker 3: das verloren gehen.
- 35:15Speaker 3: Wenn die schon im Blutzoll
- 35:16Speaker 0: bezahlen müssen wir sie wenigstens ausrüsten, dass Sie das machen.
- 35:20Speaker 0: Denn der Putin hört nicht auf in der Ukraine.
- 35:24Speaker 0: als nächstes hast Du die Baltischen Staaten.
- 35:28Speaker 0: Das wird einfach weitergehen.
- 35:30Speaker 3: Das ist von einem Dilemma ins nächste
- 35:32Speaker 0: und das behaupten wir in den Schlaf natürlich.
- 35:34Speaker 1: Jetzt bist du ja quasi auch künstlerisch groß geworden, in einer Zeit der Antikriegs-Songs, Antikriksfilme, Künstler die... deutliche Zeichen gesetzt haben.
- 35:45Speaker 1: Generell ein Kulturbetrieb, der auch sehr engagiert war in dem Bereich.
- 35:49Speaker 1: heute habe ich oft das Gefühl dass gerade die Jüngeren sich das gar nicht so richtig trauen.
- 35:54Speaker 1: hat er den großen das ganze große Thema mit Helene Fischer zum Beispiel vor wenigen Monaten die dann mal sich positionieren kann auch ganz ganz viel negative Kritik bekommen hat von vielen Fans.
- 36:08Speaker 1: aber
- 36:08Speaker 0: ich muss wirklich sagen ich kann mit Schlagern nicht viel anfangen.
- 36:13Speaker 0: Gut, dass es gemacht hat.
- 36:14Speaker 0: Ich finde das wunderbar.
- 36:16Speaker 0: Die Allianz kann nicht groß genug sein und ich finde es von ihr mutiger als von manchen, von dem was erwartet hätte, dass er sich da positioniert.
- 36:26Speaker 0: Ich find' das gut!
- 36:27Speaker 0: Also da... Schappo!
- 36:30Speaker 1: Müsste da der ganze Kulturbetrieb sozusagen auch wieder aktiver werden?
- 36:35Speaker 3: Ja, ich würd's nie im Künstler vorschreiben,
- 36:38Speaker 0: mach das bitte.
- 36:38Speaker 0: Es ist jedem selber überlassen.
- 36:41Speaker 0: wenn man das verordnet Weiß ich nicht, ob das Sinn war.
- 36:48Speaker 0: Bei mir ist es ganz klar... Ich persönlich muss eher auffassen, dass ich mich nicht inflationiere.
- 36:56Speaker 0: Also ich kriege jeden Tag so viele Anfragen wo ich was zu sagen soll oder wo ich irgendwas gratis spielen soll und wo ich etwas versteigen soll.
- 37:05Speaker 0: Wenn ich das alles machen würde, dann würden die Leute irgendwann sagen, was hat er denn jetzt schon wieder?
- 37:11Speaker 0: Man muss aufpassen, man muss höllig aufpassen.
- 37:13Speaker 0: Aber ich komme mittlerweile eigentlich ganz gut damit... Ich habe dann ein Gefühl vor wo es Sinn macht und wo es keinen Sinn macht.
- 37:23Speaker 0: Ich kann allerdings auch die Leute verstehen, die irgendwo in der Provinz sich engagieren wollen und dann irgendwie einen Zug fährt brauchen.
- 37:30Speaker 0: Und wer fällt immer sehr schnell ein?
- 37:34Speaker 0: Ja das kann ja aber nicht alles machen.
- 37:35Speaker 0: Das ist ein anderer Beruf.
- 37:36Speaker 0: dann!
- 37:39Speaker 1: Ja, ich glaube bis heute auch nach wie vor das Social Media da einfach einen großen Einfluss hatte.
- 37:45Speaker 1: Aber wir haben so ein bisschen das debattieren verloren und sind irgendwie alle nur noch beim unsachlichen Streiten untereinander anfeinden.
- 37:53Speaker 1: Wie ist denn da dein Eindruck?
- 37:55Speaker 0: Also...
- 37:56Speaker 3: Ich glaube
- 37:58Speaker 0: die Medien haben sich ja nun wirklich total geändert.
- 38:00Speaker 0: also ich bin ja dann wirklich sehr konservativ was das betrifft.
- 38:04Speaker 0: Also ich brauche meine Sprache meinen Spiegel und ich braue meine Zeit.
- 38:10Speaker 0: wenn nicht Wenn ich die nicht vernünftig durchgearbeitet habe, dann hab' ich das Gefühl, bin ich vernünftig informiert.
- 38:16Speaker 0: Ich guck mit Nachrichtensendungen so dass meine Frau manchmal sagt du bist ein Nachrichten-Junkie.
- 38:23Speaker 0: Herzrecht!
- 38:25Speaker 0: Ich muss es aber alles wissen damit ich mir mal eine Meinung bilden kann.
- 38:29Speaker 0: und ganz viele Leute sind mittlerweile auf diesen Überschriften und Journalismus fixiert, diesen paar Überschriften und das auch mit Überschaften kann man sich keine Meinung bilden.
- 38:42Speaker 0: Das geht einfach nicht.
- 38:44Speaker 0: Und das ist natürlich der Schnellliebigkeit dieser Zeit.
- 38:49Speaker 0: Ich versetze mich auch in die Leute rein, die den ganzen Arbeiten gehen und dann abends
- 38:54Speaker 3: wo ich jetzt noch großartig Zeitung bin oder lass uns was Schönes machen.
- 39:01Speaker 3: Ich kann das verstehen
- 39:02Speaker 0: aber
- 39:03Speaker 3: Damit kommen wir nicht weiter.
- 39:04Speaker 3: Ich kann wirklich nur dann appellieren, dass die Leute sich wirklich gut informieren damit sie auch wissen
- 39:10Speaker 0: wo sie ihr Kreuzchen machen bei der nächsten Wahl.
- 39:12Speaker 3: Das ist auch ein Problem dieser ganzen AfD-Nummer.
- 39:17Speaker 3: Die fallen ja auf diese Lügen rein!
- 39:20Speaker 3: Es ist wirklich unfassbar auf welche unverschämten Lügen
- 39:23Speaker 0: die reihenfallen.
- 39:24Speaker 0: Immer diese Bauernproteste,
- 39:26Speaker 3: die setzen sich
- 39:27Speaker 0: auf die Bauernpoteste
- 39:28Speaker 3: drauf.
- 39:29Speaker 0: aber in ihrem Parteiprogramm
- 39:31Speaker 3: steht drin Dass sie keinerlei Subventionen,
- 39:35Speaker 0: auch nicht der Bio-Diesel.
- 39:37Speaker 0: Nicht den Dingens hier, den Agrardiesel...
- 39:41Speaker 3: Vorkommt.
- 39:41Speaker 3: klar!
- 39:42Speaker 3: An keiner Stelle wird es irgendeine Sensation geben.
- 39:45Speaker 3: Die setzen sich auf die Bauernproteste
- 39:46Speaker 0: drauf.
- 39:47Speaker 0: Also
- 39:47Speaker 3: wie Dorf
- 39:48Speaker 0: muss man denn sein?
- 39:48Speaker 0: Das machen
- 39:50Speaker 3: wir erst mal.
- 39:50Speaker 3: Also only a barn in the
- 39:51Speaker 0: game.
- 39:52Speaker 0: Wahnsinn.
- 39:53Speaker 1: Und gleichzeitig prasseln alle fünf Minuten neue Headlines auf uns ein.
- 39:56Speaker 1: Die werden dann auch wieder nur die Headlines lesen.
- 39:59Speaker 1: Ja das ist
- 40:00Speaker 3: wirklich ganz ganz schlimm.
- 40:01Speaker 3: also
- 40:02Speaker 0: Hey, zwei Dilemmas hatten wir schon.
- 40:04Speaker 0: Es ist dritte Dilemma!
- 40:05Speaker 1: Dann freue ich mich jetzt auf jeden Fall dass wir Ende des Monats mit dir auf Zeitreise zumindest mal musikalisch spielen können.
- 40:12Speaker 1: und dank dir sehr für deine Zeit.
- 40:14Speaker 1: Ja
- 40:14Speaker 0: gerne doch war interessant war gut
- 40:16Speaker 1: Danke dir
- 40:19Speaker 0: Das wars leider
- 40:20Speaker 3: schon Die letzte Runde.
- 40:21Speaker 3: ist ausgetrunken.
- 40:23Speaker 0: das Gespräch zu Ende.
- 40:25Speaker 0: vielen Dank
- 40:26Speaker 3: fürs Zuhören.
- 40:27Speaker 1: Bitten
- 40:28Speaker 0: im Rücksicht auf die Nachbarn und sei leise, wenn du die
- 40:31Speaker 3: Bar verlässt.
- 40:32Speaker 1: Aber vergiss auf keinen Fall den abonnieren
- 40:34Speaker 0: Button zu klicken!