Latest / neudenker - Der Podcast für den Steuerberater von morgen / 293 - Interview mit Stefan Merath - Teil 2 - So meisterst du als Kanzleiinhaber die zukünftigen Herausforderungen als Kanzleiunternehmer
Transcript
- 0:00Daniel Terwersche: In dieser Podcast-Folge habe ich wieder das
- 0:02Glück, mit Stefan Mehrath zu sprechen.
- 0:04Und wir sprechen in dieser Folge vor allen Dingen um die Alltagsthemen um
- 0:08Kanzleientwicklungen oder wie du auch vielleicht sogar irgendwann deine
- 0:12Kanzlei übergeben kannst, ohne dass du jetzt schon Bauchschmerzen hast, ob
- 0:16das alles so klappt wie du möchtest.
- 0:28okay, heute jetzt zur zweiten Folge, ist ein bisschen ungewohnt weil
- 0:32wir das natürlich jetzt als eine Aufzeichnung aufnehmen, ist der
- 0:35Stefan Mehrath wieder mit dabei.
- 0:38Letzte Woche haben wir viel darüber gesprochen, über das Thema
- 0:41Unternehmertum und Strategieentwicklung in einer Kanzlei aber auch vor
- 0:45allen Dingen deiner Mandanten.
- 0:46Und jetzt habe ich ja ganz viele Kanzleienhaber und auch da, letzte Folge
- 0:51haben wir ja darüber gesprochen, gibt es ja diese Schakaleute, die draußen viel
- 0:55erzählen und es gibt die auch in der Steuerberatenden Branche und die sagen,
- 0:59jetzt muss alles KI-tisiert werden und die Zeiten ändern sich und übrigens,
- 1:03jetzt ist auch eine absolute Katastrophe in unserer ganzen Volkswirtschaft, die
- 1:08Arbeitslosenzahlen werden hochgehen, uns wird es alle treffen und die deutsche
- 1:13Wirtschaft geht zu Ende, ich Ich überdrehe das Ganze jetzt mal, aber es ist so ein
- 1:17bisschen auch so, wie ich das so empfinde, wenn ich viel im Außen bin, wenn ich viel
- 1:21Medien konsumiere und entsprechend dann irgendwie Impulse bekomme als Narrativ.
- 1:29Jetzt habe ich mal das Thema als Kanzleiinhaber oder
- 1:33aber auch als Unternehmer.
- 1:35Ich kriege den ganzen Tag die Impulse, morgen kommen die KI-Assistenten und alles
- 1:40wird sich verändern und die Aufgaben, die du hast, werden alle wegfallen.
- 1:43Und was sagst du diesen Unternehmern wie sollen sie mit dieser
- 1:48Ausgangssituation, diesem Narrativ, wie sollen sie damit umgehen?
- 1:53Stefan Merath: Okay, ich würde erstmal unterscheiden zwischen zwei Dingen.
- 1:56Das eine ist, was sozusagen rein sachlich passiert.
- 2:00Also rein sachlich, ja, es gibt KI, ja, die KI wird die Wirtschaft verändern.
- 2:05Es gibt internationale Spannungen, auch die werden die Wirtschaft verändern.
- 2:09Also das ist sozusagen die sachliche Grundlage.
- 2:12Da brauche ich nicht drüber diskutieren, das ist da.
- 2:15So, die Frage ist jetzt, mit welcher Bewertung gehe ich rein?
- 2:18Und da kann ich jetzt sagen, oh Gott, alles wird ganz schrecklich und furchtbar
- 2:22und machen mir eine unglaubliche Panik.
- 2:25Oder ich kann reingehen mit der Frage, welche Chance liegt da eigentlich drin?
- 2:30Weil letzten Endes haben wir eigentlich nur einen wirtschaftlichen
- 2:33Übergang, wie wir schon viele in der Weltgeschichte hatten.
- 2:37Und das sind halt bestimmte... Dann sind Arbeiten, Arbeitsplätze,
- 2:42auch Branchen weggefallen und es sind stattdessen neue entstanden.
- 2:47Und das wird ähnlich wieder passieren.
- 2:49Wenn ich jetzt als konkreter Unternehmer, sage mal, gut, da weiß jeder, die sind
- 2:54schon raus aus dem Spiel, aber wenn ich heute noch ein Übersetzungsbüro
- 2:57hätte, würde ich sagen, okay, möglichst schnell schließen oder einen noch
- 3:02dümmeren finden, der es noch kauft.
- 3:04Also das hat keine Zukunft, fertig.
- 3:06So und das gibt natürlich andere Bereiche, wo das ähnlich sein wird,
- 3:11dass sie durch die KI abgelöst werden.
- 3:14An der Stelle ist meine Aufgabe, innerlich loszulassen mich davon
- 3:19zu trennen und was Neues zu finden.
- 3:21Aber ich glaube, in den meisten Branchen wird es eher darauf
- 3:24rauslaufen, dass ich die Art der Arbeit, die Art der Kommunikation mit
- 3:29den Kunden betrachte Das Angebot was man den Kunden macht, verändern wird.
- 3:34Und da habe ich Raum für unglaublich viel Kreativität,
- 3:39für unglaublich viele neue Ideen.
- 3:41Jetzt ist natürlich das Problem folgendes: der Mensch es rein
- 3:46evolutionär betrachtet, ein eher angst als chancengetriebenes Tier.
- 3:52So mal ganz, ganz platt.
- 3:54Ich bin gerade als Steinzeitmensch bin ich gerade am Kuscheln mit jemand und
- 3:59in dem Moment kommt der Säbelzahntiger und diejenigen unserer Vorfahren, die
- 4:05sich gesagt haben, ach das Kuscheln, das Schöne ist jetzt besser, die sind
- 4:09halt nicht unsere Vorfahren geworden.
- 4:11Das heißt, das hat Sinn gemacht, sich mehr auf das Negative zu konzentrieren.
- 4:15Und das ist für mich eine wichtige Information erstmal, weil ich weiß,
- 4:21okay, erstmal achten wir mehr aufs Negative, wir sollten aber, da es heute
- 4:27nicht mehr so viele Säbelzahntiger gibt und gerade auch im Business, gucken,
- 4:32wo sind die Chancen drin und achten Automatisch gucke ich aber aufs Negative.
- 4:37Das heißt, ich sollte mir überlegen, wie schaffe ich mir ein Umfeld aus anderen
- 4:41Unternehmern aus anderen Steuerberatern von denen ich weiß, da sind einige
- 4:48dabei, die aufs Positive schauen.
- 4:50Weil, sobald ich in so ein Umfeld reingucke, das eher die Chancen sieht,
- 4:54dann werde ich nicht mehr von dem, was in den Medien passiert, so runtergedrückt.
- 4:59Ein bisschen schon noch, weil auch ich bin ein Mensch, auch ich bin evolutionär
- 5:04so geprägt dass ich aufs Negative gucke.
- 5:06Aber ich schaffe ein Gegengewicht von anderen Leuten, die aufs Positive achten.
- 5:10Das heißt, ich glaube, in der heutigen Situation ist das Umfeld, das man sich
- 5:14schafft, mit Abstand das Wichtigste auf, das ich als Unternehmer schauen muss.
- 5:22Daniel Terwersche: Ja, also umgib dich auf jeden Fall mit chancengetriebenen
- 5:25Menschen oder die, die das auf jeden Fall schon höher in ihrer DNA oder in ihrer
- 5:29Ausprägung haben, in ihren Glaubenssätzen, als die, die immer im Außen sagen,
- 5:34es wird sich alles verschlimmern.
- 5:37Einen Satz hast du gesagt, den möchte ich nochmal weiter tiefer
- 5:41reingehen und zwar das Thema, jetzt muss ich schon mal überlegen, wie
- 5:45du es genau formuliert hast, dieses Bewusstsein erstmal zu schaffen.
- 5:50Dieses Bewusstsein wo du sagst okay, es gibt Chancen und ich muss
- 5:55diese aktiv jetzt erstmal nutzen.
- 5:58Hast du da konkrete Beispiele, was du jetzt in der heutigen Zeit, das
- 6:03muss ich auf die steuerberatende Branche, ich glaube, die sind alle
- 6:05sehr gut zu adaptieren das in ihren eigenen Branchenkontexten aber wo
- 6:09du das zum Beispiel jetzt erlebst, dass da sich total tolle positive
- 6:12Geschäftsmodelle herausentwickeln.
- 6:15Stefan Merath: Ja, ich würde vielleicht gar nicht so sehr auf ein
- 6:19Geschäftsmodell erst mal eingehen sondern ich gehe mal einen Schritt zurück.
- 6:22Mhm.
- 6:24Das war ja im November 22, glaube ich als ChatGPT rauskam und
- 6:29das war so der Wendepunkt, was künstliche Intelligenz anbetrifft.
- 6:33Und das war mir dann so im Januar 23, wurde mir klar, okay, das wird
- 6:39sehr viele Unternehmen, sehr viele Branchen durcheinanderwirbeln.
- 6:43Das sind ganz viele Chancen ganz viele Probleme.
- 6:46Und die Frage war auch, was macht es denn mit meiner Firma, mit Unternehmercoach?
- 6:51So, und dann habe ich mich im ersten Moment hingesetzt und mir
- 6:54überlegt, was kann ich denn, wo kann ich KI bei uns einsetzen.
- 7:00Und im zweiten Schritt ist mir klar geworden, okay, das wird so schnell,
- 7:04so komplex, dass ich das gar nicht mehr überschauen kann als Unternehmer.
- 7:08Und das, also, obwohl ich jetzt seit 20 Jahren an mir und meinen
- 7:12Unternehmerfähigkeiten arbeite und glaube, ich habe da ziemlich gute
- 7:16Fähigkeiten, war für mich völlig klar, okay, wenn ich das allein
- 7:20machen wollte, wäre ich überfordert.
- 7:22Und mein erster Schritt, den ich dann gemacht habe, war, ich habe dann im
- 7:26März 23 muss es gewesen sein, also praktisch drei Monate, vier Monate
- 7:31später, nachdem ChatGPT rauskam, haben wir ein Team-Meeting gemacht
- 7:35und da habe ich zwei Sachen gemacht.
- 7:38Das erste war erstmal alle abgeholt, was bedeutet KI, weil
- 7:42das war bei den Mitarbeitern auch gar nicht wirklich angekommen.
- 7:45Das zweite, was ich gemacht habe, war, ich habe allen Mitarbeitern die
- 7:50Sicherheit gegeben , dass wenn jetzt... kI irgendwie bei uns eingeführt wird
- 7:58und dass ihren Arbeitsplatz, sagen wir mal, verkleinern würde, weil die KI
- 8:03mehr Aufgaben übernimmt, dass sie nicht gekündigt werden, sondern dass wir
- 8:08stattdessen was Neues für sie finden, weil ich brauchte, und das war dann der dritte
- 8:13und entscheidende Schritt, ich brauchte meine Mitarbeiter dabei, eigene Ideen zu
- 8:18haben, weil dann habe ich als nächsten Schritt gesagt, jeder von euch hat 5
- 8:22bis 10 Prozent seiner Arbeitszeit zur freien Verfügung, um zu experimentieren
- 8:28wie er mit KI produktiver wird.
- 8:31Das machen die Mitarbeiter nur dann, wenn sie wissen, selbst wenn sie so produktiv
- 8:36würden, dass die KI ihre komplette Arbeit übernehmen würde, dass sie
- 8:40trotzdem noch einen Arbeitsplatz haben.
- 8:42Wenn sie den nicht mehr hätten, dann würden sie den Teufel tun, zu optimieren.
- 8:47Das heißt, ich muss Dafür, dass ich von meinen Mitarbeitern
- 8:51sozusagen das Mitdenken haben wollte, auf der anderen Seite als
- 8:55Gegenleistung die Sicherheit bieten.
- 8:57So ab diesem Moment haben wirklich einige, nicht alle am Anfang,
- 9:02aber einige angefangen zu gucken, hey, wie kann man KI einsetzen.
- 9:06Wir fingen an, Learnings in den Meetings zu teilen und nach und nach steckten
- 9:11wir die anderen an und wurden so immer besser, bis dahin, dass wir jetzt, also
- 9:15wir sind aktuell knapp 20 Mitarbeiter, wir haben einen Mitarbeiter, der nur für
- 9:20KI verantwortlich ist und wenn jemand nicht mehr weiß, wie kann ich meinen
- 9:24Arbeitsplatz optimieren, dann kommt der dazu und unterstützt die anderen.
- 9:28Also es geht wirklich darum, intern praktisch ein neues Bewusstsein
- 9:34zu schaffen, Die Mitarbeiter mitzunehmen, dass ich nicht als
- 9:38Unternehmer alles vordenken muss, weil da habe ich keine Chance.
- 9:41Das ist so komplex.
- 9:42Es gibt irgendwie eine Website, als ich das letzte Mal vor einem Jahr reingeguckt
- 9:45habe, welche KI-Tools gibt es eigentlich?
- 9:48Da waren 22.000 KI-Tools gelistet.
- 9:51Und mir denkt, wie soll ich das jemals überschauen?
- 9:53Als Unternehmer keine Chance.
- 9:54Ich muss Mitarbeiter mitnehmen und der nächste Schritt wäre, ich brauche
- 9:59auch andere Unternehmer, die sich auch mit dem Thema auseinandersetzen,
- 10:02sodass wir uns gegenseitig austauschen und bereichern können.
- 10:05Daniel Terwersche: Ja, guter Ansatz.
- 10:09Für mich ist es so, ich gebe das gerne mit.
- 10:12Damit die Mitarbeiter auch diese Angst verlieren zu sagen, jeder Mitarbeiter
- 10:17wird auf Dauer ein Teamleiter, der wird zwar keine echten Mitarbeiter führen,
- 10:22aber KI-Assistenten und KI-Systeme und dadurch ist die Produktivität höher bei
- 10:28dir, du kannst auch Dinge, die du nicht so gerne machst, kannst du einem Teammitglied
- 10:31geben, der das für dich erledigt.
- 10:33Damit haben wir es häufig auch geschafft, da gewisse Brücken mit abbauen zu können.
- 10:38Das ersetzt aber alles das natürlich nicht von dem, was du sagst ein kleiner
- 10:41Lifehack, wie man dann auch Mitarbeiter da noch für begeistern kann, da mitzumachen.
- 10:47Das Zweite, ich will jetzt gar nicht so philosophisch werden, aber das würde ich
- 10:52gerne mal so eine Kaminrunde mit Leuten wie mit dir darüber sprechen, ist halt,
- 10:56was passiert denn überhaupt mit diesen Berufsständen die halt Wissensriesen sind?
- 11:01Das heißt, der Steuerberater hat in der Regel ja sein Geld damit verdient,
- 11:04gewisse komplexe Sachverhalte so zu strukturieren, dass sie für Finanzämter,
- 11:10für die Banken für Investoren die Schlüsse daraus ziehen können, die sie
- 11:16brauchen, um Entscheidungen zu treffen.
- 11:17Jetzt haben wir ja mit den KI-Lösungen immer mehr und wir merken ja auch, es muss
- 11:23ja nicht nur Large Language Models sein, das kann jetzt auch so wie Power BI, die
- 11:26die Daten entsprechend zusammenwürfeln, fallen ja viele Sachen davon weg.
- 11:31Und dann habe ich mir die Frage gestellt, wo ist dann nachher der Mehrwert?
- 11:35Wo ist der Mehrwert?
- 11:36Und ich komme immer mehr zu diesem Schluss.
- 11:39Das Erleben.
- 11:41Deswegen ist es auch so, wo ich dann bei deinem Unternehmercoach würde ich
- 11:46mir nie Gedanken, weißt nie, natürlich will ich mir an deiner Stelle Gedanken
- 11:49machen, ich glaube aber, das, was du da geschaffen hast mit dieser Community,
- 11:53mit diesen ganzen Vor-Ort-Seminaren das wird ja immer stärker werden wieder.
- 11:58Im Vordergrund wenn diese repetitiven Dinge oder dieses reiner Wissensaustausch
- 12:03viel einfacher funktioniert.
- 12:05Und da bringe ich jetzt mal die Brücke bei Steuerberatern ist es ähnlich.
- 12:10Im Moment ist es noch so, dass die Wertschöpfung darin besteht,
- 12:14unstrukturierte Daten für den jeweiligen Empfänger so aufzubereiten damit
- 12:19diese Informationen einen Mehrwert haben und ich damit Geld verdiene.
- 12:23Das wird ja auf der Dauer immer weiter automatisiert Und dann stellt sich
- 12:27mir die Frage, als Steuerberater würde ich gar nicht unbedingt ausschließlich
- 12:31in KI denken, was man da optimieren kann, sondern die Geschäftsfelder so
- 12:36aufzubauen, dass ich dann auch mal Mandanten-Communities aufbaue, indem
- 12:40ich wieder eine ganz andere persönliche Beziehung zu meinen Mandanten aufbaue,
- 12:43weil das sind die Dinge, die wird die KI eher darin unterstützen,
- 12:47dass die wieder wichtiger werden.
- 12:49Das ist meine Hypothese.
- 12:51Stefan Merath: Also stimme ich dir zu 100 Prozent zu.
- 12:54Ich glaube, der Steuerberater ist ja jetzt nun mal der erste Ansprechpartner
- 13:00für nahezu alle Unternehmer.
- 13:02Weil nicht freiwillig sondern sie brauchen letzten Endes einen Steuerberater.
- 13:08Von daher ist ein gewisser Zwang dahinter, aber das ist auch
- 13:12gleichzeitig eine unglaubliche Chance.
- 13:13Weil der Steuerberater sieht ja nun auch, wenn es im Unternehmen nicht
- 13:19so gut läuft oder wenn es gut läuft.
- 13:21Und an der Stelle die Bindung aufzubauen auf einer menschlichen Ebene und eine
- 13:26Community zu schaffen, halte ich für den... Den Game Changer schlechthin
- 13:31weil auf der sachlichen Ebene, mal ganz platt, ich habe viele Kunden bei
- 13:36mir in den Seminaren, die sagen, na gut, in hervorgehaltener Hand, sie
- 13:40trauen sich das oft gar nicht zu sagen, aber sie sagen letzten Endes, ich
- 13:44verstehe meine BWA überhaupt gar nicht.
- 13:46Dann kriegen sie jeden Monat eine BWA vom Steuerberater und verstehen die
- 13:49nicht und da gibt es jetzt mittlerweile doch einige, die nehmen die BWA, laden
- 13:53die bei ChatGPT hoch und sagen, erklär mir das mal und dann kriegen sie eine
- 13:57Antwort und können auch unter Umständen einen Branchenvergleich machen, wo stehe
- 14:02ich denn und an welcher Stellschraube soll ich drehen, das heißt, diese
- 14:05sachlichen Dinge, die kann man sehr viel mit künstlicher Intelligenz machen, aber
- 14:10das hat ja immer auch eine Interaktion Die emotionale, persönliche Komponente,
- 14:15wenn ich jetzt als Unternehmer, wenn meine Zahlen nicht stimmen, dann stimmen
- 14:19ja auch ganz viele andere Dinge nicht.
- 14:21Meist arbeite ich dann ein bisschen mehr als 40 Stunden und wenn ich dann eher
- 14:25so 60, 70 Stunden arbeite, dann läuft meist die Ehe nicht sonderlich gut, weil
- 14:30da bleibt keine Zeit mehr für, man sieht seine Kinder nicht, das heißt, da hängt
- 14:33ein ganzer Rattenschwanz hinten dran.
- 14:34Und an dieser Stelle Ansprechpartner zu sein, ich glaube, das ist was, was in
- 14:42der Tiefe wirklich nur ein Mensch kann.
- 14:44Natürlich kann ich erstmal mit Chat-GPT drüber sprechen, aber mit
- 14:47einer Maschine über wirklich tiefe persönliche Probleme sprechen, ist schräg.
- 14:53Daniel Terwersche: Ja, es wird auch so ein new Normal, aber im Kontext
- 14:56zu diesem Thema, ja, ich glaube, dass das ein ganz großer Punkt ist,
- 15:00den du da ansprichst und den möchte ich auch nochmal wieder vertiefen
- 15:03auch insbesondere jetzt in diesem Branchenkontext, weil ich sage es mal,
- 15:06eine falsche Bewegung, die ich teilweise auch wahrnehme ist halt, Okay, wenn ich
- 15:11durch Automatisierung und KITisierung jetzt alles viel schneller machen kann,
- 15:15kann ich viel mehr Mandanten aufnehmen.
- 15:17Ja das heißt, was machen die?
- 15:18Das ist so ein Paradoxum für mich, in meinem Mindset ist das so ein Paradoxum,
- 15:22zu sagen, okay, ich habe zwar Stress, jetzt kann ich aber 200 Buchungssätze
- 15:26machen anstelle von 60 Buchungssätzen, also habe ich Kapazitäten und hole
- 15:30mir wieder das neue Mal mit rein, weil die an dem Geschäftsmodell nichts
- 15:34ändern, sondern einfach dann über Preisdruck, über Geschwindigkeit also
- 15:38holen sie sich Stress in den Laden.
- 15:39Und wenn ich jetzt aber genau diese Situation mit dieser BWA, und das ist
- 15:43ja ein total normaler Zustand, in der Regel guckt sich der Steuerberater
- 15:47die BWA des Mandanten ja gar nicht an.
- 15:49Warum auch?
- 15:50Weil er hat keine Zeit dazu.
- 15:52So, wenn ich mir jetzt aber überlege anstelle von 300 Mandanten vielleicht
- 15:56noch 150 zu beraten, aber wirklich zu beraten und sagen, ich mache das, was
- 16:01mein Vater damals mal gemacht hat, als er Steuerberater war, dass er sogar noch die
- 16:05Namen der Kinder von den Mandanten wusste.
- 16:08Warum gehen wir nicht da wieder hin zurück mit Unterstützung mit Technologie?
- 16:12Stefan Merath: Also, halte ich für eine unglaublich gute Idee.
- 16:15Ich meine, ich habe jetzt viel mit Unternehmern zu tun und wenn ich mit
- 16:19anderen Unternehmern über Steuerberater spreche, dann herrscht dort bei
- 16:24den meisten das Bild vor, naja, das ist halt der Erfüllungsgehilfe des
- 16:28Finanzamts den leider ich bezahlen muss und nicht das Finanzamt, obwohl
- 16:32der einen Job vom Finanzamt macht.
- 16:34Und das ist das Bild, was die meisten haben.
- 16:37Und das Bild hat ja auch ein Stück weit was mit der Realität zu tun, wenn
- 16:42die Steuerberater eben nicht beraten, wenn die nicht persönlich da sind, dann
- 16:47entsteht so ein Bild logischerweise auch.
- 16:49Und ich glaube, dem entgegenzuwirken, indem ich an der Stelle mich wirklich als
- 16:53Berater, als Mensch zu Mensch wieder ins Spiel bringe, das macht den dramatischen
- 16:59Unterschied meines Erachtens nach.
- 17:00Und trotzdem mache ich natürlich die Prozesse hintendran mit KI.
- 17:04Software und so weiter, klar.
- 17:05Daniel Terwersche: Genau.
- 17:06Das ist nur für mich.
- 17:07Ich sage immer den Steuerberatern, Digitalisieren ist keine Strategie
- 17:11Es ist eine Folge dessen.
- 17:13Also wenn ich eine Strategie habe, ist es logisch dass ich das mit
- 17:16nutze, aber es ist keine Strategie.
- 17:19Und daran erkenne ich immer die Steuerberater, wenn die zu uns
- 17:22kommen und dann auch mal eine Positionierung ausgearbeitet haben
- 17:24wollen und dann mit ihren ganzen Digitalisierungslabels ankommen und
- 17:28sagen, guck mal hier, wir wollen draufstehen haben vorne erstmal, wir
- 17:31sind eine vollständig digitale Kanzlei.
- 17:34Okay, was habe ich als Mandant davon?
- 17:36Das möchte ich gerne, dass es da draufsteht.
- 17:39Und diesen Gedankengang mal zu verändern, ist in der Branche schon
- 17:44eine Aufgabe, weil dieses Bewusstsein einfach auch so ganz anders vorherrscht.
- 17:48Ich mache jetzt mal extra den Berufsstand teilweise schlecht.
- 17:51Ich kenne ganz viele andere, aber das sind halt Dinge, die ich so stereotypenmäßig
- 17:56immer wieder mitbekommen habe.
- 17:58Sitze ich mit mehreren Steuerberatern am Tisch und der eine sagt,
- 18:00wir führen jetzt auch DMS ein.
- 18:02Okay.
- 18:03Da stelle ich die Frage, warum führst du DMS ein?
- 18:06Das ist eigentlich eine logische Antwort.
- 18:07Man kann das beantworten.
- 18:09Das macht doch jeder.
- 18:11Und das macht jeder andere Steuerberater.
- 18:13Und wir machen das jetzt auch.
- 18:15Und diese Denke ist so vorherrschend, weil es halt so ein regulierter, sehr
- 18:20ähnlich basierender Bereich ist, dass die einen nur auf anderen gucken.
- 18:25Stefan Merath: In anderen Branchen genau das Gleiche.
- 18:27Da gibt es immer so eine Sau die durchs Dorf getrieben wird.
- 18:30Und alle rennen hinterher Weil sie eben sich nicht die Zeit nehmen, eigenständig
- 18:35sich strategische Gedanken zu machen.
- 18:37Daniel Terwersche: Mhm, okay.
- 18:39Ja, die sind in anderen Branchen jetzt auch zu sein.
- 18:41Ich finde es halt, bei den Steuerberatern ist es halt alles sehr ähnlich.
- 18:44Klar, der Maler wie gesagt, er holt jetzt die Tapeten von dem oder dem
- 18:48und die Arbeit ist auch wahrscheinlich sehr ähnlich, wie beim Steuerberater.
- 18:53Ja, und dann gibt es halt die guten Maler die sich dann halt einen Lift holen,
- 18:57damit die oben unter die Dächer kommen und dann haben sie eine andere Möglichkeit.
- 19:00Das ist bei den Steuerberatern ja nichts anderes.
- 19:03Ich habe eine ganz andere spannende Frage noch und ich weiß, dass du da
- 19:06auch der absolute Experte bist, weil ich das ja auch aus deinen Büchern kenne.
- 19:10Wir haben jetzt die Herausforderung in der Steuerberatenden Branche, aber auch
- 19:15wahrscheinlich bei vielen Unternehmen, nicht wahrscheinlich, es ist auch so, dass
- 19:18irgendwann die Nachfolge ,passieren wird.
- 19:23Der durchschnittliche Steuerberater ist, glaube ich, irgendwie, ich weiß
- 19:25nicht, auf jeden Fall jenseits der 50.
- 19:27Ich glaube, 17 Prozent oder so sind schon über 70.
- 19:31Das heißt, die Frage war sonst, ich weiß nicht inwieweit dir das so bewusst ist,
- 19:35damals gab es immer so einen Quotienten oder gibt es immer noch einen Wert,
- 19:39Jahresumsatz der Kanzlei, das war dann der Faktor und dann, wenn man eine gute
- 19:43Kanzlei hatte, konnte man so 1,5 Prozent, also das 1,5-fache des Jahresumsatzes
- 19:48ungefähr als Kaufpreis ansetzen.
- 19:50Und heutzutage haben wir in den Kanzleien, die recht analog sind, die
- 19:54in den Weg nicht komplett mitgegangen sind, die den Mitarbeiterstand
- 19:58recht alt haben, teilweise können die die gar nicht mehr verkaufen,
- 20:02weil sie keinen Käufer mehr finden.
- 20:05Du bist ja der absolute Experte in diesem Spruch wenn ich das mal vorweg nehmen
- 20:10darf, führe dein Unternehmen Schrägstrich Kanzlei in diesem Kontext immer so, als
- 20:14würdest du sie morgen abgeben wollen.
- 20:17Kannst das mal einmal nochmal mitgeben, weil ich glaube, dass das halt auch
- 20:20so ein Gedankengang ist, den die Leute gerne aus diesem Podcast, aus
- 20:25dieser Folge mitnehmen sollten, um das mal für sich zu verinnerlichen.
- 20:30Stefan Merath: Ja, dazu würde ich einen Schritt zurückgehen.
- 20:33Wir hatten ja über Fachkraftmanager und Unternehmerrollen gesprochen.
- 20:37Jetzt nehme ich mal keinen Steuerberater, sondern einen Programmierer.
- 20:41Das ist einfacher.
- 20:42Wir könnten auch einen Schuster oder was weiß ich was nehmen.
- 20:44Ein Programmierer ist ja eine Fachkraft.
- 20:47Und was produziert ein Programmierer?
- 20:50Antwort, Software oder Programme eben.
- 20:53So ein Unternehmer produziert keine Programme ,ein Unternehmer
- 20:59produziert ein Unternehmen.
- 21:00Ein Softwareunternehmer produziert also keine Software, sondern der
- 21:04produziert ein Softwareunternehmen, in dem Software produziert wird.
- 21:08Und das zu verstehen halte ich für den ganz zentralen Schlüssel.
- 21:12So, wenn ich jetzt eine Kanzlei habe oder Kunden der Kanzlei eben Unternehmer und
- 21:18die wollen ihr Unternehmen übergeben, dann muss ich mich vorhinsetzen und
- 21:23überlegen, wie soll das Unternehmen aussehen, wie soll das Produktunternehmen
- 21:27aussehen, sodass es überhaupt jemand haben will, sodass es jemand kaufen will.
- 21:32Weil wir haben ja schon die Situation, jetzt geburtenstarke Jahrgänge
- 21:37gehen jetzt demnächst in Rente, junge Menschen kommen weniger nach,
- 21:41die Alten wollen ihre Unternehmen verkaufen, es gibt aber weniger Käufer.
- 21:45So, das heißt, das ist einfach eine Ausgangssituation, die da ist.
- 21:49Dann muss ich mir umso mehr Gedanken machen, wie kann ich das, was ich
- 21:53verkaufen will, nämlich mein Unternehmen, so attraktiv machen, dass ein Käufer
- 21:58einer von den wenigen die noch da sind, das auch wirklich haben will.
- 22:02Und das ist mein Job als Unternehmer, das ist so die
- 22:04grundlegende Denkweise dahinter.
- 22:07Daniel Terwersche: Okay, und jetzt adaptieren wir das mal auf die
- 22:10steuerberatende Branche, wo ich ja nicht ausschließlich Unternehmerrolle
- 22:13einnehmen kann, sondern ich habe ja in der Regel 20, 30 Jahre oder 40 Jahre
- 22:17Mandatsbeziehungen die ich pflege.
- 22:21Hast du da so zwei, drei Dinge, wo du denen ganz praktisch mitgeben wollen
- 22:25würdest, wie die diese Rolle trotz dieser Fachkraftaufgabe annehmen können?
- 22:33Stefan Merath: Also wir hatten ja in der letzten Folge schon darüber
- 22:36gesprochen, dass für mich ein gradueller Übergang sozusagen die Menge der
- 22:41Unternehmeraufgaben nach und nach zu erhöhen je mehr Mitarbeiter kommen,
- 22:46dass ich irgendwann mal bei 30, 40, 50 Prozent bin und dann mir wirklich
- 22:50Gedanken machen, okay, wie richte ich mein Unternehmen strategisch aus, wie
- 22:54gestalte ich die Prozesse innen drin, wie gestalte ich die Beziehung zu den Kunden.
- 22:58Und wenn ich eine Kanzlei habe, die gut strategisch ausgerichtet sind, wo innen
- 23:02die Prozesse völlig klar strukturiert sind, die eine gute Beziehung zu den
- 23:07Kunden hat, dann wird sich auch ein Käufer finden, jedenfalls eher als bei einer
- 23:13Kanzlei, wo alles über mich sozusagen als Steuerberater läuft und wenn man mich als
- 23:19Steuerberater dann rausnimmt, dann fällt das Ding in sich zusammen, das will keiner
- 23:23haben, da gibt auch keiner Geld für aus.
- 23:27Daniel Terwersche: Ja, so ist es auch.
- 23:29Und es gibt halt auch gut laufende Kanzleien, muss man auch sagen, die im
- 23:32Moment sogar durch Private Equity, das ist gerade die nächste Sau, die durchs
- 23:37Dorf getrieben wird, aber die bleibt.
- 23:39Also die wird nicht nur durchgetrieben, sondern da kommen jetzt ganz viele,
- 23:43die gut gehende Kanzleien aufkaufen.
- 23:46Vor ein paar Jahren war es eher noch andersrum, da hat man halt Kanzleien
- 23:50gekauft, um Fachkräfte zu gewinnen.
- 23:52Heutzutage gibt es Investoren, die halt die Rendite im Blick haben
- 23:55und die langfristige Rendite.
- 23:56Und da haben es dann so diese inhabergeführten Kanzleien, die sich
- 23:59nicht weiterentwickelt haben in den letzten Jahren, haben es wirklich schwer.
- 24:02Das ist halt sehr schade.
- 24:05Okay, Stefan.
- 24:08Spannende Geschichten, die so viel Wahres in sich haben.
- 24:13Geschichten sage ich jetzt extra, weil ich ja, wie gesagt, das kenne.
- 24:16Dass du halt auch in Geschichten kommunizierst.
- 24:21Vielleicht nochmal zu dem, wie du das selber machst.
- 24:24Das ist ja nicht alles jetzt erfunden von Stefan Mehrath, umso mehr Bücher
- 24:28und umso mehr ich ja auch bei anderen Sachen oder andere Bücher lese merke
- 24:32ich ja, du bedienst dich ja häufig auch an Dingen, die erprobt sind, die du
- 24:36wahrscheinlich auch für sinnvoll erachtest und bringst sie im Kontext, richtig?
- 24:41Stefan Merath: Ja, also da muss ich einen Schritt zurückgehen.
- 24:45Als ich angefangen habe, das war im Jahr 2007, damals gab es kein Unternehmercoach.
- 24:52Deswegen waren ja auch die Domains noch frei, unternehmercoach.com
- 24:55und .de und so weiter.
- 24:57Das heißt, ich habe im Prinzip dieses Businessfeld spezialisiert
- 25:01auf Unternehmer erfunden.
- 25:03Was ich aber nicht erfunden habe, ist Coaching,
- 25:06Unternehmensberatung und so weiter.
- 25:08Das war alles schon da.
- 25:09Das heißt, ich konnte mich bei ganz viel Wissen bedienen und habe das spezifisch in
- 25:15Richtung auf Coaching und Entwicklung der Unternehmerpersönlichkeit zusammengeführt.
- 25:19Am Anfang war das sehr viel Wissen Lesen erstmal, weil ich hatte zu
- 25:24Beginn auch noch nicht so richtig viele Kunden wie jeder von uns und ich habe
- 25:27da in den Jahren zwischen 2003 und 2007 vielleicht 500 Bücher gelesen.
- 25:33Ich würde sagen, vielleicht 40 Seminare oder so besucht in der Größenordnung.
- 25:39Das heißt, ich habe mir ganz viel angeeignet und erst dann habe ich
- 25:42mein eigenes Buch rausgebracht, Der Weg zum erfolgreichen
- 25:45Unternehmer, der dann 2008 rauskam.
- 25:47Was mir da wichtig war in dem Buch sind auch in aller Regel, wenn es wirklich
- 25:52wichtige Contents war, die ich von jemand anderem genommen habe, ist immer
- 25:56erwähnt von wem kommt es denn eigentlich.
- 25:58Also ich habe nie getan, als ob ich das jetzt selbst erfunden hätte.
- 26:02Das ist für mich irgendwie… Ich sage mal, ethisch nicht korrekt machen
- 26:06ganz viele, aber mag ich nicht.
- 26:09Das war der Anfang.
- 26:10Dann habe ich jetzt seit 2007 mit einer fünfstelligen Zahl von
- 26:14Unternehmern gearbeitet und da natürlich sehr viel gelernt, was
- 26:19funktioniert, was funktioniert nicht.
- 26:21Ganz viele unterschiedliche Situationen erlebt und dann festgestellt, was von dem,
- 26:27was ich ursprünglich mal aufgenommen hatte als Theorie, funktioniert denn wirklich.
- 26:32Und viele Dinge, die, ich sage mal... Allgemeingültig sind, wo heute alle drüber
- 26:37reden, funktionieren ganz oft nicht.
- 26:40So ein Punkt, der mir gerade einfällt.
- 26:42Ganz oft heißt es, wir müssen ein werteorientiertes Unternehmen
- 26:46aufbauen, dann macht man jetzt so eine Wertedeklaration nach vielen,
- 26:50vielen Workshops, die kommt auf ein Blatt Papier, das kommt an die
- 26:54Wand, wird dort aufgehängt, das sind jetzt unsere Unternehmenswerte.
- 26:57In der Praxis ändert sich aber gar nichts.
- 27:00Das heißt, dieses Konzept mit den Werten klingt zwar theoretisch
- 27:03toll, funktioniert aber 0,0.
- 27:060,0 ist übertrieben, in vielleicht 1% der Fälle funktioniert es
- 27:10tatsächlich, aber sonst nicht.
- 27:12Deswegen machen wir sowas Einfach nicht mehr.
- 27:15Das heißt, wir haben an ganz vielen Stellen gelernt, was nicht funktioniert
- 27:18und dann eine Lösung für entwickelt, die ziemlich abseits ist von dem, was
- 27:24so in der ganzen Literatur immer wieder durchgekaut wird, wie werteorientiertes
- 27:29Unternehmen, blablabla Also alles, was ich meinen Kunden nahe bringe beibringe, haben
- 27:48wir im eigenen Unternehmen getestet Und sind dann halt jetzt auch gerade dieses
- 27:52Jahr, also wir haben letztes Jahr bei Great Place to Work mitgemacht, so die
- 27:56bekannteste Arbeitgeberauszeichnung und haben da erst mal drei Awards gewonnen
- 28:02und dann kamen noch zwei Awards hinterher.
- 28:04Also wir sind zweitbestes Unternehmen in Baden-Württemberg viertbestes KMU
- 28:09in Deutschland, drittbester im Bereich Consulting dann kam noch hinterher
- 28:13Bester oder einer der Besten von den 25 Besten im Bereich Anwendung von
- 28:18KI und jetzt auch noch eins der 25 frauenorientiertesten Unternehmen.
- 28:23Das war gar nicht ursprünglich beabsichtigt das heißt, das kommt jetzt
- 28:26alles hinterher und natürlich hat es...
- 28:29Den Hintergrund erst des Lernens und dann des Ausprobierens und
- 28:33Experimentierens über viele Jahre.
- 28:35Und da vielleicht auch ein Punkt, das sind jetzt 20 Jahre, wo ich daran arbeite und
- 28:40natürlich war das für mich auch durchaus der ein oder andere schmerzvolle Prozess,
- 28:44weil halt nicht alles funktioniert hat.
- 28:47Und das ist, glaube ich, der entscheidende Wert, den ich jetzt
- 28:50gerade in meinem letzten Buch auch die Schwarzgurt-Unternehmer
- 28:53mit reingebracht habe.
- 28:54Da habe ich das gebündelt, was wirklich funktioniert und die
- 28:59Dinge, die nicht funktionieren stehen da halt auch nicht mehr drin.
- 29:02Und das ist ein unglaublicher Mehrwert für jeden Leser oder Hörer, dass er sich
- 29:06eben nicht mit dem Mist beschäftigen muss, der nicht funktioniert.
- 29:12Daniel Terwersche: Ich möchte gerade noch was gleich jetzt zu sagen.
- 29:15Wir kommen gleich noch auf das Thema Schwarzgurt-Unternehmer zurück, weil ich
- 29:18das auch noch ganz spannend finde, auch für den Abschluss dieser Folge nochmal.
- 29:22Was du beschreibst auch das adaptiere ich jetzt mal sowohl auf uns als Unternehmen.
- 29:28Wir sind da ja noch fokussierter.
- 29:29Also du hast jetzt irgendwann mal gesagt, ich konzentriere
- 29:32mich auf das Unternehmertum.
- 29:34Menschen, die ein Unternehmen führen, zu echten Unternehmern dabei begleiten,
- 29:39auszubilden, qualifizieren..., wie auch immer wir die Attribute
- 29:41jetzt nennen oder die Wörter.
- 29:45Bei mir ist es ja noch spezieller.
- 29:46Ich sage, ich mache das für Kanzleienhaber.
- 29:50Jetzt haben wir eine Gemeinsamkeit, die in den letzten Jahren, bei dir ja
- 29:54schon Jahrzehnten, das ist ja schon 2003, ist ja schon etwas länger her.
- 30:00Und das ist die, dass dadurch, dass wir immer wiederkehrend einen
- 30:04ähnlichen Schlag von Menschen mit ähnlichen Erwartungen dabei begleiten,
- 30:10erkennen wir mittlerweile Muster.
- 30:13Und wir erkennen, ähnlich wie ein Osteopath, der sieht, wenn jemand ihm
- 30:17entgegenkommt, der da schon erkennen kann, ob es irgendwie in der Regel, also
- 30:21mein Osteopath, denke ich immer, der ist irgendwie jemand, der alles sehen
- 30:27kann schon an meiner Stimme, wie ich da irgendwo hingehe, weil er den ganzen
- 30:31Tag ähnliche Menschen mit ähnlichen Problemen oder Herausforderungen hat.
- 30:35Ja.
- 31:05Ja.
- 31:10Als Kanzleienhaber nennen kann und Beratungsprodukte
- 31:13mit Zielgruppen definiere.
- 31:15Und nicht nur Beratungsfelder.
- 31:16Das ist so ein Thema bei mir, was ich im Moment viel habe.
- 31:19Der Anwalt der sagt, ich mache Familienrecht, Erbschaftsrecht,
- 31:22Verkehrsrecht, sind für mich Beratungsfelder.
- 31:25Das ist für mich auch noch keine Strategie Das heißt, er hat allgemein
- 31:29gutes Wissen in den Bereichen.
- 31:31Aber wenn ich aber hingehe, ich bin als Steuerberater fokussiert
- 31:34darauf, Unternehmern die BWA so zu erklären, dass er danach auch handelt
- 31:39und die größten Fehler ausräumt wo er Geld zum Fenster rausschmeißt.
- 31:43Bam.
- 31:45Wenn ich das immer mache, dann brauche ich mit jemandem nur eine halbe
- 31:49Stunde ein Gespräch zu führen und ich kann denen schon sagen, pass auf, da
- 31:54sollten wir hingucken, da sollten wir hingucken, da sollten wir hingucken.
- 31:57Und dann bin ich Koryphäe.
- 31:59Stefan Merath: Ja, also ich bin mir sicher, die meisten Steuerberater
- 32:02wissen das ja schon, wenn sie in die Zahlen reingucken, wo das Problem ist.
- 32:06Nur in der Kommunikation zum Kundenhaber zu oft oder zum Mandanten.
- 32:11Und genau diese Fähigkeit, die du jetzt gerade beschrieben hast, dass man aus
- 32:18vielen Einzelfällen im Laufe der Zeit ein Know-how, ein Wissen aufbaut und
- 32:25ein inneres Gespür dafür, wo hakt es.
- 32:28Das ist, glaube ich genau der Schlüssel.
- 32:31Also das ist bei uns relativ ähnlich letzten Endes.
- 32:35Ich habe vorher gesagt mit einer fünfstelligen Anzahl von Kunden
- 32:40gearbeitet und natürlich habe ich schon ganz viele Strategien gesehen,
- 32:45die funktionieren und ganz viele Strategien, die nicht funktionieren.
- 32:48Und wenn mir jetzt einer eine Strategie schildert, natürlich habe ich kein
- 32:53hundertprozentiges Wissen darüber, ob das funktioniert oder nicht.
- 32:56Das entscheidet der Markt und nicht ich.
- 32:58Aber ich würde mal sagen, zu 95 Prozent habe ich ein Gefühl, ob
- 33:01das funktionieren wird oder nicht.
- 33:03Und das ist halt ein Unterschied, wenn der Unternehmer, mit dem ich gerade
- 33:07an der Strategie arbeite, das vorher weiß, dann braucht er gar nicht anfangen
- 33:11umzusetzen mit Website und so weiter.
- 33:13Wenn er schon die Info kriegt, mit einer großen Wahrscheinlichkeit
- 33:16wird es nicht funktionieren.
- 33:17Und damit kann man sich viel Arbeit und Mühe und Leidenspaar ersparen
- 33:23Daniel Terwersche: Ja, und vor allen Dingen ist es ja nicht
- 33:24nur der Geschäftsplan, wie er da steht mit den Informationen,
- 33:27sondern wie er auch vorträgt.
- 33:29Ich weiß nicht, wie es bei dir auch ist, also die Macht der Worte sehr stark.
- 33:33Ich kann dann mittlerweile da vieles rauslesen, in welcher Art sie
- 33:37kommunizieren, ob sie sagen, man müsste mal und wenn man mal und all diese
- 33:42ganzen Themen, wo ich dann weiß, hat der einen Plan oder eiert der rum?
- 33:46Und das spiegelt sich dann in den Handlungen und auch in der
- 33:49Kommunikation zum Team ja häufig wieder.
- 33:51Stefan Merath: Absolut, ja.
- 34:07Daniel Terwersche: Auf dem Weg, mich zu machen zum Schwarzgut-Unternehmer.
- 34:11Habe es aus verschiedenen Gründen jetzt noch nicht gemacht.
- 34:15Aber wenn ich jetzt mal ein klassischer Unternehmer bin, der sagt, ich möchte
- 34:19wirklich meine unternehmerische Fähigkeiten noch mehr schärfen.
- 34:23Ich möchte insgesamt zu einem guten Unternehmer, zu einem guten Arbeitgeber
- 34:27werden, zu einem guten Familienvater.
- 34:30Selber nicht immer strugglen und auch an mich denken.
- 34:33Ich würde mal sagen, das sind so die Bestandteile im Groben, die der
- 34:37Schwarzgut-Unternehmer ausmacht Richtig?
- 34:39Als Ergebnisse?
- 34:41Wie würdest du das beschreiben?
- 34:44Und auch vielleicht mal diese Analogie mit dem Schwarzgurt ist wahrscheinlich
- 34:48jetzt ja auch nicht lange allen bewusst.
- 34:50Man kann es erahnen, aber vielleicht nochmal aus deinem Munde.
- 34:54Stefan Merath: Ja, also es gibt mehrere Gründe für diese Analogie.
- 34:58Also das erste ist, Schwarzgurt aus dem Kampfsport kennt man natürlich.
- 35:02Und wenn man sich fragt okay, wie lange dauert es denn so ein Schwarzgurt im
- 35:06Kampfsport zu werden, dann ist die Antwort so, je nach Kampfsportart zwischen fünf
- 35:12bis zehn Jahre so in der Größenordnung.
- 35:13Also jedem ist intuitiv klar, um gut im Kampfsport zu werden, muss ich Zeit
- 35:18investieren und ich muss trainieren.
- 35:21Und das gleiche gilt für mich auch als Unternehmer.
- 35:23Ich glaube, es geht schneller als zehn Jahre, das schon.
- 35:27Aber ich muss... An mir arbeiten, ich muss mich trainieren.
- 35:31Das ist sozusagen die erste Parallele.
- 35:33Die zweite Parallele ist für mich nicht ganz so auffällig aber auch wichtig.
- 35:38Im Kampfsport gibt es eine Unterscheidung zwischen einem sogenannten
- 35:42äußeren Weg und einem inneren Weg.
- 35:44Der äußere Weg ist jetzt ganz schlicht die Technik.
- 35:47Wie mache ich denn irgendwie einen bestimmten Schlag oder Kick genau?
- 35:51Welche Bewegungsabläufe sind das?
- 35:55Das wiederhole ich einfach hundertmal, tausendmal, bis ich es
- 35:59irgendwann wirklich perfekt kann.
- 36:01Nur das Ganze hilft einem überhaupt nichts, wenn man jetzt wirklich im
- 36:05Ring steht und man hat diese ganzen Techniken gelernt und so weiter.
- 36:08Und im Ring bleibt es nicht aus, dass man irgendwann mal sich eine einfängt.
- 36:12So, und wenn ich jetzt damit nicht umgehen kann und dann denke, oh scheiße,
- 36:17wenn ich noch eine kriege, ganz schlimm.
- 36:18Also wenn die Angst hochkommt und ich die Angst hochkommen lasse,
- 36:21dann habe ich schon verloren, egal wie gut meine Technik ist.
- 36:25Weil mein Gegenüber wird es spüren und dann ist es vorbei.
- 36:28Und das Gleiche gilt beim Unternehmer auch immer.
- 36:31Wir haben äußere Methoden äußere Techniken.
- 36:35Und dann haben wir einen inneren Weg, wie gehe ich denn mit meinen eigenen
- 36:39Gefühlen Ängsten, Unsicherheiten und so weiter um mit meinen Glaubenssätzen.
- 36:44Dieser innere Weg ist meist viel entscheidender.
- 36:47Jetzt, wahrscheinlich wird mich der ein oder andere Steuerberater an der Stelle
- 36:52lünchen, vielleicht auch nicht, aber ich glaube, Über Finanzen gibt es einen Satz
- 36:58wenn ich den verstanden und verinnerlicht habe, dann weiß ich, Ich sage mal 98%
- 37:03dessen was über Finanzen zu wissen gibt.
- 37:05Dieser Satz heißt ganz schlicht für Unternehmer, gib
- 37:08weniger aus, als du einnimmst.
- 37:10Das ist einfach.
- 37:12Wenn ich das verstanden habe und wirklich mache, dann sollte
- 37:16mein Unternehmen florieren.
- 37:17Ich kann noch ein paar Details rumschrauben, aber das ist
- 37:20der Kernsatz von dem Ganzen.
- 37:23Das ist für jeden zu verstehen.
- 37:25Das ist die Methode.
- 37:27Das Problem ist jetzt folgendes.
- 37:30Gib weniger aus, als du einnimmst, heißt für mich als Unternehmer, unter Umständen
- 37:35muss ich mich von Mitarbeitern trennen.
- 37:37Oder von einem Geschäftsbereich, der nicht mehr funktioniert.
- 37:41Jetzt gehen innere Dialoge los.
- 37:44Wir haben schon 10 Jahre zusammengearbeitet.
- 37:47Vielleicht wird es doch noch irgendwann mal was.
- 37:50Diese inneren Unsicherheiten, die mich dazu führen, die notwendige
- 37:54Handlung jetzt nicht zu machen.
- 37:57Oder auf der einen Seite, wenn mich, Ich glaube, den meisten ist klar,
- 38:01dass ich mit einer besseren Strategie mehr Umsatz machen kann und vor allen
- 38:06Dingen mehr Umsatz mit weniger Einsatz.
- 38:10Bessere Strategie heißt aber in der Regel, mich zu fokussieren auf eine kleine
- 38:14Zielgruppe Und an der Stelle kommt bei den meisten hoch, oh, kleine Zielgruppe Ja,
- 38:18aber wenn das nicht funktioniert, oh Gott, das heißt, die Angst kommt hoch und dann
- 38:21machen sie doch wieder fünf Zielgruppen.
- 38:23Das heißt, das Verstehen gibt weniger aus, als du einnimmst.
- 38:27Es ist super easy, das Umsetzen und mit den Emotionen klarkommen
- 38:31ist die Schwierigkeit.
- 38:32Und das ist für mich der Kern vom Schwarzgurt-Unternehmer, sich selbst
- 38:36zu trainieren genau mit diesen Gefühlen Glaubenssätzen, mit diesen
- 38:41Dingen, die mich davon abhalten, das Richtige zu machen, damit umzugehen
- 38:45und darin immer besser zu werden.
- 38:47Das sind für mich die zwei Hauptparallelen für Schwarzgurt-Unternehmer.
- 38:53Daniel Terwersche: Okay, jetzt haben wir ja, du sagst ja, bei
- 38:56mir ist das die Marathon-Analogie.
- 38:59Ich sage immer, jeder, der den Marathon das erste Mal gelaufen hat, ist nicht
- 39:03mit dem Laufen angefangen um irgendwann Marathon zu laufen, sondern ich bin
- 39:06ja immer in verschiedenen Motivebenen.
- 39:09Also in der Regel ist der, der anfängt zu laufen, der, der sagt, okay, ich
- 39:12möchte mal abnehmen, mir soll es besser gehen, ich muss mich gesünder fühlen.
- 39:16Wenn ich dann anfange zu laufen, merke ich, wie viel Freude mir das
- 39:18bereitet und dass es mir gut tut.
- 39:20Und dann geht es ja immer weiter.
- 39:21Und wenn ich jetzt in Berlin am Marathon dann stehe und die kommen dann da rein
- 39:24und sagen dann, die sind total happy und sagen, bist du damals mit dem Laufen
- 39:27angefangen, um irgendwann Marathon zu laufen, gibt es ja nicht unbedingt nur
- 39:32Zuspruch, sondern die meisten sagen, bist du denn bescheuert ich habe damals
- 39:34noch 30 Kilo mehr gewogen und so weiter.
- 39:36Das ist so mein Bildnis von der Geschichte.
- 39:38Und das ist für mich so das Gegenstück wenn ich Marathonläufer
- 39:42bin, in diesem Kontext als Analogie, wie Schwarzgutunternehmer.
- 39:45Jetzt gibt es ja auch noch Halbmarathon-Analogie Leute
- 39:49oder 10-Kilometer-Läufer, um mal dieses zu beeinsetzen.
- 39:53Bei dir bist du ja auch nicht in fünf Jahren dann Schwarzgutunternehmer sondern
- 39:56es gibt ja unterschiedliche Abstufungen.
- 39:58Stefan Merath: Ja, also genauso wie im Kampfsport gibt es ja auch Abstufungen.
- 40:02Da gibt es erst den Gelbgurt und dann je nach Kampfsportart ändern sich
- 40:06die Gürtelfarben Manche machen mit Orange weiter, manche mit Grün, aber
- 40:09es gibt verschiedene Gürtelstufen zwischendrin und das gleiche gibt es
- 40:12bei Unternehmern letzten Endes auch.
- 40:14Also wenn ich mal anfange, die... Die meisten Unternehmer, die sind in, ich sage
- 40:20mal, irgendeiner Art von Zwängen gefangen.
- 40:23Ob das jetzt finanzielle Zwänge sind, ob das zeitliche Zwänge sind, ob das
- 40:27Zwänge sind, sie würden sich gerne von Mitarbeiter oder Geschäftspartner
- 40:31trennen, glauben aber es nicht zu können.
- 40:34Also unterschiedliche Zwänge.
- 40:35Und für mich die erste Stufe die gelbe Stufe ist der Unternehmer, der lernt
- 40:40sich aus solchen Zwängen zu befreien.
- 40:42Weil solange ich in so einem Zwang drin bin, kann ich gar keine Strategie
- 40:45entwickeln, das wird nicht funktionieren.
- 40:47Das weiß ich.
- 40:48Ich habe beispielsweise einen Geschäftspartner, mit dem bin ich
- 40:51überhaupt nicht klar, von dem würde ich mich gerne trennen, kann ich aber
- 40:54nicht, weil 50-50 am Unternehmen.
- 40:56Wie will ich mit dem eine gemeinsame Strategie entwickeln?
- 40:59Geht nicht.
- 40:59Also erst das Problem mit dem Geschäftspartner lösen.
- 41:01Das ist für mich das Thema Gelbgurt.
- 41:04Dann das Nächste Ich glaube nicht, dass jeder Unternehmer... Für jede
- 41:09Art von Unternehmen passend ist.
- 41:10Also wenn du mir beispielsweise ein Burger King geben würdest,
- 41:13würde ich sagen, das wird nicht funktionieren, obwohl ich glaube, ein
- 41:16ziemlich guter Unternehmer zu sein.
- 41:18Weil ein Burger King ist extrem prozessorientiert Es geht
- 41:21extrem viel um kleine Details.
- 41:24Und vom Produkt bin ich jetzt auch nur begrenzt überzeugt.
- 41:28Das heißt, ich stehe da nicht dahinter und habe auch gar keine Lust, so zu arbeiten.
- 41:33Also wäre ich logischerweise ein schlechter Unternehmer da drin.
- 41:37So, das heißt, erst mal rauszufinden, was bin ich eigentlich für ein Mensch?
- 41:41Und damit meine ich nicht die Fachkraftebene in dem Fall Bulettenbraten,
- 41:45sondern wie ist das Unternehmen strukturiert Welche Struktur brauche
- 41:51ich als Führungskraft in mir?
- 41:52Was bin ich für ein Mensch, damit es passt?
- 41:55Weil ein Softwareunternehmen muss sich komplett anders
- 41:57führen als ein Burger King.
- 41:59Also was passt da zu mir?
- 42:01Das erst mal rauszufinden Das ist dann für mich so der nächste
- 42:05Level, das ist der grüne Gurt.
- 42:07Dann der nächste Level ist, wenn ich das weiß, von dort aus
- 42:10die Strategie zu entwickeln.
- 42:12Welche Art von Unternehmen, wie ausrichten, welche Zielgruppe Das ist
- 42:16dann der blaue Gurt und dann das nächste Problem taucht von allein auf, wenn ich
- 42:19die Strategie habe, dann werden einige Mitarbeiter davon nicht begeistert sein.
- 42:25Sprich wie nehme ich mein Team mit, wie schaffe ich ein gut funktionierendes
- 42:29Team, das im Idealfall in so einem Zustand des Teamflow ist.
- 42:33Das ist für mich der rote Gurt und der schwarze Gurt
- 42:36ist für mich ein Unternehmer.
- 42:38Ich formuliere es mal abstrakt, ich kann aber auch gerne noch ein
- 42:41konkretes Beispiel hintendran machen.
- 42:43Es ist ein Unternehmer, der aus einer Haltung der inneren Ruhe heraus agiert,
- 42:47der sich also nicht von diesen ganzen Alltagsproblemen wie so ein Flummi
- 42:51irgendwie hin und her springt, sondern der aus einer inneren Ruhe agiert.
- 42:55Der in seinem Unternehmen seine Seele oder wenn man es weniger spirituell ausgedrückt
- 43:00haben will, sein tiefstes Innerstes zum Ausdruck bringt und damit das Leben seiner
- 43:05Mitarbeiter und seiner Kunden bereichert.
- 43:08Und weil er das tut, wird er als Folge auch wirtschaftlich erfolgreich.
- 43:12Das ist für mich sozusagen der Schwarzgurt-Unternehmer.
- 43:16Daniel Terwersche: Okay, das heißt gerade der Schwarzgurt-Unternehmer,
- 43:20der hat bis dahin auch herausgearbeitet wer er tatsächlich ist Und hat eine
- 43:27gewisse Haltung, ich finde dieses Wort schöner als Persönlichkeitsentfaltung,
- 43:32also eine gewisse Haltung für sich schon ausgearbeitet und lässt sich
- 43:36von den Einflüssen nicht treiben, sondern aus sich, ich nenne es häufig,
- 43:40es ist der Leuchtturm, der sendet.
- 43:44Stefan Merath: So kann man es auch sagen und was mir ganz wichtig ist, ich
- 43:47meine wenn man anguckt, was da im Markt draußen unterwegs sind, da sind so viele
- 43:51unterwegs, die noch mehr Umsatz und noch mehr Verdienst und macht noch mehr
- 43:57Sales Funnel und so weiter, darum geht es eben gerade nicht, es geht darum,
- 44:01das Innerste zum Ausdruck zu bringen, zu leuchten zu strahlen, damit die
- 44:06Menschen zu inspirieren, Mitarbeiter und Kunden und damit geschieht das
- 44:10Ganze mit dem Geld als Folge von allein.
- 44:13Daniel Terwersche: Mhm.
- 44:14Ach, sehr schön.
- 44:16Das ist so viel von dem, was in mir auch schwingt oder meiner
- 44:20Grundhaltung durch äußere Einflüsse.
- 44:23Manchmal wird es dann doch nochmal anders getriggert ,ja.,
- 44:26Stefan Merath: Klar.
- 44:27Passiert uns allen.
- 44:55Daniel Terwersche: Ja, klar.
- 45:08Stefan Merath: Also ich fange mal sozusagen von hinten an.
- 45:11Ich hatte ja gesagt, Schwarzgurt-Unternehmer werde
- 45:14ich nicht in zwei Tagen oder so.
- 45:17Da muss ich logischerweise an mir arbeiten.
- 45:19Also braucht es auch Zeit.
- 45:21Dazu haben wir ein komplettes Unternehmer-Training.
- 45:24Das ist ein zweijähriges Programm, wo man mit anderen Unternehmern gemeinsam
- 45:29durchgeht, lernt wie entwickle ich eine Strategie auch die Strategie
- 45:33konkret entwickelt für das Unternehmen.
- 45:35Lernt, wie führe ich, sich mit anderen Unternehmern permanent austauscht.
- 45:40Und das ist im Wesentlichen ein Live-Programm Das heißt, es gibt zwar
- 45:45Online-Komponenten dazu, aber es ist nicht wie bei vielen anderen eben nur
- 45:49Online, Online, Online, sondern man lernt sich wirklich kennen und der
- 45:53echte Austausch steht im Vordergrund.
- 45:55Das ist sozusagen der große Weg, um zum Schwarzgurt-Unternehmer zu werden.
- 45:59Jetzt hat es natürlich auch einen etwas höheren Preis bei
- 46:01zwei Jahren, logischerweise.
- 46:03Weil wir müssen ja auch unsere Mitarbeiter bezahlen.
- 46:05Das heißt, die meisten steigen erst mal kleiner ein, indem sie erst
- 46:10mal ein Seminar bei uns besuchen.
- 46:13Da steigen die meisten ein mit Der Weg zum erfolgreichen Unternehmer, also so
- 46:17wie mein erstes Buch heißt, das aber auch schon zum Schwarzgurt-Unternehmer
- 46:21hinführt und bei den allermeisten würde ich sagen, schon mal so die ersten Zwänge
- 46:26und die ersten Hauptprobleme die da sind.
- 46:28Und falls ein Unternehmer ist, der jetzt keine so großen Probleme hat, dann
- 46:32hilft es trotzdem, einen ganzen Schritt voranzukommen und sich klarer zu werden,
- 46:37wo will ich eigentlich wirklich hin.
- 46:39So, und jetzt sagen manche noch, okay, ein Seminar ist mir auch irgendwie,
- 46:43ich kenne den jetzt gerade von zwei Podcasts ist mir auch noch too much.
- 46:47Oder wenn ich als Steuerberater da einen Handwerker habe und versuche den irgendwie
- 46:51dazu zu bringen, mache mal ein Seminar.
- 46:53Das wird meist nicht funktionieren weil es dann...
- 46:56Immer noch zu teuer und dann der erste Schritt sozusagen wäre für
- 47:00mich tatsächlich das Buch Die Schwarzgurt-Unternehmer zu lesen und Buch
- 47:05beziehungsweise Hörbuch, wenn man ein Audible-Abo hat, dann kriegt man sowieso
- 47:08jeden Monat eins für umsonst und Buch kostet jetzt 39,90, ist jetzt auch nicht
- 47:14die Welt, das heißt, das wäre sozusagen der Einstieg und danach kann ich ja für
- 47:18mich entscheiden, passt es, ist es die gleiche Philosophie, will ich da wirklich
- 47:22hin und wenn ich dann sage, ja, dann komm zum Seminar und wenn du sagst nein, dann
- 47:28sind wir nicht die richtigen Anbieter.
- 47:30Daniel Terwersche: Mhm, okay.
- 47:32Ja, ich finde den Ansatz spannend, insbesondere auch, da muss ich
- 47:38jetzt öfter drüber nachdenken, also gut spitz positioniert sind
- 47:41wir ja, innovative Steuer- oder Kanzleienhaber und die, die es werden
- 47:46wollen, das ist so unsere Zielgruppe.
- 47:48Also nichtsdestotrotz ist dieser interdisziplinäre Austausch
- 47:51finde ich auch total spannend.
- 47:53Also ich weiß, dass es jetzt nicht unbedingt für meine Tasche ist, wenn ich
- 47:56das jetzt gerade sage, aber in meiner Welt ist es so, dass die Leute die
- 47:59besten Angebote nehmen sollen und wenn sie dann passender sind, dann passt das
- 48:03und dann kommen die anderen auch zu uns.
- 48:05Ich glaube, dieses Interdisziplinäre ist manchmal auch ganz spannend, das auch mal
- 48:10so zu sagen, okay, wie läuft es denn in anderen Branchen, weil wir zum Beispiel
- 48:14in unseren Kanzlei-Unternehmer-Kursen oder auch in anderen Kursen in
- 48:18unseren unseren Habe ich für mich herausgefunden, es war auch ein cleverer
- 48:21Steuerberater, mal ein Unternehmertyp der zu mir gesagt hat, Daniel, was
- 48:24funktioniert eigentlich bei dir gut und was funktioniert bei dir nicht so gut?
- 48:29Und da durfte ich lange drüber nachdenken und bin dann relativ schnell wie aus
- 48:33der Pistole geschossen, also es kam schneller aus meinem Mund, als dass
- 48:36ich es wirklich verinnerlichen konnte.
- 48:38Immer dann, wenn ich Dinge aus anderen Branchen in die steuerberatende Branche
- 48:41hineinbringe... Funktioniert es.
- 48:44Immer dann, wenn ich selber was erfinde, funktioniert es meistens nicht so gut.
- 48:47Und das hat bei mir dann so ausgelöst, auch weil ich ja selber
- 48:50ITler auch bin, also von Hause aus oder aus der Softwarebranche komme,
- 48:56Agilität in die Branche zu bringen, als Beispiel.
- 48:59Ja, mal den Begriff Burning Chart mal zu erklären, die Jahresabschlüsse, dass
- 49:03man die abfackeln kann das ganze Jahr und das Team mitnehmen kann zum Feiern.
- 49:07Das sind einfach so einfache Dinge.
- 49:08Oder OKR-Methode habe ich umgeändert in Bierdeckel-Projektmanagement, weil es
- 49:14dann halt im Kontext ist, für die alle einfach und was auf den Bierdeckel passt.
- 49:19Und Da merkt man halt, dass wenn man aus anderen Branchen sich Impulse
- 49:24holt dass man dann dadurch manchmal noch viel schneller wachsen kann,
- 49:29als wenn man immer nur der eine mit dem anderen, weil dann vergleiche
- 49:32ich das eine DMS mit dem anderen DMS, um bei dem Beispiel zu bleiben.
- 49:36Stefan Merath: Ich habe da noch ein ganz konkretes Beispiel.
- 49:39Meine Friseurin die hat jahrelang darüber geklagt, dass ihre Mitarbeiterinnen
- 49:45nicht ausgelastet sind, sie unglaublich viel arbeiten muss und völlig kaputt ist
- 49:49und sie nicht genügend Geld verdient.
- 49:51Mein Vorschlag war, weil ich auch aus dem IT-Bereich komme, im
- 49:56IT-Bereich gibt es ja nun zum Beispiel Senior-Developer und Junior-Developer
- 50:01und die haben auch gegenüber den Kunden ein unterschiedliches Preisschild.
- 50:04Und das gibt es in der Friseurbranche nicht.
- 50:06Mein Vorschlag an sie war, erhöhe einfach deinen Preis.
- 50:10Dann hat sie irgendwie Angst gehabt, dann kommen weniger Leute.
- 50:12Meine Mitarbeiterinnen haben ja immer noch den gleichen Preis.
- 50:15Erhöhe nur deinen Preis.
- 50:17Das hat anderthalb Jahre gebraucht bis sie den Mut gefasst hat, Dann hat sie ihre
- 50:22persönlichen Preise erhöht, Chefbetreuung ist einfach teurer und plötzlich war
- 50:28sie weniger ausgelastet die Mitarbeiter waren besser ausgelastet und sie hat
- 50:33zusätzlich noch mehr Geld verdient.
- 50:35Also wie geil ist das denn irgendwie, mehrere Nutzen sozusagen in einem durch
- 50:38so eine ganz simple Maßnahme, wo habe ich ja nicht erfunden habe ich einfach
- 50:42abgeguckt aus dem Softwarebereich, aber es gibt ganz viele Branchen, die
- 50:46diese einfache Sache nicht machen.
- 50:47Und deswegen ist dieser branchenübergreifende
- 50:50Blick, der ist Gold wert.
- 50:51Daniel Terwersche: Ja, bin ich bei dir.
- 50:55Stefan, was ich ganz gerne habe am Ende der Folge ist immer noch so
- 51:01ein Tipp, damit die Leute nochmal beschwingt aus der Folge rausgehen.
- 51:05Ich glaube, dieses Mal haben sie so viele Tipps schon bekommen, was auch an
- 51:09den grundsätzlichen Geisteshaltung auch einfach mal gewisse Glaubenssätze in Frage
- 51:13stellt, wenigstens das mal anzunehmen.
- 51:16Hast du denn noch eine Sache, die du gerne mitnimmst Mitgeben wollen würdest.
- 51:22Stefan Merath: Oh, das ist tatsächlich jetzt schwierig, weil wir haben über
- 51:25so viele coole Sachen schon gesprochen und ich würde ungern noch eine weitere
- 51:31coole Sache obendrauf packen, sondern lieber auf die zwei grundlegenden Dinge
- 51:36fokussieren, die wirklich wichtig sind.
- 51:38Das eine ist, entwickle deine Unternehmerfähigkeiten Unternehmer sein
- 51:42ist ein Beruf, arbeite daran, ob jetzt mit uns, mit dir, mit jemand anders, ist
- 51:48mir ehrlicherweise wurscht, aber begreife deine Tätigkeit als eigenständiger
- 51:51Beruf und lerne das, das ist das Erste.
- 51:54Und das Zweite ist, such dir ein Umfeld aus anderen Unternehmern möglichst
- 52:00branchenübergreifend für bestimmte Themen, für manche Themen ist es auch sinnvoll,
- 52:04in der Branche zu bleiben und tausche dich mit denen regelmäßig Aus und wirklich.
- 52:10Weil ich meine, es gibt ja so viele Branchennetzwerke, da kommen alle hin,
- 52:14trommeln sich auf die Brust und erzählen sich gegenseitig wie toll sie sind.
- 52:17Das bringt einem überhaupt nichts.
- 52:19Sondern wenn dann ein offener Umgang sowie unter Freunden, wo man wirklich
- 52:25sagen kann, hey, mir laufen die Mitarbeiter davon, ich weiß nicht warum,
- 52:29kannst du mal bei mir mit drauf gucken.
- 52:32Also so eine Offenheit, weil dann kann ich wirklich lernen und
- 52:36dann kann der andere auch lernen.
- 52:37Also das sind für mich die zwei Kerndinge, die letzten Endes alles verändern.
- 52:42Daniel Terwersche: Okay, da gibt es ja bei euch auch Braintrusts.
- 52:44Also der Begriff der ist ja auch super, auch toll.
- 52:47Und vor allen Dingen da, wo ich dann, ich weiß nicht, die anonymen Alkoholiker, aber
- 52:51die anonymen Unternehmer, wo halt wirklich da auch mal Sachen erzählt werden,
- 52:56was einen tatsächlich auch belastet.
- 52:57Und ja, das bleibt dann auch im Raum.
- 53:01Stefan Merath: Absolut.
- 53:03Daniel Terwersche: Stefan ,ich hänge ja an den Lippen Ich finde das alles super.
- 53:08Ich habe den Eindruck selber, dass ich viele Sachen eh schon verinnerlicht
- 53:11habe, auch durch deinen Einfluss mit Sicherheit sehr stark mitgeprägt.
- 53:15Von daher gehe ich in all den Dingen mit.
- 53:18Ich bin sehr, sehr froh dass du dir die Zeit genommen hast, um das hier auch
- 53:21mitzugeben, weil auch das sind wieder Sachen, die dann in die Branche einzahlen.
- 53:27Und wir merken das, wenn man ein Webinar mit KI macht, dann
- 53:30sind auf einmal 400 Anmeldungen.
- 53:31Ist da ein Webinar, wie man ein Unternehmen oder eine
- 53:34Kanzlei führt, sind 60.
- 53:36Teilweise vielleicht nochmal wieder eine, du hast es heute auch nochmal
- 53:40gesagt, nochmal eine Sache wieder zurückgehen, eine Geschichte oder
- 53:44eine Stufe zurücknehmen, weil auch KI und Innovation funktioniert
- 53:48nur, wenn das Fundament stimmt.
- 53:50Und das brauche ich, weil ich kann damit sonst nur irgendwas wie
- 53:55Parfüm irgendwo auf irgendwas Zu sprühen, was nicht gut riecht.
- 53:58Irgendwann kommt der Duft wieder durch und dann haben wir alle nichts gewonnen.
- 54:02Stefan Merath: Kann ich dir zu 100% zustimmen.
- 54:04Also ich glaube, letzten Endes, das Unternehmen ist immer der Spiegel
- 54:09der Unternehmerpersönlichkeit.
- 54:10Egal welche Methoden oder sonst irgendwas ich da einbaue, mit der
- 54:14Unternehmerpersönlichkeit beginnt es.
- 54:16Und ich glaube, als Steuerberater weiß ich das intuitiv in Bezug auf meine Mandanten.
- 54:21Und da sozusagen in den eigenen Spiegel zu schauen und es auch auf sich anzuwenden,
- 54:26das ist, glaube ich, der Schlüssel.
- 54:30Daniel Terwersche: Danke.
- 54:31Das waren dann die letzten Worte.
- 54:32Stefan, vielen Dank.
- 54:35Stefan Merath: Danke für die einladung Daniel.
- 54:36Hat mir mega Spaß gemacht.
- 54:38Daniel Terwersche: Danke.
- 54:39Und an alle, die es jetzt gehört haben, denkt drüber nach, meldet
- 54:42euch und fangt an was zu verändern.
- 54:45Insbesondere der heiße Herbst kommt wieder.
- 54:48Und vielleicht ist es auch wieder das Gute, zum neuen Jahr mal darüber
- 54:51nachzudenken, sich auf den Weg zu machen zum echten Unternehmertum.
- 54:56Und das zu lernen als Beruf.
- 54:59Danke, Stefan.
- 55:00Bis dahin.