Latest / Erstklassisch mit Mischke - Klassik hautnah / Klaus Florian Vogt: „Angst habe ich vor keiner Partie“
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- Schmerzen Buß in Bayreuth mehr als woanders? Falls sie mal welche kriegen soll? Keine Ahnung, weiß ich nicht. Noch nie welche gehört? Erstklassisch mit Mischke, der musikalische Podcast des Hamburger Arzt. Schönen guten Tag zu einer neuen Folge. Mein Gast heute, wenn ich von ihm sagen würde, er hat schon hin und wieder mal Wagner gesungen, dann wäre das so ein bisschen wie Eulen nach Athentraben oder in diesem Fall wie Schwäne nach Bayreuth. Gerade hier, jetzt sind wir in der Staatsoper, er hat hier gerade eine Serie mit Lohngreen Wiederaufnahmen, der guten alten Lohngreen von Konvitschni und im Sommer noch den einen oder anderen Termin in Bayreuth. Also wir haben einiges zu besprechen und es kann natürlich nur Klaus-Florian Vogt sein. Guten Tag. Hallo. Wir haben uns vor ein paar Jahren schon mal gesprochen, aber jetzt wird es ja wieder spannend. Erstmal noch auf diesen Lohengring bezogen. Jetzt kommt diese alte Inszenierung wieder von 1998, die Conviction-Inszenierung. Wissen Sie, wie oft Sie diese Partie hier schon gesungen haben in dieser Inszenierung? Ich glaube nicht so oft, aber ehrlich gesagt weiß ich es nicht. Macht das dann eigentlich noch Spaß, wenn man so wiederkommt in so eine Inszenierung, die fühlt sich an wie so ein alter Pantoffel, man denkt, jo Gott, hat sich nichts verändert? Nein, überhaupt nicht. Also erst mal ist es jetzt schon wieder länger her, dass das stattgefunden hat hier mit mir. Und ja, erstens wird diese Partie niemals langweilig. Es ist jedes Mal wieder eine große Herausforderung. Und außerdem sind es immer neue Kollegen. Das kommt ja auch dazu. Und ja, ich mag diese Inszenierung gerne und deshalb freue ich mich wahnsinnig drauf. Wissen Sie, wie viele Lohngräne Sie schon auf der Uhr haben? Wie viele unterschiedliche Inszenierungen? Nein, ich zähle nicht und ich weiß es deshalb nicht. Ich kann mir aber vorstellen, dass es dann auch mal schwierig ist, sich zu sagen oder sich klar zu kriegen, okay, das ist jetzt die Inszenierung so und so, ich muss jetzt nicht nach rechts am Felsen vorbei, sondern ich muss links an der Säule entlang. Ja, das stimmt, das kann vorkommen, aber eigentlich gelingt es mir mal ganz gut, in der jeweiligen Inszenierung dann doch so drin zu sein, dass diese Zweifel oder diese Fragen nicht aufkommen. Das ist jetzt die erste Arbeit mit dem neuen Gmd hier, Ome mir, Welber. Wie ist denn das so? Schön, macht großen Spaß und ja, es ist interessant, weil es ja auch, weil es seine erste Spielzeit hier ist und das Orchester ja auch für das Orchester neu ist und daraus entwickeln sich so. Ganz eigene Dynamiken, finde ich, und das ist einfach interessant zu beobachten. Und wir hatten einmal, erst bis jetzt einmal das Vergnügen, da bin ich einmal in Dresden eingesprungen als Tannhäuser und das hat er dirigiert und das war unser bisher erster und einziger Kontakt. Und jetzt treffen wir uns hier wieder, da freue ich mich sehr darüber. Den neuen Intendanten Tobias Kratzer, den kennen Sie ja nun zumindest spätestens aus Bayreuth durch den Tannhäuser da. Bei Nagano waren Sie der Tannhäuser hier in der Inszenierung. Heißt das jetzt, ist das eine Kontuinität? Kommt da jetzt mehr Wagner mit Ihnen hier mit Kratzer oder mit Welber oder mit beiden? Oder ist da noch nichts spruchreif? Das müssen wir mal gucken. Ist es noch nichts spruchreif? Grundsätzlich noch mal eine Frage, bevor wir jetzt mal auf Bayreuth einbiegen. Wir haben uns das letzte Mal vor sechs Jahren, glaube ich, gesprochen. Wie hat sich der Tenor Klaus-Florian Vogt in dieser Zeit verändert, außer dass sie besser und kaum älter geworden sind? ähm, Ich glaube schon, dass dieser Schritt jetzt in diese noch weiteren Partien mit Siegfried und Tristan, schon auch was stimmlich bewirkt hat, glaube ich. Und. In diesem ganz schweren Fach jetzt tätig zu sein, das war vor sechs Jahren, als wir uns gesprochen haben, noch gar nicht absehbar und gar nicht in Reichweite. Und insofern ist das schon nochmal, ein anderer Schritt und eine andere Herangehensweise und ein anderer Umgang auch mit Wagner, finde ich. Und ich bin von heute aus sehr froh, dass es so ganz gut geklappt hat. Sie haben Ihren ersten Tristan 2024 in Dresden gehabt und das war es doch, das war es jetzt eigentlich doch. Also höher, länger, anstrengender kann man ja eigentlich kaum im Wagner-Fach. Ist es dann für Sie jetzt nur noch Klassenerhalt und nicht allzu sehr hinter den eigenen Ansprüchen zurückfallen? Wo ist jetzt die nächste große Latte, über die Sie noch rüber wollen? Das nächste große Ding, was für Sie noch anstehen kann? Naja, das nächste große Ding ist sowieso immer die nächste Vorstellung mit diesen Partien. Wie ich vorher schon sagte, sind diese ganzen Partien, auch Lohngreen und eigentlich alle Wagner-Partien, jeden Abend wieder eine neue Herausforderung. Und mein Ziel ist eben auch in den Siegfrieden und in den Tristanen, mich da weiter zu entwickeln und diese Partien auch möglichst oft zu machen, denn das ist das Schöne an diesem Wagner-Repertoire, dass es eigentlich unerschöpflich ist von den Entwicklungsmöglichkeiten, die man da hat, sowohl vom Ausdruck. Als Figur in der Darstellung und auch in den Ausdrucksmöglichkeiten in der Musik und stimmlich ist das einfach ein Kosmos, den man kaum ausschöpfen kann. Und insofern hoffe ich, dass ich mich auch in diesen Partien einfach weiterentwickeln kann. In diesem Sommer sind Sie in Bayreuth. Jetzt habe ich mal nachgezählt. Bei den Jubiläumsfestspielen haben Sie noch mehr als sonst zu tun. Sie sind der Loge im Rheingold, in der Walküre der Sigmund, im Siegfried, der Siegfried und denen dann auch eine Götterdämmerung. Jetzt mal ganz blöde gefragt, warum denn eigentlich? Wollen Sie damit ins Guinness Buch oder können Sie so schlecht Nein sagen? Wie ist das über Sie gekommen? Das ist über mich gekommen, indem ich Christian Thielemann gefragt hatte, ob ich Lust dazu hätte. Und er mir gesagt hat, ja, das war in Bayreuth noch nie so und hast du Lust, das zu machen? Und. Ja, da sage ich natürlich nicht nein. Und ich mag auch die Partie des Luge unheimlich gerne. Und natürlich betrachte ich das auch als große Herausforderung. Und das reizt mich einfach. Ach, aber das ist schon so. Ich kann mich auch nicht erinnern, dass das woanders Usus ist, dass ein Tenor diese vier Partien im Ring alle mal eben so durchsinkt. Auf jeden Fall war es in Bayreuth bisher nicht. Ja. Ist der Loge, diese kleine Supporting-Rolle im Rheingold, ist das nicht so ein bisschen unter ihrer Würde, wenn sie nachher als Siegfried auf der Bühne stehen und dann abräumen und vorher haben sie diese dreieinhalb Szenen? Und überhaupt nicht. Loge ist eine wahnsinnig wichtige Partie im Rheingold. Und da hat man wirklich auch sehr schöne Sachen zu singen, finde ich. Und man ist ja als Loge so ein bisschen derjenige, der da im Rheingold so die Fäden in der Hand behält und insofern, das ist einfach eine sehr, sehr schöne Partie und ein guter Einstieg für diese ganze Ringreise. Sie mussten also auch nicht eine Nacht drüber schlafen, bis Sie Thielemann gesagt haben, ja, mache ich, geht klar. Nein. Haben Sie mit Andreas Schager Ihrem Kollegen Wette am Laufen, Wer öfter singen kann in Bayreuth in einer Spielzeit? Nein. Nee, sowas gibt es nicht. Schon mal nachgezählt? Wer öfter macht? Insgesamt? Ja, oder so in einer Saison. Führen Sie da Strichlisten? Nein, das sind Sachen, die interessieren mich nicht. Wie ist überhaupt das Beziehungsgeflecht zwischen Wagner-Tenören auf Ihrem Niveau? Läuft das unter dem Motto singen und singen lassen? Kann man Freunde sein? Kann man Freunde werden? Kann man zu Freunden werden? Ist der einzige Konkurrenzdruck, den Sie verspüren, der, den Sie sich selber machen? Eigentlich schon, ja. Ich habe selber an mich einen hohen Anspruch und dem versuche ich, zu verwirklichen und dem gerecht zu werden. Und das andere interessiert mich nicht so sehr. Und Freunde, das hängt ja von ganz anderen Sachen ab, als dass man jetzt zufällig das gleiche Gesangsfach bedient oder so, sondern ganz im Gegenteil ist es ja so, dass man sich eben eher nicht über den Weg läuft, weil wenn der eine da ist, dann kann da nicht der andere sein. Und so läuft man sehr viel auch aneinander vorbei. Haben Sie manchmal Sehnsucht danach, dass sich ein Haus bei Ihnen meldet und sagt, wir hätten hier noch, keine Ahnung, eine Partie in einer Art von Oper, mit der Sie normalerweise so gar nicht in Berührung kommen? Sie sind ja sowas von auf Wagner abonniert, dass Ihnen wahrscheinlich niemand auch irgendwas anderes noch vorschlagen mag. Das ist schon ein bisschen so, glaube ich, aber da habe ich auch gar nichts dagegen, weil ich, das war mein Ziel, Wagner zu singen und diese Partien zu singen und da bin ich jetzt und damit bin ich unheimlich zufrieden und sehr glücklich damit. Also kein Phantomschmerz, wenn Sie eine Puccini-Oper sehen oder Mozart oder was weiß ich, Verdi? Nein, nee, kann ich nicht sagen, nein. Ich bin wirklich unheimlich glücklich, und würde mit den Partien, die ich mache und würde, glaube ich, eher, wenn es darum ginge, auszuwählen Wagner oder was anderes, würde ich, glaube ich, immer Wagner wählen. Ist das ein besonderer Druck, wenn Sie jetzt in dieser Jubiläumssaison diesen Marathon da auf der Uhr haben? Oder ist das für Sie Festspiele wie halt jedes Jahr? Ne, das ist schon was Besonderes ich bin mir schon bewusst, dass dieser Ring eine besondere Bedeutung hat auch gerade mit Thielemann und auch in allen vier Opern da mitzumachen dessen bin ich mir schon bewusst aber ich. Ja ich freue mich da einfach wahnsinnig drauf und ich freue mich auf diesen Sommer und ich habe auch gerne viel zu tun und insofern ist da, Und. Weniger Bammel als vielmehr ganz große Vorfreude. Haben Sie eigentlich gewissermaßen blind zugesagt, ohne dass Sie wussten, was in diesem Regiekonzept so auf Sie zukommt? Oder ist man dann raus in Bayreuth, weil man erstmal wissen will, was da so bei der Inszenierung ansteht? Nein, überhaupt nicht. Es ist so, dass glaube ich in der Beziehung auch den Verantwortlichen da relativ wenig klar war, als es darum ging, das zu machen wie das jetzt wirklich vonstatten gehen soll und ich weiß bis heute nicht genau, wie das sein wird, also wir wissen alle nicht ganz genau ob wir überhaupt da, ob wir eine Art Kostüm haben oder das Einzige, was ich weiß, dass es einen Gasevorhang irgendwie geben soll, wo was drauf projiziert wird. Aber was und wie und ob wir uns da trotzdem dahinter irgendwie bewegen sollen oder so, ist alles unbekannt. Es klingt so, als ob das auch eine konzertante Angelegenheit werden kann und alles andere machen die Computer und sie stehen einfach nur irgendwo in der Kulisse oder im Probensaal und singen vor sich hin und werden reinübertragen. Nee, das nicht. Also so viel weiß ich schon, dass wir auf der Bühne sind. Ich glaube, das würde auch Christian Thielemann sonst nicht mitmachen. Und ja, ich weiß ja, wie schön das ist und wie angenehm das ist, in Bayreuther auf der Bühne zu singen. Und insofern lasse ich das einfach auf mich zukommen. Mal schauen, was es gibt. Spannend. Also Sie haben es nicht trotz dieser KI-Idee gemacht, dazu zu sagen, sondern wegen dieser KI-Idee? Nee, wegen der KI-Idee auch nicht. Also die Hauptmotivation ist einfach das Musikalische. Wenn Sie jetzt, ich weiß gar nicht wie oft, das wievielte Mal mit Thielemann zusammenarbeiten, hört der inzwischen auf Sie? Also oberhalb von, ich stehe gerne jetzt lieber ein bisschen weiter links oder rechts, so rein technische Dinge, sondern wenn Sie ihm vorschlagen würden, an dieser oder jenen Stelle, was weiß ich, Integralserzählung oder sonst wo, ich hätte gern dies, das, jenes, kommt dann aus dem Graben zurück, schöne Idee, aber interessiert mich nicht. Gibt es da einen Austausch im Sinne von, der nimmt auch mal was an oder läuft das nicht so? Das ist mit Christian Thielemann eine so fruchtbare Zusammenarbeit, dass wir immer gegenseitig Vorschläge oder Angebote sozusagen. Glaube ich, annehmen und verarbeiten. Das ist sowieso das Tolle, dass wenn man ihm was anbietet, was musikalisch ist, meinetwegen irgendeine Dynamik oder sowas, dass er das sofort aufnehmen kann und auch verarbeitet und damit spielt. Und dadurch wird das unglaublich lebendig und das beruht auf Gegenseitigkeit. Also ich finde, man merkt dann auch, okay, da wird es jetzt ein bisschen schneller oder ein bisschen langsamer oder so, dass das Orchester jetzt macht da jetzt wirklich ganz, ganz leise oder solche Sachen, auch darauf zu reagieren und das mit zu empfinden und dann da mitzuspielen sozusagen. Sagen. Also im Grunde genommen spielen wir miteinander und das macht das so unglaublich interessant. Sind Sie durch Bayreuth, durch diesen Dauerauftrag, da gewissermaßen so ein bisschen verdorben für andere, normalere Opernhäuser, angefangen vom Klang, den es nur so in Bayreuth in diesem Maße gibt oder in dieser Version, bis hin zu dem ganzen Nimbus, den eine Aufführung da hat, verglichen mit einer Wald- und Wiesenrepertoire-Aufführung irgendwo in, keine Ahnung, Und Osnabrück, wahrscheinlich würden sie in Osnabrück nicht mehr auftreten, aber losgelöst davon. Ja, würde ich auch nicht ausschließen, aber. Es ist schon so. Also nein, erstmal nein. Jedes Haus hat seinen eigenen Reiz und ich bin keinesfalls verdorben durch Bayreuth oder so. Also zumal man, wenn man da auf der Bühne steht und singt, empfindet man ja diese Klangmischung, die man im Zuschauerraum erlebt, die hat man ja auf der Bühne nicht. Sondern da ist das Orchester wirklich ziemlich präsent, sogar als Sänger. Und insofern ist das nicht so. Auf der anderen Seite ist es so, wenn jetzt dieser Bayreuth-Sommer dann zu Ende ist und ich komme wieder woanders hin, ist es schon immer auch eine gewisse Umstellung. Das muss ich schon zugeben. Was man in Bayreuth als Sänger auch zurückbekommt an Klang und zu spüren, dass dieses Haus eben. Einfach mitschwingt auf irgendeine Weise. Das ist natürlich nicht in jedem Haus so und da muss ich mich auch immer ein bisschen wieder umgewöhnen. Das heißt aber nicht, dass es irgendwo schlechter oder besser ist. Ich weiß gar nicht mehr genau vom zeitlichen Ablauf, ob das davor oder danach war, nach unserem ersten Gespräch. Aber ich war einmal in Bayreuth, als es den Tannhäuser gab, wo ein Teilpublikum auch mit auf der Bühne sein durfte. Die saßen an seiner Seite. Und da habe ich nun, da ich ja normalerweise da nicht singe, das erste Mal miterlebt, wie das denn auf der Bühne ist, dieses Durcheinander mit der Chor hat ein Timing, die Sänger haben ein anderes Timing, das Orchester kommt von unten dazu und auf der Bühne ist das ein schreckliches Durcheinander, Passend miteinander zusammen ist es erst im Saal. Auf der Wege hört man ja Dinge zeitversetzt. Das muss einen doch über stundenlange Opern hinweg wahnsinnig machen, weil man immer, aus verschiedenen Richtungen verschiedene Dinge bekommt, die aber nicht synchron sind und man muss immer dann glauben und wissen und hoffen, dass das aber alles tunlichst auch passend im Saal ankommt. Ja, stimmt. Das empfinde ich aber als besondere Herausforderung auch. Mit diesem ganz besonderen, mit diesen Verzögerungen, die es einfach gibt und immer dem Bewusstsein, dass man auf keinen Fall vor dem Orchester singen darf, sondern eher ein bisschen später als das, was man da hört, auf der Bühne einsetzen muss und immer wahnsinnig viel Zeit hat für Einsätze. Das macht es für mich besonders reizvoll, mit diesen Besonderheiten auch umzugehen. Macht diese Besonderheit in Bayreuth, um Himmels Willen. In Bayreuth ist eigentlich tatsächlich einfacher für Sänger, sich nicht so auf die Felge zu singen, weil sie durch diesen Deckel auf dem Orchestergraben nicht gezwungen sind, über ein 100-110-Mann-Orchester rübersingen zu müssen. Dadurch, dass der Klang einfach differenzierter passiert als in einem Opernhaus, wo sie, wenn sie Pech haben, sich gegen Wolf singen können, aber trotzdem bügelt sie das Orchester einfach mengenmäßig unter. Wie ich vorher schon sagte, was ich als Sänger auf der Bühne höre, ist ja keineswegs leise, sondern man kriegt auf der Bühne einen sehr, sehr präsenten und auch lauten Streicherklang geliefert. Und ich glaube, wenn man das nicht genau weiß, dann verleitet das genauso zum, Forcieren wie woanders. Und davor muss man sich halt hüten. Und man kann sich halt in Bayreuth darauf verlassen, dass man eben im Zuschauerraum eben trotzdem auch gut zu hören ist. Schmerzenbuß in Bayreuth mehr als woanders? Falls Sie mal welche kriegen sollten. Keine Ahnung, weiß ich nicht. Noch nie welche gehört? Wenn man da ist und regelmäßig ist in Bayreuth, Ich kann mir nicht vorstellen, dass man gerade bei einer Ringproduktion, die ja die vier Teile hat, das Ganze zieht sich, dass da nicht irgendwann so eine Art Lagerkoller einsetzt, den man in normalen Produktionen an anderen Opernhäusern nicht bekommt, weil man einfach mehr im Leben steht als da. In Bayreuth ist man ja weggeschlossen. Man ist da in Franken irgendwo in der Provinz. Man hat jeden Tag Vorstellungsproben davor. Man hat davor diese ganzen Probenphasen um einen rum. Am Festspielhaus laufen auch nur Wagneriane rum. Also es ist schon ein sehr close job, oder? Das ist schon so ein bisschen Intensiv-Trainingslager, will ich mal sagen. Trotzdem hängt man ja nicht den ganzen Tag aufeinander oder zusammen oder so, und ich versuche mir da auch immer so ein bisschen so ein Parallelleben zu organisieren, und insofern eine Art Lagerkoller oder sowas, das habe ich da noch nie erlebt. Ganz im Gegenteil, das macht großen Spaß, so eng. Nirgends, finde ich, hat man so viel und so eng mit dem Chor zum Beispiel zu tun und auch mit dem Orchester, weil alle, da so an einem Strang ziehen und auch aus einer ähnlichen Motivation da überhaupt hinkommen. Das verbindet sehr und insofern ist das wirklich besonders finde ich und ich genieße es sehr und mag das gerne und, Und insofern habe ich so eine Art Lagerkoller noch nicht erlebt. Ganz im Gegenteil, wir sind eigentlich immer eher traurig, wenn die Probenzeit vorbei ist, weil dann laufen die Vorstellungen, dann trifft man sich nicht mehr so sehr, auch mit Leuten, die in anderen Stücken beschäftigt sind und so. Und dann kommt eben so ein ganz anderer Reiz in Bayreuth dazu, in dem dieses sehr, teilweise doch sehr fachkundige Publikum, auch diese wahnsinnige Internationalität man da spüren kann und eben diese besondere Atmosphäre auch während der Vorstellung. Ja das weicht dann so ein bisschen diesem Probenprozess. Und das ist dann irgendwie ganz anders. Das ist auch total schön und sehr besonders, aber ganz anders als der Probenprozess. Zum Jubiläumsjahr gibt es ja jetzt zwei Ausnahmen im Plan. Also es gibt Beethoven 9 zum Start und es gibt den Rienzi. Ist das für Sie okay? Sollte man zukünftig nicht vielleicht auch mehr spielen und anderes als diese zehn Opern aus dem Kanon, die man normalerweise immer machen darf? Nein, fühle ich dagegen. Ich glaube, damit gibt man... Und man hat mit den Bayreuther Festspielen ein absolut singuläres, ich nenne das jetzt mal Produkt oder ein Pfund in der Hand, was es weltweit eben so nicht irgendwo anders noch gibt. Und ich glaube nicht, dass man da gut beraten wäre, das jetzt irgendwie zu verwässern, sondern ich glaube ganz im Gegenteil, gerade in der heutigen Zeit ist es wichtig, das zu pflegen und das bedeutet ja nicht, dass man irgendwie im Museum sein muss oder so, natürlich auch weiterentwickeln, klar, aber das Repertoire fände ich, sollte man so lassen, wie es ist. Da Sie ja nun schon ein paar Dienstjahre auf der Uhr haben, ist es Ihnen schon mal passiert, dass Regisseure hier, da, dort oder Regisseurinnen Sie tatsächlich um Rat fragen bei einer Inszenierung, bei einer Produktion, bei einer Probe, weil Sie an irgendeiner Stelle haken, nicht weiter wissen und sich denken, ich weiß jetzt auch nicht genau, wie ich hier um diese Kurve komme. Ich frage mal den Tenor, der dieses Stück schon gefühlt 400 Mal gesungen hat, der hat vielleicht eine Idee oder wollen Sie damit gar nichts zu tun haben? Und sagen Sie, ich singe hier, aber für die Regie bist du dann bitte zuständig und lass mich in Ruhe, ich mache das alles gerne, aber die Ideen sollst du schon gerne haben. Nee, also ich sehe so eine Produktion oder so eine Arbeit, also gerade eine Neuinszenierung, sehe so eine Arbeit immer, als Teamwork und als gemeinsames Herangehen und ich glaube, was mir wichtig ist, ich glaube, ich bin wirklich ein Teamworker und ich finde es wichtig, dass man mit dem Regisseur, mit seinen Ideen immer im Dialog bleibt und sich gegenseitig auch durchaus auch Vorschläge machen kann und das auch offen annimmt. Und genauso wie ich vielleicht auch ein bisschen abwegige. Vorschläge eines Regisseurs mir anhöre und versuche die umzusetzen, genauso erwarte ich das eigentlich auch umgekehrt, dass man und daraus sich eben irgendwie dann im Idealfall ein schönes Ergebnis irgendwie entwickelt. Und insofern ist das für mich wichtig, dass es eine. Ja mir ist das ja auch wichtig, dass diese Produktion oder diese Regie funktioniert am Ende. Aber ich kann mir doch auch vorstellen, dass es Ihnen doch schon mal passiert sein dürfte, dass da so ein Ansinnen auf Sie zukam, was die Szene angeht oder eine Szene angeht, wo Sie dann doch vielleicht erstmal tief in den Bauch geatmet haben und dann langsam in kurzen Sätzen erklärt haben, warum das keine gute Idee ist, jetzt eine Szene so oder so zu gestalten. Das kommt durchaus schon mal vor, ja klar. Wären Sie dann laut oder leise? Nein, überhaupt nicht. Also wie man sich das vielleicht vorstellt, dass man sich da gegenseitig anschreit oder so. Nein, dafür bin ich auch überhaupt nicht der Typ, sondern wie ich schon vorher sagte, das ist für mich immer ein Arbeiten auf Augenhöhe und ein gegenseitiger Respekt. Und wenn man da auf einer Wellenlänge läuft und einigermaßen vernünftig ist, dann wird man sich auch einigen. Trotzdem gibt es sicherlich auch Sachen, wo ich sagen würde, nee, das kann ich so nicht oder das möchte ich nicht oder so. Klar, das gibt es auch. Ich glaube, wir haben damals beim ersten Durchgang auch darüber geredet. Ich glaube, Sie haben damals gesagt, nee, will ich nicht, mache ich nicht, juckt mich nicht. Aber selber Regie ist immer noch nichts für Sie? Steht nicht zur Debatte. Also nein. Muss ja auch nicht, aber könnte ja sein, dass da so langsam sowas im Hinterkopf so ein bisschen klingelt. Nein, ehrlich gesagt nicht. Ich fühle mich genug herausgefordert mit diesen, Gesangsansprüchen, die ich da habe und denen nicht gerecht werden will. Und insofern stellt sich diese Frage einfach gar nicht. Spüren Sie eigentlich schon so etwas wie den sanft heißen Atem von Kollegen wie, also das ist halbwegs Ihr Fach, Michael Spires, oder das ist so gar nicht Ihr Fach, Herr Tittelmann im Nacken? Also was die Popularität angeht, was die Wahrnehmbarkeit angeht in dieser Branche oder wie gehen sie damit um, dass sie womöglich, wenn nicht der Beste, dann einer der besten Tenöre in ihrem Fach sind weltweit. Aber irgendwann und womöglich jetzt gerade kommen ja auch schon andere, jüngere, gute, womöglich genauso gute nach und sagen, ja, alles schön und gut, was der Vogt da so macht, aber ich zeige auch mal, wie es wirklich geht. Ist das was, wo man richtiggehend, wo sie richtiggehend mehr als Respekt haben, sondern vielleicht auch eine Art von. Gesteigerten Druck, jetzt noch mehr liefern zu müssen, weil hinten steht jemand, der sagt, lass mich mal an? Nein, empfinde ich nicht so. Mache ich mir ehrlich gesagt auch nicht so eine Gedanken drüber. Und in erster Linie will ich meinem eigenen Anspruch gerecht werden und mache das so gut, wie ich das kann. Und das andere interessiert mich eigentlich nicht so sehr. Sie waren in den vergangenen Monaten auch hin und wieder und gerne und erfolgreich mit Harald Schmidt auf Tournee, mit einem Trio gewissermaßen und haben sich dann Wagner mal ganz anders genähert. Was war denn so die dümmste Frage, die Harald Schmidt Ihnen gestellt hat zum Thema Wagner? Er hat ja langsam dann auch das Licht gesehen und hat sich da reingearbeitet, indem ich an im Laufe dieser Vorstellung, aber am Anfang haben Sie wahrscheinlich, einiges zu hören bekommen an Fragen, wo Sie innerlich die eine oder andere Hand zusammengeschlagen haben? Ehrlich gesagt überhaupt nicht, weil der Harald Schmidt geht mit diesem. Mit diesem Metier und mit diesem Kosmos sehr, sehr respektvoll um. Und insofern gab es nie eine Frage, wo ich dachte, wie kann man es so fragen? Ganz im Gegenteil, das ist jedes Mal wieder total interessant, weil jeder dieser Abende eine andere Kurve nimmt. Wir haben das wenig festgelegt, es liegt eigentlich nur fest, was ich singe an dem Abend und dann, das ist so das Gerüst sozusagen und was darum herum passiert. Ist nicht festgelegt und insofern verläuft jeder dieser Abende völlig unterschiedlich und, ganz im Gegenteil merke ich, dass Erhard Schmidt eben auch ein totaler Theatermensch ist und aus dem Theater kommt und deshalb genau weiß, was da wichtig ist und was vielleicht auch nicht so wichtig ist Und nee, das ist ein sehr respektvoller Umgang und eine blöde Frage habe ich eigentlich noch überhaupt nicht erlebt. Okay, dann habe ich mal einen Block blöder Fragen womöglich. Die können Sie mit Ja oder Nein oder einer Antwort beantworten. Ein Rat, den Sie dem 20-jährigen Klaus-Florian Vogt geben würden, wenn Sie den jetzt treffen fürs Leben. Außer hör auf mit dem Horn spielen, hat keinen Sinn. Das hatte ja durchaus Sinn. Ähm. Ja, bleib bei dir. Piano oder Forte? Muss man Wagner-Tenor kaum fragen, aber trotzdem? Beides. Beides, okay. Und das Lieblingsinstrument und Horn gilt nicht? Nochmal? Das Lieblingsinstrument und Horn gilt nicht? Das Lieblingsinstrument ist, glaube ich, Bassklarinette. Gute Wahl. Wissen Sie, was Sie mit Ihrer ersten Profi-Gage als Tenor gemacht haben? Also nicht als Hornist hier bei den Philharmonikern, sondern die erste Tenor-Gage. Auf den Kopf gehauen, Lokalrunde in der Kantine. Da muss ich mal überlegen, wann das überhaupt war. Ne, weiß ich nicht. Keine Ahnung. Und wenn Sie die Wahl hätten, welche Superkraft hätten Sie gerne? Superkraft. Welche Superkraft Ich glaube, ich würde mich unheimlich gerne beamen können, Von einem Opernhaus zum nächsten Ja, oder, Ohne Karawanen oder selber fliegen, so einfach Ja, ich reise ja auch gerne, aber das wäre manchmal das wäre, glaube ich, manchmal cool, Um noch einmal auf Bayreuth zurückzukommen, bevor wir dann in die Zielgerade einbiegen. Vor welchem dieser vier Teile des Rings haben Sie den meisten Respekt? Ich könnte mir vorstellen, dass es die Götterdämmerung ist, aber nichtsdestotrotz vielleicht ist die Gewichtung, die innere ja eine ganz andere und je kleiner die Rolle, wobei keine von diesen Rollen klein ist, desto, mehr geht die Düse. Also Respekt habe ich vor allen diesen Partien. Mal ganz grundsätzlich. Und Angst habe ich eigentlich vor keiner. Heldentenor. Einmal Heldentenor, immer Heldentenor. Nein, es ist wirklich, das klingt vielleicht komisch oder so, aber es ist jedes Mal für mich erstens eine Herausforderung, zweitens ein Erlebnis, diese Partien singen zu dürfen und geprägt eigentlich von einer Vorfreude auf diese Abende. Und das ist jetzt, wo wir sprechen, nach wie vor so, Sie haben keine Ahnung, was da auf Sie zukommt bei den Proben. Nee, keine Ahnung, weiß ich nicht. Ich weiß nicht mal, wie viele Proben wir haben. Na gut, dann früher oder später werden Sie es rauskriegen und wir werden es dann irgendwann sehen. Erstmal vielen Dank. Ich bin total gespannt jetzt. Also ich bin dann da und werde mir das alles anschauen. Vielleicht kapiere ich es oder nicht. Haben Sie den letzten Ring übrigens gesehen, den Valentin-Schwarz-Ring? Da war ich ja mitwirkender. Eben, aber haben Sie ihn in Gänze gesehen? Nein, habe ich nicht. Ich habe mal ich habe nur mal ein Stückchen Siegfried gesehen. Ersten Akt, glaube ich. Okay, dann kann ich Sie auch nicht fragen, ob Sie den Ring verstanden haben. Ich habe ihn nicht verstanden. Ich habe ihn ja nicht mal verstanden als Mitwirkender. Ja gut, Augen auf bei der Berufswahl. Genau. Ja, also vielen Dank. Ich binde jetzt nochmal ab. Sie sind, wer das hier hört und das terminlich hinbekommt, im April sind Sie als Parsifal in Wien. Dann haben Sie im Mai den Fidelio in Zürich zum Ausruhen. am 23.06. Konzert in der Ed-Philharmonie mit Kamilla Nühlund, aber ohne Wagner. Es gibt Braunfels, das Tideum. Interessante Wahl. Und dann haben Sie den Start in die Langstrecke am 27. Juli in Bayreuth reingohlt. Und dann sind Sie erst mal drei Monate zu Gange, so in etwa. Genau. Ja, also tapfer bleiben. Ja, habe ich vor. Vielen Dank. Ich danke. Mast und Schobbruch und Weidmannsheil. Danke. Podcast von Funke.