Latest / Beyond expectations - the art of mastering life and business / #85 Wenn Geschlecht und Rollen nicht mehr tragen. Über Authentizität, Angst und Wachstum
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- Bianca-Maria Klein: Ganz herzlich willkommen zu einer neuen Folge meines Podcasts Beyond Expectations. Und heute darf ich einen ganz besonderen Menschen bei mir begrüßen. Und ich sage das mit ganz tiefer Wertschätzung und wirklicher tiefer Dankbarkeit. Denn ja, dieses Gespräch, braucht Vertrauen und es braucht Mut. Liebe Pia, du bist 47 Jahre alt, fast so wie ich, ein bisschen älter. Du hast eine kleine Tochter, bist beruflich Trainerin, Coach und Speakerin für persönliches Wachstum. Du bist Dozentin in der kaufmännischen Ausbildung, begleitest Menschen in Veränderungsprozessen und lebst seit einem Jahr als Frau. Davor warst du Ehemann, Partner, Vertriebsleiter, Marketing-Spezialist, Tauchlehrer, Bassist und Rettungsschwimmer. Da müssen wir später unbedingt drauf eingehen. Ein Mensch mit ganz vielen Rollen, viel Erfahrung und einer bemerkenswerten Gelassenheit im Blick auf das Leben. Was ich gerade eben wieder in unserem kurzen Vorgespräch geäußert hast, wo du sagtest, ich bin super entspannt. Und so habe ich dich auch kennengelernt. Und doch gibt es diese Momente im Leben, in denen Rollen nicht mehr tragen. Momente, in denen Erwartungen, die eigenen und die der anderen, plötzlich hinterfragt werden müssen. Heute sprichst du hier mit mir, was mir eine wirklich große Ehre ist, zum ersten Mal öffentlich über deine Transition von Mann zu Frau. Über einen inneren Weg, der nicht laut begonnen hat und über das jahrelange Verstecken eines Teils deiner Identität und über deine Entscheidung, authentisch zu leben, trotz aller Unsicherheiten. Du sagst über dich, ich lebe persönliches Wachstum in all seinen Facetten. Und vielleicht ist das der Kern unseres Gesprächs, Pia. Was passiert eigentlich, wenn wir aufhören, Erwartungen zu erfüllen und beginnen, wirklich wir selbst zu sein? Liebe Pia, ich habe jetzt schon Gänsehaut. Ich danke dir von ganzem Herzen schon für dein Vertrauen, für deine Zeit, dass du hier bist. Und ich freue mich wahnsinnig auf dieses Gespräch jetzt mit dir. Pia Krauslach: Liebe Bianca Maria, ich freue mich auch und wenn es dich beruhigt, ich habe genauso Gänsehaut nach der Anmoderation. Und ich muss zugeben, ich bin mittlerweile seit etwas mehr als zwei Wochen auch schon 48. Ja, tatsächlich. Bianca-Maria Klein: Das schön. Ja? Hab ich verpasst. Hab ich dein Geburtstag verpasst? Alles Liebe nachträglich. Hast du mir verheimlicht? Pia Krauslach: Ja, dankeschön, dankeschön. Frauen sprechen noch nicht über ihr, war das nicht so? Bianca-Maria Klein: Ja, stimmt, aber ich bin da irgendwie so bisschen untypisch. Mir ist das eigentlich meistens egal, weil ich mit dem Alter geht's mir immer besser. Pia Krauslach: Eben, letzten Endes ist es eine Zahl und es gibt Leute, sind mit 30 schon tot und andere sind mit 70 noch vitaler als manch 20-Jähriger. Von daher sehe ich das auch gelassen und bin jetzt auch niemand, der da weder irgendwie in der Versenkung verschwindet, noch irgendwie hurra schreit, wenn ein Geburtstag gefeiert werden muss. Bianca-Maria Klein: Ja, das stimmt. Das stimmt. Ja, ich auch nicht. Und wir treffen uns ja demnächst und dann werden wir deine nachfeiern und meinen vorfeiern, weil zwei Tage später habe ich meinen Geburtstag. Oder? Das machen wir einfach. Genau, aber tatsächlich, ich feiere meinen neunfünfzigsten. Genau, ganz kurz Gleichheit. Auch nicht schön. Pia, du weißt ja, ich habe eine Menge Fragen und wir machen das aber hier so ganz im Flow wie immer. Meistens kommen die Fragen überhaupt nicht. Pia Krauslach: Das klingt nach einem sehr guten Plan. Okay, ja, also sind wir kurz gleich alt. Bianca-Maria Klein: zustande, weil ganz viele andere Fragen hochkommen. Und ich habe mir das natürlich immer aufgeschrieben. Die, die mich hier oder uns per YouTube sehen, sehen dann auch immer, dass ich ein bisschen runtergucke. Aber das ist meistens überhaupt kein Problem. Aber lass uns doch gleich mal einsteigen. Ich kenne ja jetzt auch ein bisschen deine Geschichte und ich fand das immer so interessant, wenn du gesagt hast, du musstest immer so einen Teil in deinem Leben lang eigentlich so ja unbewusst verstecken. Pia Krauslach: Ja. Bianca-Maria Klein: Und vielleicht erzählst uns mal, Erwartungen du eigentlich früher an dich hattest und wann du gemerkt hast, dass diese Erwartungen eigentlich überhaupt nicht mehr tragen und auch der Wahrheit nicht mehr entsprechen. Pia Krauslach: Es gibt ja den schönen Spruch, dass das Leben vorwärts gelebt und rückwärts verstanden wird und die Erfahrung mache ich ja gerade in extremer Art und Weise, weil sich mir natürlich viele Dinge jetzt erst erklären und klarer werden, die vorher nie verstanden habe. Also in der Rückschau betrachtet merke ich jetzt wie sehr ich eigene Erwartungen an mich hatte, wie ich als Mann sein müsste, ob das jetzt die Stimmfarbe ist, dass man nicht zu hoch spricht, ob das bestimmte Bewegungen oder Körperhaltungen sind, wo ich in der Rückschau betrachtet oftmals einmal mehr drüber nachgedacht habe, sitze ich jetzt zu weiblich oder sitze ich männlich genug und all diese Themen. wie ist meine Handhaltung, ist meine Stimmfarbe, ist das nicht zu hoch, ist das nicht zu melodisch? Aber das weißt du in dem Moment nicht bewusst, sondern du machst es unterbewusst oder irgendwo an der Stelle, an der Schwelle zum Bewusstsein und gleichzeitig habe ich dann immer auch gemerkt, wie sehr ich mit einem gewissen, ich will nicht sagen neid, aber so der neid der aber nicht negativ ist wie ich dann oftmals eben auch andere frauen geguckt habe ob das jetzt die kleidung ist ob das eben die art und weise ist wie sich bewegen ob sie nägel haben et cetera pp wo ich so dachte ok das ist so was was ich gut finde was ich vielleicht auch sexy finde aber jetzt in der rückschau betrachte gar nicht an der frau sexy finde sondern vielleicht an mir einfach auch haben wollte und eine ganze ganze menge eben an diesen Erwartungen, ich an mich selbst habe und in der Rückschau dann eben auch gemerkt habe, okay, du hast einfach ganz viel von dir unbewusst versteckt. Ja. Bianca-Maria Klein: Und ich erinnere mich, das hat mich damals bei unserem ersten Gespräch so beeindruckt, du hattest ja auch gesagt, du wolltest dann diesen Erwartungen eigentlich wahrscheinlich noch stärker entsprechen, als es wahrscheinlich nötig gewesen wäre, oder? Hat dich das richtig verstanden, so dieses Mannsein, dass du dann eigentlich das, weil du vielleicht gefühlt hast, da ist was, was gar nicht so männlich unbedingt sich anfühlt, dass du das dann so besonders gemacht hast? Erinnere ich mich da richtig? Pia Krauslach: Mhm. Ja. Ja, ich überlege, also ich war nie jemanden, jetzt besonders viel, ich sag mal auf ein extrem männliches Erscheinungsbild gegeben hat, sag ich mal so. Also ich war jetzt niemand, der in eine Mugibude gegangen ist und da Gewichte gepumpt hat. Das war noch nie meins gewesen einerseits. Andererseits schon das Thema eben auf irgendeine Art und Weise einen Mann zu verkörpern, der ich im Inneren aber in der Rückschau zumindest nie wirklich war. das... ja, ich wollte natürlich auch attraktiv sein, aber letzten Endes war es immer so ein Spannungsfeld gewesen zwischen Mannsein oder... nach außen darstellen, aber im Inneren das dann doch nicht so ganz fühlen. Bianca-Maria Klein: Und wenn wir bei Erwartungen sind, ich kann mir ja vorstellen, das merke ich ja so an mich als Frau so, dass man sehr natürlich auch in gesellschaftlichen Rollen ist und das sind ja gesellschaftliche Erwartungen eigentlich, was ja völlig bescheuert ist. Aber es ist ja so, dass man auch, wenn man Zeitschriften aufmacht, ich als Frau, wenn ich einen schlechten Tag habe und so eine Zeitschrift angucke, denke ich ja, mein Gott, wie muss ich eigentlich sein, ⁓ diesem Bild zu entsprechen? Pia Krauslach: Ja. Bianca-Maria Klein: Und haben dich denn solche gesellschaftlichen Erwartungen in beiden Richtungen eigentlich auch geprägt? Pia Krauslach: Weniger. Also ich hatte das große Glück, dass ich ziemlich freiheitlich erzogen wurde. schon eigentlich relativ früh ich selbst sein konnte. Von der Persönlichkeit her. Also von der Geschlechterrolle her war ich Mann, bin als Mann geboren, bin ja biologisch immer noch Mann, das wird sich natürlich auch nicht ändern. Nur Bianca-Maria Klein: Mhm. Pia Krauslach: Womit ich immer gefremdelt habe, waren im Grunde genommen so die Erwartungshaltung, die grundsätzlich da war. Nicht unbedingt, dass sie an mich herangetreten wurden, sondern eher so grundsätzlich, dass ich gemerkt habe, Leute, die sich jetzt, egal ob in einer Gruppe oder so, besonders männlich verhalten, männliche Gruppen haben natürlich eine andere Dynamik als weibliche Gruppen, habe ich mich nie so wirklich zu Hause gefühlt in diesen Gruppen. Erwartungshaltung vielleicht im Sinne von Erfolgserwartungen, die ich dann aber im Umkehrschluss nie geschafft habe zu zu erfüllen. Ich erkläre mir das im Nachhinein so, dass ich einerseits schon gerne erfolgreich gewesen wäre in der Vergangenheit. Also ich habe viele Dinge gemacht, du hast es auch anmoderiert und vielleicht war ich auch erfolgreich, aber es hat sich für mich nie so angefühlt, weil Bianca-Maria Klein: Okay. Pia Krauslach: Ich auf einer Seite wahrscheinlich, und das ist so wie ich es mir erkläre, ich habe mich nie hundertprozentig geliebt, so wie ich bin oder so wie ich war und wollte dann wahrscheinlich auch von anderen nicht geliebt werden. Und das brachte dann eine gewisse Erfolglosigkeit oder auch eine gewisse Passivität mit sich, die eben auch bis in die Beziehung hineinging. Bianca-Maria Klein: Das ja spannend. Was ganz Interessantes gesagt, Ja, bin gerade da hängen, ja, das ist natürlich, von anderen dann nicht geliebt werden wollen, weil man es selber nicht akzeptiert. Ja, und dabei, klar, wenn man deinen Lebenslauf sieht, ist ja total viel. Also da würde ja jeder einen Haken hinter machen und wow, erfolgreiche Person. Spannend, ganz spannender Punkt, was natürlich mit Persönlichkeitsentwicklung ganz viel zu tun hat. Pia Krauslach: Definitiv. Bianca-Maria Klein: Und vielleicht kurz auch für unsere Zuhörer und Zuschauer. Ich habe dich ja kennengelernt in einem wunderbaren Vortrag von dir, der mich ja sehr beeindruckt hat. Und dieses Bild benutze ich immer noch, wenn ich also an dich denke und über Persönlichkeitsentwicklung nachdenke. Du hast einen Vortrag gehalten, sehr empfehlenswert. Ich glaube, man kann ihn sogar online irgendwo sehen. Weiß ich gar nicht mehr, sonst verlinkt so was. Pia Krauslach: Es gibt ihn aber ich hab ihn noch nicht hochgeladen, ich musste ja auch am Ton noch ein bisschen was pfeilen. Bianca-Maria Klein: Ach so. Ja, stimmt, Ton. Wir haben beide gesprochen. Der Ton war leider nicht so gut. Das stimmt, aber trotzdem die Essenz kommt rüber. Und wenn ich das erzählen darf mit dem Bonsai, du hast im Prinzip den Bonsai-Baum als Bild benutzt, als auch eine Art Metapher. Ein Bonsai-Bräumchen, diese kleinen, ich glaube, das sind Nadelbäume. Pia Krauslach: Sehr gern. Ja. unterschiedlich es gibt auch welche mit mit blättern Bianca-Maria Klein: Okay, also die man eigentlich so klein hält in einem kleinen Topf und immer wieder so kurz schneiden muss und klein schneiden muss und sobald die Triebe wachsen, schneidet man sie so, dass das Bäumchen immer in so einer bestimmten Form bleibt. Und du hast das in diesem Vortrag für mich, da hatte ich wirklich so Gänsehaut, dieses Bild, ja, dass wir eigentlich an uns so rumschneiden und Leute versuchen klein zu halten, ne, in eine Gesellschaft und vielleicht auch in Familien und so. Das war für mich so dieses tolle Bild zu sagen, ne, lass doch die Leute als Bäume wachsen. Und du hast jetzt auch noch diesen Hintergrund, ne, das fällt mir jetzt erst auf, dass da natürlich auch ein Zusammenhang ist, dieses, so wenn wir Bäume wachsen lassen und sie einfach sprießen lassen, gedeihen lassen, dann entstehen da große, starke Bäume. Aber diese Bonsai-Bäumchen, die sind zu klein und mickrig eigentlich, schön anzusehen, aber eigentlich ja nur so Deko, Und dieses Bild, das fand ich ja so toll. Und dann sind wir in das Gespräch gekommen und... Pia Krauslach: Ja. Genau. Bianca-Maria Klein: Und das verbinde ich da so stark mit, immer noch jetzt. Das ist ja schon ein paar Monate her. Und wahrscheinlich ist das ja auch ein bisschen so dieses Gefühl, was du hattest. Du wirst da irgendwo eine Kleingehalten oder darfst nicht die sein, die du sein möchtest. ich frage mich, es da einen konkreten Moment, wo du gemerkt hast, ich will nicht mehr dieses Bonsai-Bäumchen sein oder ich möchte nicht mehr so eingeschränkt werden? Pia Krauslach: Ja, genau. Bianca-Maria Klein: Oder war das ein langer Prozess, dass du dann gesagt hast, ich mache mich jetzt auf diesen Weg, dieses Bild von, ich werde jetzt lieber ein Baubabbaum, sage ich mal. Pia Krauslach: ja, ja, genau, es war auch wieder hier, die Klarheit kommt dann eben in der Rückschau, ich habe diesen Wunsch, ich will mal taglang eine Frau sein oder ein Mädchen sein, den habe ich schon in der Grundschule, glaube ich, artikuliert, also es dritte Klasse gewesen sein, meine ich, und ich habe, der ist auch nie weggegangen, also der Gedanke war immer da, Er war nie vordergründig da und ich hatte, so erkläre ich mir zumindest im Nachhinein, die Priorität Nachwuchs zu bekommen und wahrscheinlich war meinem Unterbewusstsein oder mir klar, das eine und das andere gleichzeitig geht nicht. Also war der Wunsch als Frau zu leben immer nur unterbewusst da für mich. War das bis mein Kind da war, habe ich das immer mal wieder gemacht, aber es war immer Ich habe es mir eher so mit einer Flucht aus dem Alltag erklärt. Es war schön, hat sich gut angefühlt, aber es war ja nicht mein Leben. Und nachdem dann mein Kind da war, war das, so erkläre ich es mir, etwas gewesen, was dann nicht mehr sozusagen nichts mehr hatte, was oben drüber lag. Es gab nichts, was eine höhere Priorität hatte ab dem Zeitpunkt. Und deswegen wurde da auch das Gefühl und der Wunsch immer stärker. Gleichzeitig, ich hatte ja schon von Rückzug besprochen, hatte ich mich dann auch von meiner Partnerin, der Mutter meiner Tochter zurückgezogen. Und letzten Endes ging dann die Beziehung auch auseinander. Und für mich war das ein Punkt gewesen, wo ich mir sagte, okay, du kannst jetzt in die nächste Beziehung gehen, in dem Glauben, dass es diesmal funktioniert, oder du klärst das Thema für dich jetzt mal und ich habe dann für mich gesagt, du beziehst jetzt eine neue Wohnung und nutzt einfach jetzt jede freie Minute, sprich einkaufen gehen, alles mögliche, was ich jetzt nicht zu dem Zeitpunkt noch als Mann machen musste, habe ich als Frau gemacht, ⁓ für mich herauszufinden, geht es dir irgendwann auf den Geist, das Frau sein mit allem was dazugehört oder bleibt es ein sich besser und richtiger anfühlen. Die Tatsache, wie ich jetzt hier vor dir sitze, Zeit glaube ich das Ergebnis. Bianca-Maria Klein: Ja, ja, Ach, schön, schön. Ja, das finde ich spannend, dass eigentlich dann auch deine Tochter dazu beigetragen hat, dass du mehr du sein darfst. Schön. Und in dem Zusammenhang, ich kann mir vorstellen, das ist natürlich dann auch das natürlich ein Prozess. Und du bist ja dann auch konfrontiert mit Erwartungen von außen. Familie, berufliches Umfeld oder dein Freundeskreis. Wie war das für dich, diese Gespräche, und da bin ich ja immer bei meinem Thema Erwartung, wie konfrontieren wir die, wie drücken wir eigentlich unsere Bedürfnisse dann klar aus? Gab es da für dich in der Transition große herausfordernde Gespräche? Pia Krauslach: Also einerseits war es für mich immer eine Freude und es ist auch weiterhin darüber zu sprechen. Ich denke die größte Herausforderung von den Gesprächen war sicherlich mit meinen Eltern gewesen, meiner Familie. Es war aber, ich hatte zumindest keine Angst, dass jetzt irgendwas extrem Negatives da passieren würde. So wie ich aufgewachsen bin, den Bildern, meine Eltern mir vermittelt haben, war mir klar gewesen und war ich sicher gewesen, ich bleibe ihr Kind und werde auch weiterhin geliebt. Auch wenn das ganze Thema natürlich extrem herausfordernd und schwierig ist. Was ich vollkommen verstehe und ich versuchte auch immer in der Familie oder auch der Mutter meiner Tochter die größtmöglichen die größtmögliche Unterstützung zu geben, was das Thema betrifft. die, es war nie so gewesen, dass ich gesagt habe, ⁓ Himmels willen, ich kann das jetzt nicht machen, weil das und das passieren könnte. Ich meine, wenn du dich an meinen Vortrag zurück erinnerst, da habe ich auch darüber gesprochen, was uns gerne mal abhält, Dinge zu tun, weil wir uns Sachen vorstellen, die passieren könnten. Aber die Tatsache ist, und dazu gibt es auch mittlerweile entsprechende Studien von den Dingen, die wir uns gerne vorstellen, passieren eben 90 Prozent nicht. Und uns dann von unserer Zukunft oder eben unserem Wachstum abzuhalten, ist fahrlässig für uns selbst. Bianca-Maria Klein: genau. Ja, absolut, absolut. Und genau diese Studien, die auch sagen, wenn wir trainieren, gute Sachen zu erwarten, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass die passieren, sehr groß im Vergleich zu dem Rest. Und ich glaube, kann ich auch nochmal wirklich die Erfahrung, die ich gemacht habe, als wir uns begegnet sind, das war ja für mich ja auch eine neue Art der Begegnung. Und in all der Zeit, die ich dich jetzt kenne, und das ist noch nicht so lang, Aber habe ich ja den Eindruck auch mit den Gesprächen, dass tatsächlich nicht du diejenige bist, die da ein Thema mit Erwartungen eigentlich hat, sondern weil du das so natürlich und authentisch und vor allem so warmherzig auch erzählst und so mutig, das war ja auch der Grund, warum ich dich gefragt habe, hättest du Lust mit mir dieses Gespräch zu führen, weil ich auch von deiner Geschichte her, dass ich den Eindruck habe, dass du eigentlich herausfordernde für die Leute ⁓ dich herum bist, für dich selbst. Das war ja so mein Eindruck mit dieser Selbstverständlichkeit und dieser wirklichen Ruhe, die du ausstrahlst. Deswegen frage ich das auch. Wahrscheinlich war es herausfordernder für alle, die in deinem sozialen Umfeld als für dich. Pia Krauslach: Ja, mit Sicherheit ist das so. Ich habe ja auf der einen Seite natürlich den Vorteil, dass ich mich, wenn ich jetzt mal die dritte Klasse zugrunde lege, fast 38 Jahre auf das Thema vorbereiten konnte oder 39. Den Vorteil hatten die anderen nicht. Die wurden quasi von jetzt auf gleich da ins kalte Wasser geworfen und ich war als Mann eben auch nicht besonders feminin. in dem wie ich mich gegeben habe und von daher war natürlich dann der Kontrast entsprechend höher, das heißt es hat auch keiner damit gerechnet. Es gibt natürlich genug andere Menschen, gerade sicherlich auch jüngere Menschen, die sich mit dem Thema Transition beschäftigen, die vielleicht per se schon ein feminineres Erscheinungsbild haben. Ich habe mein Leben lang ein Erscheinungsbild kultiviert, was eben versucht hat meine eigenen Erwartungen an meine Maskulinität zu entsprechen und dementsprechend war der Kontrast sicherlich größer und ich glaube, dass ich einfach auch und ich habe absolut keine Ahnung wo das herkommt, ob das die Lebenserfahrung ist, die sicherlich da einfach hilft mit meinen 47 oder mittlerweile 48 Jahren, habe da einfach auch eine Stabilität in mir selbst, dass ich sagen kann, okay ich gehe diesen Weg und ich mache es für mich so so perfekt wie möglich auch, das heißt ich möchte schon so weit wie möglich ich selbst sein und deswegen sind auch viele negative Erwartungen, die ich eigentlich hatte, dass ich vielleicht mal irgendwie auf der Straße blöd angemacht werde oder es mal ein komisches Gesicht oder einen komischen Kommentar gibt, die sind nie eingetreten. Das heißt ich sage immer ich ich gehe als ich fühle mich als Frau, gehe als Frau durchs Leben und ich versuche niemanden auch damit zu konfrontieren. Ich muss nicht wie eine Diskokugel rumlaufen oder salopp gesprochen der Holzfäller im Blümchenkleid. Das wäre für mich auch einfach nicht passend. Also ich gucke natürlich auch, dass ich meiner Persönlichkeit und so wie ich bin passend kleide. By the way, ich kriege sehr viele Komplimente, eher von dir, auch von meinen Teilnehmern in der Umschulung, in der Erwachsenenbildung oder eben auch in den Seminaren, ich gebe, kriege ich immer positives Feedback allein für mein Erscheinen und ich glaube, ist auch ein Punkt damit, fordere ich vielleicht negative Reaktionen heraus oder bin ich einfach ganz normal im normalen Kontext, weil wir kennen uns alle in dem Moment, wo wir Bianca-Maria Klein: Ja, von mir zum Beispiel. das erste Mal, weil sie mir so wow. Pia Krauslach: einen Widerstand bekommen und wenn jemand mich konfrontieren will oder mir irgendetwas aufdrängen oder aufdrücken will, ja wie reagiere ich dann? Dann reagiere ich genauso mit Widerstand, das ist ganz normal, das ist ja nur menschlich und nur natürlich und den habe ich eben nicht erfahren, weil ich selbst keine Kraft reingebe darin, jemanden anders überzeugen oder überreden zu wollen von meiner Rolle. Bianca-Maria Klein: Ja, stimmt, du drückst jetzt eigentlich in Worten das aus, was ich fühle. Das ist überhaupt nicht forciert. Und darf ich das erzählen? Das muss ich eigentlich erzählen. Das ist ja so lustig, weil ich habe dich ja eigentlich durch den Rückspiegel im Auto kennengelernt. sind zusammen auf eine Veranstaltung gefahren, bzw. jeder für sich zu einer Veranstaltung gefahren. Pia Krauslach: Natürlich, natürlich. Genau. Bianca-Maria Klein: Und ich stand dann der Ampel und es war an einem Samstag, relativ früh morgens, genau, der Verkehr war noch nicht so stark, mitten in der Innenstadt. Und ich sehe hinter mir so durch den Rückspiegel jemanden, der im Auto tanzt, so Bewegung macht und singt. Und da habe ich noch gesagt, Mensch, das ist ja eine sympathische Frau, fröhlich, Samstagmorgen, mega. Und habe das nur durch den Rückspiegel gesehen. Und dann nächsten Ampel die gleiche Szene. Und dann merke ich, sie fährt immer hinter mir her. Pia Krauslach: Samstagmorgen, ja. Bianca-Maria Klein: fahren zur gleichen Veranstaltung und parken nebeneinander auf dem Parkplatz. Und als du ausgestiegen bist, hatte ich ja sofort diesen Impuls, dir zu sagen, man tut das gut, jemanden gut Gelauntes zu sehen. Und dann gleich so dieser Style, wie du da ausgestiegen bist. Also das war mega. Das werde ich ja nie vergessen, dieser Moment. Und dann sind wir sofort ins Gespräch gekommen und reden jetzt miteinander. Aber deswegen, du drückst es gerade in Worte, in präzisen Worten aus, das, was ich von vorne rein Pia Krauslach: Mh. Genau. Bianca-Maria Klein: gespürt habe, dieses ganz authentische und vor allem nicht forcierte. Also du willst ja nicht provozieren, du willst auch niemanden so aufdrücken, hier so muss das sein. Und ich kann mir auch genau das vorstellen, dass das natürlich dich dann im Prinzip in diese Rolle der Gesellschaft auch leichter macht und es eher dann schwierig ist für die, die da nicht vorbereitet waren. Ja, total interessant. Und mir war ja auch so wichtig, dass wir sprechen, weil ich finde, Pia Krauslach: Ja. Richtig. Genau, Bianca-Maria Klein: Als ich deinen Vortrag gehört habe, da spricht ja ganz viel Inspiration. ich würde mir halt so wünschen, wenn Menschen das hören, in jeglichen sind, für mich bist du Inspiration. dieses so, da kommen wir gleich noch drauf, auf das Thema Angst, da ganz anders mal draufzuschauen und dass wir Mut machen, wirklich das zu leben, was wir leben wollen und nicht irgendwo uns dadurch klein halten lassen und und beschneiden lassen. Pia Krauslach: klein halten. Bianca-Maria Klein: Deswegen war mir das so wichtig, dass wir das in diesem Kontext auch erzählen, weil wir kennen Veränderungsprozesse und Persönlichkeitsentwicklung meistens auf einer anderen Ebene und reden über diese Themen gar nicht so sehr. Und ich finde, du machst das halt auf so eine inspirierende und fröhliche Art. Das ist ja auch so schön. Wie ist das denn? Gehen wir mal auf das Thema Angst ein. Pia Krauslach: Ja. Bianca-Maria Klein: Aber sagen wir mal so, viele Menschen spüren, und das erlebe ich ja auch in meinem Job ganz oft, dass sie nicht authentisch leben können. Das beginnt ja schon als Führungskraft. Sie glauben, sie müssten eine bestimmte Rolle einnehmen, als Führungskraft anders auftreten, als vielleicht ihr eigenes Wesen es möchte. Und dann bleiben sie eigentlich aus Angst in einer Rolle, aber sie können sich da natürlich überhaupt nicht weiterentwickeln, weil es ja gar nicht immer natürlich irgendwie entspricht. Wie hat sich denn dein Verhältnis zu Pia Krauslach: Richtig. Bianca-Maria Klein: Thema Angst im Laufe deines Lebens, aber auch in deiner Entscheidung verändert. Pia Krauslach: Ich glaube, dass ich in der Vergangenheit mehr Angst hatte, auch Angst vor dem, was andere vielleicht über mich denken und da vielleicht auch versucht habe, so ein bisschen unter dem Radar zu bleiben. Also schon eher ein introvertierter Mensch auch war, bis zu einem gewissen Grad. auf der anderen Seite auch eine Bühnenerfahrung hatte über die Schulband, in der ich gespielt habe und da war das eben kein Thema, das heißt, das hat mir auf der anderen Seite auch eine gewisse Sicherheit gegeben, trotz dieser latenten Introvertiertheit und ich hab dann irgendwann mal einen, also oder umgekehrt gesagt, richtig Angst hab ich eigentlich nicht gehabt. dem Sinne, dass ich eine echte Angst hatte, auch dass man mal die Erfahrung macht, Job verlieren zu können, ohne dass gleich die Welt untergeht, sicher, dass sicherlich auch Lebenserfahrungen, die einen da weiterbringen und eine gewisse Gelassenheit geben und Ruhe geben, weil man weiß, okay, es geht ja trotzdem weiter und ich finde, es gibt das schöne Gleichnis oder die Geschichte aus dem Amerikanischen. da ziehen ja oftmals Blizzards übers Land, also plötzliche Schneestürme, wird plötzlich bitter bitter kalt und es wird gesagt, dass es bei den Kühen wohl so ist, dass die dann eben versuchen von diesem Blizzard davon zu rennen nun ist so ein Blizzard aber eben auch schnell, das heißt er holt die Kühe ein, die Kühe erfrieren bei Stieren ist es so, dass sie nicht von diesem Blizzard davon rennen, sondern auf ihn zu rennen das heißt sie rennen da durch und überleben und genauso ist es im Grunde mit der Angst. dem Moment wo ich mich der Angst stelle und in die Angst und durch die Angst gehe, verliert sie natürlich ihren Schrecken und ich merke es kann mir eigentlich nichts oder verdammt wenig passieren. Das heißt in dem Moment wenn ich von der Angst wegrenne werde ich sie nie besiegen können. Bianca-Maria Klein: Das kannte ich noch gar nicht, das ist ja toll, mit den Stirn. Ich stelle mir das gerade so bildlich vor, Kopf runter, Hörner raus und durch die Angst durchrennen. Ja toll, ich benutze tatsächlich dieses Bild oft. Ich bin ja gerade am Buchschreiben, du weißt es, und das habe ich da auch eingefügt, weil ich das auch sehr schönes Bild will, aber ich finde deins fast noch besser, weil das so eine Aktion ist. Ich sage immer, das ist so ein, ich weiß gar nicht woher das eigentlich kommt, dieses, nennt man Gleichnis oder Metapher. Pia Krauslach: Ja, genau. Ja, ja. Mhm. Ja. Bianca-Maria Klein: Es klopft an der Tür, die Angst steht vor der Tür und man hat Angst sie aufzumachen. Aber wenn man die Tür aufmacht und ⁓ die Angst zu begrüßen, steht eigentlich gar keiner vor der Tür. Aber ich finde, das Stierbild ist kraftvoller. Wir rennen da durch und der Blizzard ist ja da. Aber man rennt durch ihn durch. Das finde ich toll, das muss ich mir merken. Zusätzlich zum Bonsai-Wäumchen. Schön, ja, tatsächlich. Pia Krauslach: Genau. Ja. Richtig, ja. Genau. Bianca-Maria Klein: Ich glaube, alle, die in dem Bereich schon arbeiten, so wie wir, haben da wahrscheinlich viele Beispiele auch. Wie spannend ist es, wenn wir uns mit der Angst konfrontieren? Und ich sage immer dann uns auch überlegen, und das hast du ja wahrscheinlich auch sehr oft gemacht, dir zu überlegen, was sind denn die Konsequenzen, wenn ich Dinge verändere. Und die Angst vor den Konsequenzen sind meistens viel, viel größer als die Konsequenzen selbst. Pia Krauslach: Genau, da sind wir wieder bei den 90 Prozent, die wir uns ausmalen und am Ende des Tages geht es darum, es einfach auszuprobieren, weil wir werden es uns nicht erfahren, was das bedeutet und in dem Moment, wenn es ⁓ persönliche Veränderung klingt, oftmals negativ oder sie ist negativ konnotiert, sagen wir mal, wenn wir über persönliches Wachstum sprechen, dann reden wir eben immer auch über Veränderung. Bianca-Maria Klein: Ja, ja. Pia Krauslach: wenn wir uns nicht verändern, können wir eben nicht wachsen und von daher, ja, dürfen wir uns eben von der Angst, nehmen wir wieder das Bildnis von dem Bonsai, die Angst ist im Grunde das Schälchen, was uns klein hält. Bianca-Maria Klein: Ja, genau. Ja, und deine Erfahrung auch, dass das dann darüber sprechen, über Veränderungen und vor allem dein Wachstum, weil das war ja eine Wachstum, du konntest ja aus dir heraus wachsen, dass das Umfeld eigentlich positiv reagiert hat und gar nicht sich so Probleme damit gemacht hat. Und du hattest mir auch, glaube ich, erzählt, auch im beruflichen Kontext, dass du musstest ja jetzt nicht in die neue Stadt ziehen, einen neuen Job finden und alles neu aufbauen, sondern Pia Krauslach: Ja. Ja. Genau. Bianca-Maria Klein: Du bist da geblieben, wo du warst. Pia Krauslach: Genau, ja. Also ich habe das dann entsprechend kommuniziert, dass ich eben zukünftig als Frau leben werde und ich meine, abgesehen davon, dass es eben die gesetzlichen Vorschriften gibt, war es auch überhaupt kein Thema, weil ich war vorher schon da bekannt und ja, also die größte Herausforderung ist sicherlich das ganze Thema mit Ausfallzeiten aufgrund von OPs und dergleichen, was damit anhergeht und den betrieblichen Ablauf stören könnte, aber auch da kommunizieren und sich selbst sicherlich auch mal ein Stück weit zurücknehmen und sagen okay wann würde das denn einfach am besten auch in unsere betrieblichen Abläufe passen und das kann man ja entsprechend mit dem Vorlauf planen, dass man nicht sagt ja ich habe aber jetzt das Recht da irgendwie drei oder fünf oder sechs Wochen auszufallen weil ich will mich selbst verwirklichen ja alles schön und gut aber wir sind nun mal eben auch eingebunden in gewisse Kontexte und die sollten wir dann eben auch beachten. Bianca-Maria Klein: Ja klar. Und das geht ja für genau wie du sagst, wenn jemand eine Ausbildung machen will oder eine Weltreise, muss man sich da genau auch immer entgeben und nehmen. Und ich musste gerade so bisschen schmunzeln, weil ich gerade überlegt hatte, ja, wir haben sowieso zu wenig Frauen in Führungsrollen. Also wahrscheinlich haben sie gesagt, ja Gott sei Dank, jetzt müssen wir noch nicht immer jemanden einstellen und haben auch eine Führungsrolle. Ja super. Pia Krauslach: Genau, richtig, Ja. Wobei sich das tatsächlich erst ergeben hat. Also es war eine ganz normale, gar keine Führungsrolle in dem Moment. es ist halt einfach auch ein Thema. Ich würde mal sagen, ich war vor meiner Entscheidung, bevor ich gesagt habe, ich lebe jetzt als Frau und habe das auch gelebt, war ich von meiner Persönlichkeit dabei 50 bis 70 Prozent. Das heißt, ich habe zwar schon gewusst oder gemerkt oder den Anspruch gehabt oder auch den Glauben an mich gehabt, dass ich das kann. Aber ich habe es ganz offensichtlich nie nach außen transportieren können und mittlerweile kann ich das und dann fällt die Entscheidung dazu sicherlich auch entsprechend leichter. Bianca-Maria Klein: eigentlich haben dann alle profitiert, weil du dann natürlich durch deinen, ich bin jetzt 100 Prozent, natürlich auch im Arbeitskontext eine stärkere Rolle einnehmen könntest und kraftvolle arbeiten kannst und wirksamer bist. Pia Krauslach: Ja. Genau, ja. Ja, ja. Genau, das Feedback, was ich jetzt so im Privaten bekommen habe, beispielsweise im letzten November, hat mein Bruder mit meinem Neffen mich mal besucht und er sagte, Mensch, ich würde so dermaßen in mir selbst ruhen, so hat er mich halt auch vorher noch nie erlebt in der Art und Weise. Ja. Bianca-Maria Klein: Richtig schön. Ja, und jetzt kommen wir vielleicht nochmal auf deinen, also du hast ja, das fand ich ja so spannend, diese Rollen, also was heißt Rollen, also eine Rettungsschwimmer. Da hab ich ja sofort so Bild gehabt, ja eigentlich Rettungsschwimmer. Du bist jetzt Coach für Persönliches Wachstum. Das ist ja auch so bisschen wie so Rettungsschwimmer. Du trägst da Leute vielleicht durch wilde Gewässer und, also Tauchlehrer, dann Bassist hast du auch gesagt, deine Rolle auf der Bühne. Pia Krauslach: Ja. Im Grunde genommen ja. Bianca-Maria Klein: Aber jetzt als Coach weiterhin, was kannst du denn da auch als Coach? Ich meine, ich kann mir das jetzt schon denken, weil ich natürlich auch in dem Bereich arbeite, aber wahrscheinlich Leute, die dann zu dir kommen, da bist du natürlich auch noch mal eine Inspiration für Identität, für Authentizität und Selbstführung. Was hast du da so für Erlebnisse und auch ein bisschen, weil ich möchte ja auch immer sagen hier, wie arbeitest du, wenn mal jemand zu dir kommen möchte? Vielleicht kannst uns da noch mal bisschen reinholen. Pia Krauslach: im Grunde genommen der Hebel, den ich natürlich selbst am meisten verstehe, das ganze Thema Angst, eigene Erwartungen oder eben was könnten denn die Erwartungen anderer sein und auch natürlich das ganz große Thema wie kommuniziere ich das Ganze, wie offen kommuniziere ich das Ganze. Im Grunde genommen sind es die gleichen Themen, ⁓ die es sich immer Bei allem dreht was wir tun und die Herausforderungen, mit denen wir zusammenstehen. Und da habe ich jetzt natürlich, das ist auch was, was ich selbst für mich in meiner Rolle als Frau lebend lernen und verstehen muss, wie sehr ich da auch einen Hebel und die Möglichkeit habe, das zu vermitteln. Dass man keine Angst haben muss vor dem, was vor einem liegt, vor der Veränderung. dass es aber auch gleichbedeutend ist und damit muss man sich auseinandersetzen, dass man Dinge auch zurücklassen muss. Die Schlange, wächst, die lässt ihre alte Haut zurück. Der Baum, der im Jahreszeitenwechsel auch wächst, der wirft irgendwann mal im Herbst sein Laub ab und dementsprechend müssen wir uns auch klar sein, dass Veränderung immer auch bedeutet, dass wir Dinge zurücklassen müssen. schlimmsten oder im extremsten Fall sind es vielleicht auch Menschen, die wir zurücklassen müssen, weil es einfach nicht mehr funktioniert in der neuen Rolle. Die sagen dann vielleicht irgendwann zu dir, ja Mensch, du hast dich aber verändert und da kann ich eigentlich nur weitergehen, ja gut so, hättest du vielleicht auch mal. Ja und ich glaube, das ist ein ganz großer Punkt, der eben auch zum Wachstum dazugehört, dass man da keine Angst vor dieser Veränderung haben darf. Bianca-Maria Klein: Gott sei Dank. Willst du auch mal? Ja, genau. Pia Krauslach: Und ich glaube, ist auch eine Erfahrung, leider viele Leute auch rund ⁓ diesen ganzen Corona-Komplex machen mussten, dass das ja bis in die Familie hinein eine plötzlich forcierte Veränderung war, die die Menschen auseinandergebracht hat, wo man gemerkt hat, okay, ich habe hier jetzt jahrelang vielleicht an einem Freund festgehalten und das Einzige, was uns verbunden hat, war vielleicht die Erlebnisse aus einer Schulzeit gewesen oder vielleicht gemeinsame Urlaube oder was auch immer. und wo man dann merkt, es trägt nicht mehr in dem Sinne. Man kann sich da natürlich, und da würde ich auch immer wieder dazu plädieren, gucken, dass man eben über den Hebel der Kommunikation wieder zusammenkommt, wenn es funktioniert, aber sich eben auch gegenwärtig sein, dass eben Veränderungen immer auch mit gewissen Verlusten einhergehen. Und dafür eben stark zu sein. Bianca-Maria Klein: Ja, schön, genau, stark zu sein und trotzdem, genau wie du sagst, die Schlange, das ist völlig natürlich, die Schlange, macht das, ohne drüber nachzudenken, lässt die Haut hinter sich und ja, das schönes Bild tatsächlich, gerade heute Morgen hatte ich ein langes Gespräch mit jemandem, der nach einer Trennung gemerkt hat, jetzt müssen Entscheidungen her, wer sind noch die Freunde, die sozusagen unparteiisch sind und sozusagen bleiben oder ja, im Prinzip ... bleibt man in solchen Konstrukten, einem aber nicht guttun. Und ich glaube, das ist ein Riesen-Mehrwert, den du da natürlich auch gibst, in dem Bereich zu coachen. bedeutet Wachstum, bedeutet aber auch, etwas zurückzulassen. Und ich persönlich weiß das auch. Am Anfang denkt man, man verliert was, aber eigentlich gewinnt man ja immer was dazu. Und was Menschen angeht, sag ich immer so, dann ist irgendwie Platz für etwas, was vielleicht passender ist. Pia Krauslach: Richtig. Ja. Genau. Mmh. Genau, und was mir in dem Zusammenhang auch noch einfällt, deswegen bin ich auch den Weg gegangen. Mir kam irgendwann die Erkenntnis, oder ich hab's irgendwo gelesen, dass ich nicht in einer Situation sein möchte, wenn ich irgendwann mal auf dem Sterbebett liege und mir sagen müsste, hättest du mal besser, weil wir bereuen immer nur die Dinge, die wir nicht tun. und nicht die wir tun, weil die, wir tun, die lassen uns eben wachsen. Das heißt, das ist die Erfahrung, die wir machen. Und das fängt nun mal schon bei den kleinen Kindern an. Ich sehe es bei meiner Tochter. Klar, die probiert sich aus, die macht ganz viele Sachen und oftmals richten wir uns dann, wenn wir älter werden und erwachsen werden, in so einer, in unserer Komfortzone ein, in so einer gewissen Stasis und eigentlich wollen wir uns weiterentwickeln, weil es einfach nur menschlich und natürlich ist, dass wir uns weiterentwickeln. Nur wir vergessen das oder wir kriegen es vielleicht auch abtrainiert. Ja. Genau. Bianca-Maria Klein: Absolut. Und dann sind wieder beim Bonsaibäumchen. Genau. Ich würde dich gerne noch mal fragen, einfach im Zusammenhang auch mit Coaching und Trainerinnen, persönliches Wachstum. Was ist denn das, was du an deiner Arbeit so liebst? Und gibt es da vielleicht auch Dinge, die du gerne ändern würdest? Pia Krauslach: Was ich auf jeden Fall liebe ist tatsächlich die Arbeit mit Menschen. Menschen auch wachsen zu lassen, sehen wie sie sich weiterentwickeln können. Das fängt bei jungen Leuten an, denen man eine Orientierung geben muss und ich habe sowohl im Coaching als auch natürlich in der Zeit in der Erwachsenenbildung habe ich da ein Spektrum von Mitte 20 bis Mitte 50 tatsächlich und einerseits eben dieses Orientierung geben bei jungen Leuten und tatsächlich auch bei älteren Leuten wieder Mut machen, dass sie sich selbst etwas zutrauen, also diese Stärken, also die Stärke geben fürs eigene Wachstum. Genau. Bianca-Maria Klein: Vielleicht eine Erklärung, du arbeitest ja auch so ⁓ Reintegration und also nach und nach vielleicht so, man eine Zeit lang nicht mehr im Job war, beziehungsweise Neufindung im Job, also das nur noch mal in Kontext zu setzen. Ja, genau. Pia Krauslach: Ja, richtig. Genau. Und das ist einfach wahnsinnig schön und das ist für mich auch super inspirierend. Also grundsätzlich habe ich mich ja irgendwann mal entschieden zu sagen, okay, ich will jetzt nicht mehr Vertrieb oder Marketing machen, sondern ich will jetzt Wissen weitergeben, Menschen ins Wachstum bringen, weiterhelfen lassen und das ist das große, was was mich inspiriert und was mir einfach eine wahnsinnige Freude macht und was würde ich ändern wollen? Ich glaube das Hauptthema ist, und das ist das was ich ja vorhin schon gesagt hatte und was wir auch in einem unserer Gespräche vor einigen Wochen schon mal hatten, dass ich mir selbst diesen ist jetzt vielleicht zu hochgesprochen, dieser Vermittlerfunktion, die ich habe, noch mehr bewusst zu werden, diesen Hebel, ich habe, mit dem was ich bin und dem Weg, den ich gehe, weil, ⁓ nochmal auf meinen Vortrag vom letzten Jahr zurückzukommen, wo wir uns eben kennengelernt haben, da habe ich mich nicht wirklich getraut und es war mehr so eine Randnotiz am Ende, ach übrigens, ich gehe diesen Weg des eigenen Wachstums und das eben noch mehr in den Mittelpunkt zu stellen, Das ist das, woran momentan arbeite und das ist aber auch das einzige, ich sagen würde, da will ich jetzt noch was ändern. Bianca-Maria Klein: Ja, schön. Ja, genau, wir hatten ja darüber gesprochen und ich glaube auch, das ist natürlich ein Prozess, weil ich sehe das ja ganz stark. Ich bin sozusagen von außen und sehe da ein Riesenpotenzial und du sagtest, das inspiriert dich. Aber ich glaube, du inspirierst andere oder hast die Möglichkeit, also ohne das zu müssen, einfach in dem, was du sagst und wer du bist. das war ich, habe das ja erlebt. Pia Krauslach: Mhm. Mhm. Ja. Bianca-Maria Klein: Und da habe ich auch gesagt, ja, das ist ein großer Anteil. Wahrscheinlich sind das viele Dinge, die man sich da auch gar nicht so persönlich bewusst wird, sondern erst, wenn jemand sagt, hey, vielen Dank, weil dadurch habe ich, ne? Und aus meiner Erfahrung tatsächlich auch im Coachingbereich, das kommt ja manchmal auch erst viel später, dass sich Leute melden und dann merkt man, Pia Krauslach: Genau, Bianca-Maria Klein: Oder sie sagen einem, ich habe deinen Podcast gehört oder ich habe da einen Post gesehen oder deinen Vortrag oder ich war in einem Coaching von dir. Das hat es mit mir gemacht. Und manchmal sind diese das rückwirkend ja so stark. Und deswegen finde ich das auch bei dir so schön, wie du das so erzählst, dass das was hast du gesagt? Man lernt immer im Leben. Man lebt es voraus. Und wie heißt nochmal der Spruch? Pia Krauslach: Genau. Das Leben wird vorwärts gelebt und rückwärts verstanden. Bianca-Maria Klein: Genau. Und das ist ja aber trotzdem auch ein Bild von diesem Prozess zu vertrauen, dass nicht immer alles ganz hektisch und schnell gehen muss, sondern dass man rückwirkend viel reflektieren kann und viel für sich jetzt versteht. Genau. deswegen, ich finde das, ja, also du bist da für mich eine Inspiration und sicherlich für viele, jetzt hier auch zuhören. Pia, mit Blick auf die Uhr. Ich stelle immer noch zwei Fragen am Ende des Podcasts an meine Gäste und Pia Krauslach: Ja. Bianca-Maria Klein: Ich bin gespannt, was du antwortest. Die erste Frage ist, was würdest du denn deinem früheren 20-jährigen Ich, also der 20-jährigen Pier aus der heutigen Sicht sagen? Pia Krauslach: Ich finde die Frage extrem schwierig, weil die 20-jährige Pia gab es ja in dem Sinne gar nicht. Und ich muss tatsächlich versuchen, das Thema Nachwuchs, was ja wie gesagt alles überdeckt hat, außen vor lassen. Ich glaube aber tatsächlich... keine Angst zu haben. Ich hatte damals schon wenig Angst, ich sagen. Keine Angst haben und erforschen, wer man selbst ist und das dann auch leben. Also vieles von dem, was ich mittlerweile als Gewissheit habe, wie eben zum Beispiel das Thema Dinge nicht bereuen zu müssen, die man tut, sondern eher die, die man nicht tut. Das ist das was ich an 20 jährigen ich wahrscheinlich mitgegeben hätte. Hab keine Angst, hab keine Angst vor Reue. Erst recht nicht bei den Dingen die du tun möchtest, sondern tu sie. Bianca-Maria Klein: Schön, ja, schön. Und ich würde sagen, die Pierre gab es schon, sie war noch nicht, ne, also sie war noch nicht so reif und gewachsen, wie du es jetzt bist, ne? Ja, schön. Und dann die letzte Frage. Also stell dir vor, du hast alles Geld der Welt, ja, wie so ein Esel, vor der Tür steht, der dir alles ausspuckt, was du brauchst. Du hast ganz viel Zeit, also genug Zeit, keinen Zeitdruck und du hast keine Angst. Was würdest du ab morgen tun? Pia Krauslach: Ja. Genau. Ich würde mich sicherlich etwas aus den alltäglichen Verpflichtungen rausnehmen, das auf jeden Fall. Sachen wie Hausarbeit, auch das typische 9 to 5 natürlich würde ich rausnehmen. In meiner Rolle als jemand der anderen Menschen helfen möchte zu wachsen, würde ich sehr wenig ändern wollen. Weil es mich befriedigt, weil es keine Arbeit für mich ist, weil es mir einfach wahnsinnig viel gibt zu sehen, jemand anders, egal ob es jetzt der eine Aha-Moment ist oder das Wachstum über einen gewissen Zeitraum oder eben, wie du ja auch schon gesagt hast, das Feedback nach Wochen oder Monaten nach dem Motto Mensch, du hast mich einfach wahnsinnig inspiriert oder das hat mir einfach wahnsinnig viel gegeben. Und das ist glaube ich ein ganz ganz hohes Dankbarkeitsgefühl, was einem das mitgibt, was einem das reine Geld gar nicht geben würde. Bianca-Maria Klein: Ja, schön, schön. ⁓ kriege ich wieder Gänsehaut. Ja, kann ich bestätigen. Kann ich bestätigen. Ja, und das ist ja eigentlich, wie schön, dass man sagen kann, in dem Bereich würde man nichts ändern. Toll, super. Auch Pia, ich danke dir. Ich hätte jetzt natürlich noch ganz viele Fragen, aber die werde ich dir dann nochmal persönlich stellen, wenn wir uns ganz bald wiedersehen. tatsächlich nur mit Blick auf die Uhr. Pia Krauslach: Ja. Bianca-Maria Klein: Lass dich jetzt gehen und wir sehen uns ja ⁓ bald wieder, aber ich danke dir von ganzem Herzen. Pia Krauslach: Ich hätte auch gern noch länger mit dir gesprochen, vielleicht finden wir eine Gelegenheit zu einem Teil 2. Bianca-Maria Klein: Ich wollte gerade sagen, wir warten einfach noch mal ein bisschen ab und wir erleben wieder ganz viel und dann kommen wir einfach noch mal zusammen. Ja, super gerne. Und gibt es noch was, was du vielleicht zum Schluss sagen willst? Ach so, bevor du das sagst, also wir verlinken ja deine, also die Dinge, wie man dich findet, verlinkt in den Shownotes. Also wenn jemand Interesse hat, einfach direkt dich kontaktieren. ja, und ansonsten von meiner Seite aus nochmal ganz, ganz herzlichen Dank auch, weil du das so auch das erste Mal teilst. Pia Krauslach: Genau. Genau. Genau. Sehr gerne. Bianca-Maria Klein: fühlt sich überhaupt nicht so an. Es ist ja, als würden wir jeden Tag so eine Podcast-Folge machen. Gibt es noch was, was du sagen möchtest oder mitgeben möchtest zum Abschluss? Pia Krauslach: Ja. Ja. Kanal. Vielleicht ein Thema, was für manche Leute befremdlich ist, für manche, für andere auch nicht. Ich bin kein sehr religiöser Mensch, aber ich glaube, dass Dinge im Universum passieren, die die richtigen Menschen immer zusammen finden lässt. Und von daher danke ich dem Universum, dass wir uns damals auf der Autofahrt zu der Veranstaltung getroffen haben. und seitdem einen schönen und inspirierenden, losen Kontakt haben. Danke für deine Zeit, ans Universum und ich freue mich, dass wir gemeinsam weiter wachsen und jeder, der mit uns in Kontakt tritt, auch die Gelegenheit bekommt zu wachsen. Bianca-Maria Klein: Wie schön, wenn man mich jetzt sieht. Ich bin ganz gerührt, aber ja, ich sehe es genauso. Das sind Begegnungen, die sind irgendwie geführt, finde ich ganz deiner Meinung. Wie schön, ich danke dir von Herzen, Pia. Alles Liebe und weiterhin ganz viel Freude und Inspiration in dem, was du tust. Bis bald. Tschüss. Pia Krauslach: Ja. Ich hab zu danken oder wir tanken uns beide. Dankeschön dir auch! Tschüss!