Latest / MOMENTUM - kevinkellermazza / «Deine Vergangenheit definiert nicht deine Zukunft» – MJ im Momentum Podcast
Transcript
- 0:00So wie der Staat jetzt aufgebaut ist, wie Strukturen aufgebaut sind, wie die Gesellschaft funktioniert, sind Frauen in vielen Situationen benachteiligt.
- 0:08Sobald einer etwas schreibt, dann kommen alle aus ihren Löchern.
- 0:12Dann startet es.
- 0:12Es gibt sehr viele, die haben keine Eier und kaum schreibt einer etwas.
- 0:16Sie sind so «Ja, eben finde ich auch» und kommentieren den Kommentar und den Kommentar und den Kommentar.
- 0:21Ich denke mir so «Was soll das?»
- 0:23An der WM habe ich mir sagen lassen,
- 0:25kostet einen 30 Sekunden Werbespot auf der öffentlich-rechtlichen anscheinend so um die 135'000 Franken brutto.
- 0:33Ich bin mir einfach sicher, nach allem, was ich erlebt und überlebt habe, dass es mehr gibt, als wir mit unserem menschlichen Verstand erfassen können.
- 0:42Wir werden irgendwo reingeboren, es gibt eine Geschichte und diese Geschichte muss uns aber nicht für immer definieren, sondern wir können selber unser Leben in die Hand nehmen und für uns einstehen und uns etwas erschaffen.
- 1:01Meine Liebe, herzlich willkommen im Momentum Podcast.
- 1:04Es ist mir eine riesen Freude, dass du heute hier sitzt.
- 1:06Gleichfalls.
- 1:07Und zu der ersten und allerwichtigsten Frage, wie geht es dir?
- 1:12Gut, fresh von den Ferien.
- 1:14Man sieht, du bist richtig am Strahlen.
- 1:16Ja, zweiter Tag im Stollen gewesen heute.
- 1:19Ich habe es schon wieder da oben.
- 1:21Nein.
- 1:21Ich mag es schon wieder nicht mehr.
- 1:23Nein, nach der Sommerferie ist es halt immer wieder voll in den zweiten halben Jahr wieder rein.
- 1:29Schon viel, aber auch wieder neue Energie.
- 1:31Ist das zweite Halbjahr bei euch das, was ein bisschen reinballert?
- 1:35Ja, also mit dem Q4 vor allem.
- 1:38Das Q4 ist so entscheidend, wie bei den meisten, glaube ich.
- 1:42Und so aufbauend dort an, ist halt so nach den Sommerferien, wo einmal so ein bisschen ein Loch ist, wenn dann alle zurück sind, dann geht es wieder vollgaslos.
- 1:52Gut, also wir gehen, ich möchte nachher noch kurz auf Ferien darauf eingehen, aber ich würde gerne mit etwas anderem starten.
- 1:58Und zwar, wir kennen uns jetzt seit ein paar, ich sage mal seit ein paar Jahren, aber eigentlich so genauer kenne ich dich eigentlich von deinem Podcast, also von eurem Podcast, den ihr habt.
- 2:09Und darum weiss ich, dass du auch eine sehr bewegende Vergangenheit hast.
- 2:12Und ich mache mir immer gerne Gedanken über, was sind so die ersten, grossen, wichtigen Fragen in deinem Podcast.
- 2:18Und was ich mir so für dich überlegt habe, ist ...
- 2:22Wann ist der Moment in deinem Leben, wo du gesagt hast, jetzt schaue ich auf mich und ich schaue, dass es mir gut geht?
- 2:28Uh, ich gehe voll rein.
- 2:31Aber das kann ich, glaube ich, ziemlich klar beantworten.
- 2:34Ich glaube, bei der Geburt meines ersten Sohnes war das so.
- 2:38Ah, wirklich?
- 2:38Ja.
- 2:39Tell me more.
- 2:40Dort wurde mir einfach so bewusst, dass ich...
- 2:43dass das Funktionieren, Überleben und Kämpfen schon bis zu einem gewissen Grad geht.
- 2:49Aber sobald du dann auch für ein anderes Wesen Verantwortung trägst, schifft sich dein Gedanken und was du auch weitergeben möchtest.
- 2:59Und da habe ich gemerkt, dass ich für ihn auf mich schauen muss.
- 3:04Für ihn auf dich schauen.
- 3:06Und vorher hast du was gemacht?
- 3:10Vorher hatte ich eine sehr bewegende Vergangenheit.
- 3:14Ich habe das lange nicht wahrgenommen.
- 3:17Ich war in einem Überlebensmodus.
- 3:22Ich will nicht überdramatisieren, aber ich hatte eine schwierige Kindheit.
- 3:26Und wie es oft so ist...
- 3:29Was heisst eine schwierige Kindheit?
- 3:31Ich wurde in einem Elternhaus groß, wo zwar sehr viel Liebe von meiner Mutter her war, aber auch sehr viel Instabilität vom Vater her.
- 3:40Das heisst, er war drogabhängig und sie zog uns allein gross in Zusammenarbeit mit meinen Grosseltern.
- 3:50Aber sie war schon mit uns alleine, um uns durchzubringen.
- 3:56Und eben viel Instabilität, viel Unsicherheit, Ängste, auch Gewalt natürlich.
- 4:03Alles, was das halt so ein bisschen mit sich bringt.
- 4:05Und ich habe glaube ich einfach sehr früh gelernt, so auf mich selber zu schauen, zu funktionieren, möglichst nicht auch noch eine Last zu sein in diesem Sinne.
- 4:18Und habe mich so durchgeschaut.
- 4:20Nein, ich habe noch eine ältere Schwester.
- 4:23Eine ältere Schwester?
- 4:24Ja, sie ist 15 Monate älter.
- 4:25Also wir sind eigentlich fast... Ah, herzig.
- 4:27Ich und meine Schwester.
- 4:28Wirklich?
- 4:29Ja, sie ist 14 Monate älter als ich.
- 4:30Sie meinten, ihr seid Zwillinge.
- 4:33Ja gut, bei Märtli und Wut vielleicht weniger.
- 4:36Nein, weniger im Fall.
- 4:37Bei uns sehr oft.
- 4:38Wir gehen auch sehr nah zusammen.
- 4:40Das war natürlich auch schwierig für meinen Mann mit zwei so kleinen Kindern.
- 4:46Aufgrund dieser Familienkonstellation gab es auch sonst noch andere Familienmitglieder, die mehr Aufmerksamkeit gebraucht haben.
- 4:53Für mich war es nicht immer so, dass ich die war, die funktioniert hat.
- 5:00So ein Selbstläufer, oder wie man es heutzutage sagt, das Schattenkind.
- 5:06Ein Selbstläufer, aber auch Schattenkind?
- 5:09Ja.
- 5:10Erklär das genauer.
- 5:13Der wenig Raum genommen hat.
- 5:16Das wäre jetzt wahrscheinlich sehr überraschend, wenn du mich kennst.
- 5:18Ich nehme mir so viel Raum.
- 5:19Da bin ich.
- 5:21Nein, aber im Sinne von, ich wollte nicht auch noch zur Last fallen oder habe Sachen selber geregelt.
- 5:31Ja, ich bin zwar die kleiner Schwester, aber ich war oft auch in der Rolle der Verantwortung übernehmen.
- 5:36Wir waren natürlich auch viel früher schon alleine.
- 5:38Weisst du, so über den Mittag, die Schlüsselkind.
- 5:44Ja, irgendwie so.
- 5:46Du hast das recht klar ausgedrückt.
- 5:49Zwar viel Liebe von deiner Mutter, aber viel Instabilität von Vaterseite.
- 5:54Sind das Dinge, die du mit dem Alter angefangen hast, zu verstehen und für dich in den Wort zu fassen?
- 6:00Oder hast du solche Dinge schon sehr früh mitbekommen, dass dein Vater sehr instabil war?
- 6:06Ja, wir sind eigentlich gar nicht mit ihm aufgewachsen.
- 6:09Ah, nicht?
- 6:11Es ist noch interessant, man sagt ja eigentlich, ab sechs hat man aktive Erinnerungen.
- 6:16Aber es gibt so mega viele Situationen und Bilder und ich glaube, es ist mehr verbunden mit Gefühlen, die ich irgendwie habe, wo ich mich aber eigentlich vom Alter her gar nicht aktiv daran erinnern kann.
- 6:28Okay.
- 6:29Aber sie haben sich offiziell getrennt, als ich vielleicht zwei oder so war.
- 6:35Ah, recht früh.
- 6:36Mega früh.
- 6:37Und dann hatte ich mit ihm eigentlich nicht grossen Kontakt.
- 6:42Also meine Mutter hat es uns immer ermöglicht.
- 6:45Sie hat uns nie über ihn schlecht gesprochen, ihn schlecht gemacht oder uns den Kontakt vorenthalten.
- 6:53Aber es war oft gar nicht möglich, also rein der Umstände geschuldet.
- 6:58Entweder ist er im Entzug, im Knast oder irgendwo in der Psychiatrie.
- 7:03Und dann gibt es ein paar wenige Erinnerungen, wo wir ihn mal in den Bergen besucht haben, wo er irgendwie in einem Entzug war oder was ich auch noch mal weiss, als er mal in einer Kunsttherapie eine Ausstellung machte, da sind wir die mal besucht und haben gesehen,
- 7:20Also schon immer wieder mal Kontaktpunkte gehabt und eben auch so ein paar wenige Erinnerungen.
- 7:24Und dann ist er aber relativ früh auch nach Brasilien.
- 7:29Also er war dann... damals war ja die offene Drogenszene in Zürich am... Äh, Plattspitz.
- 7:37Genau, Plattspitz.
- 7:38Und dann war ja die Stadt mega überfordert mit dieser Situation.
- 7:43Und dann gab es ja das Substitutionsprogramm mit Methadon.
- 7:50Ja genau, wo man es holen konnte.
- 7:52Wo man Ersatzdrogen holen konnte, die sauber, sicher und kontrolliert waren.
- 7:58Dann stieg man von Heroin auf Methadon und bekam das kontrolliert.
- 8:07Irgendwann war er stabil.
- 8:10Das ist alles ausstöcklich.
- 8:13Wie alt warst du in dieser Zeit?
- 8:18Ich glaube, es war 1996 und ich war 93.
- 8:21Ja, so um diese Zeit ungefähr.
- 8:25Als er dann recht stabil war, ging er nach Brasilien und setzte das von einem Tag auf den anderen ab.
- 8:32Das ist lebensgefährlich, man muss ausschleichen.
- 8:36Egal was es ist, Heroin oder Methadon?
- 8:38Ja, einfach Opioid.
- 8:39Opioid musst du langsam ab?
- 8:41Anscheinend.
- 8:42Ich bin da kein Profi, aber das was ich weiss, ja.
- 8:45Du müsstest langsam ausschleichen.
- 8:50Man kennt ja die Cold Turkey, die Cold Entzüge, die du aus der Firma kennst, die dich tagelang im Zimmer einsperren und Fieber erbrechen.
- 8:59Ich glaube es, ja.
- 9:00Und auf jeden Fall hat er das dann geschafft, hat dann die Methadon abgesetzt und war dann quasi clean.
- 9:07Und dann hat er sich dort ein neues Leben aufgebaut, hat nochmal geheiratet, zwei Stiefbuben, also meine Stiefbrüder in Brasilien, gehabt.
- 9:16Und er ist meiner Meinung nach, aber das war meine kindliche Auffassung und vielleicht auch etwas naiv, ich hatte das Gefühl, er war ein relativ guter Zweig, ganz okay.
- 9:27Er war ein Überlebenskünstler, ich wusste nie genau, was er machte.
- 9:31Er hat mal ein Kinderbuch rausgegeben, er hat viel gemalt.
- 9:34Er war sehr künstlerisch veranlagt.
- 9:38Dann hatte er wieder ein Projekt mit dem Kinderbuch.
- 9:41Dann hat er mal bei einer Werft in Brasilien gearbeitet.
- 9:48Für einen typischen Überlebenskünstler.
- 9:52Einfach tausend verschiedene Sachen.
- 9:55Aber meines Erachtens relativ stabil.
- 9:58Und auch das Familienleben mit Frau und Kind nachgeholt.
- 10:03Irgendwann ging es aber auch bergab, weil es in den ärmlicheren Verhältnissen in Brasilien viel trinken.
- 10:11Sehr viel.
- 10:12Hochprozentig Aschaffen.
- 10:16Ja, dann... Also ich war auch ein paar Mal in Brasilien natürlich.
- 10:18In Besuch?
- 10:19Als Kind und in meinen Rechten.
- 10:20Mit der Mami?
- 10:21Nein, nicht mit der Mami alleine.
- 10:23Nicht die Mami?
- 10:24Nein.
- 10:25Weil sie nicht wollte ihn sehen oder weil sie es nicht ausgehalten hat?
- 10:27Das war gar kein Thema.
- 10:28Gar kein Thema.
- 10:29Es war so in meiner Alter, wo ich wie selber... Also ich war schon jung, glaube ich, das erste Mal mit zwölf oder so.
- 10:35Aber ich glaube, das war nie ein Thema.
- 10:37Ich bin schon immer selbstständig.
- 10:40Wenn du an deinen Papi denkst, was hast du für ein Gefühl im Herz?
- 10:44Ist es eher Wut, Hass, Liebe?
- 10:47Er war mega positiv, also nicht positiv im Sinne von ... Also so richtig Vatergefühl, nie.
- 10:53Weil ich ihn ja als Vater gar nicht kannte, fand ich ihn lange mega spannend, interessant, weil er hat so viele crazy Geschichten.
- 11:02Also mega interessant.
- 11:03Er ist auch mega intelligent, belesen, kennt wirklich von Weltgeschichten über Geografie,
- 11:10Kunst-Epochen.
- 11:12Mega intelligent und spannend.
- 11:14Und eben schon aufgrund seines Lebens, das er gelebt hat, auch wirklich crazy Geschichten.
- 11:20Und ich habe das als Kind immer so...
- 11:22Spannend gefunden.
- 11:23Und auch wenn er mal von Brasilien kam, hat er Sachen mitgebracht.
- 11:25Er war viel auch im Dschungel unterwegs, im Regenwald und so.
- 11:28Dann hat er auch mal so Schmuck gebracht oder so das Pulver, das in Getränken drin ist.
- 11:38Das mega hochdosierte Vitamin C. Ah, Guarana?
- 11:41Guarana-Pulver und so.
- 11:43Weisst du, so mega coole Sachen.
- 11:44Ich fand es dann nicht mehr so, ich fand es mega toll.
- 11:48Aber so richtig Vatergefühle.
- 11:50Ich habe mich auch nie mit meinen eigenen Problemen angewandt.
- 11:53Das sagt eigentlich schon was.
- 11:54Bist du immer zu Mami gegangen?
- 11:55Ja, oder eben zu niemandem.
- 11:56Oder zu niemandem.
- 11:58Ja.
- 11:58Eben weil du niemandem zu Last gefallen wolltest.
- 12:00Genau.
- 12:01Ja.
- 12:02Und dann irgendwann hat es wieder recht gekippt mit ihm.
- 12:07Er ist wieder recht abgestürzt.
- 12:10Er ist einfach so klassisch Multitoxin, würde ich sagen.
- 12:14Es spielt gar nicht so eine Rolle, mit was man seinen Benebel hat.
- 12:18Hauptsache benebelt.
- 12:19Das ist ein Suchtproblem per se, nicht das Alkohol oder das Rohr.
- 12:23Ich glaube primär ein psychisches Problem und danach ist der Substanzmissbrauch einfach ein Symptom.
- 12:30Dann ist er wieder abgestürzt, das war wirklich übel.
- 12:34Ganz übel.
- 12:35Dann kam die Zeit, als ich jeden Tag damit gerechnet habe, dass ich das Whatsapp habe und dass er irgendwo gefunden wurde.
- 12:45Und dann habe ich ihn probiert zurückzuholen in die Schweiz.
- 12:48Es ist gerade so die Zeit, als ich schwanger wurde mit meinem ersten Kind.
- 12:52Dort warst du schon wie alt?
- 12:5624.
- 12:5624?
- 12:56Ja, und dort hatte ich noch voll so ein Verantwortungsgefühl.
- 12:59Ich hatte das Gefühl, ich muss schauen, dass es ihm gut geht.
- 13:02Ich muss ihn retten.
- 13:03Ich muss ihn in die Schweiz zurückholen.
- 13:07Ich habe wirklich mehrere Flüge gebucht, die dann nicht stattgefunden haben.
- 13:11Weil er einfach nicht auftauchte?
- 13:13Ja, weil er wirklich gar nicht mehr gut war.
- 13:16Man wusste zum Teil gar nicht, wo er ist, er hatte seinen Pass nicht bei sich, konnte nicht ausreisen und war auch wieder mit Drogen sehr schlecht.
- 13:27Irgendwann kam er dann zurück, wir haben es geschafft, dann hat er eigentlich im Flug von Brasilien in die Schweiz einen Kaltentzug wieder gemacht.
- 13:34Ja, und dann ist er bei mir eingezogen.
- 13:38Und das war dann so der Anfang vom Ende, glaube ich.
- 13:43Dein Vater ist nach all dem bei dir mit 24.
- 13:46Ja, und ich war schwanger.
- 13:48Du warst schwanger.
- 13:49In einer schwierigen Beziehung.
- 13:53Wo du mit dem ehemaligen Partner zusammengelebt hast.
- 13:56Genau, ja.
- 13:57Also er ist zu euch eingezogen.
- 13:58Wir haben ihn dann zu uns geholt als Vater.
- 14:02Ja, ich habe mich verantwortlich gefühlt.
- 14:04Ich dachte, Familie musst du, kannst du doch nicht.
- 14:07Mhm.
- 14:09Ja.
- 14:09Wie ist das hier?
- 14:10Schwierig.
- 14:11Es war wirklich schwierig.
- 14:13Und ich kann wirklich auch in dieser Zeit nicht mehr so viele Erinnerungen.
- 14:18Und ich kann dir gar nicht genau sagen, wieso.
- 14:20So wie im Film «Rest»-mässig?
- 14:21Ja.
- 14:22Hast du es vielleicht so verdrängt?
- 14:23Ich glaube schon.
- 14:24Ausblenden, verdrängen.
- 14:26Vielleicht eben auch Hormone.
- 14:28Ich war schwanger, müde und so.
- 14:30Am Arbeiten, immer die Fassade aufrecht halten im Büro.
- 14:34Immer...
- 14:34Wahrscheinlich ist das...
- 14:36Das ist auch massiv schwierig.
- 14:37Ja.
- 14:38Also ich bin Queen in dem.
- 14:39Wirklich?
- 14:40Ja.
- 14:40Wenn du so viel innere Unruhe hast, aber draussen musst du das Bild aufrechterhalten.
- 14:45Das war mein Leben lang mein Überlebensmodus.
- 14:48Und das ist aber das, was ich jetzt auch probiere, anzusehen.
- 14:52Wie geht das?
- 14:53Also kannst du das gut?
- 14:54Ja, ich habe dann realisiert, dass ich gegen aussen ein Bild von mir aufbauen kann.
- 15:01Das war nicht komplett gespielt, ich habe mich nicht im Sinne von komplett verstellt, aber ich wollte mir selber gar nicht eingestehen, wie belastend und schlimm alles ist.
- 15:14Und habe das gegen aussen auch nicht gezeigt.
- 15:17Für mich war es einfacher, mit dem umzugehen, weil ich mich auch dann
- 15:21Ich musste mich im Büro nicht mit meinen Problemen beschäftigen.
- 15:28Aber irgendwann fällt das Kartenhaus zusammen.
- 15:30Irgendwann hast du keine Energie mehr dafür.
- 15:32Wann ist das zusammengefallen?
- 15:38Nach der Trainingszeit meines damaligen Partners.
- 15:42Mit meinem Vater.
- 15:43War das nach der Geburt?
- 15:45Ja, ziemlich schnell nach der Geburt.
- 15:47Und war dein Vater noch bei euch zuhause?
- 15:50Nein, ich musste ihn irgendwann herausrühren.
- 15:53Es ging einfach nicht mehr?
- 15:54Nein, es ging wirklich nicht mehr.
- 15:56Unmöglich.
- 15:58Und dann habe ich gemerkt, ich bekomme ein Kind, es geht nicht.
- 16:02Ich muss jetzt auf uns schauen.
- 16:05Klar, es geht nicht.
- 16:07Wenn es nicht geht, geht es nicht.
- 16:09Aber schwanger, wahrscheinlich hast du eh noch ein ganz anderes Verantwortungsgefühl in dir.
- 16:15Und dann musst du deinen Vater rausschmeissen.
- 16:17Das war wahrscheinlich nicht einfach.
- 16:21Aber wichtig.
- 16:22Mega wichtig, ja.
- 16:27Nach der Training habe ich einfach gedacht, jetzt muss ich etwas machen.
- 16:31Ich bin schon immer sehr reflektiert, mich hat auch die Psychologie schon immer interessiert, aus gegebenem Anlass.
- 16:39Persönlichkeitsentwicklung und so waren immer Themen, die mich sehr interessierten.
- 16:43Ich habe viel gelesen.
- 16:44Aber ich habe wirklich gesagt, jetzt muss ich mir irgendwie auch Hilfe holen.
- 16:48Sprachtherapie hilft ja.
- 16:50Dann bin ich in eine Hypnosetherapie.
- 16:54Spannend.
- 16:54Kann ich wirklich empfehlen.
- 16:57Sehr spannend.
- 16:57Noch nie gemacht, aber immer gereizt, um anzugehen.
- 17:01Ich habe nur drei Sessions gemacht.
- 17:04Das ist ja für die Therapie nicht sehr viel.
- 17:07Aber es war so intensiv.
- 17:09Also ich bin wirklich... Also für mich hat es sich wirklich so angefühlt, als hätte ich sehr viel sehen können.
- 17:18Weisst du, so etwas überhaupt erkennen.
- 17:21Ja.
- 17:21Und auch ein bisschen auflösen.
- 17:24Zum Beispiel gerade das Thema, sich verantwortlich zu fühlen, für etwas, für das man als Kind nichts kann.
- 17:31Oder das Gefühl, man darf nicht zur Last fallen.
- 17:34Oder sich verantwortlich zu fühlen für das Elternteil.
- 17:37Das konnte ich sehr gut ablegen.
- 17:39Okay, wichtig.
- 17:40Und auch so Schulgefühle.
- 17:42Viel loslassen.
- 17:43Ja, genau.
- 17:44Viel loslassen.
- 17:46Ja.
- 17:47Ja.
- 17:48Okay, das heisst, das erste Kind kam dann auf die Welt, du wurdest dann kurz darauf ein alleinerziehendes Mami geworden?
- 17:56Ja, also es ist etwa ein Jahr nach der Geburt.
- 17:59Ein Jahr nach der Geburt?
- 18:00Jetzt mehr, ja.
- 18:03Und dann ist er wahrscheinlich auch nach dem Ganzen ausgezogen?
- 18:05Das erste Jahr geht eh vorbei wie im Flug.
- 18:08Nach drei Monaten gehst du in der Schweiz schon wieder arbeiten.
- 18:11Wenn du nicht länger selber nimmst.
- 18:14Für mich ist das mit der ganzen Geschichte gar nicht in Frage gekommen, noch länger dahin geblieben.
- 18:20Ich bin dann wieder geflüchtet ins Büro.
- 18:23Und dann mit der Arbeit, der neuen Teilzeit, der Mutter, alles neu.
- 18:28Das Jahr geht wie im Flug vorbei.
- 18:30Hormonumstellung.
- 18:32Ja.
- 18:33Und dann kam die Trainingszeit.
- 18:36Mhm.
- 18:37Und dann?
- 18:38Und dann ist alles schön geworden.
- 18:41Und dann ist die Trennung... Also es sind ja wieder ein paar Sachen, die sich ja aus deinem Leben gelöst haben.
- 18:48Das ist eine Beziehung, eine toxische Beziehung.
- 18:50Ja.
- 18:51Und da nicht tiefer drauf eingehen, dass du das nicht willst, aber es ist eine toxische Beziehung, die dir nicht gut getan hat, die dich wahrscheinlich in Zukunft gesehen nicht gut getan hat.
- 19:00Und es ist eine Trennung sein von deinem Vater.
- 19:03Im Sinne von eine räumliche Trennung.
- 19:05Ja.
- 19:05Ja.
- 19:07Also ich glaube, dass es so ist, wenn man so umgangssprachlich Daddy-Issues hat, dass man ein gestörtes Verhältnis zu seinem Vater oder umgekehrt auch zu seinem Sohn oder Mutter hat, dass man dann halt wie so vielleicht auch seine eigenen Grenzen nicht so gut kennt und dann halt
- 19:27Wenn man das nie gelernt hat, auch Grenzen zu setzen für sich, dann auf verschiedensten Ebenen, auch wenn es zu Grenzüberschreitungen kommt, möchte ich nicht tiefer darauf eingehen.
- 19:38Hast du dann etwas gesucht in deinem ehemaligen Partner, was du in deinem Vater nicht hattest?
- 19:42Ich glaube... Also ich... Weisst du, aktiv gesucht nicht.
- 19:48Aber ich glaube... Rückblickend.
- 19:49Ja, ich glaube, dass man einfach wie sich in etwas hineinbegibt.
- 19:54Und auch da wieder sich so etwas probiert, an etwas festzuhalten und nicht aufgeben will.
- 20:00Und...
- 20:02Nicht, dass das auch noch zerbricht, weil das ja sowieso alles ist, was man in dem Moment quasi hat.
- 20:07Man hatte ja schon das perfekte Familienbild nicht.
- 20:09Man hat sich das immer gewünscht als Kind.
- 20:12Also ich habe mir immer als Mädchen natürlich eine perfekte Familie vorgestellt.
- 20:17Stellst du dir eine perfekte Familie vor?
- 20:18Ich bin ja gar nicht so traditionell eigentlich.
- 20:21Für mich gibt es nicht so...
- 20:23Das perfekte Familienbild, aber auch eine glückliche Familie, was auch immer Glück subjektiv bedeutet.
- 20:29Als ich mir eingestehen musste, dass das eigentlich gar nicht der Fall ist, habe ich das natürlich auch wieder versucht, mir zurechtzudrücken.
- 20:40In Form einer Fassade?
- 20:41Ja, dass ich mir nicht eingestehen muss.
- 20:43Wie muss ich mein Inneres nicht enttäuschen?
- 20:46Das ist jetzt auch nicht so gekommen, wie ich es mir gewünscht oder vorgestellt hätte.
- 20:52Und das war schon ein rechter Bruch.
- 20:55Wir waren auch relativ lange zusammen, also über 10 Jahre.
- 20:58Ja.
- 20:59Und eben jung auch schon zusammengekommen.
- 21:02Und ja, das war schon ein grosser Verlust.
- 21:04Also eben eigentlich die ganze Jugend, die du hinter dir lässt quasi.
- 21:11Und wenn du das mit dem Vater drin nimmst, eigentlich die ganze Kindheit oder das ganze bisherige Leben.
- 21:17Und trotzdem hast du gesagt, gerade eines der ersten Sachen, wo du gesagt hast, wo das passiert ist, ehemaliger Partner gone, Vater gone und ab dann hast du gesagt, dann ist alles gut geworden.
- 21:30Dann ist es schön geworden, ja.
- 21:31Was heisst, es ist schön geworden?
- 21:32Was hat sich dann geschifftet?
- 21:33Wie hat sich das manifestiert in deinem Leben?
- 21:37Ich habe einfach... Also ich habe eigentlich in den schlimmsten Zeiten meines Lebens meinen jetzigen Partner kennengelernt.
- 21:45Und wir sind wirklich...
- 21:46Das müssen Sie ihm damals sagen, oder?
- 21:48Ich habe es schon ein paar Mal gesagt.
- 21:51Ich glaube, du hast es schon ein paar Mal gesagt in den Storys.
- 21:54Ja, aber man kennt ihn gar nicht.
- 21:55Weil er hat kein Insta?
- 21:56Nein.
- 21:57Mega schade.
- 21:58Nein, mega gut.
- 21:59Da kann ich immer Videos von ihm posten und er sieht gar nichts.
- 22:05Nein, er hat nichts, er hasst Social Media.
- 22:09Also hasst es.
- 22:10Ja, ja, voll, er fühlt es nicht und ist auch okay.
- 22:13Gut.
- 22:15Ich habe ihn ja vor dir kennengelernt.
- 22:18Vor... also aha, ja, ja, ja.
- 22:20Ja, ja, ich kann ihn vor... Du kennst ihn, bevor du mich kennst.
- 22:22Genau, ich kann ihn vor dir kennen.
- 22:24Jawohl, jawohl.
- 22:26Oder hast du ihn vor mir gekannt?
- 22:28Nein.
- 22:28Nein, nein, nein, das nicht.
- 22:29Das nicht, eben.
- 22:30Nein, nein, das nicht.
- 22:31Nein, oh mein Gott.
- 22:32Nein, das nicht.
- 22:33Nein, nein, das nicht.
- 22:34Nein, aber ich habe ihn kennengelernt, bevor ich dich kennengelernt habe.
- 22:37Genau.
- 22:37Also wir kennen uns eigentlich über ihn.
- 22:38Wegen ihn.
- 22:39Genau.
- 22:40Richtig.
- 22:40Und dann auch, wir haben immer mega gewaltig, also ich habe es mit ihm schon immer mega gut gehabt, wir waren auf einer richtigen Wehrlänge, was mega cool ist.
- 22:47Geschäftslehmachers.
- 22:48Wir waren Geschäftslehmachers, ja.
- 22:49Wir haben uns in einer...
- 22:50Ich habe in einer sehr schwierigen Zeit keine gelernt und habe versucht, das Beste daraus zu machen.
- 22:55Geil.
- 22:58Ja, voll.
- 22:59Du hast in der schlimmsten Phase deines Lebens keine gelernt?
- 23:02Ja, ich war eigentlich voll im Tiefpunkt.
- 23:04Ich wusste, dass ich die Beziehung zerbreche, es mit meinem Vater schwierig ist, frisch Mami.
- 23:11Wo hast du keine gelernt?
- 23:13Im Büro.
- 23:15Im Büro habt ihr euch kennengelernt?
- 23:16Damals.
- 23:16Also wir arbeiten beide nicht mehr dort.
- 23:18Aber damals haben wir beide dort gearbeitet.
- 23:19Ja.
- 23:20Ah!
- 23:21Ja.
- 23:21Ah!
- 23:22Hast du vor dir gearbeitet?
- 23:25Mhm.
- 23:25Ah!
- 23:26Okay, okay, okay.
- 23:26Ja, und dann haben wir uns kennengelernt.
- 23:28Aber am Anfang, also nicht viel miteinander zu tun gehabt.
- 23:30Ich bin so immer eine...
- 23:32Und die Leute fragen sich jetzt, wieso sagen sie, dort haben wir euch kennengelernt und sagen dann auch nicht, nein, wir sagen nicht, wo sie arbeitet.
- 23:37Ja.
- 23:37Wo sie gearbeitet hat, nachher nicht.
- 23:39Ja.
- 23:39Wir müssen nicht alles verraten.
- 23:40Nein.
- 23:40Nein, das verrate ich nicht.
- 23:45Aber ja, einfach in der Medienbranche.
- 23:46Ja.
- 23:48Und am Anfang, ich war so in einem Tunnel, so mit mir selber und meinem Leben beschäftigt, ich habe ihn gar nicht gross wahrgenommen.
- 23:55Aber er hat sich so in dieser Zeit, wo ich nicht im Büro war, weil ich im Mutterschaftsurlaub war,
- 24:01hat er sich mit den gleichen Leuten angefreundet, mit denen ich im Büro auch zu tun hatte.
- 24:05Und als ich wieder zurück war, hat man sich mal gesehen, in den Büros oder wenn im Büro etwas war, hat man sich mal gesehen, aber nicht gross wahrgenommen.
- 24:15Und irgendwann, nach so einem Jahr oder so, hat sich das dann irgendwie entwickelt.
- 24:20Und ich war dann eben gerade so frisch getrennt und er eben auch.
- 24:24Mmmh.
- 24:25Also wir waren... und deshalb hatten wir eigentlich gar keine Augen, weil für ihn war es eigentlich gar kein Thema und für mich war es auch nicht.
- 24:32Und ja, erst dann so... Ihr habt euch nicht gesucht, aber gefunden?
- 24:35Ja wirklich.
- 24:36Und ich war dann voll im Loch, weil ich so dachte, hey nein, jetzt bist du aus einer mega langen Beziehung, hast ein Kind, bist alleinerziehend und jetzt stürzt du dich gerade ins nächste.
- 24:47Und ich hatte irgendwie mega Probleme, das anzunehmen, dass es wirklich einfach gut ist.
- 24:52Ich habe immer so darauf gewartet, bis etwas Schlimmes oder der Haken...
- 24:58Und das passt eigentlich gar nicht zu mir, weil ich eigentlich ein voll positiver Mensch bin.
- 25:03Und das war ich schon immer.
- 25:05Ich hatte schon immer komischerweise ein grosses Urvertrauen.
- 25:09Also ich habe immer in mir gespürt, irgendwann ist alles gut.
- 25:13Was auch immer gut ist, ist auch mega subjektiv.
- 25:16Aber ich habe einfach immer gewusst, dass irgendwann alles gut ist.
- 25:20Nur fragst du dich wann.
- 25:22Und als er kam, war ich so, hä?
- 25:24Es ist so perfekt.
- 25:25Ist jetzt auch was Gutes?
- 25:27Ja, und das war der Grund, weshalb ich in der Therapie bin.
- 25:31Ah, wirklich?
- 25:33Zum unterstreichen, dass es gut ist?
- 25:36Ich kann es dir nicht sagen.
- 25:38Ich habe innerlich gemerkt, dass ich noch nicht alles loslassen konnte.
- 25:43Alles, was mich geprägt hat.
- 25:47Und entsprechend auch nicht offen gewesen bin für das Neue.
- 25:52Und die hat mir dann gesagt, du darfst das Gute annehmen und du verdienst es.
- 26:00Das sind halt alles so... Und das sind Formen von Hypnose-Therapie?
- 26:04Und das ist aber nicht so Hypnose, wie man sich das vorstellt, als ob du weg bist.
- 26:08Doch, pendel schon, um in Trance zu kommen.
- 26:11Das ist eigentlich eine geführte Meditation.
- 26:15Ja, okay.
- 26:16Nicht so, du bist weg und dann kann sie mit dir machen, was du willst.
- 26:20Sondern wirklich, das ist eigentlich eine geführte Meditation.
- 26:22Also sie bringt dich mit verschiedenen Techniken, eben Pendel, aber auch Atemtechniken, Musik, mit so, wie sagen wir denen, so Klangschalen.
- 26:31Klangschalen, oh, mega schön.
- 26:32Mega schön.
- 26:33Mega schön.
- 26:33Ich habe mal eine Klangschalen-Massage gehabt.
- 26:37Wirklich?
- 26:37Das ist crazy.
- 26:38Ich bin gerade weg gewesen.
- 26:40Also wie machen die?
- 26:40Einfach neben dir machen?
- 26:42Nein, sie machen... ...auf dich drauf?
- 26:43Ja, je nachdem wie du reagierst.
- 26:46Aber sie fangen dann an die Klangschale zuerst so beim Kreuz drauf zu tun.
- 26:50Und dann gehen sie weiter hoch.
- 26:52Und wenn sie anpinnen, dann fangen die an zu vibrieren.
- 26:56Eben.
- 26:56Boah, ich bin weg gewesen.
- 26:57Ja, das stimmt.
- 26:58Ich schlafe eh sowieso.
- 26:59Ja, voll schade.
- 27:00Geld für nichts ausgeben.
- 27:01Gar nicht gecheckt.
- 27:03Ja.
- 27:04Aber es ist mega schön.
- 27:04Ja, es ist mega... also es war wirklich crazy.
- 27:08Würdest du Sprechtherapie oder allgemeine Therapieformen empfehlen zu machen?
- 27:13Ja, unbedingt.
- 27:14Ich bin ja sowieso Profi im allen mega guten Zygerat und selber nicht machen.
- 27:20Nein, ich sage schon seit Jahren, ich will endlich auch mal in Therapie gehen, weil ich finde es voll...
- 27:24mega gut, mega stark auch, wenn man das macht.
- 27:27Und ich bin auch der Meinung, dass sowieso, ob man jetzt gerade ein aktives Problem hat, etwas, das einen gerade jetzt wirklich konkret beschäftigt, glaube ich, dass es so oder so gut wäre, einfach mit jemandem neutralem, unabhängigem über gewisse Themen zu reden.
- 27:42Ich glaube, das würde allen gut tun.
- 27:43Also ich bin mir sicher, mit den wenigen Kriegen auf dieser Welt, wenn alle Therapien machen.
- 27:47Wahrscheinlich.
- 27:50Jeder hat seine Geschichte und jeder hat seine Päckchen.
- 27:53Es geht ja auch nicht darum, dass man das Gefühl hat, irgendwann bist du an einem Punkt, wo dich nichts mehr prägt.
- 27:59Gewisse Sachen sind ja auch dienlich zu einer gewissen Zeit.
- 28:04Das Funktionieren und der Leistungsdruck ist ja in einem gewissen Teil des Lebens sinnvoll.
- 28:11Und es ist ja auch nicht alles schlecht.
- 28:13Es dürfen auch Sachen geben, die einfach Eigenheiten von einem sind.
- 28:17Aber ich glaube, dass Therapie, um so konkrete Trauma aufzuarbeiten, sicher Sinn macht.
- 28:23Trotzdem gehst du aber zur Monique?
- 28:24Ich sollte unbedingt.
- 28:26Also ich würde wirklich mega gerne gehen.
- 28:28Vielleicht habe ich ein bisschen Angst, was da alles rauskommt.
- 28:30Ah, vielleicht ist das das.
- 28:31Ja, ich glaube schon, dass das so intensiv ist.
- 28:34Kann schon sein.
- 28:35Aber ist ja okay.
- 28:36Gut, das heisst, du kommst von einer sehr... Stimmebeziehung.
- 28:41Also schlimm, ich will das jetzt schnell klarstellen, es war natürlich nicht alles schlimm.
- 28:45Sonst hättest du noch 10 Jahre mit ihm zusammen gewesen?
- 28:48Nein, es war sehr lehrreich, wir hatten auch sehr schöne Zeiten.
- 28:55Ich bin neu mit hergekommen, wo wie eine gesunde Beziehung auch gar nicht möglich war, um einzugehen.
- 29:02Ich kannte meine Grenzen nicht, setzte sie nicht.
- 29:05Ich weiss heute sicher, was ich nicht mehr leben würde.
- 29:10Aber schlimm, es war nicht alles schlimm.
- 29:14Eine sehr prägende, lehrreiche Zeit.
- 29:16Du kommst aus einer sehr lehrreichen Beziehung, in einer Phase, wo du selbst gesagt hast, dass das die schlimmste Phase in deinem Leben war,
- 29:26jetzigen Partner kennengelernt hast und hast bei meiner Frage, die ich dir gestellt habe, was ist eine gesunde oder was ist eine schöne Beziehung, hast du gesagt, ja, damals habe ich nicht gewusst, würdest du jetzt sagen, du weisst jetzt, was eine gesunde Beziehung ist?
- 29:39Ich glaube, für mich persönlich ist eine gesunde Beziehung, wenn man zusammenwachsen kann.
- 29:46Also wenn niemand den anderen einschränkt oder klein hält.
- 29:51Wenn man einen Support hat, sowohl die Träume des anderen unterstützt, aber auch gemeinsame Träume und Visionen hat.
- 29:59Und ich glaube auch, dass du das für eine langfristige Beziehung brauchst.
- 30:03Ich glaube, man muss etwas zusammen haben, das man zusammen erschaffen und erreichen möchte.
- 30:07Und das muss überhaupt nicht materiell sein.
- 30:09Das können irgendwelche Visionen drohen sein.
- 30:14Ich bin auch ein freiheitsliebender Mensch.
- 30:16Also wenn ich mich eingängig fühlen würde, wäre es schwierig, glaube ich.
- 30:21Und Respekt natürlich.
- 30:22Also so Respekt voreinander.
- 30:25Ja.
- 30:26Wie ist der Bezug zu deiner Mutter heute?
- 30:28Sehr eng.
- 30:29Ja, wir sind sehr, sehr eng.
- 30:31Megaschön.
- 30:33An Sachen, die früher... Lassst du jetzt auch mehr an dich herankommen?
- 30:37Wir hatten schon immer eine sehr enge Beziehung.
- 30:40Wir waren dann ja eigentlich weit zu dritt in meiner Kindheit.
- 30:44Meine Schwestern, meine Mutter und ich.
- 30:47Und ja, wie so eine Frauen-WG, halt drei Frauen.
- 30:52Und wir hatten schon immer eine sehr enge Beziehung.
- 30:55Aber eben, ich habe ihr nicht Sachen nicht erzählt, weil ich ihr irgendwie nicht vertraut hätte.
- 31:00Weil du sie erst schützen wolltest.
- 31:02Ja, genau.
- 31:03Es ist wie so, dass ich ihr nicht noch mehr Kummer mache oder noch mehr zur Last falle.
- 31:09Genau, und das ist bis heute, das ist, glaube ich, meine engste Bezugsperson.
- 31:13Wie herzig.
- 31:15Ja.
- 31:16Mega herzig.
- 31:16Ja.
- 31:17Und dann hast du irgendwann, hast wahrscheinlich auch den Job gewechselt, weil du hast ja gesagt, du hast damals da gearbeitet, jetzt arbeitest du in einem anderen Medienhaus.
- 31:25Genau.
- 31:27Und kann man erzählen, was du denn machst?
- 31:31Ja, ich leite die Vermarktung im Bereich TV.
- 31:35Das heisst, wir produzieren Fernsehsendungen und ich mache die ganze Vermarktung.
- 31:39Also Sponsoren, Integration, vor allem Akku-Eisen natürlich.
- 31:43Ja, okay, gut.
- 31:45Und wie ist es für dich so heute?
- 31:49Ah übrigens, zweifachs Mami.
- 31:51Ja, genau.
- 31:52Zweifachs Mami, es ist noch ein Baby entstanden.
- 31:54Genau.
- 31:54Der zweite Sohn.
- 31:55Relativ schnell.
- 31:56Ah wirklich?
- 31:57Ja.
- 31:57Ja, wir haben dann wirklich... Also eben, das ging alles so Schlag auf Schlag.
- 32:01Wann stimmt das?
- 32:02Ja, eben.
- 32:03Voll.
- 32:03Wir haben dann wirklich...
- 32:05Wir sind dann mega schnell zusammengezogen.
- 32:09Und haben dann relativ schnell gewusst, dass wir auch noch ein gemeinsames Kind möchten.
- 32:14Und ich wollte aber nicht, dass es einen riesen Abstand zu meinem ersten Sohn hat.
- 32:19Und dann haben wir gesagt, also, let's go.
- 32:20Mega schön.
- 32:21Let's go.
- 32:22Ja, und dann haben wir diesen Sohn bekommen.
- 32:23Gehen wir rein.
- 32:24Und jetzt habe ich zwei Jungs.
- 32:25Mega herzig.
- 32:26Ganz, ganz süss.
- 32:27Gut, jetzt bist du zweifachs Mami.
- 32:32Du hast eine Beziehung.
- 32:34Du hast deinen Job.
- 32:35Wie ist das?
- 32:35Weil das ist eine Sache, die man heute immer wieder hört.
- 32:38Wie kann man Mami sein, aber trotzdem arbeiten, Karriere?
- 32:42Und ich meine, du hast einen Job, wo...
- 32:46Du bist auch jetzt, du bist gerade vor dem Podcast, bist du noch irgendwie belästigt worden mit irgendwelchen Themen, wo du gesagt hast, hey, ich bin gerade von der Feder, ich hole mich in Ruhe.
- 32:55Also wie machst du das?
- 32:57Wie empfindest du das?
- 32:58Gar nicht.
- 33:00Nein, es ist schon herausfordernd.
- 33:04Man muss schon auch hier wieder lernen, Grenzen zu setzen und für sich einstehen.
- 33:09Und ich lerne das, es ist ein Prozess.
- 33:12Früher war ich so, never not working, bis um eins am Morgen.
- 33:18Du kommst relativ spät ins Büro, weil du die Kinder zuerst versorgen musst.
- 33:22Ja.
- 33:23Dann schaffst, schaffst, schaffst, gehst nach Hause, musst die Kinder übernehmen, musst pünktlich sein, bevor der Hort oder whatever schliesst.
- 33:30Dann Kinder, Abendroutine.
- 33:33Und wenn sie dann mal schlafen, dann war ich halt oft auch noch mal am Laptop.
- 33:38Also es gab wirklich Phasen bis um eins am Morgen und um sechs bin ich wieder aufgestanden.
- 33:42Schaffst du 100%?
- 33:43Nein, 80.
- 33:45Das ist aber definitiv nicht gesund und kann ich auch gar nicht empfehlen.
- 33:50Das ist so, ich sage jetzt mal, mein altes Ich ist wirklich so mega überleistet, definiert.
- 33:55Ich habe auch immer das Gefühl gehabt, man muss so bis zum Unfall arbeiten, damit man etwas erreicht.
- 34:02Und auch hier wieder, was heisst etwas erreichen?
- 34:05Was heisst etwas erreichen?
- 34:14glücklich sein und wie soll ich sagen, in einem guten Balance zwischen für sich selber schauen und für das Umfeld und Familie sorgen.
- 34:23Mhm, ja.
- 34:25Ja.
- 34:27Und, aber ja, ich habe nicht studiert, ich habe also ich habe die Lehre gemacht, dann habe ich... Hast du viel gemacht?
- 34:34Also angefangen, angefangen habe ich mit der Coffeeslehre.
- 34:41Okay, ja voll fair.
- 34:43Nein, wieso?
- 34:44Ja, das ist eben auch so etwas.
- 34:46Ich habe einfach immer im Kopf gehabt, ich werde gewoffen.
- 34:49Es ist mega kreativ.
- 34:50Ich habe einfach gedacht, bist du Papi?
- 34:53Hast du mehr... Ja...
- 34:55Vielleicht ist es auch sehr kreativ mit Zeichnen.
- 34:56Also ich habe schon auch kreative Adern.
- 34:58Also er ist ein Folderkünstler und meine Schwester auch.
- 35:00Sie ist auch eine Folderkünstlerin.
- 35:03Und ich habe schon auch kreative Zeug, aber niemals so ausgeprägt wie die beiden.
- 35:07Und auch vor allem nicht so talentiert wie die beiden.
- 35:10Ich habe aber immer gesagt, ich werde Coiffeuse.
- 35:12Mit meiner damaligen Kindheit beste Freundin, wir zusammen machen Coiffeuse.
- 35:18Ich habe mir gar keine Gedanken gemacht, dann so langsam in der sechsten Klasse.
- 35:22Was machst du?
- 35:23Willst du Skimmy?
- 35:23Und ich bin schon immer, mir ist Schule immer mega leicht gefallen.
- 35:26Wo sind ihr eigentlich aufgewachsen?
- 35:27In Rapperswil, St. Karl.
- 35:32Rapperswil, St. Karl?
- 35:33Ja.
- 35:34Also dort haben wir zuerst gewohnt.
- 35:35Wir haben da auch mega viel gezögert.
- 35:37Dann sind wir aufs Dorf gezogen.
- 35:40Wagen heisst das.
- 35:42Wagen?
- 35:42Wagen, ja.
- 35:44Es gehört zu Rapperswil-Jona, zu dieser Gemeinde, aber es ist wirklich voll auf dem Dorf.
- 35:48Ja.
- 35:49Dort habe ich dann so, ich glaube, die zweiten Kinderszene, ich glaube, die ganze Primar auch, und dann in der Oberstufe wieder in die Stadt quasi.
- 35:59Rappi.
- 36:01Ja.
- 36:01In der Stadt.
- 36:01In der Stadt Rappi.
- 36:03Genau.
- 36:03In der Stadt.
- 36:04Ja, und obwohl mir die Schule eigentlich immer mega leicht gefällt, habe ich einfach so gedacht, ich mache jetzt gut für es, ich finde es geil und let's go.
- 36:10Und ich habe genau eine Bewerbung geschrieben und die Liste logischerweise dann gehabt.
- 36:15Und ich habe von dort angefangen und ach,
- 36:20Ich meine das überhaupt nicht so spektierlich.
- 36:21Ich finde es einen mega schönen Beruf.
- 36:23Ich liebe es auch selber, mir Horror zu machen.
- 36:26Ich finde es etwas mega Schönes, aber es war einfach absolut nicht mein Ding.
- 36:31Und ich weiss... Leute, ich weiss noch, welches Lied in dieser Zeit...
- 36:37im Radio immer gelaufen ist, weil immer dieses scheisse Radio gelaufen ist, wenn ich das Trauma von diesem Lied habe.
- 36:44Es ist wirklich, wenn ich dieses Lied höre, dann bin ich gerade so instantly in dieser Zeit.
- 36:49Von Katy Perry, I Kissed a Girl.
- 36:52Es ist so schrecklich.
- 36:53Und ich vergesse nie, ich habe immer müssen, es ist wie man es sich vorstellt, ich habe immer müssen den Boden putzen, ich habe immer müssen, das ist wirklich schrecklich.
- 37:04Also Boden waschen,
- 37:06Dann die Farbe mixen, das war das Höchste der Gefühle.
- 37:10Die richtige Mischung von Ammoniak und Farbe.
- 37:14Und das ist so, es ist mega simpel, es ist so zwei Teile zu einem Teil.
- 37:19Und das war so, als wäre es irgendwie Quantenphysik.
- 37:23Und dann immer die Tücher waschen, dann an diesen Puppenköpfen üben.
- 37:29Das ist einfach gar nicht easy.
- 37:30Ich habe es wirklich so gehasst.
- 37:32Aber das ist eher...
- 37:34Nein, nein, nein.
- 37:35Und dann gab es mir eben den Gunk, der nicht mehr mein damaliger Chef war.
- 37:38Also er war nicht mal der Chef, er war glaube ich der Inhaber.
- 37:41Ja.
- 37:41Er war eigentlich nie im Salon.
- 37:43Er ging einfach ab und zu rein schauen.
- 37:45Dann musste ich immer mal Haare waschen.
- 37:47Und es roste mich so.
- 37:48Jetzt bin ich halb gelassen mit diesen drei Haaren und immer Kopfmassage gegeben.
- 37:56Und irgendwann hat es mir einfach ausgehängt und dann habe ich abgerissen nach vier Monaten.
- 38:01Ah, okay, der wirklich schnell.
- 38:03Das war das erste Mal, wo ich meiner Mutter schon ein bisschen...
- 38:08Auch dort, ich wusste eigentlich ab Tag 1, das ist nichts.
- 38:12Ich komme jetzt aus dieser Scheisse wieder raus.
- 38:15Aber ich kann nicht wählen, dass meine Mutter sich Sorgen macht, wenn ich die Lehre abbreche.
- 38:19Dann habe ich aber abgebrochen.
- 38:22Ich habe aber nicht gesagt, dass ich es nicht mag.
- 38:24Ich habe gesagt, dass ich eben Neurodermitis habe.
- 38:27Also Probleme mit der Haut und so.
- 38:29Ja, auch mit den Chemikalien.
- 38:31Ja, wie beim Haare waschen und so.
- 38:33Da habe ich gesagt, es geht nicht mehr.
- 38:35Leider muss ich aufhören.
- 38:36Ich habe ein schweres Herz und das Gehäuse.
- 38:40Ich würde diesen Job so gerne machen, aber wie null oder mittel, das lässt es einfach nicht zuhören.
- 38:45Ja, und dann habe ich abgebrochen.
- 38:47Und dann habe ich von meinem damaligen Freund einen Kollegen, seine Freundin, Okay, das war zu viel Lekker jetzt.
- 38:55Genau, einfach so die Leute von damals.
- 38:58Sie hat im Kone gearbeitet.
- 39:01Und sie hat gesagt, dass ich abgebrochen bin.
- 39:04Sie hat gesagt, ich bin doch bei uns.
- 39:06Und ich so, wow, voll geil, Reisebranche und so.
- 39:08Okay, mache ich.
- 39:09KV.
- 39:10Und dann habe ich dort auch eine Bewerbung geschrieben und habe dann diese Lehrstelle bekommen.
- 39:13Das war richtig geil.
- 39:14Und sie, die mich dort reingeholt hat, ist bis heute eine meiner engsten Kollegen.
- 39:18Ah wirklich?
- 39:19Also schön.
- 39:20Und ich habe dann bei Cooni auch während meiner Lehre meine beste Freundin dort kennengelernt.
- 39:26Und wir sind auch bis heute ... Mega herzig.
- 39:29Hat dir richtig gefallen.
- 39:31Wenn es auf Anhieb nicht klappt, dann lieber einen zweiten Anlauf machen.
- 39:34Ja, unbedingt.
- 39:35Ich meine, du musst dann in drei, vier Jahren aushalten.
- 39:38Wenn es einfach nicht passt, wenn du es vor allem merkst.
- 39:40Wir sind so jung in der Schweiz, dass wir uns für die Berufswahl entscheiden müssen.
- 39:43Abartig.
- 39:43Also wirklich noch Kinder eigentlich.
- 39:46Aber dafür haben wir auch das Privileg in der Schweiz, dass wir eigentlich alles über die Umschule und die Passarelle... Ja, du kommst überall an den Tisch.
- 39:53Wenn du willst, kommst du überall an den Tisch.
- 39:58Du hast danach eine Lehre gemacht, hast deine KF-Lehre abgeschlossen, hast den Beruf für den Nagel gehängt, gut ist, abgeschlossen, happy.
- 40:07Wie kommt man in die Medienbranche hinein?
- 40:10Dann bin ich bei der Reisebranche nach der Lehre noch zwei Jahre geblieben.
- 40:14Das war so die Zeit mit der Digitalisierung, wo es der Reisebranche mega schlecht ging, weil dann alle nur noch angefangen haben,
- 40:21E-Bookers und so.
- 40:25Und dann gab es sogar Kurzarbeit, das weiss ich noch, weil es wirtschaftlich so schlecht gegangen ist.
- 40:30Und alle haben irgendwie nur noch 50% gearbeitet, ausser die Lehrlinge.
- 40:34Wir mussten einfach 100% arbeiten.
- 40:37Wir waren den ganzen Tag im Stollen und die Festangestellten sind immer nach einem halben Tag dann verreist.
- 40:44Krass.
- 40:45Und dann habe ich nach zwei Jahren in der Reisebranche, am Anfang hatte ich noch viele Benefits, hatte Gratisflüge, Megareduktionen, dass ich wieder tiefer in den Lohn, den ich in dieser Branche hatte, im Verhältnis zum Beispiel zur Bank oder so, schon viel weniger verdiente.
- 41:01Aber dafür konnte ich günstig reisen und so, war so ein Ausgleich.
- 41:05Und irgendwann wurde das alles wegrationalisiert, diese Benefits.
- 41:09Und dann hattest du einen schlechteren Lohn und noch keine Benefits.
- 41:12Und dann ging meine Beste Freundin.
- 41:14Und dann dachte ich mir, jetzt muss ich auch mal einen Move machen.
- 41:19Nach der Lehre sagt man ja sowieso, es ist gut, wenn mal... Ja, wenn du planen musst, dass du es siehst.
- 41:23Aber die Reisebranche war so geil.
- 41:26Es ist wirklich so... Einfach die Leute...
- 41:29Wir hatten immer tausende Events, immer Aperos, immer Veranstaltungen.
- 41:35Und eben diese Studiereisen.
- 41:38Es war wirklich richtig geil.
- 41:39Ich dachte mir, in welche Branche gehe ich jetzt, wo ich es wieder so haben werde?
- 41:43Weil ich dachte mir so, Bank, forget it, Versicherung, forget it.
- 41:47Was mache ich?
- 41:49Und dann habe ich immer ein bisschen online geschaut, was es so gibt.
- 41:52Und dann bin ich als Quereinsteiger in die Medienbranche.
- 41:55Und dort war die Branche dann noch schlimmer.
- 41:58Mit was?
- 41:59Mit Partys, Events.
- 42:01Weil es einfach die ganze Zeit hatte?
- 42:02Das war crazy.
- 42:03Standig?
- 42:04Jetzt ist es nicht mehr so schlimm, sag ich mal, wie damals.
- 42:08Das ist jetzt auch schon...
- 42:09Was ist das?
- 42:09Im 14.
- 42:10habe ich angefangen.
- 42:12Ah, schon zwölf Jahre arbeitest du in der Medienbranche.
- 42:14Das ist schon viel, ja.
- 42:15Und dort war es wirklich wild.
- 42:16So wie man es aus den Filmen kennt.
- 42:19So diese Branche-Events.
- 42:22Und das kennen sich auch alle.
- 42:23Das ist wie so Sekte.
- 42:25Krass.
- 42:27Du kommst nicht mehr raus.
- 42:28Alle sagen «Hör auf in der Medienbranche!»
- 42:30Das ist jetzt auch nicht das florierendste Geschäft.
- 42:36Ich finde es spannend, denn du gehörst immer «Medienbranche, Medienbranche, Medienhäuser links und rechts».
- 42:41Aber für mich als Aussenstehender habe ich kein Gefühl, was alles passiert, was alles gemacht wird.
- 42:52Die grösste Gefahr sind die grossen amerikanischen Kaffas.
- 42:59Google, Amazon, Facebook und...
- 43:03Was kann ich nehmen?
- 43:04Einfach Meta, alle Social Media Plattformen.
- 43:08Also das ganze... Apple, Samsung.
- 43:10Ja genau.
- 43:10Also das ganze... Alle Werbebudgets...
- 43:15Die Werbebudgets werden halt einfach geschifftet.
- 43:18Und die Wertschöpfung bleibt nicht mehr in der Schweiz, sondern geht halt eben zu den Amis oder jetzt mit TikTok auf Asien.
- 43:27Und so verliert halt der Schweizer Markt mega viel an Werbebudget.
- 43:32weil einfach günstige Google-Ads-Kampagnen, Social-Kampagnen gemacht werden.
- 43:40Also ihr schaut eigentlich wirklich, dass in den Privatsendern gewisse Werbungen geschaltet werden können und dafür geben die Kunden viel Geld aus?
- 43:52Ja, also ein Werbekund, irgendein Brand hat einfach einen Budgettopf für Werbung oder für Medien allgemein.
- 44:01Und nur schon dieser Topf per se wird immer kleiner, wegen den wirtschaftlichen Umständen, eben geopolitische Lage, die schwierig ist, Krieg, Naturkatastrophen, werden die Werbebudgets per se schon immer kleiner.
- 44:14Und dann hast du halt wie einen Split.
- 44:16Also zum Beispiel, wir machen von unserem Budgettopf
- 44:2030% ins TV, dann ist eigentlich nur noch die Unterscheidung zwischen Privatfernsehen und öffentlich-rechtlich.
- 44:26Also von diesen 30% ist dann vielleicht 50% öffentlich-rechtlich und 50% Privatfernsehen.
- 44:3320% geht in Out of Home, also Plakatwerbung und so weiter, 10% ins Radio und so weiter.
- 44:39Und jetzt ist neu so, wir machen 60% digital.
- 44:44Und dann gibt es in der Schweiz eigentlich nur die digitalen News-Plattformen der Schweizer Medienhäuser, also 20 Minuten Blick, scheiss mich tot.
- 44:53Dann bleibt es in der Schweiz und sonst geht es halt eben in Google-Ad-Kampagnen und so weiter und dann geht ja das Geld aus der Schweiz raus eigentlich.
- 45:00Kann man um den Daumen sagen, was so 10 Sekunden Werbung im Fernsehen kostet?
- 45:09Nein, das fragt mich einfach sehr viel.
- 45:11Ist es unterschiedlich?
- 45:13Es kommt nur schon darauf an, wie die Saisonalität ist.
- 45:16Ist es Januar oder Sommer?
- 45:18Du zahlst eigentlich immer die Reichweite.
- 45:20Du zahlst so viele Zuschauer, die prognostiziert sind.
- 45:23Im Januar schauen z.B. mehr Leute Fernsehen als im Sommer.
- 45:27Dann kommt es aber auch noch darauf an, ob es in der Daytime oder in der Primetime ist.
- 45:32Das kannst du wirklich nicht sagen.
- 45:35Aber an der WM habe ich mir sagen lassen, kostet ein 30 Sekunden Werbespot auf der öffentlich-rechtlichen anscheinend so um die 135'000 Franken brutto.
- 45:47Brutto-Preise sind natürlich immer mit Vorsicht zu geniessen, weil es gibt ja auch nur ein Bett und so, aber es ist teuer.
- 45:54Es ist teuer?
- 45:54Ja.
- 45:5530 Sekunden?
- 45:56Ja.
- 45:57Aber er hat eine riesen Reichweite, das ist das andere.
- 46:01Ja, wenn du dann 80% Marktanteil hast und einfach 80% aller Leute, die in dieser Zeit die Fernseher geschaut haben, erreichst.
- 46:08Mhm.
- 46:10Ja, und weil wir schon bei riesigen Reichweiten sind, Yes.
- 46:13du hast ja noch einen eigenen Podcast.
- 46:16Ja.
- 46:16Mit den Sardine Leutenegger zusammen.
- 46:17Genau.
- 46:18Und zwar der Watermill Podcast.
- 46:19Yes.
- 46:21In einer Art und Weise, wie ist das entstanden, wie ist das passiert und warum überhaupt?
- 46:27Hey, ich bin schon immer ein Mensch gewesen, der Leute angezogen hat, die über Themen reden, ein Öffnungsohr, Röntgen.
- 46:37Bist du eine Influencerin?
- 46:38Ja, einfach eine Offline-Influencerin.
- 46:41Also Leute sind einfach schon immer zu mir gekommen, haben ihre Themen mit mir besprechen wollen, mich zugelassen haben.
- 46:48Ich interessiere mich für mega viele Themen auch.
- 46:52und hatte schon immer ein bisschen Bedürfnis, aufgrund meiner Vergangenheit, das weiterzugeben oder auch mit dem etwas Positives bewegen zu können.
- 47:01Dann kam immer mehr das Thema Women Empowerment dazu.
- 47:05Das ist so eines, das mich jetzt sehr prägt, aber nicht mein einziges Thema.
- 47:09Es ist nicht so, dass ich mich jetzt voll in das, nur das, sondern eben auch so
- 47:16Allgemein, ob Mann oder Frau, man soll nie aufgeben, an sich zu arbeiten, weiterzuentwickeln.
- 47:21Persönlich-eventuell.
- 47:22Genau.
- 47:23Und ich hatte schon immer eine Vision, etwas zu bewegen, gewisse Themen zu stimmen.
- 47:31Und der Podcast war irgendwie so naheliegend.
- 47:35Und ich und Sarah haben uns dann eben kennengelernt über unsere Männer.
- 47:40Ah ja, okay, klar.
- 47:42Genau, auch von der Medienbranche natürlich.
- 47:45Und haben dann so, ja, ich habe dann das oft so mit ihr geshared, so die Themen, die mich beschäftigen und dass ich das mega gerne machen würde, so einen Podcast.
- 47:53Aber ich bin halt wie voll nicht aus dem Mitte gekommen, so aus der Öffentlichkeit.
- 47:58Und sie hat das dann auch mega spannend gefunden und hat sich gesagt, hey, machen wir es zusammen, let's go.
- 48:03Und dann haben wir an diesem Konzept gefilmt.
- 48:06Was ist das Konzept dahinter?
- 48:07Was ist das Konzept von Watermilf?
- 48:09Also, Watermilf ist ja bewusst so ein bisschen, ich sage jetzt mal, edgy gewählt.
- 48:14Und das ist ja auch lustig, wer diesen Namen heraus erfunden hat, wie lief das?
- 48:21Den Namen?
- 48:22Ja, wie entstand der Name Watermilf?
- 48:24Nein, also Lolo hat, also der Mann von Sarah, hat vorgeschlagen Milftag und aus dem aus ist dann Watermilf entstanden.
- 48:40Der Hintergedanke ist klar provokativ, aber auch doppelt so «what the fuck» in Kombination mit «milf».
- 48:50Weil man als junge Frau oder Mutter sich das recht oft anhören muss.
- 48:57Unsere Meinungen gehen auseinander, Sarah und ihr.
- 49:00Ihr findet es voll easy oder ein Kompliment und ich finde es disrespectful.
- 49:04Was?
- 49:04Ein Milf?
- 49:06Überall das Milf-Betiteln.
- 49:07Findest du das... Stell dir vor, eine sagt deiner Frau, du bist eine Mutter, die gerne über Bumsen ist.
- 49:15Ja, ja.
- 49:16Out of nowhere, einfach so in die Ems hineinschalten.
- 49:18Hey, Milf.
- 49:20Das machst du nicht.
- 49:21Haben die das?
- 49:22Ich hatte das oft, auch im geschäftlichen Kontext.
- 49:26Nicht Leute, die mit mir gearbeitet haben, aber Kinder, die mich betreut haben.
- 49:31Krass.
- 49:32Ja, und Milchstrahl ist natürlich sinnbildlich für so Sachen, die man sich als junge Frau anhören muss, die arbeitsfertig ist, Karriere machen will und Mutter ist.
- 49:43Und unsere Themen, also das Konzept ist eigentlich, dass wir so wie eventuell
- 49:48die ganze Bandbreite des Frauen sein.
- 49:54Sei das jetzt eine arbeitstätige Mutter, eine junge Mutter, aber eben nicht nur.
- 49:59Auch Frauen, die vielleicht kein Kind möchten, was das alles mit sich bringt, gesellschaftliche Themen wie
- 50:05Ich habe Gleichberechtigung und alles, was mit sich bringt.
- 50:10Sie haben mega, mega gute Themen.
- 50:11Und ich weiss auch, auf meinem Umfeld, ich habe das ein paar Mal gesagt, auf meinem Umfeld hört man mega viele eure Podcasts.
- 50:17Das freut mich sehr.
- 50:18Sie haben eine richtig starke Fanbase.
- 50:21Cool, das freut mich.
- 50:22Das ist mega lässig.
- 50:23Jetzt werde ich auch schon angesprochen.
- 50:24Das ist für mich natürlich neu.
- 50:27Jetzt muss ich auch mal schauen, was ich sage.
- 50:30Ich weiss, es war so lustig, es war gerade letzte Woche, eben so Ende Schulferien.
- 50:35Und alle, die Kinder haben, können es wahrscheinlich nachvollziehen, Ende Ferien, ist man wirklich froh, wenn dann irgendwann wieder der Alltag kommt.
- 50:43Okay, ja.
- 50:44Irgendwie war ich mit den Jungs alleine in der Bade.
- 50:46Es ging eigentlich gut.
- 50:49Neben mir waren drei Frauen mit jeweils zwei Kindern.
- 50:53Ich war mit den Jungs alleine.
- 50:55Es war recht gemütlich am Nachmittag.
- 50:58Aber ich fand es sehr spannend, das Szenario mitzuverfolgen.
- 51:02Es war wirklich sinnbildlich.
- 51:04Die eine hatte absolut keinen Nerv, die war nur am Schreien.
- 51:07Die andere hat mehrfach erwähnt, dass sie jetzt ein wenig Alkohol braucht.
- 51:12Und die andere hat gesagt, ihr sei alles gleich gewesen.
- 51:16Aber so mega lustig, also überhaupt nicht «judgmental» gemeint oder so.
- 51:20Es war einfach so sinnbildlich.
- 51:22Und dann so gegen den Abend sind bei mir auch die Nerven irgendwann blank gelegen und ich war so beim Wasser auffüllen für die Flasche, die Wasserflasche und mein Sohn hat ewig gemacht und herumgegeiert und wirklich voll meine Nerven strapaziert und irgendwann murrt mich so vor mir hin, so oh Gott, es ist einfach Zeit, dass die Schule wieder losgeht.
- 51:41Und dann steht die eine von denen drüben neben mir und lacht voll und sagt so «Hey, gell, du bist doch die von Watermill» und so.
- 51:48Ach wirklich?
- 51:49mich mal vermischt, weil ich da am Abrennen bin.
- 51:53Ich hatte sie mega Freude.
- 51:55Wollt ihr sie?
- 51:55Nein, das nicht.
- 51:58Aber mega herzig.
- 51:59Mega herzig.
- 52:00Ja, und mega viel schreiben wir auch auf Instagram, DMs.
- 52:04Du machst einen mega coolen Social Media Job.
- 52:07Wirklich?
- 52:08Ja, voll.
- 52:09Du machst es mega natürlich.
- 52:11Wenn man dich verfolgt, nimmst du die Leute mit in deinen Alltag.
- 52:14Ich kann eben mega lang so, es ist ja wie bei allem in meinem Leben, wenn ich jetzt mit dem auch noch anfange, was denken die Leute?
- 52:22Und so, eben bis ich... Who cares?
- 52:24Ja, das ist im Fall.
- 52:25Ohne Stress, die sind jetzt so kitschig.
- 52:28Aber das stimmt einfach.
- 52:29Am Schluss, egal was du machst, es wird eh immer Leute geben, die sich das Mund zerreissen.
- 52:34Und dann mache ich lieber etwas und baue mir etwas auf und Leute zerreissen sich viel das Mund.
- 52:39Logisch, 100%.
- 52:40Als dass sich Leute das Mund zerreissen und ich mache nichts.
- 52:43100%.
- 52:43Ja.
- 52:45Und es hat ja unter euren Kommentaren, vor allem auf Social Media, Krass, oder?
- 52:52An mich denke ich so, also, geht es eine Art noch?
- 52:57Weisst du, das finde ich eben krass.
- 52:59Das muss ich dir jetzt mal sagen.
- 53:02Ich fühle mich nie persönlich angegriffen oder es nimmt mich persönlich mit oder so.
- 53:07Wirklich null.
- 53:08Es ist mir scheissegal, wo irgendwelche hinlaufen.
- 53:11Fremde Leute, die keine Bedeutung in meinem Leben haben, über mich denken, whatever.
- 53:15Aber was mich wirklich beschäftigt, ist so der Fakt, dass es wirklich so Menschen gibt.
- 53:21Weil weisst du, wenn du nichts mit dem Social Media Game zu tun hast...
- 53:24Die Internet-Rambos.
- 53:26Bevor ich auf Insta aktiv war, habe ich das immer gehört, die Internet-Trolls und Hasskommentare, mega schlimm.
- 53:36Und ich habe immer gedacht, es gibt es sicher.
- 53:38Also ja, es gibt es halt.
- 53:41Aber jetzt, als ich das so im eigenen Leben erfahre und ich so checke, es sind viele von denen und die nehmen das auch richtig ernst, dann denke ich mir einfach so, fuck.
- 53:51Und dann ist es egal, welche Meinung du hast.
- 53:53Ja.
- 53:54Es ist völlig egal, was für eine Meinung du hast.
- 53:56Irgendwo kommt eine oder eine raus und geht dann voll rein.
- 54:01Und was auch mega spannend ist, so gesellschaftlich betrachtet, ist, sobald eine etwas schreibt, dann kommen alle aus ihren Löchern.
- 54:08Dann startet es.
- 54:09Es gibt wahnsinnig viele, die haben keine Eier und kaum schreibt eine etwas.
- 54:12Sie sind so, ja, eben finde ich auch und kommentieren den Kommentar und den Kommentar und den Kommentar.
- 54:17Und ich denke mir so...
- 54:19Aber ich hatte auch einen «Win».
- 54:22Und ich meine das wirklich ernst.
- 54:25Ich mache das ja nicht aus Spass und Freude.
- 54:28Ich habe einen Job, eine Familie.
- 54:31Sondern ich will wirklich etwas bewegen.
- 54:34Ich will etwas aufbauen.
- 54:35Ich will etwas Größeres.
- 54:40Und wenn ich nur jemanden erreiche, um umzudenken oder auch nur studieren, anzuregen, es muss niemand meiner Meinung sein, null.
- 54:50Aber ich finde einfach, eine Gesellschaft braucht diesen Kurs.
- 54:52Und das ist etwas, was mega fehlt heutzutage.
- 54:55Es gibt nur noch das Extrem oder das Extrem.
- 54:58Es findet gar keine Diskussionen mehr statt.
- 54:59Aber das Ziel hast du sowas von erreicht.
- 55:01Ja, und letztlich habe ich mir wirklich die Mühe gemacht, weil viele sagen immer, du musst gar nicht darauf eingehen, es bringt es gar nicht, deine Energie zu schonen und so.
- 55:09Aber ich denke mir so, nein, ich mache es ja, weil ich etwas bewegen möchte.
- 55:13Ich muss mir den Aufwand schon auch geben.
- 55:16Ich mache ja nicht einfach ein Reel, damit es einfach viele Views hat und ich mich dann besser fühle, sondern ich möchte viele Leute erreichen, damit viele Leute mit diesen Themen in Kontakt kommen.
- 55:25Und einer hat dann eben so geschrieben, was hat denn ein Mann...
- 55:29«Was habt ihr nicht?»
- 55:30Oder «Was hab ich, was ihr nicht habt?»
- 55:32War das ein Mann oder eine Frau, die das geschrieben hat?
- 55:34Ein Mann hat geschrieben auf dem Reel, das um das Patriarchaten zugegangen ist.
- 55:39Das ist sowieso abgegangen.
- 55:40Ja, dort hat er dann geschrieben «Was hab ich, was ihr nicht habt?»
- 55:44Also über was beschwert ihr euch konkret?
- 55:45Dann habe ich so simpel gesagt «Ja...»
- 55:48Du kannst zum Beispiel nach dem Ausgang nach Hause gehen, ohne Angst zu haben.
- 55:54Du bekommst für das, was du schaffst, einen Lohn.
- 55:58Und für diesen Lohn bekommst du einen angemessenen Lohn.
- 56:01Und nicht weniger als jemand, der genau gleich viel macht, einfach weil er ein anderes Geschlecht hat, weniger verdient.
- 56:08Alles voll simpel aufgelistet.
- 56:12«Ja, aber...» Mega lang, so hin und her.
- 56:15Und dann irgendwie so «Ja, aber wenn eine Frau weniger verdient, dann muss sie sich vielleicht auch an den eigenen ansehen, weil dann hat sie vielleicht nicht gut verhandelt und so.
- 56:24Oder irgendwie, wenn eine Frau sich nicht sicher fühlt in der Beziehung, dann ist sie selber schuld, dann muss sie halt gehen.
- 56:31Und ich so «Schau, merkst du das doch jetzt selber?»
- 56:33Ich sage ja, es geht mir nicht um ein Geschlecht oder einzelne Personen an die Brange zu stellen, sondern es geht um strukturelle Themen.
- 56:41Und diese strukturellen Themen können wir nur als Gesellschaft gemeinsam bewegen.
- 56:45Und wenn du jetzt sagst, dass eine Frau einfach gehen kann, dann überlege doch mal, was der Lohn für einen Impact hat.
- 56:51Also wenn eine Frau weniger verdient per se als ein Mann, dann ist es naheliegend, dass auch sie wahrscheinlich kürzer tritt, wenn es ein Kind in die Familie gibt.
- 57:00Weil logischerweise aus wirtschaftlichen Gründen reduziert der, der weniger Lohn hat.
- 57:05Weil es ja wirklich keinen Sinn macht, wenn der, der mehr verdient, reduziert.
- 57:09Dann verdient sie weniger und es geht ja nicht nur um den Lohn monatlich, den sie ausbezahlt hat, sondern auch, wo sie langfristig ihre Rente einzahlt, die ja dann auch weniger ist.
- 57:19Und ist entsprechend am Mann finanziell unterlegen.
- 57:23Und man weiss, Geld ist Macht.
- 57:25Es gibt schon mal ein Machtgefälle in der Beziehung.
- 57:28Wenn jetzt sie unglücklich ist oder sie sich trennen möchte, aber Existenzängste hat, weil sie ein Kind hat und dann wegen dem in einer Beziehung bleibt, die für sie oder für das Kind oder für wen auch immer nicht gesund ist, ist es dann an der Frau ihre Schuld?
- 57:42Also ist es dann verwerflich, dass sie sich in etwas bleibt, was ihr eigentlich nicht gut tut, weil sie offensichtlich am Mann unterliegt?
- 57:49Das ist wirklich ein kleines Beispiel von ganz vielen strukturellen Themen.
- 57:54Und irgendwann, wirklich nach zwölf Kommentaren hin und her, hat er so geschrieben, «Ah ja, stimmt so, habe ich das noch nie gesehen.»
- 58:00Und ich so, «Ah, ein Sieg für die Menschheit.»
- 58:05Es bringt etwas, diskutieren.
- 58:06Ja.
- 58:07Und dann habe ich so gedacht, «Okay, schau, wie das mache ich jetzt.»
- 58:09Glaubst du, wir haben verlernt, diskutieren?
- 58:11Ja.
- 58:12Also Leute haben auch Angst, habe ich das Gefühl.
- 58:14So Cancel Culture ist halt ein Riesenthema.
- 58:16Ist schon ein Riesenthema.
- 58:17Riesig.
- 58:19Und weisst du, ich finde einfach,
- 58:22Vielleicht auch hier wieder, Leute zu helfen an unseren Sozialkompetenzen.
- 58:25Es ist natürlich schon ein Unterschied, wie diskutieren wir.
- 58:29Die Leute können a. verlernt überhaupt diskutieren und b. sind überhaupt nicht mehr konfliktfähig.
- 58:37Du kannst ja eine Meinung haben, die komplett anders ist als meine.
- 58:40Wir können trotzdem respektvoll miteinander reden.
- 58:43Man muss ja nicht streiten und sich beleidigen.
- 58:46Absolut nicht.
- 58:48Aber das haben die Leute wirklich verlernt.
- 58:51Das ist wirklich ein Problem.
- 58:53Ich glaube, so wird die Gesellschaft auch nie einen Konsens finden.
- 58:55Du hast jetzt «cancel culture» angesprochen.
- 59:01«Anspruchen» mein Gott, tschau.
- 59:05Hast du das Gefühl, dass umso linker man Meinungen ausspricht, umso weniger problematisch ist es?
- 59:13Umso rechter man etwas anspricht, dort beginnt «cancel culture» an?
- 59:18Nein.
- 59:19Nicht?
- 59:20Also ich finde, alles, wo es mega extrem geht, finde ich problematisch.
- 59:26Aber ab wann ist links extrem?
- 59:29Ja, sobald eben keine anderen Meinungen mehr angehört werden oder irgendwie gewollt, zum Beispiel.
- 59:36Also 1.
- 59:37Mai-Demo zum Beispiel.
- 59:39Ich finde es auch absolut hirnrissig, dass Dinge demoliert werden.
- 59:44Vandalismus, Gewalt, gegen wen auch immer.
- 59:48Also Gewalt, egal gegen wen, ist in meiner Meinung noch nie richtig.
- 59:55Darum, ich glaube nicht, dass es aufs politische Spektrum raufkommt, ob links oder rechts, sondern einfach eben, wenn es extrem wird.
- 1:00:02Und extrem, ich...
- 1:00:03Man muss einander zuhören und andere Perspektiven einnehmen, um das Gegenüber überhaupt zu verstehen.
- 1:00:08Du kannst ja bei deinem Standpunkt bleiben, aber damit es eine Lösung gibt, muss man wenigstens das Gegenüber oder die anderen Perspektiven nachvollziehen können.
- 1:00:18Und das ist eben auch ein Problem.
- 1:00:20Das siehst du auch in den USA zum Beispiel, der Unterschied zwischen den ländlichen Regionen und den Metropolen.
- 1:00:26dass Leute, die in ländlichen Regionen leben, das ist auch bei uns so, ich sage jetzt mal, keine Ahnung, im Kanton Uri oder weiss ich nicht wo, dass sie halt ein Bild haben von einem Migranten, der durch die Medien geprägt wird und selber aber noch nie einen Berührungspunkt hatte mit jemandem.
- 1:00:45Ja.
- 1:00:45Ja.
- 1:00:47Es ist schwierig, sich selbst ein Bild zu machen.
- 1:00:50Weisst du, was ich meine?
- 1:00:50Absolut.
- 1:00:51Und umgekehrt... Ja, es geht in beide Richtungen.
- 1:00:55Ich glaube, dass egal, in welche Richtung es geht, es extrem nie gut ist.
- 1:00:58Und wenn man sich auch nicht Mühe macht, die anderen zu verstehen.
- 1:01:02Weil, das ist auch etwas, was ich gelernt habe, ich glaube, wir müssen nicht einander immer Fragen stellen wie «Warum machst du das?
- 1:01:10», sondern «Was ist passiert, dass du so denkst?»
- 1:01:15Was hat dich dazu gebracht, so zu handeln?
- 1:01:19Weil hinter jeder Tat und Handlung und Haltung liegt ja irgendwo etwas, das einen geprägt hat.
- 1:01:27Ob es ein Erlebnis ist oder was auch immer.
- 1:01:29Und ich glaube, zu verstehen, was ein Mensch...
- 1:01:32Und auch nochmals zum Betonen, dass es nichts rechtfertigt.
- 1:01:35Es gibt Dinge, die unentschuldbar sind.
- 1:01:38Und es ist auch egal, was passiert ist, es gibt wirklich Dinge, die unentschuldbar sind.
- 1:01:42Aber trotzdem, um nachvollziehen zu können, wie es zu etwas kommen kann, muss man Hintergründe versuchen zu verstehen.
- 1:01:49Ich glaube, das ist so, in dieser schnelllebigen Social Media Welt interessieren uns einfach oft Hintergründe gar nicht mehr.
- 1:01:55Wir suchen die nächste Cloud, die nächste virale Aussage, die nächste Headline bei einem Artikel.
- 1:02:04Es ist einfach immer so schreierisch und provokativ und extrem.
- 1:02:10Und dann geht halt die Tiefe und der Hintergrund zwangsläufig.
- 1:02:14Der geht eh verloren.
- 1:02:16In einem Diskurs geht der mega schnell verloren.
- 1:02:21Ich habe das Gefühl, es hat sich ein wenig geshiftet.
- 1:02:24Weil sobald du gewisse Sachen sagst, die eher auf dem rechten Spektrum sind oder... ...konservativer sind, bist du rechts, bist ein Rechtsextremer.
- 1:02:36Aber links kannst du sagen, du bist ein Fuchs und du läufst mit einem Fuchsschwanz um und das ist völlig okay.
- 1:02:43Ja, ist es ja auch, wenn man sich alles wucht fühlt.
- 1:02:46Aber ich finde, in meiner Meinung nach, jeder, der akzeptiert werden möchte, für das, wo man ist und für das, wo man lebt, muss im Gegenzug auch akzeptieren, dass andere andere Leben...
- 1:02:59Aber aufzwingen, ich finde, aufzwingen ist nicht mehr so, wenn mir etwas aufzwungen werden muss.
- 1:03:05Nein, das meine ich.
- 1:03:06Ich glaube,
- 1:03:07Ich glaube gesund wäre es, wenn jeder für sich eine freie Wahl hat, wie man sein Leben gestalten möchte und wie der eigene Lebensentwurf aussieht.
- 1:03:14Aber auch akzeptiert, wenn andere Lebensentwürfe davon abweichen.
- 1:03:19Und eben gerade mit dem Konservativen.
- 1:03:20Ich glaube, zum Beispiel das Thema Kopftuch.
- 1:03:25Ist ja immer so von der SVP, Kopftuchverbotsinitiativen usw.
- 1:03:30Das wurde sehr vertiefet, weil das etwas ist, das Frauen unterdrückt.
- 1:03:36Aber wie viele Frauen das anhaben aus eigener Überzeugung, das kann man ja nicht...
- 1:03:42Wenn das jemand anzieht aus eigener Überzeugung,
- 1:03:45Ist doch das etwas Schönes?
- 1:03:46Das ist ja, wie jemand anderes sich entscheidet, keine Ahnung, sich nicht zu tätowieren.
- 1:03:56Es geht doch darum, woher kommt es?
- 1:03:58Was ist der Impuls, warum macht man es?
- 1:04:01Ist es etwas intrinsisches oder wird es einem aufgedrängt?
- 1:04:04Und etwas per se zu verteufeln, egal ob es eine Haltung ist, eine religiöse Einstellung, ein Lebens-, Essens-, wie sagt man?
- 1:04:15Gewohnheiten.
- 1:04:16Ja, Essensgewohnheiten.
- 1:04:18Am Schluss ist entscheidend, woher es kommt.
- 1:04:20Und schadet es jemand anderem oder nicht?
- 1:04:23Wenn ich das für mich mache, aus intrinsischer Überzeugung, dann schadet es eben niemand anderem.
- 1:04:29Voll, absolut.
- 1:04:30Dann ist doch das alles okay.
- 1:04:31Es stört mich nur, wenn jemand da als Fuchs verkleidet rumläuft.
- 1:04:36und akzeptiert, wenn ich ein traditionelles Rollenbild verköpfe.
- 1:04:43Ich finde es dann schwierig, wenn man sich Sachen abspricht und einander nicht... Xeni.
- 1:04:49Ja.
- 1:04:49Ja, Xeni.
- 1:04:52Was ist denn das für ein Nachriss am Schluss?
- 1:04:54So, ach, strengend.
- 1:04:56Schnufen.
- 1:04:57Nein, es ist ein heikles Thema.
- 1:05:00Es ist mega ein heikles Thema.
- 1:05:02All die Sachen, die spaltet, sind mega heikel.
- 1:05:05Ob das Religionen sind, links, rechts, wie viel Gender es gibt, all die Sachen sind mega heikel.
- 1:05:12Früher hat man doch gesagt, am Stammtisch solltest du nicht über Sport, Politik und Sex reden.
- 1:05:17Dann hast du keinen Streit.
- 1:05:23Ja, das stimmt.
- 1:05:23Aber, Streit.
- 1:05:23Aber es ist doch okay.
- 1:05:25Also,
- 1:05:26ich kann doch mit dir einen Diskurs führen, ich kann doch mit dir reden.
- 1:05:30Du kannst eine komplett andere Meinung haben als ich.
- 1:05:33Und schlussendlich können wir aufstehen, können uns umarmen und sagen, hey, danke für den Podcast, mega coole Zeit gewesen.
- 1:05:39Und es ist doch alles gut.
- 1:05:40Ich muss doch nicht wegen dem irgendwie dann einen Post machen, wow, was ist denn das für ein Ultralink oder Unterrechtertyp?
- 1:05:46Nein.
- 1:05:47Ich finde vor allem, das Leben wäre ja hohe Eintönung, wenn ich einfach meine Meinung habe und für immer bei dem bleibe und mir nie etwas links oder rechts anhöre.
- 1:05:56Und immer so mit Scheuklappen durchs Leben laufen.
- 1:05:59Ich bin ja da, um zu lernen und aufzusaugen und mich weiterzuentwickeln.
- 1:06:06Gut, in diesem Fall dein grösstes Learning seit «Watermilf»?
- 1:06:10Seit deinem Podcast.
- 1:06:11Seit «Watermilf»?
- 1:06:15Ich glaube, einfach machen.
- 1:06:16Mhm, schön.
- 1:06:19Das war schon ein grosser Schritt für mich.
- 1:06:21Also für Sarah logischerweise nicht, weil sie stand eh schon in der Öffentlichkeit.
- 1:06:26Für mich schon.
- 1:06:28Magst du dich an die erste Podcast-Folge erinnern?
- 1:06:31Aufnahme?
- 1:06:31Ja.
- 1:06:34Nein, voll ehrlich gesagt.
- 1:06:36Nicht?
- 1:06:38Ich weiss gar nicht mehr, was die erste war.
- 1:06:40Oder wie du dich gefühlt hast.
- 1:06:42Ja, also ich bin eh voll outgoing und so und rede gerne, obviously.
- 1:06:47Nein, das müssen wir gar nicht merken.
- 1:06:49Nein, gar nicht.
- 1:06:52Und ich bin eh so, ich funktioniere unter Druck am besten.
- 1:06:55Also auch so, ich bin selten wirklich nervös.
- 1:06:59Also so Lampenfieber oder so, habe ich nicht.
- 1:07:03Ich war aber schon aufgeregt.
- 1:07:04Ja.
- 1:07:05Weisst du, nur schon, wie das abläuft.
- 1:07:08Man sitzt an und dann fängst du einfach an zu reden.
- 1:07:09Das ist ja wirklich komisch.
- 1:07:10Das ist einfach auf Knopfdruck.
- 1:07:13Aber ist im Fall nicht so.
- 1:07:14Aber kannst gut.
- 1:07:16Ja, es ist im Fall gegangen.
- 1:07:17Und Sarah ist halt auch mega geübt schon mit so das Gespräch leiten.
- 1:07:21Ja, und ihr matchet mega gut miteinander.
- 1:07:24Ja, wir sind halt auch nicht genau... Also ich finde das etwas gut.
- 1:07:27Wir sind halt nicht genau gleich.
- 1:07:28Wir haben nicht immer die gleiche Meinung und so.
- 1:07:31Und ja, stehen auch für gewisse Sachen ein bisschen anders ein.
- 1:07:34Und das finde ich aber eben auch spannend.
- 1:07:36Eben auch da wieder.
- 1:07:38Es muss ja nicht immer same same sein.
- 1:07:41Absolut.
- 1:07:42Und etwas muss man an dieser Stelle auch sagen.
- 1:07:44Was?
- 1:07:47Ihr seid nominiert für den Swiss Influencer Award in der Kategorie Podcast.
- 1:07:52Sorry, how cool is that?
- 1:07:54Ja, und du?
- 1:07:55Ja, es geht jetzt nicht um mich, es geht um euch.
- 1:07:58Ja, nein, richtig geil.
- 1:07:59Mega lässig.
- 1:08:00Mega Freude.
- 1:08:00Gratuliere zu dem.
- 1:08:01Danke.
- 1:08:01Was bedeutet das für dich?
- 1:08:04Ich hatte mega Freude, dass man sehen kann, was man macht.
- 1:08:09Am Schluss ist es auch gar nicht so wichtig, ob man dann wirklich gewinnt.
- 1:08:12Dabei sein ist alles.
- 1:08:14Nein, wäre natürlich schon geil, falls noch jemand voten will.
- 1:08:17Geht nicht mehr?
- 1:08:19Ist schon fertig.
- 1:08:21Letzten Sonntag war das Community Voting fertig.
- 1:08:23Jetzt können die Jurymitglieder.
- 1:08:25Ah, okay.
- 1:08:26Es gibt mega viele Juries.
- 1:08:27Weisst du, wer das ist?
- 1:08:42Ich glaube, es steht auf der Homepage.
- 1:08:43Es sind mega viele.
- 1:08:44Ich bin gar nicht informiert, merke ich gerade.
- 1:08:46Es sind mega viele.
- 1:08:47Aber ich hatte wirklich mega Freude.
- 1:08:50Eben weil ich aus der Medien-Bubble komme, habe ich natürlich auch das Event gekannt.
- 1:08:55Und ich war auch schon dort als Gast.
- 1:08:58Und ich hatte mega Freude.
- 1:09:00Das ist mega lässig.
- 1:09:02Wirklich mega cool.
- 1:09:03Und es sind auch so wirklich mega geile andere Podcasts mit nominiert worden.
- 1:09:09Ich denke, zum Beispiel du.
- 1:09:13Unser Babo.
- 1:09:16Der Produzent.
- 1:09:19Ich muss sagen, ich hatte eine ultra, ultra Freude.
- 1:09:22Als das irgendwie entstanden ist mit euch.
- 1:09:25Mega.
- 1:09:27Für mich ist es ein mega Ehre.
- 1:09:29Ich finde das super.
- 1:09:30Ich mache es auch wirklich sehr gut.
- 1:09:33Es sind sehr spannende Themen.
- 1:09:37Ich weiss noch,
- 1:09:39Eine Folge.
- 1:09:39Meine Schwester hat gerade andere Badhäuschen gekauft für meinen Neffen.
- 1:09:42Eben, darum sage ich, dass sie... Du bist auch schon wieder etwas Positives.
- 1:09:46Ja, voll.
- 1:09:47Und das macht ihr ganz viel.
- 1:09:48Zwei Leute schon.
- 1:09:49Siehst du?
- 1:09:49Zwei.
- 1:09:50Und es sind noch ganz viele mehr, ganz bestimmt.
- 1:09:52Ihr habt schöne Namen.
- 1:09:53Also, wir kennen euch.
- 1:09:55Wirklich?
- 1:09:55Voll, ja.
- 1:09:56Das hätte ich gar nicht so mitgegeben.
- 1:09:57Doch, doch.
- 1:09:57Im Fasson.
- 1:09:58Wirklich?
- 1:10:01Ja, dann folgt mir vielleicht auch mal.
- 1:10:02So, hallo.
- 1:10:04Nein, ja, cool.
- 1:10:06Wo siehst du den bigger picture von What The Milf?
- 1:10:10Wo soll der Weg hingehen?
- 1:10:12Ich habe im Fall gar nicht so... Also sicher eben Live-Podcast wäre dann sicher so der nächste Step, wo ich mega... Weisst du, wirklich so Freude und Spass daran hätte.
- 1:10:22Das wäre mega.
- 1:10:24Das wäre fix so der nächste Step.
- 1:10:26Also jetzt mal den Award abholen.
- 1:10:28Let's go.
- 1:10:30Und dann eben so Live-Podcast.
- 1:10:34Und meine Vision ist wirklich halt so...
- 1:10:41etwas aufbauen und etwas weitergeben.
- 1:10:45Ich habe noch gar nicht so eine genaue Strategie, aber irgendwie so ein Netzwerk.
- 1:10:52Frauen oder allgemein motivieren, sich pushen, supporten, Events, Seminare, auch Hilfswerk würde ich sehr gerne unterstützen.
- 1:11:07Hilfe zur Selbsthilfe.
- 1:11:09Das sind so meine...
- 1:11:11So ein bisschen Visionen.
- 1:11:13Hey, schön.
- 1:11:14Und das funktioniert ja mega gut aus so einer Community vom Podcast.
- 1:11:17Ja, eben.
- 1:11:19Wo sehr wohlwollend ist.
- 1:11:21Ihr habt ja nicht Themen, wo ihr habt Themen, die einen Mehrwert geben.
- 1:11:28Ja, hoffs.
- 1:11:28Ja, voll.
- 1:11:29Also, eure Themen sind ja es geht um Mehrwert.
- 1:11:32Ja, voll.
- 1:11:33Schon auch ein Mehrwert.
- 1:11:34Also nicht auch vor allem ein Mehrwert, aber ich hoffe schon auch, dass es auch einfach auch unterhaltend ist.
- 1:11:40Ja, aber das macht ja ihr aus.
- 1:11:42Das macht ja ihr aus, indem ihr ihr seid und dass ihr lacht und macht und ehrlich seid und authentisch.
- 1:11:49Und das sind wir ja voll, liefersche oder nicht.
- 1:11:51Nein.
- 1:11:51In diesem Podcast, wenn ihr auf diesen zwei Stühlen sitzt,
- 1:11:54über Vorhersage oder auf dem Stuhl redet und jetzt das Mikrofon eingeschaltet ist, es ist same, same.
- 1:11:59Es sind einfach ihr zwei und ihr teilt eure Lebenserfahrungen.
- 1:12:03Und das ist mega schön.
- 1:12:05Schön.
- 1:12:05Das freut mich.
- 1:12:07Ja, das ist so das übergeordnete Ziel.
- 1:12:09So Lebenserfahrungen weitergeben und vielleicht eben auch motivieren, dass...
- 1:12:16sich vielleicht gewisse, die irgendwo im Leben stehen und vielleicht gerade das eine oder andere irgendwie hören müssen, sich so von dem irgendwie abgeholt fühlen.
- 1:12:26Hast du einen Karriere- Weitblick, wo das mit der Karriere, mit den beruflichen Laufbahnen weitergehen soll?
- 1:12:34Nein, nichts Konkretes.
- 1:12:37Aber ich merke, dass schon in mir ein Megashift stattfindet.
- 1:12:42Ich bin aus diesem schwierigen Umfeld, schwierigen Verhältnissen, Überlebensmodus, Kämpfen und daraus hat sich eine mega leistungsorientierte Entwicklung entwickelt.
- 1:12:55Und immer hustlen.
- 1:12:58Das glorifiziert die ganze Hustle-Ambition.
- 1:13:03Und eben «never not working».
- 1:13:06Vom Bordstein bis zur Skyline.
- 1:13:08Und es ist auch schon recht materialistisch prägt, wenn du so willst.
- 1:13:11Aber auch da wieder, warum hat man gewisse...
- 1:13:16Visionen oder Vorstellungen ist halt schon das alles, was ich nie hatte.
- 1:13:20Ich habe mich immer mega minderwertig gefühlt.
- 1:13:23Ich habe immer gewillt, dass man mir ja nicht anmerkt, woher ich komme und das überdecken und so in eine andere Welt eintauchen kann.
- 1:13:33Und jetzt habe ich mir schon recht, etwas erarbeitet und stehe im Leben, in einem sicheren Leben quasi.
- 1:13:41Ich meine, wir sind beide, also wir sind Doppelverdiener, wir können unser Leben finanzieren.
- 1:13:47Und jetzt bin ich schon so an einem Punkt, wo ich merke, okay, what's more?
- 1:13:51Ist es wirklich immer mehr, höher, schneller, weiter, besser?
- 1:13:56Oder ist es wirklich einfach mal Leben?
- 1:13:59Weil ich habe schon gemerkt, dass ich so...
- 1:14:02Megalang auf einer Überholspur.
- 1:14:05Immer das nächste Ziel.
- 1:14:07Immer noch ein bisschen höher.
- 1:14:10Nie schnaufen, mega hoher Cortisolwert.
- 1:14:14Wirklich?
- 1:14:15Ja, es war schon irgendwann nicht mehr so gesund.
- 1:14:19Und bei mir kam dazu, dass es viel zusammengespielt hat, der Minderwertigkeitskomplex, den ich schon hatte.
- 1:14:25Und dann eine Frau, die Teilzeit arbeitet, die sich etwas aufbauen will.
- 1:14:29Ich hatte immer das Gefühl, ich muss noch mehr leisten.
- 1:14:34Ich muss wirklich diese extra, extra, extra Meile gehen, damit ich das gleiche Standing habe wie vielleicht ein gleichgestellter, männlicher Mitarbeiter, der Vollzeit arbeitet.
- 1:14:47Ich hatte aber immer sehr gute Leute an meiner Seite auf dem Karriereweg, die mich gesehen, an mich geliebt und mich auch supportet haben.
- 1:14:57Es kam nicht von denen aus, sondern ich habe mir selber den Druck gemacht.
- 1:15:01Und irgendwann bist du dann halt so, die Kinder werden grösser, die Zeit rennt, du kennst es selber, die Zeit geht so schnell vorbei.
- 1:15:09Und wenn du mal irgendwie einfach reinhaltest und schnuffst und einfach so realisierst, wo bin ich eigentlich, wo komme ich her und wo bin ich?
- 1:15:15Und willst du das jetzt wirklich bis zum Unfall weiter so machen?
- 1:15:20Oder was ist wirklich das Goal?
- 1:15:23Ich glaube eben, dass unsere Visionen und Ziele, die wir haben, auch mega beeinflusst sind.
- 1:15:29Ich bin auch recht spirituell, wie du ja weisst.
- 1:15:32Und wenn ich mir so manifestiere und Vision Boards und so mache, dann habe ich so mega oft das Gefühl, dass so viele von diesen Sachen einfach auch von irgendwo beeinflusst sind und gar nicht meine intrinsischen Wünsche sind, sondern quasi die Welt bereisen.
- 1:15:48Jeder hat das als Goal.
- 1:15:50Ich will die Welt bereisen, ich will am liebsten digital nomad und von überall aus arbeiten.
- 1:15:57Aber was ist wirklich der Wunsch hinter dem?
- 1:16:00Du möchtest ein mega selbstbestimmtes Leben führen oder du möchtest wirklich die Kulturen kennenlernen.
- 1:16:07Was ist wirklich dein Wunsch hinter dem und nicht, was du auf Social Media siehst?
- 1:16:12Oder willst du wirklich ein Haus?
- 1:16:15Oder ist das einfach so der Goal, den viele in unserem Alter wollen?
- 1:16:20Das habe ich jetzt so ein bisschen angefangen aufzupröseln.
- 1:16:23Hinterfragen.
- 1:16:24Was ist wirklich mein Lebensziel?
- 1:16:28Was heisst für dich Spiritualität?
- 1:16:32Also Glauben auf eine Art.
- 1:16:35Glauben?
- 1:16:36Ich glaube im höheren Sinn.
- 1:16:39Also ich glaube an irgendetwas.
- 1:16:42Mhm.
- 1:16:42Aber ich würde mich als Gläubig aber nicht religiös bezeichnen.
- 1:16:45Schön, ja.
- 1:16:48Für mich, und das ist auch wieder meine Meinung, Religion ist einfach eine Institution.
- 1:16:55Ich bin mir einfach sicher, nach allem, was ich erlebt habe und überlebt habe, dass es mehr gibt, als wir mit unserem menschlichen Verstand erfassen können.
- 1:17:04Ich habe einfach schon genug ...
- 1:17:07Zeichen und Energien und so gespürt und bei mir gehabt und auch immer wieder, dass ich einfach, das ist für mich unmöglich, dass das materielle, dass die materielle Welt einfach so alles ist und dann derzeit.
- 1:17:21Und aus dem heraus irgendwie so eben auch das Urvertrauen, das ich schon immer gehabt habe, das mich schon immer begleitet hat und so, dass eben so, einfach sicher, dass es wird alles gut.
- 1:17:33So diese Überzeugung, dass
- 1:17:36irgendwie mehr ist und dass ich mich auf irgendetwas verlassen kann und dass ich an mich glauben muss.
- 1:17:41Ich habe halt schon immer früh gespürt, dass die Energie, die ich raus habe, auch irgendwie zurückkommt.
- 1:17:47Logischerweise ist es kein Wunschkonzert, es ist nicht...
- 1:17:51Das ist eben auch so etwas, was mich ein wenig stört, dass das ganze Spirituelle halt mega verkommerzialisiert wird.
- 1:17:56Total.
- 1:17:57Total.
- 1:17:58Und der Kern halt mega verloren geht.
- 1:17:59Und ich meine, so etwas visualisieren oder manifestieren heisst nicht, ich wünsche mir jetzt einen Ferrari und man schafft einen Ferrari vorne dran.
- 1:18:07Sondern dass du wirklich dir bewusst deine Gedanken steuern musst, was du erreichen möchtest.
- 1:18:13Und dann fangen sich automatisch auch deine Handlungen anpassen.
- 1:18:16Du musst etwas machen.
- 1:18:17Ja, sicher.
- 1:18:18Du musst etwas machen.
- 1:18:19Und das ist auch das, was du vorhin gesagt hast, wie das Ganze geschaltet hat mit «What the milf?
- 1:18:23».
- 1:18:24Oder nein, das grösste Learning aus Watermere ist, einfach umzusetzen, einfach machen.
- 1:18:29Und du kannst schon gute Gedanken haben, manifestieren, mach das unbedingt.
- 1:18:33Weil jeder positive Gedanke ist so viel mehr wert als ein schlechter Gedanke, weil ein schlechter Gedanke bringt dich einfach auch nirgends hin.
- 1:18:41Aber trotzdem musst du einfach in die Umsetzung gehen und auch die Türen, die sich öffnen, musst du wirklich betrachten.
- 1:18:47Ja sicher.
- 1:18:49Und ich glaube auch, dass alles zu seiner Zeit, die Energie, also ich glaube einfach, dass alles, was du mitnimmst und ausstrahlst, irgendwann auch irgendwo zurückkommt.
- 1:19:01Absolut.
- 1:19:02Und das bedeutet nicht, dass jeder, das ist mir bewusst, das wäre mega naiv, nicht alle haben die gleichen Möglichkeiten leider auf dieser Welt.
- 1:19:10Wir werden irgendwo reingeboren.
- 1:19:12Aber was ich schon mitgeben möchte, oder was eben auch so meine Mission ist, ist, wir werden irgendwo reingeboren.
- 1:19:19Und was wir aber aus dieser Geschichte machen, leiden auch uns.
- 1:19:23Also weisst du, es haben nicht alle die gleichen Voraussetzungen.
- 1:19:26Aber wie du mit diesen Voraussetzungen umgehst, das leiden auch uns.
- 1:19:31Absolut.
- 1:19:32Das hast du schön gesagt, ja.
- 1:19:33Das sehe ich schon.
- 1:19:35Ich finde auch, Spiritualität ist etwas Megaschönes und kann dir mehr extrem viel geben.
- 1:19:43Ich nenne es mal extra so, es gibt diese toxische Spiritualität, wo du dir einfach Sachen einreden, du machst nichts dafür, und du gibst ein falsches Bild raus, und das ist etwas gefährlich.
- 1:19:57Ja, sicher.
- 1:19:57Auch Geldmacherei, sind wir ehrlich.
- 1:19:59Geldmacherei, total.
- 1:19:59Wie mit allem auf dieser Welt, leider.
- 1:20:01Geld regiert die Welt.
- 1:20:03Es wurde irgendwann erkannt, dass das gerade so ein bisschen Talk of Town ist.
- 1:20:07Und dann sind natürlich Businessleute gekommen und haben aus dem ein Business gemacht.
- 1:20:11Ich würde sagen, zwei Sachen, bevor wir, ich meine, wir sind schon eineinhalb Stunden am Reden miteinander.
- 1:20:17Wirklich?
- 1:20:18Ui, nein.
- 1:20:20Aber zwei Sachen, Spiritualität haben wir jetzt gehabt.
- 1:20:25Wir haben über Glauben geredet, wir haben über Sachen, die spalten, geredet.
- 1:20:31Meinung von dir, Maskulinität, Feminismus.
- 1:20:37Wie schaffst du das?
- 1:20:40Also Feminismus ist für mich sehr oft missverstanden.
- 1:20:45Und wird mit irgendetwas assoziiert, mit irgendeinem Bild assoziiert, welches auch durch die Medien prägt, was eine Feministin ist, wie eine Feministin aussieht und was die Haltung einer Feministin ist.
- 1:20:58Für mich ist Feminismus der Kampf für Gleichstellung, Gleichberechtigung.
- 1:21:03Und darum ist auch meine Haltung, dass ich meiner Meinung nach jeder und jede
- 1:21:10müsste Feminist oder Feministin sein.
- 1:21:13Wenn ich ein Mann wäre und ich hätte eine Tochter oder eine Mutter oder eine Schwester, dann würde ich wollen, dass diese Person die gleichen Voraussetzungen und Möglichkeiten bekommt, wie ich sie habe.
- 1:21:26Absolut.
- 1:21:27Und das ist für mich Feminismus.
- 1:21:28Ich glaube, die Verwachsler dann eben Gleichberechtigung mit
- 1:21:39Ist eine Frau gleich wie ein Mann?
- 1:21:41Nein, eben.
- 1:21:42Und das sind sie ja nicht.
- 1:21:43Nein, und das behaupte ich auch nicht.
- 1:21:45Voll.
- 1:21:45Und ich behaupte auch nicht.
- 1:21:47Also eben, um nochmal auf deine Frage zurückzukommen, Maskulinität.
- 1:21:50Sicher, eben gerade ich, wo viele an Energien glauben und spüren, Männer und Frauen sind anders.
- 1:21:58Und es ist ja rein biologisch so und sicher auch energetisch.
- 1:22:02Es ist Fakt, dass viele...
- 1:22:07Ebenso Ereignisse, die eher weiblich oder eher männlich assoziiert sind.
- 1:22:12Wobei ich sagen muss, dass vieles auch asozialisiert ist.
- 1:22:17Dass Frauen per se fürsorglicher sind als Männer, würde ich nicht unterschreiben, ob das wirklich rein
- 1:22:27energetisch als Grundvoraussetzung so ist oder ob wir einfach auch so sozialisiert werden.
- 1:22:32Als Frau wirst du halt wirklich früh sozialisiert, mach keinen Ärger, bist brav, Mädchen sitzen still, Jungs sind wild und Mädchen müssen auch früh in Familiengefüge Verantwortung übernehmen für ihre Geschwister, die sind eher die, die schon verantwortungsvoller sein müssen und werden halt schon so sozialisiert.
- 1:22:53Ob wirklich Frauen per se, weil es gibt
- 1:22:57solche Frauen und solche Männer.
- 1:22:58Ich glaube, es gibt auch Männer, die mehr Empathie haben als andere Männer.
- 1:23:04Es gibt ja auch ganz viele Frauen, die zum Beispiel keine Kinder möchten, die ich voll respektiere.
- 1:23:11Und offensichtlich ist also, dass Muttergehen nicht in jeder Frau.
- 1:23:16Und ich glaube nicht, dass das nicht okay ist, sondern ich glaube einfach, es gibt verschiedene Menschen.
- 1:23:19Aber ich bin schon ziemlich sicher, dass wir nicht alle gleich sein müssen.
- 1:23:26Das Ziel des Feminismus ist nicht, dass wir alle gleich sein müssen, sondern dass wir alle gleich berechtigt sind, dass wir alle die Wahl haben, wer ich sein möchte, was ich machen möchte, wie ich mein Leben gestalten möchte, von wem ich... Oder dass wir von niemandem unterdrückt werden.
- 1:23:44Das ist strukturell heute einfach so bei Frauen.
- 1:23:47Und nicht von einzelnen Männern.
- 1:23:50Aber so wie der Staat jetzt aufgebaut ist, wie Strukturen aufgebaut sind, wie die Gesellschaft funktioniert, sind Frauen in vielen Situationen benachteiligt.
- 1:23:58Das ist einfach ein Fakt.
- 1:24:00Es gibt Statistiken, es gibt ganz viele Berichte über diese Themen.
- 1:24:04Das ist nichts, was ich jetzt subjektiv sage, sondern es ist Fakt und das weiss man.
- 1:24:09Und dass man gegen diese Missstände als Gesellschaft zusammen vorgeht, das ist für mich Feminismus.
- 1:24:15Danke.
- 1:24:15Gerne.
- 1:24:17Danke.
- 1:24:19Danke.
- 1:24:21Du kennst den Podcast.
- 1:24:23Wir haben noch eine Schnellführrunde.
- 1:24:28Oh Gott.
- 1:24:31Jetzt muss ich rappen.
- 1:24:31Das kann ich.
- 1:24:32Ich gebe mir den Beat.
- 1:24:3216 Bars bei M2.
- 1:24:33Okay.
- 1:24:41Gut, wunderbar.
- 1:24:45MJ, bist du ready für die schnellste Runde?
- 1:24:47Ich hoffe es.
- 1:24:48Let's see, let's see.
- 1:24:49Jetzt muss ich es ein bisschen um... Ich muss es anders sagen.
- 1:24:58Medienhaus oder eigener Podcast?
- 1:25:00Wo wird mehr geflucht?
- 1:25:03Medienhaus.
- 1:25:04Medienhaus?
- 1:25:05Ich glaube schon.
- 1:25:06Ich fluche ja nicht.
- 1:25:07Nein, du bist mega so anständig.
- 1:25:11Das stimmt.
- 1:25:14Was ist der grösste Mythos über das Muttersein, das niemand ausspricht?
- 1:25:19Dass einfach alles märchenhaft ist und Blumen rumfliegen und Schmetterlinge.
- 1:25:24Das ist wohl wahr.
- 1:25:26Dann für die nächste Frage ist mir ganz wichtig, dass du dich
- 1:25:33Wie ich in dich hineingehe.
- 1:25:35Oh Gott, das handelt sich.
- 1:25:37Und ganz gut überlegen, weil diese Frage entscheidet, ob wir den Podcast weiterführen können oder nicht.
- 1:25:43Oh Gott.
- 1:25:44Es ist essentiell.
- 1:25:45Also wo ist der Podcast?
- 1:25:46Der Podcast hier.
- 1:25:47Der heutige.
- 1:25:48Wir zwei.
- 1:25:49Okay.
- 1:25:49Ob das Gespräch noch weitergeführt wird oder ob wir jetzt einen Abbruch machen müssen.
- 1:25:53Okay.
- 1:25:53Ananas auf der Pizza.
- 1:25:57Ananas auf der Pizza.
- 1:26:04Ich brauche langsam Feierabend.
- 1:26:06Ich mag ja nicht mehr reden, darum ja.
- 1:26:08Nein, ich finde es leider geil.
- 1:26:10Leider geil?
- 1:26:11Ja, sorry, ich bin ein bisschen zu schwäch.
- 1:26:13Schön, dass ihr mich wieder eingeschaltet habt.
- 1:26:15Nein, nein, nein, lass jetzt.
- 1:26:16Du kannst mich aus dem Ghetto holen, aber das Ghetto nicht aus mir.
- 1:26:19Pizza Hawaii.
- 1:26:21Das ist wirklich Ghetto.
- 1:26:22Das ist Ghetto, aber eben leider geil.
- 1:26:25Ich weiss nicht, nein.
- 1:26:27Ja, schau, es gibt auch viel süss-salzige Kombis.
- 1:26:32Nein, das einfach nicht.
- 1:26:33Schau, ich bin ein sehr respektvoller Mensch.
- 1:26:37Und einfach aus Respekt zu deiner Zeit führen wir den Podcast jetzt weiter.
- 1:26:41Aber das sitzt tief.
- 1:26:43Es sitzt wirklich tief.
- 1:26:44Ich hoffe, du kannst über das hinwegkommen.
- 1:26:46Das weiss ich jetzt heute noch nicht.
- 1:26:48Scheisse.
- 1:26:52Welches Posting von dir war bis jetzt der brutalste Flop, den du nicht gedacht hättest?
- 1:26:58Flop?
- 1:26:58Ja.
- 1:26:59Irgendwie denkst du...
- 1:27:00Da waren viele Flops.
- 1:27:01Du hättest mich schon nach dem besten Top gefragt.
- 1:27:03Also, let's go.
- 1:27:05Mein bester Post, also unabhängig von den Watermilf-Posts, ist WM.
- 1:27:11Schweizmatch.
- 1:27:13Ja, voll out of nowhere.
- 1:27:15Wie viele Views?
- 1:27:16Oh, ich weiss einfach nicht auswendig.
- 1:27:18Ich bin nicht so zornhaft.
- 1:27:19Multiple 100.
- 1:27:20Multiple 1000.
- 1:27:21Multiple 1000.
- 1:27:21Ich bin immer ein bisschen chatty.
- 1:27:22Bist du ein bisschen chatty unterwegs heute?
- 1:27:25Ja, nein, ich weiss nicht, was du meinst.
- 1:27:30Okay.
- 1:27:32Lieber ein perfekt inszeniertes Video oder einen ehrlichen und peinlichen Moment zeigen?
- 1:27:37Ehrlichen und peinlichen Moment.
- 1:27:39Herrlich.
- 1:27:39Anytime.
- 1:27:40Love it.
- 1:27:41Bestem.
- 1:27:44Ein wichtiger Anschlag aus der Marketingwelt, den du deinen Kindern mitgeben würdest?
- 1:27:48Ähm... Hinterfrage alles auf Wirkung.
- 1:27:53Hinterfrage alles auf Wirkung?
- 1:27:55Ja, weil lange Zeit war Reichweite die Einzigwährung.
- 1:28:01Und davon kommt man jetzt ein wenig weg und man setzt mehr auf Wirkung.
- 1:28:05Okay.
- 1:28:05Weil du lieber die Wirkung dort gezielt hast, wo sie sein muss, als eine grosse Reichweite, die nichts hinausbringt.
- 1:28:12Ah, ja.
- 1:28:15Ich sehe.
- 1:28:17Welcher Song läuft bei dir im Auto aktuell rauf und runter?
- 1:28:24Ähm.
- 1:28:25Ähm.
- 1:28:25Fuck, jetzt weiss ich gar nicht mehr, wie es heisst.
- 1:28:27Aber vom Jay-Z auf jeden Fall.
- 1:28:28Ähm.
- 1:28:30Fuck, wie heisst dieser Song schon wieder?
- 1:28:32Einfach ein neuer Track von Jessy.
- 1:28:34Und er ist auch als Sound auf einem Reel von mir hinterlegt.
- 1:28:38Also wenn ihr jetzt gewundert seid, dann geht auf das Insta-Profil.
- 1:28:44Von der Werbeshow.
- 1:28:46Geil.
- 1:28:49Hast du mal einen peinlichen MILF-Moment in der Öffentlichkeit gehabt?
- 1:28:55Ähm, oh Gott, weisst du wie viel?
- 1:28:58Also sicher ja.
- 1:29:00Und wenn jetzt noch einer was zu sagen, ein Milf-Moment.
- 1:29:03Also ich glaube, es gibt einfach weniger Wilder als Mütter, die am Abend rausgehen.
- 1:29:09Das kann dann schnell mal peinlich sein.
- 1:29:11Wirklich?
- 1:29:12Ja, Mütter in der freien Wildnis.
- 1:29:15Ja, keine Ahnung.
- 1:29:16Das ist schon, glaube ich, mein Lieblingstier.
- 1:29:23Ah, okay.
- 1:29:24Das war super.
- 1:29:28Der dümmste Kommentar, den du jemals bekommen hast?
- 1:29:32In einem Beitrag?
- 1:29:33Milf!
- 1:29:33Nein, ja.
- 1:29:34Also, was ich... Nein, eben dümmst... Ich sage mir alles.
- 1:29:38Ich sage mir, ich habe schräge Zähne.
- 1:29:40Ich sage mir, ich sehe aus wie 50, weil ich Zylbotox mache.
- 1:29:43Ich sage mir irgendwas.
- 1:29:45Ich sage mir alles, aber ich sage mir nicht, dass ich dumm bin.
- 1:29:49Ich bin wirklich viel, aber dumm bin ich nicht.
- 1:29:51Und das triggert mich dann.
- 1:29:52Das triggert dich?
- 1:29:53Ja.
- 1:29:55Geil.
- 1:29:56Und dann gehst du voll rein.
- 1:29:57Dann bin ich on fire.
- 1:29:58Dann bist du on fire.
- 1:30:05Ich habe so viel aufgeschrieben.
- 1:30:10Noch zwei.
- 1:30:11Ich komme mir vor wie in einem Vorstellungsgespräch.
- 1:30:13Wirklich?
- 1:30:16Was ist deine Lieblings-Social-Media-Plattform?
- 1:30:19Instagram.
- 1:30:19Instagram?
- 1:30:20Also ich habe...
- 1:30:22Nutzt du die anderen aber?
- 1:30:23Ich habe TikTok und wenn ich mal ein Reel aufladen will, dann lade ich es ab und zu ab, wenn ich daran denke, auch bei TikTok aufzuladen, aber ich gehe wirklich nie rein.
- 1:30:30Und ich habe einen Kollegen, Shoutout an dieser Stelle, wir haben wirklich, unser einziger Kontakt ist unser Reels senden und Memes.
- 1:30:39Und der schreibt mir manchmal einfach so auf WhatsApp, TikTok dann nicht vergessen.
- 1:30:43Weil er mir einfach so wieder ein paar legendäre TikToks geschickt hat.
- 1:30:46Und ich irgendwie seit drei Wochen im Ring war.
- 1:30:49So gemütlich.
- 1:30:49Ja, ich benutze eigentlich wirklich nur Instagram.
- 1:30:52Und LinkedIn, business-wise.
- 1:30:54Ah, wirklich?
- 1:30:55Ja, muss schon.
- 1:30:57In meiner Branche.
- 1:31:00Ja, ich finde einfach, LinkedIn ist so... Also, es ist richtig abgefuckt worden.
- 1:31:03Ich meine, es ist ja wie eine Dating-Plattform heutzutage.
- 1:31:05Ja, mega.
- 1:31:06Aber... Also, ich weiss nicht, wann ich das letzte Mal etwas... Ich weiss es nicht.
- 1:31:10Musst du auch etwas aktiver sein?
- 1:31:11Nein, ich finde aber nicht.
- 1:31:12Nein, für dieses Business nicht.
- 1:31:17Ja, okay.
- 1:31:18Aber so B2B ist halt schon... LinkedIn.
- 1:31:23Aber trotzdem, jeder von denen, der LinkedIn hat, hat Insta.
- 1:31:28Und weisst du, was mich so abfuckt?
- 1:31:32Wirklich jeder Post auf LinkedIn ist einfach Chat-Shippity oder geladen.
- 1:31:36Ja, voll.
- 1:31:36Verfasst.
- 1:31:37Und man sieht es ja sofort.
- 1:31:39Hundertprozentig.
- 1:31:39Weisst du, so Leute, die ich persönlich kenne, die bringen keinen geraden Satz raus, also voll hochstehende Posts und ich bin so, mhm.
- 1:31:45So voll.
- 1:31:47Ist mega authentisch, aber...
- 1:31:50Zu der letzten Frage des Podcasts.
- 1:31:53Von der Schallführerin.
- 1:31:55Der Podcast heisst Momentum.
- 1:31:57Was heisst Momentum für dich?
- 1:32:00Für mich?
- 1:32:00Es gibt keine allgemeine Definition von Momentum.
- 1:32:02Doch, es gibt schon.
- 1:32:04Momentum hat eine Definition, aber was ist deine Definition von Momentum?
- 1:32:06Meine Definition von Momentum ist, glaube ich, zur richtigen Zeit, am richtigen Ort, mit der richtigen Energie.
- 1:32:13Das ist eine schöne Definition.
- 1:32:15Dann kreiert man.
- 1:32:17Es ist etwas, was man kreiert.
- 1:32:19Das ist eine schöne Definition.
- 1:32:21Die gefällt mir.
- 1:32:22Wie bist du auf Momentum gekommen?
- 1:32:25Hm... Also ich glaube, ich habe vor allem... ... ...nachher ein bisschen Latinisch gesucht.
- 1:32:31Ein bisschen Latinisch zu lernen.
- 1:32:33Und ich habe das Gefühl, mein Leben ist so... ... ...da wo ich das gestartet habe, war ich voll im Momentum.
- 1:32:41Und ich glaube, ich habe das irgendwo aufgefasst und dann so... ...boah, es ist Latinisch.
- 1:32:45Ja, voll geil.
- 1:32:47Es bedeutet eigentlich wirklich etwas Schönes.
- 1:32:49Und ich habe das Gefühl, desto mehr du siehst, desto mehr Samen du siehst, und du geduldig bist und du bist immer schön gießen, gießen, gießen, irgendwann kommst du aus.
- 1:33:00Und das ist das Momentum.
- 1:33:01Das ist so wie das Gleiche mit Glück.
- 1:33:04Ich glaube an Glück, weil ich bin dankbar für Glück.
- 1:33:08Aber ich glaube, Glück kannst du dir schaffen.
- 1:33:10Und desto mehr du machst,
- 1:33:13desto mehr ist die Chance, dass bei etwas Glückliches etwas passiert.
- 1:33:18Ja, so ist es entstanden.
- 1:33:19Schön.
- 1:33:20Mega schön.
- 1:33:21Ja, voll.
- 1:33:22Hast du das schon tätowiert?
- 1:33:23Nein.
- 1:33:24Dann mach es.
- 1:33:25Hey, das ist eine gute Frage, mit Tätowierungen.
- 1:33:30Wenn ich könnte, würde ich wahrscheinlich alles wegnehmen.
- 1:33:34Hey, das habe ich eben auch meinen Kindern gesagt.
- 1:33:39Ich habe nicht Mühe mit etwas, was ich habe, aber ich finde es cool, wenn jemand keine Tätowierungen mehr hat.
- 1:33:46Das ist heutzutage fast spezieller.
- 1:33:48Genau.
- 1:33:49Ich glaube, ich würde einfach so 10 kommen.
- 1:33:5210 Tätowierungen.
- 1:33:5310 kommen?
- 1:33:5410 kommen.
- 1:33:55Aha, 0.
- 1:33:560.
- 1:33:5610 kommen.
- 1:33:58Ja.
- 1:33:59Ja, sehe ich.
- 1:34:01Ja.
- 1:34:02Aber lustigerweise hat meine Frau, wir haben das bei Datastudio, und sie hat ja Pronoia tätowiert.
- 1:34:09Hat sie?
- 1:34:09Ja.
- 1:34:09Das habe ich nicht gewusst.
- 1:34:11Aber vorher schon gehabt.
- 1:34:11Nein.
- 1:34:12Und wir hatten eigentlich einen ganz anderen Namen für Studio.
- 1:34:16Und dann?
- 1:34:16Und dann hat einer meiner besten Kollegen, er so, wir waren an seiner Hochzeit, und es war eigentlich alles schon geplant.
- 1:34:24Und dann er so, wieso heisst eigentlich bei Datastudio nicht Pronoia?
- 1:34:31Und ich fragte sie, wie sie auf den Namen kam.
- 1:34:32Sie sagte, wegen der Befehlung.
- 1:34:34Und ich so, hä?
- 1:34:35Hall!
- 1:34:36Und das ist so eine schöne Bedeutung.
- 1:34:38Was heisst das schon?
- 1:34:38Wie sie das jetzt posen?
- 1:34:39Es ist das Gegenteil von Paranoia.
- 1:34:41Es ist, dass alles für dich passiert.
- 1:34:44Paranoia ist etwas ängstliches, etwas ist gegen dich.
- 1:34:48Pronoia ist...
- 1:34:49Voll meine Themen.
- 1:34:51Ich komme jetzt endlich mal zu Irene Pilates.
- 1:34:54Ja voll.
- 1:34:55Nachher siehst du sie, sie ist oben.
- 1:34:59Bevor wir jetzt zu meiner Tankensrede kommen.
- 1:35:03Das ist deine Kamera.
- 1:35:04Wenn du jetzt noch etwas raustragen möchtest, etwas, was du rausbringen möchtest in deine Zeit.
- 1:35:12Also, was ich sagen möchte, ist, ich habe es schon gesagt, aber wir werden irgendwo reingeboren, es gibt eine Geschichte und diese Geschichte muss uns aber nicht für immer definieren, sondern wir können selber unser Leben in die Hand nehmen und für uns einstehen und uns etwas erschaffen.
- 1:35:31Sehr, sehr schön.
- 1:35:31Danke vielmals für das.
- 1:35:32Danke dir.
- 1:35:33Und weil wir schon bei Danke sind, möchte ich mich, ich sage immer, Zeit ist uns das Allerwichtigste, was wir haben.
- 1:35:39Und dass du nach deinem Feierabend dir Zeit nimmst, um fast zwei Stunden mit mir in einem Podcast zu sitzen und über dich, dein Leben, deine Ups und Downs.
- 1:35:49berührende Themen, schwierige Themen, aber auch schöne Themen zu sprechen, danke dir wirklich von Herzen.
- 1:35:55Und ich wünsche dir, deiner Familie ganz viel Gesundheit, viel Erfolg.
- 1:36:01Und vor allem, was ich euch wünsche, sind Zeiten, in denen ihr tolle Momente schaffen könnt.
- 1:36:06dass wenn ihr immer mal alt und schrumpelig seid, und wie wahrscheinlich jetzt ganz viele würden sagen, gar nicht, weil sie so viel Botox hat, hat sie nicht.
- 1:36:13Und auch wenn schon, ist nicht dein Problem.
- 1:36:15Dass immer mal, wenn ihr alt und schrumpelig seid, ihr könnt auf diese Erinnerungen zurückblicken und ganz viel Freude verspüren.
- 1:36:21Danke von Herzen für die schönen Worte.
- 1:36:23Und das wünsche ich dir und deiner bald Frau auch von Herzen.
- 1:36:27Danke vielmals.
- 1:36:28Und an dieser Stelle danke auch dir.
- 1:36:30Danke, dass du wieder eingeschaltet hast bei Momentum.
- 1:36:32Dein Podcast, der inspirierende Menschen inspirierende Geschichten erzählt.
- 1:36:36Und du kennst, wie das Game funktioniert.
- 1:36:38Aber mach dir keine Sorgen, ich ererse trotzdem schnell.
- 1:36:39Ohne den Knopf, der heisst abonnieren.
- 1:36:41Wenn du den Knopf drückst, verpasst du nichts, was auf dem Kanal läuft.
- 1:36:44Nebenan.
- 1:36:46Wichtig, mach das am besten, bevor du den Kommentar unter Like hast.
- 1:36:49Hat es eine Glocke, wenn du die Glocke drückst.
- 1:36:52Du wirst sogar benachrichtigt, wenn ein neuer Podcast-Video von MJ rauskommt.
- 1:36:56Darum erledige das ganz kurz.
- 1:36:58Danke vielmals, alles Gute, dein Kevin Kellermatze.