Latest / Holger ruft an / Holger ruft an ... wegen Politikjournalismus
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- 0:00Speaker 1: Willkommen zu.
- 0:00Speaker 1: Holger ruft an einem Podcast von Übermedien, dem unabhängigen werbefreien Magazin für Medienkritik ausschließlich finanziert durch unsere Community.
- 0:09Speaker 1: Wer da auch dazugehören will, erfährt im Abspann wie das geht.
- 0:15Speaker 1: Hallo Christoph, hier ist
- 0:17Speaker 0: Holger!
- 0:18Speaker 1: Ich ruf an wegen Politikjournalismus selber schuld.
- 0:23Speaker 1: du bist Leiter des Hauptstadtbüros des Spiegels und du hast gerade ein Essay geschrieben.
- 0:27Speaker 1: darin schreibst Du wir schreiben vor allem negativ über Politik und Politiker.
- 0:32Speaker 1: Wir kritisieren Meckern-Prangern an.
- 0:34Speaker 1: Man könnte meinen, damit spielen wir den Systemfeinden in die Hände.
- 0:38Speaker 1: Vielleicht sollten wir etwas ändern?
- 0:42Speaker 1: Ja genau das also kritisierend meckern Anprangen – das erwarte ich aber doch von der sogenannten vierten Gewalt!
- 0:48Speaker 1: Wie sollte deren Job denn sonst
- 0:49Speaker 1: aussehen?!
- 0:51Speaker 0: Absolut du hast ja auch schön selektiv zitiert oder?
- 0:54Speaker 0: Ich
- 0:55Speaker 1: habe einfach nur den Anfang gesagt Tickelt
- 0:56Speaker 0: Wunder da, genau das was wieder der Paywall dann war.
- 0:59Speaker 0: Das muss ich jetzt erzählen.
- 1:00Speaker 0: Nein ernsthaft!
- 1:02Speaker 0: Genau den Punkt mache ich ja später in dem Text.
- 1:05Speaker 0: also Ich bin bei dieser Diagnose und sage das ist erstmal so.
- 1:09Speaker 0: Das kann man glaube ich gar nicht von der Hand weise und fange dann an mir empfohlen darüber Gedanken zu machen.
- 1:14Speaker 0: Was folgt denn daraus?
- 1:15Speaker 0: Und lande ja am Ende beinah fast enttäuschenden Zumindest wird ich das so empfinden ziemlich kleinteiligen Schlussfolgerungen.
- 1:22Speaker 0: Ein paar Dinge kann man schon ein bisschen anders machen, ein bisschen justieren und verschieben.
- 1:27Speaker 0: Aber im Großen und Ganzen sollten wir genau dabei bleiben nämlich den Finger in Wunden zu legen dahin zu zeigen wo Dinge schief laufen aufzudecken und zu kritisieren.
- 1:36Speaker 0: denn ich gehe total recht natürlich ist das unsere Funktionen Das bleibt auch unsere Function.
- 1:41Speaker 0: Der Gedanke der bei mir da hinter war es ja ein anderer.
- 1:43Speaker 0: Ich beschreibe in dem Stück auch wie bin ich sozialisiert worden?
- 1:48Speaker 0: Nämlich mich nicht als Teil einer politischen Seite zu fühlen, sondern unabhängig zu gucken wo läuft was schief und darüber zu schreiben.
- 1:55Speaker 0: Das zu kommentieren das zu analysieren das einzuordnen und zu berichten.
- 1:59Speaker 0: Und ich glaube dass lange Jahre, lange Jahrzehnte der Nährboden auf denen das gefallen ist nämlich unsere Art Journalismus zu machen anderer war.
- 2:07Speaker 0: da gab es einen großen Konsens in unserer Gesellschaft und er lautete im Großen und Ganzen ist das trotzdem das Beste System das wir uns vorstellen können.
- 2:16Speaker 0: Und auch wenn der Spiegel noch so viel Skandale aufdeckt, ist es nicht so dass alle Politiker korrupt, korrumpierbar und ganz schlimme Menschen sind.
- 2:24Speaker 0: Sondern eigentlich ist das schon alles ziemlich okay.
- 2:26Speaker 0: Ich habe das Gefühl dieser Nährboden ist ein bisschen weg, sondern er ist eigentlich weggebrochen und bei vielen Menschen gibt es diese Vorstellung... Das ist eigentlich alles Scheiße was hier läuft.
- 2:37Speaker 0: die Politiker sind scheiße.
- 2:40Speaker 0: Das war der Punkt, an dem ich mich immer gefragt habe, befeuern wir eigentlich indem wir genauso weitermachen wie all die Jahrzehnte zuvor.
- 2:48Speaker 0: Befeueren wir das nicht noch?
- 2:49Speaker 0: Gießen wir dafür nicht immer noch mehr Futter und gehen wir nicht den noch mehr Argumenten in die Hand, die sagen dieses System diese demokratische Gesellschaft Diese freie liberal Demokratie die sollte eigentlich weg dass sozusagen ja etwas irgendwie wiedergegeben Der gesamte Bogen.
- 3:02Speaker 0: in diesem Stück
- 3:03Speaker 1: hattest du Ein Schlüsselmoment, der dich an diesen Punkt gebracht hat?
- 3:07Speaker 0: Es gab jetzt nicht den einen Leserbrief.
- 3:09Speaker 0: Den Anrufe oder das Gespräch mit Kollegen Eltern und Freundinnen bekannten die gesagt haben, hör mal so geht's doch nicht weiter sondern es ist eher ein schleichender Prozess gewesen.
- 3:19Speaker 0: Manchmal vielleicht eine Pressemitteilung der AfD, die auf irgendein Bericht irgendwann mal gefolgt ist ja oder auch von Freunden bekannte ich als unverdächtig einordnen würde Auf ein Artikel hin, dieses bisschen Stammtischmäßige würde ich das nennen.
- 3:35Speaker 0: Ja alle gleich!
- 3:36Speaker 0: Da merkt man es ja mal wieder zu hören und das hat sich gehäuft.
- 3:40Speaker 0: und da habe ich immer gedacht Moment mal... Ich hab immer gedacht, ich tue am Ende... Das ist so ein bisschen eitel, nicht selbstverliebt vielleicht doch.. Ich tue einen guten Dienst an dieser Gesellschaft auch mit meinem Job und übernahm mich gedacht.
- 3:53Speaker 0: Ist es eigentlich so?
- 3:54Speaker 0: Ist es noch
- 3:54Speaker 0: so?!
- 3:55Speaker 1: Ich selbst sehe ganz andere Probleme im Politjournalismus.
- 3:58Speaker 1: Also diese Mikrofonständerei zum Beispiel, wo Politikerinnen erzählen können was sie wollen den größten Unsinn und dafür nicht mal knackig Widerworte kriegen oder diesen Wettkampfjournalismus bei dem alles immer irgendwie leicht konflikt ist und irgendjemand immer irgendwie vorne liegt.
- 4:10Speaker 1: Horst-Race Journalism nennt man das.
- 4:13Speaker 1: Wieso siehst du ausgerechnet dass Nörgelproblemen als groß genug um darüber zu reflektieren?
- 4:19Speaker 0: Es ist ja nicht so, dass ich die anderen nicht sehe aber das ist sozusagen das für sich erstmal einen Hauptproblem identifiziert habe, warum?
- 4:28Speaker 0: Weil ich das Gefühl habe dass viele Menschen gar nicht mehr den Wert dessen sehen was wir hier eigentlich haben.
- 4:34Speaker 0: Und es geht ja gar nicht ums Nörgeln!
- 4:35Speaker 0: Es geht auch um die Tonlage.
- 4:37Speaker 0: dem Punkt mache ich ja auch in diesem Stück ist und es geht nicht nur ums nörgelt so sondern es geht auch eine Tonlage kritisiere Ich sage Defizit.
- 4:46Speaker 0: gestern haben wir beispielsweise Wir zeichnen heute am Donnerstag auf, gestern gegen die Gesundheitsreform durch das Kabinett.
- 4:53Speaker 0: Und die kann man sehr flücken und da kann man aber so viel daran kritisieren.
- 4:56Speaker 0: Da kann man in die Einzelpunkte gehen sagen, was bleibt dann eigentlich noch Gutes übrig?
- 5:00Speaker 0: Ich bleib dabei!
- 5:01Speaker 0: That's our job und das werden wir und sollten wir auch weiterhin tun indem das gelingende auch mal zeigen, oder die Prozesshaftigkeit.
- 5:11Speaker 0: Es kann ja auch sein dass man mal sagt Politik besteht übrigens aus komplexen Prozessen und wir wischen da immer so mit einem Federstrich drüber und sagen, ah Rentnerreform auf wieder nicht funktioniert!
- 5:19Speaker 0: So indem wir nie zeigen welche komplexe Aufwendung Prozesse oder weniger zeigen als früher das würde ich zumindest diagnostizieren hinter solchen Sachen stecken Erzeugen wir, glaube ich schon in den Leuten das Gefühl die können es alle nicht.
- 5:33Speaker 0: Die sind alle doof, die sind alle unterqualifiziert und dieses System bringt's nicht mehr.
- 5:38Speaker 0: Und was ich will und wofür ich plädiere ist vielleicht eine etwas andere Balance.
- 5:43Speaker 1: Aber also ehrlich gesagt Ich wünsche mir viel öfter mal viel mehr Klartext.
- 5:47Speaker 1: Also wenn zum Beispiel irgendein Politiker Mal wieder vom hocheffizienten Verbrenner labert Das dann auch irgendwo mal geschrieben wird Was dass ist nämlich gelaber kritisieren wir vielleicht an den falschen Dellen, also da wo es am leichtesten geht.
- 6:00Speaker 1: Weil zu sagen ja Wirtschaftsministerin ist bösartig, geht mir leicht über die Zunge.
- 6:04Speaker 1: alles andere muss ich sinnvoll begründen.
- 6:07Speaker 0: Bist du oft auf Spiegel D unterwegs?
- 6:09Speaker 0: Ich glaube zum Beispiel zum Verbrenner haben wir etliche Kommentare geschrieben, auch von Fachkollegen die sich damit wirklich gut auskennen.
- 6:14Speaker 0: Also ich würde schon sagen dass wir das auf vielen Ebenen abdecken also nicht immer nur die Performance Kritik, dass man sagt da hatte jemand aber irgendwie über keine Ahnung blöd ausgesehen eine schlechte Rede gehalten sondern auch und das ist das Tolle am Spiegl über dich sagen kleiner Werbeblock.
- 6:28Speaker 0: Wir leisten uns hier wirklich noch Leute, die sich tief in den Themen auskennen.
- 6:32Speaker 0: Und das ist die Grundvoraussetzung dafür, Kritik zu üben und es der Grundvor- ... Die Grundvaraussetzung da für Kontrolle auszuüben.
- 6:39Speaker 0: Wie gesagt, Grundveraussetzungen da für unseren Job gutzumachen.
- 6:44Speaker 1: Du schreibst auch... wir könnten öfter mal die Helme weglassen sie zumindest dosieren, so ähnlich wie du's eben auch formuliert hast schon.
- 6:50Speaker 1: Mama konkret!
- 6:52Speaker 1: Wo hast du's übertrieben?
- 6:53Speaker 1: Und wie würdest du das mit dieser neuen Erkenntnis neu formulieren?
- 6:58Speaker 0: Nach dem Karlsruher Haushaltsurteil habe ich über Olaf Scholz geschrieben im Kanzleramtsitze der oberste Besserwisser der Nation.
- 7:06Speaker 0: Würde ich auch weiterhin unterschreiben, das war so!
- 7:08Speaker 0: Das war genau so.
- 7:10Speaker 0: und dann würde ich sozusagen sagen dass ist jetzt nicht hellmisch.
- 7:13Speaker 0: Ich würde es sagen ohne ein konkretes Textbeispiel vor Augen zu haben da sind wir schreibenden Leute du wahrscheinlich genauso wenig ja nicht immer vorgefeiert eine Ponte eine Ponte über ein paar andere Abwägungen zu stellen.
- 7:28Speaker 1: Lieber einen guten Freund als eine Pante verlieren!
- 7:30Speaker 1: So
- 7:31Speaker 0: bitte, danke.
- 7:31Speaker 0: das haben wir glaube ich alle gemeinsam.
- 7:33Speaker 0: und da habe ich schon gedacht weil es wird mir gar nicht so leicht fallen hin und wieder mal wenn einem eine gute ponte einfängt die wirklich böse ist wird die demjenigen oder derjenigen eigentlich noch gerecht?
- 7:43Speaker 0: Ich glaube das ist das ist so die klassische Demagationsliede.
- 7:46Speaker 0: da sollte man abwägen.
- 7:47Speaker 0: und wer hab' ich mir tatsächlich auch vorgenommen das öftermann zu tun?
- 7:51Speaker 1: Du hast ihm gesagt und schreibst auch, du hast die Sorge das könnte den Demokratie-Verhänden in die Hände spielen.
- 7:55Speaker 1: Also ich zitiere dich denjenigen, die verbreiten Politikerinnen und Politiker als solche sein korruptunfähig und interessierten sich für das Gemeinwohl ungefähr so sehr wie ein Waschbär für Mülltrennung!
- 8:21Speaker 0: Verfalle da manchmal in einer Rolle, die ich als Journalist überhaupt nicht habe.
- 8:24Speaker 0: Als Journalist bin ich kritisch und bin auch hin- und wieder mal garstig.
- 8:29Speaker 0: Ich kommentiere immer wieder zugespitzt weil ich finde das gehört dazu.
- 8:32Speaker 0: Das muss auch sein um Dinge kenntlich zu machen, um Positionen kenntlichzumachen.
- 8:37Speaker 0: Im Bekanntenkreis erwische ich mich immer öfter dabei wie ich zu so eine Art Politik verstehe und Politik verteidiger werde.
- 8:44Speaker 0: Und anfange zu erzählen naja wenn es dann heißt Plenarsaal im Alleeerbundestagsabgeordnete alle faul Das zu erklären.
- 8:52Speaker 0: Es gibt Ausschusssitzungen, es gibt Dinge die sitzen nicht einfach draußen in der Sonne sondern die arbeiten tatsächlich.
- 8:57Speaker 0: und den Job eines Abgeordneten würde ich nicht haben wollen mit den Sitzungswochen in Berlin und dann noch den Wahlkreis beackern damit man auch jahren vier Jahre wieder gewählt wird.
- 9:07Speaker 0: das heißt ich erzähle auch so ein bisschen mal... Ich erlebe das ja seit zwanzig Jahren.
- 9:11Speaker 0: diese Menschen auch relativ nahe ich erzähl auch mal so ein bischen wie das eigentlich im Alltag alles aussieht und dass sich da Ausreißer erlebe wie überall.
- 9:20Speaker 0: Es gibt Faule, es geht Leute die sind nicht aufrichtig aber es gibt eben auch die die Beispiele Die fleißig sind und denen ist wirklich noch um was geht.
- 9:29Speaker 0: Und ich habe manchmal das Gefühl Weil wir auch alle nicht so sozialisiert sind über die schreiben wir halt kaum mal weil wir uns eher die rauspicken wo's nicht funktioniert.
- 9:38Speaker 0: nochmal gehört zu unserem Job.
- 9:40Speaker 0: Aber mein gefühl ist dadurch dass bei den Leuten ein bewusst sein verloren gegangen dass eben doch nicht alle so sind.
- 9:46Speaker 1: Im Grunde müsstest du ja immer die Erklärung mitliefern, was eigentlich der Wert dieser liberalen Demokratien in der Prozesse ist.
- 9:54Speaker 1: Das wiederum kann aber auch nicht dein Job sein, weil dein Job ist ja vor allen Dingen die Missstände deutlich zu machen.
- 10:00Speaker 1: Wer sollte oder wer könnte diese Erklärfunktion einnehmen?
- 10:04Speaker 0: Ich finde das schon auch unsere Aufgabe als Medien.
- 10:07Speaker 0: Ich habe ja in dem Text die Formulierung vom By-Pack Zettel verwendet und auf den ungefähr das stehen sollte, was Du jetzt gerade gesagt hast nämlich dass wir ein unfassbar nerviges, langsames, schwerfälliges System haben.
- 10:19Speaker 0: Das ist aber alles in allem doch im Vergleich ziemlich großartig.
- 10:23Speaker 0: Die Natur eines Bipark Zettels ist wenn du morgens was schlucken musst, dann liest du den auch nicht jedes Mal durch.
- 10:29Speaker 0: Wir können das nicht in jedem Artikel erwähnen absolut!
- 10:32Speaker 0: Es ist total nervig und wird aufgesetzt und ist dann auch total unglaubwürdig.
- 10:36Speaker 0: Ich habe in dem Artikel geschrieben hin und wieder, wenn man es mal in Erinnerung ruft... Dann könnte das glaube ich schon helfen ein kleiner Schritt sein und das sehe ich schon auch als unsere Aufgabe.
- 10:44Speaker 0: Und ich habe eben einen Punkt gemacht, der ist mir wichtig.
- 10:47Speaker 0: immer mal wieder von der Ergebnis Fixierung du hast es Ich weiß nicht wie Du siehst
- 10:53Speaker 1: Journalism Ja
- 10:54Speaker 0: genau Wild West kann man das ja glaube ich auch nennen so High Nullen.
- 10:58Speaker 0: und dann stehen da wieder zwei Mal ein Shootout Von der Ergebnisfixierung und auch diesen Wer gewinnt wer verliert von dieser Fixierung wegzugehen hin zur Prozesshaftigkeit, immer mal wieder auch zu erzählen.
- 11:10Speaker 0: Übrigens Rentenreform heißt halt folgendes etwas Sendung mit der Maus zu spielen.
- 11:15Speaker 0: Meinen solchen Ministerium reinzugehen.
- 11:16Speaker 0: ich habe das mal vor vielen Jahren gemacht, die haben mir echt wahnsinnig Spaß gemacht.
- 11:21Speaker 0: Da gibt es dieses Rüstungsabend der Bundeswehr sitzt in Koblenz und das hassen alle!
- 11:25Speaker 0: Das ist lahm.
- 11:28Speaker 0: da hieß es immer da versickern die ganzen Projekte deswegen funktioniert nichts Und ich bin da eine Woche hin.
- 11:34Speaker 0: Ich bin da morgens rein und abends raus, um die ja nicht mal reingucken lassen.
- 11:37Speaker 0: Und ich habe mir einen Kollegen zusammen eine Geschichte über dieses Amt gemacht – ich glaube sechs oder sieben Seiten oder so ein Spiegel.
- 11:42Speaker 0: Aber das war geil!
- 11:43Speaker 0: Wenn einerseits konnte man zeigen was alles nicht funktioniert?
- 11:45Speaker 0: Das war relativ transparent aber auch mal den Blick darauf lenken, was das eigentlich heißt.
- 11:50Speaker 0: Was das was eigentlich für Prozesse dahinter steckt und auch für ein irre langweiliger Prozess übrigens in diesen Abendsstuben bis so ne Kanone dann mal auf dem Truppenübungsplatz steht.
- 11:59Speaker 0: Und diese Komplexität... Verständlich zu machen, dabei nicht an Kritikfähigkeit einzubüßen.
- 12:06Speaker 0: Und zugleich ja mal das Verständnis dafür zu wecken... Das ist am Ende auch Demokratie!
- 12:12Speaker 0: Das finde ich auf jeden Fall unsere
- 12:13Speaker 0: Aufgabe.".
- 12:14Speaker 1: Ich lese das, ich habe ein Spiegel-Abo.
- 12:16Speaker 1: Also ich lese diese langen Stücke die auch die Komplexität durchleuchten und so was alles.
- 12:20Speaker 1: aber in der Realität ist es ja so.
- 12:21Speaker 1: die Leute klicken kurz auf die Homepage lesen die Überschrift lesen vielleicht den Anreißer wenn sie Glück haben gibt es keine Paywall und dann lesen Sie halt etwas was der Spiege so schreibt Wenn du da jetzt den By Pack Zettel ich sage mal in Nebensätzen mitlieferst Dann kriegst Du eher das Problem.
- 12:36Speaker 1: Also meine Nachbarn kriegen die Heizkosten trotzdem kaum noch gewuppt.
- 12:39Speaker 1: Dann kommst du um die Ecke und erzählst, naja so schlimm ist das alles gar nicht!
- 12:43Speaker 1: Das ist halt ein dickes Bett was da gebohrt werden muss... Und damit spielst du aber doch erst recht den System fein in die Hände weil dann bist du erst Rechtssystempresse.
- 12:53Speaker 0: Also da hast du jetzt tatsächlich weggelassen oder auch überhört.
- 12:56Speaker 0: Oder ich habe es nicht deutlich genug gemacht, was ich die ganze Zeit sage nämlich natürlich müssen wir kritisieren.
- 13:01Speaker 0: Natürlich muss man weiter den Finger in die Wunde legen aber das gehört eben auch dazu hin und wieder mitzuliefern was alles dahinter steckt.
- 13:09Speaker 0: so und die Kunst für uns liegt doch darin den Leuten die Lust am lesen zu wecken Mit einer Überschrift, mit einem Einstieg, mit dem Teaser der Neugierig macht und weckt so dass sie wirklich dabei bleiben.
- 13:20Speaker 0: Dann sind wir nicht nur immer gut drin aber da arbeiten wir auch dran Und im Moment sehen wird es eigentlich ganz gut funktioniert das für Leute zu bekommen.
- 13:27Speaker 0: Deswegen würde ich auch der Aussage widersprechen Es liest keiner mehr.
- 13:31Speaker 0: Wir kriegen da.
- 13:32Speaker 0: wir kriegen zum Beispiel vor so ein irre langes Märzinterview wie wir's jetzt auf der Seite hatten echt beträchtliche Abo-Zahlen weil wir es offenbar hin und wieder Nicht immer, aber hin und wieder hinkriegen.
- 13:42Speaker 0: Das Ganze so interessant zu gestalten, dass die Leute eben weiterlesen und dann hoffentlich auch bis zum
- 14:05Speaker 1: BIPAC-Zettel
- 14:07Speaker 1: ist.".
- 14:11Speaker 0: Das jetzt so funktioniert, bin ich mir nicht ganz sicher.
- 14:15Speaker 0: Aber wir haben junge Kolleginnen und Kollegen, die probieren auch echt ganz coole Sachen aus.
- 14:20Speaker 0: Neulich hatten wir diese Dokumentation.
- 14:23Speaker 0: Das ist ja immer noch ein totales Asset was wir hier haben nämlich Menschen, die einfach nur prüfen ob das was wir schreiben stimmt oder nein Und dann auch wirklich so Kleinigkeiten finden.
- 14:34Speaker 0: Wirklich Fakten, wobei der denkt, wenn das jetzt so erschienen wäre, da hätte ich wieder irgendwie sieben-zwanzig Leserbriefe zurechtbekommen.
- 14:40Speaker 0: Das ist einfach so dümmer kleiner Fehler.
- 14:42Speaker 0: So lange Rede kurzer sind.
- 14:43Speaker 0: diese Dokumentation nutzen die bislang vorrangig für geschrienen Text und haben.
- 14:48Speaker 0: jetzt hat ein Kollege bei uns ein neues Format gemacht.
- 14:51Speaker 0: So eine Art Anruf bei der DOC, ja?
- 14:53Speaker 0: Ein Live-Fakten-Check also.
- 14:55Speaker 0: Trump hatte zum Beispiel glaube ich behauptet, da hatten die diese Boote versenkt Drogenbote und so weiter.
- 15:01Speaker 0: Und er hat einfach mal zwei Minuten lang mit einem Dokumentar, also mit einem Menschen der sich tief mit diesem Thema auskennt gesprochen und da mir so viel Halbwahrheiten lügen und Quatsch entlarvt das ist finde ich aufklären.
- 15:12Speaker 0: Das ist echte richtig gute Aufklärung ein geiles neues Format wo ich wird ja auch wahrscheinlich viel mehr junge Leute mit erreicht als ich mit meinen Texten.
- 15:20Speaker 0: Da habe ich total offen für.
- 15:21Speaker 0: dann müssen wir noch viel besser werden.
- 15:23Speaker 0: aber wir haben die Assets und ich glaube auch dass es uns gelingen wird die Gute einzusetzen.
- 15:27Speaker 0: Aufklärung, das ist doch das Stichwort.
- 15:29Speaker 0: Darum geht es doch bei all dem was wir tun.
- 15:30Speaker 1: Und trotz der Dokumentation werden die Systemfeinde euch noch in dreißig Jahren Glasrelozius um die Ohren hauen?
- 15:39Speaker 1: Sind sie vielleicht verloren?
- 15:40Speaker 1: Brauchen uns im Bi gar nicht mehr zu kümmern?
- 15:43Speaker 0: Aufgeben liegt irgendwie nie in Meier Natur.
- 15:46Speaker 0: Gar nicht mehr so kümmernd finde ich würde ich glaube generell nicht über einen Menschen sagen.
- 15:50Speaker 0: aber ich glaube wir können uns einig sein und die Hoffnung also manche Leute sind glaube ich wirklich verfestigt in ihrem Weltbild.
- 15:58Speaker 0: Ich habe das vor vielen Jahren schon, hat mir das Bundesdassand im geordneten Teil aus dem östlichen Teil der Republik erzählt.
- 16:04Speaker 0: Er sagt ich verzweifle manchmal wenn ich auf den Marktplatz stehe?
- 16:07Speaker 0: Ich will mit denen ins Gespräch kommen aber wenn die morgens auf Telegram gelesen haben Die Erde ist eine Scheibe dann krieg' ich sie nicht mehr vom Gegenteil überzeugt und ich fühlte ja Das ist so.
- 16:17Speaker 0: Aufgeben fällt mir trotzdem schwer.
- 16:19Speaker 0: Aber ja In deiner Frage steckt er die Antwort im Grunde fast schon drin.
- 16:24Speaker 1: Wenn du mehr Aufklärung haben willst, muss irgendwo ein bisschen Platz geschaffen werden.
- 16:27Speaker 1: Können wir uns darauf einigen?
- 16:29Speaker 1: Wir bekommen alle mehr Aufklärungen und dafür dann weniger Horse Race Journalism und Mikrofonständerei.
- 16:33Speaker 0: Da kann ich jetzt wenig zu sagen weil wir das ja grundsätzlich nicht machen.
- 16:40Speaker 0: Kann ja nicht für die anderen reformieren.
- 16:45Speaker 0: Wer ist total bei dir finde ich gut.
- 16:49Speaker 0: Ich finde man darf es nicht komplett weglassen denn natürlich Man wäre auch naiv an Politik ranzugehen und zu sagen, das hat nicht ganz viel mit Macht zu tun.
- 16:58Speaker 0: Auch wirklich mit dreckigen Spielchen teilweise.
- 17:00Speaker 0: Und das dürfen wir nicht außer Acht lassen.
- 17:02Speaker 0: Wir dürfen da jetzt nicht ran gehen und sagen so jetzt lass uns aber mal über die Sache sprechen.
- 17:06Speaker 0: und dass der Söder aber schon längst wieder zwei Fals gegen März und drei andere begangen hat, das berichten wir nicht mehr.
- 17:11Speaker 0: Nee es gibt... Es geht auch da wieder glaube ich um eine gesunde Mischung, eine gesundene Balance.
- 17:17Speaker 0: Mehr vom einen weniger vom anderen dabei.
- 17:22Speaker 1: Zum Schluss noch ein Tipp zum Weiterhören.
- 17:25Speaker 1: Diese Woche ist die neue Staffel von Nice und Nötig gestartet, unserem optimistischen Übermedien-Podcast für gute Ideen rund um Medien und Journalismus.
- 17:32Speaker 1: In der ersten Folge gibt es eine gefährliche Undercoverrecherche in rechtsextremen Jugendgruppen – und nice und nötig gibt's überall wo es Podcasts gibt!
- 17:40Speaker 1: Und wie immer gilt, dieser Podcast und ganz Übermedien sind werbefrei unabhängig und ausschließlich finanziert durch unsere Community.
- 17:45Speaker 1: Ein Abo gibt's ab sechs Euro monatlich – dafür gibt es sofort Zugang zu allen Artikeln und obendrauf unseren wöchentlichen Newsletter!
- 17:52Speaker 1: Wer unabhängige Medienkritik ebenfalls unterstützen möchte findet alle Infos auf übermedien.de und dort gibts auch reichlich über Medien zu lesen bis wir in der nächsten Folge auch wieder über Medien reden.
- 18:03Speaker 1: Ich bin Holger Klein und danke für die Aufmerksamkeit.