Latest / Sag bloß! - Der Schwäbische Alb Podcast / Markus Ellinger – Ranger im Naturpark Obere Donau, Naturvermittler und Streuobstbewahrer
Transcript
- 0:08Speaker 1: Sag bloß,
- 0:13Speaker 0: der Schwäbische Alp-Podcast.
- 0:17Speaker 0: Das Magazin alp-Lust und schwäbischer Alptourismus.
- 0:20Speaker 2: nehmen Sie mit
- 0:21Speaker 0: auf eine Reise über
- 0:22Speaker 1: die Alb!
- 0:25Speaker 1: Herzlich willkommen bei sag bloß dem Schwäbsche Alp Podcast.
- 0:29Speaker 1: im Studio begrüßen sie zwei Moderatoren.
- 0:32Speaker 1: ich bin Iris Goldack vom Reutlinger Generalernzeiger und dem Magazin Alplust und bei mir ist
- 0:38Speaker 2: Walder Knittel vom Donau Bergland für den Schwäbeschalbtourismus.
- 0:42Speaker 1: Wir laden uns jedes Mal besondere Gäste ein, mit denen wir sie liebe Hörerinnen und Liebehörer mit in unsere Heimat die Schwöbische Alt nehmen wollen.
- 0:50Speaker 1: Bringe uns auf die Spur Walter!
- 0:53Speaker 2: Ja unser heutiger Gast ist Markus Elinger der in der Natur im Oberendonautal unterwegs ist.
- 1:00Speaker 2: Er ist manchmal so was wie ein Naturschutzpolizist.
- 1:04Speaker 2: Es kann sein dass Sie ihm bei Ausflügen, bei Karnaturen oder beim Wandern an den Oberendonaum unvermittelt begegnen Aber keine Angst, er ist nett.
- 1:14Speaker 1: Markus du bist seit zwanzig Jahren Ranger im Naturpark Obere Donau beim Naturschutzzentrum in Beuren Im Landkreis Siegmaring.
- 1:23Speaker 1: Hallo schön dass du Zeit hast!
- 1:25Speaker 0: Hallo vielen Dank für die Einladung!
- 1:28Speaker 2: Hallo Markus Die Frage stellen wir eigentlich allen unseren Gästen.
- 1:32Speaker 2: als erstes Bist Du Elbler oder ein Rheingschmeckter?
- 1:37Speaker 0: Im Prinzip beides.
- 1:38Speaker 0: Ich bin in Zülz am Neckar rechts des Neckars groß geworden und auf meiner Fahrradtrainingsrunde vom Hauspark aus hat man immer den Alp drauf gesehen, es war immer das Ziel der Sehnsuchtsort nicht nur zum Radfahren sondern war was Besonderes und deswegen freue ich mich dass ich jetzt seit zwanzig Jahre hier bin.
- 1:53Speaker 1: Zum Aufwärmen wollen wir mit dir unsere Rubrik Blitzschnell starten.
- 1:58Speaker 1: Dazu haben wir für dich ein paar Wortpaare gebildet.
- 2:01Speaker 1: Du sollst eben blitzschnel entscheiden Und antworten und es kann auch sein, dass wir mal eine Begründung dazu hören wollen.
- 2:08Speaker 1: Es läuft im Wechsel mit Walter.
- 2:10Speaker 1: bist du bereit?
- 2:12Speaker 2: Ja Markus Morgenstunde oder Abendrot?
- 2:16Speaker 0: Abendrot!
- 2:17Speaker 1: Lieber im Büro oder lieber in der Natur?
- 2:20Speaker 0: Lieber in der natur
- 2:22Speaker 2: Naturschutzpolizist oder Wissensvermittler?
- 2:25Speaker 0: Wissenzvermittlern?
- 2:26Speaker 2: kannst du das begründen warum?
- 2:28Speaker 0: Die Erfahrung zeigt mir und die Kollegen bestätigen es, dass Fehlverhalten wenn wir es so nennen wollen in den aller-allerwenigsten Fällen böswillig passiert sondern aus Unwissenheit.
- 2:40Speaker 0: Und deswegen ist das auch nicht mal ein Ziel Bußgelder auszusprechen, sondern die Information zur Verfügung zu stellen.
- 2:45Speaker 0: Idealerweise stellt man die Informationen zur Verfügung bevor jemand auf die Idee kommt etwas Dummes zu tun.
- 2:51Speaker 2: Und meistens funktioniert's dann oder?
- 2:52Speaker 0: Zum Glück!
- 2:54Speaker 1: Nächste Frage meine Bier, Wein oder Most?
- 3:00Speaker 0: Most.
- 3:01Speaker 0: Ich habe das nochmal durchgetestet und ich entscheide es wenn ich einen Kühlschrank aufmache ob es dann ein Bier wird oder ein Ciderwälder.
- 3:10Speaker 0: moster ist mir leider auch zu haben.
- 3:11Speaker 1: Okay
- 3:12Speaker 2: ja und dann lieber Biber- oder Wölfe im Naturpark!
- 3:21Speaker 0: Ich freue mich auf beide und der eine ist schon da aber sind natürlich in der Wissensvermittlung eine Herausforderung.
- 3:29Speaker 1: Manch einer denkt vielleicht an das Klischee von vielen Hollywood-Filmen und denkt, du bist ein Wildnis-Sheriff mit Schusswaffe.
- 3:38Speaker 1: Haben dich Besucher tatsächlich schon mal gefragt ob du eine Waffe dabei hast?
- 3:43Speaker 0: Früher tatsächlich regelmäßig aber es waren vor allem meine Junior Ranger die enttäuscht waren wenn sie dann erfahren haben dass ich keine habe.
- 3:51Speaker 2: Markus Du hast einen Sohn mit glaube ich elf Jahren.
- 3:54Speaker 2: Wie hast du dem erklärt was du machst?
- 3:58Speaker 0: Eigentlich gar nicht.
- 4:00Speaker 0: Ich hab das Glück, dass ich das Kind wie vorher auch den Hund regelmäßig zur Arbeit mitnehmen kann und so hat er immer mitbekommen was sich so tut, was auch mal dazu geführt hat, dass er dann als vierjähriger zu Hause im Garten stand und in Baum hochgerufen hat Hallo kommen Sie bitte aus der Landschaft!
- 4:20Speaker 1: Er war dann der kleine Ranger daheim wenn der große unterwegs war oder?
- 4:23Speaker 1: Der Papa großartig.
- 4:26Speaker 1: Was war dein Auslöser diesen Beruf zu wählen?
- 4:29Speaker 1: und wie sieht eigentlich eine Ausbildung aus?
- 4:32Speaker 1: zum Naturainger?
- 4:33Speaker 0: Ich habe während der Schulzeit ein Praktikum gemacht im Naturschutzzentrum Nordschmerzwald auf dem Ruhestein.
- 4:40Speaker 0: Da ist der Wunsch entstanden, dass Ranger eigentlich genau das sein könnte was ich werden möchte.
- 4:44Speaker 0: Hab dann dort meinen Zivildienst gemacht und hab dann gemalt, dass ein Fachhochschulstudium die ideale Vorbereitung zum damaligen Zeitpunkt auf den Rangerdienst Hab nicht mitgerechnet, dass es was wird.
- 4:57Speaker 0: Aber manchmal braucht man halt das Gwändchen Glück zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle zu sein.
- 5:02Speaker 2: Und wie groß ist denn dein jetziges Revier und wie behältst du da den Überblick?
- 5:07Speaker 0: Der Überblick ist eigentlich nicht so behalten, weil ich für den gesamten Naturpark zuständig bin.
- 5:13Speaker 0: Das sind rund hundertfünfzigtausend Hektar.
- 5:16Speaker 0: Ich mach mal einen Vergleich.
- 5:17Speaker 0: Der Nationalpark hat zehn tausend Hektar und zehn Ranger.
- 5:20Speaker 0: Ich hab hundert fünfzigtaussend Hekdar und bin alleine...
- 5:23Speaker 2: So ist auf der Alp oft!
- 5:27Speaker 0: Natürlich ist Nationalpark und Naturparks nicht vergleichbar aber etwas Unterstützung würde manchmal auch nicht schade.
- 5:35Speaker 2: Und der Naturpark Obridona ist ja der einzige Naturparks auf der schwäbischen Alb.
- 5:40Speaker 2: Welche Rolle spielt der Natorpark Obridonar für die Schwäbische Alb, kann man das so sagen?
- 5:46Speaker 0: Ich denke dass er manches sichtbar machen kann was sonst unter den Tisch fallen würde gerade auch in Kombination mit uns vom Naturschutzzentrum im Haus und außen werde mir nicht unbedingt auseinandergehalten Aber der Lebensraum, obere Donaualp ist von einem Artenreichtum geprägt wie wir es im Land nur noch ganz wenigen kleinen Stellen finden.
- 6:06Speaker 0: Und das macht natürlich so eine Gebietskulisse die aber auch gleichzeitig drauf setzt Menschen da heran zu führen, macht es dann sichtbar.
- 6:17Speaker 1: Kannst du mit wenigen Worten definieren was eigentlich ein Naturpark ist?
- 6:22Speaker 1: Und ich stelle eine zweite Frage.
- 6:24Speaker 1: Worin unterscheidet sich der Naturpark vom UNESCO-Biosphärengebiet Schwäbische Alp?
- 6:30Speaker 0: Ein NaturpARK hat die Aufgabe, eine vorbildliche Natur und Erholungslandschaft zu fördern, zu erhalten, zu schaffen.
- 6:39Speaker 0: Diese Ziele Erholung und Naturschutz stehen da gleichrangig nebeneinander.
- 6:43Speaker 0: also es geht darum dass der Mensch die Natur erleben erfahren kann in ihr lernen kann.
- 6:48Speaker 0: Das Biosphärengebiet geht ein Stück weiter zum.
- 6:51Speaker 0: Ich drücke es ein bisschen leihenhaft aus, ich bin der Meinung das der Naturschutz etwas höher gewertet ist weil es zum Beispiel so was wie eine Kernzone gibt.
- 6:58Speaker 0: Das gibt's im Naturpark nicht wo die Natur Vorrang hat was aber nicht heißt dass der Mensch ausgeschlossen wird.
- 7:03Speaker 0: und das ist das was sich an der Biosphäre besonders spannend findet die dann auch einen breiteren Ansatz als naturpark hat indem sie alles wirtschaften fördert was nachhaltig ist und im Einklang mit der natur passiert.
- 7:16Speaker 0: ob das eben Erholung oder Handwerk oder Landwirtschaft ist unerheblich, es wird gefördert wenn es ins Ziel passt.
- 7:25Speaker 2: Gibt's denn da Berührungspunkte oder eine Zusammenarbeit zwischen den beiden Institutionen?
- 7:29Speaker 0: Es gibt Austausch auf verschiedenen Ebenen.
- 7:32Speaker 0: also zum einen hat die Biosphäre auch Ranger.
- 7:34Speaker 0: wir baden-württembergischen Ranger treffen uns einmal im Jahr in einem der Schutzgebiete.
- 7:38Speaker 0: genauso findet zwischen den Infozentren als z.B.
- 7:42Speaker 0: zwischen meiner Chefin und den Leitern der anderen Info Zentren im Land auch ein regelmäßiger Austauscht statt.
- 7:47Speaker 1: Bist du mehr draußen in der Natur oder verbringst du mehr Zeit im Büro?
- 7:52Speaker 1: Vor allem so, wenn's Wetter sich vielleicht ändert.
- 7:54Speaker 1: Ein bisschen schlechter wird macht es ja manch ein Förster!
- 7:58Speaker 0: Ich weiß als Außendienstler dass mir bei schlechtem Wetter im Bürow ist und dann zieht sich diese Büroarbeit manchmal leider auch in die schönen Wetterphasen weil man dann was nicht liegen lassen kann.
- 8:10Speaker 0: also ich verbringt tatsächlich mehr Zeit dem Büro als mir lieb isch weil die Zeit draußen eigentlich immer was Besonderes ist.
- 8:18Speaker 1: Konzentrieren wir uns auf den Naturpark, obere Donau.
- 8:22Speaker 1: Markus ihr habt versucht diverse gefährdete Tierarten auszuwildern in der Hoffnung sie werden heimisch.
- 8:29Speaker 1: welche Arten waren das bislang?
- 8:32Speaker 0: Im Naturpark gibt es dazu relativ wenig Versuche.
- 8:35Speaker 0: Der Uhu war so ein Thema aus einer privaten Initiative heraus, in den Sechzigerjahren wurden Uhus im Tal gezüchtet und ausgewildert.
- 8:43Speaker 0: über den Erfolg dieser Maßnahme wird bis heute diskutiert.
- 8:48Speaker 0: Jedenfalls ist man sich einig dass der Uhu wohl nie ganz verschwunden war im Tal und wir machen alle zwei Jahre einen großes Uhuverhör.
- 8:58Speaker 0: Also wir stellen diesen März, haben es wieder gemacht mit der warmer hundertzwanzig Leute.
- 9:02Speaker 0: Da stellen wir das Donautal ab von fast tuttlingen Besiegmarringen und auch noch ein paar Seitentailer weil man den abendlich balzenden Uhu im stillen Donautaal im Winter sehr weit hört Und deswegen wissen wir dass er heute wieder flächendeckend da ist.
- 9:15Speaker 0: Wir haben allein im Durchbruchstall dreizehn Pärchen und noch ein Paar Einzeltiere bestätigt und das freut uns sehr.
- 9:22Speaker 0: Das ist ein Erfolg wie man ihn nicht oft hat
- 9:25Speaker 2: und kennt mir die alle mit Namen.
- 9:26Speaker 2: dann
- 9:27Speaker 0: Dafür sind es jetzt zu viele.
- 9:31Speaker 1: Du hast, glaube ich gesagt wir stellen ab.
- 9:34Speaker 1: kannst du das erklären?
- 9:35Speaker 0: Es sind hundertzwanzig Helfer also von allen Verbänden.
- 9:39Speaker 0: auch das ist wieder für uns sehr spannend.
- 9:41Speaker 0: eigentlich Wurstsalat und Salatessen hinterher, genauso wichtig wie vorher das Datensammeln.
- 9:46Speaker 0: Weil da treffen sich dann Gletterer, Bergwacht, Vogelschützer, Naturschutzverwaltung, Forstverwaltung, Wanderverband – alle sind dabei die uns da unterstützen!
- 9:57Speaker 0: Und abstellen heißt dass wir die Leute alleine oder wer nicht alleine draußen sein möchte oder noch unerfahren ist auch im Zweit- oder kleinen Team dass wir das Donautal so besetzt haben mit Verhörern, dass theoretisch jeder rufende Uhu von zwei bis fünf Verhöhrteams gehört wird.
- 10:16Speaker 0: Und damit das gesamte Tal abgedeckt ist und uns möglichst kein Uhu durch die Lappen geht.
- 10:21Speaker 2: Wie aufwendig wäre es denn jetzt generell?
- 10:23Speaker 2: Von der ersten Idee nehmen wir mal den Biber man könnte beispielsweise im Biber wieder zurückholen.
- 10:28Speaker 2: Jetzt ist er schon wahrscheinlich wieder da.
- 10:30Speaker 2: aber bis zur Umsetzung wie lange dauert es?
- 10:32Speaker 2: Woran liegt es dann wenn's länger dauert?
- 10:35Speaker 0: Also Biber kam ja auch von alleine.
- 10:37Speaker 0: Wenn die Tierart das Tempo vorgibt, dann begleiten wir das Zurückkommen der Tierart.
- 10:43Speaker 0: beim Lux hat es gefühlsmäßig Zuerst in den letzten Jahren, wo möglich sogar die ersten Luchse im Schwarzwald wieder ausgewildert wurden.
- 10:54Speaker 0: Es kamen einzelne Tiere, das sind kuter, also die Männchen, die wandern weiter als die Weibchen und wenn sie dann keine Partnerin finden ziehen sie zurück in die Region, wo sie gestartet sind.
- 11:05Speaker 0: Und da hat man über Jahre begleitet.
- 11:08Speaker 0: Im Donau-Tal hatten wir ja mehrere Luchsek hintereinander Und hat gemerkt, es würden sich nie in Bestand neu etablieren.
- 11:14Speaker 0: Obwohl der Lux in Baden-Württemberg eigentlich heimisch wäre und hat dann begonnen, ich glaube vor einem guten Jahr, Weibchen aber auch noch mal zusätzliche Kuder im Schwarzwald auszuwildern weil das Donautal allein wäre für eine stabile Population zu klein.
- 11:28Speaker 0: Aber wir werden sicherlich mit besiedelt wenn im Schwarzwald mal ne stabile population vorhanden sein sollte.
- 11:34Speaker 1: Apropos... Biber, ne?
- 11:36Speaker 1: Den hatten wir ja kurz erwähnt.
- 11:38Speaker 1: Die Wiederansiedlung oder dass er ja von alleine gekommen ist wie du gesagt hast die ist manchmal glaub ein bisschen kontrovers.
- 11:44Speaker 1: Wie geht ihr damit um?
- 11:46Speaker 0: Wir versuchen vor allem Werbung für den Biber zu machen, weil er ganz viele Ökosystemleistungen anbietet oder macht.
- 11:54Speaker 0: Die für uns als Menschheit, als Gesellschaft wichtig sind wie wir jetzt in diesem Dürrejahr vor allem wieder zu spüren bekommen.
- 12:00Speaker 0: der Biber staut Gewässer Er sorgte dafür dass Wasser in der Landschaft bleibt was dieses Jahr Genau das richtige wäre, aber natürlich ist es für den wirtschaftenden Menschen manchmal auch ein Problem.
- 12:13Speaker 0: Egal ob ich jetzt Landwirt bin oder ob Infrastruktur vom Biber unter Wasser gesetzt wird.
- 12:17Speaker 0: also die Ablachtalbahn hat sich das jetzt zum Maskottchen gemacht Das ist die Bibelbahn weil dort der Biber schon manchen Zug zum Ausfall gebracht hat wenn er den Bahndamm untergraben hatte.
- 12:27Speaker 2: So egal was den Zug anhält heutzutage
- 12:32Speaker 0: Und deswegen versuchen wir immer vor allem das positive den Fördergrund zurück, aber natürlich die Schattenseite nicht zu verschweigen.
- 12:40Speaker 0: Das gehört zu einem ehrlichen Umgang und da müssen wir nach Lösungen suchen.
- 12:45Speaker 0: Dazu engagieren wir uns vom Naturschutzzentrum und auch ein Kollege von Naturpark als Biberberater um zumindest die kleinen Konflikte wenn die Magnolie im Hausgarten gefressen wird mit möglichst zu Entlastung zu entspannen.
- 12:58Speaker 1: Wie ist eigentlich die Nutztierhaltung?
- 13:01Speaker 1: Und wie jagt in einem Naturparks geregelt?
- 13:05Speaker 0: Der Naturpark nimmt keinen Einfluss auf die Jagd.
- 13:09Speaker 0: Das sind andere Regeln, also selbst im Nationalpark ist ja die Jagdt oft nicht verboten Die gehört dazu.
- 13:16Speaker 0: Im Gegenteil, wir warten auch ein Stück weit mit oder der Naturpark hatte mal die wilde Sau wo es um Gerichte mit Wildschweinen ging weil Wildschwene haben wir viele und warum soll ich dann sowas nicht auch nutzen?
- 13:28Speaker 0: Und auch vermarkten?
- 13:29Speaker 0: aus meiner Sicht ein besseres Stück Fleisch auf dem Teller als von einem Wild- oder von einem Weidetier gibt's eigentlich nicht.
- 13:37Speaker 0: so arbeiten mir zum Beispiel auch sehr eng mit einem Wilsommelier zusammen, der in Leibertingen sitzt Und die Nutztierhaltung im Naturpark ist jetzt vom Naturparkselbst auch nicht geregelt.
- 13:48Speaker 0: Ich weiß es nicht, ob er das konkret fördern würde aber aus ökologischer Sicht begrüßen wir weite Projekte unterschiedlichster Art.
- 13:55Speaker 0: Ob's die traditionelle Schäferei isch oder weite projekte.
- 13:59Speaker 0: sehr extensive Beweitungen mit Wasserbüffeln dies bei uns inzwischen gibt oder mit Kühen trägt alles zur Artenvielfalt mit bei.
- 14:08Speaker 2: Dann kommen wir mal von den Tieren zu den schützenswerten Pflanzen.
- 14:11Speaker 2: Es gibt Pflanzen mit sagenhaften Namen, wie zum Beispiel zerstreutes Gabelzahn Moos.
- 14:19Speaker 2: Wer denkt sich denn solche Namen aus?
- 14:21Speaker 0: Ich habe keine Ahnung!
- 14:24Speaker 2: Da gibt es ein lustiges Video von euch dazu.
- 14:27Speaker 2: Das verlinken wir übrigens in den Show Notes.
- 14:30Speaker 2: und wenn ich jetzt behaupte das ist eine Lieblingspflanze... Ist das so und
- 14:35Speaker 2: warum?!
- 14:36Speaker 0: Also es muss nicht das zerstreute Gabelzahnmo sein, aber ich habe den Hang zu Arten und Pflanzen die besonderen Namen haben.
- 14:44Speaker 0: Es gibt zum Beispiel auch noch das Milch-Weiße-Manzschild also alle solche Zungenbrecher und Pflanzen, die sehr selten sind.
- 14:50Speaker 0: um nur aufs zerstroide Gabelzanmos zurückzukommen Das gibt es tatsächlich.
- 14:56Speaker 0: Ich wurde, als ich vor fast zwanzig Jahre gekommen bin von einem Botaniker, einem Moos-Spezialisten abgeholt.
- 15:02Speaker 0: Er stand plötzlich im Büro und war gerade am Kartieren.
- 15:04Speaker 0: Mein Vorgänger hätte ihm noch versprochen das zerstreutige Gabelzahnmoos zu schützen.
- 15:10Speaker 0: Und er ist schon mit mir raus auf den Felskopf und dann hat er selber zehn Minuten gesucht.
- 15:13Speaker 0: Er meint, ich bin mir nicht mehr ganz sicher aber ich glaube das hier ist es!
- 15:18Speaker 0: Und das zieht sich bei mir ein bisschen durch.
- 15:23Speaker 0: Moos alleine nie erkennen, man muss mir sagen was ich schützen soll und dann versuche ich zusammen mit Partnern mir etwas zu überlegen.
- 15:29Speaker 0: Und da war das Moos auch für dieses Video irgendwie eine Stellvorlage.
- 15:34Speaker 2: Also es ist wirklich lustig, muss man sich ansehen.
- 15:37Speaker 1: So wie im Video siehst du ja heute nicht mehr aus?
- 15:39Speaker 1: Wie lange ist das her?
- 15:40Speaker 0: Das war glaube ich ein zweiter Jahr oder so.
- 15:42Speaker 0: was also jetzt wirklich siebzehn-achzehn
- 15:43Speaker 1: Jahre her.
- 15:45Speaker 2: Ja, so schlimm ist es jetzt nicht.
- 15:47Speaker 1: Nein nein nein!
- 15:48Speaker 1: Man erkennt ihn wieder.
- 15:50Speaker 1: Ich
- 15:50Speaker 0: habe die Haare länger um die Kali Stelle zu kaschieren.
- 15:54Speaker 2: Sieht mir jetzt nicht im Podcast.
- 15:57Speaker 2: Du bist ja auch Vorsitzender der bäuerlichen Vermeidung.
- 16:00Speaker 2: Opress Donautal EG.
- 16:02Speaker 2: Das ist eine eingetragene Genossenschaft, abgekürzt Bodig.
- 16:06Speaker 2: Für euer Thun habt ihr den Landess Naturschutzpreis gewonnen.
- 16:12Speaker 2: Erzähle unseren Hörerinnen und Hören davon was ihr da macht!
- 16:17Speaker 0: Die Bodig ist fast dreißig Jahre alt und das Ziel war es die bäuerliche Kulturlandschaft in Wert zu setzen.
- 16:24Speaker 0: Es gab verschiedene Ziele von denen aber nur des Streuobst übrig geblieben ist.
- 16:29Speaker 0: Aus dem Streuobst rausentwickeln wir uns gerade wieder weiter, aber das ist unsere DNA.
- 16:33Speaker 0: Das ist unser Kernthema.
- 16:34Speaker 0: also es geht uns darum wie kann ich einen so artenreichen Lebensraum wie die Streu Obstwiese eine Kulturlandschaft, die ohne menschliche Pflege verschwinden wird?
- 16:43Speaker 0: Wie kann ich Menschen dazu motivieren diese Arbeit weiterhin zu tun, auch wenn es sich wirtschaftlich nicht rechnet.
- 16:51Speaker 0: Das versuchen wir zum einen durch ein Monetärenanreiz weil Geld ist ein guter Hebel auch wenn uns jeder Erzeuger sagt das ist nicht das Alleinige.
- 16:59Speaker 0: also wir schließen Lieferverträge mit Streuobstwiesenbesitzern ab.
- 17:02Speaker 0: unsere Obsterzeuger und die bekommen eine Prämie von bis zu acht Euro für ein Doppelzentner also für hundert Kilo.
- 17:08Speaker 0: Das heißt wenn bei uns am Tag wo anders zehn Euro gezahlt werden zahle mir bis zu achzehn.
- 17:13Speaker 0: Wir möchten aber wissen was unser Erzeugertrausen tut Und deswegen haben wir ein recht ausgeglügeltes Prämiensystem, wenn die Bäume geschnitten werden.
- 17:20Speaker 0: Sonst gehen sie kaputt.
- 17:22Speaker 0: Kriegt man zwei Euro mehr, wenn man die Wiese drunter extensiv nutzt und das ist für der Artenrecht um wichtig.
- 17:27Speaker 0: aber mehr mal zeugelt es in Achtzig!
- 17:29Speaker 0: Die haben aus Obstbegeisterung die Bäime so entgepflanzt da kommt kein landwirtschaftliches Gerät mehr durch die.
- 17:34Speaker 0: sitzt er auf dem Aufsitzrasenmeer dann schmeiße mir die nicht raus.
- 17:37Speaker 0: aber die bekommen die drei Euro Prämie nicht.
- 17:39Speaker 0: dafür kann sich der Opa wenn er mit seine Enkelnischtkäste bastelt oder Insektennischthilfen Prämie reinholen, die ich in der alten Wiese den Nischthilfe vielleicht nicht unbedingt brauche.
- 17:50Speaker 0: Aber es öffnet die Augen.
- 17:51Speaker 0: was ich aktiv geschaffen habe beobachte ich mehr und dann prämieren wir alte Bäume junge Bäume wenn ich nachpflanze Wenn ich Sortenreichtum viele verschiedene Sorten auf der Fläche stehen hab.
- 18:01Speaker 0: aber uns ist auch wichtig Streuobst ist im materielles UNESCO Weltkulturerbe.
- 18:06Speaker 0: das wird nur überleben wenn's in die nächste Generation geht Und deswegen bekommt ein Erzeuger bei uns auch ein Euro mehr von Doppelzentner, wenn auf seiner Fläche irgendwas naturumweltpädagogisches stattfindet.
- 18:17Speaker 0: Wir haben Kindergarten-Schulen die uns Obst liefern, die bekommen den Euro!
- 18:20Speaker 0: Wir haben aber auch den Erzeugern der sagt, in der Obstärnte machen wir eine Riesenfamilie und Nachbarschaft fest.
- 18:25Speaker 0: Wir kochen und backen mit Obst und ich baue für diesen Tag einen kleinen Lehrpfad durch meine Streuobstwiese auf damit die Kinder, die dabei sind, auch Wissen mitnehmen können.
- 18:35Speaker 0: Sowas honorieren wir.
- 18:36Speaker 0: sowas wollen wir unterstützen seit drei Jahre auch noch zu intensivieren, weil wir den Apfelgarten beim Gloster Beuron bewirtschaften dürfen und den entwickeln.
- 18:46Speaker 0: Wir zu einer Struktur Arten- und Sortenreichen Streuobstwiese weiter haben jetzt dieses Frühjahr ein Lehrpfad dort angelegt und versuchen so Menschen zu begeistern und wieder mit einem Thema zu konfrontieren was ein bisschen in Vergessenheit bei manchem geraten ist.
- 19:00Speaker 2: Und die kriegt auch Prämie wenn sie dann die Äpfel oder Blumessauer sind.
- 19:03Speaker 2: am Ende
- 19:04Speaker 0: für bestimmte Produkte braucht man genau die sauren Sorten.
- 19:08Speaker 0: Als es beim Landesstreuobstag früher noch die Produktprämierung gab, sind wir immer verspottet worden weil bei dem Apfelshaftzimmer auch irgendwo im Mittelfeld gelandet.
- 19:16Speaker 0: Jetzt kommen wieder die von der Alpe mit ihrem saurer Obst und mit der Schorle!
- 19:20Speaker 0: Da kommt die Säure plötzlich auf frischend spritzig daher, haben wir wenn wir teilgenommen haben immer den Landessieger gemacht und auch einmal mit voller Punktzahl.
- 19:29Speaker 0: Und dann ist den anderen in der Regel das Lachen im Hals stecken
- 19:32Speaker 1: können.
- 19:32Speaker 1: So guck mal.
- 19:34Speaker 1: Sauermacht auch erfolgreich!
- 19:36Speaker 2: Oder lustig?
- 19:36Speaker 2: Nicht nur lustig.
- 19:38Speaker 1: Ich glaube, damit hast du ganz gut schon die Frage beantwortet welches Ziel verfolgt ihr.
- 19:43Speaker 1: So wirklich dieses Wissen mitzugeben fortzuführen in von Kindesbeinen an die Begeisterung zu wecken?
- 19:52Speaker 0: Menschen begeistern damit es weitergeht?
- 19:56Speaker 0: natürlich wir als Genossenschaft haben das Ziel auch wirtschaftlich zu bestehen haben aber gelernt mit Streuobst wird man nicht reich.
- 20:03Speaker 0: Ich bin jetzt seit gut zehn Jahren Vorstand.
- 20:05Speaker 0: Am Anfang habe ich ein schlechtes Gewissen gehabt, wie sehr wir uns aufs Ehrenamt stützen müssen um überhaupt zu überleben.
- 20:11Speaker 0: heute geniere ich mich dafür nicht mehr sondern ich sage das gehört dazu des Engagement von uns allen.
- 20:15Speaker 0: Wir sind über dreißig Genossen.
- 20:17Speaker 0: auch die Erzeuger stehen mit auf der Matte wenn es irgendwo gilt was zu bewegen.
- 20:21Speaker 0: ja mir haben Freunde und Helfer Und das ist das was Weltkulturerbe ausmacht dass man gemeinsam etwas tut Auch wenn er sich wirtschaftlich nicht immer rechnet.
- 20:31Speaker 1: Wer macht denn Bei der Bodeck alles mit.
- 20:35Speaker 1: Du hast von dreißig Erzeugern gesprochen, aber ich glaube das sind noch mehr Menschen am Start?
- 20:41Speaker 0: Also wir sind dreizig Genossen, das ist der Landwirt, der mitgegründet hat.
- 20:45Speaker 0: Das sind Ferien unter künftiger Astronomen, kunstschaffende viele Naturschützer oder einfach Menschen die unsere Produkte schätzen und das unterstützen möchten.
- 20:56Speaker 0: Unsere Erzeuger sind nochmal mehr.
- 20:58Speaker 0: Da gehören dann eben auch Kommunen, Schulen und Kindergarten mit dazu.
- 21:02Speaker 0: Wir pflegen eine enge Kooperation mit zwei Berufsschulen also Naturschutzzentrum Bodig und die Steinbeißschule in Tuttlingen und die Ludwig-Ehrhardt-Schule in Sigmaringen arbeiten sehr eng zusammen um Nachhaltigkeitsprojekte auch in den Schulen mit anzustoßen.
- 21:16Speaker 0: Und so haben wir ein Netzwerk.
- 21:19Speaker 0: Die Bodig könnte ohne den Naturpark, der bei der Gründung maßgeblich unterstützt hat oder das Naturschutzzentrum im Haus vieles nicht tun.
- 21:26Speaker 0: Aber umgekehrt schafft die Bodig auch eine Plattform für die beiden anderen Organisationen und dass immer sehr dankbar ist, dass wir seit drei Jahren eine sehr enge Kooperation mit dem Kloster Beuron haben.
- 21:37Speaker 0: Das Kloster wurde auch Mitgliederbodig.
- 21:39Speaker 0: Wir bewirtschaften den Apfelgarten in enger Abstimmung mit dem Gloster.
- 21:43Speaker 0: Wir produzieren die gemeinsamen Essige, die dann gemeinsam vermarktet wird und das Gloster brennt unsere gemeinsamen Brände.
- 21:50Speaker 0: Und so greift vieles ineinander.
- 21:53Speaker 2: Jetzt ist ja die Vermarktung sicher nicht ganz so einfach auch.
- 21:56Speaker 2: Die sind mal einfach Vertriebswege zu finden usw.
- 21:59Speaker 2: Welche Produkte bietet ihr denn überhaupt an?
- 22:01Speaker 2: Es war schon ein paar Sachen jetzt erzählt – Mit Essig oder mit Schorle oder mit Brände.
- 22:06Speaker 2: gibt es noch weitere Sachen, die ihr da ...
- 22:08Speaker 0: Also wir sind gestartet mit einem naturdrüben Apfelsaft, wie jede Streuobst-Initiative startet.
- 22:12Speaker 0: Wir haben dann relativ schnell eine Apfellscholle mit dazu gemacht.
- 22:17Speaker 0: und wenn man jetzt aber schaut, wir organisieren jedes Jahr auch ne Obsthochstammesammelbestellung um in der Masse günstige Preise zu erreichen.
- 22:24Speaker 0: Und da sehen wir es werden praktisch keine Moschtbirnbäume gepflanzt weil ich pflanz Apfelbäime das kriege ich immer verkauft und dann pflanze ich eine Zwetschgenikirsche.
- 22:34Speaker 0: Aber die Mostbirnbäume sind die landschaftsprägenden riesigen Bäume, die uns wichtig sind.
- 22:39Speaker 0: Die uns ans Herz gewachsen sind und dafür braucht es Produkte.
- 22:42Speaker 0: Damit der Besitzer weiß ich kriege meine Birnen los!
- 22:45Speaker 0: Es gab Zeiten da habe ich vor hundert Kilo Birne drei Euro gekriegt.
- 22:48Speaker 0: Da bückt sich niemand.
- 22:50Speaker 0: Und da haben wir jetzt einen Apfel Birnensaft, eine Apfel-Birnenscholle.
- 22:53Speaker 0: Wir haben seit diesem Jahr einen Perry also das gleiche wie der Cider aus Apfel ist der Perry aus Birne!
- 23:00Speaker 0: Wir haben einen Birnenbalsamico auf den wir besonders stolz sind weil es im Landkreis Tuttlingen erfreulicherweise eine Essigmanufaktur gibt die es bundesweit nur noch zwei gibt die nach der alten Rezeptur des Ajeto Balsamiko di Modena aus dem Birnensaft heraus den Einköchelt verkehrt Und dann wandert der Balsamico bei uns vom mindestens ein Jahr ins Eichenfass.
- 23:24Speaker 0: Und das Ergebnis ist sagenhaft und hat uns auch voll in die Karten gespielt, weil wir sind bei unserem Essig-Manufakt hergestellt und gesagt, mir würde gern Birne balsamiko machen.
- 23:31Speaker 0: Welche Sorte müssen wir bringen?
- 23:32Speaker 0: Man sagt macht er uns nicht!
- 23:34Speaker 0: Dann sagt wie macht ihr uns
- 23:35Speaker 0: nicht?!
- 23:35Speaker 0: Ja er hat so oft probiert des Ergebnisses niemals Wörter Bis ihnen Freund überredet hat, von dessen Streuobstwiese alle altes Birnersorter reinzuwarfen und das Ergebnis wäre super gewesen.
- 23:46Speaker 0: Wenn wir ihm garantieren dass wir möglichst viele alte Birnensorte bringen dann macht er es uns!
- 23:51Speaker 0: Und er sagt hey das ist ja genau das was mir wollert.
- 23:54Speaker 0: vielfalt leben vielfald schmecken und deswegen unser Birnenbalsamico unser Baby das wir bis heute sehr hegen und pflägen und auf das man sehr stolz sind.
- 24:03Speaker 1: So ein Alleinstellungsmerkmal.
- 24:04Speaker 2: Kann man sich das auch zuschicken lassen?
- 24:06Speaker 2: Man kann es
- 24:07Speaker 0: sich auch zus schicken lassen, da sind wir wieder über die Kooperation mit dem Kloster sehr dankbar weil sie haben einen Online-Shop.
- 24:11Speaker 0: dann müssen wir das nicht selber betreuen.
- 24:13Speaker 2: Ja jetzt Achtung!
- 24:14Speaker 2: Jetzt geht's um gefährliches Alpwissen.
- 24:17Speaker 2: Das ist so rubrik die wir immer machen und jetzt bin ich gespannt ob du das beantworten kannst.
- 24:23Speaker 1: Wie viele Pflanzenarten gibt es im Durchbruchstal zwischen Sigmaringe und Tutlingen.
- 24:28Speaker 0: Wir gehen davon aus, dass es rund neunhundert sind.
- 24:31Speaker 0: Es gab mal eine Doktorarbeit, die sich ein Botaniker, der sich sehr intensiv mit beschäftigt hat plus andere Daten, rund neuhundert.
- 24:37Speaker 0: bundesweit gibt's drei tausend zweihundert also runden Drittel der bekannten Pflanzenarten wachsen bei uns im Donautalen.
- 24:44Speaker 0: das ist auch wieder ein Schatz auf den wir stolz hin und denen man auch pflegen muss.
- 24:47Speaker 2: Sehr gut!
- 24:48Speaker 1: Das kam wie aus der Pistole geschossen.
- 24:50Speaker 1: Nächstes Mal weiter müssen wir schwitzen.
- 24:53Speaker 1: Der Mann ist halt voll in seinem Beruf drin.
- 24:58Speaker 0: Traumhafte Auslußziele, außergewöhnliche Menschen.
- 25:02Speaker 0: Herrliche Fotos und tolle Restauranttipps!
- 25:05Speaker 0: Lesen Sie die Alp-Lust das Magazin über die Schwäbische Alb
- 25:08Speaker 2: jetzt im Handel
- 25:09Speaker 1: und im Abo.
- 25:11Speaker 1: Lust auf einen Kurz-Trip?
- 25:13Speaker 0: Rauf auf's Rad rein in die Wanderschuhe.
- 25:16Speaker 0: Die schwäbige Alb überrascht mit Albtraufkante,
- 25:19Speaker 1: Wacholdeheiten
- 25:20Speaker 0: und Streuobstwiesen.
- 25:22Speaker 0: Zwischen Felsen
- 25:23Speaker 1: und Höhen warten
- 25:24Speaker 0: Glücksmomente.
- 25:25Speaker 1: Finde deine Autorauszeit auf schwäbischeralt.de.
- 25:30Speaker 2: Wir haben uns noch eine weitere Rubrik überlegt, das heißt so Ergänzungssätze und wir legen dir ein paar Halbsätze für dich abwechselnd in den Mund Und du kannst diese ergänzen.
- 25:43Speaker 2: können wir starten?
- 25:45Speaker 0: Darf ich einen Telefon joggen zwischen?
- 25:47Speaker 0: Das
- 25:48Speaker 2: brauchst Du glaubt
- 25:50Speaker 0: nicht?
- 25:52Speaker 1: Ich kann nachts gut schlafen wenn
- 25:54Speaker 0: ... das Fenster offen ist.
- 25:58Speaker 2: Und die Naturschutzverwaltung ärgert mich manchmal, weil...
- 26:03Speaker 0: Das ist jetzt dünnes Eis!
- 26:07Speaker 2: Ja, muss man auch nicht weiter, wenn es dein Problem
- 26:09Speaker 0: gibt?
- 26:09Speaker 0: Wir sind zum Glück in einem sehr engen Dialog und ich bin zum Glück lang genug dabei.
- 26:14Speaker 0: Deswegen der Ärger ist über die Jahre weniger geworden, weil ich bin der, der am Wochenende draußen ist und den Ärger der Menschen hautnah mitbekommt Und da bin ich sehr froh, dass mir in der Naturschutzverwaltung da auch Gehör geschenkt wird wenn ich irgendwo etwas anspreche.
- 26:30Speaker 1: Im Donautal darf man nicht an allen Felsen klettern weil?
- 26:36Speaker 0: Wir an den Fels einen Artenvielfalt haben von den Pflanzen über die Insekten bis hin zu den Vögeln.
- 26:44Speaker 0: Flädermäuse zum Beispiel hat man lange Jahre gar nicht beachtet.
- 26:47Speaker 0: Das ist einmalig, das haben wir so fast nirgends und deswegen kann ich dann allen Felsen geklettert werden.
- 26:52Speaker 0: Mir hat mal ein Ökologi gesagt da standen wir am Stuhlfels in Hausen, das ist eigentlich der am stärksten bekletterte Fels im Tal.
- 26:59Speaker 0: Und er hat gemeint wenn der Fels am Alp draufstehe würde wäre er ein Naturschutzgebiet weil die haben nichts besseres Und das muss man im Donauteil immer im Hinterkopf haben.
- 27:11Speaker 0: Wir haben einfach so besondere Arten und das in einer Fülle, wie wir es nur wenig anderen Plätzen haben.
- 27:17Speaker 2: Guck mal noch einmal drauf zu ... auf deine Tätigkeit.
- 27:19Speaker 2: gab's denn auch schonmal gefährliche und kuriose Situationen mit Besucherinnen und Besuchern?
- 27:25Speaker 2: Wenn du sie auf die Regeln in der Natur aufmerksam machst, ich wollte nicht fragen ob es Streit gibt!
- 27:32Speaker 0: Dadurch, dass mein Gebiet so groß ist kann ich den ganz gefährlichen Situationen zum Glück aus dem Weg.
- 27:39Speaker 0: Es gibt Situationen wo ich mich bis heute wundere das ich nicht mit voller Montur in der Donau gelandet bin wenn man zb einer alkoholisierten Gruppe junger Erwachsener die Weiterfahrt auf der Donauer verbietet weil ich alkoholisiert nicht paddeln darf und die offenkundig eigentlich nicht mehr fahrtauglich waren Kurios ist, wenn man auch gefragt wird ob man produktiv ist oder ob man hier nur so rumsteht und dann irgendwann die anderen Gäste, die drum herum stehen mit einem bekommen und anfangen einen zu verteidigen.
- 28:10Speaker 0: Ihr habt mal einen anderen Gast gefragt, ob ich bei dieser Wahlfrage Schwätzer schaffe?
- 28:16Speaker 0: Bei mir ist das eines!
- 28:18Speaker 0: Also ich muss im ständigen Dialog bleiben und bisher haben wir die meisten Situationen zum Glück gut.
- 28:24Speaker 2: Wir werden ja auch für Schwätzen bezahlt.
- 28:29Speaker 1: Jetzt gibt es vielleicht auch immer wieder mal Zielkonflikte in eurer Arbeit zwischen dem Naturschutz und der Naturvermittlung, und natürlich auch der touristischen Erschließung.
- 28:39Speaker 1: Wie geht ihr damit um?
- 28:42Speaker 0: Ich halte es vor wichtig dass wir alle miteinander im Gespräch sind.
- 28:46Speaker 0: wenn man sich kennt Wenn man sich schätzt findet man normalerweise eine Lösung Und dann, also muss ich mir jetzt mich angucken.
- 28:54Speaker 0: Fast zwanzig Jahre in diesem Medier unterwegs hat sich auch mein Bewusstsein etwas verschoben.
- 29:01Speaker 0: Ich sage inzwischen, ich bin um jeden froh der sich in der Natur bewegt weil wir treffen als Gesellschaft Entscheidungen wo man merkt das Naturverständnis fällt ganz grundsätzlich.
- 29:13Speaker 0: und wenn ich es nicht schaffe dieses naturverständnis schon in der Kindheit anzulegen und im älteren Warten weiter zu pflegen dann ist es nachher, wenn der Mensch in Entscheidungspositionen ist.
- 29:23Speaker 0: Egal ob in Politik oder in Wirtschaft oder wo auch immer, dann ist dieses Wissen diese Beziehung nicht da und dazu muss ich respektieren akzeptieren das vielleicht auch was kaputt geht.
- 29:36Speaker 0: aber es geht ja eigentlich nur dann was kaput wenn ich den mensch nicht als teil des system seh.
- 29:41Speaker 0: ich sehe uns aber als Teil des Systemes.
- 29:44Speaker 0: Ich kann selbst in einem geschützten Lebensraum Noch mal mehr Artenvielfalt schaffen, wenn ich diesen Lebensraum störe.
- 29:51Speaker 0: Also viele kennen den Sonnentau als Pflanze des Moores.
- 29:55Speaker 0: Der Sonnentau zeigt aber ein gestörter Moor und so haben wir auch im Donautal Arten die in einem Störverhältnis sich wohler fühlen als in einem ungestörten Lebensraum.
- 30:05Speaker 0: Aber da eben immer den Spagat hin zu bekommen Wenn ich einen sehr begrenzten geschützten Lebensraum habe die Störungen nicht zu groß werden zu lassen und aber auch dem Besucher zu vermitteln, warum ich an der einen Stelle was laufen lass.
- 30:20Speaker 0: Wo ich an einer anderen Stelle sehr eng es wieder einfängt weil ich halt dort vielleicht ein anderes Schutzgut habe das wirklich die Ruhe braucht und ich dort dann kleinstandortlich keinen Besucher haben möchte.
- 30:30Speaker 1: Was meinst du?
- 30:31Speaker 1: welche Rolle wird der Naturschutz in zehn Jahren spielen?
- 30:36Speaker 0: Ich hoffe eine sehr große.
- 30:38Speaker 0: aus meiner Sicht haben wir als Gesellschaft als Menschheit global betrachtet zwei große Baustellen.
- 30:44Speaker 0: Das ist der Klimawandel und das ist des Artensterben, und wir sollten unser tun mehr danach ausrichten mit diesen zwei Problemen umzugehen.
- 30:54Speaker 0: Aber im Moment spüren wir Naturschutz, kann ich mir im Moment nur leisten.
- 30:58Speaker 0: Wenn auch das Geld dafür da ist und wenn die Wirtschaft nicht brummt dann fällt uns im Naturschutz dafür das Geld.
- 31:04Speaker 0: aber eigentlich wäre es für diese langfristigen Probleme wichtig da jetzt anzupacken dass wir des Ruder herum reisen können bevor es richtig schmerzhaft wird.
- 31:13Speaker 0: Und Schmerzhaft wird es jetzt schon wenn wir im Winter sehen wo es Überschwemmungen gibt.
- 31:17Speaker 0: Wir sollten aktiv werden schäden die Wirtschaft mehr Gefährten, wie wenn wir jetzt Geld dafür ausgeben um es vorher einzufangen.
- 31:28Speaker 1: Markus Möchtemann als professioneller Naturschützer manchmal verzweifeln am Klimawandel.
- 31:36Speaker 0: Man muss die Herausforderungen annehmen, wie sie sind.
- 31:40Speaker 0: Wir lernen zum Beispiel wir müssen auf unsere besondere Felsvegetation schneller acht geben weil es werden wieder Verhältnisse kommen wo genau diese Pflanzen die mit seventy Grad am fels zurechtkommen dass die wieder mehr Möglichkeiten finden bei uns zu gedeihen.
- 31:56Speaker 0: wenn Sie uns aber vorher ausstarben weil der Wald diese Lebensräume überwuchert hat dann haben wir da dauerhaft was verloren und deswegen als Umweltschützer was gegen den Klimawandel tun, als Naturschützern den Klima-Wandel annehmen und Lösungen suchen.
- 32:10Speaker 0: Auch wenn wir aufs Streuobst kommen ich kann Streu Obstwiesen anders pflegen die Bäume anders erziehen und dann sind sie auch im Klimawandel robuster.
- 32:19Speaker 2: Gut!
- 32:19Speaker 2: Wir haben noch ein Robrik Ausflugs oder Veranstaltungstipps.
- 32:24Speaker 2: Hast du einen Tipp fürs Obridonautal der nicht überlaufen ist?
- 32:27Speaker 2: Wo sollte man da unbedingt hin?
- 32:29Speaker 2: Geheimtipp
- 32:32Speaker 0: Da fragt er jetzt der falsche.
- 32:35Speaker 2: Die bewusste Touristiker fragte ihn natürlich.
- 32:38Speaker 2: Ich
- 32:38Speaker 0: habe mal nach einem Live-Interview von meiner Frauenanschiss bekommen, weil ich gefragt wurde, wann ist im Donautal am schönsten?
- 32:43Speaker 0: Aber ich sagte ihm Winter da ist niemand da und sie meinte das könnte ich doch nicht sagen es wäre nicht gastfreundlich!
- 32:51Speaker 0: Aber das ist es so.
- 32:51Speaker 0: Es gibt natürlich die Plätze, die sind überlaufen und erstaunlicherweise der Mensch ist ein Rudeltier!
- 32:56Speaker 0: Er geht immer dahin wo schon viele sind.
- 32:58Speaker 0: aber es gibt die Ecken noch im Donautal wo ich auch jetzt selbst in der Hochsaison fast für mich allein bin Und dazu vielleicht einfach wer noch Karte lesen kann Einfach mal selber eine rote Planung und nicht von den großen Netzwerken übernehmen lassen.
- 33:13Speaker 0: dann lande ich automatisch da wo es schön ist und wo ich Natur und was ich besonders finde auch noch stille genießen kann.
- 33:21Speaker 1: Am siebten August, zwanzig sechsundzwanzig warst du in Erfolge zu sehen im SWR.
- 33:26Speaker 1: Die Sendung heißt Expedition in die Heimat.
- 33:29Speaker 1: da wurde der Schwäbische Canyon gezeigt.
- 33:31Speaker 1: es waren wirklich tolle Aufnahmen auch mit Drohnen unter anderem eben auch vom Kloster Beuron.
- 33:38Speaker 1: also das macht Appetit für alle Hörerinnen und Hörern die sagen da kann ich mir jetzt sogar nicht so richtig was drunter vorstellen und ist abrufbar in der Mediathek.
- 33:49Speaker 1: Das sieht man dich auch mit einem präparierten Biber.
- 33:52Speaker 1: Die Eingangsszene war sehr witzig und der Biber ist riesig, also das als kleiner Tipp auch oder?
- 33:59Speaker 1: Um ein bisschen zu gucken!
- 34:00Speaker 0: Also das wäre einfach mal ins Donau-Tall fahren im besten natürlich mit dem Zug oder den Bus.
- 34:05Speaker 0: Euron hat ja zum Glück einen Bahnhof wo stündlich ein Zug hält und dann sich umzuschauen.
- 34:09Speaker 0: Mit ein bissel Glück trifft mir mich oder meine Summer Ranger Kollegen mit dem prä parierten Bieber aufm Fahrrad ein Hänger und kann mit uns entspannt ins Gespräch kommen.
- 34:19Speaker 2: Jetzt haben wir noch eine Rubrik, die wir auch immer bringen.
- 34:22Speaker 2: Letzte Frage sozusagen.
- 34:23Speaker 2: Du hast uns nicht verraten wo wir jetzt im Donathal hin sollen aber vielleicht verrätst du uns?
- 34:27Speaker 2: Die Alpe ist ja dreimal so groß wie das Saarland!
- 34:30Speaker 2: Wo möchtest du unbedingt selber nochmal hin auf der Schwäbischen Alb?
- 34:35Speaker 0: Also es gibt viele Orte wo ich gern hin würde, wo ich noch gar nicht war.
- 34:39Speaker 0: da gibt's zum einen die spannenden Streuobstprojekte die es in anderen Bereichen gibt Und eine Lücke hoffe ich heute auf dem Heimweg schließen zu können.
- 34:49Speaker 0: Ich war zwar schon öfters im Biosphärengebiet unterwegs, aber ich habe es noch nie in die Ausstellung geschafft und vielleicht schaffe ich das heute vom Nachhauseweg?
- 34:56Speaker 0: Es ist glaube ich ein sehr kleiner Umweg.
- 34:58Speaker 2: Das
- 34:59Speaker 0: passt perfekt
- 35:00Speaker 1: genau!
- 35:01Speaker 1: Ja
- 35:03Speaker 2: also vielen Dank fürs Zuhören.
- 35:04Speaker 2: wir sagen alle Tschüss!
- 35:07Speaker 0: Danke schön tschüß!
- 35:10Speaker 1: Die nächste Folge von sag bloß der Schwäbische Alp Podcast ist am Freitag in zwei Wochen auf allen gängigen Plattformen abrufbar.
- 35:18Speaker 1: Schalten Sie ein, unsere Gäste sind dann Christoph und Jeremias Heppeler.
- 35:23Speaker 1: Wir freuen uns wenn sie wieder rein hören oder noch besser uns
- 35:42Speaker 0: abonnieren.