Latest / ntv Wirtschaft / Commerzbank vor Filialschließungen? Italienische Unicredit greift nach Geldhaus
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- Die italienische Großbank Unicredit legt ein offizielles Übernahmeangebot für die Commerzbank vor. Amerikanische Ölkonzerne warnen vor einer neuen Energiekrise. Und im Nahverkehr drohen neue Streiks. Und zum Schluss schauen wir noch auf Instagram. Das soziale Netzwerk beendet die Verschlüsselung privater Unterhaltungen. Hallo und herzlich willkommen. In diesem Podcast verwandeln moderne KI-Systeme journalistische Inhalte, die auf unseren NTV-Plattformen publiziert wurden, in ein neues Hörformat. Text und meine Stimme wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugt. Vor der Veröffentlichung werden alle Folgen nach strengen journalistischen Standards geprüft. Viel Spaß beim Zuhören. Die italienische Großbank Unicredit will die Commerzbank kaufen und hat den Aktionären ein freiwilliges Angebot gemacht. Die hierfür notwendige Kapitalerhöhung soll bis zum 4. Mai in einer außerordentlichen Hauptversammlung entschieden werden. Die italienische Bank will damit ihren Anteil auf über 30 Prozent erhöhen. Hier geht es aber nicht nur um Aktien und Anteile. Es geht auch um Einfluss. Die Bundesregierung sieht das kritisch. Auch die Führung der Commerzbank wehrt sich. Das zeigt schon, das hier ist kein stiller Vorgang im Hintergrund. Das ist ein offener Machtkampf. Unsere Kollegin Annika de Boer hat darüber mit Klaus Nieding von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz gesprochen. Herr Nieding, die Unikredit will also mit dem Angebot über die 30-Prozent-Schwelle bei der Commerzbank kommen. 29,9 Prozent hat sie schon, kontrolliert sie schon. Um aber was zu erreichen? Also es heißt ja, dieser Schritt der Ziele gar nicht auf eine Kontrolle ab, sondern auf diesen konstruktiven Dialog. Was glauben Sie denn, was dahinter steckt? Naja, konstruktiver Dialog, das ist ja in den letzten Monaten immer wieder versucht worden von Italien aus und da braucht es immer zwei dafür, also einen, der redet und einen, der zuhört. Und die Frage ist, ob man hier in Frankfurt entsprechend zuhört. Was jetzt passiert ist, dass die Unikredit natürlich die Gunst der Stunde nutzt. Der Commerzbankkurs ist in den letzten Tagen deutlich nach unten gegangen aufgrund des Irankrieges und man nutzt jetzt natürlich die Möglichkeit, mit einem freiwilligen Übernahmeangebot die 30-Prozent-Schwelle zu überschreiten, ab der man im Normalfall auch ein gesetzliches verpflichtendes Übernahmeangebot hätte auslegen müssen, dann aber möglicherweise zu deutlich höheren Kursen und zu einem ungünstigeren Zeitpunkt. Also das ist taktisch ganz geschickt gemacht von den Italienern. Und die Gewerkschaft Verdi zum Beispiel befürchtet ja unter der Unikredit, dass es zu einem Kahlschlag kommen würde. Gehen Sie davon aus, dass es zu Entlassungen und zu Filialschließungen kommen würde und wenn ja, in welcher Größenordnung? Nun, als Gewerkschafter muss man das natürlich immer sagen, das ist klar, aber auf der anderen Seite spricht schon das ein oder andere auch dafür. Es gibt schon eine Menge überlappender Geschäftsfelder zwischen Unikredit und Commerzbank und wir haben ja am Beispiel Hypo Vereinsbank gesehen, die die Unikredit ja vor Jahren schon sich einverleibt hat, was dann am Ende vom Deutschlandgeschäft übrig bleibt. Wenn das das Schicksal der Commerzbank wäre, dann wäre das sehr schlecht für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, aber es wäre natürlich auch schlecht für Aktionäre und für den Kapitalmarkt, denn am Ende hätten wir in Deutschland nur noch eine unabhängige große Privatbank, nämlich die Deutsche Bank, mit der wir dann unser Auslandsgeschäft machen könnten und wären mehr und mehr abhängig von den Italienern beziehungsweise auch von ausländischen Großbanken. Das kann nicht im Interesse der Arbeitnehmenden sein, das kann aber auch nicht im Interesse des Kapitalmarktes sein. Und von der Bankenmacht wechseln wir zu einem Thema, das direkt auf Preise, Inflation und Wachstum wirken kann. Die führenden amerikanischen Ölkonzerne haben die Regierung von Präsident Donald Trump vor einer Verschärfung der Energiekrise gewarnt. Das schreibt das Wall Street Journal. Demnach haben die Spitzen von Exxon Mobil, Chevron und ConocoPhillips deutlich gemacht, dass die Störungen in der Straße von Hormuz die weltweiten Märkte weiter belasten würden. Um den Preisanstieg beim Öl zu bremsen, gab die Internationale Energieagentur Einzelheiten zur Freigabe von mehr als 400 Millionen Barrel Öl aus ihren Notreserven bekannt. Demnach stehen die Reserven aus Asien und Ozeanien sofort zur Verfügung. Die Bestände aus Europa und Amerika sollen Ende März folgen. Über die längerfristigen Konsequenzen des Krieges hat unsere Börsenreporterin Sabrina Margraf mit dem Finanzmarktexperten Martin Lück gesprochen. Unabhängig davon, wie lange dieser Krieg andauert, welche langfristigen Folgen wird er haben? Ja, es ist ja so, wenn jetzt die Straße von Hormuz tatsächlich vermint wird, der Iran ist da unterwegs, die haben die Möglichkeiten, besitzen angeblich 6000 Seeminen, die sie dort aussetzen können praktisch. Und wenn das der Fall ist, dann wird selbst bei einer Beendigung der Kampfhandlungen die Verminung deutlich weitergehen. Die Versicherungsprämien werden extrem hoch bleiben, Schiffe werden nicht da durchfahren können, zumindest nicht mit der notwendigen Frequenz. Das heißt, die ganzen Rohstoffpreise werden hoch bleiben. Öl, Gas, Düngemittel, das, was durch die Straße von Hormuz durchgeht, das wird teuer bleiben. Und je länger das Ganze teuer bleibt, desto stärker sind natürlich die Auswirkungen auf die Weltwirtschaft. Man sagt ja, wenn der Ölpreis um 10 Dollar steigt und das über eine längere Zeit, dann haben wir entsprechende Auswirkungen auf das Wachstum in der Größenordnung von 0,1, 0,2 Prozentpunkte. Ähnlich bei der Inflation, die dann höher ausfällt und die Zentralbanken vor Probleme stellt. Das werden wir dann in den Daten für dieses Jahr deutlich merken. Die Zentralbanken sind ja in dieser Woche besonders im Fokus. Alle wichtigen entscheiden über die Leitzinsen. Was werden Sie zu diesem Thema sagen? Ja, Sie werden sagen, dass das erstmal ein Angebotsschock ist, was Zentralbanken dann immer sagen. Und Sie werden sagen, wir müssen da jetzt erstmal durchschauen. Wir müssen gucken, ob es eventuell Zweitrundeneffekte gibt. Also höhere Lohnabschlüsse beispielsweise als Konsequenz dieser steigenden Ölpreise. Weil natürlich dann die Gewerkschaften in einer längeren Folge dann auch Ausgleich für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer fordern werden. Und diese Rhetorik wird man von den Zentralbanken vernehmen. Dass sie aber die Zinsen anheben, was jetzt schon zunehmend eingepreist wird, das halte ich für relativ ausgeschlossen in dieser Phase. Und während die Welt auf Öl und Krisen schaut, gibt es hierzulande Ärger, der viele Menschen schon in den nächsten Tagen auf dem Weg zur Arbeit trifft. Verdi ruft für Donnerstag in mehreren Bundesländern zu Nahverkehrsstreiks auf. In Bayern, dem Saarland, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Hamburg sollen am Donnerstag Busse und Bahnen ganztägig in den Depots bleiben. In Hessen und Bremen stehen die Entscheidungen noch aus. In den Tarifverhandlungen mit den kommunalen Arbeitgeberverbänden und Verkehrsunternehmen geht es in den meisten Bundesländern um bessere Arbeitsbedingungen im Rahmen der sogenannten Manteltarifverträge. Diese regeln etwa Arbeitszeit, Pausenlänge und freie Zeit zwischen den Schichten. Und dann zu einer Nachricht aus der Digitalwelt, die auf den ersten Blick technisch klingt, am Ende aber viel mit Vertrauen zu tun hat. Instagram beendet die Verschlüsselung von privaten Chats. Und zwar ab dem 8. Mai. Für Nutzer ist das ein heikler Schritt. Denn bei Verschlüsselung geht es nicht um ein Detail für Nerds. Es geht um Privatsphäre. Damit konnten Instagram-Nutzer bislang sicher sein, dass niemand anderes als Absender und Empfänger Zugriff auf die Inhalte hat. Nicht einmal der Mutterkonzern Meta. Für Instagram selbst verändert das etwas Grundsätzliches. Die Plattform ist dann noch stärker ein öffentlicher Raum. Also ein Ort für Reichweite, Vermarktung und Aufmerksamkeit. Weniger ein Ort für vertrauliche Gespräche. Und zum Schluss noch ein Thema, das eigentlich auch in unseren Schulen viel präsenter sein sollte. Finanzbildung. Heute startet die Global Money Week. Dahinter steckt eine weltweite Initiative zur finanziellen Bildung junger Menschen. Es geht also um ganz praktische Fragen. Wie spare ich sinnvoll? Wie lege ich Geld an? Und welche Versicherungen brauche ich wirklich? Symbolisch hat die Initiative mit dem Läuten der Börsenglocke begonnen. Und diesen Job hat Jakob Risse, der Mitgründer des Finanzbildungs-Startups Funny Money übernommen, mit dem unsere Börsenreporterin Sabrina Margraf gesprochen hat. In der Schule setzt man auf Englisch und Mathe und Finanzbildung ist da nach wie vor ein Nischenthema. Mit welchen Folgen? Ganz grundsätzlich muss man sich natürlich immer überlegen, also auch gerade als junge Person, und da muss man natürlich auch mit dazu sagen, es gibt es natürlich mannigfaltige Herausforderungen. Und eine davon, und das ist ja die, für die wir uns einsetzen, ist natürlich die Tatsache, dass halt so gewisse Lebenskompetenzen irgendwann erlernt werden müssen. Denn aus Perspektiven einer jungen Person, man ist 17 Jahre und die Welt ist super in Ordnung und dann wirst du 18 und auf einmal hast du die Last der Welt auf deinen Schultern. Und die Frage ist, wie gut bereiten wir die jungen Leute darauf vor, weil da sind wir sofort wieder bei der Vorbereitung auf Krisen. Leben wird sehr viel einfacher, wenn man die Finanzen im Griff hat. Was müssen junge Menschen über Geld wissen und verstehen? Ganz grundsätzlich ist wahrscheinlich die Basis, auf der das alles losgeht, die Tatsache, dass halt Geld als solches dein Leben begleiten wird. Also die erste Sache, die halt quasi passiert, also wieso stehst du morgens auf? Wahrscheinlich, weil du los musst, um Geld zu verdienen. Und wieso guckst du nachts nicht Netflix bis 4 Uhr? Wahrscheinlich, weil du schlafen musst, um am nächsten Tag Geld zu verdienen. Und wenn man zu dieser Einsicht kommt, also dass es da dieses Medium gibt, was also relativ großen Einfluss auf deinen Tag hat, ist es wahrscheinlich gar nicht so doof, sich ein bisschen intensiver mit diesem Medium zu beschäftigen. Und von da aus geht es eigentlich von ganz allein. Das Thema Finanzen ist ein ganz großes, aber was ist denn der wichtigste Tipp für junge Menschen beim Thema Geld? Also ich glaube, der wichtigste Tipp, von dem ich mir auch damals gewünscht hätte, dass ich den irgendwann mal bekommen hätte, wäre einfach diesen Perspektivwechsel mal mit sich selber durchzuspielen, ist, wie soll mein Leben überhaupt in 10, in 20 und in 50 Jahren aussehen? Das wirkt jetzt irgendwie trivial, dass man sich denkt, naja, was hat das denn mit Geld zu tun? Aber ganz grundsätzlich kann man beim Thema Finanzen festhalten, dass Finanzen eigentlich auch nichts anderes sind als das clevere Setzen von Zielen. Und bei Zielen gilt, man kann nur die Ziele erreichen, die man sich auch gesteckt hat. Und deswegen heißt der 100 Meter Lauf auch 100 Meter Lauf und nicht einfach nur Lauf, weil sonst würden wir wahrscheinlich laufen, bis wir umfallen. Das heißt, du musst klar vor Augen haben, wo soll deine Reise finanziell hingehen, weil dann kannst du halt quasi einfach in der Rückschau dir überlegen, was genau muss passieren, damit das so eintritt. Das war unser Blick auf die aktuellen Nachrichten aus der Wirtschaft für den Moment. Wir hören und lesen uns wieder bei NTV, in der App, im TV oder hier im Podcast.